PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : physiosail – Ein Segelprojekt für Schlaganfall-Patienten



physiosail
25.05.2009, 22:41
Im Juni und August haben Menschen, die nach einem Schlaganfall an einer Halbseitenlähmung leiden, die Möglichkeit für zehn mal zwei Stunden auf dem Aasee (Münster) mit Christina Groll, einer erfahrenen Physiotherapeutin segeln zu gehen.
Gesegelt wird mit Booten der Yachtschule Overschmidt, die kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Des Weiteren unterstützen die Firmen tactix durch die Bereitstellung von Hood Yachting Gear und Wellendorf onlinemedien das Projekt physiosail.
Die Möglichkeit zur Anmeldung und weitere Informationen erhalten Sie unter www.physiosail.de

Die Teilnehmer von physiosail hatten vor über einem Jahr einen Schlaganfall und haben seitdem Einschränkungen der Arm- und/oder Beinfunktion. Sie müssen lediglich frei sitzen und den Übergang vom Rollstuhl zum Boden mit Hilfe ausführen können. Weder die Fähigkeit selbstständig stehen oder gehen zu können, noch Segelerfahrungen sind notwendig.
Groll, die Initiatorin hat bereits im Ausland Erfahrungen in der Therapieergänzung durch Segeln gesammelt. Im Rahmen des Projekts physiosail wird eine Studie durchgeführt, in der das Segeln wissenschaftlich untersucht wird.

Nelson
26.05.2009, 17:14
Toll! Man kann sich mit allem Möglichen Sein Sevelvergnügen verdienen. Das mit den schwererziehbaren Jugendlichen schent allerdings zum Erliegen gekommen zu sein.

round-world2
26.05.2009, 17:48
Toll! Man kann sich mit allem Möglichen Sein Sevelvergnügen verdienen. Das mit den schwererziehbaren Jugendlichen schent allerdings zum Erliegen gekommen zu sein.

nelson nelson,
ich war auch schwer erziehbar,konnte damals aber schon lange segeln :rolleyes:
bist du nich schon lange im "schlach-an-fall-alter" ?:D

Nelson
29.05.2009, 14:14
Im Alter schon, aber bisher gut davongekommen.

charterpartner
29.05.2009, 17:23
Toll! Man kann sich mit allem Möglichen Sein Sevelvergnügen verdienen. Das mit den schwererziehbaren Jugendlichen schent allerdings zum Erliegen gekommen zu sein.


ach Nelson, kann man neutral verstehen, oder als ironischen Einwurf.
Bei Dir , Nelson, nehme ich Letzteres an, daher: man muß wirklich nicht an ALLEM rumnörgeln und nur oder überhaupt das Negative sehen... ich finde das eine gute Idee und ich sehe zudem keinerlei "kommerziellen" Aspekt
Und selbst WENN - wieso wird jedes soziale Engagement immer nur mit "kostenlos" gleichgesetzt!
Es ist nicht kostenlos, die Ausführenden werden über die Maßen ausgebautet (guck mal, was Krankenschwestern und Pfleger verdienen!)

Ob Christina Groll da was dran verdient ist EGAL - der POSITIVE Aspekt ist, daß sie sich um diese Leute KÜMMERT!
Wenn da ein paar Leute glücklich(er) werden und besser mit dem lebensqualitätbeeinträchtigenden gesundheitlichen Vorfall besser zurechtkommen lernen, ist es ... unbezahlbar... soll sie von einem Wohlhabenden doch Millionen erben, wär nur fair!

Ein Stinkreicher wie Du kann sich einen privaten Beteruer leisten, mit Butlerausbildung und Harvard 5 Star Examen... :p

Ich finde das Projekt jedenfalls POSITIV und man sollte sich überlegen, ob und wie man sich auch daran fördernd beteiligt - nein, nicht unbedingt, aber womöglich auch gerne mit Geld, denk ich mir, aber sicher reicht auch oft schon die wohlwollende Kommentierung und Bekanntmachung...weitere Verbreitung im Sinne von viral Marketing

Hans, BuBu

round-world2
29.05.2009, 20:23
Hans BuBu,
du kannst ja sogar humanitäre züge zeigen :)
Biete jetzt noch deine Hilfe an,
dann hast du bei mir "ein Stein im Bett" :cool:

Nelson
30.05.2009, 09:59
ach Nelson, kann man neutral verstehen, oder als ironischen Einwurf.
...

Hans, BuBu

Ironie stimmt schon. Stinkreich ehe rnicht. In Dubai wäre ich auch bei den Armen und bei der Zahl Deiner Boote bist Du sicher reicher. Ich lebe nur bescheidener!

