Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 15
  1. #1
    Registriert seit
    08.07.2008
    Beiträge
    4

    Standard Marinisierung preiswert realisiert

    Hallo,

    ich möchte meine Erfahrung zum Thema Marinisierung kundtun.

    Wie schon in der Überschrift verfasst, geht es um eine kostengünstige Marinisierung, die ich in einer Dehlya 25 Bj. 1985 vor ein paar Jahren verwirklicht habe und die vollkommen zufriedenstellend arbeitet. Als Motor dient ein Kubota Z 482 mit 2 Zylindern, 479 ccm und 13 PS bei 3600/min.

    Kurze Zusammenfassung dessen, was unten detailliert erläutert wird:
    - Zweikreiskühlung, "fliegend" montierter Wärmetauscher (Seewasser/Motorkühlwasser).
    - Luftgekühlter Auspuffkrümmer,
    - Vermischung von Abgasen und See-Kühlwasser direkt nach dem Auspuffkrümmer in einem Edelstahl-T-Stück.

    Was bei einem kleinen Motor auf einem kleinen Boot klappt, sollte ebenso mit einem größeren Motor auf einem größeren Boot gehen. Ich jedenfalls stelle den üblichen Aufwand (mit einem wie mir scheint meist gusseisenen, rostenden) Auspuffkrümmer-Wäremtauscher doch sehr in Frage.

    Der Motor bekam eine Impeller-Seewasserpumpe, die an der Stirnseite des Motors an einen dafür vorgesehenen Anschluss montiert wird. Als "fliegend" montierten Wärmetauscher habe ich einen Edelstahl Wasser-Wasser Wärmetauscher (siehe Bild), den jemand für seinen Bootsmotor aus Edelstahl geschweißt hatte, aber nicht einbaute, sondern im Internet versteigert hat. Vielleicht ginge auch ein Edelstahl-Plattenwärmetauscher?
    1 Motor Kühler.jpg

    An diesen Wärmetauscher wird zum einen der Motor-Kühlkreislauf angeschlossen. Als Druckausgleichsgefäß dient ein beliebiges Behältnis dieser Art aus dem Kühlkreislauf eines PKW (der transparent Kunststoffbehälter, in dem man den Kühlwasserstand beim Auto sehen und auffüllen kann - preiswert vom Schrottplatz oder Internet).
    Im sewasserseitigen Kühlkreislauf wird das Seewasser über einen Seewasser-Kühlwasserfilter geleitet, dann durch die Impellerpumpe am Motor und weiter auf der einen Seite des Wärmetauschers hinein und auf der anderen heraus und weiter zum Auspuff ...

    Auspuff: Hier montierte ich an den Auspuffkrümmer ein 90° Knie aus dem Wasserinstallationsbedarf, ein Gussknie, feuerverzinkt mit beidseitigem Innnengewinde. Rohr-innendurchmesser ca. passend zum Innendurchmesser des Auspuffkrümmers. Das Knie wird mittels Schelle und zwischengelegter Dichtung auf den Auspuffkrümmer gedrückt und gegen Verrutschen mit Schrauben gesichert.

    Die Abgase kommen also durch den Auspuffkrümmer und durch das Gussknie und gehen dann weiter in ein daran angeschraubtes T-Stück mit passendem Gewinde (gibt es in Edelstahl V4A seewasserfest im Wasserinstallationsbedarf). An einem anderen Anschluss dieses T-Stücks wird das Seewasser aus dem Wärmetauscher eingeleitet. Die Abgase gemischt mit Seewasser gehen aus dem dritten Anschluss des T-Stücks hinaus, in einen angeflanschten Kühlwasserschlauch.

