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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Motorsegler? Was ist das?



Loreley
22.12.2010, 15:26
Diese Frage können mir die Herren Fachleute sicher genauestens erklären.

multihull-parts
22.12.2010, 15:39
Diese Frage können mir die Herren Fachleute sicher genauestens erklären.


Ganz einfach: http://de.wikipedia.org/wiki/Motorsegler:rolleyes:

segelgunnar
22.12.2010, 15:46
Ganz einfach: http://de.wikipedia.org/wiki/Motorsegler:rolleyes:

Naja... fast einfach ;) Da wir uns ja hier eher auf dem Wasser bewegen, passt der Link minimal besser :)

http://de.wikipedia.org/wiki/Motorsegelschiff

Loreley
22.12.2010, 17:49
Naja... fast einfach http://de.wikipedia.org/wiki/Motorsegelschiff
Diese Definition passt? Ich habe Zweifel, weil wenig überzeugend.

Ausgeschiedener User
22.12.2010, 18:01
Ein typisches Beispiel eines modern konzipierten Motorseglers:
http://www.nordhavn.com/models/56/
Das ist erst der Anfang dieses Themas und noch keine klare Definition, das kommt noch.
Grüsse - Norbert

segelgunnar
22.12.2010, 18:18
Diese Definition passt? Ich habe Zweifel, weil wenig überzeugend.

Aber vielleicht ne Grundlage zum diskutieren. Wenn Du meinst, die Definition passt nicht, dann sag doch mal warum... genauestens... :)

SkipperRolf
22.12.2010, 18:21
Ein typisches Beispiel eines modern konzipierten Motorseglers:
http://www.nordhavn.com/models/56/
Das ist erst der Anfang dieses Themas und noch keine klare Definition, das kommt noch.
Grüsse - Norbert

MUSS DAS SEIN NORBERT ?????
Das Du sooooo ein hässliches Boot hier reinsetzt :mad: :mad:
Nein, unter Motorsegler verstehe ich was anderes denn auch diese können schön sein - siehe z.B.:
http://www.gruendl.de/nauticat-segelboote.html

Motorsegler:
- Platzangebot ist gut,
- Segeln ist befriedigend
- Motoren ist befriedigend
- ideal für lange Urlaubstouren
- leider meistens zu teuer - weil sie nur mit allem Drum & Drann (Bugstrahl, elektr. Winschen usw. usw.) gut zu Handhaben sind

Stoerte
22.12.2010, 18:35
Diese Frage können mir die Herren Fachleute sicher genauestens erklären.

Kaum aus der Taufe gehoben, schon geht die spitzfindige Nörgelei schon wieder los! Dass man Dinge nicht einfach mal stehen und unbehelligt für Interessierte entwickeln lassen kann!

Vielleicht wäre ein geeignetes Unterforum für ähnliche Beiträge hilfreich:

Arbeitstitel:

Nörgeln & Seltenfröhlich

Fachanwälte für Schlechtlaunenrecht

Störte

Loreley
22.12.2010, 19:09
Kaum aus der Taufe gehoben, schon geht die spitzfindige Nörgelei schon wieder los! Dass man Dinge nicht einfach mal stehen und unbehelligt für Interessierte entwickeln lassen kann!
Vielleicht wäre ein geeignetes Unterforum für ähnliche Beiträge hilfreich:
Arbeitstitel:
Nörgeln & Seltenfröhlich
Fachanwälte für Schlechtlaunenrecht
Störte Störte, was wollen Sie eigentlich? Ich habe eine Frage gestellt und damit eine mögliche Diskussion über eine für mich interessante Frage der Abgrenzung/Unterschiede eröffnet. Nicht mehr und nicht weniger. Sie sind doch sonst nicht so empfindlich und teilen gerne aus.

