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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Alkohol auf dem Wasser



Oriba
06.08.2010, 14:16
Hallo!!
Nicht dass mich einer Falsch versteht. Ich trinke mir gerne mal ein Bier und es gibt nichts schöneres als abends noch in der Plicht zu sitzen und ein oder zwei..... rotwein zu trinken. Während der Fahrt, egal ob Schiffsführer oder nur dabei trinke ich überhaupt nicht.

Folgender Sachverhalt:
Zusammengewürfelte Crew, eine Freundin bittet mich den Schiffsführer zu machen da sie trotz SSS immer noch kein SRC hat. Sie bringt noch Freunde Ihres Partners mit, insgesamt sind wir 8, 4 davon kenne ich gar nicht.
Vorherige Treffen liefen absolut harmonisch und nett.

Beim Törn war dann ziemlich schnell klar, dass 3 der 4 Kollegen gerne auch mal
während der Fahrt ein Döschen öffneten. Ich habe das angesprochen und für
Verwunderung gesorgt. "Segeln und ein Bierchen gehören ja zusammen".
Habe das Ganze dann sorgsam beobachtet da ich nicht direkt für Stunk sorgen wollte.
Fakt ist, dass wir bei 6-8 Stunden auf See bei ca. 5-6 Dosen (o,5 ltd.) pro Person kamen(abends kam ja noch mal ein Wein dazu).

Da die Kameraden trotzdem absolut trittsicher waren habe ich da nicht weiter rumgemosert. Ein befreundeter Segler wies mich aber neulich daraufhin, dass im Falle das was passiert, ich auf jeden Fall eine Mitschuld zu tragen hätte.
Alkoholisierte Personen hätten sich unter Deck aufzuhalten.

Der Törn ist vorbei, wir haben uns gut verstanden und mit einigen möchte ich
auch noch einmal fahren. Schiffsführer und Steuermann hatten immer 0,0 Promille. Und nun meine Frage an Euch:

- Hat mein Segelkumpel Recht und auf welches Gesetz bezieht er sich da?

- Wie handhabt ihr das?


Mit nüchternem Gruß aus Köln

Oriba

anfe
06.08.2010, 14:25
Hmmm, gegen 1-2 Bierchen habe ich nichts einzuwenden zB. bei der Jause. Aber 5-6 Bierchen auf einer Tagsfahrt kommt ja überhaupt nicht in Frage :mad:

Ein Gesetz dazu brauche ich nicht, als Schiffsführer ist man für die Crew verantwortlich und ich könnte es nicht mit meinem eigenen Sicherheitsempfinden verantworten wenn ich auch nur leicht Betrunkene auf offerner See herumführe.

Andi

P-Kreuzer
06.08.2010, 14:29
Oriba,
wenn du skip bist, isses deine entscheidung, wie auch immer.

entscheidet der Heineken trinkende
Panzerkreuzer

Deali
06.08.2010, 14:35
Ablege- und Anlegebier ist Pflicht! :)

Sagt der Skipper einer Hafenfähre! :D

Deali :cool:

P-Kreuzer
06.08.2010, 14:47
..... in der Schiffssicherheits-Verordnung 'drinstehen bzw. in den Arbeitssicherheitsvorschriften an Bord von dt. Schiffen....

:eek: :eek: :eek:
was ihr alles an bord habt :confused:

aengstigt sich der
Panzerkreuzer
(der immer selbst entscheidet)

winnfield
06.08.2010, 15:15
bei mir bekommt die crew keinen tropfen alkohol

sauf ich ja alles selbst :D :D :D

chandler
06.08.2010, 15:23
eigentlich 0.0 fuer mich, halte ich auch zu 99% durch. Aber wenn man mal laenger draussen irgentwo auf dem Atlantik ist gibt es bei Schichtende doch mal einen Sundowner.

Bei der Crew versuche ich das trinken zu vermeiden, einige Freunde moegen aber gerne ein oder mehr Bier ... auch wieder nach Schichtende. Das ist halt so.

Solange mann dann in Haefen anlegt kann man ja alles nachholen. Fuer mich ist das Problem eher wie man sich verhaellt wenn man irgentwo unter Anker liegt. Weil dann musst Du als Skipper ja auch im Schlaf "hellwach" sein und eventuell in einer Extremsituation reagieren.

Giovanni
06.08.2010, 15:45
kann ich leider nicht teilnehmen.

Viel 'Spaß' noch.
Vorschlag für weitere Themen:

"Ich hab immer und alles im Griff"

"Rauchen, allerschlimmst und kommt bei mir nicht vor!"

"Segeln ohne Sturzhelm, nicht mit mir!"


Gio

pogo
06.08.2010, 15:57
Fakt ist, dass wir bei 6-8 Stunden auf See bei ca. 5-6 Dosen (o,5 ltd.) pro Person kamen.

Da die Kameraden trotzdem absolut trittsicher waren habe ich da nicht weiter rumgemosert.
......
Alkoholisierte Personen hätten sich unter Deck aufzuhalten.



Ist man, besser Mann, denn durch 6 Dosen Bier, welche über 8 Stunden hinweg an der frischen Luft getrunken wurden, alkoholisiert ?

pogo

Oriba
06.08.2010, 16:14
Ist man, besser Mann, denn durch 6 Dosen Bier, welche über 8 Stunden hinweg an der frischen Luft getrunken wurden, alkoholisiert ?

pogo

...ist vielleicht ne Frage der Übung ob man es dir anmerkt. Wenn Du den
Promillerechner im Netz bemühst kommt da je nach Körpergröße, Gewicht
1,57 Promille bei rum.
Damit würdest Du zumindest nicht mehr Auto fahren.... hoffe ich ;)
LG
Oriba

twinsegler
06.08.2010, 16:21
5-6 Dosen Bier in 8 Stunden. Was ist da mit Bullern bei euch? Doch nicht über die Reling, oder? Wäre eine gefährliche Nebenwirkung und sollte auf einem Bierbeipackzettel vermerkt sein.
Twinsegler:)

südwester
06.08.2010, 16:52
Bier besteht zu fast 95% aus Wasser und nur etwa 5% Alkohol. Wenn mann also 5-6 Bier in 6-8!!!! Stunden trinkt, tut man im Wesentlichen etwas gegen die Dehydrierung. Es entspricht somit guter Seemannschaft, wenn mann pro Stunde ca. 0,5l Flüssigkeit zu sich nimmt. Aufgrund des geringen Alkoholgehaltes "schimmelt" Bier nicht so leicht wie gewöhnliches Wasser. Der Seemann hat demnach kein so hohes Durchfallrisiko wie der gewöhnliche H2O-Trinker. Außerdem enthält Bier Kalorien, was wiederum den Zuckerspiegel im normalen Bereich hält, was bei der dauerhaften übermenschlichen Belastung auf einem Monstertörn notwendig ist. Bier ist übrigens auch reich an Vitamin B.
Während es also bei dem Kapitän des Kreuzers auf seinen ungetrübten messerscharfen Verstand ankommt (dem könnte Alkohol abträglich sein), so ist der gewöhnliche Seemann besser beraten ca. 1Dose Bier aus o.g. Gründen zu sich zunehmen. Und zuallerletzt: dies macht es ihm auch leichter, sich unters Joch des despotisch herrschenden Schiffsführers zubegeben.
Also: einen guten Seemann erkennt man bereits am Beginn des Törns an der Menge Bierbüchsen, die gebunkert werden - meist das erste Lebensmittel, das zur Neige geht:D

pogo
06.08.2010, 16:56
Wenn Du den
Promillerechner im Netz bemühst kommt da je nach Körpergröße, Gewicht
1,57 Promille bei rum.


Dat Ding stimmt nicht, ich habe mehrere Szenarien durchrechnen lassen.
Z. B. ergeben drei Bier in vier Stunden 0,87 0/00,
6 Bier in 8 Stunden aber 1,49 0/00.
Die Maschine rechnet nur den Restalkoholwert der anfangs ex getrunken Dosen nach X Stunden aus.?
Den finalen Alkoholpegel beim kontinuierlichem Genuss über X Stunden kann sie nicht, einen zwischenzeitlichen demzufolge auch nicht ?
Und, Zitat v. d. Site:
"Unser Online Promillerechner kann nur eine sehr ungefähre Angabe zum Restalkoholwert machen.
Dieser hängt von sehr vielen individuellen Merkmalen und Umständen ab, die wir hier aber nicht mit unserem Promillerechner abfragen wollen. Dieser Alkoholtest soll nur zur groben Orientierung dienen."

Meine Frage ist noch nicht beantwortet.

pogo

P-Kreuzer
06.08.2010, 17:02
ihr seid ja drauf
jungejunge....

johlt der
Panzerkreuzer

und was ist mit furzen unter deck :eek:
diskutiert und rechnet mal ..... LOL....

winnfield
06.08.2010, 17:11
mich würde auch noch interessieren wie das mit ungewolten schwangerschaften ist. was muss ich als skipper beachten? :confused:

wie bei schwimmwesten Gummipflicht ?

alimente zahlt der skip ?

ev. penezilindosen über haftpflicht des skip ?

scheidungskosten ?

fragen über fragen !

allerdings wennst bsoffen bist geht eh nix mehr
also vielleicht doch mehr alkohol für die männer

Lockenfisch
06.08.2010, 17:17
allerdings wennst bsoffen bist geht eh nix mehr
Bei Dir vielleicht...

Oriba
06.08.2010, 17:18
Meine Frage ist noch nicht beantwortet.

pogo

Dann definiere bitte mal alkoholisiert!

Die Leber soll ja 0,1 Promille pro Stunde abbauen (ca.-Wert). Macht bei
8 Stunden 0,8 Promille. Wenn die Jungs sich 3 Liter über den Tag verteilt
einverleiben, nur gut gefrühstückt haben und noch ne Tüte Chips und ein
paar Erdnüsse knabbern (O-Ton: wir kochen ja heute Abend) wird das wohl
ein wenig mehr sein als 0,8 Promille.

--------------

Meine Frage zielte darauf ab inwiefern der Schiffsführer Verantwortung
für seine Mitsegler hat und straf- oder zivilrechtlich dafür belangt werden kann
wenn einem was passiert.
--------------

@twinsegler
Doch, gerade die Mädels bei uns praktizieren das mit Freude ;)
Nee, Spaß beiseite halte ich gar nichts von. Und wenn Du dann im Ölzeug
rumfummelst um erstmal alles zu sortieren...
Ausserdem sind wir oft in gemischten Gruppen unterwegs und das kommt
nicht so gut :rolleyes:
---------------

LG
Oriba

winnfield
06.08.2010, 17:21
Bei Dir vielleicht...

locke !!!! hast was gegen mich ????

und wenn ja was, könnt ich dann auch gebrauchen :D

aber ehrlich: entweder lügst dich selbst an oder du saufst zwenig

pogo
06.08.2010, 17:23
Dann definiere bitte mal alkoholisiert!



Wieso ich ? Ich kann es nicht.

