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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Neues aus England: Abgesang



Makis Enefrega
02.10.2010, 09:11
Well Ok barely a dummy spit but he's not going to play anyway. this from
the Daily Sail:

Breaking news received that the British America's Cup syndicate Team-
Origin is NOT to compete in the 34th America's Cup.

Sir Keith Mills, TEAMORIGIN Team Principal, "After three years of waiting in
the wings to enter a British team in the America’s Cup I am bitterly disap-
pointed that we will not be competing. However, the format and time-
table decided by the Defender, BMW/Oracle, is simply not viable for TEAM-
ORIGIN. We have assembled an outstanding team, led by Grant Simmer
and Ben Ainslie, and I am personally very sorry that they won’t now get
the chance to race for a British team in the next America’s Cup."

Over the next couple of months TEAMORIGIN will be considering whether
it will compete in other yachting events over the next few years.

One would think that its mostly a question of money. Building another AC
mono is pretty much a known path to tread, you start by buying an old
one to work up the team while trying to look for tiny advantages here and
there. This new challenge is an altogether different thing. And in a shaky
economic climate at that.

Mills had previously said strong words about his not liking a multi / wing
challenge so this is no surprise.

I wonder who else is queueing to leave.

Gary at multihulls@steamradio.com

Wooling
05.10.2010, 11:05
Nach der Ankündigung des neuen Formats musste ich das erst mal wirken lassen um nicht voreilig eine Meinung zu bilden. Nach Besuchen der Regattes Royales in Cannes und der Voiles de St. Tropez bin ich allerdings der Meinung, dass dieses neue Reglement den Americas Cup endgültig töten wird. Team Origin hat erst den Anfang gemacht, die Neuseeländer denken offenbar auch in diese Richtung. Viele "echte" Segler werden folgen. Was bleiben wird sind Funsport Freaks, die nichts mit Segeltradition zu tun haben.

Kats sind sicher nett, haben aber im AC nichts zu suchen. Die Eleganz der Shamrock oder Ranger ist heute noch unschlagbar und machen einen großen Teil der AC Faszination aus. Auch die modernen Segler, beispielsweise die Wallys, haben immer noch wesentlich mehr Ausstrahlung als die Hydroptère.

Kats mögen schneller und härter sein, aber darum geht es nicht. Der AC ist kein Funsport. Für Performance Kats gibts genug Platz und natürlich wäre auch eine Serie interessant. Aber dazu darf man nicht den AC opfern und genau das macht Ellison. Ellision geht rücksichtlos den Weg, den wir heute oft in der Wirtschaft sehen. Er übersieht aber, das der AC tiefe Wurzeln hat. Und das ist meiner Meinung nach das, was den AC so besonders macht.

Leider habe ich keine Hoffnung, dass Ellison zur Besinnung kommt. Und leider habe ich auch keine Hoffnung, für die ältesten Sporttrophäe der Welt. Ich kann leider nur reagieren, indem ich die Produkte der BWM Oracle Sponsoren vermeiden. Hilflos und enttäuscht.

Makis Enefrega
05.10.2010, 13:49
bin ich allerdings der Meinung, dass dieses neue Reglement den Americas
Cup endgültig töten wird. Team Origin hat erst den Anfang gemacht, die
Neuseeländer denken offenbar auch in diese Richtung. Viele "echte" Seg-
ler werden folgen. Was bleiben wird sind Funsport Freaks, die nichts mit
Segeltradition zu tun haben.
Worauf stützen Sie Ihre Behauptung zu den Neuseeländern ?


Kats sind sicher nett, haben aber im AC nichts zu suchen. Die Eleganz der
Shamrock oder Ranger ist heute noch unschlagbar und machen einen gro-
ßen Teil der AC Faszination aus. Auch die modernen Segler, beispielswei-
se die Wallys, haben immer noch wesentlich mehr Ausstrahlung als die
Hydroptère.
Die Mehrheit der Interessenten hat sich demokratisch für Mehrrumpfboote
im AMERICA'S CUP entschieden, weil von diesen modernen Segelbooten
mehr Faszination aus geht als von den durch Rumpfgeschwindigkeit limi-
tierten Einrümpfern. Außerdem können in der gleichen Zeit, in der die Ein-
rümpfer einen Lauf segelten, nun zwei oder mehrLäufe gesegelt werden.

Kats mögen schneller und härter sein, aber darum geht es nicht. Der AC
ist kein Funsport. Für Performance Kats gibts genug Platz und natürlich
wäre auch eine Serie interessant.
Der AMERICA'S CUP ist Vergnügen pur, für die Bootsbauer, für die Segler
UND für die Zuschauer.

Ellision geht rücksichtlos den Weg, den wir heute oft in der Wirtschaft se-
hen. Er übersieht aber, das der AC tiefe Wurzeln hat. Und das ist meiner
Meinung nach das, was den AC so besonders macht.
Falsch ! Ellison hat zum ersten Mal in der Geschichte des AMERICA'S CUP
Demokratie in die Entscheidungsgremien eingeführt.

Leider habe ich keine Hoffnung, dass Ellison zur Besinnung kommt. Und
leider habe ich auch keine Hoffnung, für die ältesten Sporttrophäe der
Welt. Ich kann leider nur reagieren, indem ich die Produkte der BWM
Oracle Sponsoren vermeiden. Hilflos und enttäuscht.
Ellison nimmt ins Kalkül, dass konservative Kräfte - zu denen ich Sie zähle -
hinten abbröckeln. Die müssen sich nun zur Strafe die Olympischen Segel-
Wettbewerbe anschauen, wo die Monohulls unter sich sind.

Wooling
05.10.2010, 20:22
Wir beide führen hier offenbar eine einsame Diskussion. Immerhin hat´s mich amüsiert, beispielsweise das du (Entschuldigung aber ich bevorzuge das unter Seglern übliche "du") mich für konservativ hältst. Das wird ein billiger Lacher beim nächsten Anlaß.

Ich kann aber offenbar nicht verhindern, dass dies zu einer Systemfrage wird. Sei's drum. Nur vorab zur Klarstellung. Ich habe nichts gegen Kats, habe in Valencia live den großartigen 32. AC gesehen und sogar den Unsinnigen 33. AC verfolgt.

Ob sich eine Mehrheit für Kats enschieden hat, wird die Zeit zeigen. Ich bezweifle zum einen dass der Prozess demokratisch war und ich glaube nicht an den großen Run auf den Cup. Wir werden an den Einschreibungen sehen, wie "demokratisch" das Verfahren war. Es ist alarmierend, wenn ein wichtiges Team wie Origin absagt. Es gibt Gerüchte vom Team New Zeeland, das die es ähnlich wir Origin sehen. Aber um was gehts denn hier eigentlich?

Das die bösen Funktionäre die Kats bei Olympia abgesägt haben? Finde ich auch falsch, ist aber ein anderes Thema.

Es geht darum, eine seit 1851 bestehende Tradition zu bewahren. Warum gibts heute noch Regatten wie die Regattes Royales? Menschen die wunderbare Schiffe bewahren? Weil sie einfach schön sind. Die Frage nach Speed hat das Thema verfehlt. Auch wenn ich mit meinem Boot schneller bin als die Shamrock, ist sie immer schon das faszinierendere Schiff, der Hingucker. Wer wird sich die Hydroptère in 40 Jahren noch anschauen? Die Jungs vom gelben Sack. Auch wenn sie jede Minute ihres Lebens schneller war als alle Monohulls.

Genau das ist doch der Punkt. Unsere Welt wird irre. Warum muss alles schneller werden? Warum brauche ich drei Rennen am Tag? Es wäre sinnvoller, wenn alles intensiver und authentischer würde. Dazu zählt auch Freude an der Ästhetik. Und ein Monohull ist nunmal für fast alle Menschen einfach "schöner".

Es geht auch nicht um Speed. Die Formel 1 wurde nicht schlechter, als die Motoren um 300 PS reduziert wurden und die Rundenzeiten langsamer wurden. Die TP52 fasziniert viele Menschen, auch wenn es schnellere Kats gibt. Wir haben doch mehr als genug Platz für alles, da kannst du dir die unnötige Bemerkung zu den Olympischen Klassen ersparen. Ich habe Kats nicht ausgeschlossen und trete auch keinem Lager bei.

Ich bedauere sehr, dass der AC nicht endlich mal professionell als Krone des Segelsports etabliert wird. Bernie Ecclestone wird sich vermutlich täglich bei den Egoisten des Segelsports bedanken, dass sie es nicht auf die Reihe bekommen, eine vergleichbare Qualität eines Wettbewerbs hinbekommen.

Solange es nicht annähernd so viele Teilnehmer gibt wie beim AC 32, halte ich die Meinung aufrecht, dass das Horror Duo Ellison/Coutts den AC auf dem Gewissen hat.

blaumann
05.10.2010, 21:14
Solange es nicht annähernd so viele Teilnehmer gibt wie beim AC 32, halte ich die Meinung aufrecht, dass das Horror Duo Ellison/Coutts den AC auf dem Gewissen hat.

Dem stimme ich mal zu. Schade drum.

Makis Enefrega
05.10.2010, 22:32
... halte ich die Meinung aufrecht, dass das Horror Duo Ellison/Coutts den AC
auf dem Gewissen hat.
Dass der Sieger einer AMERICA'S-CUP-Regatta die Regeln des folgenden be-
stimmt, das hat Tradition und entspricht der Stiftungsurkunde, der soge-
nannten "Deed Of Gift". Diese Tradition ist die treibende Kraft in der langen
Geschichte. Das von Ihnen Horror-Du genannte Paar hat nun erstmalig da-
von keinen Gebrauch gemacht und seine potentiellen Gegner gefragt, so-
gar abstimmen lassen, in welcher Kategorie sie segeln wollen. Nur eine (von
mir gern als "Dumpfbacke" bezeichnete) Person kann das negieren. Es ist
sicher ein Schlag ins Gesicht dessen, der wegen ihrer angeblichen Schönheit
an Einrumpf-Schiffen hängt. Das nächste Cup-Geschehen wird mehr kom-
merzialisiert sein; es gibt mehr Läufe und die werden spannnender zu ver-
folgen sein als alles bisher Dagewesene.

vas
06.10.2010, 00:09
Jetzt aba:


Horror-Du

Achso...

Ausgeschiedener Nutzer
06.10.2010, 23:54
....

Solange es nicht annähernd so viele Teilnehmer gibt wie beim AC 32, halte ich die Meinung aufrecht, dass das Horror Duo Ellison/Coutts den AC auf dem Gewissen hat.

Dem ist ausser Zustimmung nichts beizufügen - es entspricht dem,w as ich schon vor einem Jahr an dieser Stelle sagte.

Oder doch, ein kleiner Zusatz: Bin gespannt, wann sich dieses Dream-Team Ellison/Coutts ebenso entzweit, wie das bei Bertarelli/Coutts der Fall war (nämlich als seine Machtgelüste Coutts vergessen liessen, wer der Chef ist).
Wer Ellison "kennt", weiss, dass die Scheidung schrecklich werden wird .... ;-)

Makis Enefrega
07.10.2010, 08:59
... Bin gespannt, wann sich dieses Dream-Team Ellison/Coutts ebenso
entzweit, wie das bei Bertarelli/Coutts der Fall war (nämlich als seine Macht-
gelüste Coutts vergessen liessen, wer der Chef ist).
Wer Ellison "kennt", weiss, dass die Scheidung schrecklich werden wird ...
... hat ihn demnächst als Gegner - und noch hat Coutts jeden (jeden)
AMERICA'S CUP gewonnen, wenn er in ein neues Team wechselte; das
weiß auch Ellison. In Coutts paaren sich Verstand, Segelvermögen und
Charisma so einzigartig zusammen, wie man es auf dieser Welt kein
zweites Mal findet.

Das kleine Schweizer Drama: Bertarelli musste sich ab der Trennung
von Coutts mit der zweiten Wahl der Konstrukteure (J/F) und Segler
zufrieden geben.

Islelander
07.10.2010, 14:30
Das kleine Schweizer Drama: Bertarelli musste sich ab der Trennung
von Coutts mit der zweiten Wahl der Konstrukteure (J/F) und Segler
zufrieden geben.

Jetzt werden einem die Augen geöffnet...hochinteressant!
Sollte J/F für Judel/ Vrolijk stehen, ist es doch sehr bemerkenswert, dass Alinghi schon 2003 mit diesem Designbüro den Cup gewann. Das macht diesen Sieg noch viel herausragender...mit zweitklassigem Material die Kiwis gedemütigt. Muss am Russell liegen. 2007 dann wieder Judel/ Vrolijk - Design...schon mutig. Wieder nur zweitklassiges Design. Und jetzt kommts....Russell war dieses mal gar nicht dabei. Kein Coutts, dafür zweitklassige Segler. Trotzdem gewonnen - wieder gegen die Kiwis. Gar nicht schlecht für die Alphornbläser...:D

blaumann
07.10.2010, 17:29
In Coutts paaren sich Verstand, Segelvermögen und
Charisma so einzigartig zusammen, wie man es auf dieser Welt kein
zweites Mal findet.


Ruhig, Brauner ! Ich glaube rassel ist schon verheiratet......

Ausgeschiedener Nutzer
07.10.2010, 23:56
... hat ihn demnächst als Gegner - und noch hat Coutts jeden (jeden)
AMERICA'S CUP gewonnen, wenn er in ein neues Team wechselte;
.......


Ohh - da muss ich ganz gewaltig was intus gehabt haben, damals, 2007 - ich dachte, Coutts und BO wären ausgeschieden - oder hat etwa Coutts sich als Baird verkleidet?




... In Coutts paaren sich Verstand, Segelvermögen und
Charisma so einzigartig zusammen, wie man es auf dieser Welt kein
zweites Mal findet.
...


na ich denke, da paarten sich bei Coutts aber noch ein paar andere, weniger edle Dinge.

Und ich bleibe dabei: Ellison und Coutts sind nichts als Totengräber eines ehemals stolzen Cups - wer will schon irgendwelche verunglückte Waterworld-Parodien regattieren sehen.

Makis Enefrega
08.10.2010, 00:05
... Ellison und Coutts sind nichts als Totengräber eines ehemals stolzen Cups -
wer will schon irgendwelche verunglückte Waterworld-Parodien regattieren sehen.
Aus solchen Zeilen spricht die kleine beleidigte Schweizer Leberwurst.

henne38
08.10.2010, 10:28
Ein weiteres Problem ist nach wie vor die Kostenexplosion! Eigendlich hatte
sich Ellison auf die Fahne geschrieben, die Kosten für den neuen AC zu
minimieren. Davon ist aber nicht mehr viel übriggeblieben. Auch ein Grund,
warum z.B. Team Germany nicht dabei sein wird.
Duelle zwischen Monohulls sind meiner Meinung nach auch meist spannender,
als bei den Multis- ich finds schade, dass sich der Einrümpfer vorläufig vom
AC verabschiedet hat.( schöner sind Sie sowieso ;) )
Nichts desto trotz ist der AC die Formel 1 auf dem Wasser, also wird dort
das Schnellste/ Beste gegeneinander segeln, was der Stand der Technik so
hergibt. Leider haben die Herausforderer wieder einmal nur sehr wenig Zeit,
um Ihre Kat`s zu entwickeln und somit verkommt das Ganze wieder nur zu
einer Ellison - Show! Oder glaubt wirklich einer, dass da ein anderer Gewinnen wird??

Makis Enefrega
08.10.2010, 14:27
... verkommt das Ganze wieder nur zu
einer Ellison - Show! Oder
glaubt wirklich einer, dass da ein anderer Gewinnen wird??
... für ein Preisausschreiben. Dem Sieger winkt eine Signatur mit Alleinstel-
lungsmerkmal; "Wahrsager" zum Beispiel, "Hellseher" oder "weiser Voraussager".

Ausgeschiedener Nutzer
12.10.2010, 01:40
Aus solchen Zeilen spricht die kleine beleidigte Schweizer Leberwurst.

Nicht ablenken - wie war es nun mit Ihrer Behauptung:


... und noch hat Coutts jeden (jeden)
AMERICA'S CUP gewonnen

Jeden?
Wurde Ihnen schon mal andernorts eine Gedächtnislücke bescheinigt, oder bestand zumindest der Verdacht, es bestünde eine solche?

Machen wir doch mal einen Test: listen Sie alle (alle) ACs auf, welche Coutts gewann, dann gehen wir das gemeinsam durch.


Im übrigen schliesse ich nochmals Wooling an:
Einrumpfer sind einfach schöner anzusehen, sie sind der Archetyp des Segelns, erzeugen ob ihrer Krängung bei den Nicht-Seglern (nd von denen kommt das Sposoring) dieses wohlige Kribbel, wohingegen Kats wohl sehr schnell, aber alles andere als schön sind - höchstens Tussies freuen sich, weil es da a) offensichtlich Platz für Ihre Kleider und Schuhe hat und sie b) auf dem ebenen Boden nicht stolpern und rutschen).


Der AC wird an Bedeutung verlieren, was man Bedauern mag, aber dafür werden andere Cups an Bedeutung gewinnen.

Makis Enefrega
12.10.2010, 10:27
... listen Sie alle (alle) ACs auf, welche Coutts gewann, dann gehen wir das gemeinsam durch.
Ich muss aus meinem Gedächtnis schöpfen; Fachliteratur steht mir leider
nicht zur Verfügung - Ihnen ?

Einrumpfer sind einfach schöner anzusehen ...
Zur Zeit von Peter Paul Rubens hatte das Frauen-Ideal voluminöse Gestal-
ten zum Vorbild, filigrane Figuren hätte man nicht abgebildet. Darin, dass
Sie solchen Proportionen den Vorzug geben, ist ein Hang zu Altüberkom-
menem zu erkennen; es wundert mich nicht, dass Sie bei Schiffen so an
runderen Formen kleben.

sie sind der Archetyp des Segelns, erzeugen ob ihrer Krängung bei den
Nicht-Seglern (nd von denen kommt das Sposoring) dieses wohlige Krib-
bel, wohingegen Kats wohl sehr schnell, aber alles andere als schön sind
- höchstens Tussies freuen sich, weil es da a) offensichtlich Platz für Ihre
Kleider und Schuhe hat und sie b) auf dem ebenen Boden nicht stolpern
und rutschen).
Diese Bewertung hat etwas, das sich nicht so einfach von der Hand wei-
sen lässt; ich gebe Ihnen da rundheraus Recht. Sie sind ein guter Beob-
achter des Lebens um Sie herum am Zürich-See !

Der AC wird an Bedeutung verlieren, was man Bedauern mag, aber dafür
werden andere Cups an Bedeutung gewinnen.
Auch diese Bewertung unterstütze ich. Man mag dazu stehen wie man
will - so wird es kommen !

lhueckstaedt
13.10.2010, 10:53
Ich habe ein paar fragen an den Multihull Supervisor-

Wieso sollen mit Cats mehr läufe im gleichen Zeitraum stattfinden als mit Monohulls?

Ich gehe ja davon aus, dass im Match Race verfahren gesegelt wird - Man kann mit 40 Füßern (zb in Dänemark im Match Race Center) eine lauf von 20 minuten segeln. Wenn man nun einen 70 fußer hat kann man 40 minuten segeln und hätte ein sehr faires match.
Ich glaube nicht dass man weniger Zeit für ein 72 fußer- Cat - Match braucht. DAs ist totaler schwachsinn.
Ich gehe davon aus, dass man vor allem die Pre-Startzeit verlängern muss, da Katamaran viel zu langsam drehen. Wie man beim Ac 33 gesehen hat - wo normale match race zeit von 5 min prestart nach eintauchen (wie beim AC 32) genutzt wurde- beide schiffe kommen schnell in die mitte- stehen dort für 5 minuten, oracle schaft es nichtmal mit dem Wing aus dem dialup zu kommen da die strömung abbricht - alinghi startet ca 1 minute zu spät, oracle 2.30 zu spät. Sowas nenne ich nicht spannend. Wenn man one-Design boote hat ist das rennen ja schon entschieden.

Prestartziot nach eintauchen muss also mindestens 10 minuten sein.

Davon abgesehen bin ich der meinung das Multihulls zwar schnell sind aber vor allem bei manövern langweilig und langsam sind - ich rede hier nur über den zuschauer -
Beim extreme 40 fand ich die tonnenrundungen und wenden entäuschent langweilig anzusehen!
Ein Monohull behält durch die Masse einfach länger fahrt - die manöver wirken intressanter.

Ich erinner mich zb gerne an den 32. AC -Alinghi gegen NZL wo beim anluven zum start das Wasser über den Vorschiffsmann spritz und die schiffe halb unterwasser stehen - Als segler wissen wir natürlich alle das unterwasser nicht schnell ist - es ist aber spekatakulär und darum sollte es doch gehen.
bei den Oracle media trials war doch das ergebniss auch, das bei den Monos mehr wasser spritzt.

Als ich die trials gelesen habe, bin ich erlichgesagt von monos ausgegangen, weil die profis der meinung waren es sei spektakulärer.

Ich werfe Oracle vor, dass sie den Cat gewählt haben um einen design vorsprung zu haben!


www.heizkoerper-sailingteam.de

Makis Enefrega
13.10.2010, 11:45
… Wieso sollen mit Cats mehr läufe im gleichen Zeitraum stattfinden als mit Monohulls?
Die höchsterreichbare Durchschnittsgeschwindigkeit eines Monohulls auf
dem Dreieckskurs liegt bei 10 Knoten, die eines Wing-Cats bei 25 Knoten.
Ein Lauf, für den ein Monohull 3 Stunden benötigt, wird von dem Cat in
gut einer Stunde absolviert. Zusammen mit Start- und Ziel-Procedere
kann der Cat innerhalb dreier Stunden zwei Läufe absolvieren. Wo ist in
dieser Feststellung Schwachsinn zu erkennen ?

Ich werfe Oracle vor, dass sie den Cat gewählt haben um einen design
vorsprung zu haben!
Das können Sie Coutts und Ellison gern vorwerfen. Es gibt aber keine
(keine) Instanz, die sich mit einem solchen Vorwurf beschäftigen wird.
Es bleibt Ihnen die Abstimmung mit den Füßen: Sie bleiben – wie die
Mehrheit der Monohull-Segler – dem kommenden 34. AMERICA’S-CUP-
Spektakel fern.

Der AMERICA’S CUP hat eigene Gesetze. Wer sie durchbricht, dem kann
man allenfalls die Stiftungsurkunde vor die Nase halten. Hält er sich dann
immer noch nicht daran, kann man – wie Ellison es schon einmal tat – ein
Gericht anrufen.

FinnGer
13.10.2010, 12:22
Der AMERICA’S CUP hat eigene Gesetze. Wer sie durchbricht, dem kann
man allenfalls die Stiftungsurkunde vor die Nase halten. Hält er sich dann
immer noch nicht daran, kann man – wie Ellison es schon einmal tat – ein
Gericht anrufen.


und das finde ich von Ellison einfach nicht sportlich!
Er soll es für alle so gestallten, dass Kampagnen die gleichen Mittel/ Möglichkeiten haben.

Wenn er sich vor Jahren schon die besten Leute einkauft und X Jahre Vorsprung in der Entwicklung hat dann ist die Sache mehr als unsportlich wie ich finde.

Ellison geht es nichtmehr um den sportlichen Aspekt, Für mich gehts nur noch darum wer hat den längsten, schnellsten was auch immer.
Gerichte kann man immer anrufen. Segeln soll er wie es in der Vergangenheit gemacht wurde. Für alle mit ähnlichen Booten in ganz bestimmten Regeln..

Islelander
13.10.2010, 13:11
Die höchsterreichbare Durchschnittsgeschwindigkeit eines Monohulls auf dem Dreieckskurs liegt bei 10 Knoten, die eines Wing-Cats bei 25 Knoten. Ein Lauf, für den ein Monohull 3 Stunden benötigt, wird von dem Cat in gut einer Stunde absolviert. Zusammen mit Start- und Ziel-Procedere kann der Cat innerhalb dreier Stunden zwei Läufe absolvieren.

Wo kommt denn diese Erkenntnis her? Woher das Wissen über das Absegeln eines Dreieckskurses? Woher die Grundlage für die benötigte Segelzeit?


Der AMERICA’S CUP hat eigene Gesetze. Wer sie durchbricht, dem kann man allenfalls die Stiftungsurkunde vor die Nase halten. Hält er sich dann immer noch nicht daran, kann man – wie Ellison es schon einmal tat – ein Gericht anrufen.

Allenfalls? Bestenfalls! Klagen kann nur der direkte Herausforderer (Challenger of Record), also hier die Italiener. Doch die Herren Ellison und Onorato schein sich doch zu verstehen


Ich werfe Oracle vor, dass sie den Cat gewählt haben um einen design vorsprung zu haben!

Diesen Vorwurf kann ich nachvollziehen. Doch ist es nicht genauso nachvollziehbar, dass der Verteidiger bei der wohl wichtigsten Trophäe des Segelsports seinen Vorteil nutzt?


und das finde ich von Ellison einfach nicht sportlich!
Er soll es für alle so gestallten, dass Kampagnen die gleichen Mittel/ Möglichkeiten haben.

Naja, "sportlich"...n bißchen naiv, oder ;-)
Willst Du wirklich bei der anspruchsvollsten Veranstaltung des Segelsport das kommunistische Prinzip einführen? Kann mir ja denken, was Du meinst, aber...


Segeln soll er wie es in der Vergangenheit gemacht wurde. Für alle mit ähnlichen Booten in ganz bestimmten Regeln..
Wie jetzt? In welcher Vergangenheit? Die ganz frühen Riesendinger? J - Class? 12er? IACC? So schade (aus persönlichen Grunden) ich es auch finde, doch letztgenannte waren technologisch nahezu ausgereizt. Wenn es dann los geht, Riesensummen zu investieren, um nur noch minimale Vorteile zu erreichen...dann kann man auch ne neue Klasse einführen.

FinnGer
13.10.2010, 13:20
ich meinte wie beim vorletzten Cup.

Mit den Monos und was dazu gehört-
Das es keine Einheitsklasse geben kann / soll bin ich persönlich der Meinung.

sailcon-team
13.10.2010, 13:23
Bertarelli ging es um die Zukunft des America's Cup und sein Erfolgs Konzept gab ihm, wie man beim 32. AC sehen konnte, Recht. Noch nie war der AC so populär wie in 2007.
Auch wenn er mit seinem "Volksfest" dem einen oder anderen Luxusfreund auf den Schlips getreten ist, ist er meines Erachtens ein echter Visionär.
Nur schade dass er allzu offensichtlich der "Bernie Ecclestone des Segelsports" werden wollte.
Er segelte übrigens schon (und tut es noch) begeistert Multihulls als Ellison noch gar nicht wußte dass man auch auf mehreren Rümpfen segeln kann.

Ellison geht es allein um sein Prestige und die Verteidigung eigener Pfründe. Da er seglerisch als einigermaßen talentfrei gilt hätte RC ihm alles (egal auf wieviel Rümpfen) vorschlagen können was einer 100% Chance der Cupverteidigung gleichkommt.
Die juristische Schlacht aufgrund eines ertrotzten Formfehlers (Deutschland hatte im Übrigen das gleiche Problem wie die Spanier und hätte überhaupt nicht herausfordern dürfen), der sportlich nichts mit dem Event zu tun hatte war der absolute Anti-Climax der Cupgeschichte und hat dem Segelsport als Ganzes (egal auf wieviel Rümpfen) in der Zuschauergunst einen auf lange Zeit irreparablen Schaden verpasst.
Leider werden jetzt die Mehrrümpfer instrumentalisiert um das "Unternehmen Cupverteidigung" zu garantieren.

Ich honoriere die sportlich und technisch überzeugende Leistung von Spithill und BOR im DoG Event, die aber auch nur aufgrund eines uneinholbaren Technologie- und Trainingsvorsprungs erreicht wurde.
Der Verteidiger Alinghi wurde durch die amerikanischen Gerichte jeglicher Rechte als Verteidiger beraubt, die selbst die Präambeln der Deed of Gift missachtet haben und ein Rennen im Winter der Nordhalbkugel zugelassen haben.

Meine Hoffnung ist, dass ein zweites Amerikanisches Team auftaucht, das mit irgendeiner neuen Spitzfindigkeit wieder vor diverse amerikanische Gerichte zieht und damit den Cup so lange verzögert bis alle anderen (falls noch jemand kommt) technologisch gleichziehen können.
Dann erst gälte es für Russel und Larry zu zeigen was sportlich tatsächlich geht...

lhueckstaedt
13.10.2010, 14:25
Ich weiß nicht wie man kommentiert.

Ich bezweifel nicht das ein Multi schneller ist.

Da sind aber ein paar probleme in Ihrer Annahme - ISt echt seltsam einen Segler zu siezen - der absolvierte Strecke ist ja eine Sache - Wir sollten aber bedenken das beim Americas Cup keine Langstrecken - nichtmal coastal races gesegelt werden.
D.h. die gesegelte distanz mach keine unterschied über die Länge.

Beispiel: Ein Optirennen kann genauso eine Stunde dauern wie eine tp 52 Regatta - (der Opti ist trotzdem das langsamer)

Deswegen ist die Bemerkung dass man mit Multis mehr rennen segeln kann totaler schwachsinn.

Ich würde sogar noch einen Schritt weiter gehen und sagen das ein 3 Stunden rennen aus Ihrem beispiel wahrscheinlich das langweiligste Segelbootrennen aller zeiten sein wird. Die Schiffe werden durch die hohe Geschwindkeit zu weit auseinader segeln - keine Kamera der Welt wird beide Boote auf einen Bildschirm bekommen.

Bei Monohulls hingegen ( zb Louis Vuitton) ist es den Kamera Leuten selbst bei split-tack situation nocht gelungen beide Yachten aufs Bild zu bekommen.

Das wird in Ihrem beispiel nicht der Fall sein.

Aber um nochmal auf den punkt zu kommen: ein ein stunden langes Multihullrennen ist genau so lang wie ein einstündiges Monhullrennen - dazu kommen meine Zweifel von prestarts.

Zum thema unfair- ich kann die entscheidung aus sicht BMW Oracle verstehen. Der Americas Cup wurde ja oft (vor allem von den Amis) zugunsten der Verteidiger gelegt. Dagegen ist ja nichts einzuwenden. Es ist nur etwas dreißt zu sagen man möchte ein level playingfield und segelt dann mit einem Multi mit X Jahren vorsprung... very level...

Makis Enefrega
13.10.2010, 14:33
... Deswegen ist die Bemerkung dass man mit Multis mehr rennen segeln
kann totaler schwachsinn ...
Wenn ich Ihnen die Grundrechnungsarten erkläre, werden Sie mich hinter-
her fragen, was ich mit "Plus / Minus" meine, weil Sie in der Schule mit "UND"
und "WENIGER" gerechnet haben; aus Ihnen wird kein Logistiker mehr !

Islelander
13.10.2010, 15:26
... Deswegen ist die Bemerkung dass man mit Multis mehr rennen segeln
kann totaler schwachsinn ...Wenn ich Ihnen die Grundrechnungsarten erkläre, werden Sie mich hinter-
her fragen, was ich mit "Plus / Minus" meine, weil Sie in der Schule mit "UND"
und "WENIGER" gerechnet haben;...

Da ich die Grundrechenarten kann, brauch ich da keine diesbzgl. Erklärung mehr. Dennoch besteht weiter Interesse an der Beantwortung meiner Fragen. Lesen geht noch? Oder gilt das hier


Sprechen Sie sich ruhig aus. Formulieren Sie Ihre Sätze so, dass sie einen Sinn ergeben und stellen Sie eideutige Fragen, dann dürfen Sie mit eindeutigen Antworten rechnen,...

nicht immer?


Was mich ja weiter immer wieder Wunder ist, dass sich manches Halbwissen einfach nicht ausder Welt schaffen lässt und immer wieder als Tatsachen verbreitet werden...mal abgesehen davon, dass es nicht lohnt, n totes Pferd zu reiten.


...,ist er meines Erachtens ein echter Visionär. (...)
Die juristische Schlacht aufgrund eines ertrotzten Formfehlers (Deutschland hatte im Übrigen das gleiche Problem wie die Spanier und hätte überhaupt nicht herausfordern dürfen), der sportlich nichts mit dem Event zu tun hatte war der absolute Anti-Climax der Cupgeschichte und hat dem Segelsport als Ganzes (egal auf wieviel Rümpfen) in der Zuschauergunst einen auf lange Zeit irreparablen Schaden verpasst.

