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  1. #11
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    Zitat Zitat von maxiyachti Beitrag anzeigen
    .......
    Akustische Signale, wie eigentlich vorgeschrieben, braucht man nicht zu geben, denn die werden eh von keinem großen Schiff, vor allem Kreuzfahrer und Fähren, gehört.
    ......[/ATTACH]
    Ohh wohl!

    Den Großen kann man im Flachwasser aus dem Weg gehen, das reicht auf der beschriebenen Strecke bis hart an das Fahrwasser. Die Kleinen hören die Signale.
    Wir sind im Sund (40 000Schiffe/a) mal auf der 5m-Linie den Dicken aus den Füßen gegangen. Erst als wir mit dem Tröten begonnen haben schallte vielfaches Echo zurück. An der Ansteuerungstonne von Dragör sind wir einem Zusammenstoß mit einem anderen Sportboot entgangen, weil beide durch tröten gewarnt waren.
    Die Berufsschiffe kann man durch eine Sécurité- Meldung warnen. Schon mehrmals gemacht, einmal wurde uns durch Oostende-Radio, ein anderes Mal durch die 'Alexander von Humbolt' geholfen. Nach Absprache mit anderen dicken Pötten sagte man uns "Halten sie Kurs und Geschwindigkeit!".

    Natürlich hilft die kluge Elektronik, erzeugt aber auch keine zuverlässige Sicherheit. Heftige Schiffsbewegung kleiner Schiffe relativieren das eigene Radar und AIS schützt nicht vor Fischern und anderen Yachten die unverantwortlich kein aktives AIS haben.

    ... und bei konzentriertem Ausguck kann ein bewegliches kleines Sportboot einer Kollision in Sekunden ausweichen.
    OT: Ein größeres Problem hatten wir mit der Betonnung in der Hafeneinfahrt von Parita, dort muss man eine kardinale West-Tonne östlich passieren um in den Hafen zu gelangen. Aber was sind schon Seezeichen wenn man einen Plotter hat

    Gruß Franz
    halber Wind reicht völlig

  2. #12
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    Zitat Zitat von grauwal Beitrag anzeigen
    OT: Ein größeres Problem hatten wir mit der Betonnung in der Hafeneinfahrt von Parita, dort muss man eine kardinale West-Tonne östlich passieren um in den Hafen zu gelangen. Aber was sind schon Seezeichen wenn man einen Plotter hat
    Solange die Karte exakt ist und die Tonnen nicht versetzt worden sind ... Es gibt Reviere da ist ein Plotter fast nicht wert!
    Im Arwen. Telin le thaed. Lasto beth nîn, tolo dan na ngalad.

  3. #13
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    Zitat Zitat von kbrandes Beitrag anzeigen
    Solange die Karte exakt ist und die Tonnen nicht versetzt worden sind ... Es gibt Reviere da ist ein Plotter fast nicht wert!
    Schon, aber den Zusammenhang verstehe ich nicht. West-Tonnen liegen westlich des Schifffahrthindernis´, müssen also westlich passiert werden. Aber so kommst Du nicht in den Hafen das Yachtklubs. Die Tonne ist dummes Zeug, seit vielen Jahren.
    Das macht doch nichts,
    das merkt doch keiner

    Gruß Franz
    halber Wind reicht völlig

  4. #14
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    edjm,
    nachdem hier die meisten geantwortet haben, warum sie nieeeeeee in diese Situation gekommen wären und deshalb denken, sie bräuchten auch keine Fragen beantworten (Ausnahmen gibt's glücklicherweise) nun mal zurück zu Deiner Frage:

    "Was hättet Ihr gemacht?"

    Und hier die Antwort:

    "Was hast Du denn gemacht?"

    Politisch unkorrekt, aber hoch interessiert
    B.B.

  5. #15
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    Zitat Zitat von B.B. Beitrag anzeigen
    edjm,
    nachdem hier die meisten geantwortet haben, warum sie nieeeeeee in diese Situation gekommen wären und deshalb denken, sie bräuchten auch keine Fragen beantworten (Ausnahmen gibt's glücklicherweise) nun mal zurück zu Deiner Frage:

    "Was hättet Ihr gemacht?"

    Und hier die Antwort:

    "Was hast Du denn gemacht?"

    Politisch unkorrekt, aber hoch interessiert
    B.B.
    Zunächst einmal: gegen politische Unkorrektheit habe ich nichts, nur etwas gegen die Verletzung der allgemeinen Höflichkeitsregeln. Und daher mein einleitender Absatz zu den usern "sucher", "4five" und "supra".

