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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Aus Fehlern lernen



Strandpirat
13.11.2001, 14:28
Moin Ihr Bilgenkrebse.
Jeder der Segelt hat schonmal so richtig Mist gebaut, meist mehr als einmal. Den gleichen Fehler macht man allerdings selten zweimal. Ist es so, dass jeder seine eigenen Fehler machen und daraus lernen muss? Da wir völlig unter uns sind könnten wir uns doch auch mal gegenseitig unsere grössten Klöpse anvertrauen, oder? Zum einen hat das einen nicht zu unterschätzenden Unterhaltungswert und zum anderen kann vielleicht der eine oder andere gerade diesen Fehler vermeiden, wenn er in eine ähnliche Situation gerät.
Ich fang mal an:
Segeltörn rund Elba mit Abstecher nach Capraia. Letzter Tag, bislang nur schwache Winde gehabt und immer schön sinnig die An- bzw. Ablegemanöver gefahren (Muring, Römisch-Katholisch), ihr kennt das ja - in der Ruhe liegt die Kraft.
An DEM Tag kam der Wind mit 7-8 Bft aus NW. Wir können vorwärts ablegen, gegen den Wind, wieder schöööön sinnig, danach hart steuerbord, also Wind von backbord und - schiete- nicht genug Ruderwirkung und der Seitenwind drückt uns gegen die Yachten die eben noch unsere Nachbarlieger waren. Deren Muringleinen laufen unter unseren Schiff durch, vorwärts geht gar nichts weil eine Leine genau vor dem Kiel steht. Abdrücken? Vergiß es, eine 35`` Yacht drückst du nicht ab, jedenfalls nicht lange bei dem Wind. Gerettet hat mich der Radeffekt beim Rückwärtsschub und das Ausnutzen einer kurzen Windpause. So schnell bin ich seitdem nie wieder aus einem Hafen gefahren. Der Rest war zwar sportlich aber händelbar incl. Anlegen.
Was habe ich gelernt? Bei viel Wind ist Schluß mit dem soften Umgang am Gashebel. So schnell wie möglich Ruderwirkung bekommen. War allerdings auch ein echter Anfängerfehler aber sehr effektiv was den Lerneffekt angeht.
Euer Strandpirat

stef0599
13.11.2001, 14:52
Hi Sailors !

Was mir immer wieder passiert : Anlegen in einer Box, aus welchem Grund auch immer geht nur eine mit seitlichem oder achterlichem Wind ab 5 Bft aufwärts, da heißt es mit Schwung rein, sonst hängt man schief drin. Also hopps, Achterpfähle die Festmacher drauf und hoi - is das schnell und der steg kommt sooooo schnell näher, aber langsamer gehts nich, da sind ja Nachbarn, doch volle Pulle rückwärts, bremst aber nicht so richtig - war halt zu spät schwupps, Steg geknutscht. Ups.

Der dickste Klopper aber war: Überführung ins Winterlager Anfang Oktober von Heiligenhafen in die Orther Bucht. DP 07 meldet Sturmwarnung für den nächsten Morgen. Es ist Anfang Oktober, 19:45 - stockeduster, aber noch gerade mal 2 Bft. Ha, das kennen wir doch wie unsere Westentasche, also jetzt rüber und am nächsten Morgen gelassen bleiben. Blöd nur, daß die Untiefentonne schwarzer Grund vor Fehmarn zum einen nicht beleuchtet ist. Is aber nicht schlimm, wir haben ja einen GPS Plotter und einen starken Handscheinwerfer, werden wir schon finden. Das die Tonne aber jedes Jahr Ende September eingezogen wird hätte man uns ja ruhig mal sagen können. . . Wir haben eine Stunde lang diese blöde Tonne gesucht, bis wir dann den Anfahrtweg in die Orther Bucht geändert haben und uns wirklich langsam vorgetastet haben. Was ich draus gelernt habe ? Nun, mal regelmäßig beim Hafenmeister nach den neuesten nautischen Mitteilungen zu schielen, vielleicht ändert sich ja doch was.
--
mfg
Stef
E-Mail im Profil

Klotzfisch
13.11.2001, 21:41
Moin,
Nun stef zumindest das mit der Tonnne hast du behalten denn das konntest du mir noch schreiben und ich abschreiben auf Papier bevor der Chat heute zusammenbrach. Dank dafür

der Klotzfisch

Christoph
14.11.2001, 10:58
Unsere Spitzenleistung war eigentlich 1998 in Kroatien.
Am Vorabend kam eine grosse Charteryacht mit drei Personen rein und hat sehr unschön neben uns festgemacht.
Unschön deshalb, weil König-Rudergänger seine zwei Frauen kreuzweise beschimpfte was sie alles falschtäten und selbst dabei den grössten Mist fabrizierte.
Der Hafenmeister stand nur mit schüttelndem Kopf da, uns war`s so peinlich das wir uns ins Schiff verzogen haben.

Selbiger Oberlehrer stand am nächsten Morgen bei unserem Ausklarieren neben uns und studierte die ausgehängte Wetterkarte mit Kommentaren wie..."na da kommt ja was auf uns zu...das ist bald hier" und "Na, bei der Vorhersage laufen wir nicht aus!"
Wir sind dann erhobenen Hauptes und mit Kommentaren wie "Der Blödmann..." zu unserem Schiff und sind aus Split raus Richtung Norden.
Keine Stunde später schlief der schwache Wind gänzlich ein, Regen setzte ein, Wind kam aus entgegengesetzten Richtung immer stärker werdend und ein heftiges Gewitter setzte ein...
Wir hatten alle Mühe mit dem Wetter zurechtzukommen.
Merke:
Auch ein verpatzter Anleger macht noch keinen perfekten Blödmann!
Oder: Wetter wird oben gemacht, also vor dem Auslaufen mal hochschauen!

Marty
14.11.2001, 11:21
Mein dickster Klops dieses Jahr:
In der Meerenge zwischen Naxos und Paros mit 4 Windstärken raumschots bei herrlichsten Bedingungen auf Südkurs unterwegs. Alles Klasse an Bord, vielleicht beisst sogar ein Fisch an, wir schleppen ca. 30 m Angelleine mit viel Blei dran hinterher...Das leider auch noch, als wir mitten durch das vor Naxos gelegene Surfrevier fahren. War klar, dass sich da einer böse verfangen musste...hoffentlich ist ihm nix passiert. Zum Glück haben wir den Surfer wie beim MOB-Manöver beobachtet, und konnten sehen, dass er erst mal nicht mehr aus dem Wasser kam. Wir waren aber hinterher aufgrund der grossen Anzahl Surfer und des Seegangs letztendlich unsicher, ob wir wirklich den Richtigen beobachten. Wir haben schliesslich gehalst, um wieder zum Ort des Geschehens zurückzukommen, aber da waren schon andere Surfer und dann meinen wir gesehen zu haben, dass der Gute zum Glück wieder auf sein Board geklettert und Richtung Strand abgedüst ist. Wie gesagt, eine dicke Entschuldigung an alle Surfer und wenn man meint, unbedingt etwas hinter seiner Yacht herschleppen zu müssen, dann nur wenn man sicher ist, dass man keinem in die Quere damit kommt. Am besten lässt man es ganz bleiben.

M.

Raymond
14.11.2001, 21:31
Meine erste navigatorische Heldentat ...

war auf unserer ersten Seereise überhaupt mit einem Seekreuzer in der Ostsee von Mommark Richtung Flensburger Förde. Ein Blick in die Seekarte zeigte die 2-m-Linie, die ich bewußt und mit Respekt wahrnahm.
Hoch am Wind schrubbte ich um die Huk, meine Familie stolz auf meine naviatorischen und seeglerischen Fähigkeiten. Da erblickte ich die freundlicherweise ausgestellten Pricken der 2-m-Linie und freute mich über so viel Freundlichkeit gegenüber den Seefahrern.
Mit 25 Grad Lage staunte ich über den Herrn in Gummistiefeln, der nur drei Meter von den Pricken landeinwärts kopfschüttelnd uns beobachtete. Da rummste es schon und wir sassen mit der gleichen Lage auf Steinen.
In überlegener Ruhe kommandierte ich alles Lebendgewicht auf die leeseitig ausgestellte Baumnock bis auf meine Tochter, die brav am Gashebel rührte. So kamen wir doch noch frei.

Was habe ich gelernt?
Pricken haben gar nie nichts mit einer Tiefenlinie zu tun, auch wenns so aussieht und Fischer können doch nicht auf dem Wasser gehen ...

Har har

Ray

basti
15.11.2001, 17:53
offtopic on:


apropos bilgenkrebse........sowas hatte ich letztes jahr....eine ausgewachsene krabbe in der trockenen bilge (gfk boot). woher kommt denn sowas?

und vorallem was frisst das vieh da unten????da ist ja nix......lebensmittel waren auch keine angefressen....

offtopic off
cu basti

Christoph
15.11.2001, 21:33
...lasst uns beim Thema bleiben!
Ich finde das ist der interessanteste Punkt auf diesem Forum.
Leute beschreibt Eure Missetaten!!
Über andere lästern fällt jedem leicht.

FBrinken
19.11.2001, 20:30
Na ja,
da kann ich auch etwas beitragen. Es war ein schöner Sonntag nachmittag und wir entschlossen uns, für die Nacht in den
königlichen Yachtclub in Muiden zu gehen. Also Segel dicht,
und hinter einem mindestens 44 Fuss 2 Master her in Richtung
Pils und Genever.
Der kürzt vor dem Hafen ab und wir mit unseren 38 Fuss mit
ca. 5.5 kn unter Gross und Genua hinterher. Der muss doch mindestens 2.5 m Tiefgang haben!
Ca. 150 m vor der Hafeneinfahrt verneigte sich unser Schiff vornehm vor den auf der Terasse sitzenden Clubmitgliedern im feinen Zwirn, die mit Interesse und wohl auch deftigen Kommentaren unsere Versuche zum Freikommen beobachteten. Schliesslich half uns der Hafenwart mit seiner kräftigen Barkasse aus dem Schlick.
Im Hafen traf ich dann den Eigner des Zweimasters. " ja, mit Kielschwert und 1.5o Tiefgang kann man da problemlos abkürzen!"

Nun am Abend waren wir NICHT im Yachtclub an der Bar oder im Restaurant, sondern es gab Pappbecher und Fischbrötchen. Bin heute definitiver Fan von betonnten Fahrwassern geworden und war nie weider in Muiden!

Strandpirat
20.11.2001, 09:08
Original von FBrinken:
Na ja,
da kann ich auch etwas beitragen. Es war ein schöner Sonntag nachmittag und wir entschlossen uns, für die Nacht in den
königlichen Yachtclub in Muiden zu gehen. Also Segel dicht,
und hinter einem mindestens 44 Fuss 2 Master her in Richtung
Pils und Genever.
Der kürzt vor dem Hafen ab und wir mit unseren 38 Fuss mit
ca. 5.5 kn unter Gross und Genua hinterher. Der muss doch mindestens 2.5 m Tiefgang haben!
Ca. 150 m vor der Hafeneinfahrt verneigte sich unser Schiff vornehm vor den auf der Terasse sitzenden Clubmitgliedern im feinen Zwirn, die mit Interesse und wohl auch deftigen Kommentaren unsere Versuche zum Freikommen beobachteten. Schliesslich half uns der Hafenwart mit seiner kräftigen Barkasse aus dem Schlick.
Im Hafen traf ich dann den Eigner des Zweimasters. " ja, mit Kielschwert und 1.5o Tiefgang kann man da problemlos abkürzen!"