Bertarellis Version ist ja wohl genauso statthaft, wie jene von Larry. Niemand wird wohl behaupten, dass EB Pläne das einzig Wahre waren. Vom technologischen Vorteil, den er sich darüber hinaus sichern wollte mal abgesehen. Die Beiden geben sich wohl nichts. Warum auch? Außer, es Larry is juristisch cleverer macht.
Ertrotzter Formfehler, wie gesagt, dass hat sich EB selbst eingebrockt.
Ob UITG formgemäß teilgenommen hat, ist aus zwei Gründen unerheblich:
1. Es hat keinen gestört. Nullo actore, nullus iudex. Alter juristischer Grundsatz.
2. UITG war nicht "Challenger of Record". Demnach war nicht mehr die Stiftungsurkunde ausschlaggeben, sonder das damalige Protokoll.

Mit den Spaniern hat sich Bertarelli angreifbar gemacht. Ich hätte auch dagegen geklagt!

Das mit den Zuschauerzahlen sehe ich nicht so. Also wirklich buchstäblich sehen. Allein bei den X40 in Kiel waren tausende von Zuschauern. Selbst im Regen. Das diese Veranstaltung so positiv in der ganzen Stadt aufgenommen wurde, hat mich selbst überrascht.



Der Verteidiger Alinghi wurde durch die amerikanischen Gerichte jeglicher Rechte als Verteidiger beraubt, die selbst die Präambeln der Deed of Gift missachtet haben und ein Rennen im Winter der Nordhalbkugel zugelassen haben.

Weiter hält sich die Legender der ach so gemeinen amerikanischen Gerichte auch noch hartnäckig.
Bertarelli wollte auf Biegen und Brechen auch mal Recht bekommen, und hat wie ein bockiges Kind versucht jedem zu zeigen, dass er der Boss ist. Das hat nunmal nicht funktioniert.
Per Gerichtsurteil wurde verfügt, dass Valenzia Austragungsort sein soll. Die Jahreszeit war dann egal (Valenzia wegen Einigkeit der Beteiligten schon lange vorher). Niemand hätte EB aufhalten können den Cup auf der Südhalbkugel zu veranstalten. Doch er wollte ja lieber nach Ras al-Khaimah.
Bei den ganzen so vernünftigen Menschen, die sich während des 33. Cups zu Wort gemeldet haben, wunder ich mich, dass unsere Gerichte trotzdem



Meine Hoffnung ist, dass ein zweites Amerikanisches Team auftaucht, das mit irgendeiner neuen Spitzfindigkeit wieder vor diverse amerikanische Gerichte zieht und damit den Cup so lange verzögert bis alle anderen (falls noch jemand kommt) technologisch gleichziehen können. so voll sind.

Aus oben genannten Gründen wird genau das nicht passieren.
Etwas irritieren, dass Du einerseits gegen die Gerichtsorgie des AC33 warst, und jetzt Deine Hoffnung drauf setzt.

Was Deine Hoffnung bzgl. der sportlichen Leistung betrifft, bin ich bei Dir. Allerdings wäre das doch zu einfach, oder?

Makis Enefrega
13.10.2010, 15:47
Wo kommt denn diese Erkenntnis her? Woher das Wissen über das Absegeln
eines Dreieckskurses? Woher die Grundlage für die benötigte Segelzeit?
Es handelt sich um Erfahrungswerte, geschöpft aus der letzten CUP-Re-
gatta vor Valencia. Und ob Dreiecks-Kurs oder Banane: Da Multihuss nicht
vor dem Wind sondern Raumschots segeln, ergibt der Kurs - auch bei nur
zwei Bahnmarken - ein Dreieck.

nicht genauso nachvollziehbar, dass der Verteidiger bei der wohl wichtigsten
Trophäe des Segelsports seinen Vorteil nutzt?
Wichtig ist diese Trophäe nicht, wie auch keine andere wichtig ist; aber
interessant wie keine andere !

Stellen Sie mal bessere Fragen.

Islelander
13.10.2010, 16:17
Stellen Sie mal bessere Fragen.

Gerne!


Es handelt sich um Erfahrungswerte, geschöpft aus der letzten CUP-Regatta vor Valencia.

Als sehe ich das richtig: Bei bislang 33. Austragungen des America´s Cups ganze zwei Rennen Erfahrung, ja? Dann bin ich ja auch n Multi- Experte! Dazu wurden diese zwei Rennen nach den Voraussetzungen der Stiftungsurkunde gesegelt. Sowas gabs in den letzten 60 Jahren nur ein weiteres Mal. Damit eher die Ausnahme, oder? Ganz schön gewagt, dann etwas vom beim nächsten Cup gesegelten Kurs und der gesegelten Zeit zu erzählen. Nach dieser Erfahrung würden ja eh keine zwei Rennen pro Tag gesegelt werden. War doch im Februar auch nicht so.


Und ob Dreiecks-Kurs oder Banane: Da Multihuss nicht
vor dem Wind sondern Raumschots segeln, ergibt der Kurs - auch bei nur
zwei Bahnmarken - ein Dreieck.

Reden wir hier eigentlich vom gleichen Kurs? Nicht der Steuerkurs ist gemeint, sonder die zu segelnde Bahn. Kläre da aber auch gerne auf: Bei einem Dreieckskurs müssen drei Bahnmarken passiert werden. Bei up&down - Kursen (idR bei AC - Rennen) zwei. Bananenkurse brauchen dann etwas mehr Bahnmarken.
Selbst wenn der Steuerkurs gemeint ist, finde ich die Aussage...mh...interessant. Sind dann also nur zwei Manöver pro Bahnschenkel. Raus auf die Anliegerlinie, Wende, Bahnmarke, raus auf die Anliegerlinie, Halse (oder ist das dann auch ne Wende? Verwirrend), Bahnmarke. Ist ja der Hammer. So werden Multi-Regatten gesegelt? Also die X40 haben häufiger manöviert. Und Winddreher werden wohl auch ignoriert. Ist ja eh alles nur scheinbarer Wind, ja? Sah im Frühjahr in Valenzia irgendwie anders aus.

Dazu noch n kleiner Hinweis. Auch Monos kreuzen. Unglaublich, was? Nicht nur am Wind, sondern auch davor. Platt vor Lacken fährt idR keiner Regatten. Warum auch? Scheinbarer Wind ist ja nicht nur für Mulits reserviert...genauso wenig wie asymmetrische Vorsegel.


Sonst noch Unklarheiten?

Gern geschehen!

Frühstart
13.10.2010, 16:30
Servus,
also der Streit ob nun Monohull oder Multihull besser, moderner, schneler, schöner etc ist, den gibts seit Jahrzehnten und er wird wohl nie entschieden werden können. Ein Grund ist, dass man erst mal fragen muss, was will man mit dem jeweiligen Geät erreichen.

Wenn ich aus Sicht der Zuschauer denke, dann sind doch viele Konkurrenten, wenig Leistungsunterschiede und somit enge spektakuläre Bilder der Regatten das wichtigste. Speed kann ich in der Glotze und auf der Leinwand gar nicht nachvollziehen und auf einem Zuschauerboot erst recht nicht, dürfen die den Booten doch eh nicht folgen. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, dürften Monohulls besser sein.

