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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Gelcoat aufpolieren, aber wie??



Smaily01
17.08.2008, 11:08
:confused:Hallo Moin Moin

Hab mal ne Frage (wurde wahrscheinlich schon tausendmal gefragt)

Meine 22iger Venus, an der ich wirklich schon sehr viel geändert habe, so dass sie jetzt eigenlich gut läuft und auch von der Innenaustattung was zu bieten hat, ist vor allem im Oberdeck jedes Jahr wieder stark verkreidet und ich habe schon viele Versuche unternommen, das zu verbessern.

Ist denn das vom Material abhängig. (Ist ja nicht das beste Qualitätserzeugnis)

Mit welchem Material kann ich das Gelcoat im Oberdeck mal richtig aufpolieren und womit danach langzeit versiegeln.Und wie geht man beim Aufpolieren vor. Ich besitze eine Poliermaschine (Flexform mit 1500 Watt)
Wer kann mir da mit ein Paar Tipps weiterhelfen.
Stört mich schon sehr wenn während der Saison das Oberdeck so matt und glanzlos und somit auch immer so leicht verschmutzt ist.

Vielen Dank für eure Mühe (trotz diesem leidigen Thema):p

carsten.sauerberg
17.08.2008, 11:16
Systeme gibt es viele: Nur ein Beispiel: mit Maschine ein erster Gang mit einer Rubbingpaste, z.B. Polyglanz von Yachtcare. Danach, wenn es schön glänzt eine gute Versiegelung, z.B. HardWachs mit Teflon von Yachticon. Oder manche schwören auch auf das Nanozeugs von Yachtcare o.a. Herstellern. Da habe ich keine Erfahrungen. Vor dem Rubbing könnte man auch einen ersten Gang mit 600er Nassschliff machen. Carsten

Smaily01
17.08.2008, 19:04
Ist es denn normal, dass jedes Jahr das Gecoat so ausgekreidet ist?
Ich habe voriges Jahr erst poliert und dann mit Clean and Coat Nano Zeugs versiegelt. War bereits nach 2 -3 Monaten wieder matt??
Wie ist das bei euch?
Der Rumpf unten ist lackiert und glänzt super über ne ganze Saison nur einmal gewachst.

mfg Klaus

speed
19.08.2008, 20:28
Wenn der Gelcoat so weit sauber ist, dann nimm ein normales Autowachs mit möglichst hohen Paraffinanteilen. Die Hersteller von Baltic bis Rassi nehmen auch nichts anderes. Beim Polieren schwächst Du Grundsätzlich den Gelcoat der im Überwasserbereich nur 0,3-0,6 mm dick ist. Wenn nach Jahren der Gelcoat zu kreiden beginnt, dann nimm von Owatrol das Polytrol-Öl das Fettsäuren und Kobaltsalze enthält. Damit den Gelcoat einreiben, halbe Stunde warten und trocken reiben. Konservierung dann nur wieder mit einen Wachs mit Paraffin.

Nimm kein Nanoprodukte, denn die enthalten in der Regel Teflon oder Silikon das auf Grund der Nanostuktur in die Pervorierung eindringt da sich Nanopartikel wie Flüssigkeiten verhalten. Damit wird jede Reparatur erschwert, zum Teil unmöglich gemacht. Paraffine lassen sich im Schadensfall mit einem Trychloräthylen im Notfall Aceton Rückstandfrei beseitigen, Nanopartikel lassen sich kaum noch beseitigen.

Die Praxis ist, dass viele Skipper im guten Glauben Ihren Booten mit diesen Pflegemitteln mehr Schaden zufügen als Nutzen.

Speedy

Andreas120
20.08.2008, 15:08
Ist es denn normal, dass jedes Jahr das Gecoat so ausgekreidet ist?
Ich habe voriges Jahr erst poliert und dann mit Clean and Coat Nano Zeugs versiegelt. War bereits nach 2 -3 Monaten wieder matt??
Wie ist das bei euch?

Moin,

wir haben gerade die selbe Erfahrung gemacht.
Stumpfes Boot gekauft, über den Voreigner gelästert, im Frühjahr aufpoliert, alles gut, und jetzt: Wieder total stumpf...:mad:
Das war bei den Vorgängerbooten nicht so..!?

