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grauwal
12.12.2017, 14:14
E-Versorgung für die Motoryacht

Auf der Motoryacht bestehen andere Anforderungen an die Stromversorgung wie auf der Segelyacht.
- Keine Angst vor Zusatzgewicht für Akkus
- Reichlich Fläche für Solarpanele
- Große Lichtmaschinen (hier 110A)
- Höheres Komfortbedürfnis
- Keine Krängung

Der Umstieg fordert einige Überlegungen. Im ersten Ansatz ist geplant:
Das Boot soll für mehrere Tage von einer Energieversorgung unabhängig sein. Der Betrieb eines 230V TV und weiterem 230V-Kleinkram soll möglich sein. Ob bei viel Licht ein kleiner Wasserkocher betrieben werden kann, wird sich zeigen.

- Zwei 125Ah Baterien, einzeln zuzuschalten, zusätzlich zu denen für Bugstrahlruder und Motorstart.
- 160W(p) Solarpanel
- Wandler 1500W (Steigt der Ruhestrom mit zunehmender Leistung?)
- Statt des Absorberkühlschranks 12V,230V,Gas, einen Haushaltskompressor mit ca. 300Wh/d. (Wieviel Gas verbraucht so ein Absorberdingens pro Tag? Schafft es ausreichend Kühlung bei hohen Temperaturen? Ist vielleicht der Austausch überflüssig?

Alternativ 2 x Solarpanele und nur eine Verbraucherbatterie. Ich rechne dann mit knapp 1000Wh/d Ernte. Investition gleich, Lebensdauer des Panels höher aber Versorgung bei drei Tage Regenwetter fraglich.

Bitte um Kommentar und Kritik. Gerne auch Antworten auf Detailfragen. Gebt alles, Männer ��

Gruß Franz

Moritz
12.12.2017, 14:54
... Das Boot soll für mehrere Tage von einer Energieversorgung unabhängig sein. Der Betrieb eines 230V TV und weiterem 230V-Kleinkram soll möglich sein. ...
Gemeint ist sicher: unabhängig von Landstrom ;-)

- m.E. beste Lösung: Generator, oder
- ausreichend Batteriekapazität + Spannungswandler, oder
- gelegentlich Motor laufen lassen und über Lima Batterien laden

Wie im Leben: alles hat Vor- und Nachteile. Ich würde mir jedenfalls die Decks nicht mit Solarpanelen zupflastern (Seglerdenke?)!

sucher
12.12.2017, 17:33
Hallo grauwal, soo viel anders als bei einem Segelboot ist das nicht!

Ich habe mal mit einer Idee gespielt, die ich für mich wieder fallen gelassen habe, die aber in Deinem Fall vielleicht interessant ist:
An meiner Hauptmaschine habe ich auf der Kurbelwelle ich meine insgesamt 4 Riemenscheiben, von denen jedoch nur zwei (Lima, Wasserpumpe) genutzt sind. Es war da auch richtig eine 2. Lima installiert, die ich aber abgebaut habe. Ursprünglich wollte ich da einen 230V-Sychron-Generator anbauen. Diese Generatoren (aus dem Reich der Mitte) sind erstaunlich billig als Ersatzteil für die Benzingeneratoren zu haben. Es fehlt ihnen allerdings das vordere Lagerschild, weil das direkt an den Antriebsmotor angebaut wird. Das muß man nachbauen, ist aber ein einfaches Drehteil. Im Durchmesser sind die Dinger kaum größer als eine Lima, nur etwas länger. Ich hätte nun die Riemenscheiben so bemessen, daß bei Marschfahrt (bei mir ~ 2500 U/m) gerade die 50 Hz zustandekommen. Zum Starten oder bei anderen Drehzahlen wäre nur die Erregung abzuschalten, dann läuft das einfach leer mit. Hat man nun eine längere Strecke mit Marschfahrt vor sich, schaltet man die Erregung ein, und hat ein permanentes 230V-Netz mit je nach Generator sogar Drehstrom mit bis zu 10kW zur Verfügung.
Viele Grüße
nw

