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  1. #21
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    Interessanter Beitrag. Ich habe vor einigen Jahren Prop und Welle mit Melkfett eingeschmiert. 6 Monate später das ernüchternde Egebniss - alles voll mit Pocken. Dann habe ich es mit speziellem AF-Spray (Basis ist Trilux) versucht. Ergebnis auch nicht besser, dicker Bewuchs nach 6 Monaten. Dabei ist das UW-Schiff, welches jährlich vor dem Kranen mit SP-Antifouling gestrichen wird, nahezu pockenfrei. Bedingungen: 6 Monate zu Wasser, Ostsee.

    Nachstes Jahr versuche ich es nochmal mit dem Spray, habe noch mehr als eine halbe Dose, dann aber werde ich erst mit Primocon grundieren und dann AF aufsprühen. So zumindest der Plan.

    Frage: Ich habe in der letzten Saison einen deutlichen Verbrauch der Anode feststellen können, eschätzt über 50%. Könnte es mit dem AF auf Prop und Welle zusammen hängen? Anm.: Anode hat natürlich einen AF-Kontakt.

    VG Wolfgang

  2. #22
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    Zitat Zitat von Pinne Beitrag anzeigen
    Nachstes Jahr versuche ich es nochmal mit dem Spray, habe noch mehr als eine halbe Dose, dann aber werde ich erst mit Primocon grundieren und dann AF aufsprühen. So zumindest der Plan.

    Frage: Ich habe in der letzten Saison einen deutlichen Verbrauch der Anode feststellen können, eschätzt über 50%. Könnte es mit dem AF auf Prop und Welle zusammen hängen? Anm.: Anode hat natürlich einen AF-Kontakt.
    VG Wolfgang
    Mit Primocon wird mein Prop seit Jahren gestrichen, darauf Trilux. Keine Pocken! Aber beides platzt während der Saison vom Bronce-Prop (Fex-o-fold) zu ca. 70% ab. Wie gesagt, trotzdem keine Pocken.
    Die Anode hat bei mir keinen direkten AF-Kontakt. Abtrag normal!
    Kontrolliere aber in jedem Hafen, ob mein Landanschluß richtig gepolt ist; dh. ob die Stromversorgung "im Hafen" richtig gepolt ist. Komischerweise war das in einem "Werfhafen" (Großenbrode) nicht der Fall (ein Schelm, wer böses dabei denkt)!

  3. #23
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    Hallo,

    ich vermute sehr stark, dass sich die frischen Pocken mit dem Fett-was-auch-immer abschälen und dann ist Ruhe für den Rest des Jahres. Es gibt dann ganz einfach keine jungen Pocken mehr.

    Rostock verfügen noch über weitere Ideen:
    http://www.biologie.uni-rostock.de/o...9-56-DBU-I.pdf


    peter

  4. #24
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    Seepocken schwimmen nicht im Wasser, denn es handelt es sich um Krebse die sich mit dem Kopf am Unterwasserschiff an zementieren. Erst dann entsteht die Trichterförmige Pocke. Die Übertragung erfolgt in der Regel durch direkten Kontakt z.B. alte Fender, Heckfender, Muringleinen, Trockenfallen oder durch gegenseitige Befruchtung zur Nachbarpocke. Daher ist z.B. ein Boot voller Pocken und beide Nachbarboote haben keine Pocken. Es liegt also nicht am Antifouling sondern am Kontakt. Ab Geschwindigkeiten von 3 Knoten kann weder pflanzlicher Bewuchs noch tierischer Bewuchs verfestigen.

    Die Pocken sind inzwischen gegen alle Schwermetalle und zugelassenen Biozide resident.

    Da sich Seepocken gegenseitig befruchten, genügen 2 Seepocken, Abstand bis 6 mm die nach kurzer Zeit eine Insel bilden da sich die Krebse sofort wieder an zementieren und explosionsartig vermehren. Je nährstoffreicher das Wasser ist, um so schneller können sich die Krebse vermehren. Wir haben z.B. in der Ostsee über 15000 qkm mit Nährstoffarmen Seewasser. Da gibt es keinen Bewuchs am Unterwasserschiff. Da kann einer streichen was er will, oder er nimmt nur Melkfett, das würde reichen. Daher sind Empfehlungen vom Bootsnachbarn der natürlich immer ein "besonders gutes Antifouling" hat, nicht übertragbar. Die Auslastungen und Bedingungen sind nun mal zu unterschiedlich. Ansonsten kann auf Grund der Sicherheitsdaten und Lechingrate bereits im Vorfeld bestimmt werden, wie wirkungsvoll z.B. ein Antifouling ist. Die meisten sehr preiswerten Antifoulings verwenden Kupfer. Kupfer kann pflanzlichen Bewuchs reduzieren, kann aber tierischen Bewuchs nicht reduzieren, was dann die Haftgrundlage für den pflanzlichen Bewuchs bildet. Kupfer(I)oxide in Verbindung mit Zinkoxiden können bei entsprechender Biozidfreisetzung vor den meisten tierischen Bewuchsarten schützen. Nur Kupfer(I)oxide kosten mehr als 10 mal so viel wie Kupfer und der Verbrauch ist um ein mehrfaches höher.