    Über ein 75er Abwasserrohr (Baumarkt) wird Kühlluft aus der Bakskiste angesaugt und mit einem dauerlauffähigen Gebläse direkt auf den Auspuffkrümmer geblasen. Sobald man den Zündschlüssel dreht, läuft der Lüfter.
    Bild: links-oben, unter der goldenen Schelle der Auspuffkrümmer, dann das Knie und das silbrige T-Stück. Der schwarze Schlauch ist der Auspuffschlauch, darunter das graue Kühlluft-Rohr. Rechst im Bild der Motor-Luftfilter (schwarzer Topf)
    2 Motor Auspuff.jpg

    Als Auspufftopf dienen zwei aneinandergeschraubte Kellerablauf-Siphone mit Anschluss für 75 mm Abwasserrohre aus Kunststoff.
    3 Auspufftopf.jpg
    50er Abwasserrohre (Baumarkt) dienen danach als Auspuff bis zum Borddurchlass, jeweils mit einer V4A-Schraube gegen Auseinanderrutschen gesichert.
    4 Aufspuffrohr.jpg

    Der Motor steht auf an den Schiffsrumpf einlaminierten Stahtstangen und daran verschraubten Holzklötzen.
    Die Gummi-Motorlagerung stammt aus dem KFZ-Kleinwagen(Kleinmotor)-Bereich von einer Versteigerungsplattform im Internet.
    Die Schalldämmung (auf den Fotos noch nicht zu sehen) besteht aus einer ausgedienten Latexmatratze, die ist etwas schwerer als Schaumgummi und dämmt wenigstens ein wenig, wobei ich so gut es ging den Motor eingepackt habe und weniger die Motorraumwände beklebt habe.

    Den Dieseltank habe ich direkt in den Bug des Bootes "einlaminiert" (siehe Bild), als Deckel eine feuerverzinkte Blechplatte, Füllstutzen im Ankerkasten.
    5 Tank.jpg

    Mein Saildrive (offenbar ein Uraltprodukt, jedoch vor dem Kauf noch nie im Einsatz gewesen) hat motorseitig eine Vielzahnwelle. Diese Vielzahnwelle hat außen die gleiche Verzahnung wie eine alte Mercedes Kupplungsscheibe innen. Somit wurde an die Schwungscheibe des Motors eine alte Kupplungsscheibe angeschraubt und dort die Vielzahnwelle des Saildrive eingesteckt. Mittels Distanzplatte wurde der Saildirve an die Kupplungsglocke des Motors geschraubt.
    (Die beiden Wellendichtringe an der Propellerwelle habe ich sicherheitshalber gegen neue getauscht.)

    Eine Motor-Fernbedienung hatte das Boot schon. Das Boot hatte ich mit einem 2-Takt Langschaft-Außenborder gekauft. Doch für längere Fahrten auf dem Meer musste etwas sichereres her, als ein zeitweiliger Luftquirl bei Seegang.

    Bisher hat der Motor mehrere Sommer gut seinen Dienst getan, ohne Hitzeprobleme oder sonstigen Schwierigkeiten. Der Motor läuft, da Vorkammer-Diesel, vom Schall her ruhiger als gedacht (etwas leiser wäre kein Fehler, geht aber auf einem Kleinstboot kaum), von der Vibration her ist er super.

    Im Seewasser-Kühlkreislauf habe ich ansaugseitig vor dem Filter einen zweiten Wasser-Anschluss. Dort wird im Herbst ein Gartenschlauch angesteckt und der Seewasser-Kühlkreislauf mit Süßwasser gespült. (Diesen Anschluss kann ich auch als Lenzpumpe benutzen, sofern im Fall des Falles der Motor noch laufen sollte ...)

    Ich weiß, dass die fertig angebotenen Motore eleganter sind. Doch in ein altes Boot einen Motor einbauen, der bald den Bootspreis übersteigt, konnte nicht die Lösung für mich sein.

  2. #2
    Registriert seit
    07.10.2012
    Ort
    Mittelfranken, weit vom Wasser
    Beiträge
    1.629

    Standard

    Hallo Silencio, ja das könnte gehen, zumal Du es durch längere Betriebszeit schon bewiesen hast. Als einziges (Langzeit)Problem sehe ich die Stelle, an der sich die heißen Auspuffgase mit dem Seewasser mischen. Genau an dieser Stelle, wo lokal heißes oder sogar überhitztes Seewasser vorkommen, ist das chemisch sehr aggressiv. Da kann sich leicht in sonst unempfindliche Materialien ein Loch reinfressen. Du hast an dieser Stelle ein Gußknie, da wäre ich vorsichtig. Eine Verbindung von Metallrohren mit Schlauchschelle ist an einer Stelle mit maximalen Vibrationen anfällig, unverhofft abzufallen, auch das könnte Probleme machen. Ansonsten halte ich Abwasserrohre schon geeignet für (kalte!!!!) Mischungen aus Seewasser und Abgasen. Bedenke, daß die zugehörigen Verbindungen und Dichtungen nicht vibrationsfest sind, also vielleicht extra gesichert werden sollten.