Wenn das Ziel aus Sicht der Aktiven definiert wird, dann ist neueste Technologie, Speed und Erreichbarkeit von deutlichen Leistungsunterschieden wichtig und erstrebenswert. Dafür sind Multihulls natürlich heute das Maß der Dinge und somit die richtigen Boote.

DerAC war immer ein Spiel der Superreichen, die brauchen zumindest schon mal keine Zuschauereinnahmen um ihre Spielzeuge zu bauen,. Wenn Bertarelli den Weg gegangen ist, den AC zum Publicumsevent zu entwickeln, dann hab ich das genossen, aber die Tradition des AC ist das nicht.

Ich persaönlich bevorzuge eindeutig Monohulls aber eben weil ich Zuschauer bin.
Gruß
Stephan

sailcon-team
13.10.2010, 17:25
Hallo Isleander,

ich freue mich ehrlich dass hier endlich mal einer das Wort ergreift, der etwas Sinnvolles zur Materie beitragen kann.

Dass Bertarelli nicht alles ganz richtig gemacht hat ist kein Geheimnis. Dass sein Vorstoss etwas zu "monarchisch" war ist auch allseits bekannt.
Ich glaube allerdings, dass der Vorteil den Ernesto durch seine Version der Cupzukunft erlangt hätte minimal gegegenüber dem,den Ellison jetzt hat. Leider ist Onorato als Ellison Vasall noch schlimmer als die Spanier, die alles getan hätten um den Cup in Valencia zu halten, bei Bertarelli.

Ich habe Bertarelli als Visonär in Hinsicht auf die Zukunft des Cups als Investoren-, Medien- und Zuschauersport bezeichnet (eben als Mini-Ecclestone).
Er hatte, meiner Ansicht nach, eine sehr gute Vorstellung wie der Cup in Zukunft - nicht seine Verteidigung - erfolgreich aussehen kann: Spektakuläres Schiff (aber kein Dum-Dum-Geschoss), Multichallenger Format, gutes Medienkonzept, attraktiver Austragungsort und zwar vor allem für die Wirtschaft (wen interessiert in USA denn schon Segeln neben Base-, Foot-, Basketball, Nascar, Indy500 etc. - da sieht es in Europa schon anders aus).
Der Durchschnitts-Amerikaner schaut sich ein Exterme 40 Event (wenn überhaupt) auch nur an wie ein Monstertruck Event: boing-bumm-crash - einer über Kopf, einer an die Wand... Great!!!
Bertarelli ging es in erster Linie um den Segelsport (auch um damit vielleicht den einen oder andere CHF zu machen) Ellison geht es um seine (Larry's) Cupverteidigung.

Ich bin mir sicher man hätte einen Konsens bezüglich des Protokolls für den nächsten Multichallenger AC anstelle des DoG Cups am runden Tisch gefunden. Erste Ansätze hierzu waren bereits da als die Amerikaner "feindlich übernommen" haben. Letzteres wollte nämlich wirklich gar keiner (ok - Onorato mal ausgenommen).

Jetzt, wo das Kind eh in den Brunnen gefallen ist, beschränkt sich mein Wunsch nach weiteren juristischen Auseinandersetzungen auf inneramerikanische.
Es ist nämlich keinesfalls so dass Ellison & Coutts die Wächter des Heilgen Grals sind sondern die USA.
Ich würde mir diebisch gerne ansehen wie amerikanische Ausscheidungen ablaufen würden - vom Gericht bis aufs Wasser. Schade dass DC schon ein bisschen durch ist und Bill Koch keinen Bock mehr hat. Das hätte Legionen von Juristen wieder auf Jahre beschäftigt...

Makis Enefrega
13.10.2010, 18:12
... Wieso sollen mit Cats mehr läufe im gleichen Zeitraum stattfinden
als mit Monohulls?
Da hier behauptet wird, die Grundrechnungsarten seien zu beherrschen, setze
ich noch einen drauf und versuche es mit dem Dreisatz. Eine Einrumpf-Yacht
benötigt für einen Regatta-Umlauf 3 Stunden bei einer Durchschnittsgeschwin-
digkeit von 10 Knoten. Wieviel Zeit benötigt ein Wing-Cat bei einer Durchschnitts-
geschwindigkeit von 20 Knoten ?

Bahnlänge = 3 Stunden mal 10 Knoten = 30 Meilen

In welcher Zeit X schafft der Cat diese 30 Meilen ?

X = 30/20 = 1,5 Stunden - und das ist die Hälfte der Zeit des Monohulls.

Der Cat steht aber nun nicht stumpf rum, sondern macht ein zweites
Rennen. Das ergibt für Mannschaft, Publikum und TV das doppelte Ver-
gnügen in der gleichen Zeit, in der die Monhulls sich noch unterewegs
auf dem Weg zum Ziel befinden. Gut, das ist Theorie, aber die Praxis
muss nicht unähnlich aussehen.

lhueckstaedt
13.10.2010, 18:24
Da hier behauptet wird, die Grundrechnungsarten seien zu beherrschen, setze
ich noch einen drauf und versuche es mit dem Dreisatz. Eine Einrumpf-Yacht
benötigt für einen Regatta-Umlauf 3 Stunden bei einer Durchschnittsgeschwin-
digkeit von 10 Knoten. Wieviel Zeit benötigt ein Wing-Cat bei einer Durchschnitts-
geschwindigkeit von 20 Knoten ?

Bahnlänge = 3 Stunden mal 10 Knoten = 30 Meilen

In welcher Zeit X schafft der Cat diese 30 Meilen ?

X = 30/20 = 1,5 Stunden - und das ist die Hälfte der Zeit des Monohulls.

Der Cat steht aber nun nicht stumpf rum, sondern macht ein zweites
Rennen. Das ergibt für Mannschaft, Publikum und TV das doppelte Ver-
gnügen in der gleichen Zeit, in der die Monhulls sich noch unterewegs
auf dem Weg zum Ziel befinden. Gut, das ist Theorie, aber die Praxis
muss nicht unähnlich aussehen. !

Ich glaube Sie verstehen das Prinzip von Regatten nicht. Der Americas Cup Course kann durchaus in seiner länge verändert werden. Nur das letzte Multihull Match wurde auf einem von der DoG vorgeschriebenden Kurs gesegelt. Dies lag nur daran, weil sich Alinghi und Oracle sicht nichtmal auf einen anderen Kurs einigen konnten und wollten.

Bei fast allen anderen ACC Regatten wurde ein Kurs gewählt der den Booten entspricht.