2ndtonone
12.12.2017, 18:03
Ich würde auf jeden Fall einen LiMa zu Bat Ladegerät (Sterling) einbauen, der zügig die Batterien lädt, wenn in Fahrt.
Dann würde ich mich für Batterien im Bereich 200AH entscheiden.
Diese Akkus würden sofort geladen werden, wenn der Jockel läuft.
Was die Wandler 12DC und 230AC angeht, würde ich drauf verzichten. Es gibt auch 12v Fernseher etc. Und man spart die Stromverluste der Wandler ein.

4five
12.12.2017, 18:18
Der Lima2Batt-Lader mag ja hin und wieder auf einer Segelyacht hilfreich sein, wenn man nur hin und wieder nachladen oder mal etwas manövrieren will. Aber auf so einem Motorböötchen läuft der Jockel doch ohnehin meist den halben oder ganzen Tag, da bringt dann so ein teurer Speziallader herzlich wenig. Ich würde das Geld eher in eine größere Batterie investieren (ab 200Ah aufwärts), vor allem, wenn da eine 110A-LiMa auf ein bisschen Arbeit wartet. Wenn man bei den Batterien auf dem Teppich bleibt und halbwegs zyklenfeste, nasse Typen mit freiliegenden Verschlusstopfen zum Nachfüllen von Wasser wählt, bleiben auch 400 Ah absolut bezahlbar.

Wir haben noch ein Wohnmobil, dessen Einsatzprofil dem eines Motorbootes wahrscheinlich sehr stark ähnelt: halbe/ganze Tage durchfahren, dann 1 bis 3 Tage Pause ohne Netzanschluss/Generator und dann wieder weiter, gerne auch im Winter z.B. zum Skifahren, wenn allein für die Heizung und für Licht schon viel Strom gebraucht wird. Dessen aktueller (200Ah-) Batteriesatz hat unter 1Euro/Ah gekostet und lebt nun auch schon 4 Jahre ohne fühlbaren Kapazitätsverlust.

Handbreit ...

round-world2
12.12.2017, 19:43
Ja franz, es wurde viel getextet :D
Ich habe lange autark an bord und im gepanzerten wohnmobil gelebt, oft monatelang ohne schwatten festmacher, aber immer mit blick aufs Voltmeter.
Unter 12,7 wurde umgeschaltet, nachgeladen oder auf sparflamme weitergemacht.
Im tri hatte ich zwei agm blöcke,
3 kleine solarzellen und den dicken windgen,
der binnen nicht viel brachte ( ausser bei schittwetter wo ich eeh nur in der kajütte hockze ... war, gut für tv etc )
Im Rollinghome hatte ich riesige Batterien >1800AH , ein gasgen. & benzingen. & ne fette lichtmaschiene an dem 5,7liter MB 813
Damit hab ich bis - 23 grad sogar sogar im wald gewohnt. Der Diesel sprang trotz 10prozent benzin , nem feuer unterm motor und ner 2000 W heizluft pistole aufen d-filter erst nach einem halben tag wieder an.
Das war mein absolutes no-go.

Wichtig ist zu wissen was du brauchst,
dann kannst du viel oder weniger investieren.

