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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Yacht überführen Stockholm - H´hafen



phoenix2010
04.08.2010, 11:14
Moin Moin,

ich spiele mit dem Gedanken, mir ein 24 Fuß Boot (zB Birdie 24, HR MKII) in Schweden zu kaufen und selber nach H´hafen zu segeln.

Hat evtl. jemand diese Route bereits abgesegelt? Ist diese navigatorisch u. seglerisch auch für Anfänger zu meistern? Natürlich würde ich das nicht ganz alleine, sondern min. zu zweit, durchführen.

Sind o.g. Boote für einen solchen Törn geeignet?

Gruß
Rob

carsten.sauerberg
04.08.2010, 11:39
Für Anfänger und so einen 24 füßer eine anspruchsvolle Aufgabe, es sei denn, man hat 3 Wochen Zeit.
Stockholm bis kurz vor Kalmarsund; geschützt in den Schären fahrbar, aber man muss echt genau navigieren: Steine, Steine, Steine.
Ab Kalmarsund leichter--- und offener, Seegang.
Über die Hanöbucht nach Bornholm oder Simrishamm ist es echte Seefahrt.
Auch Schwedens Süd und Dänemarks Ostküste bis Gedser hin ist frei und offen. Da können 18kn Wind auf den Kopf schon zur Plage werden für ein kleines Boot. Auch sind es leicht mal 40-50sm Schläge bis zum nächsten Hafen.
Danach von Gedser bis Fehmarnsund hast Du dann wieder ein etwas geschützteres Revier.
Alternative: Durch Götakanal und von Göteborg runter. Braucht viel Zeit, ist aber nicht so westwindanfällig (4 Wochen).
Ich würde auch mal fragen, was so eine Spedition für den Transport haben will. So ein Törn ist ja auch nicht kostenfrei.
Carsten

dirty-harry
04.08.2010, 12:06
Moin,
können tut man alles!!
Wie C.S. schon sagte: Zeit spielt eine Rolle, Seekarten, Navigatorische Fähigkeiten ....
Man Kann die Hanöbucht auch aussegeln und an der "Kante entlang fahren, ist aber Zeit raubend. Route über Götakanal, von Göteborg aus nach h-Hafen round abaut 250 sm.
Zum Planen (und nur zum planen) kann man diese Onlinekarte nutzen:
http://kartor.eniro.se/query?&geo_area=l%C3%A6s%C3%B8&what=map_adr&mapstate=%3B%3B%3Bn%3B%3B%3B%3B%3B1024%3B768%3B0%3 B&mop=aq

Aber mal ganz ehrlich: Gibt es keine Boote in Deutschland diesen Typs??

phoenix2010
04.08.2010, 16:13
Moin Moin,

dank an alle für die guten Tipps. Was die Zeit, 3 -4 Wochen angeht: Die würde ich nicht komplett selber segeln, sondern versuchen, ein paar Vereinskameraden
dafür zu gewinnen, welche idR mehr Erfahrung haben als ich. Die könnten evtl. dann die kritischen Passagen segeln. Die Dänische Südsee (HHafen - Gedser - Guldborgsund - Smaland-Farhw. - Aero - Agersoe - Svendborg - HHafen) habe ich bereits kennengelernt. Auf dem Rückweg von Svendborg nach HHafen dann bei 6, zT 7 und Welle 1 - 2 m. Das ganze in ca. 10 Std. am Stück. Hat schon Spaß gemacht. Allerdings auf einem 42 Füßer und erfahrenem SKipper mit an Bord.

Natürlich könnte ich auch hier in D nach den entspr. Booten schauen. Eine MKII findet man allemal. Allerdings zum nahezu doppelten Preis. Außerdem reizt mich schon die Herausforderung in diesen schönen Revieren zu segeln, im eigenen Boot und zeitgleich Erfahrung zu sammeln :-).


Gruß
Rob

mikep
05.08.2010, 00:09
...tolle Strecke und genügend Zeit. Lass Dich nicht irre machen, einfach losfahren, die Schären sind gut betonnt, und weiter im Süden muss man halt auf den richtigen Wind warten.
Ist aber in drei Wochen auch mit einem 24Füßer kein Hexenwerk.

Gruß Mike

Hab den Törn von Hamburg nach Stockholm und dann zurück nach Fehmarn gerade dieses Jahr gemacht und war mit Ausnahme des Wetters total begeistert.

Andreas120
05.08.2010, 18:23
Moin Rob,

der Törn ist gut zu machen, wenn kein Termindruck besteht.
Notfalls kann man ihn in viele kleine Tagesetappen zerlegen.
Du solltest aber in der Tat einen erfahrenen Mitsegler haben, weil zwischendurch auch mal längere Schläge anstehen können - z. B. über die Hanöbucht - und weil die Schärennavigation einen Anfänger leicht überfordern kann.
Wichtig ist zudem, dass das Schiff in seetüchtigem Zustand ist, d. h. die Technik sollte funktionieren, Segel und Beschläge gepflegt und belastbar sein.
Viele Schweden - gerade in den geschützten Schären - setzen ihre Boote keinen großen Belastungen aus bzw. segeln nur lokal (der schwedische Vorbesitzer eines früheren Bootes kam jahrelang mit einer einzigen uralten Seekarte aus - der hat den 30sm-Radius um seinen Hafen nie verlassen). Wenn Dein Boot eine ähnliche Vita hat, könntest Du der erste sein, der es nach längerer Zeit mal wieder härter rannimmt. Und dann gilt Murphys Law: Es geht unterwegs kaputt, was kaputt gehen kann.

Auch das ist ein Grund, es tendenziell locker angehen zu lassen!
Und ein weiterer Grund für einen erfahrenen Mitsegler. Es würde völlig gegen die Statistik gehen, wenn es unterwegs nichts zu reparieren gäbe...
Organisatorische Herausforderung: Fehlende Ausrüstung, Seekarten usw. nebst dem RICHTIGEN Werkzeug (welches das gewesen wäre, klärt sich hinterher) zur Überführung mitbringen...
Ist das Boot nicht nur segel-, sondern auch törnfähig mit "Pütt un Pann" vom Teelöffel bis zu Reservesplints verkauft? Wenn der Voreigner das Segeln aufgibt, gute Chancen. Hat er schon ein neues Boot, eher schlechte.
Mach bei der Besichtigung, d. h. bevor Du zur Überführung anreist, eine sorgfältige Liste oder lass Dir eine geben.

Wenn Du einen fixen Zeithorizont hast, würde ich es an Deiner Stelle so machen: Segele entspannt soweit Du kommst. Mach Dich erst mit dem Boot vertraut, erst danach längere Abschnitte. Wenn sich sodann die Gelegenheit für einen längeren Schlag ergibt, nutze sie. Hafentage kannst Du bei Schlechtwetter genug einlegen. Wenn Du so nach Hause kommst, ist gut. Wenn nicht, vielleicht bis zu einem Hafen, von dem eine zweite Crew gut wegkommt oder von wo man das Boot notfalls mit einem geliehenen Trailer holen kann. 24ft sind ja nicht die Welt...

Sodann: MÜCKENNETZE nicht vergessen!:p

Grüße

Andreas

phoenix2010
08.08.2010, 14:51
Moin Andreas,

vielen Dank für Dein feedback. Ja, genau das sind auch meine Gedankengänge:

- Zustand und Ausstattung der Yacht
- Evtl. Schäden während des Törns
etc.

Guter Hinweis, dass einige Eigner evtl. nie über die Schären hinaus gesegelt sind usw..

Das werde ich auf jeden Fall in meine Checkliste aufnehmen und hoffen, dass die Eigner dann auch ehrlich genug sind und vorh. Mängel nicht verschweigen.

Euren Hinweisen und Tipps entnehme ich, dass bei der Planung schon einiges zu berücksichtigen ist...Verhole-Möglichkeiten bei schwerer See, Ersatzteile und Reparaturmöglichkeiten unterwegs, Kranmöglichkeiten bei größeren Schäden etc.

Kartenmaterial und ausreichende Navigatorische Ausrüstung und Planung sollten ja selbstverständlich sein. Ohne würde ich nie lossegeln.

Aus Zeitgründen werden es eh mindestens 2 Teams sein, welche das Boot überführen.

Alles andere fällt ja dann unter Erfahrungen sammeln.

Wann wäre denn aus Eurer Sicht die richtige Jahreszeit? Am liebsten würde ich es ja in der Mittsommer-Zeit durchführen.

Was meint Ihr?

Gruß
Rob

Andreas120
09.08.2010, 00:57
Ja,

passt gut. Kurze Nächte erleichtern die eine oder andere Nachtfahrt und es ist noch nicht ganz so voll in den Häfen. Die große Schwemme kommt meistens ab Anfang Juli, wenn die Industrieferien beginnen und die Sommer-Langfahrer aus GER und NL und sonstwoher eintreffen.

Grüße

Andreas