Was anders ist: Wir benutzten ein Accrü-Polish mit "Nano-Effekt", bei dem lt. Produktbeschreibung auf das Nachwachsen verzichtet werden kann.
Vormals benutzten wir Rot/Weiss + Wachs.
Indiz: Im Cockpit habe ich einen Teil etwas später poliert UND dort auch nachgewachst. Der Bereich glänzt noch...
Nächtes Jahr wird also wieder alles nachgewachst und dann schauen wir mal.

Deinem Posting nach hast Du auch auf das Nachwachsen verzichtet....?


Grüße,

Andreas

avi
20.08.2008, 16:19
vergesst diesen nano-quark.
nehmt richtig gute polierpasten, poliert das gelcoat auf hochglanz, versiegeln und ende.
lasst euch von den yachties doch nicht immer den teuren scheiss aufdrücken.

Acer
20.08.2008, 17:44
...und nicht zuviel polieren, denn sonst ist irgendwann nix mehr da....

Und wenn man poliert hat, ist die Oberfläche rau und "offen". Das Versiegeln mit Wachs ist das A&O.

OL

avi
20.08.2008, 18:05
korrektur: polieren ist immer ein feinschliff und oberflächenverdichtung durch hohe temperatur.

Acer
20.08.2008, 18:18
welche hohe Tmperatur? Und welcher Kunststoff wird durch Erwärmung dichter?

Klar, kleine Kratzer kann man rauspolieren und es sieht mit dem blossen Auge glatt aus und ist natürlich auch glatter als wenn man mit 1000er Schleifpapier rangeht.

Schau mal mit nem Mikroskop auf eine pol. Oberfläche, sieht aus wie Kraterlandschaft. Ist doch auch klar, mit der Politur hat man Material abgetragen, nichts anders.

Logo, kann man sagen, was interessierts mich, wie es unter dem Mikroskop aussieht. Dennoch: Hier "verfängt" sich der Staub und Schmutz, deswegen muss Wachs o.ä. drauf, der verschließt die "Poren".

ol

avi
20.08.2008, 18:21
ich poliere professionell unter dem mikroskop.

speed
20.08.2008, 19:25
vergesst diesen nano-quark.
nehmt richtig gute polierpasten, poliert das gelcoat auf hochglanz, versiegeln und ende.
lasst euch von den yachties doch nicht immer den teuren scheiss aufdrücken.

genau so ist es....!

Mit Nano wird die Feinheit der Pigmentierung bestimmt. Ab Nanogröße verhalten sich diese wie Flüssigkeiten. Nano ist nichts besonderes, jede Schuhcreme - Möbelpolitur - einfache Autopolitur - ist Nano, Nano ist auch im Beton, es ist wirklich nichts besonderes, mit Ausnahme den Preis der kostet natürlich für Nano. Jede Malerfarbe z.B. Titanweiß ist Titanoxid ist Nano. Da bekommt einer den 10 Liter Eimer Nano für 15,- Euro. Dann gibt es noch welche die schreiben dann über die Lotuskraft, das ist dann vergleichbar mit der Kontrafinüse, da weiß auch keiner was das ist.

Speedy

jow
20.08.2008, 20:45
Hi,

ich kann hier nur meine Erfahrungen wiedergeben.
Ich habe die Hülle meiner Sadler im April diesen Jahres komplett poliert.
Benutzt habe ich folgende 3M Marine Produkte:
grob-Politur mit 3M Marine Imperial Compound & Finishing Material
fein-politur mit: 3M Finesse-it II Polish
und dann versiegelt mit: 3M Ultra Performance Wax

Ich habe eine grosse Poliermaschine mit wenigen Umdrehungen (wegen der Wärementwicklung) und einem Lammfellmopp verwendet.

Das Ergebnis war absolut überzeugend, das Boot ist nun 25 Jahre alt und das Gelcoat war stumpf. Nach der Politur war es wieder hochglänzend.

Nach nun knapp 5 Monaten im Wasser ist der Glanz immer noch da, allerdings habe ich an ein paar Stellen wieder gelbliche Verfärbungen (muss ich mit dem Wax geschlampt habe ;).

Ich kann diese 3M Produkte nur empfehlen, sind nicht ganz billig aber haben bei mir wunderbar funktioniert.

Ich weiss nur leider nicht wer die bei Euch in D vertreibt....

Gruss
jow

speed
20.08.2008, 22:01
3M-Produkte sind nicht teuer, diese sind auch erhältlich über den Versand bei Neckermann.