Aber weischa, nä, maßhalten beim Maß halten !

pogo

Ausgeschiedener User
06.08.2010, 17:30
Jeden Tag voll ist doch auch ein geregelter Lebenswandel :D
Während der Fahrt bleibt die Bar geschlossen, am Vorabend einer Reise halte ich mich auch etwas zurück.
Beim Wassersport kann sich innerhalb kurzer Zeit das Fahrvergnügen in eine Notfallsituation ändern und ich möchte mir nicht den Rest meines Lebens Vorwürfe machen dass ich mit Strom im Kopf vielleicht nicht optimal als Schiffsführer funktioniert habe.
Vor Anker sieht das natürlich ganz anders aus- jeden Abend Oberkante Unterlippe :D
Nee, mehr als eine Flasche Wein pro Abend packe ich auch nicht mehr :cool:
Grüsse - Norbert

Aquamareijn
06.08.2010, 17:32
Was gebt ihr für Werte in den Promillerechner?
Bei mir sagt er für 3L Bier in 8 h 0,58 Maximalwert.
Für den Skipper sicherlich zuviel, für die Crew laß ich dass so gerade noch gelten :-)

meint Felix

winnfield
06.08.2010, 17:36
Was gebt ihr für Werte in den Promillerechner?
Bei mir sagt er für 3L Bier in 8 h 0,58 Maximalwert.
Für den Skipper sicherlich zuviel, für die Crew laß ich dass so gerade noch gelten :-)

meint Felix

kommt auf den rechner an ob

a suchtherapiezentrum

b weinbauern oder bierbrauerverband

sehr zu empfehlen ist auch

c schnapsbrennergemeinschaft

pogo
06.08.2010, 17:40
Was gebt ihr für Werte in den Promillerechner?
Bei mir sagt er für 3L Bier in 8 h 0,58 Maximalwert.

meint Felix


Ha !
Dann probiert mal den mit vollem Magen:

http://www.kabeleins.de/auto/service/artikel/01379/

Da kommt ein Maximum von rund 0,2 o/oo, is`das nu`alkoholisiert ?

pogo

winnfield
06.08.2010, 17:44
Ha !
Dann probiert mal den mit vollem Magen:

http://www.kabeleins.de/auto/service/artikel/01379/

Da kommt ein Maximum von rund 0,2 o/oo, is`das nu`alkoholisiert ?

pogo

der is gut der berechnet bei alkoholiker 0,0000000

da hat men erst nach neun grossen oder 4.5 litern 0,5 0/oo und darunter darfst auto fahren oder segeln

also was lernen wir in dem zeitraum ist für die richtige crew die menge von 6 bieren lebensnotwendig
bei bayern und österreichern ist mit dem faktor 1,5 zu rechnen

und jetzt schluss

grauwal
06.08.2010, 23:07
Worum geht´s?
Um Moral oder um Sicherheit?
Wie kann es sein, dass ein alkoholunerfahrener Schnösel, der mit 0,5 0/00 Schiffe in Schutt und Asche legt noch straffrei ausgeht, aber ein erfahrener Zecher mit 1,8 schon eine Strafe fürchten muss, obwohl er die Lage noch völlig im Griff hat?
Mit 1,8 bin ich nochvölllichinodnnug unkanoch hick brwwas Rrradetzky wornejoode Mann.
Ich fordere einen Bonus für geübte Zecher!
Gruß Franz

tidentoni
06.08.2010, 23:38
Zusammengewürfelte crew? Klarer Fall für den Schiffsführer!. Er kennt sie nicht, also kein Alkohol auf See. Wer nicht einverstanden ist, muss aussteigen.

Vorsty
07.08.2010, 00:25
Moin.

Schließe mich da Noppe an.

Ab Ablegen -> kein Allohol an Bord.
Wer meint ein Döschen oder Gläschen trinken zu müssen kommt nicht mehr zum Einsatz.
Der/Die ist nur noch Passagier.
Sobald wir in der Box sind kommt der "Anleger" und dann darf/kann jeder wie er will.
Ist ähnlich wie Autofahren, ab einem Glas wird es gefährlich und warum soll man sich das antun ?

Gruß
Vorsty

zx6
07.08.2010, 01:06
Hallo,

bei der Crew-Einweisung sage ich, daß ich nicht möchte, daß während des Segelns Alkohol getrunken wird. (Gegenüber Personen, die ich noch nicht kenne, und bei denen zu erwarten ist, daß sie vielleicht mitsegeln, sag ich es schon recht früh, bevor sie entgültig zusagen.)

Wenn dann während des Törns einer trinkt, dann seh ich das im Zweifelsfall halt einfach nicht. Falls der dazu in seine Kabine geht, krieg ich es ja eh nicht mit.

Damit bin ich als Skipper auf der sicheren Seite und der Mitsegler verhält sich nachweislich grob fahrlässig oder vorsätzlich falsch.

Kann natürlich sein, daß der mir auch noch zuprostet - als Provokation vielleicht - aber dann läuft ja bereits einiges andere grundsätzlich schief.

zx6

südwester
07.08.2010, 01:16
Haltet doch mal das Bällchen flach.
Bei einer Überfahrt von ca. 10h evtl. immer lockere 4-5 Bft., da kann doch schon mal gähnende Langeweile auftreten. Wieviel Leute braucht es, um den Kahn zu fahren:1 und der sollte dann auch der Schiffsführer sein. Zusammengewürfelte Crew ist immer schwierig. Klappt bei den meist bis in die Hundekoje vollgestapelten geldverdienenden Joghurtbechern selten bis über den fünften Tag hinaus. Warum sollten die Leutchens an Bord, so sie es denn vertragen, nicht ein paar Bierchen mehr trinken, als sie es zu hause tun. Leine rüberwerfen oder auch mal die Arbeit des Autopiloten übernehmen ist trotzdem drin. Wer sichtlich alkoholisiert ist, wird in der Regel dasVorschiff von sich aus meiden - es helfen dann auch mal nette Worte, daß der Kühlschrank ja unter Deck ist. Den schlimmsten Törn (nervlich gesehen) hatte ich vor Jahren als gemeiner Kojencharterer auf eínem Enthaltsamkeitsdampfer zwischen den Kanaren. Alle haben nach einer Woche ihre Probleme hochgekocht und angefangen sich zu bekriegen, weil ein Idiot meinte, man müsse gegen den Wind nach Madeira. Hätte man ihm ein paar Bierchen genehmigt, hätte er vielleicht von seiner Ehe und der Firma erzählt, die Kneipe in Las Palmas wäre ihm aber genauso lieb wie die in Funchal gewesen......

tidentoni
07.08.2010, 01:39
Es muss nicht immer so glatt ablaufen, wie es immer abgelaufen ist. Es kann immer etwas unvorhergesehenes passieren, gerade auf See. Darum immer, für alle an Bord, die gleichen Vorschriften wie im Strassenverkehr, für den Skipper und für alle an Bord.

burgrova
07.08.2010, 10:39
Bier besteht zu fast 95% aus Wasser und nur etwa 5% Alkohol. Wenn mann also 5-6 Bier in 6-8!!!! Stunden trinkt, tut man im Wesentlichen etwas gegen die Dehydrierung. Es entspricht somit guter Seemannschaft, wenn mann pro Stunde ca. 0,5l Flüssigkeit zu sich nimmt. Aufgrund des geringen Alkoholgehaltes "schimmelt" Bier nicht so leicht wie gewöhnliches Wasser. Der Seemann hat demnach kein so hohes Durchfallrisiko wie der gewöhnliche H2O-Trinker. Außerdem enthält Bier Kalorien, was wiederum den Zuckerspiegel im normalen Bereich hält, was bei der dauerhaften übermenschlichen Belastung auf einem Monstertörn notwendig ist. Bier ist übrigens auch reich an Vitamin B.
Während es also bei dem Kapitän des Kreuzers auf seinen ungetrübten messerscharfen Verstand ankommt (dem könnte Alkohol abträglich sein), so ist der gewöhnliche Seemann besser beraten ca. 1Dose Bier aus o.g. Gründen zu sich zunehmen. Und zuallerletzt: dies macht es ihm auch leichter, sich unters Joch des despotisch herrschenden Schiffsführers zubegeben.
Also: einen guten Seemann erkennt man bereits am Beginn des Törns an der Menge Bierbüchsen, die gebunkert werden - meist das erste Lebensmittel, das zur Neige geht:D

Sehr schön geschrieben!:D An ihrer Stelle würde ich es mal mit Bücherschreiben in der Art Baron von Münchhausen versuchen:D

chandler
08.08.2010, 09:44
Frage aber jetzt noch mal geziehlt nach, wie haltet ihr das unter Anker ... nebenbei, wie ist da die Rechts- und Versicherungslage?

Ich meine, mir kann keiner erzaehlen das ihr als Skipper in einer schoenen Bucht nicht mal ne Flasche aufmacht? Und aus einer werden auch zwei, oder? Ich schaff das jedenfalls nicht mich da zurueckzuhalten. Was ist mit den Chartercrews die BuBuHans das Leben schwer machen ... war da nur Buttermilch im Spiel?

bajou
09.08.2010, 17:44
Tja, dann oute ich mich auch mal - Alkohol nur wenn das Schiff sicher vertäut und nicht in Fahrt ist. Ich habe zuviele üble Situationen im Lauf der Zeit erlebt, um Alkohol an Bord während der Fahrt zu tolierieren und um das gleich vorweg zu nehmen, auch vor Anker sind die Ankerwache und der Skipper nüchtern bei Nullkommanull.

winnfield
09.08.2010, 17:52
also ehrlich jungs

jetzt habe ich jegliche freude am segeln verloren

und gehe zu den anonymen seglern

hallo ich bin winnfield ich bin segler

OHHHHHHHHHH

Wladimir
09.08.2010, 17:55
Tja, dann oute ich mich auch mal - Alkohol nur wenn das Schiff sicher vertäut und nicht in Fahrt ist. Ich habe zuviele üble Situationen im Lauf der Zeit erlebt, um Alkohol an Bord während der Fahrt zu tolierieren und um das gleich vorweg zu nehmen, auch vor Anker sind die Ankerwache und der Skipper nüchtern bei Nullkommanull.


sorry, aber wer eine Wetterlage analysieren kann, wer zusätzlich einen aktuellen Wetterbericht hat und interpretieren kann, sich dann eine entsprechende Ankerbucht sucht und auch noch ankern kann, der darf auch das ein oder andere 1/8 trinken :p

Ulonska
09.08.2010, 18:00
Die Rechtslage ist eindeutig : Der verantwortliche Schiffsführer muss nüchtern sein (<0.5 promille). Steht so, wenn ich mich richtig errinnere in der SeeSchO. Auch vor Anker kann man gezwungen sein, jederzeit Anker-auf zu gehen und da hat, im Falle einer Kontrolle der Skipper ein Problem.

... siehe hier:

http://www.bundespolizei.de/cln_161/nn_1339898/DE/Home/03__Organisation/2Bundespolizeidirektionen/01BadBramstedt/Informationen/alkoholkontrollen__anmod.html

Das basiert auf SeeSchStrO §3 Satz 4. Für das Thema Alkohol vor Anker ist dieses Urteil (besonders die Begründung, II.1.a, ab S. 7) lesenswert:

http://www.sportbootschule-hotwater.de/Urteil%20Seamt%20Kiel%20Fahrverbot%2014-03_K.pdf

Gruß
Friedhold

amigura
09.08.2010, 21:27
Hallo Jungs
was bin ich froh im Mittelmeer zu segeln, genieße gerade an einem wunderschönen Ankerplatz einen herrlichen sardischen Cannonau zum Abendessen.
Wenn ich, wie so manche Scheinheilige hier, am Anker und unter Fahrt o,o einhalten würde, hätte ich in den letzten vier Monaten dreimal was trinken dürfen.
Da würde ich doch lieber auf eine Almhütte umsiedeln als zu segeln.

Oder gleich ins Kloster gehen, da gibt es wenigsten s ein ordentliches Fastenbier.

sonnige Grüße
der huey:)

almdudi2
09.08.2010, 21:41
Das von Ulonska zitierte Urteil ist natürlich ein recht krasser Fall - da ging's ja nicht um ein, zwei Bierchen an einem Ankerplatz in einer idyllischen, abgelegenen Bucht. Zweieinviertel Promille, nahe am Fahrwasser, auf ungeeignetem Grund, zuviel Ankerleine und noch ungünstige Wetterverhältnisse bei einem defekten Antrieb.... viel mehr kann nicht zusammenkommen.
Und Hauptargument (?) für den Führerscheinentzug war wohl die vermutete Alkoholabhängigkeit.
Der Fall zeigt aber auf jeden Fall, was man beim Ankerbierchen berücksichtigen sollte.

