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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Reffen vom Cockpit aus, klappt da?



girouette
19.07.2008, 18:15
Hallo,

ich überlege mir, Reffleinen etc. ins Cockpit umzulenken, damit man nicht immer an den Mast vorgehen muss, wenn es ungemütlich wird. Wir haben einen 33er Königskreuzer, der ein tiefes und sicheres Cockpit hat. Wir segeln häufig zu zweit in einem Gebiet, wo plötzlich viel Wind (Bora) aufkommen kann.

Was sind Eure Erfahrungen? Wieviel Reffs habt Ihr nach hinten gelegt? Klappt das immer reibungslos? Wie oft muss trotzdem einer zum Mast? Wie verhindert Ihr, dass die Mastrutscher aus der Nut gleiten? Habt Ihr selbst gebaut, oder ein kommerzielles System?

Gruss
Hellmut

Contrast33
19.07.2008, 18:46
Moin Hellmut,

auf dem Kleinkreuzer von meinem alten Herren hatten wir ein Einleinen-Reffsystem, mit dem wir alles vom Cockpit machen konnten.

Leinenführung: Prinzipiell wie eine normale Reffleine, allerdings von dem Lümmelbeschlag nach oben durch die jeweilige Reffkausch und dann erst über Mastfuß und Umlenkrollen ins Cockpit. Vorgehen dann ganz simpel: Groß killen lassen, Großfall fieren, Reffleine dicht und belegen, Großfall setzen, Schot dicht und wieder auf Kurs.

Hat auch alles gut funktioniert, allerdings brauchte man etwas Kraftaufwand, um alles richtig auf Zug zu bekommen. Würde ich dennoch nicht machen, sondern lieber die Reffkausch am Baum einpicken. Ich habe einmal auf einem anderen Boot erlebt, dass eine Reffleine gebrochen ist, war nicht so prickelnd.

Handbreit
Dirk

Henk06
19.07.2008, 19:14
Wir haben das Einleinen-Reff von Selden und demtentsprechend beide Reffs vom Cockpit aus.
Man zieht einfach an einer Leine, keiner muss nach vorne, das Segel muss auch nicht mit Bändseln an den Baum gebunden werden. Funktioniert prächtig.
Hat zur Folge, dass man viel eher mal refft oder auch wieder ausrefft.
Früher hab ich das gern mal rausgeschoben, weil es ein bißchen umständlich war...

Alter Finne
19.07.2008, 19:45
Das Einhand-Reff-System das Etap serienmäßig anbietet, funktioniert einwandfrei, ohne großen Kraftaufwand und ist sicher aus dem Cockpit zu bedienen, habe das mehrfach bei der 22 und der 23er angewende.:D

gruß
alter finne

Molly
19.07.2008, 19:59
Hallo Hellmut!

Bin erst heute aus dem Kattegatt zurückgekommen und kann Dir nur die Lösung eines Reffesystems vom Cockpit aus in den höchsten Tönen preisen - wir haben täglich 3-5 mal ein- und ausgerefft, dass dauert bei mir keine Minute!

Den Leinenbruch von Dirk würde ich zwar als durchaus möglich aber doch eher als unwahrscheinlich halten - man achtet ja schließlich auf seine Leinen!

Das Hauptproblem hat Du schon angesprochen, das Raussausen der Rutscher. Da habe ich mir bei SELDEN den sogenannten Segel-Zuführbeschlag gekauft und kann Dir sagen, das Teil funktioniert bei mir 100%ig.

http://www.gotthardt-technik.de/data/archive/2008_Selden_05.pdf

Ich habe den kleinen, der kostet so um die 45 Euro - eine gute Investition.

Gruß
Molly

bajou
20.07.2008, 09:30
Reffleinen nachträglich ins Cockpit führen ist etwas anderes als ein ab Werft montiertes Reffsystem ...