    Seepocken und Miesmuscheln können nicht mit Schwermetallen abgewehrt werden, damit versagt ohne Ausnahme jedes der ca. 450 Antifoulings die es weltweit gibt.

    Das einzige Biozid das vor Pocken nicht schützen kann, aber die explosionsartige Vermehrung reduzieren kann ist Trycresylphophat in Verbindung mit Kupfer(I)oxiden siehe http://www.gifte.de/Chemikalien/tri-...ylphosphat.htm das noch international zugelassen ist. Nur gegen die zunehmende Residenz von Seepocken und Röhrenwürmern gibt es keinen Schutz mehr. Es ist im Augenblick nur eine Reduzierung möglich. Versuche mit Cyaniden, toxischen Bleioxiden, auch E605 haben gezeigt, dass das den Pocken nichts ausmacht. Wir bekommen inzwischen eine neue Pockenart die aus Südostasien und Australien eingeführt wird. Die werden bis zu 6 cm groß und in 2-3 Monaten ist das Unterwasserschiff vollständig zugewachsen. Es hilft auch kein Teflon, denn Pocken und Miesmuscheln injizieren einen Klebstoff der bestens darauf haftet. Was helfen würde wären Fluor-Beschichtungen, die z.B. auch für U-Boote verwendet werden, nur da müsste einer für eine Schraube 2 - 3 Mille ausgeben, das macht keiner. Was auch gut funktioniert wäre Flüssiggummi von Belzona, ca. 320,-€ für eine Schraube, zzgl. 32,-€ für die Grundierung zzgl. Mwst. 19%. Die Anwendung ist dabei sehr aufwendig, die Schraube muss ausgeschwitzt werden und danach mit Trychloräthylen gereinigt werden, das für den Privatanwender nicht erhältlich ist. Ohne dem gibt es keine Haftung auf Metallen von Flüssiggummi.

    Was da über den Bootszubehör für die Schraube angeboten wird, ist nur kurzlebig, denn jede einfache Metallschutzfarbe, wie Kupfer, Zink, Silber, Bronce usw. hat für kurze Zeit Bewuchsschutzeigenschaften und kosten erheblich weniger als was da im Bootszubehör angeboten wird. Bietet aber nur Schutz bei pflanzlichen Bewuchs, nicht bei tierischen Bewuchs.

    Was bleibt ist Fett und wenn das nicht abgewaschen wird kann es eine Verfestigung bis zu 6 Wochen reduzieren. Daher würde auch Penaten-creme funktionieren, wird aber zu schnell abgewaschen. Daher der Hinweis für ein zähes viskoses Heißlagerfett das einer sogar im Wasser auftragen kann.

    Engel

  5. #25
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    Vielen Dank noch mal für deine Ausführungen. Und nochmal zwei Fragen: wenn die Pocken gegen die Wirkstoffe in unseren Antifoulings resistent sind, wieso haben dann die meisten von uns nur Pockenprobleme an Prop und Welle, nicht aber am mit AF bestrichenen Rumpf? Und wenn die Pocken nicht schwimmend an das Boot kommen, müsste man mit sauberen Fendern usw. das Problem doch eigentlich in den Griff bekommen. Oder?

  6. #26
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    Zitat Zitat von Pinne Beitrag anzeigen
    Interessanter Beitrag. Ich habe vor einigen Jahren Prop und Welle mit Melkfett eingeschmiert. 6 Monate später das ernüchternde Egebniss - alles voll mit Pocken. Dann habe ich es mit speziellem AF-Spray (Basis ist Trilux) versucht. Ergebnis auch nicht besser, dicker Bewuchs nach 6 Monaten. Dabei ist das UW-Schiff, welches jährlich vor dem Kranen mit SP-Antifouling gestrichen wird, nahezu pockenfrei. Bedingungen: 6 Monate zu Wasser, Ostsee.

    Nachstes Jahr versuche ich es nochmal mit dem Spray, habe noch mehr als eine halbe Dose, dann aber werde ich erst mit Primocon grundieren und dann AF aufsprühen. So zumindest der Plan.

    Frage: Ich habe in der letzten Saison einen deutlichen Verbrauch der Anode feststellen können, eschätzt über 50%. Könnte es mit dem AF auf Prop und Welle zusammen hängen? Anm.: Anode hat natürlich einen AF-Kontakt.

    VG Wolfgang
    Sorry, nur ein fehlender Buchstabe, und der Sinn verändert sich vollkommen. Hab ich nicht gesehen und korrigiere:

    Meine Anode hatte natürlich keinen AF-Kontakt. Auf Welle und Prop ist Trilux, auf der Anode nichts.

  7. #27
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    Bei mir hat all die Jahre AF auf der Schraube funktioniert - AF war besser wie Seepocken

  8. #28
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    Zitat Zitat von Robst Beitrag anzeigen
    Vielen Dank noch mal für deine Ausführungen. Und nochmal zwei Fragen: wenn die Pocken gegen die Wirkstoffe in unseren Antifoulings resistent sind, wieso haben dann die meisten von uns nur Pockenprobleme an Prop und Welle, nicht aber am mit AF bestrichenen Rumpf? Und wenn die Pocken nicht schwimmend an das Boot kommen, müsste man mit sauberen Fendern usw. das Problem doch eigentlich in den Griff bekommen. Oder?
    Das Pockenproblem bringt keiner mehr in Griff. Mit dem Verbot von Trybuthylzinnoxid, Dimethylzinn-Dibutylzinn- und Dioctylzinnverbindungen u.a. seit Januar 2012 gibt es eine kurzfistige, aber keine Dauerhafte Lösung mehr. Diese Anstriche mussten alle in der Industrie mit Marine 470 Vinyl überschichten. Bei der Sportbootschiffahrt hat sich das meist erübrigt, da diese Antifoulings nur für Yachten ab 15 m erhältlich waren und an Privatanwender nicht ausgeliefert wurden.

    Die Krebse brauchen einen Kontakt, können aber nicht schwimmen. Natürlich können die Krebse auch durch die Strömung im Wasser aufgewirbelt werden. Wenn die Welle und der Prop keinen Bewuchsschutz haben, dann können die Pocken leicht verfestigen, im Gegensatz zum Antifouling das eine unangenehe Umgebung schafft, aber auf Dauer nicht schützen kann.

    Wenn der User "Greif" meint, dass sein Antifouling besser ist als die Pocken, ohne die Spezifikationen und Anforderungen zu beschreiben, dann ist das theoretisch möglich, wenn sein Boot die meiste Zeit an Land verbringt.

    Wenn ich von Bewuchsschutz schreibe, dann meine ich Standzeiten von 60 Monaten, 80% Auslastung, D-Wassertemperatur 21°C, max. Wassertemperatur 27°C, Tropentauglichkeit, selbstabschleifend, selbstglättend, Schutz bei sessielen Bewuchs, Geschwindigkeiten 3-40 Knoten, alle Gewässer auch Brackwasser, Dockintervall bei einen Anstrich bei Dauerwasserlieger 18 Monate, bei Saisonwasserlieger mehr als 2 Jahre. Ich rede nicht darüber, jedes Jahr schleifen und neuen Anstrich mit jährlicher Schichtstärkenanreicherung, mit der Folge, dass uns das Zeug nach 4-6 Jahren je nach Produkt abfällt. Dann wird gebeizt, geschliffen, meist der Gelcoat massakriert, dann kommt der berühmte Osmoseschutz der noch nicht erfunden wurde und die Arbeitsbeschaffung beginnt von vorne.
    Engel
    Geändert von Engel (11.11.2017 um 14:59 Uhr)

  9. #29
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    Zu Pinne,
    die Grundierung Primocon funktioniert nicht. Primocon ist Naphta,- eingedicktes Erdöl und funktioniert nur bei Antifoulings die Naphta in der Trägerkomponente verwenden.

    Wenn Du den Rest vom Spray aufbrauchen möchtes, Schraube demontieren, dann schleife mit 200 Körnung, dann mit einen Gasbrenner max Temperatur 800-1000°C die Oberfläche abflammen ohne die Schraube zu stark zu erhitzen, wird in der Industrie als ausschwitzen bezeichnet, dann mit einen reinen Aceton mehrmals reinigen und dann kannst Du das Spray verwenden. Beim Aceton haben die meisten eine geringe Rückfettung, daher reines Aceton aus dem Fachhandel verwenden.
    Engel

  10. #30
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    Danke nochmals, Engel

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