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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Von Portsmouth nach Hamburg - Kurzbericht



Geamradh
15.10.2008, 21:44
Hallöchen,

jetzt ist es wohl an der Zeit ein wenig von meinen zwei Wochen an Bord der "Polaris" zu berichten.
Ich hatte mich am 27.09.2008 an Bord der "Polaris" einer Hanse 470e, von der Segelschule Hering aus Berlin, eingeschifft.

Die "Polaris" war ein schönes, gemütliches Boot, leider fehlten ein paar sinnvolle Kleinigkeiten um es wirklich zum Seeschiff zu machen. So wie Schlingerleisten, mehr Handgriffe oder -läufe und nicht jede Koje hatte Leesegel. Zu meinem Leidwesen.

Was die Skipper und den Veranstalter angeht kann ich jedoch nur des Lobes voll reden. Dei Organisation durch die Segelschule hering war super, die beiden Skipper (Oliver Lorenz und Christian Schulze) waren super und kompetent.

Wir sind am 28.09. in Portsmouth ausgelaufen, nach ein paar Übungen bei mauem Wind ging es nach Cowes, dort machten wir gegen 16:00 Uhr fest. Der Ort ähnelt einem einzigen Yachtausstatter, nur das die einzelenen "Abteilungen" in jeweils anderen Häusern residieren.

Am 19.09. ging es bei einem anfänglichen Dreier, später gutem Vierer in die Chichester Bay. Mit unserm tiefgang von 2,30 Metern konnten wir dort nur bei Hochwasser rein. Also haben wir vor der Bay noch geankert und sind 2 Stunden vor Hochwasser rein. Gebiete die bei Niedrigwasser 3 Meter trocken lagen, bieten nun 3 Meter Wassertiefe. Wir tasten uns anhand der Tonnen und Leuchtfeuer bis zur Chichester Marina und sind gegen 23:00 Uhr fest zum Anliegerbier. Der einzige Kommentar vom Hafenmeister: "It was an interessning Trip. Its hard to come by day, but you come by Nigth..."

Am kommenden Morgen gingen wir bei einem auffrischenden sechser raus um nach Brigthon zu laufen. Auf dem Weg dorthin hatten wir nachher einen konstanten achter, in Böen bis auf 51 Knoten Wind. Das Einlaufen in den Newhaven von Brigthon war bei auflandigem Wind ein Spannedes Manöver, welches unser Skipper, Oliver, super gemeistert hat. Den nächsten Tag sind wir lieber mit dem Bus nach Brigthon gefahren und haben uns den Ort angesehen.

Von Brigthon liefen wir am Donnerstag den 02. Oktober aus. Kurs Dover, alternativ Ramsgate. Leider war es nicht möglich über die Flachwasserstelle im Hafen von Ramsgate zu kommen, so das wir direkt nach London weiter fuhren.

Die Tidensperrwerke auf der Themse haben mich wirklich beeindruckt, so das mich die Towerbridge nicht mehr vom Hocker reißen konnte. Unser Liegeplatz für die 2 kommenden Tage war direkt daneben im St. Katherines Dock.

Von Oliver habe ich viel über Törnplanung und Tidennavigation gelernt und ihm viel "mit den Augen gestohlen". Danke Oli.

Nach dem Crewwechsel am Samstag liefen wir mit neuem Skipper in Richtung Hamburg aus. Wir liefen passgenau zwischen 2 Sturmfronten bie schönstem Sonnenschein und milden 3 Beaufort nach Holland. Da wir leider zu viel motort haben. Zum "Tanken" ging es nach Ijmuiden, die Nachtansteuerung war eine Heruasforderung für mich als Navigatorin. Es war ungeheuer Spannend die großen "Pötte" in kurzem Abstand passieren zu sehen und einfach ein geiles gefühl vom Skipper, Christian, nicht an der kurzen Leine gehalten zu werden, sondern frei arbeiten zu können. So konnte ich mich weiter entwickeln und unheimlich viel lernen.

Nach zwei weiteren Tagen im Wachsystem liefen wir am Donnertag in Glückstadt ein. Einen Tag noch mal ausruhen und am Freitag liefen wir Elbaufwärts nach Hamburg.

792 Meilen, 2 Starkwindtage, viele wertvolle Erfahrungen, mit lieben menschen werden diese 2 Wochen tief in meine Erinnerungen brennen. Als ich "meine Jungs" der zweiten Seewache, Michael und Thomas, i Hamburg verabschiedete musste ich ganz schnell zur Dusche. ich wollte nicht das sie meinen Tränen sahen...


... den ausführlichen Bericht und das Album dazu werde ich in den kommenden Tagen auf meine Website stellen

Moni

Geamradh
15.10.2008, 21:46
noch 5 weitere Bilder

Geamradh
15.10.2008, 21:47
und die letzen Fünf...

FRASIT
16.10.2008, 12:04
Hallo Gemradh,
netter Törn - war das ein SKS oder SSS Törn, Skippertraining, oder 'einfach nur' mitsegeln?

Gruß
Frank

Geamradh
16.10.2008, 18:39
Geplant war es als Meilen- und Erfahrungstörn, sowie Schwerwettertraining.

Wobei das schwere Wetter eben nicht planbar ist.

Um die indirekte Frage zu beantworten, ich bastel grade am SSS...

Grüße, Moni

Piratensmart
17.10.2008, 09:08
Hallo Moni,

danke für den schönen Berichjt und die Fotos... hoffentlich am Dienstag mehr am Stammtisch!

LG
Michael

FRASIT
17.10.2008, 11:10
Um die indirekte Frage zu beantworten, ich bastel grade am SSS...



Hallo Moni,
darum ging es mir nicht. Ich überlege nur, mir vielleicht auch mal so einen Törn zu gönnen, da ich als Mittelmeercharterer bisher keine Erfahrung in Gezeitenrevieren habe - und das Revier interessiert mich schon.
Und da dachte ich an einen Schwerwettertörn/Skippertraining, möglichst keinen SKS-Törn, da dort die Schwerpunkte ja wohl anders gesetzt sind.

Viel Erfolg bei deinem SSS - ist alles nicht ganz so heiss wie es erzählt wird, und in Gezeitennavigation bist Du ja jetzt mehr als fit ;)

Grüße
Frank