Die modernen Reffsysteme vom Cockpit aus funktionieren inzwischen eigentlich alle brauchbar. Bei den Nachrüstungen kann man das so pauschal nicht sagen, weil es auch vom Geschick desjenigen abhängt der das System montiert. Ich habe schon genügend Reffsysteme aus dem Cockpit gesehen, die einfach schlecht montiert und/oder zu schwergängig waren um vernünftig bedient zu werden. Die erste und größte Frage: gibt es einen ausreichend stabilen Gegenpart an Deck der die Last der Umlenkungen aufnehmen kann, bzw sind denn bereits andere Leinen vom Mast ins Cockpit geführt? Falls nein, kann es sein dass da größere Umbauten nötig sind.

girouette
20.07.2008, 12:52
Reffleinen nachträglich ins Cockpit führen ist etwas anderes als ein ab Werft montiertes Reffsystem ... Die erste und größte Frage: gibt es einen ausreichend stabilen Gegenpart an Deck der die Last der Umlenkungen aufnehmen kann, bzw sind denn bereits andere Leinen vom Mast ins Cockpit geführt? Falls nein, kann es sein dass da größere Umbauten nötig sind.

Hallo Bayou,

Leinen nach hinten gibt es bis jetzt nicht. Also: größerer Umbau. Hat jmd. das selber gemacht? Kann man ein speziellen Bausatz (Selden, Harken, ..) empfehlen?

Ich habe einen Selden-Mast. Wie bekomme ich denn heraus, was für ein Mastprofil der hat? Schablone aus Pappe anpassen? Das Boot ist Baujahr 1973.

Gruss
Hellmut

maxi123
20.07.2008, 13:10
also...das verstehe ich nicht ganz,,
das Groß wird also an beiden reffkauschen so gezogen bis es stramm steht(wofür brauchen wir den Lümelbeschlag?)Groß wieder nach oben,,fertig.was ist denn mit dem Segelbauch,denn Reffbändsel werden ja nicht benötigt.Habe an meinem Groß noch 2 Reffs mit Bändsel, wohl umständlicher aber das Segel steht meiner Meinung nach besser.
Moin Hellmut,

auf dem Kleinkreuzer von meinem alten Herren hatten wir ein Einleinen-Reffsystem, mit dem wir alles vom Cockpit machen konnten.

Leinenführung: Prinzipiell wie eine normale Reffleine, allerdings von dem Lümmelbeschlag nach oben durch die jeweilige Reffkausch und dann erst über Mastfuß und Umlenkrollen ins Cockpit. Vorgehen dann ganz simpel: Groß killen lassen, Großfall fieren, Reffleine dicht und belegen, Großfall setzen, Schot dicht und wieder auf Kurs.

Hat auch alles gut funktioniert, allerdings brauchte man etwas Kraftaufwand, um alles richtig auf Zug zu bekommen. Würde ich dennoch nicht machen, sondern lieber die Reffkausch am Baum einpicken. Ich habe einmal auf einem anderen Boot erlebt, dass eine Reffleine gebrochen ist, war nicht so prickelnd.

Handbreit
Dirk

Henk06
20.07.2008, 13:12
Schau mal

http://www.gotthardt-technik.de/default.asp?pid=77

Das sollte dir schon mal weiterhelfen.

Bevor du investierst kann du auch mal mit außen am Baum und am Mastfuß angeschäkelten Blöcken probieren, ob das prinzipiell was für dich ist. Dann hast du zwar noch kein Einleinenreff, aber konkrete Eindrücke.

bajou
20.07.2008, 13:49
Hallo Bayou,

Leinen nach hinten gibt es bis jetzt nicht. Also: größerer Umbau. Hat jmd. das selber gemacht? Kann man ein speziellen Bausatz (Selden, Harken, ..) empfehlen?

Ich habe einen Selden-Mast. Wie bekomme ich denn heraus, was für ein Mastprofil der hat? Schablone aus Pappe anpassen? Das Boot ist Baujahr 1973.

Gruss
Hellmut

Bausätze kannst Du bei Deinem Schiff vergessen, da zahlst Du mit absoluter Sicherheit viel zuviel Geld bis es läuft!

1973er Selden Mast - hoffentlich nicht einer von den tropfenförmigen mit den Hufeisenhaltern für die Saling? Dann hast Du keine Chance auf Selden Teile (habe selber so einen ... Kommentar von Selden bei einem meiner vielen Telefonate nach Schweden: Haben Sie ein Kolumbus Schiff, dafür haben wir schon seit langem keine Ersatzteile mehr).