Da ich mal 2 Jahre mit einer infektiösen Lähmung zu kämpfen hatte, weiß ich in etwa, wie das ist. Ob man da gesegelt werden will, bezweifle ich. Dagegen an alle möglichen Therapiemaschinen rankommen hilft schon.

Ich habe damals gerade ein neues Boot mit Backstagen bestellt gehabt und konnte auf Rollgenua umbestellen. Damit ging es dann erst mal wieder. Nach 2 Jahren war ich wieder hergestellt.

charterpartner
30.05.2009, 16:53
zumächst @RW2: ich glaub nicht, daß es HIER irgendeinen Sinn machen würde, sich diesbezüglich zu erklären, was ich mache, wann wie umfangreich und warum. Im Rahmen meiner Möglichkeiten engagiere ich mich, ja, aber eben nicht nur finanziell, oft auch "nur" durch positives Weitertragen des Gedankens (What you can do for this world today... sammel einfach mal ne Tüte Müll ein...)
.
Ich sagte ja auch: es geht nicht (nur) um finanzielle Beteiligungen, da sind sicher viele User hier, die da mehr berufen wären, als ich kleiner Yachtagentenfuzzi, meine "Schuldigkeit" meine ich damit getan zu haben, Nelson´s Ironie zu relativieren... würden das ALLE machen oder z.B. einen Link setzen, wär die Seite weiter vorne im Google zu finden und evtl. ergäben sich (finanzielle) positive Folgen dann dazu und von alleine.



Ironie stimmt schon. Stinkreich ehe rnicht. In Dubai wäre ich auch bei den Armen und bei der Zahl Deiner Boote bist Du sicher reicher. Ich lebe nur bescheidener!

ich hab auch nur 1 Schiff, ziemlich alt dazu... die anderen sind ja auch nur zu vermittelndes Dritteigentum, also keine falschen Ein- bzw.Überschätzungen , ich bin nicht der Ärmste, aber weit vom Reichtum entfernt, wenngleich er mir aus bestimmten Erfahrungen und Aspekten heraus nicht fremd war und ist....



Da ich mal 2 Jahre mit einer infektiösen Lähmung zu kämpfen hatte, weiß ich in etwa, wie das ist. Ob man da gesegelt werden will, bezweifle ich.


also ich glaube, das hängt einmal von der Krankheit ab, und dann vom aktuellen physisch/gesundheitlichen Zustand.
Das Projekt befasst sich ja mit rekonvaleszenten Schlaganfall-Betroffenen.
Sicher gibt es da Leute, die geben (sich) auf, aber sicherlich gibt es da viele Leute, die kämpfen, und ich finde es toll, wenn sich jemand dann so einbringt und "Gelegenheiten" schafft - ich könnte das nicht, ehrlicherweise!
Ich denke ja nicht, daß irgendwo steht, daß man "gesegelt werden MUSS", aber wer "gesegelt werden WILL" der könnte da...



Dagegen an alle möglichen Therapiemaschinen rankommen hilft schon.

EINE der "Therapiemaschinen" ist die eigene Psyche, das Angebot, sich den umständen entsprechend wieder am Leben freuen zu können.
Für uns "Normalgesunde" kaum vorstellbar, aber wenn ich Einbeinige beim Skifahren sehe, oder wie dieses Jahr einen Blinden mit akustisch führendem Guide ... sagenhaft und ne ganz dolle Sache!!!!!

Ich hoffe für mich und jeden Gesunden, daß mir solch eine dauerhafte Behinderung erspart bleibt.
Mit Bandscheibenvorfall tagelang und wochenlang zu laborieren ist ein ungefährer Hauch der Unzulänglichkeitn und des fortschreitenden Verfalls.... umso besser, wenn man DANN aktiv weiter Dinge tun kann, die Spaß mach(t)en und die helfen, das Leben (wieder) zu genießen...

Unser Sozialsystem ist per se völlig überfordert, da werden solche Fälle, gerade die nicht so wohlhabenden, bestenfalls verwaltet.
Exaltiert erscheinende Extrawürschte wie Segeln oder andere Aktivsportarten werden da doch meist garnicht angeboten, schon mangels qualifiziertem und bezahlbarem Personal!!!

Daher mein unbedingtes positives Credo für solche privaten Projekte!



Gruß
Hans

physiosail
31.05.2009, 13:23
Liebe Kritiker unter Ihnen,
ich kann Sie beruhigen, denn ich verdiene nicht einen Cent an dieser Maßnahme!!! Die Teilnahme ist Dank der Sponsoren kostenlos, denn Boot, Seglelbekleidung etc. wird den Teilnehmern von der Segelschule Overschmidt und der Firma tactix zur Verfügung gestellt. Ich selbst stecke sowohl Geld als auch sehr, sehr viel unbezahlte Freizeit in das Projekt. Die zwanzig Tage an denen ich mit den Schlaganfall-Patienten segeln gehe, bekomme ich von niemanden finanziert...