Nun am Abend waren wir NICHT im Yachtclub an der Bar oder im Restaurant, sondern es gab Pappbecher und Fischbrötchen. Bin heute definitiver Fan von betonnten Fahrwassern geworden und war nie weider in Muiden!



Moin,
ja, ja *lach*, das kenne ich. Besonders schön ist es, wenn dir zig Leute zuschauen und sich genüsslich zurücklehnen während du dich abstrampelst. Bin im Sommer mit einem Dyas auf dem Comer See unterwegs gewesen. Die Fock war bereits beim Start nicht mehr so taufrisch (dies zu meiner Ehrenrettung). Nun ja, im Verlauf unseres kleinen Familiensegelausflugs zerfledderte das Teil völlig und ich legte mit völlig zerfetztem Vorsegel unterhalb einer voll besetzten Clubterrasse an, mit ausnahmslosen interssierten Beobachtern. In diesen Momenten wünscht man sich echt weg.
Gruß
Strandpirat

BuBu_von_der_Flexen_Hex_n
16.08.2002, 18:04
Original von Marty:
Mein dickster Klops dieses Jahr:
In der Meerenge zwischen Naxos und Paros mit 4 Windstärken raumschots bei herrlichsten Bedingungen auf Südkurs unterwegs. Alles Klasse an Bord, vielleicht beisst sogar ein Fisch an, wir schleppen ca. 30 m Angelleine mit viel Blei dran hinterher...Das leider auch noch, als wir mitten durch das vor Naxos gelegene Surfrevier fahren. War klar, dass sich da einer böse verfangen musste...hoffentlich ist ihm nix passiert. Zum Glück haben wir den Surfer wie beim MOB-Manöver beobachtet, und konnten sehen, dass er erst mal nicht mehr aus dem Wasser kam. Wir waren aber hinterher aufgrund der grossen Anzahl Surfer und des Seegangs letztendlich unsicher, ob wir wirklich den Richtigen beobachten. Wir haben schliesslich gehalst, um wieder zum Ort des Geschehens zurückzukommen, aber da waren schon andere Surfer und dann meinen wir gesehen zu haben, dass der Gute zum Glück wieder auf sein Board geklettert und Richtung Strand abgedüst ist. Wie gesagt, eine dicke Entschuldigung an alle Surfer und wenn man meint, unbedingt etwas hinter seiner Yacht herschleppen zu müssen, dann nur wenn man sicher ist, dass man keinem in die Quere damit kommt. Am besten lässt man es ganz bleiben.

M.



Fuer solche Faelle habe ich eine grellgruene Pappe mit der Aufschrift "300 m" an Bord, die ich laut schreiend hochhalte, wenn mal wieder jemand meine Angelleine kreuzen will.... funktioniert...meistens...sonst ist wieder ein 9 Euro-Wobbler weg...


--
Grüße
Hans, der BuBu
http://buchtenbummler.de

Virus
16.08.2002, 22:49
Moin,
vor 25 Jahren oder so: Null Ahnung, Segeljolle gekauft, zur Möhne gefahren, Segel hochgezogen und die "Bänder" so fest verknotet, das die Segel so standen, wie bei den anderen Booten.
Mitte der Möhne, blub...blub...blub...abgesoffen.
Boot quasi zu 99% unter Wasser ans Ufer geborgen, heim gefahren, Buch "der kleine Segler" gekauft und es am nächsten Wochenende richtig gemacht.
Gruß Willy

SeeBjoern
20.08.2002, 13:56
Kennt ihr das auch - tausend mal vorbei gefahren ...

Die Situation: Auslaufen Kiel, immer schön wo man ja schon soo oft war, Brötchen geschmiert und Anweisungen an den Rudergänger "aus dem Schlaf" nach oben gemeldet. Dann nach oben das unheilvolle "jetzt dreh ein" - weil man das ja blind in der Nacht kann ...
Der beruhigende Spruch des Rudergängers nach einiger Zeit: "Schau mal, da vor uns schwimmt eine Möwe so komisch", gleich gefolgt von "Nee, die steht da" eines Sonnengastes ...

Ich bin noch nie so schnell im Cockpit gewesen um mit mächtig Lage abzudrehen.

Merke: Trau niemandem, vor allem nicht Dir selbst.

Gruss
SeeBjoern

Don_Christobal
04.09.2002, 12:51
Hallo,
vor ein paar Jahren machte ich meinen ersten Charter-Törn mit Segelboot, auf der Müritz mit meiner Freundin. War eine First 235, reicht für 2 Personen. Sind in Waren ausgelaufen, bei Flaute.
Weiter südlich fing es an leicht zu regnen und der Wind briste ein wenig auf, achterliche Richtung. Nuja, da kannst du ja wenigstens probieren, das Groß hinzuziehen, dacht ich mir.

Das hat auch gut geklappt. Man steht dann da, freut sich, "daß das alles so schön klappt" und oho, is ja doch ein bisschen Fahrt drin, freufreu. Und so ging das weiter. Irgendwann hats dann angefangen, leicht zu schauekln. Hmmm, is doch kaum Wind (wie gesagt, der kam ja von achtern...).
Sehe dann steuerbord querab eine 33-Fuss-Yacht, die bös auf der Backe liegt, Groß 2fach eingerefft (ich hatte es voll oben).
Und hab mir gedacht, najaa, du kannst ja ma ein bisschen anluven...

Ums kurz zu machen, wir hatten ganz ordentlich unsern Schaff, um bei dem anschliessenden Wetter und ordendlich Lage nach Rechlin in den Hafen zu kommen.

Fazit:

SEI AUFMERKSAM !
REFFEN HAT NICHTS MIT FEIGHEIT ZU TUN !
TRAUE KEINEN WETTERBERICHT !
(der sprach an dem Tag von 1-2, heiter bis wolkig.)

UND:

UNTERSCHÄTZE NIE EIN REVIER !
(Das "bisschen" See hat locker 6 Bft. und 1 Meter Welle zustande gebracht).

Grüsse
Don

[ Dieser Beitrag wurde von Don_Christobal am 04.09.2002 editiert. ]

[ Dieser Beitrag wurde von Don_Christobal am 04.09.2002 editiert. ]

Albion
09.09.2002, 20:34
Moin!
Okay, dann will ich auch mal meine Peinlichkeiten zum Besten geben.

1999, wir hatten unser Boot (Leisure 17) gerade in der ersten Saison, verließen wir eines Morgens unseren Gastliegeplatz in Missunde (Schlei). Mein Bruder stand vorne, hatte uns aus der Box gedrückt und nahm dann die Vorderleine ab. Das Boot ist klein, mein Bruder nahm mir jegliche Sicht nach vorn, aber wir waren quer zu den Pfählen, also gebe ich Gas. Und baller volles Kanonenrohr mit dem Bugkorb gegen einen Pfahl. Zwar lagen wir in einer ca. 9m Box, aber kurz daneben begannen die 12m Boxen. Der Bugkorb ist noch immer verbogen.

Der zweite Streich, dasselbe Jahr, nur Tage später:
Erfahrung hatten wir in der Zeit (wir segelten seit Jahren erst wieder etwa eine Woche) keine, also dachte ich mir, wenn man nur mit Fock bei achterlichem Wind an eine Festmachertonne bei einer Brücke ranfährt, kurz zuvor die Schoten losschmeißt und im vorbeigleiten den Piekhaken in die Öse der Tonne hält, könnte man das Boot in einer Drehung zum Stehen bekommen und festmachen. Daß das nicht funktioniert, ist eigentlich logisch. Aber es kam noch viel besser: ich hake den Piekhaken da ein, doch hatte ich mich zuvor nicht vergewissert, ob er fest zusammengeschraubt ist (Teleskopgriff). Also zog sich der Piekhaken immer weiter in die Länge, bis er mit einem *Fump* auseinanderfiel. Während die eine Hälfte mit dem Haken an der Tonne hing, starrte ich erst nur verdutzt auf die andere Hälfte in meiner Hand, während wir weiter auf die Brücke zutrieben. Plötzlich bekamen wir Panik (denn man treibt ja auch SOFORT gegen die Brücke und verbiegt sich das Rigg ;-) ) und starteten den Motor. Der Quirl war aber immer zuverlässig, sprang i.d.R. beim ersten Versuch an, und wir schafften es tatsächlich, zur Tonne zu motoren und bekamen sowohl unseren Piekhaken wieder, als auch die Gelegenheit, an der Tonne zu liegen.
Mittlerweile wissen wir, daß das sowieso nicht funktioniert, aber auch, daß man nicht sofort vertreibt. Heute würden wir uns nur noch über die Situation kaputtlachen - beziehungsweise: wir tun`s.

Der dritte Streich, ich weiß nicht mehr genau, wann:
Nach kurzem Ankerliegen möchte ich weiter. Aus Bequemlichkeit nahm ich eine meiner Festmacheleinen als Ankerleine, damit ich die nicht vorne im Ankerkasten verstauen muß (war alleine unterwegs). Ich ziehe zuerst das Groß hoch, löse vorn die Ankerleine und bewege mich damit ins Cockpit, um von dort aus den Anker reinzuziehen, damit ich nicht vorne rumturnen brauche. Ganz logisch, was passiert: dadurch, daß ich nicht vom Bug aus ziehe, kommt Wind in das Segel, ganz egal, wie die Schot steht (bzw. je weiter raus, desto schlimmer). Also hängt der Anker noch im Mudd, während das Boot losfährt und ich das Ganze nur mit meiner Hand halte. Aber, wie das so ist, bricht man sich lieber fast die Griffeln, als den Anker loszulassen. Immerhin ein "teurer" Klappdraggen für 35 Mark ;-). Also bringe ich alle Kräfte auf und "gehe" nach vorn, wo ich wieder alles unter Kontrolle bringe. Nur der Weg an den Wanten vorbei war knifflig.
Auch das ist aus heutiger Sicht total bekloppt, witzig und kommt wohl nicht wieder vor (außer bei totaler geistiger Umnachtung).

Und den vierten Streich spielte mein Bruder:
vor etwa einem Monat mußten wir (mittlerweile motorlos) gegen recht starken Wind in unseren Hafen. Zum Kreuzen ist es viel zu eng, zum Paddeln zu windig. Also hangeln wir uns von Pfahl zu Pfahl, mit Hilfe des Piekhakens. Irgendwann bekommt mein Bruder jedoch das Ende des Piekhakens in den Jackenärmel. Das Boot, gut in Fahrt durch das Hangeln, drückt - mit meiner Hilfe, denn ich habe das nicht gesehen - immer weiter voraus. Der Piekhaken hatte sich aber auch am Pfahl verklemmt. Also wird die Distanz Jackenärmel <--> Pfahl immer kleiner, bis der Piekhaken plötzlich abbricht. Die Dinger sind ja nur für Zug-oder Druckbelastung, aber nicht für Biegebelastung ausgelegt. Ärgerlich aber eben, daß er die Festmachetonnen-Aktion drei Jahre zuvor überlebt hat und dann so ein jähes Ende fand.... .