Wenn ich also Ihren dreisatz als beispile nehme änder ich mit der Geschwindigkeit die Länge des Kurses und siehe da auch ein Monohull kann einen Regatta-Kurs in einer Stunde oder sogar weniger absegeln!!!!!! * Newsflash...*

Wie schon vorher beschrieben - selbst ein 1.5 Std rennen wird sich keine Sau anschauen. Da durch die Trägheit des Kats wahrscheinlich wenige Manöver gefahren werden.

Die Kurse sollten wenn überhaupt 30 - 40 Minuten dauern.

Ich habe viel Erfahrung im Match Race - Wir segeln Rennen die 20 Minuten dauern (Up and Down) und schaffe bis zu 30 Rennen an einem Wochenende. 20 Minuten ist genau der richtige Zeitraum für Zuschauer um intressiert am Rennen zu bleiben. Außerdem sind unintressante Rennen schnell vorbei. D.h. wen der Zuschauer an Land 1 Stunde zuschaut sieht er mit 70% wahrscheinlichkeit - je nach Teilnehmerfeld - einen spannenden Prestart + Rennen.
Bei weiteren Fragen ich habe die konzepte- bitte nur über Mail oder www.heizkoerper-sailingteam.de

Das ist zwar mit großen IACC Yachten nicht machbar - aber ein 30 min. Rennen reicht bei Monos für Segler und Zuschauer aus. Wie ist das bei Multhulls?

Makis Enefrega
13.10.2010, 20:41
... selbst ein 1.5 Std rennen wird sich keine Sau anschauen. Da durch die
Trägheit des Kats wahrscheinlich wenige Manöver gefahren werden ...
Wie ist das bei Multhulls?
Wir Multihuller sehen uns auch Rennen gern an, die über mehrere Stunden
gehen und sind permanent interessiert (so geschehen beim letzten AMERI-
CA'S CUP vor Valencia, den wir uns via "life-stream" im Internet rein zogen;
unsere Frauen hatten es schwer, uns zwischendurch zu Kaffee und Kuchen
zu bewegen - und schon waren wir wieder am Bildschirm. Die Technik an
Bord, die Wahl der Segel, die Wahl des Kurses, die Start-Prozedur, die Mie-
nen der Segler, die Gespräche an Bord, alles zusammen trägt zur Spannung
bei. So wir uns pudelwohl fühlten, dürften sich Monohull-Segler als Zu-
schauer von Monohull-Rennen fühlen: sauwohl. Wenn die Monohull-Segler
beim nächsten AMERICA'S CUP nicht zuschauen, frage ich Sie: Haben sich
dann alle Säue verweigert ?

lhueckstaedt
13.10.2010, 21:11
Wir Multihuller sehen uns auch Rennen gern an, die über mehrere Stunden ...

Ihr Multihuller müsst ja ein recht langweiliges Fölckchen sein... So sehr ich am segeln intressiert bin. Ein Rennen wie im AC 33 ist einfach langweilig. Ich habe beide Rennen gesehen. Die Prestarts waren eine mischung aus intressant und witzig..
Alles andere - Vor allem die reaches waren sehr langweilig.

However ich kann nachvollziehen, dass man in einer Gruppe von Experten, wie Sie es sicher sind, sicherlich gerne über das Rennen spricht.



Darum geht es aber nicht. Mein Ziel mit meiner Match Race Kampagne und angeblich auch das Ziel von Oracle ist es den Segelsport vor allem den nichtseglern oder dem Segler der keine Regattaerfahrung hat nahezubringen.
Das wird mit 1.5 Std. Rennen nicht erreicht. Das führt zu einem Expertenaustausch von Regattaseglern. Um Sponsoren aus der High-Street anzulocken reicht das nicht!

Dafür braucht man viele Teams - demnach viele Fans
und kurze Kurse mit wendigen Schiffen und ein riesen Beiprogram.

Ich interpretiere, dass Sie mir mit meiner Zeitrechnung recht geben.

Makis Enefrega
13.10.2010, 21:37
Ihr Multihuller müsst ja ein recht langweiliges Fölckchen sein ...
Ja, wir sind die Langweiler unter den Seglern.

Darum geht es aber nicht. Mein Ziel mit meiner Match Race Kampagne
und angeblich auch das Ziel von Oracle ist ...
Die Ziele von ORACLE sind definiert (und sogar bereits in Details erklärt,
Sie müssen das nur nachlesen). Wenn Sie den englischen Text nicht ver-
stehen, melden Sie sich noch einmal, ich übersetze die entscheidenden
Stellen.

Dafür braucht man viele Teams - demnach viele Fans und kurze Kurse mit
wendigen Schiffen und ein riesen Beiprogramm.
Mit den interessierten Teams hat Roussell Coutts bereits gesprochen und
weitgehenden Konsens erzielt. Nun liegt es an den Landesverbänden und
Sponsoren, ob sie da mitmachen wollen.

Ich interpretiere, dass Sie mir mit meiner Zeitrechnung recht geben.
Interpretieren dürfen Sie soviel Sie wollen; am Besten ist natürlich immer
zu zitieren, dann kann es keine Missverständnisse geben.

Islelander
13.10.2010, 21:44
Nun liegt es an den Landesverbänden...

Was haben denn die Landesverbände damit zu tun?



Darum geht es aber nicht. Mein Ziel mit meiner Match Race Kampagne
und angeblich auch das Ziel von Oracle ist ...Die Ziele von ORACLE sind definiert (und sogar bereits in Details erklärt,...).

Eben genau das, was lhueckstaedt schreibt.

lhueckstaedt
13.10.2010, 21:47
Vielen Dank für das Angebot, dass Sie mir im englisch helfen.
Witzigerweise lebe ich seit 5 Jahren in england und spreche die sprachen fließend.

Die Ziele der Veranstalltung sowie die Pressekonferenz habe ich mir sehr intressiert angesehen. Um dabei wieder auf den Punkt zu kommen:

Die versprechen die nach dem Cupgewinn gemacht wurden, wurden nicht eingehalten. ( Geld einsparen, vielen Teams die Teilnahme ermöglichen, chancengleichheit etc)
Durch die absage der Engländer - die als einer der stärksten Herausforderer galten (neben NZL) wurde das konzept allerdings um einiges ins schwanken gebracht.

Wahrscheinlich ist nichtmal der fakt, dass auf Multihulls gesegelt wird, sondern das BMW Oracle einen uneinholbaren Vorsprung hat auschlagebend.

Außerdem möchte ich Ihnen nochmal das Format erklären: Die Landesverbände haben mit einer Cup- Herausforderung garnichts zu tun. Ein Segelclub zum beispiel der Royal Themse Yacht Club ( Origin) fordert den Golden Gate Yacht Club ( BMW Oracle ) heraus. Dieser darf als cupgewinner das Format bestimmen.