TransOcean
09.08.2010, 21:55
Ich fange in der Regel etwa eine Stunde vor dem Auslaufen an, mir eine solide alkoholische Schutzmauer anzutrinken, und zwinge auch alle Mitsegler zum Verzehr brennbarer Torkeltrünke.

Ohne diese gezielte Vorbereitung würde mir jeder Mut fehlen, den Hafen überhaupt jemals zu verlassen!

Und solange ich mich auf den Beinen halten kann, finde ich auch in den Hafen zurück. Oder zumindest zum Zollanleger, um kostengünstig weiteren Sprit nachzubunkern.

Kein Wunder übrigens, dass es da immer so leer ist - ihr alle schreckt ja augenscheinlich sogar vor einem Stück Rum-Traube-Nuss zurück, weil ihr eure Kähne dann nicht mehr beherrscht.

Weicheier,
findet
TO

chandler
09.08.2010, 21:59
Hallo Jungs
was bin ich froh im Mittelmeer zu segeln, genieße gerade an einem wunderschönen Ankerplatz einen herrlichen sardischen Cannonau zum Abendessen.
Wenn ich, wie so manche Scheinheilige hier, am Anker und unter Fahrt o,o einhalten würde, hätte ich in den letzten vier Monaten dreimal was trinken dürfen.
Da würde ich doch lieber auf eine Almhütte umsiedeln als zu segeln.

Oder gleich ins Kloster gehen, da gibt es wenigsten s ein ordentliches Fastenbier.

sonnige Grüße
der huey:)


das ist das Problem, gell, im Mittelmeer einmal in der Woche in den Hafen zum bunkern und sonst ankern. Kann mir keiner erzaehlen das auf all den Nachbarbooten Alkoholverbot herscht.

almdudi2
09.08.2010, 23:42
Ich fange in der Regel etwa eine Stunde vor dem Auslaufen an, mir eine solide alkoholische Schutzmauer anzutrinken, und zwinge auch alle Mitsegler zum Verzehr brennbarer Torkeltrünke.

Ohne diese gezielte Vorbereitung würde mir jeder Mut fehlen, den Hafen überhaupt jemals zu verlassen!

Und solange ich mich auf den Beinen halten kann, finde ich auch in den Hafen zurück. Oder zumindest zum Zollanleger, um kostengünstig weiteren Sprit nachzubunkern.

Kein Wunder übrigens, dass es da immer so leer ist - ihr alle schreckt ja augenscheinlich sogar vor einem Stück Rum-Traube-Nuss zurück, weil ihr eure Kähne dann nicht mehr beherrscht.

Weicheier,
findet
TO

Warum gibt es hier im Forum keinen "Danke"-Button...

winnfield
10.08.2010, 01:06
warum gibt es hier im forum keinen "danke"-button...

danke

und aus

Original-Ente
10.08.2010, 02:47
Alkohol auf dem Wasser

Schwimmt aufgrund seines geringeren spezifischen Gewichtes grundsätzlich oben und wird relativ schnell verdunsten. ;)

MfG

P-Kreuzer
10.08.2010, 09:05
................ihr alle schreckt ja augenscheinlich sogar vor einem Stück Rum-Traube-Nuss zurück, weil ihr eure Kähne dann nicht mehr beherrscht.

Weicheier,
findet
TO

auch danke


scheinheiliges, vor selbstgefaelligkeit triefendes gelaber !:p:p:p

angewiedert, der
Panzerkreuzer

Firsty
10.08.2010, 09:27
Ob das selbstgefällig und scheinheilig ist, wage ich zu bezweifeln.
Hat m.E. eher was mit dem Alter zu tun.
Das Alkohol im Strassenverkehr verboten werden muss, war schon von nunmehr 25 Jahren eine Forderung der Experten und man wusste schon damals, dass der Weg wegen der politischen Durchsetzbarkeit sehr lange werden würde. Auf dem Wasser eben etwas länger.
Nach über 50 Jahren Training, lasse ich mir auf dem Wasser mein Bierchen nicht verbieten. Und wenn es mal soweit kommen sollte, segele ich halt Modellboot (da gibt es ja hoffentlich noch keine Promillegrenze, oder? ).

Trion
10.08.2010, 10:08
Ich meine das müsste in der Schiffssicherheits-Verordnung 'drinstehen bzw. in den Arbeitssicherheitsvorschriften an Bord von dt. Schiffen. Bin aber kein Rechtsanwalt.
Im Endeffekt geht es darum, dass Du als Skipper für die Sicherheit des Schiffes und der Mannschaft zuständig bist.
Wenn Du nämlich den Betrunkenen auf Manöverstation schickst und er tut sich weh, dann könnte man hinterfragen, warum Du ihn trotz seiner offensichtlichen Sauferei da hingeschickt hast....

Aber, mir ist trotz aufmerksamen Lesens der BSU-Berichte so ein Fall noch nicht bekannt, wo der Capt'n wegen so etwas verurteilt worden wäre....

Es gibt eine UVV (UnfallVerhütungsVorschrift) die das alles regelt. Auch den nicht erlaubten Alkohol während der Arbeitszeit. Genauso wie im deutschen Büro. Die gilt nur für Frachtschiffe.

Aber wo ist das Problem? Du bist Skipper, du triffst die Entscheidungen.

rieberger
10.08.2010, 10:32
...

Der Törn ist vorbei, wir haben uns gut verstanden und mit einigen möchte ich
auch noch einmal fahren. Schiffsführer und Steuermann hatten immer 0,0 Promille. Und nun meine Frage an Euch:

- Hat mein Segelkumpel Recht und auf welches Gesetz bezieht er sich da?

- Wie handhabt ihr das?


Mit nüchternem Gruß aus Köln

Oriba

Wo kein Kläger, da kein Richter.
Ein Kläger wird ganz schnell auftauchen, wenn ein Personenschaden entsteht. Da Du als Skipper verantwortlich bist, wird es <dir schwerfallen, aus der Nummer unbeschadet herauszukommen.
Gegen ein bis zwei Dosen Bier habe ich als Skipper nichts einzuwenden. Wenn ich aber mitbekomme, daß sich ein paar Mitglieder meiner Crew die Kante geben wollen, würde ich auch auf die Gefahr hin, mich unbeliebt zu machen, einschreiten.
Nach dem Anleger einen gepflegten Schluck oder auch zwei, das ist guter Brauch.

Ausgleicher
10.08.2010, 11:42
...so geschehen vor längerer Zeit.

Törnvorbesprechung in einem nüchternen Büroraum: Sieben Leute schätzen den Bedarf an Nudeln, Gulaschdosen, Tee und Kaffee ab. Filter nicht vergessen... zwei Flaschen Pril...irgendwann kommt die Frage auf, was denn so an Bier, Wein und Spirituosen mitgeschleppt werden soll.
Stimme eins: "Also ich kann auch ohne Alkohol segeln". Beifälliges Nicken in der Runde.
Stimme zwei: "Klare Luft, Wasser und einen klaren Kopf: So segelt es sich am schönsten." Zustimmendes Gemurmel in der Runde.
Stimme drei: "Mal ein Glas Wein kann ja sein. Aber wir wollen keinen Sauftörn machen." Nicken.
Stimme vier: "Ich trinke sowieso nichts." Bewundernde Blicke.
Man einigt sich auf je einen Karton Wein - rot und weiß - a 5 Liter für drei Wochen Törn und sieben Leute. Dazu eine Flasche Sherry für den Gruß an Rasmus.

Wochen später am Steg: Sieben Leute haben Gepäck auf dem Steg aufgestapelt, die Offiziere das Schiff inspiziert und das gemeine Volk macht sich schon mal daran, den Proviant zu bunkern.
Weil die Kameradschaft gut ist, zieht der erste eine Buddel "Captain Morgans" Rum aus der Tasche: "Noch eben beim Duty free erstanden - falls wir mal Einheimische als Gäste an Bord haben".
Die anderen sechs sind begeistert davon, dass das Crewmitglied auch daran gedacht hat.
Dann zieht der zweite eine Flasche aus dem Handgepäck. "Ein ganz feiner Tropfen - zum Genießen, nicht zum Hineinschütten. Tallisker Whisky für die Mannschaft."
Die Mannschaft freut sich, dass hier anscheinend kein Egoist anzutreffen ist, der seine Flasche Hochprozentiges alleine für sich bunkert. Aus den Taschen der anderen kommen noch weitere Flaschen Sherry, Rum, Weinbrand und Whisky. Der Sprit wird für alle erreichbar verbunkert, die Mienen hellen sich auf.

Beim Verstauen der Getränke wird dann erst ein Karton Weißwein eingeladen, ein zweiter, dann ein dritter... ein zweiter? Ein Dritter? Ganz offensichtlich hat hier jemand ein Wunder bewirkt und Wasser in Wein verwandelt. Sieben oder acht Kartons verbessern die Trimmlage des Schiffes.

Vielleicht war auch der Skipper einfach nur weise und hat die Proviantliste vor dem Einkauf behutsam angepasst.

Auf dem Törn trafen sich Freiwache und Standbywache abends um an den Barbeständen zu nippeln. Der eine mal mehr, der andere mal weniger.
Es wurde kein Sauftörn, aber das Boot war auch keine Entzugseinrichtung. Trotzdem will ich nicht ausschließen, dass mal jemand von der abgelösten Wache beduselt eingeschlafen ist. Und ein halber Karton Weißwein fand noch den Weg zurück in die Heimat.

Ach ja: als mitten auf dem Törn mal dringend auf einem kargen Felseiland ein 20 mm Edelstahlbolzen aufgetrieben werden musste, hatte ein Crewmitglied dem Inselbewohner aus Dank und ohne Absprache mit der Crew eine Flasche Rum geschenkt. Den Anschiss, den er darauf hin von Teilen der Crew bekam, wird er nicht wieder vergessen.

Das alles ist so passiert. Ich habe nur ein paar Angaben weggelassen oder leicht verfälscht, die eine Identifizierug des Bootes und der Crew erleichtern könnten. Obwohl ja eigentlich alles ganz normal verlief.

Seitdem habe ich das Missverhältniss zwischen Gruppendynamik und Ehrlichkeit begriffen.
Und Angaben über den Alkoholkonsum während einer Segeltour glaube ich nur noch, wenn ich sie vorher selbst redigiert habe.

Mag sein, dass es richtig trockene Schiffsmannschaften gibt. Aber ich glaube, die Anzahl der Heuchler ist höher.

Gruß:
Ausgleicher

rieberger
10.08.2010, 11:49
...so geschehen vor längerer Zeit.

Törnvorbesprechung in einem nüchternen Büroraum: Sieben Leute schätzen den Bedarf an Nudeln, Gulaschdosen, Tee und Kaffee ab. Filter nicht vergessen... zwei Flaschen Pril...irgendwann kommt die Frage auf, was denn so an Bier, Wein und Spirituosen mitgeschleppt werden soll.
Stimme eins: "Also ich kann auch ohne Alkohol segeln". Beifälliges Nicken in der Runde.
Stimme zwei: "Klare Luft, Wasser und einen klaren Kopf: So segelt es sich am schönsten." Zustimmendes Gemurmel in der Runde.
Stimme drei: "Mal ein Glas Wein kann ja sein. Aber wir wollen keinen Sauftörn machen." Nicken.
Stimme vier: "Ich trinke sowieso nichts." Bewundernde Blicke.
Man einigt sich auf je einen Karton Wein - rot und weiß - a 5 Liter für drei Wochen Törn und sieben Leute. Dazu eine Flasche Sherry für den Gruß an Rasmus.