Ausgeschiedener User
22.12.2010, 19:49
MUSS DAS SEIN NORBERT ?????
Das Du sooooo ein hässliches Boot hier reinsetzt :mad: :mad:
Nein, unter Motorsegler verstehe ich was anderes denn auch diese können schön sein - siehe z.B.:
http://www.gruendl.de/nauticat-segelboote.html

Motorsegler:
- Platzangebot ist gut,
- Segeln ist befriedigend
- Motoren ist befriedigend
- ideal für lange Urlaubstouren
- leider meistens zu teuer - weil sie nur mit allem Drum & Drann (Bugstrahl, elektr. Winschen usw. usw.) gut zu Handhaben sind

Nauticat ist wohl DER Klassiker unter den " Motorseglern " und der Motorsegler " Nordhavn " ist von der Konsequenz nicht zu überbieten da dieses Boot nicht als schweres Segelboot mit grossem Motor entstanden ist sondern als segelnde Motoryacht entwickelt wurde.
Mein erster Eindruck bei der Nordhavn war auch sehr verhalten aber wenn man sich mal die Daten dieser Yacht anschaut wird man überrascht sein.
Ansonsten werden wohl " normale " Segelyachten immer mehr zu Motorseglern. Früher waren Segler mit Hilfsmotoren ausgestattet die kaum ein gegenan unter Motor gestatteten,heutzutage haben Segelboote die mit Stützsegel tagelang gegenanbolzen können und mit ihren starken Motoren beachtliche etmale unter Motor erzielen.
Es ist wohl nicht mehr so einfach den Motorsegler aus diesem Grund als Einzeltyp zu beschreiben sondern ich meine die Grenze zwischen Segelbooten und Motorseglern wird immer fliessender.
Im Baader steht eine interessante Beschreibung darüber aber diese Beschreibungen hab ich in venezuela.
Grüsse - Norbert

Stoerte
22.12.2010, 19:51
Störte, was wollen Sie eigentlich? Ich habe eine Frage gestellt und damit eine mögliche Diskussion über eine für mich interessante Frage der Abgrenzung/Unterschiede eröffnet. Nicht mehr und nicht weniger. Sie sind doch sonst nicht so empfindlich und teilen gerne aus.


"Die Herren Fachleute"


Das ist nun mal die Art, die ich mag! (Auf diese Weise werde ich regelmäßig angesprochen).

Vielleicht unterliege ich aber einem Irrtum! In diesem Falle: Verzeihung!

Frohe Weihnachten!

Störte

grauwal
22.12.2010, 19:54
Motorsegler sind Menschen, die eine Segelyacht haben, die mit Motor betreiben und im Club erzählen sie hätten einen Segelurlaub verbracht.
:D Franz

Zettel
22.12.2010, 20:48
Motorsegler sind Segelboote mit Scheibenwischer :)

kuckst du
22.12.2010, 23:37
Sacht mal grauwal und Zettel ist das Neid von Kellerkindern?

36christ
23.12.2010, 00:00
Je größer die Yachten desto mehr wird gußeiserne Genua benutzt. Das nennen diese Leute "Ich segele".

Nun werden wohl einige von euch wühtent werden.

Uwe

Tralala
23.12.2010, 11:15
Motorsegler sind Segelboote mit Scheibenwischer :)

..und Heizung im Cockpitboden ;)

Stoerte
23.12.2010, 13:06
..und Heizung im Cockpitboden ;)


Als ich noch "klein" war und im Zugvogel rund Fyn gesegelt bin, kam die HR 31 Monsun heraus. Damals redeten viele aufgrund der festen Scheibe von einem Motorsegler. Außerdem war das Schiff für die damalige Zeit übermotorisiert!

Motorsegler = dehnbarer Begriff!

Für nordische Reviere ein durchaus sehr geeignetes Fahrzeug, da weniger wetterabhängig. Wer nur begrenzte Zeit hat, aber auch mal Nordlandsommer erleben möchte, kommt an einem modernen Motorsegler fast nicht vorbei - wenn er die Reise nicht dem Zufall überlassen möchte.
W.D.v. Heimburg nannte in seinem Schwedenführer damals einen Motorsegler als das beste Fahrzeug für solche Reisen

Für uns jugendliche Kraftprotze galt damals: Das ist ein Fahrzeug, das nicht richtig segelt und nicht richtig motort!

Heute, nach 2 Bandscheibenvorfällen, sehe ich das ganz anders! Dennoch segele ich noch immer keinen Motoresegler. Weil ich das Procedere des An - und Verkaufs nicht nochmal machen möchte. Außerdem habe ich ne kräftige Maschine und der Rumpf geht auch unter Motor bei viel See vierkannt ohne Probleme und butterweich gegenan.

Würde ich vor dem Kauf stehen, ich würde mir einen knuffigen MS zulegen!

Gruß

Störte

SkipperRolf
23.12.2010, 13:21
Als ich noch "klein" war . . . . . .

Für uns jugendliche Kraftprotze . . . . . . ..

Würde ich vor dem Kauf stehen, ich würde mir einen knuffigen MS zulegen!

Gruß

Störte

z.B. zum Bleistift ? ? ? ? ?

Tralala
23.12.2010, 13:53
Motorsegler = dehnbarer Begriff!



Darauf wollte denke ich lorelei mit dem anfangspost hinaus. Die "alten" definitionen funktionieren nicht wirklich.

Heute ist jedes moderne Boot so motorisiert dass es reichlich Maschinenleistung hat um zu einem Motorboot mit überdimensionierten Instrumententräger zu mutieren.
Was ist es dann? Ein geschlossenes Deckshaus? dann lässt sich jeder segler in einen motorsegler Umrüsten. Einfach eine Saunahütte über das Cockpit und fertig (bei Saunabetrieb auch Scheibenwischer innen nicht vergessen).
Oder sind Motorsegler erst Motorsegler wenn sie so bescheiden segeln (am wind z.B.) dass man sie nicht mehr guten gewissens als Segler bezeichnen kann? Da fallen mir auch ein paar nicht-Motorsegler ein. Sind Wohn-Multiklos dann Motorsegler, weil sie nicht gut am Wind laufen?

Der "traditionelle" Motorsegler hat -etwas überzeichnet- für Segleraugen grotesk hohe Aufbauten und ein lächerlich winzig aussehendes Rigging - ist es das?

:confused:

Stoerte
23.12.2010, 16:32
Leeve Frünn,


Waren die LMs neueren Datums nicht auch mit ganz guten Segeleigenschaften versehen?

Tralala:
Endlich mal wieder was Witziges! Besonders die Saunascheibenwischer innen haben hier für vorweihnachtliche Erheiterung gesorgt!

Früher lachten wir uns immer kaputt, wenn eine LM 27 einlief: Da schaute immer so ein Kopf aus der Dachluke raus. Das sah beinhart aus! Der Rudergänger war, gefesselt und geknebelt, handlungsunfähig!

Motorsegler heute? Ganz ehrlich Rolf, da fällt mir außer den Meerkatzen, die ich recht hübsch häßlich finde, nix ein.

Das Problem ist immer das U-Schiff: Wenn hier die Spantform Richtung Trapez und schnell raumschots steht, kann die Maschine bärenstark sein: Gegenan wird das eine Tortur!

Mön und Mascot hatten auch ganz brauchbare Erzeugnisse im Angebot.

Die Glühweinangebote waren auch gut heute! Habe schon Betriebstemperatur!!

Euch ein frohes Fest wünscht

Störte

31 cruiser
23.12.2010, 17:42
Motorsegler (um nicht zu sagen Treibgut) sind Boote mit Kielstummel und Deko-Rigg. Die Segel dienen hauptsächlich zum Vergrößern des Abdrifts

http://imagenes.cosasdebarcos.com/barcos/grandes/9/5/1/1/lm-27-id59756-79511120101998100100495248569945.jpg
http://bild8.qimage.de/lm-23-motorsegler-foto-bild-40243348.jpg

Deichgraf15
23.12.2010, 18:33
Hier (http://www.palstek.de/wp-content/uploads/2009/04/Degeroe_31_DS.pdf) läßt sich noch Einiges über Motorsegler und einen bestimmten Typ nachlesen.
Ein Motorsegler wäre durchaus eine gute Alternative, gerade für die "frischen Tage" auf der Ostsee. Wenn denn der Preis nicht wäre...

Gruß vom
Deichgrafen

Ausgeschiedener Nutzer
23.12.2010, 20:49
Schau hier mal rein
http://www.vilm-yacht.de/vilm-yachten/yacht-vilm-117/

Stoerte
23.12.2010, 23:13
Schau hier mal rein
http://www.vilm-yacht.de/vilm-yachten/yacht-vilm-117/

Toller Ausbau! ein wunderbares Schiff!

Nur leider:

U-Schiff ist nicht so, wie ich mir das für's Seesegeln wünsche:
- Nulldurchgang Stabilität: ca. 120 Grad
- ordentliche Stabilität über Kopf
- In die Sonne ab ca. 38 Grad
- ordentlich Geballere bei vierkant gegenan.

Schade! Absolut einmalig hochwertiger Ausbau! Aber dann: Rumpf ist Seejolle, wie alle anderen auch!

Wann gibt's mal wieder richtige Blauwasserschiffe von ganz normalen Serienwerften??

Störte

Deichgraf15
24.12.2010, 11:53
Toller Ausbau! ein wunderbares Schiff!

Nur leider:

U-Schiff ist nicht so, wie ich mir das für's Seesegeln wünsche:
- Nulldurchgang Stabilität: ca. 120 Grad

Störte

Hallo Störte,
was verstehst Du unter einer "Nulldurchgangsstabilität"????
Theoretische Durchkenterung ?

Gruß und frohe Weihnachten, vom
Deichgrafen

Ausgeschiedener Nutzer
25.12.2010, 14:56
wir haben fast alle Motorsegler.

Ich meine, immer dann, wenn der Diesel so stark ist, dass die Rumpfgeschwindigkeit erreicht oder sogar geringfügig überschritten weden kann, haben wir es eigentlich mit einem "Motorsegler" zu tun.

Der Begriff hat sich nach meiner Meinung überholt.

Immer Handbreit!

Saga

Ausgeschiedener User
25.12.2010, 15:00
wir haben fast alle Motorsegler.

Ich meine, immer dann, wenn der Diesel so stark ist, dass die Rumpfgeschwindigkeit erreicht oder sogar geringfügig überschritten weden kann, haben wir es eigentlich mit einem "Motorsegler" zu tun.

Der Begriff hat sich nach meiner Meinung überholt.

Immer Handbreit!

Saga

Und diese Diesel-Antriebskraft kann sich bei einem " Motorsegler " durchaus auf zwei Motoren verteilen.
Grüsse - Norbert

Stoerte
26.12.2010, 13:48
Hallo Störte,
was verstehst Du unter einer "Nulldurchgangsstabilität"????
Theoretische Durchkenterung ?

Gruß und frohe Weihnachten, vom
Deichgrafen

Weiterhin frohe Weihnachten, lieber Deichgraf,
leider komme ich erst jetzt zu einer Antwort. Ich habe mich da unglücklich ausgedrückt. Ich meinte "Nulldurchgang der Stabilitätskurve"!
Hintergrund: Wegen des Gewichtsschwerpunktes und dessen unterschiedlicher Lage ergeben sich immer individuelle Hebelarmkurven der statischen Stabilität.
Da die Kenterung eine kreisförmige Bewegung darstellt, wird diese Bewegung als sinusförmig in die Zeitebene abgeleitet. Die Fläche über der X - Achse ist der Umfang der positiven Stabilität. Die Fläche unter der X-Achse ist der Umfang der negativen Stabilität. Grundsätzlich ist der Betrag unter der Kurve interessant, weil er Auskunft darüber gibt, wieviel Fremdenergie von außen aufgebracht werden muss, um den Drehvorgang wirksam zu beeinflussen.
Besonders wichtig ist der Umfang der negativen Stabilität für die Beurteilung der Frage, inwiefern sich ein durchgekenterter Rumpf aus eigener Kraft wieder aufrichtet. Ein großer Betrag verlangt einen großen Impuls von außen. Einfach ausgedrückt:
Eine durchgekenterte Jolle wird sich nicht mehr selbständig aufrichten, da die negative statische Stabilität absolut ist. Es bedarf also des Seglers, der die Jolle wieder aufrichtet.
Moderne Yachten verfügen i.d.R. über erhebliche negative Stabilität, weshalb es großer Impulse von außen (große Wellen) bedarf, um eine solche durchgekenterte Yacht wieder aufzurichten.

Bezeichnend ist: je weiter der Gewichtsschwerpunkt einer Yacht unter der Wasserlinie ist, umso höher ist der Umfang positiver Stabilität.
Aufgrund der großvolumigen heutigen Rümpfe ist der Gewichtsschwerpunkt dieser Schiffe generell über der Wasserlinie angeordnet. Folge ist ein geringerer positiver Stabilitätsumfang.

Typischer Stabilitätsumfang einer klassischen Holzyacht mit langem Kiel:
170 Grad.
Die negative Fläche ist vernachlässigbar klein.
Resultat: Yacht richtet sich nach Durchkenterung sofort wieder auf.

Typischer Stabilitätsumfang gegenwärtiger Serienyachten:
ca. 120 Grad.
Da die negative Fläche sehr groß ist, wird ein Wiederaufrichten nach einer Durchkenterung zum Glücksspiel.

Problematik: Egal, ob teure Segelyachten, wie Malö, oder preiswertere, wie Bav. oder Beneteau, alle haben sie annähernd den gleichen Stabilitätsumfang.
Überspitzt ausgedrückt:
Der Umfang positiver statischer Stabilität ist bei einer Malö nicht nennenswert anders, als bei einer viel preiswerteren Französin! Oder einer Bavaria!

Warum ist das so?
Ich habe mich innerhalb der Hanseboot in den vergangenen Jahren immer wieder neben den verschiedensten Ausstellungsyachten aufgehalten. Meine Beobachtung:
I.d.R. nimmt man kaum Notiz vom Unterwasserschiff, man stürmt sofort den Salon. Dort sitzen sie dann alle sehr lange und fachsimpeln. Das Interesse an Rumpfform und Spantenriß strebt hier regelmäßig gegen Null.
Fazit: Die Werften produzieren genau das, was die Kunden wollen. Denn zuallererst soll ja Geld verdient werden! Hinzu kommt, dass die meisten gegenwärtigen Yachtkäufer keine klassische Seglerbiographie mehr aufweisen. Ihre erste Kielyacht war in der Regel ein Charterboot der Großserienwerften.


Das hier Dargestellte ist nur ein winziger Ausschnitt aus der Gesamtproblematik, die mit den gegenwärtigen Rumpfformen einher geht.
Wenn Du an weiteren Gesichtspunkten interessiert bist, werde ich sie Dir gerne innerhalb einer PN übermitteln. Hier im Forum wäre das zu lang!

Liebe Grüße
Störte

Zettel
28.12.2010, 10:29
Sacht mal grauwal und Zettel ist das Neid von Kellerkindern?

nein, im Gegenteil. Scheibenwischer sind doch nichts schlechtes.
Achte mal drauf: die meisten Motorsegler haben welche.

Deichgraf15
28.12.2010, 19:07
Weiterhin frohe Weihnachten, lieber Deichgraf,
leider komme ich erst jetzt zu einer Antwort. Ich habe mich da unglücklich ausgedrückt. Ich meinte "Nulldurchgang der Stabilitätskurve"!
Hintergrund: Wegen des Gewichtsschwerpunktes und dessen unterschiedlicher Lage ergeben sich immer individuelle Hebelarmkurven der statischen Stabilität.
Da die Kenterung eine kreisförmige Bewegung darstellt, wird diese Bewegung als sinusförmig in die Zeitebene abgeleitet. Die Fläche über der X - Achse ist der Umfang der positiven Stabilität. Die Fläche unter der X-Achse ist der Umfang der negativen Stabilität. Grundsätzlich ist der Betrag unter der Kurve interessant, weil er Auskunft darüber gibt, wieviel Fremdenergie von außen aufgebracht werden muss, um den Drehvorgang wirksam zu beeinflussen.
Besonders wichtig ist der Umfang der negativen Stabilität für die Beurteilung der Frage, inwiefern sich ein durchgekenterter Rumpf aus eigener Kraft wieder aufrichtet. Ein großer Betrag verlangt einen großen Impuls von außen. Einfach ausgedrückt:
Eine durchgekenterte Jolle wird sich nicht mehr selbständig aufrichten, da die negative statische Stabilität absolut ist. Es bedarf also des Seglers, der die Jolle wieder aufrichtet.
Moderne Yachten verfügen i.d.R. über erhebliche negative Stabilität, weshalb es großer Impulse von außen (große Wellen) bedarf, um eine solche durchgekenterte Yacht wieder aufzurichten.

Bezeichnend ist: je weiter der Gewichtsschwerpunkt einer Yacht unter der Wasserlinie ist, umso höher ist der Umfang positiver Stabilität.
Aufgrund der großvolumigen heutigen Rümpfe ist der Gewichtsschwerpunkt dieser Schiffe generell über der Wasserlinie angeordnet. Folge ist ein geringerer positiver Stabilitätsumfang.

Typischer Stabilitätsumfang einer klassischen Holzyacht mit langem Kiel:
170 Grad.
Die negative Fläche ist vernachlässigbar klein.
Resultat: Yacht richtet sich nach Durchkenterung sofort wieder auf.

Typischer Stabilitätsumfang gegenwärtiger Serienyachten:
ca. 120 Grad.
Da die negative Fläche sehr groß ist, wird ein Wiederaufrichten nach einer Durchkenterung zum Glücksspiel.

Problematik: Egal, ob teure Segelyachten, wie Malö, oder preiswertere, wie Bav. oder Beneteau, alle haben sie annähernd den gleichen Stabilitätsumfang.
Überspitzt ausgedrückt:
Der Umfang positiver statischer Stabilität ist bei einer Malö nicht nennenswert anders, als bei einer viel preiswerteren Französin! Oder einer Bavaria!

Warum ist das so?
Ich habe mich innerhalb der Hanseboot in den vergangenen Jahren immer wieder neben den verschiedensten Ausstellungsyachten aufgehalten. Meine Beobachtung:
I.d.R. nimmt man kaum Notiz vom Unterwasserschiff, man stürmt sofort den Salon. Dort sitzen sie dann alle sehr lange und fachsimpeln. Das Interesse an Rumpfform und Spantenriß strebt hier regelmäßig gegen Null.
Fazit: Die Werften produzieren genau das, was die Kunden wollen. Denn zuallererst soll ja Geld verdient werden! Hinzu kommt, dass die meisten gegenwärtigen Yachtkäufer keine klassische Seglerbiographie mehr aufweisen. Ihre erste Kielyacht war in der Regel ein Charterboot der Großserienwerften.


Das hier Dargestellte ist nur ein winziger Ausschnitt aus der Gesamtproblematik, die mit den gegenwärtigen Rumpfformen einher geht.
Wenn Du an weiteren Gesichtspunkten interessiert bist, werde ich sie Dir gerne innerhalb einer PN übermitteln. Hier im Forum wäre das zu lang!

Liebe Grüße
Störte

Hallo Störte,

zunächst vielen Dank für Deine umfangreiche Stellungnahme zu dem Thema "Stabilitätsumfang". Es ist wohltuend, daß es hier im Forum Mitglieder gibt, die ein Thema sachlich angehen und auch ihre Sachkenntnis entsprechend rüberbringen. Das tröstet hinweg über manches unqualifiziertes oder einfach dummes Geschreibsel, von Mitgliedern, die offensichtlich den Sinn und Zweck dieses Forums nicht verstehen wollen, oder einfach nur Phrasen dreschen möchten. Schade!
Schreibe Dir noch eine PN zu dem Thema.

Gruß vom
Deichgrafen

Nelson
28.12.2010, 19:43
Motorsegler ist wohl nur eine Frage der Definition, starker Motor, der auch gegenan im flachen Wasser noch Rumpfgeschwindigkeit bringt, also doppelt so viel PS wie nötig und entsprechend große Schraube.

Dazu so kleine Segelfläche, daß erst ab 5 Bft am Wind gerefft werden muß. Keine Leichtwindeigenschaften, einfache Takelage, kein Spi, wenig Trimmmöglichkeiten.

Tralala
12.01.2011, 13:27
Ich habe basierend auf den hier geposteten Einschätzungen was einen Motorsegler ausmacht ein eigenes Konzept erarbeitet.
Dabei standen sowohl Raumansprüche als auch ausreichende Motorisierung und Sicherheit im Vordergrund. Den Bogen zu klassischen Segelyachten schlage ich durch eine abgewandelte aber sehr Klassische Takelung.

Ich möchte damit zeigen dass herausragende Komforteigenschaften eines Motorseglers und klassische Eleganz einer reinen Segelyacht keineswegs einen Widerspruch darstellen. Indiz dafür ist beispielsweise der wettergeschützte ergonomische Steuerstand im Deckssalon, der sich harmonisch in die Silhouette der Yacht einpasst.

Für Selbstbauer interessant: Mein Entwurf baut auf einem existierenden Bootstyp auf, dadurch können individuelle Wünsche und eigene Entwürfe mit wenig Aufwand in die individuelle Gestaltung des Eignerbootes einfliessen.

Aus dem Konzept habe ich auch bereits eine Kleinkreuzervariante abgeleitet die in Puncto Eleganz, Sicherheit und Innenraumangebt neue Masstäbe setzen wird.

Stoerte
13.01.2011, 23:01
Ich habe basierend auf den hier geposteten Einschätzungen was einen Motorsegler ausmacht ein eigenes Konzept erarbeitet.
Dabei standen sowohl Raumansprüche als auch ausreichende Motorisierung und Sicherheit im Vordergrund. Den Bogen zu klassischen Segelyachten schlage ich durch eine abgewandelte aber sehr Klassische Takelung.

Ich möchte damit zeigen dass herausragende Komforteigenschaften eines Motorseglers und klassische Eleganz einer reinen Segelyacht keineswegs einen Widerspruch darstellen. Indiz dafür ist beispielsweise der wettergeschützte ergonomische Steuerstand im Deckssalon, der sich harmonisch in die Silhouette der Yacht einpasst.

Für Selbstbauer interessant: Mein Entwurf baut auf einem existierenden Bootstyp auf, dadurch können individuelle Wünsche und eigene Entwürfe mit wenig Aufwand in die individuelle Gestaltung des Eignerbootes einfliessen.

Aus dem Konzept habe ich auch bereits eine Kleinkreuzervariante abgeleitet die in Puncto Eleganz, Sicherheit und Innenraumangebt neue Masstäbe setzen wird.

Moin,

vielen Dank für die Kreation! Mich hat besonders das achtere hintere Teil der Yacht interessiert. Hier ist eventuell der Wasserablauf noch nicht ganz optimal.

Sonst: Eine sehr schöne Yacht, der man von außen den Motorsegler nicht ansieht. Da können sich die verbliebenen Qualitätswerften aber warm anziehen!

Kannst Du bitte im pdf-Format den Prospekt und die Preisliste hier einstellen?

Frage: Ich hätte gerne den Rumpf in schwarzem Lack und den Kajütaufbau ein klein wenig dunkler! Ich möchte nämlich nicht mit Fallbooten verwechselt werden.

In jedem Fall eine ambitionierte Yacht, die sicher auf der Düsselboot den Messepreis ergattern wird.
Aufgrund der geschätzten hohen Nachfrage möchte ich schon jetzt das Modell in Groß bestellen!
Bezahlung mit bankgarantierten Schecks (HSH Nordbank)!

Gruß
Störte

Okokea
16.01.2011, 22:13
Toller Ausbau! ein wunderbares Schiff!

(............)

Wann gibt's mal wieder richtige Blauwasserschiffe von ganz normalen Serienwerften??

Störte


Schaust Du nach England

"Northshore Yachts (oder Yachting)"

Die haben u.a. die Vancouver im Programm, heute noch mit richtigem Langkiel, wie die von Dir zitierte Monsun 31

Stoerte
17.01.2011, 10:00
Schaust Du nach England

"Northshore Yachts (oder Yachting)"

Die haben u.a. die Vancouver im Programm, heute noch mit richtigem Langkiel, wie die von Dir zitierte Monsun 31

Ja, das ist wahr! Auch Rustler 36 ist toll. Und natürlich die Island Packet Schiffe aus USA.
Leider alle gebraucht kaum - und wenn - sehr teuer zu bekommen. Neu: Als Studienrat Lichtjahre davon entfernt! Dennoch: Alles tolle Langzeitschiffe mit echter Qualität.
Schade, dass es in Nordeuropa keine Werften hierfür mehr gibt. Denn die Bauausführung damaliger Schiffe (Fantasi 37) war schon genial!

Gruß
Störte