    Bei einem kleinen Motor sehe ich noch eine andere Variante: Bei neueren Kfz-Motoren gibt es zur Abgasverminderung eine Abgasrückführung. Diese Rückführung läuft vor der Weiterverarbeitung durch einen Wärmetauscher, der die Abgaswärme in das Motorkühlwasser zurückgibt. Solche Wärmetauscher gibt es reichlich in der Bucht, in verschiedensten Konfigurationen. Wenn Du das Abgas statt Durch Dein Gußknie erstmal durch den Wärmetauscher laufen läßt, ist es schonmal abgekühlt und weniger aggressiv, wenn das Seewasser dazukommt. Wenn Du die Abwärme des Motors zum Heizen nimmst, verbessert es auch den Wirkungsgrad.
    Viele Grüße
    nw
    Πάντα ῥεῖ (*)
    * Man kann nicht zweimal auf dem selben Fluß fahren.

  3. #3
    Registriert seit
    08.07.2008
    Beiträge
    4

    Standard

    Natürlich kann immer etwas schief gehen oder anders laufen als geplant oder gedacht. Daher habe ich den Bericht auch erst nach längerer Erprobung verfasst, um so wenigstens auf eine gewisse Erfahrung zurückgreifen zu können.

    Die Vermischung von Abgas und Seewasser erfolgt nach dem Gussknie in einem V4A-T-Stück. Das V4A-T-Stück kann man mal inspizieren und wenn notwendig schnell und preiswert tauschen. Anfangs hatte ich ein Thermometer am Flansch, an dem der schwarze Auspuffschlauch steckt, dort wurden etwa 70°C angezeigt.

    Metallrohr und Schlauchschelle - diese Verbindung gibt es in jedem Motor im Kühlwasserbereich. Ich habe den Schlauch nicht auf ein glattes, sondern wie allgemein üblich auf ein gezahntes/geriffeltes Anschlussstück gesteckt und dann die Schlauchschelle darüber, das sollte länger halten als so manches andere am Boot.

    Wie erwähnt und auch auf den Bildern zu sehen, sind alle Verbindungen der Kunststoff-Abwasserrohre mit einer Schraube gesichert. Das hält wirklich sehr gut.

    Die Abgasrückführung im KFZ erfasst nur einen kleinen Teil der Abgase, müsste also für die gesamte Abgasmenge schon etwas größer werden und die Sache für mich unnötig verkomplizieren. Der Weg für die allemal noch ganz schön heißen Abgase wäre dann recht lang und umständlich - auch schwingungsmäßig kompliziert, da die Abgaskühleinheit starr an den Motor gekoppelt sein müsste.

    Ich fahre mit dem Boot nur im Sommer in Kroatien, da brauche ich keine Heizung. Und wenn ich heizen wollte, bräuchte ich nur die Kühlluft des Motors, statt in die andere Bakskiste und von dort weiter nach außen zu leiten, in den Innenraum zu leiten - was wegen unzureichender Abdichtung des Motorraums zum Innenraum des Bootes hin im ersten Sommer der Fall war. (Da der Motor - noch - öldicht ist, würde diese Art der Heizung bislang nicht den Innenraum verpesten.)

  4. #4
    Registriert seit
    14.03.2005
    Beiträge
    9.873

    Standard

    Zitat Zitat von Silencio Beitrag anzeigen
    Natürlich kann immer etwas schief gehen oder anders laufen als geplant oder gedacht. ...........
    Erstmal besteht kein Grund zum Pessimismus.
    Du hast mit Hirnschmalz und Menschenfett eine funktionierende Lösung geschaffen und das auch noch nachgewiesen, bravo.

    Skeptisch bin ich bei dem "V4A-Stück". Einen nicht näher spezifizierten Austenit einem Chlorid- und Temperaturangriff auszusetzen ist mutig, kann aber ewig gutgehen - muss aber nicht. Egal, schaunmermal.

    Zwei Zahlen fehlen mir bei Deiner gut verständlichen, ausführlichen Beschreibung: Geld und Zeit.
    Wieviel Arbeit (Menschenfett und Hirnschmalz) hast Du investiert?
    Wieviel Knete wurde reingesteckt.
    Ich kann mir vorstellen, dass das Projekt Dir Spaß gemacht hat, dann ist der Einsatz ohne Bedeutung.

    Weiterhin viel Erfolg
    Franz
    halber Wind reicht völlig

  5. #5
    Registriert seit
    13.06.2002
    Ort
    HH
    Beiträge
    1.917

    Standard

    Moin,

    erst einmal willkommen im Forum und meinen Glückwunsch zu dem gelundenen Projekt!

    Mich würde mal interessieren, wie der Wärmetauscher innen aussieht. Aber da Du ihn gebraucht erstanden hast, war das wohl nicht möglich. Irgendwie genial, wie perfekt er vor die Maschine paßt.

    Was mir unklar ist, ist die Konstruktion des Abgaskrümmers. Warum mußte der aus mehreren Teilen bestehen? Bei meinem Bukh ist dies ein Gussteil mit ca. 45° Neigung nach unten. Nach dem Bogen wird dort das Kühlwasser (er hat noch Einkreiskühlung) eingespritzt. Das Original-Bukh Teil hat in unschöner Regelmäßigkeit alle 5 Jahre kurz vor der Einspritzung, dort wo die heißen Abgase auftreffen, seinen Geist aufgegeben.
    Bukh Krümmer.jpg
    Das Problem hat Volker mittels eines selbst geschweißten Krümmers aus VA gelöst. Ein weiß nicht, ob mir eine aktive Luftkühlung dort gehofen hätte. Solange Deine Konstruktion hält, würde ich nichts daran ändern. Bei Problemen mit dem Knie - nicht dem T-Stück - kannst Du das ja mal im Hinterkopf behalten.

    Auf dem Bild sieht es so aus, als ob der Auspufftopf (oder Wassersammler ?) 3 Anschlüsse hat: 2 vorn und einer achtern??

    Gegen HT-Rohr spricht meines Erachtens als Auspuffleitung wenig. Mir persönlich wären allerdings die vielen Verbindungen, obwohl perfekt gesichert, suspekt und ich hätte mir dort einen Abgasschlauch gegönnt. Allerdings teurer und ein beengten Platzverhältnissen schwierig zu montieren.

    Insgesamt hätte ich für die Abgasführung wohl eher auf Teile zurückgegriffen, die dafür gedacht sind (z.B. Vetus). Aber wie gesagt: wenn Baumarktteile (die müssen nicht zwingend von schlechter Qualität sein!!) funktionieren, warum denn nicht?
    Mast- und Schotbruch,

    Jürgen

  6. #6
    Registriert seit
    07.10.2012
    Ort
    Mittelfranken, weit vom Wasser
    Beiträge
    1.629

    Standard

    Hallo Silencio, das Abgas fließ ja nicht schön gleichmäßig, sondern intermittierend und gerät dabei leicht in Schwingungen. Dabei kann mit Abgasen versetztes Seewasser schon ein ganzes Stück zurückgerissen werden, also Dein Gußknie doch erreichen.
    Die Vetus-Teile, also Wassersammler und Auspufftöpfe sind offenbar genauso wie HT-Rohre aus Polypropylen, Die Abmessungen der Rohrstutzen passen ganz exakt zu den üblichen HT-Rohren und ihren Dichtungen. So gesehen spricht nichts dagegen, diese Teile für den Auspuff einzusetzen. Nur sind die Verbindungen zwar dicht, aber verschiebbar, und auch nicht winkelstarr. Da kann man sich schon vorstellen, daß sich durch Vibrationen alles nach und nach auflöst. Weil die Teile nicht flächig, sondern nur durch die Dichtkanten der Gummidichtungen Linienförmig verbunden sind, hilft da auch kein Schlauchbinder oder ähnliches. Das Einzige, was mir dazu einfällt, über jede Verbindung zur Überbrückung ein passendes Stück Schlauch schieben und mit Schlauchbindern sichern.
    Viele Grüße
    nw
    Πάντα ῥεῖ (*)
    * Man kann nicht zweimal auf dem selben Fluß fahren.

  7. #7
    Registriert seit
    08.07.2008
    Beiträge
    4

    Standard

    Hallo,

    hier ein paar Antworten:

    Angaben zum Preis und Gedanken zum Arbeitsaufwand - beides ist sehr individuell, daher habe ich es in meinem ersten Bericht nicht erwähnt.

    Preis: Ich kaufte einen total neuen Kubota Motor original in Japan gefertigt mit Papieren und allen Anbauteilen inkl. elektr. Dieselpumpe, Dieselfilterset, Starter-Schloß, Kühlwasserschläuchen und Luftkühler plus Impellerpumpe und Ersatzimpeller für 880 Euro zuzügl. 95 Euro Versand von www.ajdiesels.co.uk Der Gesamtpreis für ALLES, was mit dem Antrieb zusammen hängt, inkl. aller Kleinteile auch für Tank und Abgasanlage und mit Festpropeller belief sich auf 2700 Euro. (Unter Segel lasse den Propeller im Leerlauf mitdrehen - wenn man bedenkt, dass eine Charterjacht ein paar Monate im Jahr unterwegs ist und ich ein paar Wochen im Jahr, dann dürfte mich das lange überleben.)

    Der Arbeitsaufwand war nicht gering, eine Stundenanzahl kann ich nicht nennen. Unter dem Carport mit üblichem Werkzeug war es für mich alleine gut machbar. Nur beim Hineinheben des Motors hatte ich einen Helfer. Doch ein fertig gekaufter Motor baut sich auch nicht von alleine in das Boot ein, da ist nicht sooo viel Unterschied an eigentlicher manueller Arbeit, wenn nicht schon ein Motor vorhanden war.

    Ein Problem ist eher, dass zu Beginn alles "irgendwie in der Luft" hängt. Hier die Kupplungsglocke und die Schwungscheibe (Motor) und dort eine Vielzahnwelle und eine Flanschplatte (Saildrive), jeweils ohne Maßangaben. Das war die eigentliche Herausforderung. Wenn man dann weiß, wie man es macht, ist es nicht mehr so schlimm. Wobei oft die beengten Platzverhältnisse ein Problem darstellten ...

    100_2502-30.jpg

    Mehraufwand gegenüber einem fertigen Motor:
    Anschluss vom Wasser-Wasser-Kühler (das war das Geringste),
    Zusammensetzen des Auspuff-Kühlwasser-T-Stücks (hier ist eher die Überlegung "wie und womit mache ich das" das Zeitaufwändige)
    Verbindung von Motor und Saildrive (Verbindungsplatte ausdenken, ausmessen, zusägen (lassen), Löcher bohren (überschaubarer Aufwand)

    Wer einen Motor mit Fundament kauft, muss das Fundament anpassen, wie einfach oder kompliziert das ist, kann ich mangels Erfahrung nicht beurteilen.
    Bei einem Motor ohne vorgefertigten Sockel ist der Aufwand von Fundament und vor allem der Saildrive-Umbauung (Sockel für den Dichtungsteller),zumindest bei mir, die größte Arbeit gewesen.

    Ich lese hin und wieder, dass jemand z.B. einen KFZ-Motor hat und den in sein Schiff einbauen möchte, weil der alte Schiffsdiesel kaputt ist. Doch wegen der kaum zu nehmenden Hürde der Marinisierung nach Stand der Technik stirbt dann das Projekt. Es muss aber nicht daran sterben, es gibt auch einfachere Lösungen, darum geht es mir.

    Antwort zum Abgaskrümmer - warum der aus mehreren Teilen besteht:

    Entweder man kauft einen fertigen Auspuffkühler mit Kühlwassermischer - was in vielen Fällen nicht geht, da es einfach keine passenden Teile gibt, und wenn es passende Teile gibt, dann zu einem Preis, der für mich nicht in Frage kam. Oder man baut sich wie ich, aus handelsüblichen Teilen alles selber zusammen.

    Angaben des Verkäufers zum Wärmetauscher: Der Wärmetauscher hat 17 Rohre a. 12mm Aussendurchmesser und 9mm Innendurchmesser.

    Der Auspufftopf, der bei mir aus zwei Kellerablauf-Siphonen besteht, hatte je zwei Anschlüsse, wovon ich je einen verschlossen habe. Den unteren mit einem längeren Rohr, um das Volumen zu vergrößern. Ich dachte, das kann nicht schaden.

    Zu den Zweiflern wegen der Dichtungen ... Es hat bisher mehrere Jahre gehalten, sich nichts verschoben, verdreht, gelöst oder sonst irgendwelche Undichtigkeiten gezeigt. Wer mal eine alte Abwasserinstallation auseinander nehmen möchte, wird sich wundern, mit welcher Intensität sich die Dichtungen, die mitnichten nur an einer Kante, sondern mit einer hübschen Fläche gegen das Rohr drücken, gegen Demontage wehren!

    Natürlich könnte man dies oder das auf andere Arten ausführen und natürlich kann dies oder das mal ein Problem bereiten. Aber mir geht es mehr ums Prinzip, dass man mit vergleichsweise geringen (finanziellen) Mitteln eine funktionierende Lösung herbeiführen kann. Ich lese immer mal wieder, so wie auch eben jetzt von dem Bukh Auspuffteil, dass es Rostprobleme gibt. Da kann ich doch nur sagen, dass offenbar meine Lösung nicht schlechter zu sein scheint. Und sie wäre sogar vor Anker in einer Bucht leicht zu reparieren, wenn man die paar Teile auf Vorrat kauft, was bei dem Preis leicht zu verschmerzen ist.

    Viele Grüße

  8. #8
    Registriert seit
    07.10.2012
    Ort
    Mittelfranken, weit vom Wasser
    Beiträge
    1.629

    Standard

    Hallo Silencio, ich habe genauso ein Projekt durchgezogen, das bei mir eben nicht gestorben ist, obwohl ein Stück größer. Die meisten Deiner Probleme habe ich auch ungefähr so angetroffen und auch gelöst. Gerade deshalb weiß ich worüber ich hier schreibe, und kann Deine Argumente sehr gut nachvollziehen: Ich hätte es wahrscheinlich auch so oder wenigstens so ähnlich gemacht.
    Deine Argumente bez. der schwierigen Marinisierung kann ich nicht nachvollziehen, denn es gibt (aus England) für so gut wie alle Kfz-Motoren die entsprechenden Seewasserkühler. Die sind leider ziemlich teuer, aber immerhin erhältlich, und passen ohne viel Gebastel. Wenn man aus der Bucht einen Gebrauchten erwirbt, fällt auch das Preisargument weg.
    Nimmt man nicht etwa einen neuen, modernen Kfz-Motor, sondern einen aus der Vor-Motor-Elektronik-Zeit (Halte ich für unbedingt empfehlenswert), tut man sich noch leichter. Erwirbt man einen guten gebrauchten Motor, wird der eher sehr preisgünstig sein. Traut man dem Motor nicht, muß man halt noch etwas drauflegen und ihn in einer Zylinderschleiferei aufarbeiten lassen. Damit hat man einen so gut wie neuen Motor, und ist damit immer noch weit billiger dabei. Ich denke, jeder der so ein Projekt in Eigenleistung durchzieht, wird sehr daran interessiert sein, alle Teile des Motors so weit zu beherrschen, daß er so gut wie alles selber reparieren kann. Diese Möglichkeit hört leider mit der Motorelektronik auf. Austauschen geht vielleicht noch, aber Reparieren nicht.
    Bei mir war diese Variante, die einzige Möglichkeit (in finanzieller Hinsicht) das Schiff zu retten, denn alle anderen üblichen Methoden der Motorwiederinstandsetzung, hätten einen Totalschaden ergeben. Wenn man sowas unternehmen will, gibt es eine Vorbedingung, an die nicht jeder denkt: Selbstvertrauen und Flexibilität! Nicht etwa umfangreiche Motor-Fachkenntnisse! Man sieht sowas geht sehr wohl! Eines hätte ich jedoch definitiv anders gemacht: Ich hätte nicht hier im Forum erstmalig nach der erfolgreichen Operation berichtet, sondern vorher angefragt, alle Probleme der Reihe nach dem Forum zur Begutachtung vorgelegt. Das heißt nicht, daß ich immer nur das mache, was das Forum empfiehlt, das wäre bei den vielen, sich widersprechenden Meinungen sowieso unmöglich, sondern man erhält viele hilfreiche Tipps, die wirklich was bringen, vorher!
    Viele Grüße
    nw
    Πάντα ῥεῖ (*)
    * Man kann nicht zweimal auf dem selben Fluß fahren.

  9. #9
    Registriert seit
    17.05.2007
    Beiträge
    104

    Standard

    Hallo Silencio, dein Bericht hat mich überzeugt, daß nach dem Ableben (wirtsch. Totalschaden) meines VP 2003 nur ein Ersatz nach deinem Beispiel in Frage kommt. Nicht weil ich mir eine fertige Lösung nicht leisten könnte, sondern weil das "selber machen" einen so hohen Reitz hat und das Ergebnis am Ende erst richtig wertig macht.
    Und bei mir geht's ja noch sehr einfach zu: Saildrive, Wärmetauscher, Auspuffanlage - alles vorhanden...
    Also Danke für den Bericht!
    @ Sucher : klar werde ich im Fall des Falles alles erst mal hier ausbreiten. Ihr kennt mich ja inzwischen schon etwas
    Und klar wird der eine oder andere denken und auch posten: Der schon wieder, hat der nicht genug Eigeniniziative???
    Aber dafür sind Foren da! Man nennt sein Problem, man diskutiert und man vermeidet die Fehler, die andere schon gemacht haben...
    Grüße Volker

  10. #10
    Registriert seit
    08.07.2008
    Beiträge
    4

    Standard

    Hallo Sucher,

    ich habe dereinst das Internet durchsucht und mir auch das Buch Marinisierung (auf CD) gekauft. Ich habe nur Lösungen der bekannten Art gefunden, mit dem Marinisierungs-Auspuffkühler. Auch in Foren konnte ich nichts zu meiner Luftkühlungs-Lösung finden, die, wenn ich es richtig verstehe, auch Du nicht realisiert hast, sondern die altbekannte Lösung gewählt hast. Was hätte ich dann für Antworten auf meine Frage bekommen können? Selbst jetzt, wo doch schon alles läuft, stößt mir recht viel Herumgezweifle entgegen. Erst recht ein Beweis, dass ich damals richtig gehandelt habe, und nicht gefragt habe. Man hätte mich nur mit Verunsicherung und Zweifeln zugeschüttet.

    Schon der allererste Satz der ersten Antwort auf meinen Bericht ist goldig, Zitat: "Hallo Silencio, ja das könnte gehen ..." Was heißt hier "könnte"? Hallo? Es geht! Auch wenn ich das Forum vorher hätte fragen "müssen".

    Ich habe mir (doch tatsächlich) erlaubt, selbständig meine eigene Idee zu verwirklichen und ich habe auch die Gründe genannt, warum ich es so gemacht habe. Und wie Ophella erkannt hat: Selber machen hat durchaus seinen Reiz!

    Viele Grüße

Ähnliche Themen

  1. Marinediesel vs Marinisierung
    Von Nicknolte im Forum Technik & Elektronik
    Antworten: 15
    Letzter Beitrag: 24.06.2012, 19:47
  2. Marinisierung von Dieselmotoren
    Von Nostromo im Forum Fragen, Antworten & Diskussionen
    Antworten: 15
    Letzter Beitrag: 11.09.2008, 22:48
  3. Marinisierung von PKW-Motoren
    Von ibo im Forum Technik & Elektronik
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 21.04.2003, 22:33
  4. Marinisierung Golf Diesel-Aggregat
    Von malmax66 im Forum Technik & Elektronik
    Antworten: 8
    Letzter Beitrag: 21.11.2002, 09:43
  5. Buch Marinisierung
    Von Eddi im Forum Privater Verkauf
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 24.07.2002, 20:41

Stichworte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •