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  1. #1
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    Standard Plötzlicher Nebel: Wie reagieren?

    Ich möchte gerne eine Situation zur Diskussion stellen, die ich dieses Jahr bei der Ansteuerung von Tallinn erlebt habe.

    Zuvor möchte ich jedoch die user "sucher", "4five" und "supra" bitten, auf diesen thread nicht zu antworten. Ich lehne Beschimpfungen, Beleidigungen, Sachverhaltsverdrehungen, maßlose Stellungnahmen ab und möchte in diesem thread darauf verzichten.

    Jetzt zur Situation:

    Wir fuhren mit unserer Vlet von der Insel Naissar nach Tallinn. Morgens war es diesig/neblig gewesen und deswegen hatten wir solange gewartet, bis wir eine Sichtweite von ca. 2 sm abgeschätzt hatten. Die See war nur wenig bewegt und wir machten gut Strecke Richtung Tallinn. Wir hatten gerade das NW-liche Verkehrstrennungsgebiet erreicht, als plötzlich dichter Nebel auftrat. Wir retteten uns in das Gebiet zwischen den drei Richtungsfahrwassern (siehe Dateianhang: blau hinterlegtes Fünfeck)). Mittlerweile war die Sicht auf geschätzte 100 m gesunken.

    Wir riefen VTS-Tallinn. Nachdem wir unsere Position durchgegeben hatten, erkannte uns VTS-Tallinn eindeutig auf ihrem Radarschirm. Wir baten um Begleitung durch den dichten Nebel und vor allem um Warnung vor anderen Verkehrsteilnehmern. Vor allem solchen, die sich mit uns auf Kollisionskurs befanden.

    Die Antwort von VTS-Tallinn war, daß sie dies für uns nicht tun würden. Wir seien selber für einen ausreichenden Ausguck verantwortlich.

    Was hättet Ihr in dieser Situation getan?

    Zur Information: Die relevante Ausrüstung an Bord: Kartenplotter Raymarine mit Navionics elektronischer Seekarte, kein Radar, kein AIS, zwei voneinander unabhängige GPS-Empfänger, keine weiteren elektronischen Navigationshilfen, Horn.

    Es freut sich auf Eure Antworten
    edjm.
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    Geändert von edjm (13.11.2017 um 19:38 Uhr)

  2. #2
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    Standard

    Hallo edjm,

    wie war der Wetterbericht für die folgenden Stunden?

    Viele Grüße
    Norbert

  3. #3
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    Standard

    Zitat Zitat von edjm Beitrag anzeigen
    .......

    Zuvor möchte ich jedoch die user "sucher", "4five" und "supra" bitten, auf diesen thread nicht zu antworten. Ich lehne Beschimpfungen, Beleidigungen, Sachverhaltsverdrehungen, maßlose Stellungnahmen ab und möchte in diesem thread darauf verzichten.

    Was hättet Ihr in dieser Situation getan?

    ......
    Den ADAC gerufen.

    Gruß Franz
    halber Wind reicht völlig

  4. #4
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    Standard

    Www.marinetraffic.com aufrufen. Schauen wie der Verkehr ist. Beachten, dass die Übertragung der AIS Daten ca. 5-10 Minuten verzögert sein kann, und dann ab durch das VTG zu einer sicheren Position.
    Und demnächst AIS einbauen. Aktiv und passiv.

    Jan
    Gruss aus Hamburg / Jan

  5. #5
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    Standard

    Zitat Zitat von contigo Beitrag anzeigen
    Www.marinetraffic.com ...
    Und demnächst AIS einbauen. Aktiv und passiv.

    Jan
    AIS als Ersatz für Radar? Finde die Idee nicht wirklich gut. Radargeräte kosten heute nicht mehr "die Welt" ...

    VG
    Norbert

  6. #6
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    Standard

    Zitat Zitat von Norbert Bock Beitrag anzeigen
    AIS als Ersatz für Radar? Finde die Idee nicht wirklich gut. Radargeräte kosten heute nicht mehr "die Welt" ...

    VG
    Norbert
    Nicht als Ersatz sondern als günstige und platzsparende zusätzliche Sicherheit an Bord. Nicht jeder hat Platz für Radar. Insbesondere weil man von der Berufsschiffahrt dann auch gesehen wird und selbst die dicken Pötte besser einschätzen kann. Zusätzlich hat man dann auch gleich den Namen und Rufzeichen für die direckte UKW Ansprache. In diesem Fall hätte es geholfen.
    Gruss aus Hamburg / Jan

  7. #7
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    Standard

    Nach guter Seemannschaft verfahren!
    Plötzlich einsetzender, dichter Nebel ist für dieses Gebiet fast normal. Also sollte man darauf vorbereitet sein und entweder den "Mut zur Lücke" haben oder ein sicheres Wetterfenster mit mehr Wind abwarten.
    In Eurer Situation hätte ich mich vorsichtig erst nach Süden auf das Land zu vorgetastet. Dann unterhalb der Küste weiter, weil die Schiffe dort nicht mehr mit 20 bis 30 kn durch die Gegend ballern.
    Akustische Signale, wie eigentlich vorgeschrieben, braucht man nicht zu geben, denn die werden eh von keinem großen Schiff, vor allem Kreuzfahrer und Fähren, gehört.
    Man kann auch nicht erwarten, dass man von den Großen per Radar wirklich wahrgenommen wird, denn die tote Zone direkt vor deren Bug kann bis zu ein paar 100 Metern reichen.
    Aber man darf auch die Funke benutzen und über Kanal 16 Position und Kurs im VTS- Bereich zur Warnung durchgeben.
    Mich hat der Nebel übrigens auch mal voll erwischt. Die dickste Suppe mit Sicht unter 100m natürlich auch genau im VTS zwischen Tallinn und Helsinki.
    Seitdem ich AIS (leider nur passiv) habe, fühle ich mich bedeutend sicherer.
    Die Anschaffung lohnt sich, nicht nur für Nebelsituationen.
    Hier meine Situation vom 12.7. in diesem Jahr:
    IMG_2321x.jpg

  8. #8
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    Zitat Zitat von contigo Beitrag anzeigen
    Www.marinetraffic.com aufrufen. ...
    Ich war noch nie dort - könnte mir aber vorstellen, dass das HandyNetz dort durchaus größere Löcher aufweist.
    mfg
    blaubaer9

  9. #9
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    Standard

    Ich hab das früher, vor AIS- und Seefunkgerät-Zeit immer so gehandhabt: ganz dicht am Tonnenstrich entlang und genau auf Schraubengeräusche gehört. Auch bei Nebel kann man Frachter, Fischkutter etc. lange vorher hören, bevor sie einen erreichen.
    Wenn ich ein Geräusch nicht identifizieren konnte, habe ich die Maschine abgestellt und nochmal genau hingehört.
    Heute habe ich AIS und Seefunkgerät an Bord, da sehe ich auf dem Chartplotter die schweren Kähne, allerdings nicht die Fischkutter, da diese nicht ausrüstungspflichtig sind....schnelle private Mobo, SY etc., die auch nicht ausrüstungspflichtigt sind, hört man, sieht man aber nicht auf dem Chartplotter...

  10. #10
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    Standard

    Der Bereich liegt 6km von der Metropole Tallinn entfernt... Da ist allerbester Empfang sicher.
    Mein Vorschlag war ja auch nur als Tip für diesen speziellen Fall gedacht.

    Wenn man sich das aktuelle Bild vom VTG Tallinn anschaut, dann sieht man sogar die Seezeichen des VTG oder Fahrwassers. Mit AIS auf dem Plotter sind diese dann auch eindeutig zuordenbar. Aber auch ohne wäre Marinetraffic als "Notlösung" eine gewaltige Hilfe gewesen. Hätte mich jedenfalls etwas beruhigt beim queren des Fahrwassers.
    Unbrauchbar wäre das nur wenn der Verkehr so dicht ist und die Pötte wie auf einer Perlenkette hintereinander kommen. Dann ist die Zeitverzögerung auf Marinetraffic ein Nogo.
    Angehängte Grafiken Angehängte Grafiken
    Gruss aus Hamburg / Jan

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