Wichtigster Punkt ist erst einmal einen bootbautechnisch tragfähigen Konterpunkt für die Umlenkung zu finden. Mit Glück hast Du bereits eine Mastfussplatte an Deck stehen, mit Pech hast Du - wie ich - einen durchgesteckten Mast. Für langfristigen Spass muss sich das ein Riggbauer mal genau anschauen damit Du Dir nicht irgendwo das Deck kaputtziehst, aus der Ferne lässt sich da kaum etwas belastbares zu sagen.

girouette
21.07.2008, 20:56
... Wichtigster Punkt ist erst einmal einen bootbautechnisch tragfähigen Konterpunkt für die Umlenkung zu finden. Mit Glück hast Du bereits eine Mastfussplatte an Deck stehen, mit Pech hast Du - wie ich - einen durchgesteckten Mast....

Danke Bayou,

ich habe tatsächlich einen durchgesteckten Mast. Ich wollte die vertikal-auf-horizontal Umlenker unten an den Mast schrauben. Spricht da was dagegen? Die Kräfte kompensieren sich. Für den/die horizontalen Umlenker muss ich mir das Deck noch mal genauer ansehen.

GRuss
Hellmut

lemminger65
21.07.2008, 21:10
Hi

Ich kenne zwar Dein Boot nicht, aber mache eine Manschette aus Edelstahlband um Deinen Mast, die wird beim nach oben ziehen sich verkanten wollen, aber das sollte gehen. Vergiss nicht V4A zu nehmen, V2A neigt zu Flugrost.

Lem

bajou
22.07.2008, 09:44
Danke Bayou,

ich habe tatsächlich einen durchgesteckten Mast. Ich wollte die vertikal-auf-horizontal Umlenker unten an den Mast schrauben. Spricht da was dagegen? Die Kräfte kompensieren sich. Für den/die horizontalen Umlenker muss ich mir das Deck noch mal genauer ansehen.

GRuss
Hellmut

Unten an den Mast, auf den Fuss unten im Schiff? Wie kriegst Du dann die Mastmanschette dicht? Das klingt im übrigen fast genau wie mein Mast, ist vielleicht das selbe Profil ... Ich habe keinen guten Weg gefunden die Kräfte abzufangen. Der Vorschlag mit dem Edelstahlband um den Mast ist zwar ein honoriger Bastelvorschlag, aber durch die Kontaktkorrosion zwischen Edelstahl und Alu programmierst Du einen späteren Mastbruch vor. Zwischen Edelstahl und Alu muss eine elektrische Isolation angebracht werden - Vorschlag des Bootsbauers war PolyEtherEtherKeton PEEK oder Delrin, aber beides ist nicht wirklich langzeithaltbar. Bei den Schwesterschiffen mit Umlenkung wurde eine Mastplatte in das Deck eingearbeitet, aber das ist eine grössere Aktion.

bajou
22.07.2008, 09:47
Hi

Ich kenne zwar Dein Boot nicht, aber mache eine Manschette aus Edelstahlband um Deinen Mast, die wird beim nach oben ziehen sich verkanten wollen, aber das sollte gehen. Vergiss nicht V4A zu nehmen, V2A neigt zu Flugrost.

Lem

Das Alu wird im Kontakt mit Edelstahl (egal welcher Art) in der Salzwasseratmosphäre an Bord anfangen unter der Maschette sich zu verändern und zu gammeln - Mastbruch programmiert.

Nelson
22.07.2008, 10:18
Ist es denn wirklich so ein Aufwand, die Kausch in den Reffhaken einzuhängen?

Da ich aber noch Umlemkblöcke frei habe, werde ich mal probehalber für das 2. oder 3. Reff eine Leine einschlagen. Beim 3. Reff ist die See ja schon mächtig ungemütlich, da mag man dann vielleicht lieber nicht aus der Plicht. Wobei man das überschüssige Tuch ja doch beibänseln muß. Ber vielleicht langt es, wenn das in die Lazy Jacks fällt?

Beidrehen, wenn die See hektisch ist, macht das Reffen immer erträglich.

Contrast33
22.07.2008, 10:40
also...das verstehe ich nicht ganz,,
das Groß wird also an beiden reffkauschen so gezogen bis es stramm steht(wofür brauchen wir den Lümelbeschlag?)Groß wieder nach oben,,fertig.was ist denn mit dem Segelbauch,denn Reffbändsel werden ja nicht benötigt.Habe an meinem Groß noch 2 Reffs mit Bändsel, wohl umständlicher aber das Segel steht meiner Meinung nach besser.