Jede einfache Autopolitur zum Schäppchenpreis für 1,-Euro enthält die Pigmentierung Titanweiß, zum verschließen der Poren und den Glanz der als Hartwachs zugefügt wird. Wie bereits der AVI gesagt hat, polieren bedeudet Material abtragen, damit wird der Gelcoat der im Überwasserbereich doch etwas dünn ist, ca. 0,3-0,6 mm immer dünner. Nur der Gelcoat ist der wichtigste UV-Schutz und die wichtigste Barriere um das Boot auch im Überwasserbereich vor osmotischen Schäden zu schützen. Wie die Folgeschäden in Form einer Lunkerbildung unter dem Gelcoat aussehen kennen die meisten wenn der Gelcoat darüber reißt oder bricht.

In der Praxis wird den Yachten mit solchen Polituren mehr Schaden zugefügt als Nutzen. Wenn ein Gelcoat kreidet, dann genügt kein Wachs, da muss in die Harz-Struktur eingegriffen werden, daher mein Hinweis auf Fettsäuren und Kobaltsalze. Wem aber die Optik wichtiger ist, der ist bei 3 M oder Acrü usw. in besten Händen.

Speedy

avi
21.08.2008, 07:39
ich will das nochmal ein wenig ergänzen:
polieren ist immer erst ein materialABTRAG.
warum? vergleich mit einem spiegel: nur wenn er glatt ist, kann das licht nahezu 100% und in definiertem winkel reflektiert werden. wasseroberfläche ähnlich: glattes wasser "glänzt".
wird die oberfläche des spiegels beschädigt, durch z.b. kratzer, oder durch anstrahlen mit sand, kann licht wegen der rauhen oberfläche nicht mehr gerichtet reflektiert werden, sprich: wird gestreut, die oberfläche wirkt matt.
und das ist der oberfläche egal, ob sie nun aus glas oder gelcoat ist.
dies rauhe oberfläche muss nun für hochglanz beseitigt werden. dies erledige ICH mit verschiedenen schmirgeln bis zu 1000er nass und mit geringer drehzahl. gering heisst bei mir ca. 3000-8000 U/min. dabei kommt es auf den durchmesser des polieres an. wie oben schon erwähnt tut eine langsamlaufende, kräftige poliermaschine deutlich bessere dienste, als die billigen lammfell-karussels der versender. das ist alles mist. davon lässt sich die oberfläche NICHT beeindrucken!!!!
ALSO: feinstes einebnen der oberfläche mit immer feiner werdenden schleifmitteln.
wenn nun duch 1000er korn eine gleichmässig matte oder seidig glänzende oberfläche entstanden ist, kann nun mit verschiedenen polierpasten gearbeitet werden.

diese enthalten ebenfalls feinste schleifmittel.
vor-polierpasten etwas grober, hochglanzpasten etwas feiner.
allen ist jedoch gemein. dass die schleifpartikel in ein trägermedium eingebettet sind. bei mit ist es ein wachshaltiges material, das unterschiedlich gefärbt sein kann. je nach verwendungszweck und gradation sind sie zur besseren unterscheidung farblich gekennzeichnet.
die "rote" oder die "grüne" sagt lediglich aus, dass sie möglicherweise für unterschiedliche zwecke gedacht sind, eine norm stellt dies jedoch meines wissens nicht dar. ich habe z.b. rote pasten für gold (pariser rot) und ein gleichfarbiges no-name produkt für z.b. kunststoff. blau zum vorpoliern von edelstahl, weiss für hochglanz.
ganz simples sidol für 2,79 tuts als universalpolitur übrigens auch sehr gut. von der cabrio-scheibe über stahl, gold, keramik poliere ich damit sehr gut und billig.
für zirkone benutze ich diamantierte paste. kostenpunkt ca. 90€ für 2gramm. für ein schiff ein wenig teuer.:D

Diese wachs erfüllt aber noch einen netten nebeneffekt: da beim polieren in der tat recht hohe temperaturen entstehen können, wirkt es kühlend auf die oberfläche, und verhindert so eine streifenbildung (riefen).
in kombination mit einer richtigen poliermaschine kann so eine absolut glatte oberfläche entstehen.
ich habe es bereits erwähnt, ich poliere beruflich sehr viel und unter dem mikroskop, darunter eben kunststoff, metalle und hochleistungskeramiken. diese erhalten völlig ohne irgendwelche nachträglichen oberflächenversiegelungen eine mikroskopisch dauerhaft glatte oberfläche.

