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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Sextant heute?



sailjojo
20.12.2004, 08:02
Wer hat in letzter Zeit wirklich mit Sextant navigiert? Ist das erlernen noch zeitgemäß und notwendig für die anstehende Langfahrt? Das Thema: "wenn der Strom ausfällt" ist bekannt!Freue mich über andere Argumente. Bitte Tips zum Kauf... handbreit

Nelson-III
20.12.2004, 08:33
Zweit-GPS mit ausreichend Batterien erledigen das.
Die Luftfahrt verwendet schon lange keien Sextanten mehr.

Aber ab und zu macht es noch Spaß!!!

Wer keien Freude daran hat, sollte es sich schenken und dafür lieber andere Dinge besser lernen!
--
Und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel!

apiroma
20.12.2004, 12:02
Ja, das ist heute gerade wegen GPS sinnvoll.
Es kann passieren, daß sich die USA (wir wissen ja, GPS ist militärisch) plötzlich mal wieder das eine oder andere Gebiet verschlechtert (die generelle SA wurd deaktiviert). Was machst du nun mit zwei, für das jewilige Gebiet (oder Land) nutzlosen Navigeräten???
In der Luftfahrt gilt, GPS ist nur ein Hilfsmittel. Deswegen mußt du trotzdem eine Karte mitführen und mitkoppeln. Gerade im Notfall kannst du dich nicht allein auf GPS verlassen (Stromausfall).
Also lerne damit umzugehen.
Ja, ich weiß, Geiz ist geil, schön wenn du am Sextanten sparst, dann aber dein Schiff aufs Riff setzt.
--
Do not touch a working system

Okokea
20.12.2004, 12:21
Behaupte mal, durch das - etwas muehsame - Erlernen des Umgangs mit dem Sextanten und vor allem der dazugehoerigen Berechnungen wirst du erst so richtig trittfest in Sachen Navigation...

erinnere an Bligh von der Bounty, der das so gut im Griff hatte, soweit auswendig konnte, dass er es sogar ohne vollstaendige Navigationsmittel geschafft hat, sein Haeuflein Getreuer und sich selbst wieder in Sicherheit zu bringen...

wenn Du wirklich Langfahrt vorhast, glaube, das lohnt sich...

bedenke auch, dass Elektronik blitzempfindlich ist... selbst wenn nicht direkt vom Blitz getroffen, koennen Schaeden durch die hohen elektromagnetischen Felder Deine Elektronik ausser Gefecht setzen...

von Bobby Schenk gibt es ein Buch, dass vereinfachte Berechnungsmethoden aufzeigt...

zum Kauf... gibt da eine Hamburger Firma, spezialisiert auf das... hab den Namen auf der Zunge... haben auch ein Modell "Bobby Schenk" rausgebracht
und Erdmann hat so eines wohl von dieser Firma geschenkt bekommen fuer seinen zweiten Nonstoptoern....
wuerde an dem Geraet nicht sparen: entweder richtig oder gar nicht
habe selbst ab und zu Plastiksextanten in den Haenden gehabt: macht gar keinen Spass, die anzufassen...

vermute, dass die meisten Dir raten werden, brauchst du nicht...
fuer mich ist - rein philosophisch gesehen - die absolute Freiheit beim Fahrtensegeln erst dann erreicht, wenn Du wirklich autark, unabhaengig bist... und dazu gehoert auch, unabhaengig von Bush zu sein... das bisherige GPS ist ja ein rein militaeriches... die Europaeer entwickeln ein ziviles... weiss aber nicht, wo die jetzt sind...

ansonsten: bin kein Gegner von GPS: wenn Du nahe der Kueste in starkem Stromversatz bist, ist ein GPS eine wertvolle Hilfe...

Nelson-III
20.12.2004, 12:21
Original von apiroma:
In der Luftfahrt gilt, GPS ist nur ein Hilfsmittel. Deswegen mußt du trotzdem eine Karte mitführen und mitkoppeln.


Bitte? Hast Du einen Luftfahrerschein?
Es werden gerade die ADF`s und teilweise die VOR`s abgeschafft. Was dann ausschließlich übrig bleibt, ist GPS!
Bereits heute geht die Streckennafigation über Wegepunkte. Ohne GPS kämen da heftigste Probleme auf!
Viele Flugplätze haben kein Lokalizer oder ILS für den Anflug, sondern bereits GPS-Approaches!



--
Und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel!

7seas
20.12.2004, 12:31
Original von apiroma:.....Es kann passieren, daß sich die USA (wir wissen ja, GPS ist militärisch) plötzlich mal wieder das eine oder andere Gebiet verschlechtert (die generelle SA wurd deaktiviert). Was machst du nun mit zwei, für das jewilige Gebiet (oder Land) nutzlosen Navigeräten???.....

da schwafelt wieder einer, der von tuten und blasen schlichtweg keine ahnung hat.

auch wenn deine wenns und abers tatsache würden, wäre gps noch um grössenordnungen genauer als die positionsbestimmungen, die mittels sextanten im idealfall möglich wären.
--
Segler über 7seas

Nelson-III
20.12.2004, 12:54
Sei nicht so böse, Johannes!

Aber besser als 2 sm ist wirklich eine Kunst und bei schlechtem Wetter tagelang koppeln?
Selbst bei Landannäherung kannst Du ja nur mitkoppeln, weil die Astropositionen nicht so schnell zu machen sind (Wenn überhaupt)
Da sind 2 sm Genauigkeit immer verfügbar mit GPS noch immer um Welten besser!
--
Und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel!

Okokea
20.12.2004, 12:59
Original von 7seas:


Original von apiroma:.....Es kann passieren, daß sich die USA (wir wissen ja, GPS ist militärisch) plötzlich mal wieder das eine oder andere Gebiet verschlechtert (die generelle SA wurd deaktiviert). Was machst du nun mit zwei, für das jewilige Gebiet (oder Land) nutzlosen Navigeräten???.....

da schwafelt wieder einer, der von tuten und blasen schlichtweg keine ahnung hat.

auch wenn deine wenns und abers tatsache würden, wäre gps noch um grössenordnungen genauer als die positionsbestimmungen, die mittels sextanten im idealfall möglich wären.
--
Segler über 7seas


Jemand hier, der uns sagen kann, wie hoch derzeit die GPS-Abweichungen im Roten Meer bzw im Persisch/Arabischen Golf sind?!

Bin sicher, dass die Abweichung um zB die Flugzeugtraeger herum wesentlich groesser ist, als die Genauigkeit, die ein Koenner mit Sextant erzielen kann...


zu Luftfahrt und Sextanten...
haben ja geruechteweise Sextanten mit kuenstlichem Horizont (gehabt)... weil fast unmoeglich, vom Flugzeug aus selbst bei relativ wolkenfreiem Himmel, zuverlaessig den Horizont zu erfassen (Luftspiegelungen, etc.)...
aber relativ schnell das Radiopeilsystem eingefuehrt, bei dem die Flugzeuge von Peilpunkt zu Peilpunkt fliegen... wegen der Ueberfuellung des Luftraumes, da alle Verkehrsflugzeuge diese Korridore nehmen muessen, wird daran gearbeitet, dieses system durch eines zu ersetzen, bei dem man den gesamten Luftraum nutzen kann, und nicht mehr alles in diese Korridore zwaengt...


und was hat die Amis ueberhaupt bewegt, die Ungenauigkeiten aufzuheben? Wirtschaftskrieg... eben weil die Europaeer angefangen haben, ein eigenes System zu entwickeln... was fuer zivile Zwecke bestimmt ist, wo nicht das Risiko besteht, dass das morgen abgeschaltet wird...

cometsegler
20.12.2004, 13:07
Original von apiroma:
Ja, das ist heute gerade wegen GPS sinnvoll.
Es kann passieren, daß sich die USA (wir wissen ja, GPS ist militärisch) plötzlich mal wieder das eine oder andere Gebiet verschlechtert (die generelle SA wurd deaktiviert). Was machst du nun mit zwei, für das jewilige Gebiet (oder Land) nutzlosen Navigeräten???
In der Luftfahrt gilt, GPS ist nur ein Hilfsmittel. Deswegen mußt du trotzdem eine Karte mitführen und mitkoppeln. Gerade im Notfall kannst du dich nicht allein auf GPS verlassen (Stromausfall).
Also lerne damit umzugehen.
Ja, ich weiß, Geiz ist geil, schön wenn du am Sextanten sparst, dann aber dein Schiff aufs Riff setzt.
--
Do not touch a working system



Würd es nicht so hart formulieren, wie 7see, aber

- was nützt einem ein Sextant, wenn man keine damit Übung hat?
- Wer hat schon an Bord die HO-Tafeln und das aktuelle Nautische Jahrbuch, der Wochenend und Feriensegler bestimmt nicht!

Als Backup-System ist mehr notwendig als ein gut verschlossener Sextant! Nelson hat es schon richtig formuliert, besser ein zweites GPS einpacken und immer den Kurs in die Karte einzeichnen, notfalls kann man immmer noch mitkoppeln, so ist Kulumbus immerhin bis nach Amerika gekommen.

Andreas

Okokea
20.12.2004, 14:05
Original von cometsegler:
...

...

- was nützt einem ein Sextant, wenn man keine damit Übung hat?
- Wer hat schon an Bord die HO-Tafeln und das aktuelle Nautische Jahrbuch, der Wochenend und Feriensegler bestimmt nicht!

Als Backup-System ist mehr notwendig als ein gut verschlossener Sextant! Nelson hat es schon richtig formuliert, besser ein zweites GPS einpacken und immer den Kurs in die Karte einzeichnen, notfalls kann man immmer noch mitkoppeln, so ist Kulumbus immerhin bis nach Amerika gekommen.

Andreas



Die Frage war ausdruecklich fuer d i e bevorstehende Langfahrt...

gebe Dir aber recht, dass ein Sextant nur als backup system wohl fehl am Platze waere...

habe aber noch ein anderes Argument zugunsten des Sextanten: das regelmaessige Rechnenmuessen wenn du tatsaechlich auf Sextant setzt, haelt Deine Gehirnzellen fit!
Habe auf den Antillen Langfahrtsegler getroffen, die mir erklaert haben, eines der Probleme dort fuer Langzeitsegler sei, dass sie Gefahr laufen, "légumes" (=frz. fuer Gemuese) zu werden...
es scheinen doch eine ganze Menge Weltumsegeltoerns auf den Antillen zu enden... weil die Leute dort haengen bleiben... was man gut verstehen kann... und nach mehreren Jahren nicht mehr die courage aufbringen, den Pazifik oder ueberhaupt noch irgendwas anzugehen...
Also: wenn Du auf die Barfussroute gehen willst... mach regelmaessig Deine Hirnzellengymnastik...
kenne einige 80igjaehrige geistig klar gebliebene, die das u.a. dadurch erreicht haben, dass sie regelmaessig geistig anspruchsvolle Aufgaben angehen...

Nelson-III
20.12.2004, 14:35
Original von Okokea:

Jemand hier, der uns sagen kann, wie hoch derzeit die GPS-Abweichungen im Roten Meer bzw im Persisch/Arabischen Golf sind?!

Bin sicher, dass die Abweichung um zB die Flugzeugtraeger herum wesentlich groesser ist, als die Genauigkeit, die ein Koenner mit Sextant erzielen kann...

.........

und was hat die Amis ueberhaupt bewegt, die Ungenauigkeiten aufzuheben?




Durch DGPS sind die Ungenauigkeiten ohnehin aufgehoben. Daher lohnte die Signalverrauschung nicht mehr.
Das Militär wird die GPS-Signale selbst genau brauchen (Die haben aber eine andere Signalauswertung)

--
Und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel!

cometsegler
20.12.2004, 15:01
Original von Okokea:

Also: wenn Du auf die Barfussroute gehen willst... mach regelmaessig Deine Hirnzellengymnastik...
kenne einige 80igjaehrige geistig klar gebliebene, die das u.a. dadurch erreicht haben, dass sie regelmaessig geistig anspruchsvolle Aufgaben angehen...





d` accord,
aber nicht nur für Barfussroutensegler,

und auch nicht nur Astronavigation.... ;-)


Andreas

engertsberger
20.12.2004, 15:33
Was soll das ?
Die ganze Berufsschifffahr ist mit GPS unterwegs und gehört nun auch zur primär Navigation.
Wenn Strom ausfällt ? wenn Sextant runterfällt ? oder Karte über Bord geht. Wer sich damit befassen möchte der soll es, ob jetzt die Gehirnzellen faulen oder nicht hat ja nichts mit der Sache zu tun.
Aber eines soll man beim GPS schon bedenken, was ist wenn die Sateliten abstürzen ? :-(
Es geht ja auch keiner mehr mit einer Fahne vor dem Auto .

Heinz

cometsegler
20.12.2004, 15:55
Original von engertsberger:
... was ist wenn die Sateliten abstürzen ? :-(
...



wenn ein Satellit ausfällt, wird man das kaum bei der Positionsbestimmung feststellen. Meist reichen 4 Satelliten für ein Fix aus. Aber auch dieser Fall ist berücksichtigt, es können dann Reservesatelliten aktiviert werden. Wenn das auch nicht mehr ausreicht, weden notfalls neue Satelliten gestartet (liegen auch schon auf Vorrat betreit)

Andres

Okokea
20.12.2004, 16:08
Original von engertsberger:
Was soll das ?
Die ganze Berufsschifffahr ist mit GPS unterwegs und gehört nun auch zur primär Navigation.
Wenn Strom ausfällt ? wenn Sextant runterfällt ? oder Karte über Bord geht. Wer sich damit befassen möchte der soll es, ob jetzt die Gehirnzellen faulen oder nicht hat ja nichts mit der Sache zu tun.
Aber eines soll man beim GPS schon bedenken, was ist wenn die Sateliten abstürzen ? :-(
Es geht ja auch keiner mehr mit einer Fahne vor dem Auto .

Heinz





sailjojo hat hoeflichst um Argumente gebeten !
Und wohl auch schon einige bekommen...

und die Berufsschiffahrtskapitaene lernen auch heute noch, mit dem Sextanten umzugehen, und die Berechnungen exakt, und nicht nur naeherungsweise mit vereinfachten Verfahren zu erstellen!

Lieber Heinz!
Bitte die Fragen und Antworten sorgfaeltig lesen, bevor Du auf uns einschlaegst!
Wenn Du Dein GPS abliest wie unsere postings...

Mit GPS machst du die Nav` wie in dr Grundschule beim Schiffe versenken... ohne tiefere Hintergruende kennenzulernen... scheint kinderleicht...
und deswegen scheint es ja immer mal wieder "Opfer" zu geben, die sich verfahren, weil das Kartensystem (WGS84, etc.)und das GPS nicht aufeinander abgestimmt sind...

und eines meiner Argumente ist eben, dass als Nebeneffekt beim astronomischen Standortberechnen das Gehirn trainiert bleibt... soll ja auch Leute geben, die nach einem Sabbatjahr wieder ins Berufsleben einsteigen wollen/muessen...
ich selbst habe waehrend meinem Wehrdienst Sprachkurse gemacht, um geistig fuers Studium fit zu bleiben: gab einige, die sich in 15 Monaten den Verstand weggesoffen haben: und dann recht schnell an der TU Muenchen aus dem Studium rausgeprueft worden sind, da die dort aus Prinzip in Ggs zu zB Karlsruhe keine Stuetz- bzw Wiedereinsteigerkurse angeboten hatten...

satellitenabsturz:
verweise Dich auch auf die 60er Jahre: da haben Amis und Franzosen im Pazifik fleissig ueberirdische A-Bombenversuche gemacht... und nur ganz nebenbei das EMP-Problem entdeckt: eine in sehr grosser Hoehe gezuendete Nuklearbombe richtet keinen sofort sichtbaren Schaden an Menschen an, zerstoert wohl aber Elektronik: insbesondere die Eingangstransistoren, damals die hochempfindlichen Feldeffekttransistoren der Funkgeraete, ueberleben sowas nicht... haben sich eine ganze Menge Schiffe ploetzlich ohne Funk wiedergefunden... lediglich die Saurier unter den Geraeten, noch mit Roehren bestueckt, ueberleben sowas...

Okokea
20.12.2004, 16:16
Original von Nelson-III:


Original von Okokea:

Jemand hier, der uns sagen kann, wie hoch derzeit die GPS-Abweichungen im Roten Meer bzw im Persisch/Arabischen Golf sind?!

Bin sicher, dass die Abweichung um zB die Flugzeugtraeger herum wesentlich groesser ist, als die Genauigkeit, die ein Koenner mit Sextant erzielen kann...

.........

und was hat die Amis ueberhaupt bewegt, die Ungenauigkeiten aufzuheben?




Durch DGPS sind die Ungenauigkeiten ohnehin aufgehoben. Daher lohnte die Signalverrauschung nicht mehr.
Das Militär wird die GPS-Signale selbst genau brauchen (Die haben aber eine andere Signalauswertung)

--
Und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel!


DGPS
war meines Wissens auf Europa beschraenkt, und da vor allem Atlantik und Nordsee...
lebte ja vom korrekturausgleich durch erdgestuetzte Sender
bin auch nicht sicher, dass es ueberhaupt noch betrieben wird...

das US-Militaer selbst hat natuerlich die Korrekturen...

hatte das Vernuegen, so ca 1997 in Monaco als Besucher auf ein amerikanisches Forschungsschiff zu kommen, was mein amerikanischer Kolllege als "CIA-Vessel" bezeichnete; die waren unterwegs Richtung Persischer Golf, um GPS-gesteuert geologische Karten zu zeichnen, auf der Suche nach gewissen Bodenschaetzen, auch wenn das nicht offen gesagt wurde... um wirklich genau messen und auswerten zu koennen, war die Schiffsteuerung beim Messen einem Computer ueberlassen... konnten wohl mindestens 4000 Meter tief auswerten, ich meine die Erdkruste, nicht das Wasser

Outspan
20.12.2004, 17:00
GPS gibt es immer noch, ist aber, wie schon gesagt wurde, auf Europa beschränkt. Nachteil: zusätzlicher Empfänger erforderlich.
Es gibt mittlerweile 2 weitere GPS-Erweiterungssysteme:
- das WAAS-System, das die USA und Mittelamerika abedeckt
- das EGNOS-System, das Europa inkl. Mittelmeer und den Ostatlantik abdeckt.

Es gibt bereits GPS-Empfänger, die sowohl GPS als auch WAAS- und EGNOS-Siganale empfangen und auswerten können. WAAS funktioniert bereits voll, EGNOS ist noch im Test und soll ab 2005 voll arbeiten.

Das Rote Meer wird von keinem dieser Systeme abgedeckt.
Gruß
Paul

sailtime
20.12.2004, 17:06
Mal ehrlich, jenseits aller Diskussionsinhalte. Ich bin mir nicht
sicher, ob einige der Sextant-Puristen jemals mit so einem Gerät
ernsthaft Navigation betrieben haben.Als ich vor Jahren an der Seefahrtsschule Cuxhafen mein Sporthochseeschifferzeugnis machte,
wurden die Ortsberechnungen noch ganz nach alter Sitte gemacht:
Nach Semiversus-Formel mit mehrfacher Interpollation in Logarithmen-
tafeln-trotz HO. Die Bemühungen, das Erlernte parat zu halten, verebbten im Laufe der Zeit. Wollte ich es heute machen, müsste ich
fast wieder von vorn anfangen,weil GPS einfach die Navigation völlig
revolutionierte.Die ehrgeizigen Wettbewerbe an Bord,möglichst genaue
Standorte m.H. der klassischen Navigation zu erreichen, hatten
plötzlich ihren Reiz verloren, was ich allerdings immer bedauert
habe.Wer mit dem Sextanten einigermassen sicher navigieren will,
muss ständig üben.Und selbst dabei sind auf einem kleinen schwankenden Schiff Fehlerquoten von 1 Bogenminute nichts Ungewöhn-
liches.Einigermassen einzuschätzen war das eigentlich nur über
Mehrfach-Kontrollmessung und-Berechnung.Wer würde das heute noch
machen, nur um das GPS-Ergebnis oder gar das Versagen des Gesamtsys-
tems kontrollieren zu können?Ganz davon abgesehen, dass man in unseren nördlichen Breiten schon wirklich Glück haben muss, einiger-
massen häufig sinnvolle Übungsbedingungen anzutreffen.
Die Tendenz geht doch einfach in Richtung blinde Anwendung von
Elektronik.Da reicht nicht einmal ein genauer GPS-Standort und
eine Seekarte,sondern es muss schon mehr und mehr eine elektronische
auf einem Mäusekino sein,mit sichtbarer Bewegungsdarstellung wie
beim Auto, damit man sicher ist, wo man sich befindet nach dem
Glaubenssatz:You get what you see.Deshalb behaupte ich mal einfach:
Es mag nur noch wenige ältere Segler geben die in der Lage sind,
überhaupt eine terrestrische Koppelnavigation noch halbwegs genau
hinzukriegen, von astronomischer erst garnicht zu reden, weil selbst
das einfachste Hand-GPS Hirnakrobatik über die mögliche Grössenord-
nung von Abdrift und Strom i.d.R. überflüssig macht.
-Ausnahmen mögen die Regel bestätigen-, aber theoretisches Wissen
kann die für einen evtl. Ernstfall erforderliche Praxis nicht ersetzen.
zwiespältig, sailtime

cometsegler
20.12.2004, 17:07
Original von Outspan:
DGPS gibt es immer noch, ist aber, wie schon gesagt wurde, auf Europa beschränkt....




sollte wohl DGPS sein...

engertsberger
20.12.2004, 17:36
@sailtime

DANKE so isses, und gerade die, die am meisten GPS als nicht wirklich brauchbar finden navigieren damit.

Heinz

Outspan
20.12.2004, 19:36
Original von cometsegler:


Original von Outspan:
DGPS gibt es immer noch, ist aber, wie schon gesagt wurde, auf Europa beschränkt....




sollte wohl DGPS sein...



Natürlich, sorry!
Paul

Outspan
20.12.2004, 19:45
Thema Sextant hatte ich vorhin vergessen.
Es macht eigentlich schon auch Spass, ab und zu auf der Terasse den Sextanten aus der Kiste zu holen und die Sonne ins Altöl bzw. Rübenkraut zu setzen.
Ich habe einen kleinen Sharp Rechner programmiert und zusätzlich ein Astroprogramm auf dem Laptop installiert. Damit ist Astronavigation nicht so die ganz große Schwierigkeit. Da braucht man weder semiversus noch sonst was. Nur eine Karte. Jetzt kann natürlich auch noch der Laptop kaputt gehen. Der Scharp geht bestimmt nicht kaputt. Der tut es schon seit 20 Jahren und zwar mit einer Batterie. Und für den Notfall habe ich mein Basic Programm noch auf dem Kassettenrekorder abgespeichert. Ganz schön modern?!
Gruß
Paul

7seas
20.12.2004, 21:12
Original von Okokea:.....und dazu gehoert auch, unabhaengig von Bush zu sein... das bisherige GPS ist ja ein rein militaeriches...

die amis werden dir dafür auch sehr zu dank verpflichtet sein, dass du das von ihnen kostenlos zur verfügung gestellte system nicht nutzen willst.


.....die Europaeer entwickeln ein ziviles... weiss aber nicht, wo die jetzt sind...

wird noch ein weilchen dauern, sportsfreund, bis galileo dereinst funktioniert. wenn ich daran denke, wie kläglich euere industrie mit dem autobahn maut system versagt hat, bleibt mir lediglich ein hämisches grinsen für die gps verweigerer.
und wenn du dann im ernst noch daran glaubst, dass galileo wirklich demeinst kostenlos bleibt für uns segler und für uns autofahrer und für uns flieger, und und und, kann ich nur staunen ob soviel naivität.


.....ansonsten: bin kein Gegner von GPS: wenn Du nahe der Kueste in starkem Stromversatz bist, ist ein GPS eine wertvolle Hilfe...

das sehe ich auch so. diese situation ist eine von hundert ähnlichen, wo kein vernünftiger mensch auf gps verzichten würde. was einem ja nicht daran hindert, trotzdem über die amis hinzuziehen.
--
Segler über 7seas

7seas
20.12.2004, 21:29
Original von Okokea:....Bin sicher, dass die Abweichung um zB die Flugzeugtraeger herum wesentlich groesser ist, als die Genauigkeit, die ein Koenner mit Sextant erzielen kann...

wenn es nicht zum lachen wär, was du hier erzählst, wärs zum heulen.

ich hocke seit mehr als einem jahr in der nähe des suez-kanal ausganges, nördlich von zypern. praktisch wöchentlich kommen welche, die durchs rote meer gesegelt oder gedampft sind. keiner hatte je direkten kontakt mit piraten. wenn einer was sagt, dann hat er`s vom hörensagen. meistens wird wohl nichts daran sein.
aber von gestörtem oder weniger genauen gps habe ich vor ort noch nie was gehört.

klar gibt es situationen, wo die gps genauigkeit in begrenzten zonen während kurzer zeit auf einige hundert meter abnimmt. das ist immer dann, wenn ein satellit ausfällt oder zu wartungszwecken abgestellt wird. die wartung wird aber in der regel auf der website von gps angekündigt.

--
Segler über 7seas

rotbart
20.12.2004, 21:51
Original von sailjojo:
Wer hat in letzter Zeit wirklich mit Sextant navigiert? Ist das erlernen noch zeitgemäß und notwendig für die anstehende Langfahrt? Das Thema: "wenn der Strom ausfällt" ist bekannt!Freue mich über andere Argumente. Bitte Tips zum Kauf... handbreit

Ja
ich kann sogar noch die Ausbildung für die Nutzung des Sextanten geben. Und die GPS Gläubigkeit ist schön - aber was passiert wenn ihr mitten im Atlantik keinen Strom mehr habt - Hat`s schon gegeben



--
Mast und Schotbruch

skipklaus
20.12.2004, 22:44
@rotbart:

alles nur ne Frage der Batterien. Oder zweimal am Tag das Hand-GPS angeschaltet, da halten 2 AA-Batterien nen ganzen Atlantiktörn. Mit doppelt soviel Standort als mit Sextant. Und das für zwei-mark-fuffzig. Und als Ersatzgerät das billigste GPS, das es überhaupt nur gibt. Selbst mein altes Magellan GPS 300, das ich noch in Reserve habe, tuts da noch. Und mit ner Handvoll Batterien segel ich um die Welt.

Kann mir vorstellen, es tut weh, aber Sextant braucht wirklich keiner mehr...
--
Fair winds and clear skies

[ Dieser Beitrag wurde von skipklaus am 20.12.2004 editiert. ]

engertsberger
21.12.2004, 00:09
Und die GPS Gläubigkeit ist schön - aber was passiert wenn ihr mitten im Atlantik keinen Strom mehr habt - Hat`s schon gegeben

Gerade du müsstest wissen das man Batterien tauschen kann, das wissen alle Ausbildner aber es gibt auch welche die kaufen neue Taschenlampen :-)

1. würde ich bei den Preisen für ein GPS sowieso minimum 2 mitnehmen
2. externe Stroversorgung Batterie nur im Notfall


Hat`s schon gegeben
Da kann ich auch schreiben wenn mich ein Dampfer rammt das hat es auch schon gegeben.

Heinz

blue_water
21.12.2004, 01:38
Hallo,
ich hab mir vor ein paar Jahren einen Davis Mark 15 zugelegt. Das ist ein Plastikmodell, Kostenpunkt damals $129. Nicht so schick wie die Bronzedinger, dafuer leicht. Mit ein bisschen ueben funktioniert das ganz gut. Man kann sich die semiversus Geschichte mit einem Taschenrechner sparen, die ganze Prozedur dauert mit nachrechnen etwa eine halbe Stunde pro Standlinie. Ich komm normalerweise auf eine Genauigkeit von etwa 20nm, haengt etwas vom Wellengang ab. Im Prinzip reicht das um nah genug an Land ranzukommen und dann kann man ja auf terrestrisch umschalten. Das Teil ist auf jedem Toern dabei, einfach weil es Spass macht auf die traditionelle Weise zu navigieren, nicht aus praktischen Gruenden, dazu ist das im Notfall einfach zu langsam und ungenau. Ansonsten habe ich natuerlich immer ein GPS dabei (mit Ersatzbatterien, klar), das auch ganz klar den Vorzug bei der Positionsbestimmung hat.
Gruss,
Paul
--
N40°47` W73°58` _/)__/)/)___

apiroma
21.12.2004, 07:45
Zum Thema GPS in der Fliegerei:
Klar wird GPS genutzt (es heißt ja so schön, man sollte alle zeitgemäßen/verfügbaren Navigationsmittel nutzen). Aber man sollte sich nie auf das GPS allein verlassen. Wenn du den Kurs falsch eingibst, dann fährt oder fliegt das GPS die Maschine in die ungeplante Richtung, auch wenn das Teil richtig anzeigt. Deswegen wird ja auch mit der Karte normalerweise mitgeplottet oder mit dem Sextanten 1 mal täglich kontrolliert. Somit fallen Unregelmäßigkeiten auf. Aber wenn du nur 2 GPS dabei hast, kannst du im Fehlerfall (Posi-Abweichung) halt nicht feststellen, welches den Wurm enthält.
--
Do not touch a working system

cometsegler
21.12.2004, 08:54
Original von rotbart:


Original von sailjojo:
Wer hat in letzter Zeit wirklich mit Sextant navigiert? Ist das erlernen noch zeitgemäß und notwendig für die anstehende Langfahrt? Das Thema: "wenn der Strom ausfällt" ist bekannt!Freue mich über andere Argumente. Bitte Tips zum Kauf... handbreit

Ja
ich kann sogar noch die Ausbildung für die Nutzung des Sextanten geben. Und die GPS Gläubigkeit ist schön - aber was passiert wenn ihr mitten im Atlantik keinen Strom mehr habt - Hat`s schon gegeben



--
Mast und Schotbruch



mitkoppeln und weitersegeln

Kolumbus hat Amerika ohne GPS entdeckt, nicht einmal einen Sextanten hatte er dabei, er hat sogar den Weg zurück gefunden.

Habt ihr alle keinen Kompass mehr an Bord?????

Andreas


[ Dieser Beitrag wurde von cometsegler am 21.12.2004 editiert. ]

Molly
21.12.2004, 09:00
Original von skipklaus:
@rotbart:

alles nur ne Frage der Batterien. Oder zweimal am Tag das Hand-GPS angeschaltet, da halten 2 AA-Batterien nen ganzen Atlantiktörn. Mit doppelt soviel Standort als mit Sextant. Und das für zwei-mark-fuffzig. Und als Ersatzgerät das billigste GPS, das es überhaupt nur gibt. Selbst mein altes Magellan GPS 300, das ich noch in Reserve habe, tuts da noch. Und mit ner Handvoll Batterien segel ich um die Welt.

Kann mir vorstellen, es tut weh, aber Sextant braucht wirklich keiner mehr...
--
Fair winds and clear skies

[ Dieser Beitrag wurde von skipklaus am 20.12.2004 editiert. ]



Hallo skip!

Deine Meinung teile ich nicht! Das Problem sind ja wohl nicht die Batterien, da kann man sich entsprechend versorgen oder mit Solarladegräten Akkus aufladen. Was aber, wenn das Gerät wegen Feuchtigkeit ausfällt, oder durch Unachtsamkeit vom Tisch fällt? Natürlich würde ich auch ein zweites Gerät mitnehmen, das ist klar. Aber trotzdem möchte ich bei einem Atlantiktörn zumindest Grundkenntnisse der Astro-Navigation haben um mich notfalls damit durchzuwurschteln. Auch wenn meine Ergebnisse als Anfänger mangelhaft sein werden, würde es mich auf jeden Fall psychisch stark beruhigen, wenn ich einen Sextanten an Bord hätte und einigermaßen damit umgehen könnte.

Gruß
Molly


--
www.molitorfj.de

skipklaus
21.12.2004, 09:06
Original von Molly:
.... Was aber, wenn das Gerät wegen Feuchtigkeit ausfällt, oder durch Unachtsamkeit vom Tisch fällt?



Und wenn dir der Sextant runterfällt und verbogen ist?

Übrigens schläft meiner schon mind. seit 5 Jahren in seiner Holzkiste. Hätte nicht mal vernünftige Tabellen dabei

--
Fair winds and clear skies

Molly
21.12.2004, 09:08
Original von cometsegler:


Original von rotbart:


Original von sailjojo:
Wer hat in letzter Zeit wirklich mit Sextant navigiert? Ist das erlernen noch zeitgemäß und notwendig für die anstehende Langfahrt? Das Thema: "wenn der Strom ausfällt" ist bekannt!Freue mich über andere Argumente. Bitte Tips zum Kauf... handbreit

Ja
ich kann sogar noch die Ausbildung für die Nutzung des Sextanten geben. Und die GPS Gläubigkeit ist schön - aber was passiert wenn ihr mitten im Atlantik keinen Strom mehr habt - Hat`s schon gegeben

--
Mast und Schotbruch



mitkoppeln und weitersegeln

Kolumbus hat Amerika ohne GPS entdeckt, nicht einmal einen Sextanten hatte er dabei, er hat sogar den Weg zurück gefunden.

Habt ihr alle keinen Kompass mehr an Bord?????

Andreas


[ Dieser Beitrag wurde von cometsegler am 21.12.2004 editiert. ]



Hallo Andreas!

Habe selten so einen Blödsinn gelesen!

Es geht doch nicht darum, Amerika zu finden, (da landest Du automatisch, wenn Du raumschots segelst) sondern vordringlich darum, Untiefen bzw. Riffs auszuweichen - und das ist mit einem Kompaß nun mal nicht möglich.

Im Übrige halte ich das Finden einer Riffdurchfahrt per Sextant ebenfalls für unmöglich! Man kann sich vielleicht rantasten und dann per Ausguck vom Mast die Passage finden aber niemals mit dem Sextanten sicher dinduch navigieren.

Gruß
Molly
--
www.molitorfj.de

Okokea
21.12.2004, 09:39
Original von 7seas:


Original von Okokea:....Bin sicher, dass die Abweichung um zB die Flugzeugtraeger herum wesentlich groesser ist, als die Genauigkeit, die ein Koenner mit Sextant erzielen kann...

wenn es nicht zum lachen wär, was du hier erzählst, wärs zum heulen.

ich hocke seit mehr als einem jahr in der nähe des suez-kanal ausganges, nördlich von zypern. praktisch wöchentlich kommen welche, die durchs rote meer gesegelt oder gedampft sind. keiner hatte je direkten kontakt mit piraten. wenn einer was sagt, dann hat er`s vom hörensagen. meistens wird wohl nichts daran sein.
aber von gestörtem oder weniger genauen gps habe ich vor ort noch nie was gehört.

klar gibt es situationen, wo die gps genauigkeit in begrenzten zonen während kurzer zeit auf einige hundert meter abnimmt. das ist immer dann, wenn ein satellit ausfällt oder zu wartungszwecken abgestellt wird. die wartung wird aber in der regel auf der website von gps angekündigt.

--
Segler über 7seas


Seitdem den Amis einem ihrer KriegsSchiffe, das im Jemen vor Anker lag, ein grosses Loch in den Rumpf gesprengt worden ist, sind die arg allergisch gegen alles, was sich ihren Basen naehert...
schon mal die schwimmende Wand gesehen, die sie im Archipel de la Maddalena um ihre basis gebaut haben (isola san stefano), um Kamikazeattacken vorzubeugen... ist im uebrigen eine Basis, in der Atom-u-Boote gewartet werden...
gut, im Archipel segelt man mit Augapfelnavigation... und ich bin zwei mal mit den Glénans dort gesegelt; und in dieser renommiertesten der frz Segelschulen wird GPS prinzipiell nicht angeschaltet, gelegentlich das Display sogar zugeklebt... kann also nicht sagen, ob um diese Basis herum das Signal auch gestoert waere...

die meisten durchqueren das Rote Meer, ohne ueberhaupt irgendwo anzulegen... oder auch nur zu ankern... auffaellige Landmarken sind auch relativ rar, KuestenKartographie wahrscheinlich auch noch aus der Kolonialzeit wie in manchen Ecken der Antillen... wie will denn da einer merken, ob das GPS ungenau ist oder nicht... wenn das dort 2 oder 5 Meilen abweicht, woran feststellen?!

und: war in den letzten 2 Wochen im Nice-matin: die Franzosen haben 3 Kriegsschiffe an saudi-arabien ausgeliefert... peinlicherweise ist eines nicht angekommen, sondern sitzt auf einem Riff im Roten Meer... mit welcher Besatzung die convoyage gemacht wurde, weiss ich nicht... ist in der Presse auch nicht hochgespielt worden... aber schon extrem peinlich... nagelneues Schiff... auf GPS vertraut?

Piraten: ob die, die wirklich Piratenkontakt oder Probleme hatten, noch bei Dir vorbeikommen, um das persoenlich zu erzaehlen... oder eher schauen, den nahen osten, und alles, was dem kulturmaessig aehnelt, fluchtartig zu verlassen... oder womoeglich gar kein Reisebudget mehr haben... Hympendahl hat ein spannendes Buch dazu geschrieben... gibt auch Webseiten, die da versuchen, alle Ueberfaelle u sammeln...

und ich sags nochmal, ich bin k e i n GPS-Gegner... finde aber genug Argumente, die auch fuer einen Sextant sprechen... zumindest fuer Langfahrtsegler...
ansonsten bin ich ein Anhanger von Augapfelnavigation...



[ Dieser Beitrag wurde von Okokea am 21.12.2004 editiert. ]

cometsegler
21.12.2004, 09:59
Original von Molly:


Original von cometsegler:


Original von rotbart:
Ja
ich kann sogar noch die Ausbildung für die Nutzung des Sextanten geben. Und die GPS Gläubigkeit ist schön - aber was passiert wenn ihr mitten im Atlantik keinen Strom mehr habt - Hat`s schon gegeben

--
Mast und Schotbruch



mitkoppeln und weitersegeln

Kolumbus hat Amerika ohne GPS entdeckt, nicht einmal einen Sextanten hatte er dabei, er hat sogar den Weg zurück gefunden.

Habt ihr alle keinen Kompass mehr an Bord?????

Andreas


[ Dieser Beitrag wurde von cometsegler am 21.12.2004 editiert. ]



Hallo Andreas!

Habe selten so einen Blödsinn gelesen!

Es geht doch nicht darum, Amerika zu finden, (da landest Du automatisch, wenn Du raumschots segelst) sondern vordringlich darum, Untiefen bzw. Riffs auszuweichen - und das ist mit einem Kompaß nun mal nicht möglich.

Im Übrige halte ich das Finden einer Riffdurchfahrt per Sextant ebenfalls für unmöglich! Man kann sich vielleicht rantasten und dann per Ausguck vom Mast die Passage finden aber niemals mit dem Sextanten sicher dinduch navigieren.

Gruß
Molly
--
www.molitorfj.de



Hallo Molly, erst einmal lesen und dann schreiben. Die Frage war: - aber was passiert wenn ihr mitten im Atlantik keinen Strom mehr habt - Hat`s schon gegeben

Deine Riffe wirst du kaum mitten im Atlantik finden und die Antwort, was der Sextant dir im Riff hilft, hast du dir schon selbst gegeben, da hilft auch kein GPS!

Hast du dir eigentlich schon mal überlegt, welche Hilfe der Sextant in deinen Händen bringt? Hast du schon mal einen Sextanten in den Händen gehalten, vielleicht mal auch nur auf dem Land einen Sonnenschuß gemacht und nach der Berechnung festgestellt, dass man sich um Meilen vermessen und verrechnet hat?

Mitkoppeln kannst du auch trotz GPS weiterhin üben, und für die Frage (bitte oben nachlesen) reicht es allemal.

Also, bevor du Urteile über den Sinn oder Unsinn schreibst, erst einmal nachdenken.

Andreas

Belem
21.12.2004, 10:10
Original von cometsegler:Kolumbus hat Amerika ohne GPS entdeckt, nicht einmal einen Sextanten hatte er dabei, er hat sogar den Weg zurück gefunden.

Einen Sextanten hatte Kolumbus nicht, der war noch nicht erfunden.
Allerdings gab es mit Jakobstab und Astrolabium bereits Instrumente
zur Winkelmessung und damit zur Bestimmung der geographischen Breite.
Mit der Länge sollte es noch dauern bis genau gehende Uhren zur Ver-
fügung standen.

Belem

Nelson-III
21.12.2004, 10:20
Original von Outspan:
Thema Sextant hatte ich vorhin vergessen.
Es macht eigentlich schon auch Spass, ab und zu auf der Terasse den Sextanten aus der Kiste zu holen und die Sonne ins Altöl bzw. Rübenkraut zu setzen.
Ich habe einen kleinen Sharp Rechner programmiert und zusätzlich ein Astroprogramm auf dem Laptop installiert. Damit ist Astronavigation nicht so die ganz große Schwierigkeit. Da braucht man weder semiversus noch sonst was. Nur eine Karte. Jetzt kann natürlich auch noch der Laptop kaputt gehen. Der Scharp geht bestimmt nicht kaputt. Der tut es schon seit 20 Jahren und zwar mit einer Batterie. Und für den Notfall habe ich mein Basic Programm noch auf dem Kassettenrekorder abgespeichert. Ganz schön modern?!
Gruß
Paul





Mein Sharp hat leider vor einige Jahren den Geist aufgegeben, der Backup leider auch! Aber das Bobby-Schenk-Programm habe ich nioch auf dem Notebook!
--
Und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel!

Nelson-III
21.12.2004, 10:24
Original von rotbart:


Original von sailjojo:
Wer hat in letzter Zeit wirklich mit Sextant navigiert? Ist das erlernen noch zeitgemäß und notwendig für die anstehende Langfahrt? Das Thema: "wenn der Strom ausfällt" ist bekannt!Freue mich über andere Argumente. Bitte Tips zum Kauf... handbreit

Ja
ich kann sogar noch die Ausbildung für die Nutzung des Sextanten geben. Und die GPS Gläubigkeit ist schön - aber was passiert wenn ihr mitten im Atlantik keinen Strom mehr habt - Hat`s schon gegeben



--
Mast und Schotbruch



Oder der Sextant runterfällt?
Mann, es gibt Batterien und ein billiges Zweitgerät. Selbst ich hatte aber nie einen Zweitsextanten an Bord! Und nach 2 Wochen schlechten Wetters hätte ich nicht mal einen gebraucht!
--
Und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel!

apiroma
21.12.2004, 16:28
Außerdem kann GPS von bodengebundenen Sender gestört werden (vielleicht zufällig in bekannten Piratengebieten???).
Die Schaltpläne sind ohne Probleme zu bekommen (Internet läßt grüßen).
NEIN; ICH BAUE KEINEN S-Sender aber es ist mit einem Bastelsystem möglich, GPS-Empfang im Umkreis von fast 200 km zu stören.
Zu Fragen empfehle ich mal Dr Dish-TV zu gucken oder die Tele-Satelite -international mit dem Beitrag über GPS anzufordern
--
Do not touch a working system

umbe
21.12.2004, 16:41
Original von apiroma:
Außerdem kann GPS von bodengebundenen Sender gestört werden (vielleicht zufällig in bekannten Piratengebieten???).


..und was hilft Dir in dem Fall der Sextant? Willst Du die Piraten damit bewerfen?
Du wirst wohl einfach nur sehen, dass Du weg kommst und kaum Zeit für eine Positionsbestimmung per Sextant haben. (Im ungestörten Fall, der wohl die Regel ist, wäre ein Kartenplotter, auf dem Du die Riffs erkennen kannst wohl 1000mal mehr wert!)

Belem
21.12.2004, 16:42
Original von apiroma:
Außerdem kann GPS von bodengebundenen Sender gestört werden (vielleicht zufällig in bekannten Piratengebieten???).
Die Schaltpläne sind ohne Probleme zu bekommen (Internet läßt grüßen).

Also mich grüßt das Internet nicht, aber man kann nach "Jamming"
gugeln. Die Empfangssignale der GPS-Sender auf der Erde sind äußerst
schwach, so dass man mit passenden Störsendern auf den GPS-Frequenzen
den Empfang ziemlich einfach beinträchtigen kann.

Das Problem, das Anwendungen wie die Luftfahrt mit GPS haben, ist die
Möglichkeit, dass ein fehlerhafter Satellit längere Zeit (mehrere
Stunden) falsche Informationen verbreitet, bevor das entdeckt wird.
Für die Schifffahrt ist das kaum von Bedeutung, für die Luftfahrt
aber inakzeptabel. Das ist einer der Verbesserungen, die Galileo
bieten wird.

Es gab darüber vor einiger Zeit mal einen ziemlich detaillierten
Artikel in den Nautischen Nachrichten der Kreuzerabteilung des DSV.

Belem

Molly
21.12.2004, 19:09
Original von cometsegler:


Original von Molly:


Original von cometsegler:


Original von rotbart:
Ja
ich kann sogar noch die Ausbildung für die Nutzung des Sextanten geben. Und die GPS Gläubigkeit ist schön - aber was passiert wenn ihr mitten im Atlantik keinen Strom mehr habt - Hat`s schon gegeben

--
Mast und Schotbruch



mitkoppeln und weitersegeln

Kolumbus hat Amerika ohne GPS entdeckt, nicht einmal einen Sextanten hatte er dabei, er hat sogar den Weg zurück gefunden.

Habt ihr alle keinen Kompass mehr an Bord?????

Andreas


[ Dieser Beitrag wurde von cometsegler am 21.12.2004 editiert. ]



Hallo Andreas!

Habe selten so einen Blödsinn gelesen!

Es geht doch nicht darum, Amerika zu finden, (da landest Du automatisch, wenn Du raumschots segelst) sondern vordringlich darum, Untiefen bzw. Riffs auszuweichen - und das ist mit einem Kompaß nun mal nicht möglich.

Im Übrige halte ich das Finden einer Riffdurchfahrt per Sextant ebenfalls für unmöglich! Man kann sich vielleicht rantasten und dann per Ausguck vom Mast die Passage finden aber niemals mit dem Sextanten sicher dinduch navigieren.

Gruß
Molly
--
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Hallo Molly, erst einmal lesen und dann schreiben. Die Frage war: - aber was passiert wenn ihr mitten im Atlantik keinen Strom mehr habt - Hat`s schon gegeben

Deine Riffe wirst du kaum mitten im Atlantik finden und die Antwort, was der Sextant dir im Riff hilft, hast du dir schon selbst gegeben, da hilft auch kein GPS!

Hast du dir eigentlich schon mal überlegt, welche Hilfe der Sextant in deinen Händen bringt? Hast du schon mal einen Sextanten in den Händen gehalten, vielleicht mal auch nur auf dem Land einen Sonnenschuß gemacht und nach der Berechnung festgestellt, dass man sich um Meilen vermessen und verrechnet hat?

Mitkoppeln kannst du auch trotz GPS weiterhin üben, und für die Frage (bitte oben nachlesen) reicht es allemal.

Also, bevor du Urteile über den Sinn oder Unsinn schreibst, erst einmal nachdenken.

Andreas





Hallo Andreas!

Auf der Homepag der ARC-Teilnehmer von "Wir hauen ab.de" findest Du am 18.11. u.a. diesen Satz:

Später ist der Sextant-Kursus. Über hundert Segler der ARC lassen sich an der Hafenmole in die Handhabung des empfindlichen Winkelmessgerätes einweisen. Zitatende.

--

Da segeln hunderte von Booten zum gleichen Ziel und alle haben einen Sextanten an Bord (wenn ich mich recht erinnere, ist es sogar Pflicht!?)

Warum nur?

Weil sie natürlich alle mit evtl. Stromausfall rechnen.

Und nun die Frage: Warum verlassen die sich nicht alle, wie Du auf den Kompaß!

Im Übrigen habe ich einen, wenn auch nur zum Üben.

Weiterhin möchte ich noch darauf hinweisen, daß man damit an Land nicht messen und gleichzeitig ausrechnen kann, da mir die entsprechende Kimm fehlt.

Verrechnen ist bei dem von mir entwickelten Formular so gut wie unmöglich. (Das Problem ist nicht das Rechnen sondern die Messung!) Ich habe es hier mal vorgestellt und zum kostenlosen Kopieren zur Verfügung gestellt. Die Nachfrage war riesig: genau 2 Leute haben mich angemailt. Es interessiert sich offensichtlich kaum ein Mensch dafür. Mir wäre er an Bord aber auf jeden Fall wichtig!

Wenn Du dich jemals allein auf die Kompaßnavigation verlassen hättest, würdest Du wissen, dass gerade der Stromversatz eine völlig unberechnbare Größe ist und auf solchen Entfernungen zu unglaublichen Abweichungen führt.

Amerika triffst Du so schon, fragt sich nur Nord oder Süd - aber im Notfall spielt das letztendlich dann auch keine Rolle!

Gruß
Molly


--
www.molitorfj.de

Rheinsegler
21.12.2004, 20:11
Jetzt muß ich auch meinen Senf dazugeben:

Ich liebe meinen Sextanten, aber ich sehe das mehr als "Historisches Hobby" und nicht als Notwendigkeit.

Argumente gegen den Sextanten:

- viel empfindlicher als ein Hand-GPS. Das Argument "runterfallen" wurde ja schon wiederholt vorgetragen. Das ist viel wahrscheinlicher als der ominöse Blitzeinschlag.

- langsam und ungenau. Man kann nicht jederzeit eine exakte Position fixen.

- Ein Seekranker Navigator kommt damit nicht mehr zurecht.

- Auf der ARC werden die Dinger nicht mitgeschleppt weil es sinnvoll ist, sondern weil der Veranstalter die Schnapsidee hatte, das vorzuschreiben.

Argumente für den Sextanten:

- Es macht Spaß!

- er ist extrem nützlich in der terrestischen Navigation (leider weiß das heute kaum noch jemand, selbst beim SHS braucht man nicht zu wissen, wie eine Horizontalwinkelmessung funktioniert).

- Basisnavigation mit dem Sextanten ist einfach. Die angeführte Barfußroute kann man mit einer einfachen Messung (Mittagsbreite) halten. Die Rechnung beschränkt sich auf ein wenig Addieren/Subtrahieren, das geht sogar ohne Tabellen und Hilfsmittel, wenn man Grundkenntnisse des Sonnenlaufes hat. Die Länge wird gekoppelt und (grob) über die Mittagslänge kontrolliert.

- Astronomische Navigation erweitert den "Erkenntnisraum" des Navigators erheblich, er wird auch in anderen Disziplinen der Navigation besser.


Zusammengefaßt: Kein Mensch "braucht" heute noch einen Sextanten. Die fantastische Genauigkeit der "es geht nicht ohne Rufer" möchte ich in der Praxis gerne mal sehen (mit Schüssen von einer 12-Meter-Yacht bei 4 Metern Seegang, nicht vom Balkon), aber es braucht heute auch kein Mensch ein Segelboot. Man kommt mit moderneren Verkehrsmitteln überall schneller und sicherer hin. Man sollte den Sextanten als das sehen, was er heute tatsächlich noch ist.

[ Dieser Beitrag wurde von Rheinsegler am 21.12.2004 editiert. ]

Molly
21.12.2004, 22:01
Siehe Homepage Uwe Röttgering:

28.5.1998 / 1.445 sm westlich der Azoren / 3. Tag:

Der GPS Navigator hat mir einen schönen Schrecken eingejagt! Es tat sich nichts mehr, außer daß eine rote Lampe blinkte und das Ding ab und zu herumpiepste. Ich habe mich schon mit Sextant und nautischen Tafeln hantieren sehen, doch zum Glück war der Fehler durch Auswechseln einer Knopfzelle im Empfänger, die den Speicher des Gerätes puffert, nach 1 Stunde behoben.


Aber, wer ist schon Uwe Röttgering

fragt
Molly
--
www.molitorfj.de

skipklaus
21.12.2004, 22:39
Also Molly, wo siehst du das Problem? Wir sind `92 in die Karibik gesegelt. Und wenn ich mir mein Logbuch so ansehe, sind wir etwa nen Mittelkurs von 265 Grad gesegelt. Mal mehr und mal weniger. Wie Wind und Welle halt günstig waren. Am 1. Tag haben wir auch den Sextanten probiert (3 Leute) und waren über unser Ergebnis wegen der Abweichung etwas enttäuscht. Hätten damit vermutlich keine Insel getroffen. Aber selbst wenn wir ganz ohne Navigation gewesen wären, hätten wir halt nur noch gekoppelt, 1 Tag mal 260, dann 1 Tag mal 270 Grad. Und ob du dann in Antigua oder St. Lucia rauskommst, was solls? Hätten wir halt die Brötchenmethode angewandt. War auch bei den Cornell`schen Vorträgen und erfahrenere Skipper als ich damals meinten nur, überleg dir nen Kurs und segel den ab. Auf dieser Route kann nichts schiefgehn. Hatten aber ein ganz einfaches Einbau-GPS dabei und täglich mit unserem Koppeln verglichen. Da lagen wir gar nicht so schlecht. Und haben dann die Überfahrt dann doch in 16d 9h geschafft, was, denk ich, auch nicht so schlecht ist
--
Fair winds and clear skies

blue_water
21.12.2004, 22:54
Hallo,
Fuer diejenigen die die Methode nicht kennen (da kam das Argument "an Land gibt es keine Kimm"): Man kann sehr wohl an Land mit dem Sextanten ueben. Statt auf die Kimm zielt man auf einen mit einer dunklen Fluessigkeit gefuellten Teller (Wasser geht auch wenn der Tellerboden nicht zu sehr reflektiert). Der gemessene Winkel zur Sonne ist genau doppelt so gross wie der Winkel zwischen Sonne und Horizont. Die Beschickung fuer die Augenhoehe faellt weg. Wer eine Schaukel am See besitzt kann das ganze richtig realistisch machen :-)
Ich fand die Analogie uebrigens gut: Warum segeln wenns heute schneller geht mit Flugzeug oder Schnellfaehre? Wer macht sowas eigentlich noch und wozu ueberhaupt?
Gruss,
Paul
--
N40°47` W73°58` _/)__/)/)___

Outspan
22.12.2004, 01:00
Original von umbe:
(Im ungestörten Fall, der wohl die Regel ist, wäre ein Kartenplotter, auf dem Du die Riffs erkennen kannst wohl 1000mal mehr wert!)





Hallo umbe,
in der Theorie richtig, in der Praxis gibt es da manchmal leider große Probleme. Die Riffgebiete dieser Welt befinden sich häufig in Gegenden, die z.T. noch im 19.Jahrhundert kartographiert wurden.
Wenn die Datenbasis für Papierkarten nichts taugt, taugt sie für elektronische Karten, also auch Kartenplotter ebenso wenig.
Gruß
Paul

7seas
22.12.2004, 01:17
Original von Belem:....Das ist einer der Verbesserungen, die Galileo bieten wird....

ich gehe davon aus, dass du das in einem märchenbuch nachgelesen hast. sonst würdest du kaum über noch nicht gelegte eier schreiben.

--
Segler über 7seas

Outspan
22.12.2004, 01:31
Original von Molly:
Im Übrigen habe ich einen, wenn auch nur zum Üben.

Weiterhin möchte ich noch darauf hinweisen, daß man damit an Land nicht messen und gleichzeitig ausrechnen kann, da mir die entsprechende Kimm fehlt.




Hallo Molly,
mit dem Sextant kann man sehr gut auch an Land üben. Der Horizont wird durch eine Schale mit einer dunklen Flüssigkeit, am besten Altöl oder Rübenkraut, ersetzt. Ansonsten wird verfahren, wie von blue_water beschrieben. Wichtig ist, den gemessenen Wert zu halbieren und damit in die Rechnung zu gehen.
Ansonsten einfach mal beim alten Bobby Schenk nachlesen oder auf seiner Homepage nachsehen.
Gruß
Paul

Belem
22.12.2004, 08:34
Original von 7seas:
ich gehe davon aus, dass du das in einem märchenbuch nachgelesen hast. sonst würdest du kaum über noch nicht gelegte eier schreiben.


Vielleicht nimmst Du Dir für das in Kürze beginnende Jahr 2005 vor,
etwas freundlicher zu formulieren, lesefreundlicher zu schreiben
(Großbuchstaben) und einfach nachzufragen, wenn Du die Feststellung
eines anderen Forumteilnehmers nicht verstanden hast oder sie für
unbegründet hältst. Danke im Voraus.

Der von mir angesprochene Artikel in den Nautischen Nachrichten zu
den Eigenschaften von Funknavigationssystemen (GPS u.a.) stammt von
Uwe Petersen und erschien in der Ausgabe 1/2003 unter dem Titel
"Funknavigation - Entwicklung und Zukunft".

Was die Eigenschaften von Galileo betrifft, so wirst Du im Web zu-
geschmissen mit Informationen dazu. Und ja, das System ist in fast
all seinen Eigenschaften schon längst festgelegt, ohne dass bislang
ein Satellit fliegt.

Belem

Molly
22.12.2004, 09:41
Original von skipklaus:
Also Molly, wo siehst du das Problem? Wir sind `92 in die Karibik gesegelt. Und wenn ich mir mein Logbuch so ansehe, sind wir etwa nen Mittelkurs von 265 Grad gesegelt. Mal mehr und mal weniger. Wie Wind und Welle halt günstig waren. Am 1. Tag haben wir auch den Sextanten probiert (3 Leute) und waren über unser Ergebnis wegen der Abweichung etwas enttäuscht. Hätten damit vermutlich keine Insel getroffen. Aber selbst wenn wir ganz ohne Navigation gewesen wären, hätten wir halt nur noch gekoppelt, 1 Tag mal 260, dann 1 Tag mal 270 Grad. Und ob du dann in Antigua oder St. Lucia rauskommst, was solls? Hätten wir halt die Brötchenmethode angewandt. War auch bei den Cornell`schen Vorträgen und erfahrenere Skipper als ich damals meinten nur, überleg dir nen Kurs und segel den ab. Auf dieser Route kann nichts schiefgehn. Hatten aber ein ganz einfaches Einbau-GPS dabei und täglich mit unserem Koppeln verglichen. Da lagen wir gar nicht so schlecht. Und haben dann die Überfahrt dann doch in 16d 9h geschafft, was, denk ich, auch nicht so schlecht ist
--
Fair winds and clear skies


Hallo Klaus!

Es geht doch nicht nur um diesen einen Kurs in die Karibik. Da kannst Du auch eine Badewanne aufs Wasser setzen, die kommt auch an; es geht doch grundsätzlich ums Segeln auf Ozeanen und da gibt e weiß Gott schwierigere Routen als die von Teneriffa in die Karibik.

Im Übrigen habe ich überhaupt keine Probleme. Ich wundere mich nur, dass die Weltumsegler alle mit Sextant als Sicherheit fahren und hier die Stegsegler dieses für Mumpitz erklären. Vieleicht ist das Thema Gastlandflagge doch für die meisten das wichtigere!

Gruß
Molly



--
www.molitorfj.de

cometsegler
22.12.2004, 09:42
Original von Molly:


Hallo Andreas!

Auf der Homepag der ARC-Teilnehmer von "Wir hauen ab.de" findest Du am 18.11. u.a. diesen Satz:

Später ist der Sextant-Kursus. Über hundert Segler der ARC lassen sich an der Hafenmole in die Handhabung des empfindlichen Winkelmessgerätes einweisen. Zitatende.

--

Da segeln hunderte von Booten zum gleichen Ziel und alle haben einen Sextanten an Bord (wenn ich mich recht erinnere, ist es sogar Pflicht!?)

Warum nur?

Weil sie natürlich alle mit evtl. Stromausfall rechnen.

Und nun die Frage: Warum verlassen die sich nicht alle, wie Du auf den Kompaß!

Im Übrigen habe ich einen, wenn auch nur zum Üben.

Weiterhin möchte ich noch darauf hinweisen, daß man damit an Land nicht messen und gleichzeitig ausrechnen kann, da mir die entsprechende Kimm fehlt.

Verrechnen ist bei dem von mir entwickelten Formular so gut wie unmöglich. (Das Problem ist nicht das Rechnen sondern die Messung!) Ich habe es hier mal vorgestellt und zum kostenlosen Kopieren zur Verfügung gestellt. Die Nachfrage war riesig: genau 2 Leute haben mich angemailt. Es interessiert sich offensichtlich kaum ein Mensch dafür. Mir wäre er an Bord aber auf jeden Fall wichtig!

Wenn Du dich jemals allein auf die Kompaßnavigation verlassen hättest, würdest Du wissen, dass gerade der Stromversatz eine völlig unberechnbare Größe ist und auf solchen Entfernungen zu unglaublichen Abweichungen führt.

Amerika triffst Du so schon, fragt sich nur Nord oder Süd - aber im Notfall spielt das letztendlich dann auch keine Rolle!

Gruß
Molly


--
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Hallo Molly,

muss dich schon wieder korrigieren, tut mir wirklich leid:

Ob die Veranstalter des modernen Herdentriebs ACR den Sextanten zur Pflicht machen sei dahingestellt, damit wird der Nutzen in einer ungeübten Hand nicht bewiesen.

Ich könnte den Nutzen noch weiter einschränken, z.b. bewölkten Himmel und Ausfall des batteriebetriebenen Chronometers etc. Auch der Taschenrechner wird bei einem Blitzbedingten Elektronikausfall kaum weiterarbeiten.

Du schreibst, dass es dir verwehrt ist, zu hause im Sauerland mit dem Sextanten zu üben, daher hier noch ein kleiner Hinweis, damit du in Zukunft auch zu Hause mit dem Sextanten spielen kannst, kauf dir einen künstlichen Horizont (http://www.fpm.de/fgsext.htm#kh) und lass dir von Sellinger erklären, wie den Nautikstudenten antiquierte Navigation beigebracht wird. (Als Alternative: bei Wanderungen im Sauerland könntest du auch ein Fernglas mit eingespiegelter Wasserwaage nutzen!)

Zu deinen Befürchtungen, mitten auf dem Atlantik per Stromversatz in den Norden oder Süden versetzt zu werden. Schau dir mal die Stromkarten an, der Schulatlas sollte in diesem Fall schon reichen. Du wirst sehen, dass der Kanarenstrom direktemang von den Kanaren in die Karibik führt, da müsstest du schon einiges anstellen, um nicht in die Karibik zu kommen. Eigentlich ist der Weg von den Kanaren in die Karibik mehr vergleichbar einer Autobahn denn einer nautischen Anforderung, Grund auch für die sehr strengen Franzosen, die Anforderung an Schiff und Ausrüstung für diese Strecke nicht in der höchsten Kategorie anzusiedeln (für den Weg zurück sähe die Sache allerdings schon anders aus).

In deinen Ausführungen scheint der Kompass in heutiger Zeit keine Berechtigung mehr zu haben. dennoch funktioniert der Kompass unabhängig von Bewölkung, Zeitmesser und Strom, schon von dorther das wichtigste Instrument an Bord. Und ohne Koppelkurs wird dir die Astronavigation keine Hilfe sein, denn der gegießte Ort ist Ausgangspunkt für die Berechnung der Standlinie und wenn du nicht den Kursversatz mittels Koppelkurs zwischen zwei Sonnenschüssen berücksichtigst, wird dein Fix nicht einmal annähernd der Schiffsposition entsprechen.

Aber wie oben beschrieben, wirst du auch in diesem Fall automatisch den Weg in die Karibik finden.

Belem hat die zur Zeit Kolumbus üblichen astronomischen Instrumente, Jakobsstab und Astrolabium genannt, wobei ich bezweifle, dass diese Instrumente zumindest unterwegs auf dem Schiff genutzt wurden oder gar benutzt werden konnten, waren es doch Instrumente der Astronomen. Ob Kolumbus eine entsprechende Ausbildung genossen, oder jemand sonstiges mit entsprechender Ausbildung an Bord war, ist mir unbekannt. Ohne exaktem Zeitmesser waren Längengrade mehr Vermutungen den Ortsbestimmungen!
Hauptsächliches Navigationsinstrument war der Kompass und Koppelkurs. Selbst die Wikinger, noch ohne Kompass allenfalls mit dem sog. Sonnenstein und Kompassvorläufer ausgerüstet, hatten den Weg über den wesentlich rauheren Nordatlantik nach Amerika mit dieser Methode gefunden!

Ich habe auch auf meinem Schiff einen Freiberger herumliegen, nebst HO-Tafeln und Naut. Tabellen (jedes Jahr frisch aus dem Drucker), man kann bei längeren Seepassagen auf der Nordsee herrlich damit die Zeit vertreiben und es macht Spaß, reeller Nutzen: lim => 0

Andreas

Molly
22.12.2004, 09:46
Original von blue_water:
Hallo,
Fuer diejenigen die die Methode nicht kennen (da kam das Argument "an Land gibt es keine Kimm"): Man kann sehr wohl an Land mit dem Sextanten ueben. Statt auf die Kimm zielt man auf einen mit einer dunklen Fluessigkeit gefuellten Teller (Wasser geht auch wenn der Tellerboden nicht zu sehr reflektiert). Der gemessene Winkel zur Sonne ist genau doppelt so gross wie der Winkel zwischen Sonne und Horizont. Die Beschickung fuer die Augenhoehe faellt weg. Wer eine Schaukel am See besitzt kann das ganze richtig realistisch machen :-)
Ich fand die Analogie uebrigens gut: Warum segeln wenns heute schneller geht mit Flugzeug oder Schnellfaehre? Wer macht sowas eigentlich noch und wozu ueberhaupt?
Gruss,
Paul
--
N40°47` W73°58` _/)__/)/)___



Hallo Paul!

Daß man die Handhabung auch an Land damit üben kann, ist mir natürlich auch bekannt. Ich kann aber anhand des Nautischen Handbuches überhaupt nicht überprüfen, wie genau meine ermittelten Daten sind, da ich ja mit Winkeln operiere, die für meinen Standort in den Bergen überhaupt nicht vorhanden sind.

Gruß
Molly


--
www.molitorfj.de

cometsegler
22.12.2004, 10:03
Original von Molly:

Hallo Paul!

Daß man die Handhabung auch an Land damit üben kann, ist mir natürlich auch bekannt. Ich kann aber anhand des Nautischen Handbuches überhaupt nicht überprüfen, wie genau meine ermittelten Daten sind, da ich ja mit Winkeln operiere, die für meinen Standort in den Bergen überhaupt nicht vorhanden sind.

Gruß
Molly


--
www.molitorfj.de


Molly, das Nautische Jahrbuch tabelliert den Winkel des Sonnen/Sternenstandes. Deine Sextantmessung geht von einer dann allerdings zu korrigierenden Tangentialmessung aus.

Nutzt du den künstlichen Horizont, entfällt die Korrektur der Kimm, da der künstliche Horizont genau der Tagente entspricht, der natürliche Horizont in Folge der Erdkrümmung aber unterhalb der Tagente liegt und somit augeglichen werden muß.

Andreas


Andreas

Outspan
22.12.2004, 11:55
Original von Molly:
Daß man die Handhabung auch an Land damit üben kann, ist mir natürlich auch bekannt. Ich kann aber anhand des Nautischen Handbuches überhaupt nicht überprüfen, wie genau meine ermittelten Daten sind, da ich ja mit Winkeln operiere, die für meinen Standort in den Bergen überhaupt nicht vorhanden sind.


Hallo Molly,
vielleicht bin ich jetzt etwas begriffstutzig. Ich kenne meinen Standort an Land doch absolut genau. Was den Rechenprozess angeht hat Du recht, das Resultat kann ich aber auf jeden Fall mit noch größerer Präzision verifizieren, als das auf See mit einer GPS-Position möglich ist.
Auf jeden Fall ist das eine interessante Diskussion. Ich fürchte nur, in weiteren 20 Jahren wird das Thema Sextant nur noch in Altenheimen diskutiert. Die Entwicklung ist aber logisch. Es kann heute schon kaum mehr einer ohne Taschenrechner rechnen, geschweige denn mit einem Rechnenschieber arbeiten, was dazu führt, dass sich keine Vorstellung mehr für die Dimension der Zahlen ausbildet.
Da íst dann die Quadratwurzel aus 900 dann schon mal 300.
Nix für ungut und
Gruß
Paul


Gruß
Paul

Nelson-III
22.12.2004, 13:27
Original von Molly:

Im Übrigen habe ich überhaupt keine Probleme. Ich wundere mich nur, dass die Weltumsegler alle mit Sextant als Sicherheit fahren und hier die Stegsegler dieses für Mumpitz erklären.
Gruß
Molly
--
www.molitorfj.de


Sagt ausgerechnet jemand mit einer Sprinta Sport, der noch nciht von den Baggersasen runtergekommen ist und das Leben nur von Büchern kennt. Wer ist denn hier der Stegsegler?

Skip, 7seas und ich sind schon mehrfach ins MM, Saliara, um nur einige aus dem Forum zu nennen.

Du hast generell am Jahresende Probbleme mit dem NJ für das nächste Jahr. Je weiter Du weg bist, desto problematischer. (Sag jetzt blos nicht, dafür habe ich den PC!)

Lies mal im TOI nach!

--
Und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel!

Nelson-III
22.12.2004, 13:45
@ Molly
Nachtrag: Versteh erst mal Astronavigation, ehe Du über Nutzen, Vorteile usw. referierst.

Die Höhe brauchst Du, weil Du den Winkel gegen den Horizont mißt und je tiefer der liegt (Je höher Du stehst), desto größer wird die Korrektur.

Mit der Öllache mißt Du 2 * Winkel über dem Horizont. Einfach halbieren, da gibt es keine Augeshöhe!

Mit Deinen bisher dargelegten Kenntnissen wirst DU mit Sextant und Tabellen bestimmt nicht navigieren können! Also erst recht und speziell fürt Dich: nimm 2 Hand-GPS und einige Batterien mit!

--
Und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel!

Okokea
22.12.2004, 13:59
Info am Rande

geruechteweise (Vorposter) haben die Veranstalter der ARC die Mitnahme eines Sextanten verpflichtend gemacht...

stehen moeglicherweise Franzosen bzw. frankreichstaemmige Unternehmen dahinter...

und in Frankreich ist es bis heute verpflichtend, wenn man als Sportschiffer unter frz. Flagge in Zone I = unbegrenzte Hochsee jenseits der 200 Meilen navigieren will, muss man u.a. einen Sextanten vorweisen können.
Hatte deshalb sogar auf einem Charterboot in den Antillen einen Sextanten (leider Plastik)

weil ich gerade das Wort "Sportschiffer" schreibe:
in Deutschland muss man ja immer Leistung bringen, auch in der Freizeit
deswegen heisst das ja auch Sportboothafen, SKS, usw.
die Franzosen sind da ehrlicher:

"port de plaisance" = Vernuegungshafen im Ggs zum Fischereihafen, etc.

skipklaus
22.12.2004, 15:14
Die ARC empfiehlt die Mitnahme eines Sextanten. Es ist aber keine Verpflichtung. Siehe auch Seite 29 der Teilnahmebedingungen http://www.worldcruising.com/arc/docs/ARC04_Regs_Deut.pdf
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Fair winds and clear skies

Molly
22.12.2004, 15:49
Original von Nelson-III:


Original von Molly:

Im Übrigen habe ich überhaupt keine Probleme. Ich wundere mich nur, dass die Weltumsegler alle mit Sextant als Sicherheit fahren und hier die Stegsegler dieses für Mumpitz erklären.
Gruß
Molly
--
www.molitorfj.de


Sagt ausgerechnet jemand mit einer Sprinta Sport, der noch nciht von den Baggersasen runtergekommen ist und das Leben nur von Büchern kennt. Wer ist denn hier der Stegsegler?

Skip, 7seas und ich sind schon mehrfach ins MM, Saliara, um nur einige aus dem Forum zu nennen.

Du hast generell am Jahresende Probbleme mit dem NJ für das nächste Jahr. Je weiter Du weg bist, desto problematischer. (Sag jetzt blos nicht, dafür habe ich den PC!)

Lies mal im TOI nach!

--
Und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel!



Mein lieber Nelson!

Es tut mir leid, daß ich Dir, 7seas oder Skip nicht die gleiche Wertschätztung entgegenbringen kann wie Röttgering, Erdmann, Schenk usw. (Saliara hat sich ja zu diesem Thema noch nicht gemeldet, den akzeptiere ich allerdings!) Ihr vorhergenannten tut nichts anderes als ich mit meiner Sprinta auch, Ihr segelt von Hafen zu Hafen von Bucht zu Bucht. Ob das auf der Ostsee oder in der Ägäis ist, spielt dabei überhaupt keine Rolle. Dafür braucht man allerdings keinen Sextant.

Es ging um die Eingangsfrage, und da setze ich bei einer solchen Diskussion wochenlange Fahrten über Ozeane voraus und nicht das Küstensegeln um Korsika.

Es würde mich mal interessieren, was die Versicherung dazu sagt, wenn Du bei Ausfall des GPS strandest und Du Pantaenius erklärst, Du seiest nach Kompaß gesegelt. Den Scheck überreichen die Dir sicher mit großer Freude. Und wie jemand, der Verantwortung für 4 oder mehr Personen an Bord hat, ohne Sextant (natürlich mit den entsprechenden Kenntnissen) losfährt, ist für mich unbegreifelich, schon allein aus Haftungsgründen.

Ein Clubkamerad ist vor einigen Wochen von 5-jähriger Weltumseglung zurückgekommen (er hatte einen Sextanten zur Sicherheit mit im Gepäck!

Aber wie gesagt, Rund Korsika geht auch ohne!

Gruß
Molly

--
www.molitorfj.de

skipklaus
22.12.2004, 16:05
Molly, ich kann dich verstehen. Daher trage ich auch immer einen Fallschirm bei meinen langen Flugreisen.
--
Fair winds and clear skies

sailtime
22.12.2004, 18:12
Um mal wieder sailjojo`s Anliegen auf den Punkt zu bringen: Ich hatte meinen ersten Beitrag mit "zwiespältig" unterschrieben, weil ich seine Frage auch nicht ad hoc meit einem klaren Ja oder nein beantworten wollte. Das Für und Wider ist an den Beiträgen gut ablesbar.Ich selbst würde es aber auf jeden Fall tun und sei es nur deshalb, den Leerlauf auf Langstrecke sinn-und reizvoll auszufüllen.
Eine Mittagsbreite lässt sich auch mit weniger Übung nehmen, weil
Zeit-und Messfehler beim Zenitdurchgang nur einen relativ geringen Einfluss auf das Ergebnis haben.Zusammen mit einer gewissenhaften
Kopplung ab der letzen GPS-Position(falls wirklich mal Alles zusammenbrechen sollte ) ist das doch schon was. Sogar Abdrift und
Strom lassen sich damit grob abschätzen.
100-derte von Sextantmessern auf der Kaimauervor dem ARC-Start halte
ich allerdings für einen netten PR-Gag und eine Zugeständnis an die
Seelenlage der zukünftigen Atlantiküberquerer. Schliesslich putzen
entsprechende Fotos ungemein und machen zuhause Eindruck. Ich hab
selbst noch welche davon (grins),würde sie aber heute ganz hinten im Fotoalbum verstecken, mit der sichtbaren Seite nach unten!!



herzl.Gruss, sailtime

Rheinsegler
22.12.2004, 22:46
Wenn ich mir das alles so durchlese, dann schüttelt es mich gewaltig.

1. Wer mit Sextant navigiert und sich dann auch PC, Taschenrechner und Quarzuhr verläßt hat nicht alle Tassen im Schrank. Wenn schon, dann sollte man die "dazugehörenden" Hilfsmittel nutzen: Mechanisches Chronometer (eine Rolex tut es vollkommen), HO249 und Nautisches Jahrbuch. Wer eine antike Navigationsmethode mit elektronischen Hillfsmitteln durchführt sollte doch lieber beim GPS bleiben, er hat es einfach nicht kapiert.

2. Das Argument, das Nautische Jahrbuch sei schwer rechtzeitig zu beschaffen ist nicht wirklich stichhaltig. Das Werk enthält alle Informationen, die notwendig sind um die Werte für das Folgejahr zu interpolieren. Damit kommt man locker über die Runden, bis das neue Jahrbuch da ist.

3. Natürlich war Kolumbus in der Lage eine Breitenbestimmung astronomisch durchzuführen. Gekoppelt wurde trotzdem, das war (und ist) die Grundlage jeder sauberen Navigation. Auch die Wikinger ermittelten die Breite astronomisch, die Länge wurde ebenfalls gekoppelt. Astronomische Winkelmessungen wurden nachweislich bereits vor über 3000 Jahren durchgeführt. Ursprünglich wurde damit aber nicht der Standort ermittelt, sondern die Zeit.

4. Das Argument, die Profiliga würde generell auf den Sextanten setzten kann ich auch nicht nachvollziehen. Erdmann hat ihn auf seiner letzten Reise exakt 0 (in Worten: Null) mal benutzt, wohlgemerkt nach seiner eigenen Ausage. Das Teil wird nur aus Nostalgie mitgeschleppt, und weil es zum Image einfach dazugehört. Navigiert hat er mit einem Hand-GPS.

5. Die Behauptung ein Versicherer wie Pantaenius würde die Zahlung verweigern, weil kein Sextant an Bord war, ist schlichtweg lächerlich. Das sind typische Schauermärchen, für die niemand den geringsten Beweis zu erbringen imstande ist. Wer Zweifel hat sollte einfach mal bei der Versicherung anfragen, er bekommt eine fundierte Antwort.


In der Praxis scheitert die Mehrzahl nicht an der astronomischen Navigation, sondern an den Grundlagen. Wer koppelt denn heute noch ordentlich? Wenn ich ohne Idee wo ich bin dieses mit einem Sextanten herausfinden will, dann ist das SEHR mühsam. Knöpfchen drücken ist dann halt doch einfacher.

Warum wird eigentlich so ein Glaubenskrieg veranstaltet wegen einer Navigationsmethode, die absolut brauchbar und ebenso unnötig ist?

skipklaus
23.12.2004, 00:19
Danke Rheinsegler
--
Fair winds and clear skies

blue_water
23.12.2004, 00:30
Original von Rheinsegler:
Wenn ich mir das alles so durchlese, dann schüttelt es mich gewaltig.
(snip)

Na dann bleib du mal auf deinem Rhein. Du hast es nicht kapiert. Es macht manchen Leuten (einschliesslich mir) ganz einfach Spass unabhaengig von elektronischem Schnickschnack in der Lage zu sein sich in der Welt zurechtzufinden. Dazu gehoert sich mit Windkraft fortzubewegen und Sonne und Gestirne zu Positionsbestimmung hinzuzuziehen. Das ist sozusagen die Essenz des Segelns, unabhaengig zu sein und sich allein auf sein eigenes Koennen zu verlassen. Natuerlich ist es super wenn man sich auf elektronische Helferchen verlassen kann, und keiner verlangt dass man den nautical almanac auswendig kennt, aber das hat mit der Sache an sich wirklich nichts zu tun.
Gruss,
Paul

PS: Den Almanac gibts uebrigens auch online und umsonst:
http://www.tecepe.com.br/scripts/AlmanacPagesISAPI.isa
--
N40°47` W73°58` _/)__/)/)___

Rheinsegler
23.12.2004, 00:51
Original von blue_water:


Original von Rheinsegler:
Wenn ich mir das alles so durchlese, dann schüttelt es mich gewaltig.
(snip)

Na dann bleib du mal auf deinem Rhein. Du hast es nicht kapiert. Es macht manchen Leuten (einschliesslich mir) ganz einfach Spass unabhaengig von elektronischem Schnickschnack in der Lage zu sein sich in der Welt zurechtzufinden. Dazu gehoert sich mit Windkraft fortzubewegen und Sonne und Gestirne zu Positionsbestimmung hinzuzuziehen. Das ist sozusagen die Essenz des Segelns, unabhaengig zu sein und sich allein auf sein eigenes Koennen zu verlassen. Natuerlich ist es super wenn man sich auf elektronische Helferchen verlassen kann, und keiner verlangt dass man den nautical almanac auswendig kennt, aber das hat mit der Sache an sich wirklich nichts zu tun.
Gruss,
Paul

PS: Den Almanac gibts uebrigens auch online und umsonst:
http://www.tecepe.com.br/scripts/AlmanacPagesISAPI.isa
--
N40°47` W73°58` _/)__/)/)___



Whow: "mein Rhein"! Wird das jetzt ins Grundbuch eingetragen?

Na vieleicht hätte ich mich deutlicher ausdrücken müssen.

Das eigene Können ist der Knackpunkt. Computer und andere Elekronik haben in der astronomischen Navigation nichts veloren. Wer die Standlinie ohne Taschenrechner und Quarzuhr nicht hinkriegt möge doch beim GPS bleiben, damit ist er besser mit bedient.

Aufmerksames Lesen meines Posts hätte übrigens zu der Erkenntnis geführt, daß ich seltsame Argumente sowohl für als auch gegen den Sextanten angegriffen habe.

Wie ich schon weiter oben in diesem Thread geschrieben habe: Ich liebe meinen Sextanten. Allerdings betrachte ich ihn nicht als Notwenigkeit, sondern als historisches Hobby.

Nelson-III
23.12.2004, 09:34
Hi Molly,

im Gegensatz zu Dir scheine ich Astro-Navigation noch gelernt zu haben. Beim Sporthochseeschifferschein an der Hochschule für Nautik in Bremen wurde das unterrichtet und geprüft. Als ich die ersten Male auf Langstrecke ging Ostsee - MM gab es noch keine Satellitennavigation. Daher schätze ich diese Variante heute noch als Zeitvertreib.

Übrigens waren die Überführungsetappen bis nach Korsika, um an der Küste langzuschippern 2 Wochen am Stück, ohne von Hafen zu Hafen zu hüpfen. Biscaya sind rund 4 Tage, keine Ausweichmöglichkeit! Madeira sind 4 - 5 Tage, keien Ausweichmöglichkeit! In 3 Wochen segelt man Kapverden - Karibik. So viel mehr ist das nicht und gegen Nordsee und Biscaya sicher eher ein Klacks!

Ich kaufe auch regelmäßig das NJ und halte die HO-Tafeln auf dem Stand (alle 5 Jahre erneuern)

Ich schätze und beherrsche beide Methoden. Daher erlaube ich mir ein Urteil.

Du ahnst aber nur, wie Astronavigation geht, hast wahrscheinlich auch keinen Sextanten, aber postest heftig mit, wenn sich Erwachsene unterhalten. Laß das einfach!

(In einem hast Du allerdings recht, meine Armbanduhr und meine Borduhr sind mechanisch, Sextant und Tafeln sind an Bord und ich könnte vollkommen herkömmlich navigieren, wenn es denn wirklich sein müßte. Halte das aber heute wirklich nur für Spielerei! Vielleicht nehme ich die Sachen nach Hause. In der Vitrine im Wohnzimmerschrank sieht ein Sextant auch nett aus!)

--
Und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel!

Granagg
23.12.2004, 09:57
Original von skipklaus:
Molly, ich kann dich verstehen. Daher trage ich auch immer einen Fallschirm bei meinen langen Flugreisen.
--
Fair winds and clear skies


Besser: wir haben immer Erwachsenen-Windeln dabei, es könnt ja sein, dass das Klo mal kaputt ist ;-)

--
Aloah Granagg

irgendwas
23.12.2004, 10:41
Zusammenfassung bis hierher:

jeder soll es so machen, wie er es für richtig hält.

cometsegler
23.12.2004, 10:48
An die Schulmeister, Besserwisser und Witzbolde,

ich bin mit Molly in diesem Fred absolut nicht einer Meinung, aber aktuell sucht hier jeder in ihm einen Punchingball, letztlich nur zur eigenen Bestätigung.

Die Beispiele von Molly sind unglücklich gewählt und bieten sich daher für ein Contra an.
Als Kern seiner Aussagen, und darin würde ich mit ihm übereinstimmen, wäre die Notwendigkeit, weiterhin Übung und Praxis in klassischer Navigation zu bereiben, und wer es kann, übe auch mit dem Sextanten, auch wenn man mit dem GPS und Reservepgs leichter über die Runden kommt.

Andreas

Outspan
23.12.2004, 10:55
Computer und andere Elekronik haben in der astronomischen Navigation nichts veloren. Wer die Standlinie ohne Taschenrechner und Quarzuhr nicht hinkriegt möge doch beim GPS bleiben, damit ist er besser mit bedient.


Richtig!
Das geht nämlich auch mit Abakus und Sanduhr!
Paul

Molly
23.12.2004, 10:59
Original von Nelson-III:
Hi Molly,

im Gegensatz zu Dir scheine ich Astro-Navigation noch gelernt zu haben. Beim Sporthochseeschifferschein an der Hochschule für Nautik in Bremen wurde das unterrichtet und geprüft. Als ich die ersten Male auf Langstrecke ging Ostsee - MM gab es noch keine Satellitennavigation. Daher schätze ich diese Variante heute noch als Zeitvertreib.

@ = Ich habe meine Kenntnisse zur Ermittlung der Länge und Breite nicht von einer Hochschule, sondern aus den Beschreibungen von Moitessier, Erdmann und einem Beitrag der Yacht. Daraus habe ich ein Formular entwickelt, mit dem das Ausrechnen unter zur Hilfenahme des Nautischen Jahrbuches nur 2-3 Minuten dauert. Es gibt Segler, die nie einen Schein gemacht haben und mehr vom Segeln verstehen, als die, die es auf irgend welchen Schulen gelernt haben!!!!

----
Übrigens waren die Überführungsetappen bis nach Korsika, um an der Küste langzuschippern 2 Wochen am Stück, ohne von Hafen zu Hafen zu hüpfen. Biscaya sind rund 4 Tage, keine Ausweichmöglichkeit! Madeira sind 4 - 5 Tage, keien Ausweichmöglichkeit! In 3 Wochen segelt man Kapverden - Karibik. So viel mehr ist das nicht und gegen Nordsee und Biscaya sicher eher ein Klacks!

@ = Du hast es immer noch nicht begriffen: Du bist, genau wie alle anderen 10.000 Poster nur ein Stegsegler. Du segelst von einem Steg zum anderen, auch wenn Du mal 3 Tage Nonstop auf dem Wasser bist oder 14 Tage an der Mittelmeerküste entlang segelst, dafür braucht man weiß Gott keinen Sextanten.

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Ich kaufe auch regelmäßig das NJ und halte die HO-Tafeln auf dem Stand (alle 5 Jahre erneuern)

@ = Brauche ich nicht, weil ich nicht damit navigiere!
Was mich aber erstaunt ist die Tatsache, dass Du Dir teure HO-Tafeln kaufst, die Du überhaupt nicht benötigst und Dir ein paar Groschen für eine anständige Yachtzeitschrift zu viel sind.

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Ich schätze und beherrsche beide Methoden. Daher erlaube ich mir ein Urteil.

Du ahnst aber nur, wie Astronavigation geht, hast wahrscheinlich auch keinen Sextanten, aber postest heftig mit, wenn sich Erwachsene unterhalten. Laß das einfach!

@= Ich habe einen, allerdings nur einen zum Üben!
Bei der Abwägung, ob Sextanten heute bei Ozeanfahrten noch angebracht oder überholt sind, verlasse ich mich lieber auf das Urteil von erfahrenen, bekannten Personen als auf anonyme Vielposter, die in meiner Wertschätzung über einen gewissen Unterhaltungswert nicht hinauskommen. Wer sich zu jedem Käse derart ausführlich und besserwisserisch aufführt wie Du, verwirkt irgendwann seine Glubwürdigkeit - dafür bist Du ja auch schon oft genug gerügt worden.

-------


(In einem hast Du allerdings recht, meine Armbanduhr und meine Borduhr sind mechanisch, Sextant und Tafeln sind an Bord und ich könnte vollkommen herkömmlich navigieren, wenn es denn wirklich sein müßte. Halte das aber heute wirklich nur für Spielerei! Vielleicht nehme ich die Sachen nach Hause. In der Vitrine im Wohnzimmerschrank sieht ein Sextant auch nett aus!)


--
Und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel!




--
www.molitorfj.de

Molly
23.12.2004, 11:19
Original von Granagg:


Original von skipklaus:
Molly, ich kann dich verstehen. Daher trage ich auch immer einen Fallschirm bei meinen langen Flugreisen.
--
Fair winds and clear skies


Besser: wir haben immer Erwachsenen-Windeln dabei, es könnt ja sein, dass das Klo mal kaputt ist ;-)

--
Aloah Granagg



Homepage Bobby Schenk:

Ein Grundsatz in der Navigation - zu Wasser oder in der Luft - ist, daß der Navigator niemals einem einzigen System vertrauen darf. Das bedeutet: Solange es nur ein voll funktionsfähiges Global Position System gibt, muß an Bord einer Hochseeyacht auch ein Sextant als Backup-System vorhanden sein.

Das auch! Macht es nicht Spaß, alleine mit Hilfe der Gestirne seinen Standort bestimmen zu können? Gleichgültig, welche (Rechen-)Methode man hierzu benutzt, ein Sextant ist durch nichts zu ersetzen.


Schenck, auch einer, der mit der Pampas segelt!


Molly
--
www.molitorfj.de

cometsegler
23.12.2004, 11:28
Original von Molly:


Homepage Bobby Schenk:

Ein Grundsatz in der Navigation - zu Wasser oder in der Luft - ist, daß der Navigator niemals einem einzigen System vertrauen darf. Das bedeutet: Solange es nur ein voll funktionsfähiges Global Position System gibt, muß an Bord einer Hochseeyacht auch ein Sextant als Backup-System vorhanden sein.

Das auch! Macht es nicht Spaß, alleine mit Hilfe der Gestirne seinen Standort bestimmen zu können? Gleichgültig, welche (Rechen-)Methode man hierzu benutzt, ein Sextant ist durch nichts zu ersetzen.


Schenck, auch einer, der mit der Pampas segelt!


Molly
--
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Molly,

auf Schenk würde ich mich wirklich nicht an deiner Stelle berufen. Erstens lebt er vom Promotion, denke, dass der Schenksextant auch den einen oder anderen müden Euro abwirft.
Und ist nicht Schenk mal ohne moderne Navimittel von den Kanaren in die Karibik gesegelt?

Andreas

unisailor
23.12.2004, 11:48
Hallo, also dies war das Eingangs-Post zu diesem Tread



Original von sailjojo:
Wer hat in letzter Zeit wirklich mit Sextant navigiert? Ist das erlernen noch zeitgemäß und notwendig für die anstehende Langfahrt? Das Thema: "wenn der Strom ausfällt" ist bekannt!Freue mich über andere Argumente. Bitte Tips zum Kauf... handbreit


nach dem ich alles gelesen habe, nun meine Meinung dazu,
ich selbst kann nicht mit einem Sextanten umgehen, habe es mir des öfteren mal zeigen lassen, selbst probiert und gerechnet, dabei sogar etwas heraus bekommen. Natürlich nicht autodidaktisch, sondern mit Hilfe von Offizieren (allesamt DSR) deren Meinung war aber immer auch, dass im heutigen Zeitalter, die Navigation mit dem Sextanten überflüssig ist, Sie das lediglich noch gelegentlich aus nostalgischen Gründen tun, noch dazu ist selbst bei idealen Bedingungen die Position sehr ungenau im Verhältnis zu GPS (selbst mit US Kriegsblech um einen herum). Nichts desto trotz, würde ich diese Technik selbst gerne beherrschen, jedoch auch nur aus Nostalgie.
Das Argument, dass man bei navigation nur mit GPS im Notfall aufgeschmissen ist und verloren zählt für mich nicht, in welchem Ozean man sich befindet wird man ja wohl wissen, ein Kompass sollte jeder haben, der geht eigentlich immer, die Erde ist karthographfiert, in welcher Richtung sich Land befindet ist also bekannt, man würde also in größter Not trotzdem immer auf Land stoßen können. Die Erde ist keine Scheibe man kann da nicht am Rand herunterfallen! Außerdem ist man nicht allein auf dem Meer, irgendwann trifft man einen den man fragen kann wo er sich befindet :-)!!!
Daher meine ich, wer es nicht aus dem "ff" beherrscht, sollte darauf verzichten und sich dafür mehr mit allen anderen Eventualitäten beschäftigen.

Anbei noch die Frage, weis jemand ob die Vandee-Segler einen Sextanten an Bord haben/müssen?

Kauftipp für sailjojo:

die Russen haben seiner Zeit alles verhöckert was nicht niet und nagelfest war, vielleicht findest du davon noch einen

die gebrauchten Freiberger Sextanten werden überholt, geprüft und mit Zertifikat wieder verkauft, die sollen sehr gut sein sind aber im Verhältnis zu gleich guten C&P preiswerter
--
Tschüß Paul_/)/)__/)__

Okokea
23.12.2004, 12:18
Original von unisailor:
Hallo, also dies war das Eingangs-Post zu diesem Tread

[quote]
Original von sailjojo:
....

Anbei noch die Frage, weis jemand ob die Vandee-Segler einen Sextanten an Bord haben/müssen?

...
--
Tschüß Paul_/)/)__/)__



Siehe meinen Beitrag weiter vorn...

wenn sie unter frz. Flagge fahren, ja.

dass das nicht kontrolliert wird, ist wohl auch klar...

steht regelmaessig in frz Segelzeitschriften, dass die frz WaschPo auf zB Martinique Segler auf die Vollstaendigkeit der vorgeschriebenen Sicherheitsausruestung ueberprueft... bei den Einhandfahrtenseglern aber ein Auge zudrueckt und es bei einer gebuehrenfreien Verwarnung belaesst...

wer sollte einem ueber Bord gegangenen Einhandsegler auch zB eine Hufeisenboje nachwerfen?

Belem
23.12.2004, 13:12
Original von Rheinsegler:
Allerdings betrachte ich ihn [den Sextanten, Anm. von mir] nicht als
Notwenigkeit, sondern als historisches Hobby.

Darin gebe ich Dir völlig Recht, und auch Deine anderen Ausführungen
in dieser Diskussion könnten meine eigenen Worte sein, aber hier ...

Computer und andere Elekronik haben in der astronomischen Navigation nichts veloren. Wer die Standlinie ohne Taschenrechner und Quarzuhr nicht hinkriegt möge doch beim GPS bleiben, damit ist er besser mit bedient.
...bist Du meines Erachtens zu extrem. Es gab bereits Taschenrechner
mit Astro-Programmen, bevor GPS allgemein verfügbar war, und Bobby
Schenk wurde vielen Seglern bekannt als Autor eine Programmes für
den HP 41CV von Hewlett-Packard. Es gibt also durchaus ein histori-
sches Zeitfenster mit Sextant und Taschenrechner.

Und was die Quarzuhren betrifft, so hat deren Einführung doch den
Gebrauch hochgenauer Uhren erst "demokratisiert" in dem Sinne, dass
sich damit jedermann eine präzise Zeit leisten konnte. Ich gestehe
aber, dass es um einiges reizvoller ist, seine mechanische Uhr per
Zeitsender regelmäßig nachzustellen.

Belem

Ulonska
23.12.2004, 19:57
Lieber Belem,

da ist natürlich was dran. Ich werd mir nur wg. astronomischer Navigation auch kein mechanisches Chronometer mehr kaufen und weiss Taschenrechner jeder Leistungsstufe zu schätzen.

Auf der anderen Seite: Es wär ja schon komisch, wenn man zwar mit dem Sextanten umgehen könnte, die erforderlichen Berechnungen aber dem Computer überlassen müsste (der viel weniger zuverlässiger ist als ein modernes GPS)...

Mich beschleicht dabei ein Schmunzeln, weil ich annehme, dass diejenigen unter uns, die die astronomische Navigation verstanden haben (Du gehörst sicher dazu), eh kein Problem damit haben, im Not- oder Spassfall auch ohne Elektro(nik) zurecht zu kommen. Die anderen - na ja, die mögen hier ihre Theorien entwickeln ... nehmen wir`s im vorweihnachtlichem Lächeln zur Kenntnis!

Herzlichen Gruß vom Nordstern,
Friedhold
--
http://www.northstar-online.de

Nelson-III
23.12.2004, 21:17
Falls Ihr wirklich Spaß daran habt oder mal dei Genauigkeit Eurer Sonnenschüsse überprüfen oder verbesser wollt, das Nyquist-Theorem hilft dabei.

Geht so:

Man macht eine Messung alle Minute oder 2 Minuten, wenn 1 Minute zu schnell ist. Trägt die Höhe über der Zeit auf. Innerhalb von 10 - 20 Minuten kann man die Funktion als linear ansehen. Dann wird eine Ausgleichgerade so eingezeichnet, daß die Punkte möglichst gleichmäßig über und unter der Linie liegen. Nun greift man eine Höhe auf der Linie und die dazugehörende Zeit ab. Die Verbesserung geht mit Wurzel(N)/N, dabei ist N die Zahl der Messungen.

(Achtung, nicht zu lange Zeitintervalle nehmen, sonst kann man keine Gerade durch die Meßpunkte legen.

Vorteil: Man muß nicht viele Positionen rechnen, um dann daraus die wahrscheinlichste Position in der Mitte der errechneten Positionen anzunehmen.
--
Und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel!

Rheinsegler
23.12.2004, 21:24
Original von Belem:
... aber hier ...

Computer und andere Elekronik haben in der astronomischen Navigation nichts veloren. Wer die Standlinie ohne Taschenrechner und Quarzuhr nicht hinkriegt möge doch beim GPS bleiben, damit ist er besser mit bedient.
...bist Du meines Erachtens zu extrem. Es gab bereits Taschenrechner
mit Astro-Programmen, bevor GPS allgemein verfügbar war, und Bobby
Schenk wurde vielen Seglern bekannt als Autor eine Programmes für
den HP 41CV von Hewlett-Packard. Es gibt also durchaus ein histori-
sches Zeitfenster mit Sextant und Taschenrechner.


Ja gab es. Trotzdem macht die Astronavigation nur dann wirklich Spaß (und auch Sinn), wenn man ohne die modernen Mätzchen auskommt. Wie Ulonska völlig richtig schreibt, glaubt jemand, der auf den Rechner angewiesen ist, nur , daß er diese Art der Navigation beherrscht. Die Betonung liegt hier auf "angewiesen".





Und was die Quarzuhren betrifft, so hat deren Einführung doch den
Gebrauch hochgenauer Uhren erst "demokratisiert" in dem Sinne, dass
sich damit jedermann eine präzise Zeit leisten konnte. Ich gestehe
aber, dass es um einiges reizvoller ist, seine mechanische Uhr per
Zeitsender regelmäßig nachzustellen.


In dem weiter oben von einem Poster angeführten Szenario des Blitzeinschlages würde auch das Radio nicht mehr funktionieren.

Man kann ein Chronometertagebuch führen und die gemessene Zeit mit dem Stand des Chronometers beschicken. Navigation war füher halt doch ein richtig mühseliges Geschäft. :-)

7seas
23.12.2004, 22:28
Original von Belem:.....das System ist in fast all seinen Eigenschaften schon längst festgelegt, ohne dass bislang ein Satellit fliegt...

da gibt es parallellen zu. ich nenne nur mal die eunuchen. die wüssten eigentlich auch wie`s geht und dann relevanter: die erbauer euers unseligen autobahn-mautsystems....
--
Segler über 7seas

7seas
23.12.2004, 22:36
Original von Molly:.....Aber wie gesagt, Rund Korsika geht auch ohne!.....

danke für deine einsicht. für andere geht auch rund kürbis ohne.

--
Segler über 7seas

Michael43b
24.12.2004, 08:35
Hallo ,
ich gebe meinen vorschreibern recht, aber das problen 80% der segler
sind eben echte hobby segler.
navigation die kunst des ankommens ist eben was für sich, die wenigsten beherschen mehr wie ein oder zwei navigations techniken
wo GPS auch schon mit drin ist.
sicher gehört von den anderen haben sie alles schonmal.
Astro finde persönlcih solte man alle gängigen vefahren können
mit taffel, mit rechnern, mit pc,usw.
es ist immer erschreckend wenn leute auf ein schiff kommen, und sofort nach den GPS und kartenplotter schauen.

aber wie gesagt jeder wie er kann???????


Michael

Chris_Vendee
04.01.2005, 11:08
Original von Okokea:


Original von unisailor:
Hallo, also dies war das Eingangs-Post zu diesem Tread

[quote]
Original von sailjojo:
....

Anbei noch die Frage, weis jemand ob die Vandee-Segler einen Sextanten an Bord haben/müssen?

...
--
Tschüß Paul_/)/)__/)__



Siehe meinen Beitrag weiter vorn...

wenn sie unter frz. Flagge fahren, ja.

dass das nicht kontrolliert wird, ist wohl auch klar...

steht regelmaessig in frz Segelzeitschriften, dass die frz WaschPo auf zB Martinique Segler auf die Vollstaendigkeit der vorgeschriebenen Sicherheitsausruestung ueberprueft... bei den Einhandfahrtenseglern aber ein Auge zudrueckt und es bei einer gebuehrenfreien Verwarnung belaesst...

wer sollte einem ueber Bord gegangenen Einhandsegler auch zB eine Hufeisenboje nachwerfen?


Soweit es Dinelli betrifft kann ich mit 100% iger Sicherheit bestaetigen, dass er einen Sextanten an Bord hat. Das sollte auch fuer die Nichtfranzmaenner gelten, da es auch vom Reglement vorgeschrieben ist.
Gruss
Chris


--
www.vendeeglobe.org

Michael43b
04.01.2005, 12:38
Hallo,

bei uns auf der anita ist das so, wenn einer einen sextanten mit hat
ist so das man dan versucht mit den verschiedenen techniken klar zukommen um auch mal life zu sehen wie das , wenn man dann die wetre mal vergleicht.
und bei törns in den atlantik muß einer an bord sein.
und was für eine man kauft ist eine persönliche sache mit welchertechnik man am besten klar komm, vollbild / halbbild / und welche vergößerung, da kann man nur empfehlen testen testen testen
ausleihen und immer wieder testen udn dann einen kaufen und sich mit ihn einschießen immer wieder.

Michael

Molly
04.01.2005, 14:08
Original von Michael43b:
Hallo,

bei uns auf der anita ist das so, .....

und bei törns in den atlantik muß einer an bord sein.

Michael



Das genügt mir, danke Michael!

Gruß
Molly
--
www.molitorfj.de

Michael43b
04.01.2005, 17:22
Das genügt mir, danke Michael!

Gruß
Molly
--
www.molitorfj.de
[/quote]


Hallo Molly,

versteh ich nicht so ganz, den satz????????

also und lasse dir von keinem erzählen er kann den stadort auf eine meile genau bestimmen.
den würdee ich bewundern aber nicht mit ihm segelnden der hat nochnie auf einen schiff einen sextaten inder hand gehabt.
und wo man es gelehrnt hat mit einem sextaten zuarbeiten ist egal
hauptsache man kannes und welcher weg zum ziel führt ist auch egal
der ein arbeiten eben lieber mit tabellen der andere rechnet
oder nimmt den pc . palmtop usw, wer sich mit astro beschäftig hat
der weis was er tut.

Michael

Molly
04.01.2005, 17:49
Original von Michael43b:


Das genügt mir, danke Michael!

Gruß
Molly
--
www.molitorfj.de



Hallo Molly,

versteh ich nicht so ganz, den satz????????

also und lasse dir von keinem erzählen er kann den stadort auf eine meile genau bestimmen.
den würdee ich bewundern aber nicht mit ihm segelnden der hat nochnie auf einen schiff einen sextaten inder hand gehabt.
und wo man es gelehrnt hat mit einem sextaten zuarbeiten ist egal
hauptsache man kannes und welcher weg zum ziel führt ist auch egal
der ein arbeiten eben lieber mit tabellen der andere rechnet
oder nimmt den pc . palmtop usw, wer sich mit astro beschäftig hat
der weis was er tut.

Michael
[/quote]

Hallo Michael!

Es gibt hier jede Menge Leute, die den Sextanten für Mumpitz halten. Mir ist aber eine Aussage von Dir mit obigem Text wichtiger als die Meinung von Technikfreaks!

Das wollte ich mit dem "Danke, das genügt mir" ausdrücken!

Gruß
Molly
--
www.molitorfj.de