Seite 2 von 11 ErsteErste 1234 ... LetzteLetzte
Ergebnis 11 bis 20 von 107
  1. #11
    Registriert seit
    08.05.2017
    Beiträge
    29

    Standard

    Von Rechts wegen geht es darum ob er sich der unterlassenen Hilfeleistung schuldig gemacht hat. So wie der Fall geschildert wurde, ein klares nein. Über Moral sollen andere diskutieren.

  2. #12
    Registriert seit
    15.10.2010
    Beiträge
    4.251

    Standard

    Zitat Zitat von sucher Beitrag anzeigen
    Hallo Ihr, "Not kennt kein Gebot", in diesem Fall, wenn man noch Geschirrabspülen kann, eine Situation und sich selbst einschätzen kann, kann man (nur in so einer Situation) auch ein Schiff führen. Der Alkohol ist dann nur eine untaugliche Entschuldigung. Die Verpflichtung zur Hilfeleistung ist dann zumutbar, wenn keine größere eigene Gefahr, insbesondere Lebensgefahr besteht. Die einzig richtige Verhaltensweise in dieser Situation wäre gewesen, den Notruf abzusetzen und sofort selbst zur Hilfeleistung zu schreiten. In der sicheren, warmen Kajüte einfach abzuwarten, wie sich jemand im kalten Wasser abstrampelt wäre auch ohne Notfall ein unkameradschaftliches Verhalten.
    Viele Grüße
    nw
    Du irrst, besoffen Schiff oder Auto fahren ist nicht zulässig, auch in der Not nicht.
    Je nach Alkoholmenge kann der potentielle Retter tatsächlich fahruntüchtig sein, und damit kann er niemanden retten.
    Geändert von 2ndtonone (07.11.2017 um 12:12 Uhr)

  3. #13
    Registriert seit
    06.04.2004
    Beiträge
    365

    Standard

    Meine Frage an djm wäre:

    Wir alle sind wohl schon mal Auto gefahren, obwohl wir das eine Bier zu viel getrunken hatten. Weil man die konkrete Situation und die eigene Befindlichkeit so eingeschätzt hat, dass es problemlos sei und eine mögliche Polizeikontrolle das einzige Risiko darstellt.

    War es nun so, dass Du Dich wegen des konsumierten Alkohols tatsächlich nicht in der Lage gefühlt hast, die Leinen loszuwerfen, den Motor zu starten, in die Nähe der Unglücksstelle zu fahren und Rettungsmittel rüberzuwerfen bzw. die Lage zu beobachten und einzugreifen, wenn es für die Segler ums Überleben geht? Nach dem abgesetzten Hilferuf natürlich.

    Oder war die Tatsache, dass ein Alkotest vermutlich einen zu hohen Wert ergeben hätte, ausschlaggebend für die Überlegung, sich lieber selbst nicht in Bewegung zu setzen. Weil es eben diesen plausiblen Grund dafür gibt und man sich so nichts vorzuwerfen hat.

    Oder um das weiter zuzuspitzen: Wenn ein unbewohntes Schiff neben Dir plötzlich in Brand geraten wäre, hättest Du Dich in der Lage gefühlt, abzulegen und Dein Schiff irgendwohin in Sicherheit zu bringen? Oder wärst Du von Bord gegangen und hättest die Feuerwehr gerufen?

    Ich denke, diese subjektive Einschätzung der tatsächlichen Handlungsfähigkeit ist entscheidend, nicht die Zahl der Gläser Wein zu einem abendlichen Essen. Das kann je nach Zeitdauer und körperlicher Verfassung auf jeden anders wirken.

    Interessieren würde mich allerdings auch, inwiefern "Not kennt kein Gebot" nur ein flotter Spruch ist, oder ob die Regel formaljuristisch trägt. Wenn eine Rettungsaktion unter Alkoholeinfluss glückt, wird wohl niemand mit dem Alkotester kommen. Was ist, wenn sie mißglückt?

    pete

  4. #14
    Registriert seit
    07.10.2012
    Ort
    Mittelfranken, weit vom Wasser
    Beiträge
    1.521

    Standard

    Hallo, wenn man so eine Situation als potentieller Helfer beobachtet, und sieht, daß die die Jolle nicht aufgerichtet bekommen, aus welchen Gründen immer, wäre lange bevor da ein Notfall entstehen würde das Gebot, hinzufahren und vom (relativ festen) Motorboot aus denen ganz einfach die Mastspitze aus dem Wasser zu heben. Das hätte für das erfolgreiche Aufrichten den Ausschlag gegeben, hätte einen möglichen Notfall verhindert, den Einsatz der Retter unnötig gemacht, der Öffentlichkeit (uns allen) Geld gespart, alle wären glücklich gewesen.
    Stattdessen aus der trockenen und sicheren Kajüte aus zuzusehen, wie da langsam alles schiefläuft, keinen Finger zu rühren, und erst, wenn das genügend nach Notfall aussieht, die Retter zu rufen?-----Mir fehlen die Worte, oder besser, sie wären nicht forumstauglich.
    Trotz alledem viele Grüße
    nw