Gn8

K.Lauer
13.12.2017, 10:11
- Zwei 125Ah Baterien, einzeln zuzuschalten, zusätzlich zu denen für Bugstrahlruder und Motorstart.
- 160W(p) Solarpanel
Hallo,

gefühlt mind. hundertmal geschrieben:
- 160Wp bringen ca. 50Ah pro Tag, die Differenz zum Rest muß anderweitig herkommen
- dazu passt eine Batterie von 160Ah (ca. 14% Entladetiefe)
- ergänzend dazu ein Solarregler mit Indikator für Überangebot einsetzen (um Kühlbox zu aktivieren)


Peter

Jugocaptan2
13.12.2017, 10:14
Kühlschrank: keinesfalls Gas, habe bei mir trotz 12V-Versorgung alle (zwei) rausgeschmissen und fahre jetzt normale Haushaltsgeräte über Wandler.
Gaskühlschränke bringen ca. 12, höchstens 15 Grad Kühlung, kann im Sommer schon recht mau sein.

grauwal
13.12.2017, 10:49
Vielen Dank.

@Moritz: Generator halte ich bei unserer Anwendung für rücksichtslos, kommt nicht infrage!

@sucher: zusätzliche Limas nützen nicht wen der Motor steht

@2ndtonone: Ein 3Bat-Lader ist vorhanden (Bugstrahl, Starter, Service). In die Leitung zur Service-Bat. möchte ich einen Umschalter zu einer weiteren setzen. Diese zweite Service-Bat soll auch vom Solarpanel gespeist werden.

@4five: richtig, wie bei dem Womo, auch mal 1-3 Tage keinen Motor

@rw2: 2-Bat umschalten hatten wir auf den Segelboot auch, aber ohne Windgenerator, der kommt auch nicht infrage. Jetzt brauchen wir was anderes.

@K.Lauer: 50Ah * 12V = 600Wh, ich hatte 500 angenommen (x2 =1000Wh), passt doch.

@Jugokapitän: “…Gas nur 12-15 Temp-Diff“, danke für den Erfahrungswert


Nochmal danke, jeder Beitrag ist ein Denkanstoß, …mehr, mehr.

Gruß Franz

Ulstue
13.12.2017, 13:17
Wo wirst Du unterwegs sein? Wieviel wirst Du fahren?

Solarzellen und Batterie erscheinen mir viel zu knapp. Ich würde so dimensionieren, dass die gewünschte Liegezeit ohne Landstrom ohne weitere Stromquelle nur aus den Batterien versorgt werden kann, die dann bei der nächsten Fahrt wieder aufgeladen werden. Batterien würde ich auf dem Mobo billige Bleiakkus nehmen und einmal jährlich auffüllen.

Solarzellen kann man nie zuviel haben, sagen manche. Uns reichen 4 x 120 in der schönen Jahreszeit im MM locker, bis Oktober sind am Anker die Batterien gegen Mittag wieder voll. Auf der Ostsee reicht das wohl kaum.

grauwal
13.12.2017, 16:25
.......... Wo wirst Du unterwegs sein? Wieviel wirst Du fahren? .....
Europa binnen, 4Monate/a, gelegentliche Pausen von 1-3 Tagen. In Amsterdam, Paris, Berlin, ... darf es auch etwas mehr sein, natürlich auch mit schwarzem Festmacher wenn es sein muss.



Solarzellen und Batterie erscheinen mir viel zu knapp. .......... 4 x 120 ... Auf der Ostsee reicht das wohl kaum..
Wieviel Wh/d legst Du zugrunde? ...und was betreibst Du so alles?

..
.......... einmal jährlich auffüllen....
???? Strom in Flaschen? :)

Gruß Franz

Ulstue
13.12.2017, 16:45
Im Sommer betreiben wir vor Anker im wesentlichen zwei Kühlschränke, Laptops, Handy, Musik, etc. Unterwegs noch den Autopiloten.
Den Bedarf habe ich nicht ausgerechnet, das Ausstattungspaket beim Bootskauf beinhaltete 4 Solarzellen a 120W und neben Starterbatterien zur 6 Versorgungsbatterien a 140 Ah. Wir kommen nie unter 80%, selten unter 90% und bei Sonne ist die Batterie Mittags wieder voll. Die Batterien verhalten sich nach 3 Jahren wie neu.