sicherlich sollte gelcoat NICHT derart angeschliffen werden, dass eine riefige oberfläche entsteht, damit ist sie eben nicht mehr geschlossen, sondern offen für schädliche umwelteinflüsse. wenn man so will offen für korrosion.

so, und nun liegt hier auch der hase ein wenig im pfeffer.
speed sprach es ja nun in einem satz an: LUNKER!
lunker sind im produktionsprozess enstandene mehr oder weniger feine hohlräume im gelcoat oder auch im laminat. die mehr oder weniger dicht auch an der oberfläche liegen können.
trägt man nun gutgemeint die oberfläche mit z.b. 220er korn ab, können sich die lunker deutlich zeigen.
und: sie versauen uns eine gute oberfläche, weil ich die eben kaum auspoliert bekomme. (=weggeschliffen)

nun greift natürlich die yachti-industrie zu einem netten kunstgriff: sie bietet "polituren" an, die als zaubermittel aus jeder verwarzten oberfläche einen dampfer in showroom qualität machen sollen.

geht ganz einfach: die rauhigkeiten werden schlichtweg mit mehr oder weniger gut haftenden partikeln (nano...hahaha) aufgefüllt, um...na???? rischtisch: die lichtbrechung wieder gen 100% zu bringen.
diese partikel können aber auch in form von wachsen aufgebracht werden, oder in form von PU-verbindung, was aber letztlich immer nur einen zweck erfüllt: nämlich das AUFFÜLLEN der rauhigkeiten, und NICHT das einebnen eben dieser.
mit derselben technik gehen hier die obstbauern her und hübschen ihre äpfel, damit sie schön glänzen.
alle wachse lassen sich mehr oder weniger gut auftragen und müssen nach dem auftrocknen poliert werden. (nur eben nicht mit den kleinen wabbeldingern für 19,95)
nachteil: auf wachsen klebt irgendwann der herunterlaufende dreck fest, wenn durch sonnen eindstrahlung z.b. wachse wieder etwas anweichen.
andere mittel altern einfach weg, und die oberfläche ist wieder ungeschützt.
je mehr also auf das gelcoat geschmiert wierd, umso weniger erreiche ich den effekt, den mir die werbung immer verspricht.
genau auch aus diesem grund werde ich nie einen ausgekreideten rumpf mit solchen mittelchen wieder hinbekommen, wie erfahrungsberchte hier zeigen: nach kurzer zeit ist der dampfer wieder weiss.
OHNE eine sachgerechte aufbereitung des gelcoats wird es nie dauerhaft guten glanz geben.
und: wie auch hier häufig berichtet wird, spielt die verarbeitungsgüte eines hochwertigen gelcoats werftseitig eine wichtige rolle.
eine im hinterhof zusammengerührte plastikpampe, schluderig hingepinselt, wird im leben nicht einen dauerhaften glanz bieten können.
ICH weiss von den von mir verarbeiteten materialien, das nur wirklich hochwertiges material, sachgerecht und gewissenhaft verarbeitet, auch ein dauerhaft gutes ergebnis bringen.
alles andere ist leider, wie immer, werbewirksamer, teuer bezahlter nonsense.

speed
21.08.2008, 10:36
Das ist doch mal ein Super-Beitrag und ich werde aus diesen Ausführungen vieles übernehmen und auch weitergeben.

Damit wird mancher Unsinn der den Skippern für viel Geld vermarktet wird verständlich, denn es ist wirklich nicht einfach jemanden zu erklären, dass viele mit den Poliermitteln Ihren Yachten mehr schaden als nützen.

Grüße Speedy:)

Andreas120
21.08.2008, 12:50
Tja, Avi, dann haben wir ja alles richtig gemacht.
Den stumpfen Dampfer wieder aufpoliert und auf das Wachsen verzichtet. Die Unebenheiten eben nicht zugeschmiert. Klingt ja soweit logisch.
Nur:
Die solcherart bearbeiteten Bereiche sind nach kurzer Zeit wieder stumpf wie vordem (zugegeben: Der weisse Rumpf hat sich etwas besser gehalten, als cremefarbenes und v. a. rotes Topcoat; die problematischen Roteigenschaften sind mir bekannt; gleichwohl: insgesamt enttäuschend).
Der 2 Wochen später polierte und nachgewachste Bereich dagegen hat seinen Glanz bisher behalten.

Und jetzt: :confused::confused:


Grüße

Andreas

avi
21.08.2008, 13:30
kann ich nicht sagen.
ich habe lediglich versucht einmal zu beschtreiben, was sich überhaupt hinter einer politur versteckt.
und das ist überall auf der welt gleich.
abhängig ist glanz natürlich auch vom material und seiner güte. auf einem stahl kann ich dauerhaften glanz herstellen, auf einem kunststoff von evtl. minderer qualität eben nicht.
kann auch sein, dass die (echten) poliermittel, die auch ein wachs bzw. lösungsmittel enthalten, nicht rückstandsfrei entfernt werden konnten, sodass sie nun verfärben oder erblinden, bzw. matte stellen bilden können.
kann ich aus dem handgelenk so nicht sagen, ich mache eben polituren völlig ohne jede versiegelung. aber eins kann ich sagen: eine richtig echte hochglanzpolitur ist nicht mal schnell zwischendurch gemacht, das musste ich auch je nach material einige jahre lernen....

Marker
21.08.2008, 13:42
@ Avi und Speedy,

danke für diese Info's. Sie bestärken mich dahingehend, doch in eine Ganzpersenning zu investieren, zumal das Boot noch fast neu ist.

Grüße vom Marker

speed
21.08.2008, 14:38
Tja, Avi, dann haben wir ja alles richtig gemacht.
Den stumpfen Dampfer wieder aufpoliert und auf das Wachsen verzichtet. Die Unebenheiten eben nicht zugeschmiert. Klingt ja soweit logisch.
Nur:
Die solcherart bearbeiteten Bereiche sind nach kurzer Zeit wieder stumpf wie vordem (zugegeben: Der weisse Rumpf hat sich etwas besser gehalten, als cremefarbenes und v. a. rotes Topcoat; die problematischen Roteigenschaften sind mir bekannt; gleichwohl: insgesamt enttäuschend).
Der 2 Wochen später polierte und nachgewachste Bereich dagegen hat seinen Glanz bisher behalten.

Und jetzt: :confused::confused:


Grüße

Andreas

Ich weiß nun mal nicht wie alt bereits der Gelcoat ist, auch nicht wie stark wurde dieser der UV-Strahlung ausgesetzt. Grundsätzlich neigen alle Gelcoats zum kreiden, und ionisieren. Das bedeutet, dass ein Gelcoat seine Eigenschaften verändert. Da ein Gelcoat immer eine chemische Härtung hat und keine physikalische, kann der Vorgang nicht rückgängig gemacht werden. Weder mit Lotus, noch Nano, noch sonst einer Politur. Eine Politur glättet die Oberfläche, damit wird die Oberfläche auch verkleinert, somit auch der Einfluss durch die UV-Strahlung.

Was ein bisschen hilft, das wäre die Behandlung mit einem Polytrolöl von Owatrol. Die Produktdaten kann sich bei mir auf der Website herunterladen. Optimal wäre zur Vorsorge ein Paraffin mit Nanozinkpartikel. Das kann die UV-Strahlung somit die Schädigung ca. zu 90% verhindern. Einfachst herzustellen, kostet nur wenige Cent, aber keiner hat da Interesse. Die Stabilisatoren für den UV-Schutz die im Gelcoat beigemischt werden, sind nun mal je nach Breitengrad in 10 - 15 Jahren am Ende.

Bei hochwertigen Yachten wie z.B. bei Baltic wird der Gelcoat nicht pigmentiert der eine erhebliche Schwächung der Eigenschaften bedeutet. Da ist der Gelcoat transparent und wird dann mit mehreren Lagen Polyurethan-Acryl lackiert.

Speedy

bedireel
21.08.2008, 15:45
Hallo,
meine Dehler liegt seit 17 Jahren ohne Abdeckung im östlichen Mittelmeer Ich habe das Schiff immer nur mit Leitungswasser abgespritzt und dann trockengeledert. Das Gelcoat ist immer noch Hochglänzend , wie am ersten Tag. Einige meiner Segelkameraden gehen mit Bürsten, Chemie oder und Pril ans Werk. Vieleicht machen sich diese Eigner Ihre Gelcoatprobleme auch selber.
Dieter.:):p

avi
21.08.2008, 16:22
siche rist da auch was wares dran....

vielleicht hast du aber auch ein top-material.

bedireel
21.08.2008, 16:54
siche rist da auch was wares dran....

vielleicht hast du aber auch ein top-material.

...ist halt ein Serienschiff. Da ich Glück, Geld, und Angst nicht kenne müßte
es vieleicht doch an der Chemie liegen.
Dieter.;)

speed
21.08.2008, 18:27
Hallo Dieter,
so unrecht hast Du da nicht, nur gleich so übertreiben musst Du mit der Dehler auch nicht. Wir haben eine 19 Jahre alte Bavaria in der Adria verkauft, die wurde auch nie poliert und stell Dir vor, die hat noch so geglänzt, dass Du zum rasieren nicht einmal einen Spiegel brauchst.;)

Es ist aber im Grunde so wie ich es schon gesagt habe, mancher schadet mit diesen Polituren seiner Yacht mehr als diese nütz.

Speedy:)

bedireel
21.08.2008, 20:32
Hallo Dieter,
so unrecht hast Du da nicht, nur gleich so übertreiben musst Du mit der Dehler auch nicht. Wir haben eine 19 Jahre alte Bavaria in der Adria verkauft, die wurde auch nie poliert und stell Dir vor, die hat noch so geglänzt, dass Du zum rasieren nicht einmal einen Spiegel brauchst.;)

Es ist aber im Grunde so wie ich es schon gesagt habe, macher schadet mit diesen Polituren seiner Yacht mehr als diese nütz.

Speedy:)

Hallo Speedy,
sorry, übertreiben wollte ich nicht, denn zu meinen Grundsätzen gehört doch: zu wenig und zuviel das ist des Narren Ziel. ;)
Das Polieren schaden kann ist unbestritten. Das Reinigen mit Chemie und entfetten mit Pril oder ähnlichem dem Gelcoat schadet ist sicher.
Wer auf Reinigungsmittel nicht verzichten kann oder will, hier ein kleiner Tipp: einen Spritzer Klarspüler für die Spülmaschine ins Reinigungswasser geben. Auf diese Weise wird das Gelcoat mit einem gleichmäßigen glänzenden Schutzfilm preiswert überzogen.:)
Grüße,
Dieter

klueverbaum
22.08.2008, 11:35
..... damit wird der Gelcoat der im Überwasserbereich doch etwas dünn ist, ca. 0,3-0,6 mm immer dünner......

ich weiss nicht, was ihr für boote fährt, oder wer diesen unsinn in die welt gestellt hat ;-)

mein böötchen hatte im überwasserbereich eine 2,5mm tiefe grössere schramme. und es war immer noch im gelcoat. da hab ich natürlich nicht poliert, sondern sorgfältig gespachtelt und geschliffen. nicht mit 600er, sondern mit 800, 1000 und am schluss mit 1200er papier. dafür sieht man die stelle nur noch, wenn man weiss, wo sie liegt.
für die jährliche pflege verwende ich ebenfalls produkte für den kfz-unterhalt.

speed
22.08.2008, 12:57
ich weiss nicht, was ihr für boote fährt, oder wer diesen unsinn in die welt gestellt hat ;-)

mein böötchen hatte im überwasserbereich eine 2,5mm tiefe grössere schramme. und es war immer noch im gelcoat. da hab ich natürlich nicht poliert, sondern sorgfältig gespachtelt und geschliffen. nicht mit 600er, sondern mit 800, 1000 und am schluss mit 1200er papier. dafür sieht man die stelle nur noch, wenn man weiss, wo sie liegt.
für die jährliche pflege verwende ich ebenfalls produkte für den kfz-unterhalt.

Bei den 2,5 mm tiefen Kratzer bei Deinem Böötchen wie Du es beschreibst, hast Du sicherlich die genüberliegende Seite poliert. Also das kommt in etwa hin.......!

Speedy:rolleyes:

klueverbaum
23.08.2008, 16:22
Bei den 2,5 mm tiefen Kratzer bei Deinem Böötchen wie Du es beschreibst, hast Du sicherlich die genüberliegende Seite poliert. Also das kommt in etwa hin.......!

da hast du möglicherweise recht. bei eueren bis zu 6.75m langen dampfern komme ich mit meinem böötchen natürlich nicht mit. und da wird wohl auch das gelcoat unterschiedlich dick sein. **grübel, grübel**