    PS: als (ehemals) extensiver Windsurfer weiß ich, wie das ist, im kalten Wasser zu liegen. Da hilft auch ein Anzug nicht wirklich weiter. Wenn man im "betriebswarmen" überhaupt kein Problem hat, das Rigg aus dem Wasser zu bringen, kann das nach einer Zeit im Wasser völlig unmöglich werden. Wenn man z.B.den Fehler gemacht hat, bei ablandigem Wind surfen zu gehen, ist man verloren, viele Unfalle beweisen es. Wenn man schließlich wegen Entkräftung aufgegeben hat, das Rigg wieder aus dem Wasser zu heben, kann es leicht sein, daß man auch 80m Schwimmen nicht mehr bringt.
    Πάντα ῥεῖ (*)
    * Man kann nicht zweimal auf dem selben Fluß fahren.

  5. #15
    Registriert seit
    06.04.2004
    Beiträge
    365

    Standard

    @sucher

    "... ganz einfach die Mastspitze aus dem Wasser zu heben."

    Ganz einfach schien dem Eröffnungspost zufolge genau das ja nun mal nicht gewesen sein, weil er im Grund steckte.

    "Stattdessen aus der trockenen und sicheren Kajüte aus zuzusehen, wie da langsam alles schiefläuft, keinen Finger zu rühren, und erst, wenn das genügend nach Notfall aussieht, die Retter zu rufen?"

    Auch das ist jetzt wohl eher Deine Interpretation und weniger eine Beschreibung. Wie auch, Du warst nicht dabei.

    "Mir fehlen die Worte, oder besser, sie wären nicht forumstauglich."

    Auch wenn Du es superelegant formulierst, ist das nichts anderes als eine Beschimpfung. Hat hier irgendjemand das Recht dazu? Wir kennen die Details nicht wirklich. Der Threaderöffner stellt zudem sein Verhalten selbst in Frage und hat vielleicht Zweifel daran, richtig gehandelt zu haben. Er wird gewußt haben, dass er auch Kritik zu hören bekommt. Was er damit macht, muß er selbst wissen.

    pete

  6. #16
    Registriert seit
    07.10.2012
    Ort
    Mittelfranken, weit vom Wasser
    Beiträge
    1.521

    Standard

    Hallo pete51, richtig der TO hat darum gebeten, sein Verhalten in diesem Fall zu bewerten, das habe ich getan. Ich meine auch, er hat das Szenario hinreichend genau beschrieben, ich kann mir alles sehr lebhaft vorstellen und muß nur wenig oder besser nichts hineininterpretieren. Ich habe den Verdacht, daß von den beiden gegensätzlichen Positionen die der Jollensegler den meisten Yachtskippern ziemlich fremd ist. Vielleicht hat man mal als Jugendlicher das Aufrichten einer gekenterten Jolle im Verein geübt, das wird aber üblicherweise unter angenehmeren Bedingungen gemacht. Beim Yachtsegeln ist sowas zunächst unvorstellbar. Deshalb erzeugt es auch ungläubiges Erstaunen, daß ein in den Bach gefallener MOB so gut wie nichts zu seiner Rettung beitragen kann. Die Einschätzung des TO, daß es sich um einen Notfall handeln könnte, ist sicher richtig, aber es fehlt die Konsequenz!
    Wenn die Jolle frisch gekentert ist, steckt die Mastspitze nicht im Grund! Dahein gerät sie erst, wenn das Aufrichten nach mehreren Fehlversuchen nicht gelingt, und die gekenterte Jolle mit dem Wind in der falschen Position ins Treiben gerät.
    Viele Grüße
    nw
    Πάντα ῥεῖ (*)
    * Man kann nicht zweimal auf dem selben Fluß fahren.

  7. #17
    Registriert seit
    19.10.2004
    Beiträge
    1.362

    Standard

    Zitat Zitat von edjm Beitrag anzeigen
    Mein Frage ist nun: Hätte ich - unter den beschriebenen Bedingungen - nach der Anfrage des MRCC-Bremen mit meinem Boot zu den Havaristen fahren müssen, um diese zu retten? Oder war meine oben beschriebene Reaktion angemessen.
    Bei 80m Entfernung im Binnenbereich hätte ich vieles gedacht, aber nicht an die DGzRS. Feuerwehr, evtl. ein Tufel "in Griffweite", lange Wurfleine etc.

  8. #18
    Registriert seit
    01.09.2005
    Beiträge
    1.850

    Standard

    Immerhin hat es beim TO noch dazu gereicht, in Ruhe zuschauen und dabei mit Rescue über Funk zu reden, Geschirr unfallfrei abzuwaschen, unter Deck herum zu laufen, vielleicht sogar noch das ein oder andere Bildchen zu knipsen (ok, Mutmaßung), ...