Die Reffleine beginnt in der Nähe der Baumnock. Sie wird durch die achtere Reffkausch wieder zur Baumnock geführt, geht durch den Baum bis zum Lümmelbeschlag, und dort nun über eine Umlenkrolle zur vorderen Reffkausch und dann zur Umlenkrolle am Mastfuß. Den Lümmelbeschlag brauchst du natürlich nicht, er bezeichnet nur die Position für die enstprechende Umlenkrolle.

Molly
22.07.2008, 11:22
Meine Reffleine beginnt in der achteren Reffkausch, geht von dort zur Baumnock, durch den Mast nach vor, über den Block zur vorderen Reffkausch und runter zur Umlenkung.

Gruß
Molly

speed-jo
22.07.2008, 11:38
Hallo Hellmut,

schau doch mal unter www.pfeiffer-marine.com nach. Pfeiffer verkauft einen Bausatz für ein Einhand-Reffsystem (nicht dass Du den jetzt kaufen sollst - ich will hier keine Werbung machen...). Da gibt es Bilder im PDF-Katalog (Download), wie man sowas montieren könnte.

Gruss, Jochen

Andreas120
22.07.2008, 11:50
Danke Bayou,

ich habe tatsächlich einen durchgesteckten Mast. Ich wollte die vertikal-auf-horizontal Umlenker unten an den Mast schrauben. Spricht da was dagegen? Die Kräfte kompensieren sich. Für den/die horizontalen Umlenker muss ich mir das Deck noch mal genauer ansehen.


Hallo Hellmut,

das ist aber doch ein grundsätzliches Problem, das Du für die Umlenkung Deiner Fallen auch schon lösen musstest? Oder sind die am Mast belegt? Dann würde ein Einleinenreff keinen Sinn ergeben...

Unser Mast ist auch durchgesteckt. Die Umlenkpunkte für die Fallen auf dem Kajütdach sind mit VA-Platten unterfüttert. Um zu verhindern, dass wir bei hoher Fallspannung das gesamte Kajütdach anheben, sind am VA-Beschlag für die Mastmanschette zwei nach unten reichende VA-Laschen eingeschraubt.
Nach dem Maststellen werden die mit einem durchgesteckten Bolzen am Mast fixiert. Das Kajütdach hat dadurch keinerlei Spielraum nach oben.

Eine ähnliche Ablastung müsstest Du doch auch haben? Die alltägliche Fallspannung belastet Deck oder Kajütdach sicherlich mehr, als gelegentliches Reffen.
Anders gesagt: Wenn Du tatsächlich ohne Ablastung der Umlenkblöcke für die Fallen auskommst, würde ich mir um die des Einleinenreffs auch keine Gedanken machen.


Grüße,

Andreas

Molly
22.07.2008, 12:15
Ist es denn wirklich so ein Aufwand, die Kausch in den Reffhaken einzuhängen?

Da ich aber noch Umlemkblöcke frei habe, werde ich mal probehalber für das 2. oder 3. Reff eine Leine einschlagen. Beim 3. Reff ist die See ja schon mächtig ungemütlich, da mag man dann vielleicht lieber nicht aus der Plicht. Wobei man das überschüssige Tuch ja doch beibänseln muß. Ber vielleicht langt es, wenn das in die Lazy Jacks fällt?

Beidrehen, wenn die See hektisch ist, macht das Reffen immer erträglich.

Hallo Nelson!

Wenn Du es gewohnt bist, mit einem Einleinenreff zu arbeiten, wirst Du nie mehr darauf verzichten wollen.

Selbstverständlich war das Einhängen am Reffhaken manchmal ein Problem. Hatte man das Großfall genügend gefiert, damit man einhängen konnte. Wenn nicht, wieder nach hinten und mehr Lose geben. Dann wieder an den Mast, Reffkausch eingehangen, wieder ins Cockpit und das Fall gezogen, inzwischen war die Kausch wieder vom Reffhaken gerutscht usw.

Gegen das Einleinenreff gibt es meiner Meinung nach kein einziges vernünftiges Gegenargument.

Auf meinem letzten Törn im Kattegatt
(hier übrigens nachzulesen: http://molitorfj.de/1%20Private%20Homepage/Unterwegs%20im%20noerdlichen%20Kattegatt%202008.ht m
mußten wir häufig reffen, ich war jedes Mal froh, das es so einfach war:

Großfallklemme lösen - Reffleine dichtholen - Großfall durchsetzen - fertig - keine Minute!

LG Molly

Yak
22.07.2008, 13:13
Moin,

was ich bei dem Einleinenreffsystem nicht verstehe ist, was mit den Mastrutschern für das Segel geschieht? Bei mir ist es z.B. so, dass ich beim ersten Reff 3 Rutscher aus der Nut im Mast nehmen muss. Wie funktioniert das denn beim Einleinenreff ohne das ich nach vorne muss?

Vielleicht kann mir ja jemand weiterhelfen.

Yak

Ralf-T
22.07.2008, 13:15
Wir haben auf unserer Hanse das Einleinenreff von SparCraft. Der Unterschied zum Selden Reff ist, das sich im Baum selbst keine Rollen befinden, die einen Flaschenzug bilden. Lediglich an beiden Enden sind die Rollen, nicht aber im Baum selbst. Die Reffleine läuft am Vorliek über eine Umlenkrolle, am Achterliek direkt durch eine Öse im Großsegel. Das System arbeitet einfach und gut und ist schnell zu bedienen. Siehe Zeichnung:
7323

Wir müssen zum Reffen keine Mastrutscher aus dem Mast nehmen.

Ralf-T
22.07.2008, 14:21
Noch mal zur Erläuterung, was bei Selden gemacht wird:

7325

Man sieht die Schlitten im Baum, an denen die Rollen hängen.
Der Vorteil: Weniger Kraftaufwand durch die Talje.
Der Nachteil: Mehr Teile die kaputt gehen können, wehe, die Leine rauscht aus.

Wattanfaenger86
22.07.2008, 15:14
[QUOTE=Contrast33;726652]Die Reffleine beginnt in der Nähe der Baumnock. Sie wird durch die achtere Reffkausch wieder zur Baumnock geführt, geht durch den Baum bis zum Lümmelbeschlag, und dort nun über eine Umlenkrolle zur vorderen Reffkausch und dann erst zur Umlenkrolle am Mastfuß...

Mal doof gefragt, wieso geht das nciht auch so wie auf nem kleinkreuzer.
ich hab mir so ein system gebastelt, indem ich wie oben beschrieben ne leine geführt habe. Muss ja nicht zwangsweise im baum laufen. wenn man es außen laufen lässt, und vernünftige Blöcke nimmt, geht das alles sehr leicht.
habe bei mir am baum eine klampe angenietet, an der ich dann einfach die durchgesetze reffleine belege. damit habe ich das problem mit der umlenkrolle am mastfuß oder auf deck gelöst.....
geht das hier nicht auch?

lg watti

alinea
22.07.2008, 15:50
Bei unseren kleinkreuzern gab es so ein Einleinenreff auch nicht, aber man ist ja erfinderisch.
Es funktioniert genau so wie oben von Ralf-T gezeichnet.

Entwicklung und Bilder siehe hier: in unserem Ostboote-Forum (http://www.tes-freunde.de/modules.php?mop=modload&name=Splatt_Forums&file=viewtopic&topic=38&forum=6)

Molly
22.07.2008, 15:56
Moin,

was ich bei dem Einleinenreffsystem nicht verstehe ist, was mit den Mastrutschern für das Segel geschieht? Bei mir ist es z.B. so, dass ich beim ersten Reff 3 Rutscher aus der Nut im Mast nehmen muss. Wie funktioniert das denn beim Einleinenreff ohne das ich nach vorne muss?

Vielleicht kann mir ja jemand weiterhelfen.

Yak

Wer lesen kann ist klar im Vorteil:

siehe # 5

LG Molly

Ralf-T
22.07.2008, 17:16
Bei unseren kleinkreuzern gab es so ein Einleinenreff auch nicht, aber man ist ja erfinderisch.
Es funktioniert genau so wie oben von Ralf-T gezeichnet.

Ich will mich ja nicht mit fremden Lorbeeren schmücken, das Bild stammt von SparCraft.

Aber es ist im Grunde wirklich gleich, ob die Leinen im Baum oder aussen am Baum laufen, innen ist etwas aufgeräumter aber die Funktion sollte genauso gut innen wie aussen gegeben sein.