    Aber zu Deiner Frage:

    Wir waren zunächst etwas erschüttert ob der Antwort von VTS-Tallinn, uns nicht leiten zu wollen. Aber dann haben wir das so interpretiert, daß VTS-Tallinn deutlich machen wollte, daß sie keine haftungsrechtliche Verantwortung übernehmen wollten (oder durften). Und weiter hatten wir uns gedacht: Sie werden uns nicht "übermangeln" lassen, denn dann ist der Arbeitsaufwand für sie (nämlich die Erklärung der Schiffsversenkung) viel größer, als wenn sie uns bei Gefahr geeignete Hinweise geben würden. Und sie wollten, daß wir selber für den best-möglichen Ausguck sorgen würden.

    So war es dann auch. Erst kam ein Ausflugsdampfer direkt auf uns zu (er kam daher, wo wir hin wollten) und das VTS-Tallinn warnt uns beide vor einer möglichen Kollision. Beide Schiffe änderten ihren Kurs und alles war gut. Etwas später warnte uns das VTS-Tallinn vor der Fähre "Finnlandia" (ziemlich groß), mit der wir uns auf Kollisionskurs befänden. Wir funkten zurück, daß wir unseren Kurs um 30° nach Steuerbord ändern würden und damit war für alle Beteiligten alles klar.

    Kurze Zeit später fing es an, aufzuklaren und die bessere Sicht ermöglichte uns noch einen Blick auf die Finnlandia, die wir wahrscheinlich genau Mittschiffs getroffen hätten. Alles ziemlich gruselig.

    Jedenfalls möchte ich die Ehre der VTS-Tallinn Mitarbeiter verteidigen. Sie haben - zwar zunächst sehr interprätationsbedürftig - rechtlich korrekt (?) gehandelt, uns aber dennoch gut betreut.

    Wir hatten einige Wochen später noch einmal ein solches Erlebnis: plötzlicher Nebel in einem engen Schären-Gewässer. Wir riefen wieder das VTS. Diesmal aber konnte es uns mit dem Radar nicht aufnehmen - trotz Positionsnennung. Aber Sie konnten uns sagen, ob irgendwelche großen Schiffe in der Gegend unterwegs waren: keine. Für uns war die Genauigkeit des Kartenplotters in dieser Situation die Rettung. Mit reduzierter Geschindigkeit fuhren wir genau nach "Karte" durch ein Schärengewässer, welches uns auch bei guter Sicht die Nackenhaare zum stehen gebracht hätte. Dank der Erfindung GPS gekoppelt mit elektronischen Seekarten ging alles gut.

    Ich bedanke mich für die bisherigen Kommentare, die mir Anregungen gegeben haben: insbesondere hinsichtlich der Nutzung der Segnungen der Neuzeit: AIS.

    edjm.

  6. #16
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    Zitat Zitat von edjm Beitrag anzeigen
    ........ daß VTS-Tallinn deutlich machen wollte, daß sie keine haftungsrechtliche Verantwortung übernehmen wollten (oder durften). ...............
    Darauf bezog sich meine flapsige Bemerkung (´tschuldigung ) bezüglich ADAC, der nimmt dem Clubmitglied die Verantwortung ab, sorgt für alles. Der Skipper soll sie selber tragen.


    Zitat Zitat von edjm Beitrag anzeigen
    ........
    ... Erst kam ein Ausflugsdampfer direkt auf uns zu (er kam daher, wo wir hin wollten) ........
    ...das heisst, er führ auf der linken Seite der falschen Spur des VTS, oder gar außerhalb? Das ist harter Tobak.

    Gruß Franz
    halber Wind reicht völlig

  7. #17
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    Moin,

    diese Situation hatte ich in knapp 40 Jahren 3 mal:

    1985 auf dem Weg von Cuxhaven nach Helgoland (Nachts). Damals war lediglich UKW an Bord. War nur Bodennebel; senkrecht nach oben konnte man die Sterne na vielleicht nicht sehen aber erahnen, das Leuchtfeuer auf dem Oberland aber nicht. Wir hatten über UKW eine Securité-Meldung abgesetzt, worauf sich der Rettungskreuzer ("Hermann Ritter", gibt's die eigentlich noch?) aus dem Südhafen mit der Bemerkung meldete, daß wir auf Grund ihrer Peilung und unseres angegebenen Kurses den Felsen S-lich lassen würden . Sie haben uns dann reingelotst.

    1987 auf dem Weg von Langör nach Grenaa in der Aarhus Bucht. Umkehren war wegen der komplizierten Ansteuerung keine Option. Glücklicherweise war Wind, so daß wir segeln konnten. Haben auch wieder eine Securité-Meldung abgesetzt, aber keine Antwort bekommen. Mit scharfen Ausguck und Abhören der Nebelsignale hat's geklappt. Allerdings war uns ziemlich mulmig, da wir absolut kein Fahrzeug in Sicht bekamen.

    2014 auf der Elbe vor Cuxhaven, da war dann auch GPS an Bord. Bei knapp 100m Sicht das Fahrwasser zu kreuzen, traute ich mich nicht und rief über UKW die Radarberatung. Die waren äußerst hilfsbereit und sagten mir den Zeitpunkt einer Lücke. Dafür war übrigens der Lautsprecher in der Plicht sehr nützlich. Ich bin dann außerhalb des Fahrwassers nach Cux zurück.

    Fazit:
    Ein UKW-Seefunkgerät ist unerläßlich!
    Guter Ausguck (rundum!) und Abhören von Nebelsignalen ist ebenso unerläßlich!
    GPS ist für einen exakten Ort sehr hilfreich, wiewohl dieser durch Beobachtungen sowie Kompaß, Karte, Log und Echlot(!) zu verifizieren ist.
    AIS ist gut um potentielle Kollisionsgegner auszumachen und gezielt ansprechen zu können. Allerdings greift die Ausrüstungspfilcht m.W. erst ab 500 BRZ, es fährt also noch etliches ohne AIS umher. Daher (s.o.) Ausguck!
    Ohne Frage ist Radar am Besten, bloß hat das nicht jeder an Bord. Und aus dem Radarbild die richtigen Schlüssel zu ziehen ist auch nicht trivial. Ergo muß man sich damit ständig befassen, wenn's denn eine Hilfe sein soll.

    In der geschilderten Situation hätte ich mich so ähnlich wie @edjm verhalten. Allerdings würden mich die Gründe für die Entscheidung sich in das "Fünfeck" zu begeben interessieren. Außerdem die Frage, ob es alternative Häfen ohne Berufsschiffahrt gegeben hätte.
    Mast- und Schotbruch,

    Jürgen

  8. #18
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    Zitat Zitat von cr838 Beitrag anzeigen
    Allerdings würden mich die Gründe für die Entscheidung sich in das "Fünfeck" zu begeben interessieren. Außerdem die Frage, ob es alternative Häfen ohne Berufsschiffahrt gegeben hätte.
    Die Situation ist jetzt schon ein halbes Jahr her, daher kann ich mich nicht mehr an alle Details erinnern. Aber im groben war die Lage wie folgt:

    Wir fuhren in etwa entlang der gestrichelten Linie von Naissaar nach Tallin (siehe Anhang erster post). Wir hatten die NW-liche Fahrrinne gerade erreicht, als der Nebel ziemlich schnell dichter wurde. Wir konnten davor aber genau erkennen, welche Schiffe in dieser Fahrrinne fuhren. Daher war es ohne Risiko möglich, in das (verkehrsberuhigte) Fünfeck zu fahren. In diesem Fünfeck dürften eigentlich - außer querenden kleineren Schiffen - keine großen Pötte sein (sie hätten kein vernünftiges Ziel gehabt). Daher erschien mir dieser Bereich relativ sicher.

    Ein Umdrehen und die Rückfahrt nach Naissaar erschien mir ein Risiko, da die Einfahrt in den Hafen von Naissaar tiefenmäßig schwierig war. Bis wir die ganzen Möglichkeiten durchdacht hatten, waren wir dann auch bereits durch die NW-liche Fahrrinne gefahren und die einfach Kraft des Faktischen beförderte uns in dieses Fünfeck. Ein plötzliches Umkehren schied für mich aus, frei nach dem Motto: Verfolge erst einen neuen Plan, wenn er fertig durchdacht ist. Da waren wir also nun.

    Dieses Fünfeck war weitgehend tief genug für uns und wir hätten dort auch ankern können. Aber mit der Entscheidung, das VTS-Tallinn anzurufen, hatte ich bereits einen Plan, wie es weiter gehen sollte. Darüber hinaus war mein back-up, auf allen Kanälen so viel Radau zu machen, daß wir nicht überhörbar gewesen wären (zusätzlich zum Horn, welches auch jede Minute erklang).

    Nach der Antwort von VTS-Tallinn waren wir zunächst perplex. Aber nach genauem Hindenken erschien es sehr logisch: VTS-Tallinn hatte bestätigt, uns auf dem Radar deutlich identifiziert zu haben. Unser Kurs war dank GPS und elektronischer Seekarte ziemlich gut bestimmt. Was soll da noch schief gehen? Die Mitarbeiter des VTS-Tallinn wollen doch niemanden totschlagen.

    Alternative Häfen haben wir keine identifiziert, da sie alle das gleiche Dilemma der Fahrt durch das nebelige Fünfeck und die nachfolgende Fahrrinne hatten. Damit konnten wir auch gleich am ursprünglichen Ziel festhalten.

    So im Nachherein klingt das alles ziemlich entspannt. Während der Situation hatte ich jedoch Blut und Wasser geschwitzt.

  9. #19
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    Zitat Zitat von edjm Beitrag anzeigen

    So im Nachherein klingt das alles ziemlich entspannt. Während der Situation hatte ich jedoch Blut und Wasser geschwitzt.
    Moin,

    kann ich nachvollziehen.
    Treffenderweise bezeichnen die Briten diese Wetterlage als "Mist" ...
    Mast- und Schotbruch,

    Jürgen

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