Wochen später am Steg: Sieben Leute haben Gepäck auf dem Steg aufgestapelt, die Offiziere das Schiff inspiziert und das gemeine Volk macht sich schon mal daran, den Proviant zu bunkern.
Weil die Kameradschaft gut ist, zieht der erste eine Buddel "Captain Morgans" Rum aus der Tasche: "Noch eben beim Duty free erstanden - falls wir mal Einheimische als Gäste an Bord haben".
Die anderen sechs sind begeistert davon, dass das Crewmitglied auch daran gedacht hat.
Dann zieht der zweite eine Flasche aus dem Handgepäck. "Ein ganz feiner Tropfen - zum Genießen, nicht zum Hineinschütten. Tallisker Whisky für die Mannschaft."
Die Mannschaft freut sich, dass hier anscheinend kein Egoist anzutreffen ist, der seine Flasche Hochprozentiges alleine für sich bunkert. Aus den Taschen der anderen kommen noch weitere Flaschen Sherry, Rum, Weinbrand und Whisky. Der Sprit wird für alle erreichbar verbunkert, die Mienen hellen sich auf.

Beim Verstauen der Getränke wird dann erst ein Karton Weißwein eingeladen, ein zweiter, dann ein dritter... ein zweiter? Ein Dritter? Ganz offensichtlich hat hier jemand ein Wunder bewirkt und Wasser in Wein verwandelt. Sieben oder acht Kartons verbessern die Trimmlage des Schiffes.

Vielleicht war auch der Skipper einfach nur weise und hat die Proviantliste vor dem Einkauf behutsam angepasst.

Auf dem Törn trafen sich Freiwache und Standbywache abends um an den Barbeständen zu nippeln. Der eine mal mehr, der andere mal weniger.
Es wurde kein Sauftörn, aber das Boot war auch keine Entzugseinrichtung. Trotzdem will ich nicht ausschließen, dass mal jemand von der abgelösten Wache beduselt eingeschlafen ist. Und ein halber Karton Weißwein fand noch den Weg zurück in die Heimat.

Ach ja: als mitten auf dem Törn mal dringend auf einem kargen Felseiland ein 20 mm Edelstahlbolzen aufgetrieben werden musste, hatte ein Crewmitglied dem Inselbewohner aus Dank und ohne Absprache mit der Crew eine Flasche Rum geschenkt. Den Anschiss, den er darauf hin von Teilen der Crew bekam, wird er nicht wieder vergessen.

Das alles ist so passiert. Ich habe nur ein paar Angaben weggelassen oder leicht verfälscht, die eine Identifizierug des Bootes und der Crew erleichtern könnten. Obwohl ja eigentlich alles ganz normal verlief.

Seitdem habe ich das Missverhältniss zwischen Gruppendynamik und Ehrlichkeit begriffen.
Und Angaben über den Alkoholkonsum während einer Segeltour glaube ich nur noch, wenn ich sie vorher selbst redigiert habe.

Mag sein, dass es richtig trockene Schiffsmannschaften gibt. Aber ich glaube, die Anzahl der Heuchler ist höher.

Gruß:
Ausgleicher

Ein Klassepost, weil sympathisch. Darin könnte ich mich wiederfinden. Das Leben ist einfach schön.

Wooling
10.08.2010, 14:37
Harten Stoff vermeide ich an Bord. Bier und Wein ist ok. Aber was gibts denn tolleres, als mit Kater in fettes Wetter und Welle zu kommen. Kann mir nicht vorstellen, dass eine Entziehungskur härter ist.

Wenn man also nicht mit Hohlköpfen segelt, regelt sich das Thema von alleine.

Original-Ente
10.08.2010, 14:46
..... fettes Wetter.....

Sorry,
bitte um Erläuterung,
weil ich schon etwas älter bin.

"Fettich" kann aber wohl nicht "lecker" sein. :p

MfG

birddog
10.08.2010, 15:19
Ein oder zwei Bierchen werden niemandem schaden. Die Frage ist doch eher: Wo setzt man die Grenze? Denn wenn man bemerkt, dass jemand zu viel getrunken hat, kann man es nicht rückgängig machen.

Schlimmer als besoffene Mitsegler finde ich übrigens torkelnde Schiffsführer. Ich fühle mich als Gast an Bord dann immer etwas unwohl und frage mich, ob derjenige mein Leben retten könnte, wenn er müsste.

Bei der BSU liest man auch oft von Unfällen, bei denen ein Mitsegler bei harmlosen Bedingungen über Bord geht, das auch von der Crew bemerkt wird, aber niemand in der Lage ist, ihn wieder an Bord zu holen. Ob da neben einem schlechten Trainigslevel auch der Alkohol- oder Sonstwas-Konsum eine Rolle spielt?

Dani
10.08.2010, 16:52
Gerade passend aktuell:

http://www.pzc.nl/regio/zeeland/7105472/Zeeuwse-schippers-nuchter-achter-het-roer.ece

Kurzzusammenfassung:
Von 54 letztes Wochenende in der Schleuse Kats und Bruinisse kontrollierten Freizeitskippern, lag nur einer bei 0,3 Promille, alle anderen waren nüchtern. Der zulässige Höchstwert in den Niederlanden ist seit 24.07.2010 von 0,8 auf 0,5 Promille gesenkt worden, daher sind nun verstärkt Kontrollen geplant.

Das Ergebnis wundert mich schon etwas ist aber wirklich mal eine positive Nachricht!

Handbreit
Daniel

Dr.Schweitzer
10.08.2010, 17:27
Kommt ja auch ein bischen darauf an, wann die Kontrollieren, wenn die morgen allgemeine Kontrollen machen und dabei auch auf Alkohol kontrollieren, dann werden die wenigsten schon was getrunken haben und der eine hatte evtl. noch Restalkohol vom Vortag. :-)


Grüße
Oliver

südwester
10.08.2010, 17:44
Zum Thema vorhin fällt mir ein: Vor ca einem halben Jahr wurde ich sonntags morgens im Elsass (mit dem Auto) auf Alkohol kontrolliert. Auf meine Frage nach dem Sinn wurde mir gesagt, man müsse an diesem Wochenende halt eine Kontrolle machen. Man hatte aber keine Anweisung zur Zeit und so habe man sich halt eine Uhrzeit ausgewählt, in der anschließend wenig Schreibkram anfällt. Aber Mädels und Jungs, erzählt mir bitte nicht, daß ihr des Abends in einer ruhigen Ankerbucht (das schließt Südgeorgien definitiv aus) oder im Hafen nicht mal ein Bierchen mehr trinkt als hätte unbedingt sein müssen. Und wenn ein Crewmitglied pro Stunde 1 Bierchen kippt und die Bedingungen es hergeben (erzählt mir nicht von white squalls aus dem Nichts), warum nicht. Als Skipper trinke ich bis zum Hafen null, gar nicht alkoholisches, aber am Abend ein Weinchen oder ein Bierchen.....Ach ja, falls ich es vergaß zu erwähnen, Segeln ist ein Hobby von mir und ich bin bekennender Schönwettersegler(geworden aus Erfahrung), der abends lieber im Hafen als in Monsterwellen ist.

segler-chrischan
11.08.2010, 18:04
Mir fällt da nur ein:
"Man kann auch ohne Spaß Alkohol haben" oder wie es die Toten Hosen schon sangen: "Kein Alkohol ist auch keine Lösung" :D

Calico Jack
11.08.2010, 18:20
Mir fällt da nur ein:
"Man kann auch ohne Spaß Alkohol haben" oder wie es die Toten Hosen schon sangen: "Kein Alkohol ist auch keine Lösung" :D

Alkohol ist keine Lösung, sondern ein Destillat.

SCNR :)

winnfield
11.08.2010, 18:24
Alkohol ist keine Lösung, sondern ein Destillat.

SCNR :)

aber es gibt lösungen in alkohol

Acer
11.08.2010, 18:28
Das Ergebnis wundert mich schon etwas ist aber wirklich mal eine positive Nachricht!

Handbreit
Daniel

Mich ehrlich gesagt auch, zumal ich da segle und so manche Begebenheit dort nur mit deutlich über 0,3 erklärlich ist.

Aber vielleicht haben die Skipper ja reagiert und kurzzeitig den minderjährigen Nachwuchs oder sonst einen passenden, nüchternen Mitsegler als Schiffsführer präsentiert...

Ob man die Fischer absichtlich nicht kontrolliert hat?

OL

wallers
11.08.2010, 19:58
Nur mal so.
Ich war zweimal in den Winwards (Karibik). Ich habe keine Ahnung ob es dort überhaupt Promillegrenzen gibt. Aber was da so manchmal an deutschen Männercrews (vorzugsweise Bavaria 50 und größer mit 8 bis 10 Leuten an Bord) in die Ankerbuchten schippert....
Da fragt man sich, warum nicht schon auf dem Weg dorthin die Hälfte der Besatzung über Bord gegangen ist und das Schiff nicht den Namen "CUBA LIBRE" trägt.
Das Resultat: Eisen runter, egal, wo. Schwoikreis? Wozu gibt es Fender? Haupsache der Weg mit dem Dingi zur nächsten Strandbar ist nicht so weit.

Gut, das sind jetzt Extrembeispiele, aber ziemlich ätzende.

Aber dem einen oder andere Gläschen Wein vor Anker bin ich auch nicht abgeneigt, besoffen sein ist was anderes. Aber ich ankere auch nie unter widrigen Bedingung und weiß immer, wie sich das Wetter in der Nacht entwickeln wird. Ohne genaue Kenntnis der Wetterentwicklung sollte man sich meiner Meinung nach ohnehin nicht vor Anker legen, es sei denn, die Bucht ist nach allen Seiten gegen Wind und Seegang geschützt und ein Zweitanker sichert zusätzlich ab. Da ist dann die Gefahr, irgendwann in eine Situation zu geraten, Anker aufgehen zu müssen, gleich null.

TransOcean
11.08.2010, 21:03
aber ich weiß immer, wie sich das wetter in der nacht entwickeln wird.

bist du gott ???

wallers
11.08.2010, 21:11
bist du gott ???

Dazu muss ich nicht Gott sein und auch kein Prophet. Den Wetterbericht bzw. Seewetterbericht regelmäßig kontrollieren reicht schon. Und der ist heutzutage bis zu 24 Stunden Vorhersage laut Aussage des DWD zu 95 Prozent genau, bis zu 12 Stunden im Voraus noch genauer. Zumindest gilt das für Nordeuropa, aber auch für das Mittelmeeer. Woanders weiß ich es nicht. Ich weiß nur, dass es in der Karibik keinen verläßlichen Wetterbericht gibt. Eigentlich gibt es gar keinen. Die werden erst bei Hurrikanewarnungen aktiv.

Also Gegenfrage: Muss ich mir die Bürde auferlegen, Gott zu sein angesichts der informativen Hilfsmittel, die mir zu Verfügung stehen?.:)

amigura
11.08.2010, 21:47
...so geschehen vor längerer Zeit.

Törnvorbesprechung in einem nüchternen Büroraum: Sieben Leute schätzen den Bedarf an Nudeln, Gulaschdosen, Tee und Kaffee ab. Filter nicht vergessen... zwei Flaschen Pril...irgendwann kommt die Frage auf, was denn so an Bier, Wein und Spirituosen mitgeschleppt werden soll.
Stimme eins: "Also ich kann auch ohne Alkohol segeln". Beifälliges Nicken in der Runde.
Stimme zwei: "Klare Luft, Wasser und einen klaren Kopf: So segelt es sich am schönsten." Zustimmendes Gemurmel in der Runde.
Stimme drei: "Mal ein Glas Wein kann ja sein. Aber wir wollen keinen Sauftörn machen." Nicken.
Stimme vier: "Ich trinke sowieso nichts." Bewundernde Blicke.
Man einigt sich auf je einen Karton Wein - rot und weiß - a 5 Liter für drei Wochen Törn und sieben Leute. Dazu eine Flasche Sherry für den Gruß an Rasmus.

Wochen später am Steg: Sieben Leute haben Gepäck auf dem Steg aufgestapelt, die Offiziere das Schiff inspiziert und das gemeine Volk macht sich schon mal daran, den Proviant zu bunkern.
Weil die Kameradschaft gut ist, zieht der erste eine Buddel "Captain Morgans" Rum aus der Tasche: "Noch eben beim Duty free erstanden - falls wir mal Einheimische als Gäste an Bord haben".
Die anderen sechs sind begeistert davon, dass das Crewmitglied auch daran gedacht hat.
Dann zieht der zweite eine Flasche aus dem Handgepäck. "Ein ganz feiner Tropfen - zum Genießen, nicht zum Hineinschütten. Tallisker Whisky für die Mannschaft."
Die Mannschaft freut sich, dass hier anscheinend kein Egoist anzutreffen ist, der seine Flasche Hochprozentiges alleine für sich bunkert. Aus den Taschen der anderen kommen noch weitere Flaschen Sherry, Rum, Weinbrand und Whisky. Der Sprit wird für alle erreichbar verbunkert, die Mienen hellen sich auf.

Beim Verstauen der Getränke wird dann erst ein Karton Weißwein eingeladen, ein zweiter, dann ein dritter... ein zweiter? Ein Dritter? Ganz offensichtlich hat hier jemand ein Wunder bewirkt und Wasser in Wein verwandelt. Sieben oder acht Kartons verbessern die Trimmlage des Schiffes.

Vielleicht war auch der Skipper einfach nur weise und hat die Proviantliste vor dem Einkauf behutsam angepasst.

Auf dem Törn trafen sich Freiwache und Standbywache abends um an den Barbeständen zu nippeln. Der eine mal mehr, der andere mal weniger.
Es wurde kein Sauftörn, aber das Boot war auch keine Entzugseinrichtung. Trotzdem will ich nicht ausschließen, dass mal jemand von der abgelösten Wache beduselt eingeschlafen ist. Und ein halber Karton Weißwein fand noch den Weg zurück in die Heimat.

Ach ja: als mitten auf dem Törn mal dringend auf einem kargen Felseiland ein 20 mm Edelstahlbolzen aufgetrieben werden musste, hatte ein Crewmitglied dem Inselbewohner aus Dank und ohne Absprache mit der Crew eine Flasche Rum geschenkt. Den Anschiss, den er darauf hin von Teilen der Crew bekam, wird er nicht wieder vergessen.

Das alles ist so passiert. Ich habe nur ein paar Angaben weggelassen oder leicht verfälscht, die eine Identifizierug des Bootes und der Crew erleichtern könnten. Obwohl ja eigentlich alles ganz normal verlief.

Seitdem habe ich das Missverhältniss zwischen Gruppendynamik und Ehrlichkeit begriffen.
Und Angaben über den Alkoholkonsum während einer Segeltour glaube ich nur noch, wenn ich sie vorher selbst redigiert habe.

Mag sein, dass es richtig trockene Schiffsmannschaften gibt. Aber ich glaube, die Anzahl der Heuchler ist höher.

Gruß:
Ausgleicher

@Ausgleicher
schön geschildert, das echte Leben. So ähnlich habe ich einige Törns mit wunderbar zufriedenen Crews erlebt, es gab keinerlei Probleme, niemand hat sich auch nur ansatzweise verletzt, unser und alle Nachbarboote bekamen nicht den geringsten Kratzer ab (zumindest von uns nicht), Traumsegeln einfach, wenn auch meistens unter sehr handsamen Bedingungen.
Wenns rauher geworden wäre, wären alle einfach fitter sprich nüchterner geblieben, ohne große Ansage. Ohne daß auch nur einer betrunken gewesen wäre
Das ist für mich Segeln mit gestandenen Seglern,erwachsenen Leuten mit Verantwortungsbewußtsein und Einschätzung ihres persönlichen Horizonts, ohne daß man große Seifenopern palawern muß.
Mehr fällt mir zu diesem Thema nicht ein, eins noch: besoffen sollte man weder segeln noch autofahren oder die Kinder erziehen oder oder... ganz einfach, nee?
der huey

P-Kreuzer
12.08.2010, 09:31
............... Das ist für mich Segeln mit gestandenen Seglern,erwachsenen Leuten mit Verantwortungsbewußtsein und Einschätzung ihres persönlichen Horizonts, ohne daß man große Seifenopern palawern muß.
Mehr fällt mir zu diesem Thema nicht ein, eins noch: besoffen sollte man weder segeln noch autofahren oder die Kinder erziehen oder oder... ganz einfach, nee?
der huey

:cool: genau so ist es.
sonst nur duemmliches gelaber


freut sich der
Panzerkreuzer

Original-Ente
12.08.2010, 11:11
Alkohol auf dem Wasserwürde ich nur trinken,
wenn meine Leberwerte bei Kontrollen durch die berechtigten Beamten mit Sicherheit nur unterhalb einer gewissen (Norm) Grenze liegen.

Autoführerschein auch gleich weg. :o

MfG

Firsty
12.08.2010, 11:18
Mal drüber nachgedacht?

Autoführerschein auch gleich weg. :o

MfG


Natürlich, aber das Leben kann halt hart sein und kein Kindergeburtstag.

Noordewind
12.08.2010, 12:12
Ich meine, das ist ja hier alles ganz Lustig, aber die Sache ist zumindenstens in Richtung Versicherung ganz klar. Bei Personenschäden oder hohe Sachschäden (wobei bei Personenschäden erhebliche Folgesummen entstehen können) wird die Versicherung jede Möglichkeit suchen aus der 'Nummer' zukommen. Und wenn dann auch nur der Ansatz vcon Alco ist, hat man die A...karte. Und wenn man Pech hat ein Lebenlang. Dann ist event. das schöne Haus die tolle Firma die dolle Yacht etc weg. Das Lachen und die dumme Sprüche sowieso.

Na ja so muß es jan nicht kommen ..

almdudi2
12.08.2010, 13:46
würde ich nur trinken,
wenn meine Leberwerte bei Kontrollen durch die berechtigten Beamten mit Sicherheit nur unterhalb einer gewissen (Norm) Grenze liegen.

Die kontrollieren jetzt schon die Leberwerte?
Da könnte man doch gleich ein paar Vorsorgeuntersuchungen anschließen.

Firsty
12.08.2010, 15:24
...Und wenn man Pech hat ein Lebenlang. Dann ist event. das schöne Haus die tolle Firma die dolle Yacht etc weg. Das Lachen und die dumme Sprüche sowieso.

Na ja so muß es jan nicht kommen ..

Ich stimme Ihnen uneingeschränkt zu. Nur mit diesem Wissen dürfte man das Bett schon nicht mehr verlassen. Obwohl, laut einer Statistik sterben da die meisten Menschen.

Nebenher bemerkt, Versicherungen können ihre Leistung nur verweigern, wenn ein nicht versicherungswürdiger Mangel ursächlich war.
Diesen Beweis anzutreten kann natürlich dazu führen, dass die Versicherung den längeren Atem hat.

Dani
12.08.2010, 15:56
Aber vielleicht haben die Skipper ja reagiert und kurzzeitig den minderjährigen Nachwuchs oder sonst einen passenden, nüchternen Mitsegler als Schiffsführer präsentiert...


Anekdote von unserer letzten Kontolle genau dort:
Yacht läuft unter Motor und Autopilot.
Polizei kommt mit Schlauchi an: "Kurs & Geschwindigkeit beibehalten, wir kommen längseits!"
Also nix geändert. Sie kommen längseites ein Polizist steigt über guckt verwundert auf die Pinne samt Autopilot: "Wer ist Bootsführer?" Mein Vater der daneben sitzt zeigt auf mich, also muß ich pusten.
Alles in Ordnung, Polizist bedankt sich und zieht schnell ab zum nächsten Boot ohne sonstige Papiere etc. zu kontrollieren.

Acer
12.08.2010, 16:07
Alles in Ordnung, Polizist bedankt sich und zieht schnell ab zum nächsten Boot ohne sonstige Papiere etc. zu kontrollieren.

Jo, die sind seit letzem Jahr im wesentlichen auf Alkokontrolle aus. Ansonsten: Was wollen Sie in NL auch gross an Papieren kontrollieren, mir fällt da so spontan gar nicht ein, was man dabei haben müßte.

In den 80iger Jahren haben die bei so einer "Kontrolle" selten das Angebot eines Jenevers abgelehnt.....

OL

Dani
12.08.2010, 16:13
Jo, die sind seit letzem Jahr im wesentlichen auf Alkokontrolle aus. Ansonsten: Was wollen Sie in NL auch gross an Papieren kontrollieren, mir fällt da so spontan gar nicht ein, was man dabei haben müßte.


Wir sind bis jetzt öfters auf BTW-Verklaring und Marifoon kontrolliert worden, als auf Alkohol.
Diese Kontrollen sind auch viel zeitaufwendiger, da viel Papierkram. Habe es bis jetzt zum Glück nur im Hafen/Schleusen erlebt nicht auf dem Wasser.
Bei allen sind die Beamten zwar bestimmend korrekt aber auch sehr freundlich gewesen , kann absolut nichts Negatives berichten.

Original-Ente
13.08.2010, 13:35
Ich meine, das ist ja hier alles ganz Lustig, aber die Sache ist zumindenstens in Richtung Versicherung ganz klar. Bei Personenschäden oder hohe Sachschäden (wobei bei Personenschäden erhebliche Folgesummen entstehen können) wird die Versicherung jede Möglichkeit suchen aus der 'Nummer' zukommen. Und wenn dann auch nur der Ansatz vcon Alco ist, hat man die A...karte. Und wenn man Pech hat ein Lebenlang. Dann ist event. das schöne Haus die tolle Firma die dolle Yacht etc weg. Das Lachen und die dumme Sprüche sowieso.

Na ja so muß es jan nicht kommen ..

Dein Beitrag hätte sofort nach dem Eröffnungsbeitrag kommen sollen,
dann hätte sich Delius Klasing so Einiges an Serverspace für den nachfolgenden "Schrott" sparen können. ;) :D

MfG

fendant
15.08.2010, 13:50
dann hätte sich Delius Klasing so Einiges an Serverspace für den nachfolgenden "Schrott" sparen können. ;) :D

MfG

Das mit dem Serverspace musst DU gerade sagen:mad:

Chrissler1
14.09.2010, 22:20
Hallo zusammen.

Aus versicherungstechnischer Sicht versuche ich jetzt doch mal die eingangs beschriebene Frage zu beantworten.

1.) Seit dem neuen VVG-Gesetz gibt es keine grobe Fahrlässigkeit mehr, sondurn nur noch anteiliges Mitverschulden.

2.) Nach Deutschem Recht haben wir die sogenannte "Verschuldenshaftung" im Bereich der Sportboothaftpflichtversicherung im Gegensatz zu der "Gefährdungshaftung" bei bsplw. der KfZ oder der Hundehalterhaftpflichtversicherung.

Heißt: Als Führer eines Sportbootes ist man jeweils nur dann "Schuld", wenn auch tatsächlich ein "Verschulden" vorliegt.

Heißt weiter: Wenn ich es als Schiffsführer (nüchtern) z.B. zulasse das meine gesamte Crew betrunken ist, ich aber aufgrund der Wetterlage und der generellen Gegebenheiten weiß, ich kann das Schiff jederzeit (auch von betrunkenen Crewmitgliedern gestört) sicher anlegen, sollte es versicherungstechnisch niemand kümmern, ob ich sicher am Ziel ankomme. Wenn ich dann z.B beim Anlegen aufgrund eines Steuerfehlers (Nüchterner Skipper am Ruder) ein anderes Schiff ramme, liegt ein Verschulden vor und meine Versicherung muss dafür aufkommen. Sollte ich aufgrund einer falschen Handlung meines betrunkenen Mitseglers ein Schiff rammen, so habe ich als Schiffsführer ebenfalls ein Verschulden, da ich den Zustand meines Crewmitglieds falsch eingeschätzt habe.
Keine Schuld habe ich immer nur dann, wenn mich kein "Verschulden" trifft.

Bestes Beispiel für einen "nichtverschuldeten Haftpflichtschaden": Ich schließe mein Schiff (Salon, etc.) ab, jemand bricht in mein Schiff ein (z.B. Landstreicher) und kocht sich eine Dose Ravioli. Mein Schiff brennt ab und meine beiden "Nachbarn" gleich mit. Mich als Schiffsführer trifft hier kein Verschulden, weil ich mein Schiff ordnungsgemäß abgeschlossen habe. Es liegt also kein Verschulden meinerseits vor. Die Versicherung wird ablehnen. Sie als Vrsicherungsnehmer allerdings nicht im Regen stehen lassen. Wenn Forderungen auf Sie als Besitzer/Schiffsführer zukommen, wird Sie vor Gericht, nötigenfalls mit eigenen Anwälten ablehnen,bzw. wird für Sie als Haftpflichtversicherten vor Gericht ziehen.

Heißt weiter: Versicherungsunternehmen (Haftpflicht) haften nicht nur für Sie, wenn Sie, mit Verlaub gesagt "Bockmist" gebaut haben, sondern sie ziehen auch für Sie vor Gericht, falls Sie "unschuldig" sind.

Warum erzähle ich das? - Weil man die eingangs gestellte Frage nicht so einfach beantworten kann.

Und damit komme ich zu Punkt2: Kaskoversicherung:

Wenn ich mein Schiff Kaskoversichert habe, gibt es wie oben erwähnt ggf. ein anteiliges Mitverschulden:

D.h.: Ich ramme (ich weiß, zum 3. Mal aber mir fällt kein besseres Wort ein) beim anlegen ein anderes Schiff, wird die Versicherung ganz genau feststellen wollen, was genau vorgefallen ist. Und die Versicherung ist gut in dieser Sache. Meistens sitzen langjährige Segler oder generell Leute vom Fach vor dem Fall und analysieren, ob anteiliges Mitverschulden vorliegt.

Soll nicht heißen, dass Versicherungen alles ablehnen. Wenn der Fall klar ist, wird ohne wenn und aber gezahlt. (Abzüglich einem etwaigen Restwert bei Totalschaden ;-))

Anteiliges Mitverschulden würde in einem, wie Anfangs beschriebenen Fall (also bei Kasko) immer überprüft werden.

Da es hier seit dem neuen VVG keine Rechtssprechung gibt, ist die Entwicklung sehr sehr spannend und Präzedenzfälle müssen erst folgen.

Und ja, ich arbeite bei einer sehr sehr sehr guten Versicherung und werde den Namen dieser Versicherung auch niemnals bekannt geben, auch nicht per PM.

Was wenn ich als Schiffsführer betrunken bin?

Solange die für diesen Bereich gültigen amtsrechtlichen Vorschriften (z.B. 0,5 Promille) nicht verletzt wird und aufgrund dieser Tatsache kein "Mitverschulden" festgestellt wird, gut...

Aber ich würde bis auf ganz ganz wenige Ausnahmen (z.B. EINEN ANLEGER) ganz auf Alkohol verzichten. Seemannschaft bleibt Seemannschaft. Was man als Skipper nach dem Anleger im jeweiligen Hafen macht, bleibt/ist/wird jedem selber überlassen.

Die alles natürlich nach bestem Wissen und Gewissen.

LG Chris

amigura
15.09.2010, 00:39
Gratuliere, Chris
jetzt hast Du vielen Plauderern hier sicher eine Menge Wind aus den Segeln genommen, und das ist auch gut so. Der trööt entwickelt sich ja nicht wirklich weiter, unjd Dir gebührt mit Deinem Beitrag das Schlußwort! Weil es zum Mitdenken anregt! Chapeau

der huey:)

Ralf-T
15.09.2010, 10:44
Und ja, ich arbeite bei einer sehr sehr sehr guten Versicherung und werde den Namen dieser Versicherung auch niemnals bekannt geben, auch nicht per PM.

Mannomann, 3 x sehr gut. Das muß ja ein Verein sein...

Meiner Erfahrung nach, zeigt sich die Qualität spätestens beim Eintritt eines Schadensereignis. Die Schadenabteilungen arbeiten systematisch daran, keine Leistung erbringen zu müssen. Ich hab da meine eigenen Erfahrungen nach einem Hagelschaden am PKW gemacht. Schlimm, was da abgeht.
Darum: 3x sehr gut? Da kommen bei mir doch Zweifel auf.

Corvina55
15.09.2010, 10:48
Das bezog sich sicher auf seine Provisionen.
Im Schadensfall stellen sie sich alle quer.

Acer
15.09.2010, 10:59
Hallo zusammen.

1.) Seit dem neuen VVG-Gesetz gibt es keine grobe Fahrlässigkeit mehr, sondurn nur noch anteiliges Mitverschulden.
LG Chris


Bist Du sicher, dass Du das deutsche VVG meinst? Ichhabe da von anteiligem Mitverschulden (gleichsam ein weisser Schimmel) nichts lesen können. Und den Begriff "grobe Fahrlässigkeit" gibts noch in "meiner" Version, so zB in § 28.

Oriba
15.09.2010, 14:36
Hallo Chris,

ist dann folgende Schlussfolgerung richtig? Denke jetzt in Richtung Personenschaden.

- Als nüchterner Skipper wie von Dir beschrieben führe ich das Schiff und lasse es zu, dass die Gäste sich einen picheln. Im Hafen habe ich ganz klar vorgegeben, dass das Anlegemanöver von mir alleine durchgeführt wird. Trotzdem schnappt sich einer der angetrunkenen einen Festmacher und knallt beim Übersteigen auf den Steg so unglücklich auf, dass eine längere krnakheitsbedingte Fehlzeit oder sogar ein bleibender Schaden zurück bleibt. Den Skipper trifft keine Schuld weil er ganz klar untersagt hat mitzuhelfen? Richtig?

- Gleicher Fall, der Skipper untersagt aber nicht ausdrücklich das Helfen beim Anlegen.
Trifft den Skipper hier eine Mitschuld? :confused:

Wahrscheinlich ja.

Wäre schön wenn Du hierzu etwas sagen könntest auch wenn es nur eine grobe Einschätzung ist. Danke.

LG
Oriba

P-Kreuzer
15.09.2010, 17:02
war ne weile auf see, paar ordentliche heineken, pastis und rumrationen dabei, schau hier rein, UND ihr labert immer noch ueber den mist.

na prost
johlt der
Panzerkreuzer

Acer
15.09.2010, 17:21
und knallt beim Übersteigen auf den Steg so unglücklich auf, Oriba

Ich denke, da geht einiges durcheinander. Die Haftpflicht reguliert Schäden, die bei Dritten entstehen, dazu gehört das Crewmitglied, ggf auch degradiert zum Gast, imho nicht.

Sowas wird eher von einer Yachtinsassenversicherung abgedeckt, so zB

http://www.pantaenius.de/uploads/media/yacht_insassenunfall_versicherung_d.pdf

Oriba
15.09.2010, 17:56
Die Haftpflicht reguliert Schäden, die bei Dritten entstehen, dazu gehört das Crewmitglied, ggf auch degradiert zum Gast, imho nicht.



Das ist schon klar.
Meine Eingangs gestellte Frage bezog sich aber auch nicht auf die Haftpflicht.
Mir ging es darum inwiefern der Skipper für die Leute an Bord, seih es Crew oder Gäste, den Kopf hinhalten muss, wenn denen angetrunken etwas passiert.

Acer
15.09.2010, 18:22
Das ist schon klar.
Mir ging es darum inwiefern der Skipper für die Leute an Bord, seih es Crew oder Gäste, den Kopf hinhalten muss, wenn denen angetrunken etwas passiert.

Wird man so pauschal nie beantworten können.

Geht ja schon damit los, was "angetrunken" ist. Wenn ein "Geübter" pro h ca 0,4l normales Bier trinkt, ist er "angetrunken", aber hat er Ausfallerscheinungen? Nicht wirklich.

Wenn was auch immer passiert, stellt sich zudem die Frage, war das "Angetrunkensein" dafür ursächlich? Wenn nein, Ende.

Und losgelöst davon: Nur weil ein Erwachsender ein Bier trinkt, mutiert er ja nicht zum Kleinkind und der Skipper zum Kindermädchen.

Letztlich gibts auch noch - auch wenn das eher der Strafrechtsdogmatik entspringt - die eigenverantwortliche Eigen- und einverständliche Fremdgefährdung. Etwas überspitzt formuliert: Wenn man sich als Crewmitglied einen pichelt und der Skipper ebenso, weil der macht das immer, was auch allen vor Törnantritt bekannt war, wird man den später kaum erfolgreich in die Haftung nehmen können, weil man auf den Steg geplumst ist.

Selbstverständlich hat der Schiffsführer eine Garantenstellung, d.h. er muss aktiv werden, damit ein gewisser "Erfolg" nicht eintritt. Sicher wird er einschreiten müssen, wenn ein zugedröhnter Gast sich für nen Wal hält und schwimmen gehen will, aber er haftet sicherlich nicht für jeden Mist, den einem anderen passiert, nur weil der ne Dose Bier getrunken hat. Kann ich mir zumindest nicht vorstellen, lasse mich aber durch Verweis auf einschlägige Gerichtsentscheidungen überzeugen

OL

wallers
15.09.2010, 18:29
Das ist schon klar.
Meine Eingangs gestellte Frage bezog sich aber auch nicht auf die Haftpflicht.
Mir ging es darum inwiefern der Skipper für die Leute an Bord, seih es Crew oder Gäste, den Kopf hinhalten muss, wenn denen angetrunken etwas passiert.

Soviel ich weiß, ist der Skipper erstmal für alles verantworlich, was an Bord passiert. Dafür gibt es eine Skipperhaftpflichtversicherung, die ich auch jedesmal abschließe, wenn ich chartere.
Aber: Wo kein Kläger, da kein Richter. Soll heißen: Ob der Skipper für einen Unfall an Bord im Einzelfall verantwortlich gemacht werden kann oder nicht, wird erst untersucht, wenn der Verunfallte Schadensersatz gegenüber dem Skipper geltend macht.
Sollte sich herausstellen, dass der Skipper verantwortungslos gehandelt und so Unfälle billigend in Kauf genommen hat, dürfte es schwierig werden, die Verantwortung abzulehnen.
Bei deinem Beispiel dürfte das aber nicht der Fall sein. Denn der Skipper hat ja ausdrücklich angetrunkenen Crewmitgliedern untersagt, sich außerhalb des Cockpits aufzuhalten. Schickt aber der Skipper ein offensichtlich angetrunkenes Crewmitglied auf das Vorschiff, möglichst noch ohne Lifebelt und Schwimmweste und der geht über Bord, würde das wohl als grobe Fahrlässigkeit gewertet werden. Also schlechte Karten.
Gegenbeispiel: Geht nachts vor Anker einer über Bord und verletzt sich dabei, weil er sich den Anordnungen des Skippers widersetzt hat (Pinkeln über die Reeling verboten!). Gute Karten!

Acer
15.09.2010, 18:36
Soviel ich weiß, ist der Skipper erstmal für alles verantworlich, was an Bord passiert. !

Na, dann müßte er ja auch für das Kind aufkommen, was an Bord gezeugt wird ohne seine Beteiligung :rolleyes:

Worauf stützt sich die Annahme, dass er für Alles verantwortlich ist?

Chrissler1
15.09.2010, 18:43
Hallo Chris,

ist dann folgende Schlussfolgerung richtig? Denke jetzt in Richtung Personenschaden.

- Als nüchterner Skipper wie von Dir beschrieben führe ich das Schiff und lasse es zu, dass die Gäste sich einen picheln. Im Hafen habe ich ganz klar vorgegeben, dass das Anlegemanöver von mir alleine durchgeführt wird. Trotzdem schnappt sich einer der angetrunkenen einen Festmacher und knallt beim Übersteigen auf den Steg so unglücklich auf, dass eine längere krnakheitsbedingte Fehlzeit oder sogar ein bleibender Schaden zurück bleibt. Den Skipper trifft keine Schuld weil er ganz klar untersagt hat mitzuhelfen? Richtig?

- Gleicher Fall, der Skipper untersagt aber nicht ausdrücklich das Helfen beim Anlegen.
Trifft den Skipper hier eine Mitschuld? :confused:

Wahrscheinlich ja.

Wäre schön wenn Du hierzu etwas sagen könntest auch wenn es nur eine grobe Einschätzung ist. Danke.

LG
Oriba

Schwierig

Fall 1:

- Da würde ich Dir ganz klar zustimmen, am besten wenn dies unter Zeugen gesagt wurde.

Fall 2:

Wenn der Skipper um den trunkenen Zustand weiß ein Ja.
Wenn der Skipper beim Anlegen nichts falsch macht und annehmen konnte, das Crewmitglied ist nicht betrunken trifft ihn hier eher kein Verschulden.

Dir kann das als Haftpflichtversicherter aber relativ egal sein, ob dich ein Verschulden trifft. Wenn aufgrund eines solchen Vorfalls Schadenersatzansprüche an Dich gestellt werden, gibst Du allen Schriftverkehr (Anspruchsteller, Anwaltsschreiben, Rechnungen, etc. einfach an Deinen Haftpflichtversicherer weiter. Dieser prüft, ob die Ansprüche 1. "dem Grunde nach" und 2. "der Höhe nach" gerechtfertigt sind. Sollten sie es sein, so wird er regulieren. Sollten sie es nicht sein, wird er die Ansprüche zurückweisen. In jedem Fall kann Dir nichts passieren. (Außer vielleicht, Du kannst dem betreffenden Crewmitglied nicht mehr in die Augen schauen und schläfst schlecht, weil ein Anspruch abgewehrt worden ist)

Im übrigen sind bei den meisten Versicherungen in der Haftpflichtversicherung auch Ansprüche der Crew / Gäste untereinander gedeckt.

Bestes Beispiel: Aufgrund eines Steuerfehlers kommt es zur Patenthalse und ein Mitsegler bekommt den Baum an den Kopf. Ist versichert (bei den Meisten)

Seit dem 01.01.2009 kann sich ein Versicherer nicht mehr einfach auf grobe Fahrlässigkeit berufen und einen Schadenfall ablehnen. (Nur Kasko - Nicht Haftpflicht) Das "Wir zahlen gar nicht" gibt es bei Schäden am eigenen Schiff also nicht mehr. Nach dem neuen VVG soll sich die Leistung nach der etwaigen Höhe eines Mitverschulden richten (wenn denn ein Mitverschulden in den Augen des Versicherungsunternehmens vorliegt)

Das ist gut für Kunden die ev. tatsächlich grob Fahrlässig gehandelt haben. Das ist schlecht für Kunden, die lediglich ein Mitverschulden haben. Da wurde nämlich in der Vergangenheit voll gezahlt.

Ach ja, kann mir bitte jemand erklären wie ich auszugsweise zitieren kann. Bekomme das einfach nicht hin.:confused:

LG Chris

bolle09
15.09.2010, 19:03
Gegenfrage.
Der Mitsegler säuft sich verbotenerweise die Hucke voll und fällt mit der Vorleine auf den Steg.
Ich habe es vorher mehrfach verboten und gesagt, daß er unter Deck bleiben soll.
Im besoffenen Kopf hört der Mann nicht mehr auf Anweisungen.

Muss ich den Kerl jetzt mit Gewalt unter Deck festsetzten?
Wenn ich als Skipper für alles verantwortlich bin habe ich dann Polizeigewalt?
Also Knüppel über Schädel und unter Deck am Mast anbändseln?
Was mache ich wenn der Kerl 2m groß 120kg schwer und durchtrainiert ist?
Soll ich mir dann ein Schrotgewehr holen?

Fragen über Fragen

Chrissler1
15.09.2010, 20:22
Gegenfrage.
Der Mitsegler säuft sich verbotenerweise die Hucke voll und fällt mit der Vorleine auf den Steg.
Ich habe es vorher mehrfach verboten und gesagt, daß er unter Deck bleiben soll.
Im besoffenen Kopf hört der Mann nicht mehr auf Anweisungen.

Muss ich den Kerl jetzt mit Gewalt unter Deck festsetzten?
Wenn ich als Skipper für alles verantwortlich bin habe ich dann Polizeigewalt?
Also Knüppel über Schädel und unter Deck am Mast anbändseln?
Was mache ich wenn der Kerl 2m groß 120kg schwer und durchtrainiert ist?
Soll ich mir dann ein Schrotgewehr holen?

Fragen über Fragen

Also ich würde mit solchen Leuten nicht segeln gehen, Du etwa?

Alleine die bildliche Vorstellung Deiner vorgebrachten Maßnahmen lässt mich zum Schluss kommen, Deine Frage ist nicht ernst gemeint... Hast Du einen durchgesteckten Mast oder nur eine Verstärkung? - Tipps zum Mastlegen?

Wollte hier nur ein paar Fragen beantworten.

... und ich weiß noch immer nicht, wie ich auszugsweise zitieren kann...

Buenos Dyas
15.09.2010, 20:49
Fakt ist schon das oft zu viel getrunken wird.
Klar, es ist schließlich Urlaub und man will sich nicht mehr einzwängen lassen - schon gar nicht im wohlverdienten Urlaub!
Aus eigener Erfahrung wird aus den akzeptablen ein, zwei Bierchen oft deutlich mehr und ich als Skipper bin froh wenn das Schiff (und die eventuell angesoffene Crew) sicher im Hafen ist.
Jedoch doch konnte ich mich immer auf ein, zwei sichere Hände verlassen die "freiwillig" nüchtern zuverlässig funktionierten.
Der "Rest" kam bei Bedarf unter Deck oder wurde angeleint und des Platzes verwiesen.

Auch ich dachte schon mal das ich in der Türkei sehr sehr sicher in einer Bucht liege. Bis nachts bei mind. 6 Bft der Anker nach Winddrehungen auf Drift ging.
Ich war selbst erstaunt wie "wach" man selbst angesoffen wieder ist - ohne dabei jedoch 100% Herr der Lage zu sein.

Es kam nichts zu Schaden ... trotz bzw gerade wegen dem - nie wieder saufen vor Anker!

Wenn ich mir allerdings manche (nüchtern erscheinende) Crew beim einlaufen und anlegen in diversen Häfen zu ansehe, denke ich mir:

Sooo besoffen kannst ja gar nicht sein ?!?

Fazit: Abstinenz allein muß keine gute Seemannschaft sein

wallers
15.09.2010, 21:14
Na, dann müßte er ja auch für das Kind aufkommen, was an Bord gezeugt wird ohne seine Beteiligung :rolleyes:


Das ist natürlich Quatsch und auch aus meinem Posting insgesamt in keiner Weise zu schlussfolgern. Was soll diese Bemerkung also.
Bitte bleibe mal sachlich und reiße nicht einzelne Sätze aus dem Zusammenhang. Die Geschichte mit der Verantworlichkeit habe ich schließlich an Beispielen präzisiert.

Obwohl es stimmt: Der Skipper ist grundsätzlich für das Schiff und die Crew und deren Sicherheit verantwortlich. Ich habe das mal beim SSS gelernt, finde aber im Moment die entsprechende Gesetze dazu nicht. Aber das lernt man, glaube ich, schon im SBF-Kurs.

Chrissler1
15.09.2010, 21:46
Ich sehe das genauso.

Natürlich trinkt man ab und an einen "Ableger", "Anleger" und natürlich auch zwischendrin mal was... auf was auch immer... im Zweifelsfall auf das Hochgefühl, einem der herrlichsten Hobbies zu erliegen... das kenne ich auch.

Meine Beiträge bezogen sich auf rein rechtliche Aspekte.

Ich schliesse mich vor Anker jedem Sundowner an , stehe dazu und werde dies auch weiterhin machen.

Nur: Wenn es zu einer Verhandlung kommen würde, zählen nunmal die Fakten.

Wenn ich mich als Schiffsführer / Skipper an den Versicherungsbedingungen orientieren würde, ich würde definitiv die Lust am Segeln verlieren. Und das will ich nicht.

Ein gewisses Restrisiko bleibt: Mit Abstand von allen Bedingungen und Vorschriften sollte man sich dennoch seiner Verantwortung als Skipper bewusst sein. Ein, Zwei, Drei,... Bierchen zum Trotz. Es geht um das Prinzip.

Wenn ich wie Du "sehr sehr" sicher vor Anker liegen würde, hätte ich definitiv kein Problem mit einer Schiffsparty. Ich würde wahrscheinlich auch keine Biermengen nachrechnen, i.e.S Alkoholtests durchführen und einfach Spass haben.

Wenn es dann zum Unfall kommen würde, ... doof...

Das müssten dann die Gerichte entscheiden. (Liegeplatz bei vorherschendem Wind sicher? Windrichtung und Stärke (Wetterbericht) zumutbar gewesen? Ankertiefe ausreichend? Betrunken? Auf welchen Wegen Wetterdaten abgefragt?, etc.)

Dies sind einfach alles Faktoren, die abgefragt werden.

Wie gesagt, ich trinke gerne an Bord, übertreibe es aber nicht. Versicherungstechnisch? Abzuwarten.

LG Chris

x-rai
15.09.2010, 21:55
Leben gefährdet Ihre Gesundheit.
Ein Tag ihres Lebens enthält 1,4 mg gefährliche Situationen,
13 mg lustige Momente, 0,4 mg Adrenalin,
und verkürzt ihre restliche Lebenserwartung, und die ihrer Mitmenschen,
um einen Tag.

wallers
15.09.2010, 22:31
Ich sehe das genauso.

Natürlich trinkt man ab und an einen "Ableger", "Anleger" und natürlich auch zwischendrin mal was... auf was auch immer... im Zweifelsfall auf das Hochgefühl, einem der herrlichsten Hobbies zu erliegen... das kenne ich auch.

Meine Beiträge bezogen sich auf rein rechtliche Aspekte.

Ich schliesse mich vor Anker jedem Sundowner an , stehe dazu und werde dies auch weiterhin machen.

Nur: Wenn es zu einer Verhandlung kommen würde, zählen nunmal die Fakten.

Wenn ich mich als Schiffsführer / Skipper an den Versicherungsbedingungen orientieren würde, ich würde definitiv die Lust am Segeln verlieren. Und das will ich nicht.

Ein gewisses Restrisiko bleibt: Mit Abstand von allen Bedingungen und Vorschriften sollte man sich dennoch seiner Verantwortung als Skipper bewusst sein. Ein, Zwei, Drei,... Bierchen zum Trotz. Es geht um das Prinzip.

