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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Bootsharing Bodensee



dywlkr
07.03.2014, 11:57
Hallo zusammen,
da ich selber sehr gerne mal über den Bodensee tuckere aber leider weder ein Boot noch einen Liegeplatz besitze, ist mir die Idee des Bootsharings gekommen. Die meisten Boote liegen ja doch mehr ungenutzt im Hafen und kosten die Eigner Geld. Warum also nicht das eigene Boot mit anderen teilen und Geld dafür bekommen?
Deshalb meine Frage an alle Bootseigner hier:
Wäre es eine Option das eigene Boot anderen gegen ein Entgeld zur Verfügung zu stellen und falls nein, warum nicht?
Damit das ganze System funktioniert, würde natürlich ein Überlassungsvertrag sowie eine Versicherung abgeschlossen werden, um alle Eventualitäten abzudecken.

Gerne freue ich mich auf Antworten hier oder auch als Nachricht an mich.

Viele Grüße

Firsty
07.03.2014, 14:03
Würden Sie einem fremden Menschen ihr Auto überlassen?
Dem werden Sie vermutlich empfehlen zu einer Autovermietung zu gehen.
Am See gibt es hinreichend Charter-Anbieter, warum nicht dort ein Schiff chartern?

thball
07.03.2014, 15:25
Es gibt auch manchmal der Liegeplatzvertrag nicht her. Je nach Bedingungen ist es ausgeschlossen.

Ausgeschiedener User
07.03.2014, 15:39
Die meisten Boote liegen ja doch mehr ungenutzt im Hafen und kosten die Eigner Geld.
Denjenigen, die ein Boot haben und es nicht nutzen, ist das Geld wurscht.

Chrissler1
07.03.2014, 19:46
Zu beachten:

Solange ich einer "berechtigten" Person (mit meinem grundsätzlichen Einverständnis) mein Boot überlasse ist alles gut. Erhalte ich dafür im Gegenzug Geld für Sprit, helfe ggf. beim polieren, bringe dem Eigner vielleicht mal ein neues Fall mit... Kein Problem. Sobald ich aber vertraglich - gegen Entgelt - einem Dritten mein Boot überlasse, wie hier vorgeschlagen, nutze ich mein Schiff auch schon kommerziell. D.h. eine Meldung an die Versicherung, dass so verfahren wird. Der "normale" Versicherungsschutz greift hier dann nicht mehr. (Ausschluss lt. Bedingungswerk)
Hier müsste der neue Mitnutzer eine separate Skipperhaftpflicht einschließen, welche zeitlich auf ca. 6 Wochen pro Jahr beschränkt wäre, wenn ein Unternehmen hier überhaupt Versicherungsschutz gewähren würde. Wir sprechen hier über "Schein-Charter".
Anders sieht es aus, wenn der neue Mitsegler tatsächlich als Miteigner in die Papiere eingetragen und bei der Versicherung gemeldet würde. Dann interessiert es erstmal niemanden, wer sich mit welchen Kosten an was beteiligt. Auch hier muss natürlich die Meldung über den neuen Miteigner an die Versicherung gemeldet werden.
Wollte ich nur mal kurz einwerfen...

LG der Chris

FirstClass8
07.03.2014, 20:29
Schon seit einigen Jahren gibt es das Bootsharing, auch auf dem Bodensee: www.sailcom.ch (http://www.sailcom.ch/)

Ghund
07.03.2014, 21:14
für die Preise bei Sailcom kann man aber auch regulär Chartern

Ausgeschiedener User
07.03.2014, 22:10
Schon seit einigen Jahren gibt es das Bootsharing, auch auf dem Bodensee: www.sailcom.ch (http://www.sailcom.ch/)
Ähem, aber nur für Schwyzer ... ;-)

dywlkr
07.03.2014, 22:39
Danke für die Antworten. Ich gehe mal der Reihe nach durch.
@Firsty: Ja warum denn nicht? Siehe Carsharing Angebote in Deutschland, gibt es ja genügend.
In der Zeit von Juli - August ist es sehr schwer ein Boot zu bekommen. Habe die Erfahrung zumindest bei Motorbooten gemacht.

@thball: Okay das wusste ich nicht, könnte natürlich eventuell ein Problem sein.

@SigiK: Gibt es sicherlich einige, aber bestimmt nicht allen ist das Geld egal.

@Chrissler1: Für die Zeit des Sharings gilt ein seperater Versicherungsschutz, die man automatisch mit dem Sharing abschliesst, genau wie beim herkömmlichen Carsharing.

Grüße

brico
07.03.2014, 23:04
Es gibt noch ein weiteres Bootsharing-Modell in der Schweiz: www.sailbox.ch. Beide sind übrigens nicht nur für Schwyzer, sondern für alle Schweizer - oder sagen wir für alle, die Boote liegen einfach in der Schweiz.

Zum eigentlichen Thema: Ein Segelboot ist nicht einfach ein Segelboot: Ich kann mir durchaus vorstellen, ein Sportboot wie eine mOcean in einem Sharingmodell oder in einem Club gemeinsam mit anderen Leuten, die ich nicht mal zu kennen brauche, zu nutzen. Ich finde das sogar sehr sinnvoll. Ebenso wie ich ein Carsharing Modell - wie www.mobility.ch, ebenfalls in der Schweiz - eine tolle Sache finde, so lange es um die Nutzung eines Autos als Nutzgegenstand geht.

"Mein" Boot ist aber nicht bloss ein Nutzgegenstand und auch kein blosses Sportgerät - auch kein Sportboot, sondern eher Aston Martin als VW Golf oder Renault Mégane. Darauf verbringe ich einen grossen Teil meiner freien Zeit und ich habe eine emotionale Beziehung dazu. Ausleihen würde ich es nur einem sehr guten Freund, von dem ich weiss, dass er wirklich damit umgehen kann und es auch richtig behandeln würde.

Kurz: Es kommt darauf an. Im Grundsatz steht einem Boatsharing-Modell aber nichts entgegen. Die rechtlichen Aspekte, die dagagen vorgebracht wurden, können alle überwunden werden, wenn man das will.

brico

dywlkr
08.03.2014, 00:34
Brico, ich stimme dir voll und ganz zu.
Meine "Zielgruppe" sind auch nicht wirklich diejenigen mit einer Yacht jenseits im 6-stelligen Betrag.
Denen ist in der Tat die "Aufwandsentschädigung" von ~ 2000€ im Jahr Piep egal. Dessen bin ich mir bewusst.
Aber es gibt mehr als 35000 Boote auf dem Bodensee und ich bin der Meinung es gibt Boote unter 100.000€ die von Ihrem Besitzer weniger geliebt werden als die eigene Frau.
Versteh mich bitte nicht falsch, wenn ich Geld im Überfluss hätte würde ich mein Baby auch nicht aus der Hand geben.
Mir geht es darum ob es prinzipiell Interessenten an solch einem Modell geben würde oder nicht. Wenn ich keinen einzigen finde der interessiert ist, werde ich auch keine Zeit und Geld verschwenden um das umzusetzen. Das System funktioniert nur wenn es Interessierte von beiden Seiten gibt.
Dabei ist es im übrigen auch egal ob Motor- oder Segelboot.
Und ich bin über jeden Beitrag hier froh.

brico
08.03.2014, 01:02
Klopf doch mal bei den Leuten von Sailbox an.
Die haben sich viele Gedanken bereits gemacht und ziehen das ziemlich professionell auf.
Auf Clubebene sehe ich übrigens auch, dass dieses Poolmodell funktioniert.

brico

dywlkr
08.03.2014, 02:00
Ja, danke für den Tipp, bin ich in der Tat gerade am überlegen ob ich dort mal anklopfe.
Allerdings war meine Idee ein wenig anders, nämlich wirklich Bootsharing.
Und Sailbox kauft Boote und verkauft dann Mitgliedschaften, die dann Bootsharing betreiben dürfen, wenn ich das richtig überflogen habe.
Der Vorteil ist natürlich sie haben überall die gleichen Boote und sie müssen niemanden suchen der sein Boot gerne zur Verfügunge stellen will, so wie ich gerade :P

Ich gebe die Hoffnung nicht auf, vielleicht melden sich ja noch Motor- und Segelbooteigner, die am teilen interessiert sind :)

brico
08.03.2014, 10:49
Das ist richtig. Für die Nutzer macht es aber keinen Unterschied. Ich sehe nicht ganz, was Du mit "wirklich Bootsharing" meinst.
Sailcom ist vermutlich näher bei dem, was Du Dir vorstellst. Die benutzen unterschiedliche Boote in unterschiedlichen Eigentumsverhältnissen.

brico

Ausgeschiedener Nutzer
08.03.2014, 12:21
Am See gibt es einige Segler, die so alt sind, dass sie schweren Herzens ans Aufhören/Boot verkaufen denken. Vielleicht gibt es da ja eine kleine Chance der Beteiligung - mit dem Nutzen für die Eigner, dass sich jemand um das Boot kümmert. Ob das klappen kann, weiß ich nicht - dazu müsstest du dir die nötigen Gedanken machen, wie so ein Vertrag aussehen könnte. Als Eigner will man ja nicht jedes Mal den Kahn besenrein mit frisch geputzten Klo verlassen und man will möglichst wenig Einschränkungen haben.

Die Alternative wäre, gleich mit Freunden ein Gebrauchtboot mit Liegeplatz zu kaufen. Das macht vieles leichter.

dywlkr
08.03.2014, 14:11
Mit wirklichem Bootsharing meine ich, dass Privatpersonen Ihre Boote zur Verfügung stellen und nicht eine Organisation neue Boote anschafft.

@LaLaLaLa: An Eigentumsverhältnissen wollte ich eigentlich nicht rütteln, das muss jeder für sich selbst wissen.
Ja, Einschränkungen sollte der Eigner keine haben. Er legt in einem Kalender fest zu welchen Zeiten er sein Kahn zur Verfügung stellen möchte und wann selber nutzen.

Firsty
08.03.2014, 18:00
Auch wenn es nicht wirklich zum Thema gehört, gibt es in Deutschland private Carsharing-Angebote? :(

dywlkr
08.03.2014, 22:56
Ja natürlich gibt es Carsharing Angebote von Privat zu Privat.
Da gibt es mittlerweile einige Platformen dafür.

thball
09.03.2014, 07:49
Ich halte es für sehr unwahrscheinlich, dass es dafür einen Markt im Wassersport gibt. Würde an Deinen Stelle mal in der IBN inserieren und vielleicht findest Du einen älteren Eigner, der über Hilfe dankbar ist.

Oder Du gehst in einen Verein. Es gibt teilweise tolle Clubschiffe.

chrisg84ch
09.03.2014, 12:14
Ja, ich würde auch mal bei einem Club anfragen, wenn es darum geht nur ab und zu stundenweise (oder mal einen Tag) rauszufahren. Fahrtensegeln kannst du mit den Booten allerdings meist nicht.
Dass das mit "Eigner legt fest an welchen Tagen das Boot frei ist" funktioniert, glaube ich nicht. Zumindest nicht bei den meisten. Ich persönlich würde das nicht machen. Das tolle am eigenen Boot ist ja, dass ich je nach Wetter kurzfristig entscheiden kann, ob ich raus fahre oder nicht. Wenn ich Monate voraus sagen muss, wann ich mein Boot nutzen will oder eben nicht, schränke ich mich ein.

Hinweis noch zu Sailcom:
Das ist eine tolle Sache, speziell wenn man in der nähe eines Bootes wohnt. Dann kann man oft kurzfristig auch am Abend zwei/drei Stunden raus, kostet auch nicht alle Welt. Wenn man aber eine Woche Urlaub machen will, kann man genau so gut chartern.
Die Punkte wieso ich mich dagegen entschieden habe:
- Boote sind zwar gut gewartet aber z.T. sehr alt
- Im Verhältnis rel. teuer (zumindest bei längeren Buchungen)
- Es ist nicht "mein Boot". D.h. Dinge die mir nicht passen kann ich nicht einfach so ändern, etc.