Habe nicht an Lydener Flaschen gedacht ;-), sondern an die billigen eben nicht wartungsfreien Batterien, bei denen man ab und zu mal destillatgleiches Wasser nachgiessen muss. Denn Vorteil für den nicht unerheblichen Aufpreis wartungsfreier, lagesicherer oder leichterer Batterien sehe ich für die Nutzung Binnen auf Mobo nicht.

Sayang
13.12.2017, 16:57
… @Jugokapitän: “…Gas nur 12-15 Temp-Diff“, danke für den Erfahrungswert …
In den Tropen ohne Stromversorgung, als Solarpanele noch nicht verbreitet waren, haben die Gaskuehlschraenke hervorragend funtioniert. Die Temperaturen lagen zwar selten ueber 30 … 33 C, aber das Bier war immer schoen kalt. Generell kuehlen Gaskuehlschraenke auch heutzutage 25 … 30 C unter Umgebungstemperatur. Dennoch wuerde ich in der Kabine kein Gasgeraet 24/7, ohne Aufsicht und Verbindung nach aussen, betreiben wollen.

round-world2
13.12.2017, 19:03
Franz, gas musst du an und von bord schleppen, im alter iss datt nicht so prickelnd.
Solarzellen blasen eine ordentliche Batterie bank immer wieder auf, auch bei bedecktem himmel.
Ich habe viele jahre auf gas und benzin gekocht, wobei benzin mmn besser war.
Keine flaschen schleppen bzw gashändler suchen, die tanke an der nächsten ecke versogt die mit einem 5 liter Kanister für viele Wochen mit energie, zudem noch leicht suf dem Fahrrad zu transportieren.
Schau dir mal die coleman kochkisten mit externen tank an,
sicherer und einfacher zu händeln wie Petroleum & gas.
Heizleistung über 4 kw, da kocht das wssser nach wenigen minuten bei großer flamme.
Stesks lieben es ebenso kurz und knusprig gebraten zu werden.

supra
13.12.2017, 22:25
mmh, zwar habe ich Franzens Frage aus seinem Segelboot- background heraus verstanden, muss sie jedoch aus der meiner Erfahrung und meines Vaters heraus " negativ" werten.
Der " Alte" hat sein Leben lang , bis auf 5 Jahre mit einer HR94, Motorboote gefahren.
Seine letzten knapp 20 Jahre war er vornehmlich Binnen unterwegs. Komplette Niederlande, Den Rhein hinauf,Belgien, Paris, Berlin . Mecklenburger Seenppatte. Also da so .....Nebenbei hat er etliche Motoryachten durch diese Reviere u. Offshore überführt.
All seine eigenen Schiffe hatten immer nur Standardausrüstung in Sachen Energieversorgung. Bis auf elktr. Wasserkocher hatte er alles an Bord.TV, Laptops , Radar, Kühlschrank, Dusche, usw. usw. . Er hatte nie Probleme, war immer autark, Landstrom hatte er nie, nie. Einen Generator hatte er nie.
Und mal v. meiner Beobachtung her, ich kenne kein Fahrtenmotorbot , das wirklich als solches genutzt wird, mit Solarpanelen.


Franz will ja nun alles richtig machen, im vornherein.
Dat is so wenn macn sich ein neues Schiff kauft,da kauft man sofort einen zusätzl. ,großen Werkzeugkoffer den man meint unbedingt nötig zu haben.
Nachher stellt sich das als Fehlinvestition heraus.
Erst die Erfahrung, sprich das Erfahren, legt dar was individuell wirklich notwendig und sinnvoll und monetär machbar ist.
( Es gibt in diesem Thread wahrlich gute Tipps. Ich sehe sie alle unter einem großem " aber" , vor allem filtere ich sie nach individuellen Anforderungen, Bedürfnissen, nicht zuletzt techn. Vorraussetzungen.)