Wenn ich wie Du "sehr sehr" sicher vor Anker liegen würde, hätte ich definitiv kein Problem mit einer Schiffsparty. Ich würde wahrscheinlich auch keine Biermengen nachrechnen, i.e.S Alkoholtests durchführen und einfach Spass haben.

Wenn es dann zum Unfall kommen würde, ... doof...

Das müssten dann die Gerichte entscheiden. (Liegeplatz bei vorherschendem Wind sicher? Windrichtung und Stärke (Wetterbericht) zumutbar gewesen? Ankertiefe ausreichend? Betrunken? Auf welchen Wegen Wetterdaten abgefragt?, etc.)

Dies sind einfach alles Faktoren, die abgefragt werden.

Wie gesagt, ich trinke gerne an Bord, übertreibe es aber nicht. Versicherungstechnisch? Abzuwarten.

LG Chris

So sehe ich das auch.

Corvina55
16.09.2010, 01:26
Ich frage mich nur, wenn alle so abstinent leben, woher die Flaschenberge jedes Wochenende kommen, und das sind keine Cola Buddeln.....

Acer
16.09.2010, 02:11
Obwohl es stimmt: Der Skipper ist grundsätzlich für das Schiff und die Crew und deren Sicherheit verantwortlich. Ich habe das mal beim SSS gelernt, finde aber im Moment die entsprechende Gesetze dazu nicht. Aber das lernt man, glaube ich, schon im SBF-Kurs.

Na, dann such das Gesetz doch mal raus, dann können wir konkret drüber reden.

Es wird immer so nebulös um Verantwortung usw usw geredet und dann kommt noch "Seemannschaft" dazu, hieraus wird ein Gebräu, dessen Tiefen und Grenzen keiner kennt. Aber wenn Du das in den div. Kursen gelernt hast, raus damit, ich lerne auch gern dazu, habe es wohl vergessen.

Ansonsten ist Anspruchsgrundlage für mich momentan "nur" § 823 BGB und qualitativ unterscheidet sich der Skipper was die Frage des haftungsberündenen Tatbestandes anbelangt nicht so sehr vom Fahrradfahrer, ggf Tandem. Auch als "popliger" Autofahrer bin ich in der Haftung, wird jemand innerhalb oder ausserhalb des Fahrzeuges durch schuldhaftes Tun/Unterlassen geschädigt. Und?

Manchmal entsteht der Eindruck, mancher möchte sich ob seiner "Haftung & Verantwortung" als Skipper einer Nussschale bedeutungsschwanger höhere Weihen zukommen lassen.

wallers
16.09.2010, 03:11
Gesetz jetzt nicht, aber auf die Schnelle ein paar Links zu Versicherungsrelavanten Themen:

http://www.wehring-wolfes.de/de/versicherungen-fuer-eigner-und-crew/charterversicherungen/skipper-haftpflichtversicherung.html


http://www.yacht-pool.de/fileadmin/_templates/downloads/1interview.pdf

http://www.bootswelt.de/Rubrik3/charterversich.htm

Viel Spaß beim Lesen.

Ich sagte ja schon. Das Thema ist immer Fallbezogen zu beurteilen und habe auch entsprechende Beispiele gebracht.

Und wenn Du, ACER, meinst, wieder mal einzelne Sätze meines Posts aus dem Zusammenhang reissen zu müssen, um meine vermeintliche Inkompetenz bezüglich dieses Themas anzuprangern, frage ich mich, was das soll.

Ich gebe ja zu, dass ich mich als Nichtjurist damit nicht auskenne, habe nur in den Raum gestellt, dass ich es mal gelernt habe. Und danach richte ich mich.
Deshalb schließe ich auch regelmäßig eine Skipperhaftpflicht ab. Damit befinde ich mich auf der sicheren Seite, wie z.B. ein "popeliger Autofahrer". Na und? Das wurde mir bisher von allen Versicherungsleuten, die ich diesbezüglich konsultierte, so geraten. Dazu gehört z.B. auch ein guter Feund von mir, der mich niemals bescheißen würde.

Wenn Du mir nun also schlüssig erklären kannst, warum eine Skipperhaftpflicht überflüssig ist und ich deswegen ein paar Euro sparen kann, küsse ich Dir (natürlich nur virtuell) die Füsse.:)

Acer
16.09.2010, 10:13
Und wenn Du, ACER, meinst, wieder mal einzelne Sätze meines Posts aus dem Zusammenhang reissen zu müssen, um meine vermeintliche Inkompetenz bezüglich dieses Themas anzuprangern, frage ich mich, was das soll.


Nun beruhige Dich mal wieder, war erstens nicht böse gemeint, deswegen der smiley, und zwotens habe ich nicht aus dem Zusammenhang, sondern Deine Kernaussage zitiert. Wo ist das Problem.

Auffällig ist doch, dass die ganzen Horrorszenarien immer von denen postuliert werden, die eine Versicherung verkaufen wollen. cui bono?

Auffällig ist auch, dass der Grund für die Haftung meist nur sehr nebulös umschrieben wird. Na klar haftet man, wenn man jemanden schuldhaft einen Schaden zufügt, aber das ist das allgemeine Lebensrisiko und mitnichten auf die Segelei beschränkt.

Richtig ist, dass man als Skipper etc. natürlich viel mehr "Möglichkeiten" hat, schuldhaft zu handeln, weil man eben umfangreich tätig wird und eine Vielzahl von Entscheidungen treffen muss.

Bei den Anpreisungen der Verischerungen muss man umgekehrt fast zu dem Ergebnis gelangen, dass Crewmitglieder zahlreich getötet und verkrüppelt einen Törn beenden. Ist das so? Doch wohl eher nicht!

Grundsätzlich ist ja gegen ordentlichen Versicherungsschutz nichts einzuwenden, aber bevor man aus einem diffusen Angstgefühl textreich angepriesene Versicherungen abschließt, sollte doch geklärt sein, wofür und womit man haftet. Ich denke, niemand wird beahaupten wollen, Versicherungen böten nur sinnvolle oder wirklich benötigte Versicherungen an.

Nebenbei: Wer befürchtet, aufgrund schuldhaften Handelns zivilrechtlich in Ansprich genommen zu werden, sollte konsequenterweise auch eine Rechtschutzversicherung dafür abschließen, vorzugsweise auch mit erweiterten Strafrechtsschutz. Eine ordentliche Strafverteidigung kostet schnell mal 10-20 T€.

Ich weiss nicht, ob das Thema von der Yacht oder anderen mal bearbeitet wurde, aber der erste Schritt, einer wie auch immer gearteten Haftung zu entgehen, wäre eine schriftliche Haftungsbeschränkungsvereinbarung.

wallers
16.09.2010, 21:24
Nun beruhige Dich mal wieder, war erstens nicht böse gemeint, deswegen der smiley, und zwotens habe ich nicht aus dem Zusammenhang, sondern Deine Kernaussage zitiert. Wo ist das Problem.

Auffällig ist doch, dass die ganzen Horrorszenarien immer von denen postuliert werden, die eine Versicherung verkaufen wollen. cui bono?

Auffällig ist auch, dass der Grund für die Haftung meist nur sehr nebulös umschrieben wird. Na klar haftet man, wenn man jemanden schuldhaft einen Schaden zufügt, aber das ist das allgemeine Lebensrisiko und mitnichten auf die Segelei beschränkt.

Richtig ist, dass man als Skipper etc. natürlich viel mehr "Möglichkeiten" hat, schuldhaft zu handeln, weil man eben umfangreich tätig wird und eine Vielzahl von Entscheidungen treffen muss.

Bei den Anpreisungen der Verischerungen muss man umgekehrt fast zu dem Ergebnis gelangen, dass Crewmitglieder zahlreich getötet und verkrüppelt einen Törn beenden. Ist das so? Doch wohl eher nicht!

Grundsätzlich ist ja gegen ordentlichen Versicherungsschutz nichts einzuwenden, aber bevor man aus einem diffusen Angstgefühl textreich angepriesene Versicherungen abschließt, sollte doch geklärt sein, wofür und womit man haftet. Ich denke, niemand wird beahaupten wollen, Versicherungen böten nur sinnvolle oder wirklich benötigte Versicherungen an.

Nebenbei: Wer befürchtet, aufgrund schuldhaften Handelns zivilrechtlich in Ansprich genommen zu werden, sollte konsequenterweise auch eine Rechtschutzversicherung dafür abschließen, vorzugsweise auch mit erweiterten Strafrechtsschutz. Eine ordentliche Strafverteidigung kostet schnell mal 10-20 T€.

Ich weiss nicht, ob das Thema von der Yacht oder anderen mal bearbeitet wurde, aber der erste Schritt, einer wie auch immer gearteten Haftung zu entgehen, wäre eine schriftliche Haftungsbeschränkungsvereinbarung.

Damit hast Du natürlich prinzipiell Recht.
Ich habe mich nur darüber echauffiert, dass Du offensichtlich den Threat nicht verfolgt hast und Dich als "Quereinsteiger" auf einen einzigen Satz meinerseits beziehst, obwohl ich weiter oben in dem Threat dazu bereits ausführlicher Stellung genommen habe. Hier:
http://forum.yacht.de/showthread.php?t=114263&page=9

Das hast Du aber vermutlich garnicht gelesen.
Es ist in diesem Forum leider sehr verbreitet, den Threat in seiner Gesamtheit nicht zu lesen um dann anderen Forumsteilnehmern aufgrund eines einzigen Postings mangelnde Argumentation vorzuwerfen.
Ich finde das schade und würde mir wünschen, dass Leute, die sich in eine Diskussion einmischen, auch den gesamten vorherigen Verlauf der Diskussion kennen.
Nichts für ungut.

Acer
16.09.2010, 21:31
Nichts für ungut.

Eben, aber wenn Du Deinem eigenen Link folgst, merkst Du, dass ich kein "Quereinsteiger" bin, sondern schon zuvor meinen Senf abgelassen habe.

Ob klug oder dumm sei dahingestellt :cool:

amigura
17.09.2010, 14:20
In diesem sicher notwendigen trööt habe ich ein paar ehrliche und "praxisgerechte" Aussagen gefunden, bei denen ich auch in vielem zustimme.
Die meisten posts sind von Problemcreateuren, Politessen, An-der Realität-vorbei-Schreibern und sonstigen Unholden verfaßt, mal wieder ein wenig rumpöbeln kann nicht schaden, denkt man sich über den Verfasser beim Lesen einzelner Beiträge.
Ich meine, nun ist der trööt so blutleer und ausgelutscht, daß darin nicht mehr das geringste Restpromillchen Platz hat.
Laßt uns über den Herbst sprechen, Glühwein etc. daheim am Herd, oder frostsicheres einlagern der Restbestände des Sommers

der huey;)

Frank Fuchs
17.09.2010, 17:02
In diesem sicher notwendigen trööt habe ich ein paar ehrliche und "praxisgerechte" Aussagen gefunden, bei denen ich auch in vielem zustimme.
Die meisten posts sind von Problemcreateuren, Politessen, An-der Realität-vorbei-Schreibern und sonstigen Unholden verfaßt, mal wieder ein wenig rumpöbeln kann nicht schaden, denkt man sich über den Verfasser beim Lesen einzelner Beiträge.
Ich meine, nun ist der trööt so blutleer und ausgelutscht, daß darin nicht mehr das geringste Restpromillchen Platz hat.
Laßt uns über den Herbst sprechen, Glühwein etc. daheim am Herd, oder frostsicheres einlagern der Restbestände des Sommers

der huey;)

.......ach,der gute huey,man du hast ja so recht.
aber ich glaube das hier einige endlich mal ein paar promille bräuchten um ihr mittelhirn wieder in gang zu bekommen,bei diesen ganzen müll was hier gepostet wird.
so ich geh segeln und trink erstmal ein großes bier und nen lütten PROST!