Acer
22.07.2008, 17:42
Ralfs Hanse und meine Beneteau verwenden vom Prinzip genau das gleiche Reffsystem, nur das bei mir jeweils zwei Blöcke an den Reffpunkten im Segel sind. Vorteil: Es zieht sich leichter. Nachteil: Da ist schon was Gewich im Segel, was rumbollert.

Leinen aussen am Baum? Na, ich weiss nicht. Refft man nicht, muss ja schon ein wenig Lose in den Reffleinen sein, damit sie nicht das Segel "spannen". Derlei möchte ich nicht unterm Baum rumbaumeln haben.

OL

Siggi_B
22.07.2008, 18:25
Großfallklemme lösen - Reffleine dichtholen - Großfall durchsetzen - fertig - keine Minute!

LG Molly

Hallo Molly,
probiers doch beim Einreffen mal so:
Großfallklemme lösen - Reffleine zu ca. 80% dichtholen -Grossfall bei einer entsprechenden Markierung per Klemme festsetzen (Grossfall kann dann so bleiben)- Reffleine ganz dichtholen.


Handbreit

Siggi

Molly
22.07.2008, 18:43
Hallo Siggi!

Ich fiere das Großfall vor dem Reffen immer eine ganze ausgestreckte Armlänge, damit liege ich schon ganz nah an der tatsächlichen Position mit dem Großfall.

Die Reffleine läßt sich bei der Lose im Großfall viel besser dichtholen, (wenn ich richtig mit Schmackes von Hand ziehe, brauche ich oftmals nicht einmal mehr die Winsch) als bei Deinem Vorschlag; da müßte ich mit richtig Dampf die Reffleine dichtholen, das mache ich aber lieber mit dem Groß.

Worin siehst Du denn bei Deinem Vorschlag den Vorteil gegenüber meiner Variante?

LG Molly

Tertia
22.07.2008, 18:48
Schau mal

http://www.gotthardt-technik.de/default.asp?pid=77

Das sollte dir schon mal weiterhelfen.

Bevor du investierst kann du auch mal mit außen am Baum und am Mastfuß angeschäkelten Blöcken probieren, ob das prinzipiell was für dich ist. Dann hast du zwar noch kein Einleinenreff, aber konkrete Eindrücke.

An meinem Boot funktioniert das Einleinenreff ohne den Schlitten im Baum. Die Leine beginnt hinten am Baum etwas achterlicher wie die Refföse, geht hoch zur Refföse und dann wieder runter in einen Block aussen am Baum nach vorne. Dort wieder ein Block um die Leine nach oben abzulenken. Am Baum hat die Leine drei Leitösen (Fenderösen), damit die nicht runterhängt. Oben dann durch die vordere Refföse und wieder runter an Deck und nach hiten wie die Fallen und Strecker. Das ganze nochmals für das zweite Reff.
Ein Problem habe ich jedoch. Das Segel quetscht sich beim reffen am vorderen Baumblock zwischen Baum und Reffleine so ein, das ich schon Scheuerstellen habe. Es ist zu wenig Platz für das gereffte Segeltuch. Ich habe mir schon überlegt die vorderen Blöcke etwas vom Baum mit einem Abstandshalter zu montieren. Hat da jemend Erfahrung?

Siggi_B
22.07.2008, 19:11
da müßte ich mit richtig Dampf die Reffleine dichtholen, das mache ich aber lieber mit dem Groß.

Worin siehst Du denn bei Deinem Vorschlag den Vorteil gegenüber meiner Variante?

LG Molly

Hallo Molly,
ich muss mich dabei praktisch nur um die Reffleine kümmern, das Lösen und Festsetzen des Grossfalls wird praktisch nebenbei erledigt. Allerdings muss ich die Reffleine am Schluss per Winch durchsetzen. Die Markierung am Grossfall stellt sicher, dass das Gross auch bis zur richtigen Position eingerefft wird.

Letztlich funktionieren beide Methoden, es ist sicherlich auch "Geschmackssache".

Handbreit

Siggi

Vielen Dank für Deinen Törn-Bericht zu den schwedischen Schären. Chapeau!

lemminger65
22.07.2008, 19:59
Das Alu wird im Kontakt mit Edelstahl (egal welcher Art) in der Salzwasseratmosphäre an Bord anfangen unter der Maschette sich zu verändern und zu gammeln - Mastbruch programmiert.

Klar, ohne Isolierung wirlich nicht empfehlenswert, aber welchem Material sind denn die Beschlaege?
Wer das Risiko nicht eingehen moechte, kann ja auch Alu nehmen.

Die Art des Edelstahl ist nur wichtig wegen Flugrostanfaelligkeit. Auch hier gilt wieder nur saubere Werkzeuge verwenden, nicht vorher Stahl saegen, bohren etc. damit.

Lem

finefrank
26.07.2008, 09:37
Das klappt ganz einfach und immer bei jedem Wetter.

Voraussetzungen :
Markiertes Gorssfall wo die Reff´s sind, Eine Reffleine für den Mast und eine für die Baumnock.

Vorgehen :

1. Fieren des Falls bis zur Markierung (bei uns mit Edding .- 1 Ring erstes Reff usw.).
2. Dichtholen der Mastseitigen Reffleine.
3. Dichtholen der Baumseitgen Reffleine.

Mit Crew kann das natürlich synchron erfolgen.

Das machen wir auf unserem Boot bei jedem Wetter ohne Probleme, ebenso das ausreffen. Von Kombisystemen halte ich nichts weil die Reibung in diversen Umleckungen bei Wind zu gross wird ohne das man alles mühsam mit der Winch kurbeln muss. Und man reisst am Vorliekl wier blöde wenn es hinten mal klemmen sollte , das Tuch.

Tertia
26.07.2008, 18:07
Vorgehen :

1. Fieren des Falls bis zur Markierung (bei uns mit Edding .- 1 Ring erstes Reff usw.)............


Hallo FineFrank,

wie markierst Du dauerhaft das Fall. Ich habe das mit einem durch das Fall genähten kleinen Takling versucht, aber der Fallenstopper hat es wieder zerstört. Danke für den Hinweis.

finefrank
27.07.2008, 16:14
Wir fahren als Fall Liros Racer, das Großfall ist weiß.
Mit einem Edding Permanent hält das schon 2 Jahre.

Noch etwas zu den ganzen Systemen mit Blöcken im Baum und hier und dort. Davon halte ich nichts, rebung, vertörnen und und.
Das einfache funktioniert hoch am Wind wie vor dem Wind bei harten Bedingungen immer. Und wir haben ein und ausgereft bei Welle und Gewitter. leider zu oft :-)

Molly
27.07.2008, 17:49
Hallo Frank!

Bei Deinem System ist doch das Markieren des Großfalls nicht notwendig, das spielt doch eigentlich nur eine Rolle,wenn man die Kausch auf den Reffhaken legt, damit dieser nicht gleich wieder abfällt.

Mit den Blöcken bzw. der Umlenkung hast Du natürlich recht, das bremst alles schon ganz schön, allerdings sind es bei Dir dann schon wieder 2 Leinen und mit Reff 2 sind des dann schon 4 Leinen, das ist mir ein bißchen viel.

Da bei mir das Ausreffen auch immer durch die Blöcke ein bißchen schwergängig ist, ziehe ich die Reffleine vor dem hochziehen des Großfalls für ca. 2 Meter durch die Klemme, dann ist es o.k.

LG Molly

finefrank
28.07.2008, 09:49
Hallo Molly,
das Markieren macht es sehr einfach. Man lässt das Fall bis zur Marke runter. Und es steht auf der Stelle wo es passt. Man muss nicht gleichzeitig das Reff am Mast durchholen und die Kausch beobachten wo diese steht. Wenn das Fall in Position steht brauch man nur noch die anderen dichtholen. Eines nach dem anderen, das ist wenn man zu zweit unterwegs ist ganz angenehm.

Natürlich haben wir vier Reffleinen, und sicher ist das viel Getüdel ;).
Aber das nicht gebrauchte Zeug geht in die Tasche beim segeln.

Die Reffleinen hole ich bei geborgenen Segel nicht durch sondern stopfe sie mit in das Baumkleid , und wie du sagtest wenn nach einer Refftour die Leinen dicht sind hole auch ich sie im Hafen locker, dann vergisst man das nicht wenn man wieder los will ( so wie gestern )

Viele Grüsse aus Hamburg