    Nur halt ablegen, mal eben vorsichtig hintuckern, in der Nähe die Maschine in den Leerlauf bringen und helfen bzw. zumindest Leute aus dem Teich ziehen und damit u.U. Menschenleben retten, das war wohl nicht mehr drin. Finde ich persönlich schon ganz schön breitärxxxig, auf "Funken statt helfen" wäre ich nie gekommen.

    Ich habe übrigens ähnliche Erfahrungen gemacht wie Sucher: Auch im Neo ist man unter den beschriebenen Umständen schneller am Ende, als man anfangs glaubt. Irgendwann wird einem dann klar, dass man in Not ist, nur hat man dann wegen der Entkräftung kaum noch Handlungsoptionen und braucht meist wirklich dringend Hilfe. Ich habe für einen Surferkollegen mal ein Motorboot aus dem Fahrwasser geholt. Der Surfer hat es trotz Hilfe kaum noch an Bord geschafft.

    Handbreit ...

  9. #19
    Registriert seit
    15.10.2010
    Beiträge
    4.251

    Standard

    Zitat Zitat von 4five Beitrag anzeigen
    Immerhin hat es beim TO noch dazu gereicht, in Ruhe zuschauen und dabei mit Rescue über Funk zu reden, Geschirr unfallfrei abzuwaschen, unter Deck herum zu laufen, vielleicht sogar noch das ein oder andere Bildchen zu knipsen (ok, Mutmaßung), ...

    Nur halt ablegen, mal eben vorsichtig hintuckern, in der Nähe die Maschine in den Leerlauf bringen und helfen bzw. zumindest Leute aus dem Teich ziehen und damit u.U. Menschenleben retten, das war wohl nicht mehr drin. Finde ich persönlich schon ganz schön breitärxxxig, auf "Funken statt helfen" wäre ich nie gekommen.

    Ich habe übrigens ähnliche Erfahrungen gemacht wie Sucher: Auch im Neo ist man unter den beschriebenen Umständen schneller am Ende, als man anfangs glaubt. Irgendwann wird einem dann klar, dass man in Not ist, nur hat man dann wegen der Entkräftung kaum noch Handlungsoptionen und braucht meist wirklich dringend Hilfe. Ich habe für einen Surferkollegen mal ein Motorboot aus dem Fahrwasser geholt. Der Surfer hat es trotz Hilfe kaum noch an Bord geschafft.

    Handbreit ...
    Erneut, der TO hat deutlich beschrieben, dass er sich aufgrund des Alkoholgenusses nicht mehr in der Lage fühlte, sein Schiff zu führen. Im Gegensatz zu vielen anderen Sportskameraden, die i.d.T. Einfach nur gucken und weiterfahren, hat er die Retter telefonisch über den Notfall informiert.
    Die sind ja dann auch zügig dagewesen.....

    Im Übrigen ist es erlaubt sich an Bord eines Sportbootes, welches im Hafen liegt, Alkohol zu geniessen. Nicht erlaubt ist hingegen das Führen eines Schiffes unter Alkoholeinfluß (ist wie beim Auto)!
    Eine Frage die mich umtreibt ist, was haben denn die anderen Lieger gemacht? Warum haben die nicht geholfen?

  10. #20
    Registriert seit
    11.11.2013
    Beiträge
    6

    Standard

    War es eine Jolle? Vielleicht wollten die gar nicht gerettet werden sondern eben die gekenterte Jolle einfach wieder aufrichten. Aber das nur am Rande.

    In der Situation mit einigen Gläsern Wein finde ich die Reaktion angemessen. Ich weiß ja nicht was einige Gläser (min. 2) hier sind aber es können min. 0.3 aber auch 2.5 Promille oder mehr sein. In dem Zustand (letzterer Wert) gefährdet man sich und die zu Rettenden erheblich.

    Es muss in der Situation jeder selbst abschätzen ob er in der Lage ist. Das allerdings nicht aus rechtlicher Sicht (Not kennt kein Gebot). Aber kann man das mit ordentlich Promille überhaupt? IdR überschätzt man sich maßlos. Die beiden wurden gerettet und das ist ein gutes Resultat und Deiner Hilfe und Aufmerksamkeit zu verdanken.

Ähnliche Themen

  1. Mayday oder Maday relay
    Von Charly99 im Forum Fragen, Antworten & Diskussionen
    Antworten: 42
    Letzter Beitrag: 16.04.2008, 17:45
  2. MAYDAY MAYDAY - Mitsegeln Ostsee/Elbe
    Von ms1975 im Forum Suche Mitsegeln
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 21.06.2007, 17:33
  3. MAYDAY MAYDAY - Mitsegeln Ostsee/Elbe
    Von ms1975 im Forum Last Minute
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 21.06.2007, 17:31
  4. MAYDAY MAYDAY - Mitsegeln Ostsee/Elbe
    Von ms1975 im Forum Hand gegen Koje
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 19.06.2007, 19:40

Stichworte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •