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  1. #1
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    Standard Außenborder Schubmotoren Yamaha oder Honda

    Hallo zusammen,
    es steht bei unserem 27 Fuß Segler evtl. eine Neuanschaffung bzgl. Motor an. Ich hatte bei meinem Vorgänger-Schiff einen Yamaha 9,9 FT Schubmotor und war damit äusserst zufrieden; nun werde ich aber wohl durch das Gewicht von 3,8 Tonnen einen stärkeren Motor benötigen.
    Soweit ich in Erfahrung bringen konnte, baut Yamaha keinen 20 PS Schubmotor; der nächste wäre ein 25 PS, der sowohl preislich als auch vom Gewicht deutlich höher ausfällt.
    Honda bietet einen 20 PS Schubmotor an, der sowohl preislich als auch vom Gewicht deutlich attraktiver erscheint- nun die entscheidende Frage:
    Hat jemand Erfahrungen im Vergleich zwischen diesen Motoren? Ist der 20 PS Honda deutlich stärker als der -offenbar von 15 auf 10 PS gedrosselte- Yamaha 9,9 FT?
    Oder muss es doch der Yamaha 25 FT sein?
    Ach ja: wir haben bis dato einen Diesel aber die Entscheidung für einen Aussenborder ist gefallen; ich würde hier gerne keine Diskussion über die Vor und Nachteile der Motorisierung führen...
    Danke im Voraus für erhellende Antworten und ein gutes neues Jahr.

  2. #2
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    Eine LM 27 auf AB umzurüsten ist krass.
    Nicht umsonst hat das noch nie jemand gemacht.
    http://sailboatdata.com/viewrecord.asp?class_id=4419
    Aber, deine Entscheidung ist ja gefallen und wir sollen nicht darüber debattieren, nichts erhellendes einbringen.


    A propos Erhellendes, d. h. die versch.AB und deren Leistung.
    Du hast uns im Anfangspost nur Länge und Masse des Schiffes gegeben, das ist zuwenig .
    Ob die Maschine im Schacht, wo der Schacht ist, ob die Maschine am Spiegel, Dessen Höhe , ob dort Überhang , ob Flossenkieler, Langkieler,ob untergehängtes Ruder, angehängtes Ruder----alles spielt für die Motorleistung , Getriebeuntersetzung usw. eine Rolle.
    Die Bandbreite für benötigte " Motorleistung" eines 4to Schiffes reicht da vom 30PS 4-Takt mit Bigfoot über den kleinstem AB mit Jetantrieb, bis hinunter z. großvolumigem 10PS 2-Takter mit Untersetzung f. Schubprop. Jedes Schiff braucht eine andere Maschine. Revierspezifische Verhältnisse kommen noch obenauf.



    (Die LM 27 steht da übrigens gaaanz weit hinten. Sie bietet für einen AB alle denkbar schlechten Vorraussetzungen. Aber, wir sollen ja nicht darüber .......)

    Viel Glück !
    Geändert von supra (02.01.2018 um 21:22 Uhr)

  3. #3
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    Das stimmt; hier also noch ein paar Informationen:
    wir nutzen die LM tatsächlich als Segelboot und nicht zum tuckern; auch müssen wir nicht 5 Stunden "gegenan" krachen...
    Die mittig platzierte Heckleiter soll versetzt werden; an diese Stelle kommt ein Liftsystem (bekannt z.B. von der Dehler Sprinta 70), um den AB "bedienungsfreundlich" zu befestigen und aus dem Wasser zu heben. Dann wird ein Loch zur Durchführung der Bowdenzüge und der Benzinleitung zum Getriebe bzw. Tank gebohrt- ich habe mich bereits darüber informiert, dass ich die die Einhebelschaltungen (sowohl am Heck als auch am Innensteuerstand) weiter nutzen kann.
    Des Weiteren will ich den Außenborder über die Pinne lenkbar machen:
    ganz achtern am AB Seile anbringen und über zwei Umlenk-Rollen (je einmal in Höhe des Außenborders bei Einsatz im Wasser und einmal in Höhe der Pinne) zur Pinne führen.
    Damit kann ich den Schub exakt so nutzen, wie ich ihn benötige; mir ist natürlich klar, dass der AB nicht den Schub eines Diesel ersetzt- von daher die Idee mit dem lenkbaren AB.
    Aber meine Frage ist leider noch nicht beantwortet: wer hat einen direkten Vergleich zwischen den Schubmotoren gemacht und kann mir davon berichten?
    Gruß Jörg

  4. #4
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    Der mit der Pinne schwenkende Aussenborder.
    Schöner Gedanke, stellt man sich doch allermeist vor dadurch den Drehkreis des Schiffes zu verkleinern.
    Das ist aber leider falsch.
    Um mittels Schubvektorsteuerung einen kleineren Drehkreis zu generieren muss der Aussenborder viel weiter als das Ruder gelegt werden.
    Sind Pinne und AB gekoppelt geht das nicht. Auch verringert man mit diesem Parallelogram den Ausschlag des Ruders -- er wird kleiner.
    Stehen Ruderblatt und AB in einer Kurve parallel, erhöht der Schub des Props zwar leicht die Drift des Hecks zur Aussenkurve hin, aber mit dem Nachteil der höheren Geschwindigkeit. Diese höhere Geschwindigkeit bedeutet einen größeren Drehkreis.
    Es gilt bei diesem Setup dem Ruder, dessem Auftrib die Prio zu geben. Wenig Schub ( standgas) durch den Prop ist hier die Lösung .
    Mit viel Schub,( Gas) "überdrückt" man die Drift des Hecks, den Auftrieb des Ruderblattts, und das in Richtung Vorraus ( parallel zur " Kiellinie des Ruderprofils)--größerer Wendekreis.
    Geändert von supra (03.01.2018 um 12:48 Uhr)

  5. #5
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    Deine Ausführungen sind sicherlich fachlich fundiert- ich habe allerdings von einem Segelfreund, der genau diese Technik an seinem Schiff anwendet, ganz andere Erfahrungen mitgeteilt bekommen...
    Ich nehme Deine Bedenken ernst, will aber auch nicht die positiven Schilderungen meines Segelfreundes ignorieren.
    Was ich nicht verstehe: wenn sowohl Ruderblatt als auch der Propeller in der gewünschten Fahrtrichtung stehen, hat das laut Deiner Erklärung im Bezug auf die Wendigkeit keinerlei Vorteil, richtig?
    Ich habe ebenfalls mit einem Motorfachmann gesprochen und er hatte lediglich Bedenken bzgl. der Seilkonstruktion, hat aber grundsätzlich die Idee (nach seiner Vorstellung eher mit einem Gestänge) für gut befunden...

  6. #6
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    Meinen ersten AB-Motor mit einem Schubpropeller hatte ich an einem 1/4-Tonner. 7,50 m L, 2,65 m B, 1,60 TG, 1,1 To.
    Es war ein Merc, 4 Ps, SD-Version. Es war erstaunlich welche Kraft dieser kleine Motor auf die Schraube brachte. Hafenmanöver waren mit ihm unproblematisch. Kein Vergleich zu anderen AB-Motor mit Standardpropellern. Von denen hatte ich zwei mit weniger guten Ergebnissen ausprobiert. Einen Marina und ein Yam, LS, allerdings ohne Schubschraube. Eine Schubschraube für den war nicht im Sortiment von Yam. Sie waren Alle Schaumschläger.
    Nun habe ich einen Yam 8 PS, Schubpropeller, Schubgetriebe, Ultralangschaft, E-Starter, E-Spule am Heck eines 28 Fuss Tri.
    8,50 l, 6,10 B, 1,50 m TG mit abgelassenen Schwert, 1,2 To. Der Motor ist mit der Ruderanlage gekoppelt.
    Es funktioniert gut, aber wie bereits angemerkt ist der Drehkreis größer, was Hafenmanöver bei der Schiffsbreite nicht gerade vereinfacht. Ich habe diesen Nachteil kompensiert in dem ich rückwärts in die Häfen oder Boxengassen fahre.
    Mit dem Yam bin ich bestes zu frieden. Vollgas musste ich noch nie geben, allerdings bringt er 43 KG auf die Waage, was das An-/Abhängen und den Transport zu einer kraftraubenden Angelegenheit macht.
    Ein Segelkollege hat an seinem Tri (baugleiches Modell) einen 15 PS Honda. In vergleichbarer Konfiguration wie mein Yam. Zusätzlich verfüg dieser Motor über eine PT-Anlage mit der er den Motor elektrisch auf- und abklappt, was bei dem Tri eine sinnvolle Sache ist, da er für den Handbetrieb recht ungünstig sitzt.
    Es dürften sich nur wenige Unterschieden zwischen einem Yam oder Honda ergeben und Du dürftest mit beiden gut bedient sein. Kaufe ein Modell, dass bereits für diesen Zweck vom Hersteller konfiguriert wurde und vermeide ein Nach- bzw Umrüstung. (Bastellösungen) Alle Hersteller bieten Schubmotoren für Segelschiffe an.
    Falls Du einen Neukauf planst, hole Dir die Preise von Pieper in Gladbeck ein. Dort hatte ich beim Kauf des Mercs den besten Preis bekommen. Lass Dich auf der Boot in D-Dorf beraten. Ich hatte den Merc dort, beim Pieper zum Messepreis gekauft und eine Transportkarre dazu bekommen.
    Von einer Seilumlenkung rate ich ab, hatte ich auf dem 1/4-Tonner. Da habe ich mir eine feste Verbindung aus einem Gasgestänge mit Kugelköpfen gebaut. Am Tri ist die Sache recht einfach mit einer Rohrverbindung gelöst, das Ruder ist angehängt.

  7. #7
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    @drumsetjoerg

    Es sind keine " Bedenken" die ich oben dargelegt habe, es sind Fakten.

    Einen(1) einzigen Vorteil bietet ein mit dem Ruder gekoppelter AB, nämlich bei Schub aus dem Stand, um z. B. das Heck von einer Kaimauer wegzudrücken. Bei Null Fahrt generiert das Ruder keinen Auftrieb, es Gibt keine Drift.
    Aber auch hier ist der Nachteil dass die Maschine nur rd. 40* eingeschlagen werden kann, der Schub geht also größtenteils vorraus.

    Ich könnte das alles jetzt noch weiter ausführen und anhand v. Beispielen ( Schottel, einzeln auf 90* drehbaren AB, Anströmung des Ruderblatts über die Tangente des Drehkreises, " halbe Schubvektorsteuerung" durch Ruderblatt hinter dem Prop ; plus deren Verbesserung durch balanciertes Beckerruder , usw. ) deutlicher machen und " beweisen" .
    Das ist mir zu umfangreich.
    Ich weise nur nochmals daraufhin, dass ein mit der Pinne gekoppelter AB nur bei Standgas+ den kleinsten Wendekreis ermöglicht. Ein möglichst großer Prop, bzw. großer Schub, ist also für geringst mögl. Wendekreis obsolet.
    Die Vorstellung dass ein parallel zur Pinne stehender großer Schub den Wendekreis verkleinert kann man über Bord werfen.
    Gerade bei Steam im Hafen aber will man ja einen möglichst kleinen Wendekreis, auch um die Nase evtl. gegen den Wind herumzudrücken.
    Mit wenig Schub geht das nicht, mit viel auch nicht, erstens da der Ausschlag ( AB UND Ruder) limitert ist, und zweitens da der Wendekreis schnell zu groß wird.
    Kurzum gekoppelter AB is' kacke , bei einem Langkieler, wie der LM 27 , erst recht.






    Höre auf die Erfahrung deines Segelkameraden, bzw. seine Bestätigung dass er etwas tolles , effektives gebaut hat , lebe dann selbstzufrieden mit dieser Verschlimmbesserung,
    oder aber versuche die oben angeführten Fakten zu verstehen.
    Geändert von supra (03.01.2018 um 17:30 Uhr)

  8. #8
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    Standard

    "Alternative Fakten" gefällig: Bei meiner Condor 55 ist mit mittschiffs festgesetzten Motor (9,9 Mercury mit Schubpropeller, nach Steurbord versetzt, da angehängtes Ruder) der Drehkreis so groß, dass ich bei achterlichem Wind und Fahrt voraus aus der Box nahezu in die gegenüberliegende Boxenreihe gefahren wäre. Nach Kopplung des Motors mit der Pinne ist das Boot sehr deutlich besser zu steuern und dreht in einem angenehmen Winkel z.B. in die Box.
    Du kannst es jetzt glauben oder nicht, bist auch gerne mal an Bord eingeladen, um es auszuprobieren :-),
    Siggi

  9. #9
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    @ supra:
    Ich gestehe meine Unwissenheit und freue mich über Menschen, die die mir unbekannten komplizierten Sachverhalte mit viel Verständnis, Freundlichkeit und vor allem ohne irgendeinen Anflug von Überheblichkeit oder gar Selbstzufriedenheit darlegen können...

    @erpel-ernst:
    ernsthaft: danke, dass Du auf meine eigentliche Frage geantwortet hast.

  10. #10
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    @marsvin:
    das dachte ich mir doch!
    Wie hast Du es konstruiert: Gestänge oder Seile? Bin sehr neugierig...

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