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  1. #21
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    Wen's interessiert:

    "Not kennt kein Gebot?"

    Noch haben sich hier keine segelnden Juristen geäußert, aber schon ein paar Minuten Recherche lassen doch daran zweifeln, dass es sich hier um einen Blankoscheck für Regelverletzungen in Notsituationen handelt. Sonst wären ja zum Beispiel Schulungsangebote für Rettungskräfte zu genau diesem Thema weitgehend überflüssig. Genau sowas findet man aber im Netz.

    "Not kennt kein Gebot" ist nämlich kein Rechtsgrundsatz.

    "Insofern ist das Sprichwort 'Not kennt kein Gebot!' nicht zutreffend, wenn man damit verbindet, dass es in Notsituationen überhaupt keine Verpflichtungen mehr gibt und schlechthin alle Regeln außer Kraft sind. (Michael Koller - Not kennt kein Gebot)

    Zum Beispiel:

    „Der Satz 'Not kennt keine Gebot' gilt nicht für den medizinischen Notfall. Statt eines rechtsleeren Raumes sieht das Recht in seinen verschiedenen Rechtsgebieten bestimmte Regelungen für verschiedenartige Notsituationen vor, in denen notbedingte Konfliktlagen rechtliche Fragen aufwerfen. So dürfen Normen des Strafrechts in medizinischen Notsituationen nicht außer Acht gelassen werden, vielmehr müssen auch Notfallmaßnahmen durch Ärzte oder nichtärztliches Personal sich die Frage gefallen lassen, ob sie den Tatbestand einer Strafrechtsnorm verletzen und falls ja, ob sie gerechtgertigt oder entschuldigt sind.“ (Matthias Boll - Strafrechtliche Probleme bei Kompetenzüberschreitungen nichtärztlicher medizinischer Hilfspersonen in Notsituationen )

    Wir haben es hier also mit einer Redensart zu tun, die sicherlich in vielen Situationen ihre Berechtigung findet. Allgemeingültigkeit hat sie aber keineswegs, letztlich muß immer der konkrete Fall rechtlich betrachtet werden.

    Das soll übrigens keine Bewertung des hier vorliegenden Falls darstellen.

    pete
    Geändert von pete51 (08.11.2017 um 19:41 Uhr)

  2. #22
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    Nach diesen vielen, interessanten Stellungnahmen möchte ich noch etwas bemerken:

    Zunächst freut es mich, daß viele Aspekte hier zur Sprache kamen, an die ich nicht gedacht hatte. Daß das Thema Alkohol so dominant wird, hatte ich nicht erwartet. Ich hätte eher gedacht, daß meine Sorge wegen der Wassertiefe ein wichtiges Thema wäre.

    Aber der eigentliche Grund für meinen Thread war die Frage von Bremen-Rescue, ob ich nicht selber hineilen könnte, um den "Schiffbrüchigen" beizustehen. Ich war vom Tonfall und der fast vorwurfsvoll formulierten Frage überrascht.

    Ich hatte - wie ich meine - sorgfältig meinen eigenen Einsatz durchdacht und abgewogen. Die Frage von Bremen-Rescue hat mich in meiner Abwägung erschüttert: Wie weit geht die Verpflichtung zur Rettung der "Schiffbrüchigen"?

    Wenige Tage nach dem Vorfall hatte ich Gelegenheit, mit dem Skipper des DGzRS-Schiffes in Darßer Ort über das Thema zu sprechen. Er hat mich bestätigt in meiner Reaktion, vor allem in Hinsicht meiner Sorgen zu Alkohol und Wassertiefe.

    Besonders hilfreich war jedoch die Bemerkung des Users "Kapitaenwalli" aus dem Boote-Forum, der erläutert hat, auf welcher Basis das MRCC arbeitet und daß es immer eine solche Frage nach der eigenen Hilfemöglichkeit stellt. Obwohl ich die Frage als Vorwurf aufgenommen hatte, schien sie nicht so gemeint zu sein.

    Es ist auch interessant, die Stellungnahmen der Teilnehmer am Boote-Forum mit denen des Yacht-Forums zu vergleichen. Während im Boote-Forum der Tenor fast unisono in die Richtung geht, daß ich angemessen gehandelt hätte, ist im Yacht-Forum auch ganz anderes zu lesen.

    Jedenfalls danke ich allen Beitragenden für ihre Ausführungen zu einem Thema, welches nicht ganz leicht zu beurteilen ist. Von diesem Dank nehme ich aber die user "4five" und "sucher" aus. Mir ist unverständlich, warum die beiden in - wie ich meine - niederträchtiger Weise meinen Post umtexten und zu krassen Vorwürfen greifen. Ich kann nur hoffen, daß im wirklichen Leben keine Menschen unter solchen maßlosen Urteilen zu leiden haben.

    edjm.
    Geändert von segelgunnar (09.11.2017 um 14:33 Uhr) Grund: Schreibfehler korrigiert

  3. #23
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    @Pete51
    In der Tat, die Redensart soll nur darlegen, dass man im Rahmen seiner Möglichkeiten zu helfen hat. Alkohol am Steuer, einen Verunfallten mit Vollgas, unter Missachtung aller Lichtzeichen ins Krankenhaus fahren fällt da nicht darunter.
    Darüber hinaus gilt, gerade auf See, dass man sich selber und das Schiff, sowie die Crew bei dem Rettungsmanöver nicht in Gefahr bringen darf.