Ich führe dieses Projekt im Rahmen meiner Master-Arbeit durch und möchte untersuchen, ob Segeln als Ergänzung zur Physiotherapie genutzt werden kann. Ich selbst bin Physiotherapeutin. Die Mehrheit der Schlaganfall-Patienten benötigen i.d.R. den Rest ihres Lebens Physiotherapie, um sich überhaupt ein Mindestmaß an Alltagsfunktion und Selbstständig erhalten zu können. Sie können sich sicherlich vorstellen, dass niemand, insbesondere nicht, wenn jemand sehr jung einen Schlaganfall erleidet, ausreichend Interesse und Motivation für 40 Jahre Therapie aufbringt! Daher vertrete ich den Ansatz, dass man Aktivitäten finden muss, die Physiotherapie niemals ersetzen, aber doch ergänzen können. Nun möchte ich dies anhand des Segelns untersuchen. In anderen Ländern wie beispielsweise Schweden wird es bereits seit Jahren praktiziert.

Eines der Wesentlichen Ziele in der Rehabilitation nach Schlaganfall ist die Lebensqualität. Wahrscheinlich werden Sie als Segler mir zustimmen, dass Segeln durchaus zur Verbesserung der Lebensqualität beitragen kann, oder?
Übrigens werden die Teilnehmer in dem Projekt nicht gesegelt, sondern lernen selbstständig und aktiv zu segeln!!!
Falls die Studie einen positiven Effekt des Segelns zeigen sollte, wüsste ich aber auch nicht, warum ich als Therapeutin nicht für die Tätigkeit bezahlt werden sollte??? Entscheidend sollte sein, ob das Therapieziel erreicht wird und nicht ob die Behandlung an einer Behandlungsbank stattfindet, oder meinen Sie nicht?

Nachdem ich mich an die Kritiker gewandt habe, möchte ich mich aber auch bei den Befürwörtern für die unterstützenden Worte bedanken. Diese sind sehr wichtig in einer frühen Anfangsphase eines Projekts, in das man sehr viel Herzblut und Arbeit investiert.

Schne Grüße Christina Groll

Nelson
31.05.2009, 14:17
Sind sicher sehr zu bemitleidende Patienten, keine Frage. Wenn das irgendjemand bezahlt, ist das auch in Ordnung. Ich habe meine Reha auch selbst bezahlt und intensiviert. Sonst wäre ich sicher nicht so rasch wieder auf die Beine gekommen.

Nur im Gesundheitssystem hat die Segeltherapie nichts zu suchen! Daher auch nicht als Masterarbeit!!! Das muß privat durchgeführt werden!

Zu guter Letzt glaube ich schon, daß das für die Patienten positiveErlebnisse sind, die die Heilung beschleunigen, aber eben aus Kassenmitteln nicht zu bezahlen!!!

Harald Hüsemann
31.05.2009, 15:31
ich finde das ist eine tolle Sache - es gibt Dinge, die kann man mit Geld nicht bezahlen - dies ist sicher eine davon. Meine Hochachtung.

Handbreit wünscht Harald. Vorher H-rald aus den Osnabrücker Werkstätten

Besuchen Sie uns doch mal am Dümmer. Siehe hierzu auch "Hallo Freunde von Handicap" 3te Beitrag

physiosail
01.06.2009, 00:37
Zu bemitleiden ist sicherlich der falsche Ausdruck, aber zu unterstützen!!!

Da physiosail im Rahmen der Masterarbeit stattfindet, wird es PRIVAT durchgeführt!

Angenommen Segeln würde einen größeren Therapiegewinn bringen als nur die konventionelle PT, warum sollte es dann nicht aus dem Gesundheitswesen finanziert werden. Die Stichworte Prävention und Gesundheitsförderung sind in diesem Sinne auch nicht zu vergessen. Und haben Sie schon mal was von Rehabilitations-Sport gehört? Wird auch aus dem Gesundheitswesen finanziert. Warum also sollte Segeln nicht auch dazu gehören?

Meines Erachtens müssen in der Therapie chronisch Kranker und behinderten Menschen neue Wege gegangen werden, gerade um das Gesundheitswesen zu entlasten. Falls man durch "therapeutische Freizeitaktivität" Partizipation, Lebesnqualität, ADL-Funktion etc. verbessern und somit an andere Stelle den Therapie- und Pflegebedarf reduzieren könnte, wäre sowohl dem Gesundheitssystem als auch den einzelnen Patienten geholfen. Andere Länder haben dies bereits erkannt und umgesetzt!
Den Benefit des Segelns gilt es nun wissenschaftlich zu belegen, wobei meine Master-Arbeit erst der kleine erste Schritt ist. Aber wer weiß wohin es noch geht ;)