Anders ausgedrückt, das ( individuell) perfekt ausgerüstete Schiff kann man im Vornherein nicht erzwingen.man muss sich da herantasten, es im wahrstem Sinne erfahren.
Dieses " Erfahren " ist m. A. nach gerade der, oder auch ein Reiz.
Zumal diese Vorgehensweise ganz sicher weniger Lehrgeld kostet, den Skipper auch " auf Trapp" hält.

Was will unsereins,also auch ein Franz, mit einer von Beginn an perfekten Lösung die er sich nicht selbst erarbeitet hat ?

In diesem Sinne , ersteinmal losfahren , und dann.....

Ich denke Franz macht sich da , aus seiner in anderer Richtung gewichteten Erfahrung heraus einen zu großen Kopp.
Er " will" sein neues Schiff ausrüsten.
Was bei seinen Seglern Dekaden gedauert hat, geht meines Erachtens auch bei seinem Mobo nicht innerhalb eines Winters.
Ein Schiff muss wachsen--mit, und, durch den Skipper.





Ünrigens finde ich diesen " Vogel" recht informativ,
oder, wie man heute sagt, " authentisch" .
Chapeau .
https://booteblog.net/2015/01/26/unser-neues-boot/

Jugocaptan2
14.12.2017, 09:58
In den Tropen ohne Stromversorgung, als Solarpanele noch nicht verbreitet waren, haben die Gaskuehlschraenke hervorragend funtioniert. Die Temperaturen lagen zwar selten ueber 30 … 33 C, aber das Bier war immer schoen kalt. Generell kuehlen Gaskuehlschraenke auch heutzutage 25 … 30 C unter Umgebungstemperatur. Dennoch wuerde ich in der Kabine kein Gasgeraet 24/7, ohne Aufsicht und Verbindung nach aussen, betreiben wollen.

Wann hattest du den letzten Gaskühlschrank? Und Temp.differenz von 25 Grad gibt es doch höchstens im Eisfach.
Ich hatte 30 Jahre lang Gas-Kühlgeräte in meinem Sommerhaus, weis daher worüber ich schreibe.
Und "schön kaltes Bier" ist relativ :-)

haribo
14.12.2017, 10:21
Bis auf elktr. Wasserkocher hatte er alles an Bord.TV, Laptops , Radar, Kühlschrank, Dusche, usw. usw. . Er hatte nie Probleme, war immer autark, Landstrom hatte er nie, nie. Einen Generator hatte er nie.

dein papa hatte also nur akkus und lima oder doch ein klitzekleines kernkraftwerk? wie viele davon, würde als auskunft evtl. helfen,
hatte er warmes duschwasser? wohl eher nicht elektrisch, oder? wie hat er denn nu gekocht, der papa, bratpfanne auf den auspuff?

ich käme zu folgendem:
warmwasser per wärmetauscher sobald der motorläuft, für drei tage pause würde ich dann eher auf warmes wasser am 2.und 3. tag verzichten, bzw eben den speicher (80liter ?) etwas vergrössern und zusätzlich besser isolieren
kochen wie bisher... wie hattet ihr das nochmal gelöst?
den 230V TV erst im endgültigen, immobilem altersheim betrachten
wie kommt denn die energie vom konto aufs boot welche die lima dort liefert? also schaden silizium zellen nicht, solange du heute noch geld + guten montage platz hast
akku als EL speicher is ne ganz verbreitete optimierungsaufgabe... mach das also am besten einfach wie dein nachbar
haribo

grauwal
14.12.2017, 11:34
Vielen Dank für die sachlichen Hinweise, dass sie subjektiv sind schadet nicht. Im Gegenteil, das ist erwünscht.

@ Ulstue: Laptop, Handy, Musik, …. sind Peanuts. Zwei Kühlschränke können aber eine mächtige Bresche in den Vorrat schlagen. Darum ein modernes, verbrauchsoptimiertes Teil. Auf dem Haushaltssektor gibt es gute Erfolge in den letzten Jahren.

@ Sayang und Jugokapitän: Ein Gas-Gerät ist an Bord und wird auf der Überführungsfahrt getestet. Traue dem aber keine gute Wirtschaftlichkeit zu.

@ rw2: Toto, es geht in erster Linie um´s Kühlen, Kochen wie gehabt mit Gas. So ´ne Gasflasche trage ich an der Uhrkette.

@ Supra: "Erfahren", guter Rat. Das halten wir so wie beim letzten Boot. Punkte die klar sind werden sofort erledigt, die anderen optimiert und "erfahren". Um ein Konzept zu erstellen braucht man eine Alternative; die zu bewerten ist Ziel dieses Threads.

@ haribo: Das ist mein erster Ansatz. Heißwasserspeicher (Kühlwasser) ist an Bord und soll locker drei Tage Warmwasser bieten. Kochen, Heizen mit Gas (vorhanden). Kühlen wahrscheinlich mit Wandler und Haushaltskühlschrank, wird auf der Überführung getestet. Für die Optimierung von Kraftwerk und Speicher soll dieser Thread Anhaltspunkte liefern, … und so´n Mobo ist schon ganz schön nah an der Immobilie :)

Gruß Franz

haribo
14.12.2017, 12:11
gibts nicht mechanisch angetriebene kühl(wärme)pumpen?, dann wäre die kühlbox, ebenso wie der warmwasserspeicher, am besten durch zusätzliche isolierung zu verbessern... darauf beruhen ja auch die meisten fortschritte im haushaltsbereich

bzw du must halt den dreitage bierbedarf bei der anreise schon temperieren, genau wie den duschwasserbedarf

für berlin könnte ich dir evtl aushelfen...
haribo

Sayang
14.12.2017, 23:51
Wann hattest du den letzten Gaskühlschrank? ...
Ich habe immer noch einen. Die geschilderten Erfahrungen sind jedoch 30 bis 40 Jahre alt.

grauwal
17.12.2017, 10:33
Informationen aus der Wohnmobilszene "Wohnmobilhandbuch, Rainer Höh":

Gaskühschrank:
- Temp.-Diff. bis 25° möglich
- Durchschnittlicher Verbrauch im Gasbetrieb 250g/24h, d.h. 30kg in 120Tagen. Halbe Laufzeit immer noch 15kg, ca.100W im E-Betrieb.
Das mag für den Wochenend-Betrieb i.O. sein, Langzeit nicht.

Gruß Franz

Salzfuß
17.12.2017, 20:02
Moin grauwal,

meinem Boot ist es grunsätzlich egal ob es einen Mast hat oder nicht, solange wir vor Anker liegen. Insofern ist der Anspruch an die Stromversorgung gleich: Es soll genug Strom produziert und dann auch nutzbar vorgehalten werden.

Ich liege ausschliesslich vor Anker und lebe auf meinem Boot, also darf ich mitreden.

Strombedarf über Nacht (d.h. keine Sonne scheint und es wird nur Strom entnommen): ca. 50 Ah.
Betrieben wird:
- Kühlschrank (Toploader 100 l , 12V Kompressor Danfoss 35 mit Aussenhautkühlung)
- Laptop, manchmal auch 2
- Beleuchtung (mix aus LED und Halogen)
- Stereoanlage
- el. Wasserversorgung
- LED Ankerlicht, LED Cockpitlicht
- 1500 W Inverter für 110 / 220V

Kraftwerk: 410 W solar panele (4x 90 W 1x 50 W)

Stromspeicher: 4x 6V 225Ah (Trojan T-105) → 450 Ah bei 12V

Warum so groß? Da ich 45 – 50 Ah verbrauche sind die Batterien morgens auf ca. 90 %; bei ein oder 2 Tagen mit bedecktem Himmel komme ich gerade so auf etwas unter 80%. Das mögen Batterien.
Wenn ich an sonnigen Tagen schon mittags voll bin (meine Batterien), nutze ich den Überschuss um elektrisch Heißwasser zu machen, den Laptop zu laden oder mein Soundsystem ordentlich aufzudrehen.… Man kann dann auch seinen Wassermacher oder Waschmaschine laufen lassen.

Ein handelsüblicher Hauskühlschrank wird die kostenmässig günstigere Entscheidung sein, denn der ganze Yacht-Mist wird ja wie als “vergoldet“ gehandelt….

Gas benutze ich nur zum kochen, da bin ich dabei und nicht evtl. an land…..

Es kommt extrem darauf an wo du dich aufhältst, hier in der Karibik habe wir mehr Sonne als gut tut, aber immer volle Batterien. Solltest du mehr verbrauchen wollen, und dich in (Nord-)Europa aufhalten würde ich die Anzahl der Zellen verdoppeln. Theoretisch.

Fahr doch erstmal los, mit 400 W Zellen und einem guten Laderegler der auf den doppelten Ampere-input ausgelegt ist und dann schaust du ob du aufstocken musst, und wieviel.

Das wichtigste deiner Anlage ist der Batteriemonitor. Wieviel geht rein? Volt? Wieviel ging raus? Wie voll sind die Batterien?
Ich habe seit fast 8 Jahren den Victron Energie BMV 600S und bin super zufrieden, schaue morgens als erstes und abends als letztes drauf und habe immer einen Überblick. Auch gut um Stromfresser zu enttarnen…

Noch ein Wort zum Inverter: Falls man mal eine Bohrmaschine, Flex o.ä. betreiben möchte darf das gute Stück nicht zu mager ausfallen, deshalb für mich 1500W. (Anlaufstrom)

Warum eine geteilte Versorgerbatterie? Kläre mich bitte auf, ich sehe dabei keinen Vorteil.
Eine große Bank kann mit grossen Entladungen umgehen, aber auch mit geringen Ladungen.

Allzeit handbreit!

grauwal
18.12.2017, 13:24
........ egal ob es einen Mast hat oder nicht,
......., hier in der Karibik
........Warum eine geteilte Versorgerbatterie? ......


.... stimmt, die elektrischen Eigenschaften bleiben gleich. Allerdings will ich bei einem sportlichen, leichten Segelboot das Blei nur dort haben wo es ein aufrichtendes Moment erzeugt, Beim Mobo kommt es auf einen Schnaps nicht an.
....... Karibik muss ich noch auf Mitteleuropa umrechnen. Wenn es aber knapp werden sollte steht hier in Westsibirien immer eine Steckdose zur Verfügung. Nummer-sicher muss nicht ganz so groß geschrieben werden.
...... altes deutsches Sprichwort: Geteilte Batterie ist doppelte Ah. Handhabung, eine 125Ah Batterie wiegt fast die Hälfte von einer mit 250Ah.

Vielen Dank für die Erfahrungswerte
Gruß Franz

grauwal
19.06.2018, 20:13
Der letzte Stand (Kopie des Beitrags aus "Elektrogedöns")

Ich möchte über den derzeitigen Status berichten.
Die Funktion der Geräte ist geklärt. Ich werde mich jedoch hüten einen neuerlichen "Gelehrten"streit anzufachen.

Hinzugekommen ist eine Solarstromkombination von 300W(Peak) und einem DC/AC- Wandler. Der betreibt einen gewöhnlichen Haushaltskühlschrank höchst wirtschaftlich und eine Reihe kleiner 230V-Geräte. Damit ist das Boot stromautark, selbst ohne Motoreinsatz.

Jetzt kann man nur hoffen, dass das ganze Gedöns viele Jahre störungsfrei arbeitet.

Die Erweiterung der Anlage wurde mit tätiger Hilfe eines alten Segelkumpels durchgeführt, danke Jürgen!

Gruß Franz