Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Sturmwarnung am Bodensee ?
Seit 2 Jahren wird die Sturmwarnung von Stuttgart aus ferngesteuert und die Gebiete Ost, Mitte, West können separat ausgelöst werden.
Gestern kam um ca. 15:00 eine Windwarnung auf Meteosuisse für Bodensee "West". Um 19:00 war in Altenrhein Windstärke 2, 19:10 Windstärke 5 und um 19:15 kam dann die erste Hammerböe mit 114 km/h ( Windstärke 11 ). Dies bei einem Gewitter, wie ich es noch nie erlebt habe. Nach 15 Minuten war der Spuk vorbei, um 19:30 hatten wir wieder 5 kn aus West.
Auf dem Flugplatz wurde ein Cateringfahrzeug umgeworfen und ca. 20 Autos in der Region wurden durch umstürzende Bäume beschädigt. Der Sturm drückte auch die Hangartore auf und beschädigte die dort stationierten Flugzeuge. die Schäden in der Region gehen in die Millionen.
Windwarnung ??? = Fehlanzeige, Nix, Nada, Zero
Kann es sein, dass man von Stuttgart solch kleine heftige Gewitterzellen nicht mehr sehen kann, so wie früher von Konstanz aus.
Grübel
Frank
Der SWR warnte gestern für den Bodensee...
Ruf doch mal in Stuttgart an und frag nach...
Nelson-III
26.07.2005, 11:56
Kann man die Verantwortung für sich nicht einfach selbst übernehmen. Ein Segler sollte das Wetter beherrschen. Ein aufziehendes Gewitter erkennt jeder.
Der Rest ist vielleicht Darwin: Die Dummen erwischt es eben!
Sven, Nelson,
das Problem bei dem Gewitter war, dass es nur lokal war ( gegenüber in Langenargen war nichts ). Es war nicht nur von der Zugbahn absolut untypisch, vom Seerücken über Arbon Rorschach herunter und dann das Rheintal herauf !
Also nix mit von Westen gegen den Pfänder wie sonst immer.
Zu erkennen war nix da hinter dem Seerücken, das Wetter war innerhalb 20 Minuten (!) da und wurde erst über dem See so richtig eklig.
Deshalb meine Frage nach der Erkennbarkeit sehr kleiner lokaler Gewitterzellen.
Die grosse Passagiermaschine der AUA wurde auch beschädigt und ist nun in Altenrhein im Resthangar, daneben habe ich heute noch einen umgestürzten LKW Anhänger gesehen.
( war froh, dass ich noch im Hafen war )
Frank
Hier ist der Bericht aus dem Tagesanzeiger:
Ein äusserst heftiger Gewittersturm hat gestern Abend in der Bodenseeregion Millionenschäden verursacht. Verletzt wurde niemand.
Am schlimmsten war die Gegend um den Flugplatz Altenrhein betroffen. Wie die Kantonspolizei St. Gallen mitteilt, wurden dort elf Privatflugzeuge, 20 Autos, mehrere Schiffe und Fabrikhallen durch umstürzende und entwurzelte Bäume beschädigt.
«Um 18.30 Uhr wurde es schlagartig schwarz, Vorhang zu», schilderte heute ein Augenzeuge die Szenerie. Kurz nach 19 Uhr fegten starke Sturmböen mit Geschwindigkeiten bis zu 120 Kilometer über den Flugplatz. «Dann war überall Wasser, es stob regelrecht», so der Augenzeuge. Ein Bild der Verwüstung
Heute bot Altenrhein ein Bild der Verwüstung: Überall Äste, Blätter und Glassplitter, entwurzelte Baumriesen von mehr als 1.50 Meter Durchmesser. Ein alter, gesunder Baum am Bodenseeufer zersplitterte buchstäblich. Mächtige Birken lagen wie Mikadostäbchen übereinander.