  4. #24
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    Hier noch einige Bilder zur Situation im Stadthafen Rostock.
    Angehängte Grafiken Angehängte Grafiken

  5. #25
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    Hallo Edim, wenn man die Situation eines ins kalte Wasser gefallenen Menschen nicht persönlich kennt bzw. erlebt hat, tut man sich schwer, den Grad des Notfalls und die zur Lösung des Problems erforderliche Eile richtig einzuschätzen. Es gibt ja die vermutlich in beiden Foren durchdiskutierten Fälle zum Thema MOB-Rettung, und ich habe den Eindruck gewonnen, daß sich ein Yachtsegler genauso wie ein Mobo-Fahrer sehr schwer tun, so einen Fall korrekt zu beurteilen. Die meisten Menschen können Schwimmen, und 80m Distanz erscheinem einem da kaum nennenswert. Das ist bei angenehmen Bedingungen auch korrekt. Die Sache schaut jedoch bei weniger günstigen Bedingungen ganz anders aus. Für die Überlebenszeit im kalten Wasser gibt es Tabellen, die scheinbar reichlich Zeit vorgeben, bevor es kritsich wird. Das ist anders, wenn man einen schon vorher ausgekühlten Menschen hat, der sich auch noch bis zur Grenze seiner Leistungsfähigkeit ausgepowert hat. Deshalb die Schärfe meiner Kommentare, die ich auch nicht zurücknehmen will.
    So ganz nebenbei habe ich in einem Vereinskurs zum SRC gelernt, daß man im Notfall auch ohne Schein ein "Maday" absetzen darf, mit dem Hinweis eben auf "Not kennt kein Gebot". Ich denke schon, daß man das verallgemeinern kann, auch ohne spezielle juristische Vorbildung.
    Viele Grüße
    nw
    Πάντα ῥεῖ (*)
    * Man kann nicht zweimal auf dem selben Fluß fahren.

  6. #26
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    edjm,

    Du hast selbst Zweifel an der Richtigkeit Deiner Aktion geäußert und nach _unseren_ Meinungen gefragt. Meine hast Du nun bekommen - klar und deutlich, aber nicht niederträchtig.

    Wenn Du beim nächsten Mal nur Leute hören willst, die Deine Handlungen nachträglich absegnen oder gar applaudieren, schreib' es einfach dazu, dann erspare ich Dir meine Meinung, wenn ich vermute, dass Sie Dir vielleicht nicht passen könnte.

    Handbreit ...

  7. #27
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    Zitat Zitat von edjm Beitrag anzeigen
    ........ Ich erhob mich nach meinem Abendessen aus der vorzüglichen Bordküche, zu dem ich auch einige Gläser Wein getrunken hatte, um mich dem leider notwendigen Abwasch zu widmen.

    Beim routinemäßigen Rundumblick sah ich, daß ca. 80 m direkt N-lich von meinem Liegeplatz ein Segelboot gekentert war. Zwei Menschen schwammen am Boot und versuchten offensichtlich vergeblich, das Boot wieder aufzurichten. Jahreszeit war Anfang September, Wassertemperatur ca. 16°C. Wie lange die Beiden bereits im Wasser waren, wußte ich nicht.

    Nach einigen Minuten, während derer ich die Situation einzuschätzen versuchte, griff ich zum Funkgerät ........



    edjm.

    Heisst das Motorboot evtl. " Gaffers Salon" ?

    Wieviel Zeit gibt sich ein Gaffer bevor er Hilfe ruft, und, wodurch kann er sich anschliessend seine Untätigkeit und zeitverzögerte passive Hilfe quasi legitimieren lassen ?
    Vielleicht in einem Forum, in welchem er die Sachlage zu seinen Gunsten schildert, er gern "rechtliche" Zustimmung einsammelt ?




    Kucken wir ersteinmal wie das Feuer so brennt, wenn es uns dann groß genug , können wir ja immer noch z. Telefon greifen.
    Aber , das liegt ja unten, weit weg v. Fenster . Wir kucken.
    Geändert von supra (09.11.2017 um 18:17 Uhr)
    Genialer Dilletant

  8. #28
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    Zitat Zitat von supra Beitrag anzeigen
    Heisst das Motorboot evtl. " Gaffers Salon" ?
    und Du, bist Du ausgelaufen und hast ihnen geholfen? Die Ausrede "ich war ganz woanders gilt nicht", Du hättest eingeeifen müssen!

  9. #29
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    Zitat Zitat von 2ndtonone Beitrag anzeigen
    und Du, bist Du ausgelaufen und hast ihnen geholfen? Die Ausrede "ich war ganz woanders gilt nicht", Du hättest eingeeifen müssen!

    Ich verstehe die Frage nicht.
    Mein Schiff lag nicht 80m v. Ort des Geschehens entfernt, es lag hunderte Meilen weiter westlich.
    Geändert von supra (09.11.2017 um 18:54 Uhr)
    Genialer Dilletant

  10. #30
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    @supra
    Noch einer, der ein wenig rumpöbeln will.

    @sucher
    "So ganz nebenbei habe ich in einem Vereinskurs zum SRC gelernt, daß man im Notfall auch ohne Schein ein "Maday" absetzen darf, mit dem Hinweis eben auf "Not kennt kein Gebot". Ich denke schon, daß man das verallgemeinern kann, auch ohne spezielle juristische Vorbildung."

    Ja, im Notfall darf man ohne Schein funken. Da gilt das Sprichwort in der Tat. Und nein, verallgemeinern kann man das nicht, nur weil es bei diesem konkreten Beispiel passt. Aber das ist anscheinend wirklich etwas zu kompliziert für Dich. Und ja, die Sache mit dem kalten Wasser haben wir verstanden, das muss jetzt nicht noch zum xten Mal gepostet werden.

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