Der Sturm schob im Freien abgestellte Privatflugzeuge ineinander. Ein Flugzeug ist laut René Schmid, dem Direktor des Airport St. Gallen-Altenrhein, sehr stark beschädigt. Er rechnete in einer ersten Bilanz mit Schäden von rund vier Millionen Franken. Grosse Schäden entstanden an den vier Holzhangars: Der Sturm riss Löcher in die Dächer und drückte Türen ein.
Auf dem Parkplatz wurden 20 Autos von umstürzenden Bäumen und abgesplitterten Ästen beschädigt. Einige davon sind nur noch Wracks. Ein Cateringfahrzeug und ein Lastwagenanhänger wurden umgepustet und eine Baracke vom Blitz getroffen. Ein dort arbeitender Mitarbeiter kam mit dem Schrecken davon. Der Flugbetrieb war kaum betroffen: Einzig der geplante Linienflug um 19.20 Uhr nach Wien fiel aus. Industriegebiet verwüstet
Am schlimmsten wütete der Sturm im Industriegebiet «Stadler» neben dem Flugplatz: Ein riesiger entwurzelter Baum wurde durch eine Böe senkrecht durch das Dach einer Produktionshalle der Koch Transport AG geschleudert. Heute waren zahlreiche Private und Mitglieder von Feuerwehren mit den Aufräumarbeiten beschäftigt.
Beim Bootshafen «Jägerhaus» verursachte der Sturm ebenfalls grosse Schäden. Sie lassen sich aber laut dem Sprecher der Kantonspolizei St. Gallen, Hans Eggenberger, noch nicht beziffern. Die Boote, die auf der Wiese lagen, waren laut einem Augenzeugen nach dem Sturm alle weg. Die Feuerwehren der Gemeinden Thal, Rheineck und Rorschach waren Stunden lang damit beschäftigt, umgestürzte und entwurzelte Bäume von den Strassen rund um den Flugplatz zu räumen.
ger173839
26.07.2005, 21:27
boa, fuck, gut, dass ich da net da war..... muss ja ordentlich was los gewesen sein
aber hatten letze woche au son gewitter, ging vielleicht ne halbe stunde, und dann war wieder nix... gut, böen waren net so stark und man hat es auch rechtzeitig gesehen, aber is sauschnell gekommen und auch mit einer eher ungewohnlichen bahn..... allerdings ging davor die sturmwarnung an (hab mich schon gewundert, was des soll, bis cih die gewitterfront gesehen hab; hätt aber geschworen, dass die vorbeizeiht.. naja, glück gehabt..)
cya
ger17....
nachtfalke
27.07.2005, 11:30
Na ja ... ich sehe den Sturmwarndienst als "unterstützende Maßnahme" für Wassersportler in nicht als Maß aller Dinge. Auch in früheren Jahren wurde kleinere lokale Wetterzellen am See nicht über die Sturmwarnung angezeigt.
Und bekannlicherweise ist der See ja für so manche Überraschungen gut :-) wie z.B.
Bericht vom 28.08.03 "Bodensee-Tornado"
Ich war am Abend des 28. August mit dem Wohnmobil in Tunau zwischen Gohren und Kressbronn und konnte daher den "Bodensee-Tornado" miterleben.
Die Situation stellte sich folgendermaßen dar: wir saßen im Freien und hatten gegen 18 Uhr eine Temperatur von etwa 18 Grad Celsius. Im Laufe des Abends wurde es schließlich immer wärmer und ich holte das Thermometer aus dem Auto. Gegen 23 Uhr 30 lag die Temperatur bei fast 28 Grad, also fast 10 Grad höher.
Kurz vor 24 Uhr hörten dann wir aus Richtung Osten ein starkes Rauschen (wie ein Wasserfall) und Minuten später befanden wir uns in einem unglaublichen Staubwirbel, gefolgt von extremer Windstärke. Campingmöbel flogen durch die Luft, Äste und Bäume brachen, Dächer wurden z.T. abgedeckt.
Ach ja: auch unser noch halbvolles Bierfässle ist davongeflogen!
Gruß Tom
Sich auf die Sturmwarnung am See verlassen?
Ich segle seit 25 Jahren auf dem Bodensee. Regatten und auch mal zum Spaß.
Wer allerdings auf den See zum Bootfahren geht und das nicht nur vor dem "Loch", der sollte so fitt im Wetter und in der Bootsbeherrschung sein, dass er auf sich alleingestellt mit allem zurechtkommt.
Wer das nicht ist, der soll gefälligst vorm Loch bleiben und erstmal üben und sich mit der Materie beschäftigen.
Denn wenn man mitten auf dem See ist, dann hilft Dir auch kein Baustellen - Blinklicht mehr, manchmal kommt man dann nicht mehr in den Hafen.
Ich finds eher gefählich, als nützlich: Dem Wassersportler wird durch das dämliche geblinke jegliches Verantwortungsbewußtsein genommen:
"Blinkt nicht kommt nichts, wir gehen Bootfahren!"
Sicher ist es für manche eine Hilfe, aber die Menschen gewöhnen sich daran und nehmen es als Garantie.
Dabei ist es egal, ob die Dinger in Stuttgart, Freiburg oder Konstanz eingeschaltet werden. Wenn die in KN das Wetter bemerken, ist es eh zu spät. Dann habens die aufm See auch schon! Wenn die in FR das Wetter haben, muß es nicht zum See ziehen und andersrum merken die das Wetter vom See nicht...
Also ich finde die Diskussion eher überflüssig, denn:
Wirklich vernünftig ist nur, sich mit der Materie Wetter (insbesoondere den Gegebenheiten vor Ort, wie typische Zugbahnen der Gewitterzellen usw.) zu beschäftigen, das Wetter selber einzuschätzen und, wenn nicht genug Erfahrung oder Unsicherheit besteht, lieber ein "Schisser" zu sein und vorm Loch zu bleiben...
Kermet
PegasusReiter
30.07.2005, 13:23
boa, fuck, gut, dass ich da net da war..... muss ja ordentlich was los gewesen sein
cya
ger17....
hallo ger173839,
schreib mal ordentliches deutsch, bist hier nicht im CS-forum.
mfg
ger173839
30.07.2005, 13:30
sory, werd mich in zukunft beherrschen.......
Hallo
ich kann Kermet uneingeschränkt recht geben. Ich kenne die Ostsee sehr gut. Und habe im Sommer oft Urluab am Bodensee gemacht. Der Bodensee ist besonders in den Sommermonaten ein absolutes Schwachwindrevier.Mehr als ein wenig rumdümpeln ist nicht drin. Auf der Ostsee wird beim 5 , 6 Wind immer rausgefahren. Es gibt an der ganzen Ostseeküste keine Strumwarnanlage. Die Boote sind nicht getüvt und meistens nur mit den Flaggenzertifikat registriert.
Und sie segeln trotzdem. Nicht nur die Sturmwarnanlage gaukelt eine Sicherheit vor. Die Tüvabnahme mit Sicherheit auch. Wenn man aber den ganzen Sommer nur bei 2-3 Windstärken segelt dann hat man natürlich bei ein paar Böen von 30kn Schwierigkeiten. Weniger Tüv , Sturmwarnanlage und sonstige behördlichen Hürden. Und mehr Ausbildung und Praxis bei Schittwetter und Starkwind. Erfahrung läßt sich nur durch Erfahrung ersetzen.
Gruß
Meinolf
Meines Wissens wird die Sturmwarnung für Seeteile auch in Zürich ausgelöst.
Ich meine auch zu wissen, dass zuständige Stellen direkt und regional am See die Sturmwarnung auslösen können.
Am Untersee z.B.kommen Gewitterböen sehr schnell aus dem Westen. Die Reaktionszeit ist hier sehr gering. Aus meiner Erfahrung heraus ist die Vorwarnung aber eigentlich recht zuverlässig.
Trotzdem: Auf dem See sollte man sich nicht alleine auf die "Feuer" verlassen. Ein Blick sollte neben dem Gläschen Wein, Bier oder der Tasse Kaffee immer dem Wetter gewidmet werden.
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