Ich glaub`, das wars.


@Virus: warum ist Dein Boot abgesoffen?

@Seebjörn: was ist ein Sonnengast?
--
Gruß

Nils

Leisure 17 &quot;Albion&quot; (http://members.surfeu.de/albion)

michaelr
09.09.2002, 22:27
Hallo,
nette &quot;Hall of fame&quot; hier. Dann will ich auch mal meinen Senf dazu geben:

1.) Früher habe ich mal beim Übertragen der Wegpunkte zum GPS die Fusspunkte der Tonnen angeklickt. Bei einem Nachttörn kam dann mein gerade Wache haltender Freund runter ( ich schlief gerade seelig ) und meinte das wir beinahe die Tonne gerammt hätten. Scheint wohl öfters zu passieren. Ich habe zumindestens von einen gehört, der sich so sein Boot ruiniert hat. Fazit: Wegpunkte immer in gehörigen Abstand zu den Tonnen setzen.

2.) Irgendwelche Leute schreiben ja immmer, dass die Segel klar zu setzen und der Anker klar zum Fallen sein soll. Das war für mich immer so ein theoretisches Gerede. Situation: Auflandiger Wind und wir fahren am Pier lang ( ca. 10m Abstand ). Die Maschine bleibt stehen. Ich hab noch mehrmals versucht die Maschine ans laufen zu bringen ( das war fast einmal zuviel ).Dann die Segel gesetzt und ca. 1/2m am Pier vorbeigerauscht. Fazit: Segel und Anker klar ist sinnvoll. Abstand halten auch, wenn es geht ! Immer zuerst die Segel setzen.

3.) Ankern: An beliebten Ankerplätzen niemals damit rechnen, dass alle ihr Ankerlicht einschalten. Insbesondere bei totaler Dunkelheit äusserst unangenehm.

4.) Immer einen Reserve-Impeller dabei haben.

5.) Immer ein Handtuch dabei haben !

Handbreit,
Michael

Ruppert
13.09.2002, 18:22
Beste Revierkenntnis kann zu einer gewissen Luschigkeit führen. Wir sind in stockfinsterer Nacht mal vom Ijselmeer nach Den Helder in der Waddensee gefahren. Wir waren vorher schon 12 Stunden unterwegs. Da das unser Heimatrevier ist, passen wir weder auf, noch beobachten wir das GPS, von Wegepunkten ganz zu schweigen. Plötzlich entdecke ich überall um uns herum Pricken und die stehen im Watt nur dort, wo es verdammt flach ist und das bei ablaufendem Wasser. Ist noch mal ohne Grundberührung gut gegangen.

In England habe wir mal erlebt, was Müdigkeit mit einem anstellt: Wir waren schon ohne zu schlafen etwa 19 Stunden unterwegs und freuten uns die Ansteuerungstonnen Lowestoft zu sehen und sind zum Hafen eingedreht. Plötzlich heftige Grundberührung. Wir sind aus eigener Kraft wieder frei gekommen und dann erstmal zu der Tonne zurückgefahren. Dort sahen wird dann unserer Fehler: Es war nicht die Holt Süd sondern die Holt East! Wir haben erstmal an der Tonne festgemacht, was bei der Ströumung ein schwieriges Unterfangen war, eine Suppe gemacht und nochmal alles gründlich nachgeschaut bevor wir weitergefahren sind. Unser Fazit: Müdigkeit ist gefährlich und man sieht am Schluß nur noch das, was man sehen möchte.

Tilo
16.09.2002, 23:30
Na dann reihe ich mich mit meinem Klops des Jahres in die Hall of Shame ein, vielleicht kommt Ihr ja schon beim Mitlesen darauf, was ich alles falsch gemacht habe.

Ich bin am 10. Juli (das war der Tag, als dieser Sturm über ganz Deutschland wütete) mal eben kurz zum Takelmast zur Werft nebenan rübergefahren, weil ich den Verklicker richten wollte. Da es ein wunderschöner Tag war (Sonne, warm, leichter Wind ca. 3Bft.), bin ich trotz der miesen Wettervorhersage noch ein Stückchen über den See gesegelt und habe in einer Bucht geankert, um mir eine Suppe zu kochen. Weil in der Bucht kaum Wind stand, habe ich die Genua nur mit einem (1) Stropp an die Reling gelascht (ich habe keine Rollfock, sondern fahre Stagreiter-Vorsegel) und auch das Großsegel nur lose auf den Baum gebunden.

Als ich dann das Unwetter herankommen sehe (und die Sturmwarnleuchten hektisch blinken sehe), werfe ich - denn es herrscht inzwischen die berühmte Flaute vor dem Sturm) - den Motor an und dampfe gen Heimat. Dahin ging es nach Westen, genau die Richtung, aus der ich nach viel zu kurzer Zeit eins auf die Mütze bekam. Wäre ja alles in Ordnung gewesen, wenn nicht... ja wenn nicht der Motor (Einbaudiesel) verreckt wäre.

Nun ging der Ärger los: Ohne Maschine hielt das Boot natürlich nicht mehr gegen die Wellen (verdammt, warum sind die so schnell da und vor allem so hoch?) und schlug quer. Der Wind packte nun von hinten in die nur lose gelaschten Segel, die Genua wickelte sich um eine Relingsstütze, das Groß verhedderte sich mit den Latten in der Laschleine bzw. umgekehrt. Irgendwann schaffe ich es, das Groß zu klarieren, zu setzen und gleichzeitig ein Reff reinzubringen. Da ich aber schon längst vor Topp und Takel ablaufe, kommt das feindliche Ufer immer näher (auf der Logge lese ich zwischendurch mal 8,6kn (nach Fehlerkurve ca. 8,2 echte kn), das ist ganz schön schnell für eine Delanta).

Nur mit Großsegel kann ich mich nun zwar vom Ufer freihalten, aber an einen stabilen Kurs heimwärts gegenan (inzwischen blasen 8 Bft.) ist ohne Vorsegel nicht zu denken. Aber immer wenn ich versuchte, nach vorne aufs Vorschiff zu hechten (ich war alleine unterwegs), schlug das Schiff in der Welle quer. Also immer ein Stück rauskreuzen und dann wieder ablaufen und nach vorne und versuchen, die Genua hinter der Reling rauszubekommen. Das klappt leider nicht, der Wind reißt mir das Tuch immer wieder aus den Fingern und dann ist das Ufer auch schon wieder da.

Also sch... ich irgendwann auf das Vorsegel und beschließe, den Hafen von Feldwies anzulaufen und dort erstmal festzumachen, denn so langsam lassen die Kräfte auch nach. (Die Delanta ist auch unter Großsegel wunderbar zu manövrieren.) Aber... ich hatte im Hinterkopf, daß die Rinne in die Bucht hinein recht schmal ist, und ich konnte in den Wellen die gelbe Untiefenboje einfach nicht finden. Und bei der Welle ziehe ich noch mal einen Meter bei den Flachs links und rechts ab. Leider sah sich die Besatzung des Wasserwacht-Bootes, das zwischendurch mal vorbeikam, sich auch nicht im Stande, mir da Auskunft zu geben, da sie sich nicht auf Rufweite (8 Bft. machen einen Heidenlärm in den Ohren) herantrauten und ich zu meiner Überraschung feststellte, daß ich völlig heiser war.

Also bin ich erstmal eine weitere Viertelstunde vor der Bucht hin- und hergekreuzt, bevor ich mich reintraute (und außerdem brauchte ich auch bestimmt 20 Anläufe, bevor ich Vorleine und Fender belegt hatte, weil... s.o.).

Zum Glück standen eine Menge anderer Segler dort am Steg bereit, um mir beim Anleger zu helfen (die hatten mit Begeisterung eine Dreiviertelstunde lang mein &quot;Manövertraining&quot; beobachtet). Der Anleger unter Segel klappte dann tadellos (uff!) und der Hafenmeister lud mich erstmal auf ein Bier ein. (Dafür und alles weitere noch mal vielen Dank an den SCCF.)

So, wie viele Fehler habt Ihr jetzt erkannt?

Ich habe aus der Aktion folgendes gelernt:

1. Segle bei Unwetterwarnung nicht zu weit raus, wenn überhaupt. Und schon gar nicht alleine.
2. Mache erst recht keine Pause vor Anker.
3. Falls doch, sichere Deine Segel immer sturmfest.
4. Schlage rechtzeitig ein kleines Vorsegel an, auch wenn Du glaubst, daß Du es nicht brauchen wirst (weil Du ja motorst).
5. siehe 4. fürs Reff im Großsegel
6. Verlasse Dich niemals auf Deine Maschine!
7. Wenn Du das Gefühl hast, Deine Maschine benimmt sich komisch, dann schau erst nach, warum, bevor Du das nächste Mal rausfährst.
8. Zieh beim Motoren gegenan das Großsegel hoch, solange Du noch Ruhe dazu hast.
9. Lerne die Karte, insbesondere alle potenziellen Ausweichhäfen Deines Revieres vorher(!) auswendig, auch wenn Du eigentlich nicht woanders einlaufen willst.
10. Schreie und bettele Deine Maschine nicht andauernd lauthals an, wenn die Drehzahl in den Keller sackt, und sie dann völlig ausgeht. (Es nutzt nichts und Du wirst unnötig heiser.)
11. Rechne damit, daß die Besatzung der WW-Boote aus Zivis besteht, die sich in fremden Häfen auch nicht auskennen.

So, hat noch jemand einen Punkt 12 oder mehr gefunden?

Ich hoffe, die Story hilft Euch, eine solche Situation von vorneherein zu vermeiden.

Gruß
Tilo

PS: Für alle, die auch 2 getrennte Leitschienen für Genua und Fock haben: ich fahre jetzt 2 getrennte Schoten, so daß ich beim Vorsegelwechsel nicht erst die Schot aus einem verhedderten Segel lösen muß.


[ Dieser Beitrag wurde von Tilo am 17.09.2002 editiert. ]

ZIPPI
17.09.2002, 13:42
Hi,
ich möchte auch mal eine Geschichte zum Besten geben, ist einem Freund von mir schon vor längerer Zeit passiert (meine Patzer kommen später mal):
Also ein Freund von mir wollte die A-Schein Prüfung machen. Der Prüfer war mit an Bord seiner Conger-Jolle. Es wehte an dem Tag recht kräftig und der Wind stand genau auf die Box. Die Prüfung verlief zu nächst ganz ordentlich (Mann über bord Manöver, usw.). Vielleicht sollte ich erwähnen, das mein Bekannter (verständlicherweise) etwas nervös war an dem Tag. Wie gasagt die Prüfung war so ganz gut gelaufen. Zum Abschluß wollte der Prüfer noch das Anlege-Manöver testen. Er dachte sich das dabei natürlich folgendermaßen (der Wind stand wie gesagt genau auf die Box):
1. Aufschießer
2. Segel bergen
3. in die Box treiben lassen
Ich ahnt wahrscheinlcih schon was kam, als der Prüfer den (verhängnisvollen) Satz sagte:&quot;So nun fahren Sie mal in die Box&quot;...
Mein Kumpel tat das dann auch, mit vollen Segeln und Rückenwind ist er einfach in die Box gefahren. Der Prüfer wollte die Situation noch retten und griff sich eine der gespannten Verholeleinen, um zu bremsen. Allerdings waren die Teile aus Kunstoff und die Hände des Prüfers fanden die Wärmeentwicklung beim Langrutschen auf der Leine gar nicht gut... Muß ich noch erwähnen das die Prüfung nicht bestanden wurde?
Grüße Zippi

Herbert
20.09.2002, 19:55
Eine Geschichte, die mir sicher nicht passiert wäre, als ich erst ein bis zwei ksm `in the wake` hatte.

Wir wollten von Eastbourne nach Brighton, von einer modernen, sauberen Marina zur nächsten. Wir waren zur richtigen Zeit losgefahren, so daß wir problemlos Beachy Head runden konnten und nun war plain sailing angesagt. Im MacMillan-Reeds stand: `The Marina is at the E end of the town, where white cliffs …`. Ich hatte das nur überflogen und merkte mir, wir müssen also erst mal an der Stadt vorbei und dann kommt am Ende der Stadt wieder Steilufer. Es war ein herrlicher Nachmittag, leichter Südwind (beam reach), kaum Welle, was will man mehr. Wir erreichten Brighton, segelten dran vorbei, so..., und wo fängt denn jetzt das Steilufer an? Nichts zu sehen. Aber die Stadt im starboard quarter ist doch Brighton!? Die Sonne war inzwischen untergegangen, dann erkannten wir in der Dämmerung die Mole. Wir kamen näher, es war eine Riesenmole, irgendwas stimmte nicht. Endlich trug ich mal eine GPS-Position in die Karte ein (war stundenlang nicht nötig gewesen). Es stimmte, wir standen vor der Mole. Also rein und da sahen wir auch eine Yacht festgemacht vor einer riesigen geschlossenen Schleuse. In die Brighton-Marina kommt man doch ohne Schleuse!? Es war near high water und so konnten wir bald schleusen, aber der Yachthafen mit dem schönen Namen Lady Bee Marina war verkommen, war richtig dreckig.

Des Rätsels Lösung (hats schon jemand gemerkt?): Wir kamen aus Ost, der MacMillan beschreibt von West nach Ost, ich hatte das `E` nicht beachtet und da mir alles klar war (denkste!), hatte ich die Brighton-Marina in der Karte nicht einmal gesucht. So lagen wir jetzt in Shoreham und ich hatte von meiner Crew einigen Spott zu ertragen! Es war das Rätsel um Miss B, das mich an die alte Geschichte mit der Lady Bee Marina wieder erinnert hat.

Gruß Herbert

Tobias_F
10.10.2002, 09:51
Lohme in diesem Jahr. Rückwärts aus Box mit Dalben. Weil mein Boot klein ist, komme ich wenn ich zwischen beiden Dalben stoppe nicht an die Luvdalbe. Also zieht sich der schlaue Tobias (vorne inzwischen lose) zur Luvdalbe und nimmt die Achterleine ab. Damit ich dann nicht ganz orientierungslos bin, habe ich die achtere Leeleine belegt gelassen. Clever, denn nun wird mein Boot nach Lee geweht (Bft 5)... Spontanes umdisponieren und ich lasse mich mit belegter Leeleine in aller Ruhe um die Dalbe treiben. Glücklicherweise ist die Box daneben frei und es gibt auch keine Sorgeleine. Also drehe ich mich ganz lässig um dieses blöde Dalbenteil, mache dabei ein freundliches und souveränes Gesicht, stehe dann irgendwann vorwärts in der benachbarten Box, lege den Gang ein und weg bin ich ;-)

Den ziemlich überraschten Nachbarn erkläre ich dann schnell noch, daß dieses Segelmanöver &quot;Ablegen durch zwei Boxen bei starkem Seitenwind&quot; heißt und in der nächsten Yacht erklärt wird. Die warten heute noch auf die Veröffentlichung...

Und die Moral von der Geschicht: immer cool bleiben. Es wird schon irgendwie schief gehen, und es wird auch immer Leute geben die das alles viel besser können. Na und ?


Ach so, es gibt da noch den Aufstopper in der Schleuse. Gefahren im Vorwärtsgang, gewundert das das Teil nicht stehenbleibt, also Gas gegeben... Irgendwann habe ich es aber gemerkt und die Schleuse steht auch noch...

hwk
11.10.2002, 13:57
Original von Tilo:
Na dann reihe ich mich mit meinem Klops des Jahres in die Hall of Shame ein, vielleicht kommt Ihr ja schon beim Mitlesen darauf, was ich alles falsch gemacht habe.

Ich bin am 10. Juli (das war der Tag, als dieser Sturm über ganz Deutschland ...
.
.
...Ich habe aus der Aktion folgendes gelernt:

1. Segle bei Unwetterwarnung nicht zu weit raus, wenn überhaupt. Und schon gar nicht alleine.
2. Mache erst recht keine Pause vor Anker.
3. Falls doch, sichere Deine Segel immer sturmfest.
4. Schlage rechtzeitig ein kleines Vorsegel an, auch wenn Du glaubst, daß Du es nicht brauchen wirst (weil Du ja motorst).
5. siehe 4. fürs Reff im Großsegel
6. Verlasse Dich niemals auf Deine Maschine!
7. Wenn Du das Gefühl hast, Deine Maschine benimmt sich komisch, dann schau erst nach, warum, bevor Du das nächste Mal rausfährst.
8. Zieh beim Motoren gegenan das Großsegel hoch, solange Du noch Ruhe dazu hast.
9. Lerne die Karte, insbesondere alle potenziellen Ausweichhäfen Deines Revieres vorher(!) auswendig, auch wenn Du eigentlich nicht woanders einlaufen willst.
10. Schreie und bettele Deine Maschine nicht andauernd lauthals an, wenn die Drehzahl in den Keller sackt, und sie dann völlig ausgeht. (Es nutzt nichts und Du wirst unnötig heiser.)
11. Rechne damit, daß die Besatzung der WW-Boote aus Zivis besteht, die sich in fremden Häfen auch nicht auskennen.

So, hat noch jemand einen Punkt 12 oder mehr gefunden?

Ich hoffe, die Story hilft Euch, eine solche Situation von vorneherein zu vermeiden.

Gruß
Tilo




Mensch Tilo,

da hast du ja richtig was erlebt. Wenn man so eine Situation heil überstanden hat, hat man wirklich was fürs Leben / Segeln gelernt.
Zu Punkt 12: woran lag es denn, dass der Diesel verreckt war? Wäre das zu vermeiden gewesen?


--
~~~~~~~~~~
mfG Horst W.

Tilo
16.10.2002, 01:40
Original von hwk:


Original von Tilo:
[...]



Mensch Tilo,

da hast du ja richtig was erlebt. Wenn man so eine Situation heil überstanden hat, hat man wirklich was fürs Leben / Segeln gelernt.
Zu Punkt 12: woran lag es denn, dass der Diesel verreckt war? Wäre das zu vermeiden gewesen?


--
~~~~~~~~~~
mfG Horst W.



Hallo Horst,
nun ja, das war zwar unangenehm, aber es hielt sich noch in Grenzen. Ein echter Sturm wäre schlimmer gewesen und die Delanta hat sich auch brav benommen, ich war es bis dahin mit dem kleinen Schiff aber nicht gewohnt. Ja, gelernt habe ich eine ganze Menge daraus.

Mit dem Motor: ja, das wäre vermutlich zu vermeiden gewesen. Er sprang schon eine ganze Weile schlecht an und lief dann unrund. Ich habe an der Dieselzufuhr herumgedoktort, einen neuen Filter installiert, den Vorfilter gereinigt und sauberen Diesel in die Reste des offenbar verdreckten kroatischen Diesel nachgetankt. Danach sprang er zwar immer noch schlecht an, lief aber dann wieder rund.

Die tatsächliche Ursache aber war: der Ventilsitz des Auslaßventils war weggebrannt. Ist schon ziemlich schlecht bei einem 1-Zylinder. Zusätzlich hat sich dann noch die Dichtung der Seewasserpumpe verabschiedet und ich hatte ein Wasser-Öl-Gemisch statt Öl. Beim Auseinandernehmen fand sich dann auch noch eine vom Träger abkorrodierte Zinkanode (aus der Voreigner-Zeit) in den Kühlwasserkanälen, die die Kühlung mit Sicherheit auch behindert hat. Diese Fakten zusammen haben dann der Kompression den Rest gegeben.

Die Anode war natürlich nicht zu erkennen gewesen, und beim Check vorher war auch das Öl noch sauber. Aber die Startschwierigkeiten des Dieselmotors hätten eigentlich sofort einen großen Check des Motors erfordert.

Aber wie meistens: es gab keinen einzelnen &quot;Fehler&quot;, der mich in Schwierigkeiten brachte, es war das Zusammentreffen mehrerer Umstände. Deshalb bin ich in Zukunft auch auf sog. &quot;Kleinigkeiten&quot; bedacht.

Gruß
Tilo

PS: So eine ähnliche Geschichte mit einem (nicht meinem) Motor hatte ich vor einigen Jahren schon mal. Da spritzte damals das Öl durch einen undichten Simmerring der Kurbelwellendurchführung raus und es hieß, gegen den Wind die gesamte Oosterschelde hinaufzukreuzen. Einmal ist keinmal, aber zweimal ist einmal zu viel.

anja
25.10.2002, 13:35
Sehenswert war ein Anleger bei unserem Ausbildungstörn.
Mittagspause in Portoferraio, Elba.
Sechs Lernwillige plus Skipper auf einer alten Dufour, die ursprünglich mal mit Pinne das Licht der Welt erblickt hatte, aber jetzt ein Steuerrad hatte.
Anlegen Heck zur Pier, mit Mooring-Leine vorn. Aufgaben waren verteilt, einer übergab die Heckleinen, ich war für die Mooring zuständig, einer wehrte mit einem Fender die feindlichen Boote rechts und links ab, meine Freundin stand konzentriert am Ruder. Zwei Menschen waren dummerweise beschäftigungslos.
Das Manöver klappte erstmal tadellos, die richtige Lücke wurde getroffen, die danebenliegenden Boote nicht, die Mooring geangelt, die Heckleinen übergeben, das Boot aufgestoppt.
Ich hockte im Bug, die Vorleine war noch nicht durchgesetzt, sondern lag locker in meiner Hand. Plötzlich heulte der Motor auf, die Mooringleine wurde straffer, die Pier kam entschieden zu nah.
Hektik im Cockpit, Gebrüll, rote Köpfe. Ich weiter tapfer gehalten. Pier knapp verfehlt.
Was war passiert? Für ein Boot mit Pinne passend, ist der Gashebel etwa in Wadenhöhe angebracht. Einer der beiden beschäftigungslosen Mitsegler lief etwas planlos rum und trat auf den Gashebel. Ergebnis: Vollgas rückwärts.
Skipper böse.

Ausgeschiedener User
25.10.2002, 14:13
Original von anja:
Sehenswert war Ausbildungstörn.
Mittagspause in Portoferraio, Elba.
Sechs Lernwillige plus Skipper





Elba............???
Skipper.........???
anja............???
cookie........???

da war doch mal was..............???

hhmmmmm.....................???



--


confidential things ask to this p.o. box:
mari.nero@gmx.net

Hiddensee
26.10.2002, 00:01
Mir ist auch mal so eine tolle Geschichte wiederfahren.Ich liege mit meinem Boot am Steg im Alten Strom in Warenemünde.Von See kommt ein Fischkutter und dreht bei mir, um auf der anderen Seite des Alten Strom festzumachen. Aus der Gegenrichtung kommte ein Segler und wie er in meiner Höhe ist kommt er in das Schraubenwasser des Kutter und wird mit voller Wucht an mein Boot gedrückt - Ergebniss- etliche Schrammen und keinen Entschuldigung.
14 Tage später- Kutter von See - Segeljacht -die Gleiche- kommt aus der gegen Richtung.Er hat ja gelernt und macht einen großeren Bogen um mein Schiff. Aber dichter an den Kutter ran. Rumms machts und ich hatte wieder ein paar Schrammen mehr. Mache lernen es nie !

Kaeptn_Blau_Baer
26.10.2002, 19:57
Original von Hiddensee:
Mir ist auch mal so eine tolle Geschichte wiederfahren.Ich liege mit meinem Boot am Steg im Alten Strom in Warenemünde.Von See kommt ein Fischkutter und dreht bei mir, um auf der anderen Seite des Alten Strom festzumachen. Aus der Gegenrichtung kommte ein Segler und wie er in meiner Höhe ist kommt er in das Schraubenwasser des Kutter und wird mit voller Wucht an mein Boot gedrückt - Ergebniss- etliche Schrammen und keinen Entschuldigung.
14 Tage später- Kutter von See - Segeljacht -die Gleiche- kommt aus der gegen Richtung.Er hat ja gelernt und macht einen großeren Bogen um mein Schiff. Aber dichter an den Kutter ran. Rumms machts und ich hatte wieder ein paar Schrammen mehr. Mache lernen es nie !



Moin moin Hiddensee!

Das versteh ich nicht, warum Du ein paar Schrammen mehr bei der zweiten Begegnung bekommen hast, wenn er sich von deinem Boot freigehalten hat.

--
Mast und Schotbruch
K_B_B[green]

Sportfjord
20.01.2003, 00:49
ich hab da auch noch was.
hatte ne kleine jolle und binn von hamburg über lauenburg den ELK bis nach witeeze gefahren. alles wunder barr guter wind und am strand übernachtet. dann will ich in die schleuse gesthacht naja was passiert der AB verreckt naja ohne wind den den schleusen kanal bis vor die schleuse gefahren, hab bestimmt 3h gebraucht, dann durche schleuse und im oberwasser weiter gesegelt wa ja wieder winnd, noch bis kurtz vor lauenburg gefahren, und natürlich wieder kein wind, ich schmeis den AB an löppt auch also schnell noch zum ponton von dem reddampfer wa ja schohn in sicht.
wass passirt, vehlzündungen uns abgestorben naja irgendwie habichs den noch unter segel im dunkeln bis an den ponton geschaft und so festgemacht dad der raddampfer nicht behindert wird. schnell noch ne plane uben baum und ab in schlafsack.
nächsten tag regen, der AB streigt denn ersatzteile im auto zubehür geholt und er lief weieder. ab inne schleuse lauen burg nachem schleusen fuhren hald so alle sportboote nacheinander raus bis den die durchsagr vom schleusenwerter kam: könnte ma bitte jemand die yacht russchleppen die maschine streigt!! naja die grße motoryacht vor mier machte an derm mit motorschaden in der schleuse festzitenden fest in zwichen unterhilte ich mich mit der frau des skippers und dad ich dad ja auch erst hatte *gg* und binn den schohn weiter gefahren nach witzeeze aber was passirt der AB wieder fehlzündungen und tot, naja irgenwann kam den had die motoryacht die die anderre rausgeschlept hatte von achtern und der skipper grinzte nur und und meinte soll ich dich in schlepp nemen. also ich im schlepp nach witzeeze und blieb den erstmal da. dann hab ich nen mädel von uns mitt genommen die wa 10 und ham uns nach lauenburg schleppen lassen. dann mast setzen wunderbar alles had geklapt. naja dad mädel stand in badeanzug aufem vorschif was ich nich so mitgekrigt hatte ich will ablegen ge nach stb boot neigt sich und PLATSCH da schwamm sie aufeinmal mittem im lauenburger hafen becken *gg*
ich sie wieder rausgefischt, und in dem moment kommt natürlich die wasserschutz polizei angetuckert. naja mein AB nich angemeldet aber zumglück nich funzionsfähig da zihmlich zerlegt aber wollten meine spobo sehen wass passirt ich find ihn nich der baum schägt längseitz gegen dad wasserschutz boot und die ham doof mier ne standpuke gehalten und denn zumglück wieder abgetuckert.
dann wir zum badestrannt gesegelt wa auch gut win und ham geankert, und wan baden nur mist dad abens der wind da einschläft und der elbstrom da zimlich stark is. also nix mit zurück übernacht da ankern. aberzumglück gibbes ja nette camper mit sortboot handy und cola, also erstmal unserren abtransport organisiert, dann cola getunken und die jolle da liegen lassen und den zu muddern und da penn. naja die kleine wa ferddich und hatte nen sonnen stich*gg*

Sportfjord
20.01.2003, 01:03
und noch einen
dieses mal in kurtzform
naja schwertzugfogel, guter wind,keinen tieden kalender egal is ja immer befahrbar, naja denn ab die elbe runter bei auflaufendem wasser von finkenwerder zum kraftwerk wedel, am kraftwerg ungedreht, ablaufendes wasser guter wind unter vollerbeseglung zurüch, naja dad wa wol nix mitte mülenbergerloch flaute nud nurnoch faht rückwertz, konnte die position am mülenbergerloch auserhalb des fahrwassers halten, und es wurde immer dunkler und dunkler, naja keine elecktrick keine lampe. dann endlich etwas wind aber grade genug um un auf der stelle zu bleiben und gannz wenig fahrt vorraus, inzwischen wa es ganz dunkel und außerhalb des fahrwassers, denn abgewartet dad keine schiffe kommen und ab an die anderre elbseite einmal quer durch dad fahrwasser, und denn noch in den nächsten jollen hafen geeiert und fstgemacht denn zihmlich weit hinten am leeren ponton festgemacht und denn zum hafen meister und hab den alles erkärt, naja nächster zag guter wind +fg* ich komm am hafen an und naja irgendwie hab ich übersehen dad man bei flut nich aufen ponton kommt, naja alles auszihen bis auf die unterhosesachen im rucksack rucksack mit einer hand hochhalten und rüber schwimmen. und den ab nach finkenwerder

Quantum
20.01.2003, 11:19
Hallo

Ich glaube wenn ich alle fehler die ich in meinen jungen leben gemacht habe aufzählen würde dann währe das ein zimlich langer text.
Ich schreib hier mal meine schlimmsten auf.

Also es wahr eine Regatter. Wir wahren das erste mal in führung. Es war unser Wind. Wir Rausten so mit 6 kn durchs wasser. Da der wind abnahm stand ein segelwechsel an. Da meine Crew nicht so erfahren wahr übernahm ich denn segelwechsel selbst. Dazu setzte ich eine Freund an die Pinne. Ich muß dazu sagen das ich an einem Revier segel im Starken Strom und vielen flachen stellen. Es gibt einen mehrern kilmoter langen steinwal der ein Fahrwasser abtrennt und selbst bei Hochwasser mit meinem Boot nicht zu überqueren ist. Also wir segeln so dahin wie gesagt mit 6 knoten ich stehe gerade auf dem vordeck und dann passierts mein recht unerfahrener Freund befolgt meinen befehl uaf die Wendetonne tu Steuern übersieht dabei die Gefahrentonne und wir fahren voll auf eine Steinwahl und das bei nicht wenig wind und Stömungsbedingter steiler welle. Sofort schmeißen wir die fallen los. Mit dem gedanken im Hinterkopf das meine Kielaufhängung jetzt sicher gebrochen ist stürze ich ins Boot. In der Bilge liegt alles durcheinander da ein schrank aufgesprungen ist. Plötzlich spritzt mir was entgegen ich suche weiter und finde zum glück nur eine geplatzte Bierdose. Glücklicher weise ist mein Boot sehr gut gebaut worden und hat nur leichte schäden davon getragen.

mfg

Ingo
26.01.2003, 19:21
Dann geb ich hier auch mal ein bleibendes Erlebnis dazu:

Wir lagen im Sommer im Sixhafen Amsterdam. Beim Ablegen, kaum aus der Box raus verabschiedete sich die Maschine. Wir haben also sofort
festgemacht und ich habe alles kontrolliert- nichts festgestellt.
Motor sprang wieder an, wir sind dann zur Schleuse Richtung Makermeer und die Maschine lief auch normal. Kaum sind wir aus der
Schleuse raus ging der Motor aus. Wir waren natürlich inmitten von einem Pulk von Booten, die nun alle darauf warteten das die Brücke
aufging. Dieses geschah nun Gottseidank auch zügig, also Genua raus
und durchgesegelt, das wurde von den anderen Booten natürlich mit
Vogel zeigen etc. kommentiert (die wussten ja auch nicht das der Motor nicht mehr wollte). Da ich keine Lust hatte ohne Maschine
einzulaufen ging es nun an die Fehlersuche.
Der Tank war lt. Benzinuhr noch 1/8 voll. So weit hatte ich den
Tank noch nie leergefahren.
Meine erste Vermutung war also defekte Dieselanzeige, aber hätte der Motor dann nicht mal ein Lebenszeichen abgeben müssen? Also unter Segeln einen Steuermann abgestellt und alle Filter und Vorfilter nachgesehen, Fehlanzeige- alles sauber. Dann kam ich auf die Idee mal in den Dieselschlauch zu pusten, ging nicht, komisch.
Also die Leitung nachverfolgt und des Rätsels Lösung gefunden:
Der Dieselhahn ist schön sichtbar in der Achterkabine unter der Koje angebracht. Ein Mitsegler ist beim Aufstehen daraufgetreten und zu war der Hahn, da ich aber so mit der Theorie vom leeren Tank
beschäftigt war bin ich darauf nicht gekommen (Waren aber noch 50 Ltr. drin).
Ingo

Luvgieriger
26.01.2003, 20:30
Moin zusammen,
alles war super. Mit unserem neuen Schiff hatten wir schon ein paar Runden um unseren Hafen gedreht abber jetzt sollte es richtig los gehen. Herrliches Wetter und gemütliche 3 Beaufort liessen die Glückshormone auf unserer Fahrt von Stavoren nach Amsterdam nur so sprühen.
Welch ein Glück. Vor der Schleuse Enkhuizen wartete ausser uns nur noch ein weiteres Schiff. Zwar musste ich permanent die Maschine wegen des Schiebewindes im Rückwärtsgang laufen lassen aber das störte mich nicht.
In die Schleuse einlaufend wählte ich wie vom vorherigen Schiff gewohnt die Steuerbordseite zum Festmachen.
Katastrophe!! Vorne fest schwang das Heck beim Aufstoppen nach Backbord aus und unterstützt vom in der Schleuse noch kräftiger blasendem achterlichen Wind machte ich eine Wende auf dem Teller.
Was hab ich daraus gelernt?
Wie verhält sich mein Schiff unter Motor und der erste Festmacher da wo der Wind her weht.
Schöne Grüsse

Herri

rassy
26.01.2003, 21:01
Fehler sind zum Lernen da.
Hoffentlich.

Letzter Sommer im Guldborgsund, halber Wind wird immer höher und wir laufen auch schon mal aus dem Tonnenstrich.

Maschine an, statt kneifen, dachte ich. Ging aber nicht.
Nach einer Viertelstunde suchen in der Motorbilge bei erhöhtem Blutdruck und Fluchen: &quot;Das gibt&acute;s doch nicht&quot; habe ich dann im Cockpit eher zufällig den noch &acute;rausgezogenen Stop-Hebel entdeckt.

Gruß
Rassy

Putti
26.01.2003, 22:16
Original von rassy:
Fehler sind zum Lernen da.
Hoffentlich.

Letzter Sommer im Guldborgsund, halber Wind wird immer höher und wir laufen auch schon mal aus dem Tonnenstrich.

Maschine an, statt kneifen, dachte ich. Ging aber nicht.
Nach einer Viertelstunde suchen in der Motorbilge bei erhöhtem Blutdruck und Fluchen: &quot;Das gibt&acute;s doch nicht&quot; habe ich dann im Cockpit eher zufällig den noch &acute;rausgezogenen Stop-Hebel entdeckt.

Gruß
Rassy



*schmunzel* also ich glaube das mit dem stophebel oder `nem hauptschalter ist schon so einigen passiert.
--
Gruss Putti

michaelr
27.01.2003, 14:38
Original von rassy:
... Cockpit eher zufällig den noch &acute;rausgezogenen Stop-Hebel entdeckt.

Gruß
Rassy


Kleine Dinge haben manchmal eine grosse Wirkung. Ist mir auch schon mal passiert. Insbesondere wenn andere Personen an Bord sind und die Maschine ausmachen.

Michael
--
http://www.quancom.de

Edward_J_Smith
03.07.2003, 13:31
Das ist doch ein wunderschöner Thread. Wollen wir da nicht mal weiter machen?

Ich bin zum Beispiel in 2002 mal in eine Schiessübung geraten (in Kroatien, südlich der Südspitze von Istrien), weil ich die &quot;navigational warnings&quot; über UKW nur unvollständig verstanden hatte. Eine Rakete ist ca. 1-2 sm von uns entfernt ins Wasser geschlagen, mit einer hübschen Wassersäule.

Die Beiträge hier sind auch heute noch lesenswert - und ergänzenswert!

Gruß E.

Ludi
03.07.2003, 13:54
Original von Edward_J_Smith:
Das ist doch ein wunderschöner Thread. Wollen wir da nicht mal weiter machen?

Ich bin zum Beispiel in 2002 mal in eine Schiessübung geraten (in Kroatien, südlich der Südspitze von Istrien), weil ich die &quot;navigational warnings&quot; über UKW nur unvollständig verstanden hatte. Eine Rakete ist ca. 1-2 sm von uns entfernt ins Wasser geschlagen, mit einer hübschen Wassersäule.

Die Beiträge hier sind auch heute noch lesenswert - und ergänzenswert!

Gruß E.



Och... das ist uns dieses jahr auf der Ostsee (außerhalb Kieler Förde)am 01.05. passiert. Wir haben den Schleppverband gesehen, konnten die Lichter nicht richtig deuten, haben uns aber dennoch weiter frei gehalten und plötzlich sahen wir drei Fontänen gefolgt vom Geschützdonner... kurzdrauf Fontänen mit dem Feuer einer Schnellfeuerkanone, Abstand vielleicht 1-1,5 sm.

Wir wurden vom Schlepper vorher nicht per UKW angesprochen, naja vielleicht wußten die Jungs was sie tun. Wir haben allerdingens ziemlich entsetzt geguckt.

Gruss
--
Stephan Ludwig

JanD
03.07.2003, 14:23
Einen hab ich auch:

vor ein paar Törns... wir waren gerade durch die Grosse Belt Brücke durch Richtung Süden, Wind 4-5-6, unser `Erstsegler` der bis dahin alles schnell lernte und gut an der Pinne klarkam stand am Ruder. Ich war unten am Kartentisch und knobelte unseren Schiffsort aus, gegenüber vom Kartentisch die Schmuttecke. Plötzlich legte sich das Boot so derart crass auf die Seite, dass ich wie ein umgefallener Käfer auf dem Rücken lag, Beine hoch... Ich wollte zwar sofort hoch kam aber nicht hoch, die Schmuttecke nunmehr genau über mir und wie es in Warner Brother Toons zu sehen ist, die Türen der Schapps knackten auf und mir flogen Tassen, Teller, Gewürze und der ganze Krempel entgegen... das sziitt-drrrrr hat allerdings oder zum Glück gefehlt.
Auf meine Frage hin, was denn passiert sei, sagte er nur: `booohhh war das schwer das Boot bei der Bö auf Kurs zu halten, das wollte immer in den Wind, aber ich habs geschafft!` stolz wie Oskar `aber Du sagst ja immer: Kurs halten!`
jo - und das hatter getan....

--
Jan - der Charterer...

[ Dieser Beitrag wurde von JanD am 03.07.2003 editiert. ]

WolfgangB
03.07.2003, 15:02
Meiner:
An der Südspitze Istriens bei Bora unter Motor südwärts Richtung Kvarner, auf meinem ersten Törn am ersten Tag als Rudergänger. Skipper hat mir als Kurs einen Leuchtturm am Horizont angegeben und ist zum Wetterbericht hören unter Deck. Ich halte in dem Schwell tapfer darauf zu. Kommt auch näher. Ist aber viel kleiner als ich dachte und auf einmal verdammt nahe. Ich versuche luvseits Höhe (und Abstand) zu gewinnen, sieht mir aber doch etwas arg eng aus. Also Ruder hart Steuerbord um vor dem Wind noch vor dem Turm westwärts vorbeizukommen. In dem Moment kommt der Skipper mit einem Schrei hoch - Kurs halten!
Wir eiern ziemlich knapp am Porer vorbei (so etwa dreißig Meter), und der Blick auf die Seekarte belehrt mich hinterher, dass der Turm auf einem langen schmalen Felsrücken parallel zu unserem Kurs steht. Hätte ganz schön gerummst...
Merke: Als Anfänger sage vorher klar, dass du einer bist. Als Skipper rechne mit jeder Dummheit, wenn du deine Crew noch nicht kennst. Und generell - vor dem Ablegen ein bischen Kartenstudium schont später die Nerven.

epoch
04.07.2003, 00:17
na gut!
segelprüfung bei 4 - 5 gemacht und bestanden.
na das muss doch noch zu toppen sein.
2 tage später die beiden besten kumpels zum segeln auf neu erstandenenem boot eingeladen.
angesagt waren heftige sturmböen, die sich aber erst abends bemerkbar machen sollten und so wurde bei 4 -5 gestartet.
einfach klasse segeln. die fussreling stand fast ständig unter wasser denn reffen war irgendwie nicht angesagt. die jungs waren begeistert und ich ehrlich gesagt auch. doch der wind nahm früher zu als erwartet und so beschloss ich die box noch vor den ersten sturmböen anzulaufen.
mir war klar, dass das anlegemanöver kriminell werden könnte, da der wind mit aller macht auf die breitseite drückte.
ich wollte es unbedingt mit nur einen versuch schaffen, das boot in der box zu parken, da ich noch einen aussenborder ohne getriebe habe.
einen mann am bug und einen achtern abgestellt, in der hoffnung, dass sie mit ihrer reichweite auch ohne bootshaken an die festmacher gelangen. der anlauf war perfekt. nur bekam der am bug stehende mitsegler die leinen nicht auf anhieb zu fassen. voller panik zuschauend, wie sich das boot langsam richtung nicht belegte nachbarboxen in bewegung setzte, setzte ich von der pinne aus zum spurt übers ganze deck richtung steg an. ich wollte es ja unbedingt besser können als mein vorschiffsmann.
übers deck fliegend und mit einem riesen satz zum steg, kam was kommen musste.
noch in der luft wurde mir klar, die landung geht in die hose.
die bohlen auf dem steg waren grün und nass. wie soll ich da den schwung auf nur ca 1,20 m stegbreite abfangen?
da half auch noch so viel akrobatik nichts. der a... musste das schlimmste abfendern.
doch nicht genug. nein meine taufe sollte auch noch kommen. auf dem hintern rutschend gings auf der anderen seite ab in den bach. platsch!
triefend nass am ufer angelangt, musste ich letzlich auch noch feststellen, dass meine beiden freunde trotz grölenden gelächters es geschafft hatten das boot ordnungsgemäss zu sichern.
was hab ich daraus gelernt?
immer cool bleiben, die jungs machen das schon!
gruss t.

--
no rain, no rainbow.

axelpohl
04.07.2003, 09:14
Ihr habt`s nicht anders gewollt:


Der erste Törn nach den BR-Schein (1 Jahr später). wir sind mit zwei Booten unterwegs, eigentlich wollte ich &quot;nur so&quot; mitsegeln um etwas mehr Erfahrungen zu sammeln, aber nachdem der Skipper kurz vorher krnak geworden ist hiess es &quot;Du hast doch auch die Scheine.....&quot;

Also, Holnis Hacken in der Flensburger Förde Richtung Ostsee. Gemütliches Segeln raumschots bei 3-4, kurz mal aufstehen, Fahrwassertonne der Huk liegt an Steuerbord, dann ist ja alles o.k. . Hinsetzen, weiterquatschen, hey, wieso kommt die Tonne denn plötzlich an Backbord vorbei? Und warum steht der Surfer neben dem Boot? Und dann saßen wir auch schon auf Schiet, natürlich dann mit achterlichen Wind :-(.
Dank außreichend Crewgewicht zum Krängen und unter Ausstoß schwarzer Qualmwolken durch die schwer arbeitende Maschine (Prinizp flüchtender Oktopus: Hoffentlich sieht mich keiner) sind wir dann doch wieder frei gekommen *puh*

Drei Wochen später, das erste Mal allein mit meinem neuen &quot;Pflegeboot&quot;, einer Varianta 65, auf dem Steinhuder Meer unterwegs. Achterlicher Wind auf die Box, was macht man also?
Unter E-Motor raus aus der Box, ein Stück rausmotoren, nach vorne zum Luk gehen, Anker rausholen und werfen, dann kann man schön im Wind die Segel setzen.

Schade nur dass der Anker nicht wie von größeren Yachten gewohnt im Ketten/Leinenkasten festgebändselt ist sondern hier erst auf der Vorschiffsklampe belegt werden muss.
Fasziniert schaute ich dem Tau beim Versinken zu, nach einer halben Stunde gab ich die Versuche mit dem Bootshaken irgendwie das Ding wiederzufinden auf und motorte frustriert zurück in die Box.

Zum Ausrüster gefahren, Anker, Kettenvorlauf und Tau neu gekauft, alles auf`s Boot gebracht und dann nur noch in den Biergarten gesetzt und zugeschaut wie andere Leute rumstümpern (das baut ja dann doch recht schnell wieder auf ;-) ), das war dann der Rest von &quot;Segeltag&quot;

Alle anderen Mißgeschicke hab ich scheint`s verdrängt ;-), falls mir doch noch was einfällt bzw. ich mich traue es zu schreiben: Demnächst in diesem Forum

Urs
04.07.2003, 09:38
Etwas für die Sportsegler unter euch:

Nach einer Regatta mit dem Starboot Richtung Auswasserungskran gefahren. Segel runter, den Rest paddeln, denn vor dem Kran warten schon die Konkurrenten, welche auch im Ziel vor mir waren.

Endlich kommen wir zum kranen. Noch schnell den Mast ganz nach vorne gefiert, damit dieser nicht am Kranausleger scheuert. Es macht &quot;Knack&quot;:
Mein Vorschötler hat das Paddel praktischerweise vor dem Mast in die Decksdurchführung gesteckt. Beim nach vorne kippen des Mastes nun logischerweise den Sandwichaufbau des Decks mittels eingeklemmten Paddel und fast 10 m Hebelkraft des Mastes zerstört.

Passiert mir nie wieder, dafür sicher was anderes.

Gruss
Urs

JanD
04.07.2003, 09:43
Original von axelpohl:

Also, Holnis Hacken in der Flensburger Förde Richtung Ostsee. Gemütliches Segeln raumschots bei 3-4, kurz mal aufstehen, Fahrwassertonne der Huk liegt an Steuerbord, dann ist ja alles o.k. . Hinsetzen, weiterquatschen, hey, wieso kommt die Tonne denn plötzlich an Backbord vorbei? Und warum steht der Surfer neben dem Boot? Und dann saßen wir auch schon auf Schiet, natürlich dann mit achterlichen Wind :-(.



Die Tonne heisst übrigens `Schwiegermutter` hab ich mir als Surfer auch von nahem angeschaut - bin hingelaufen! Tröste dich! da schuppsen fast immer Segler die Dicken Steine über den Grund, wenn ich da vorbei komme... ja ja - die Schwiegermütter, nie von der falschen Seite kommen!!!


--
Jan - der Charterer...

racer_80
04.07.2003, 11:56
Dann will ich auch mal was erzählen.
Vor mehreren Jahren charterte ich zum ersten Mal in friesland ein Stahlschiff, Tiefgang ca. 1m. Meine Mitsegler hatten alle keine Ahnung und meine beschränkte sich auch nur auf ca. 4-5 Jollentörns.
Wir fahren also am Heegermeer Richtung Stavoren. Da ich meinen Freunden das handwerk des Segelns zeigen möchte, mir hier aber zu viel Verkehr ist suche ich eine ruhige Ecke. Wie gemacht an Steuerbord eine passende Wasserfläche. Ich sage zu meinen Freunden:&quot;Guck mal da. Da ist genug Platz zum Üben und da fährt überhaupt keiner.&quot; Was dann kam, habt iht sicher schon gemerkt. Ca. 2m nach Einmündung gab es eine &quot;Vollbremsung&quot;. Aufgelaufen, aber so richtig. Der Versuch rückwärts wieder raus brachte nichts, 8PS AB war zu schwach. Mit Staken versucht, aber auch nichts. Nach einiger Zeit hatten wir uns mit staken und unter Motor um 180° gedreht (Richtung freies Wasser), aber frei kamen wir immer noch nicht. Zum Glück hat uns eine große Motoryacht an den Haken genommen. Hinterher ein Blick in die Karte: Die Einfahrt in den Tümpel hatte nur 50cm und der Tümpel selbst auch nur 80cm.

Merke:
- Wo keiner fährt, sollte man auch nicht hinfahren.
- Vorher in die Karte gucken kann Fehler vermeiden.

Bei jeder Einfahrt bekomme ich heute noch zu hören: &quot;Sollen wir da nicht üben, da fährt doch keiner.&quot;

Schadenfreies Segeln
Thomas

blue_water
04.07.2003, 19:10
moin,
ich hab da auch noch einen wo mir so richtig der schreck durch die glieder gefahren ist. nachttörn nach ebeltoft, skipper sagt ich soll einen Kurs abstecken auf eine unbeleuchtete untiefentonne bei samsö irgendwo, untiefe unproblematisch, also gut. ich sach noch und wassis wenn wir die treffen, aber nu gab das damals noch kein gps und neumodischen krom, also schön peilen und koppeln, aus 10sm entfernung sacht skipper keine chance dass wir die treffen. inzwischen ist echt miese sicht und etwa 1.5 stunden später sagt meine kopplung dass wir nu wirklich ganz schön nah dran sein müssten und ich geb dem skipper bescheid, der wird nervös und holt den leuchter raus und funzelt vorne vom bugkorb aus in die finsternis während ich die pinne halte. mit einem mal kommt er zurückgerannt und brummt was von auffe karte gucken, kaum ist er nach unten verschwunden kommt aus dem dunkeln was riesengrosses auf mich zu. bei 6kn fahrt hab ich dann nur noch sprachlos zugeschaut wie die etwa 4m hohe tonne so in 10m entfernung an uns vorbeigesegelt ist...
also - nienienie nachts den kurs auf was unbeleuchtetes absetzen, egal wie unwahrscheinlich das ist dass man evtl treffen koennte. allein der nervenstress is nix für nen echten seemann
;-)
und tschüss Paul

pirat01
05.07.2003, 15:09
aufgelaufen auf dem vrouwezand :-)


wer aufm ijsselmeer öfter segelt, kennt natürlich die flachs vor der ostküste zur genüge. der vrouwezand zw. lemmer und stavoren gehört dabei zu den besonders bekannten stellen, so flach, dass man buchstäblich kilometer vom strand aus ins wasser latschen und immer noch stehen kann ...

war auf nem törn vor ein paar jahren. letzter tag ner woche mit sechs meiner 15-16 jährigen schüler auf ner charteryacht, die nur noch von medemblik nach lemmer zurückgebracht werden musste. törns mit kids machen ne mege spaß, nur der letzte tag hat&acute;s oft ins sich, muss nämlich das boot - wie sich das gehört - gründlich saubergemacht dem vercharterer wieder übergeben werden ...

motivationskünstler sind gefragt in solchen momenten, erst recht, wenn man am vorabend in ner discothek in medemblik (&quot;black & white&quot;, recht empfehlenswert) die nacht zum tag erklärt hatte :-)

wir fahren unter motor, da sich kein lüftchen regt und die kids beginnen die säuberungsaktion schon während der fahrt ... ich stell auf halber strecke den autopilot auf 90 grad und fang schon mal an, die backkisten aufzuräumen ... dann kommt das heck dran ... und der raum unter der sprayhoud ... schliesslich schnapp ich mir den schrubber und widme mich mit hingabe (in solchen momenten muss man vorbild sein:-) dem wasserpass (immer unterbrochen von kurzen blicken in die gegend, von wg. verkehr und - grober - richtigkeit des kurses) ... die kids haben inzwischen entdeckt, dass man die pütz nicht nur zur decksreinigung benutzen kann, sondern auch zu diversen &quot;wasserspielchen&quot;

... die stimmung erreicht dabei (kurzfristig) einen ungeahnten höhepunkt, als wir bei ca. 7 knoten fahrt ... plötzlich und unerwartet ... auflaufen !! (mittelsanft bis mittelheftig, wobei ich beinahe über bord gegangen wäre, weil ich grad in dem moment versuch, ne volle pütz über die reling zu hieven) !

das wasser um uns rum iss regelrecht gelb ! nur mit mühe können wir uns aus dieser misslichen lage wieder befreien, sind wir doch mehr als 100 m über den tonnenstrich hinausgekommen, der diesen küstenabschnitt markiert.

krasser navigationsfehler des skippers als folge von zu hohem restalkoholgehalt ?

weit gefehlt, eines meiner girls hatte sich bei unserer säuberungsaktion mit hingabe auch dem steuerelement des autopiloten (der war am niedergang angebracht) gewidmet und dabei wohl (versehentlich) zweimal die - 10 grad taste betätigt, denn dieser zeigte nun (und wohl schon ne ganze weile vorher) 70 grad an :-)

gruss bernd

[ Dieser Beitrag wurde von pirat01 am 05.07.2003 editiert. ]

[ Dieser Beitrag wurde von pirat01 am 05.07.2003 editiert. ]

Edward_J_Smith
21.07.2003, 10:51
Original von -Uli-:
P.S. Gab es hier nicht mal eine Rubrik für eigenes deppertes Handeln ?


Hier ist sie! :)

-Uli-
21.07.2003, 14:45
So, aus aktuellem Anlass mein Beitrag zur Hall of Fame :

Auflaufen Teil 1

Ist schon länger her, steckt mir aber immer noch in den Knochen : Sehr moderate Bedingungen,3Bft kein 1/4 m Welle, Einlaufen Richtung Osterschelde,Flut, nachts, gute Sicht,Fahrwasser bekannt ( dachte ich wenigstens ),Fahrt nach beleuchteten Tonnen, raumschots, gute Stimmung an Bord, volle kanne auf &acute;ne Sandbank gesemmelt. Ich dachte das Boot fliegt auseinander, und wo wir waren wussten wir im ersten Moment auch nicht ( kein Decca oder GPS ) . Mit viel Glück und Motor sind wir da irgendwie wieder runtergehoppelt, ein Wunder das wir es so weit auf die Bank geschafft haben, und erst recht wieder runter.

Auflaufen Teil 2

Diese Lexion hat lange bei mir gehalten bis : Wieder schönstes Wetter, diesmal tagsüber auf der Ostsee, 2-3 Bft, aufkreuzen in einen dänischen Sund. Mal kurz und schlampig auf die Karte geschaut, alles flachansteigend, bis auf eine Stelle, die ich natürlich übersehen hatte, Eis essen war in diesem Moment wichtiger, Plötzlich und &quot; unerwartet &quot; wurde es flacher, hektische Wende und im Scheitelpunkt noch kurz auf nen Felsen aufgesetzt. Das Glück verteilt sich unter Deppen anscheinend großzügiger, kein Schaden aber ein riesengrossen Schrecken.

Auflaufen Teil 3

Ankern vor Sark ( Kanalinseln ), fallendes Wasser, wieder mal Sonnenschein , 2 Bft, wollte dicht unter Land ankern, Ankertiefe bestimmt, total verrechnet ( im Nachhinein ist es mir unerklärlich, was ich da nachgeschlagen habe ) , ca. 1.5 h vor Niedrigwasser aufgesetzt, felsiger Grund und grober Schotter, glücklicherweise freigekommen, wieder einen fleissigen Schutzengel beschäftigt


2-3 Bft und Sonnenschein, Segelkammeraden und Kammeradinnen seid gewarnt ;-)

Uli

Herbert
22.07.2003, 11:56
Lang, lang ist’s her.

An einem verlängerten Wochenende segelten wir von Oostende Richtung Westen, als vor Nieuwport das Ruder plötzlich keine Wirkung mehr zeigte. Dank unseres erfahrenen Skippers kamen wir problemlos in die Marina und ersetzten dort ein gerissenes Drahtseil.

Als wir nach einem verlorenen Segeltag ablegten, stand ich am Ruder. Ich steuerte nach backbord, das Boot lief nach steuerbord. Ruhige Mahnung vom Skipper „mehr nach backbord“, ich drehe das Rad stärker nach backbord, das Boot dreht weiter nach steuerbord, der Skipper wurde etwas lauter. Bis ich begriff, das Gas wegnahm und falsch rum steuerte.

Vernünftigerweise wäre dies das Ende der Geschichte, vernünftigerweise hätten wir wieder angelegt und das Ruder in Ordnung gebracht. Aber nach kurzer Diskussion meinte alle, man sollte mal ausprobieren, wie man mit falsch ‚gepoltem’ Ruder segelt, und so manövrierten wir raus auf die Nordsee.

Ich kann’s nicht zur Nachahmung empfehlen. Nach einiger Zeit hatten wir zwar einigermaßen im Griff, wie man wendet, und auch die erste – ganz vorsichtig – gefahrene Halse ging gut. Aber die zweite wurde zur dreifachen Patenthalse mit Bruch des ‚goose neck’ (wie heißt das auf deutsch?!), also der Aufhängung des Baums am Mast. Froh, dass nicht mehr passiert war, machten wir Schluß mit dem Unsinn und manövrierten unter Motor zurück in die Marina.

Gruß Herbert

Edward_J_Smith
22.07.2003, 14:01
Hallo Herbert, schöner Beitrag!



Original von Herbert:
Dank unseres erfahrenen Skippers kamen wir problemlos in die Marina und ersetzten dort ein gerissenes Drahtseil.


Kannst Du noch erläutern, wie Ihr das gemacht habt (&quot;problemlos in die Marina&quot;)? Notpinne? Eimer-Lenkung? Segeltrimm?



Original von Herbert:
‚goose neck’ (wie heißt das auf deutsch?!)


Ich glaube: &quot;Lümmelbeschlag&quot;.

Gruß EJS

Herbert
22.07.2003, 16:12
Hallo EJS,

wie gesagt, es ist lange her. Aber wenn ich mich recht erinnere, haben wir die Notpinne (oder gar Eimer) nicht gebraucht. Es passierte querab nicht weit von der Einfahrt, wir hatten schönes Wetter, eine leichte Brise und konnten bei halben Wind die ganze Strecke nur mit den Segeln steuern. Das einzige Problem war die Schnellfähre aus England, die uns kurz vor der Hafeneinfahrt überholte.

Gruß Herbert

Edward_J_Smith
22.07.2003, 16:24
Zu dieser Geschichte fällt mir übrigens noch etwas aus dem Titanic-Film ein:

In der Kollisions-Szene taucht der Eisberg recht voraus und steuerbord voraus vor dem Schiff auf. Der Wachhabende brüllt &quot;Ruder hart Steuerbord&quot; (in der Filmmusik: &quot;hard to starboard&quot;), und der Rudergänger kurbelt kräftig nach Backbord - dorthin dreht das Schiff dann auch und wird an seiner Steuerbordseite vom Eisberg aufgerissen.

Ich habe das zunächst für einen groben Filmfehler gehalten, ebenso wie eine Reihe von &quot;Filmfehlerlisten&quot; im Internet.

Dann habe ich aber - ebenfalls irgendwo im Internet - gelesen, dass damals die Kommandos (noch) nach der Lage der &quot;Pinne&quot; gegeben wurden - auch wenn die gar nicht sichtbar war.

Nun, bei Euch war es noch verwirrender, denn Ihr mußtet nicht (nur) verkehrtherum reden, sondern auch &quot;verkehrtherum&quot; kurbeln. Ihr hättet Euch wohl das Rad als eine Art Reifen vorstellen müssen, mit dem man das Heck zur Seite &quot;rollt&quot;. :-)

Gruß EJS

JanD
22.07.2003, 16:27
Original von Edward_J_Smith:
Zu dieser Geschichte fällt mir übrigens noch etwas aus dem Titanic-Film ein:


mir auch - hätte der Steuermann hart Steuerbord gesteuert und wäre die Titanic frontal auf den Eisberg getroffen, wäre sie stark beschädigt worden aber wahrscheinlich nicht gesunken.


--
Jan - der Charterer...

ugor
22.07.2003, 18:34
was ist eine eimerlenkung?
--
mirno more - ugor 43°30` N, 016°26` E

ugor
22.07.2003, 19:10
was selten ulkiges ist mir passiert als ich den cat übernahm vor ca einem monat(caterfahrung sehr gering und eher theoretischer natur - ihr erinnert euch an den thread vor einiger zeit).
crew = 6landratten, davon 1 mit `see/binnen scheinen` aber nie auf dem meer gewesen.Interessante erfahrung (Zitat: ich hab aber gelesen, dass...50 mal am tag).

witzig war das ablegen, nach ca 5 abenden in deutschland, bei der grundlagen gepaukt wurden wusste zumindest jetzt jeder was ein fender ist, nachdem man ihn in der hand hielt. also rookies vor dem herrn, inzwischen begeisterte `bootfahrer`.
nachdem auch die letzte leine gelöst war (die ein oder andere wurde einfach nicht losgelassen) während der skipper(ich)am bug rumturnte.
gings ans ausparken.

erster gedanke: immer dran denken wie ein panzer, aber gut etwas träger. ganz leichte fahrt voraus.
liegeplatz backbord voraus stand die tankstellle etwas über (7m),steuerbords eine grosse yacht mit klüverbaum, (ca 4 m länger als unsere).direkt backbords die hafenmauer mit viel flach, also nicht hinkommen.
die jungens haben alle steuerbords abgefendert und wir uns langgeschlichen, kurz vor der tanke wollte ich dann gemütlich mit der bachbordmaschine vor und der stb-masch zurück um an der meerenge `tanke-klüverbaum` vorbeizukommen.
an der tanke inzwischen noch eine >40 ft, also `meerenge deluxe`.

aber irgendwie war das dann nicht unbedingt träger als ein panzer und nach dem berzten griff zu besagten maschinensteuerungen fängt sich das ding auf der stelle an zu drehen, leider etwas zu stark, an der tanke-schiff-kombination noch vorbei, die erschrockenen neulinge mit gummipolstern quer über das schiff rennend und ich relativ forsch kommandierend (man weiss ja nie was so in den wendekreis kommen kann-nicht vergessen neulinge, noch dazusagen was genau).
zeit seit ablegen 12 sekunden , zeit in der das shirt nassgeschwitzt war 2,5 sekunden.
der klüverbaum, oh kack, also motoren zurück, oh gott, die kombination, also wieder vor, wieder zurück, aber nun fast die 360 grad erreicht, jetzt kommt der klüver von hinten, also nach vorn auf die tankekombi zu (denen das lachen beim brüllen der motoren ganzschnell erging -kurs direkt auf sie), nochmal hin-her-hin-her, so ca 3 millionen mal und unter grossen hallo die sicherheit im hafen erhöht indem wir ihn verlassen haben.kurs neue abenteuer.

ich dachte mir noch: sapperlott, wem die alles ein boot vermieten.


--
mirno more - ugor 43°30` N, 016°26` E

heppy
22.07.2003, 21:36
Ich lach mich kaputt - das muß ich probieren.

Mal sehen ob`s klappt
--
Was Macht`s Heinz

Edward_J_Smith
23.07.2003, 08:33
Original von ugor:
was ist eine eimerlenkung?


Also gut, heisst wahrscheinlich anders, zumal &quot;Eimer&quot; ja &quot;Pütz&quot; ist.

Gemeint ist eine Behelfssteuerung bei Ruderausfall, die in etwa so funktioniert:

Eine Pütz wird mittig an einem Festmacher o.ä. befestigt. Die beiden Tampen des Festmachers werden achtern Backbord und Steuerbord belegt. Nun hängt die Pütz mittig hinter dem Heck im Wasser (und bremst).

Backbordruder: Backbordseite der Konstruktion dichtholen -> Pütz kommt nach Backbord -> bremst an Backbord -> Boot dreht nach Backbord.

Gruß EJS

ugor
23.07.2003, 11:00
danke
--
mirno more - ugor 43°30` N, 016°26` E

Edward_J_Smith
09.08.2003, 21:44
In der nächsten Yacht gibt es einen Artikel über Fehler-Stories. Ob da welche von hier dabei sind?

Wer hat noch was? Ich grüble ständig, welche meiner vielen Fehlergeschichten es verdient hat, hier eingestellt zu werden (kommt noch, versprochen!).

Gruß EJS

rassy
11.08.2003, 09:29
sind auch &quot;passive&quot; Fehler erlaubt?
1) Samstag 09.08. Neustadt/Holstein, knapp 30°, Essen im etwas kühleren Salon, kleines Mittagsschläfchen, guck da mal an Deck, was ist das? Die Heckleine schwimmt im Wasser.
Was hab ich falsch gemacht: habe meine Leine ÜBER die Leinen eines anderen Schiffes belegt.
Viele Grüße an die Najad 390 mit blauem (stat rot) Streifen aus Hamburg.

2) Eine 1/2 Stunde später. Ein Speedboot (ähnlich Cigarette) mit 4 offenen Auspuffrohren will achtern von uns anlegen, meine Frau: die passen da doch gar nicht zwischen. Da rammelte es auch schon bei uns im Heck.

War&acute;s sooo heiß?

Gruß
Rassy

Edward_J_Smith
12.08.2003, 23:22
Schon lange her, immer noch peinlich... aber es heißt ja &quot;aus Fehlern lernen&quot;:

Also gut - der peinliche Super-GAU: Nähe Cap Corse (Nordspitze von Korsika) an der Westküste. Wind bleibt weg: völlige Flaute und große Hitze.

Wir hängen einen Festmacher mit Fender ans Heck und begeben uns (fast) alle für eine kurze Erfrischung ins Wasser. Segel bleiben oben (man ahnt es schon!).

Nach wenigen Minuten kommt ein leises, leises, ganz leises Lüftchen. Die Yacht bewegt sich unmerklich. Ich greife an die Badeleiter und rufe den anderen zu, sie sollen zurückkommen.

Während ich ins Cockpit klettere, nimmt die Yacht Fahrt auf ... als ich am Ruder stehe, machen wir schon 3-4 Knoten. Große Gaudi im Wasser (&quot;whirlpool&quot;).

Eine Mitseglerin kann sich nicht halten und läßt den Festmacher los. &quot;Mann über Bord&quot;!

Ich drehe sofort in den Wind. Restmannschaft klettert an Bord und geht auf Position. Wir fahren &quot;Mitseglerin-über-Bord&quot; und nehmen sie wohlbehalten wieder auf (Wind flaut schon wieder ab....).

Glück gehabt! Tausendmal von so etwas gelesen. Aber diese absolut absolute Nullwind-Flaute. Und so nah am Boot. Und Sicherungsleine.
Im Zweifel hilft das alles nicht. Es kann so schnell gehen, und viel hätte nicht gefehlt!

Gruß EJS






--
___________/)/)/)____/)________

Sven
13.08.2003, 10:11
... kennt jemand das Buch Yachtunfälle? (im DK VErlag erschienen)

... sehr lehrreich...
--
Grüsse

Sven

... der mit dem Spi tanzt...

user
13.08.2003, 16:24
schaut mal auf www.yacht.de
in der neuen yacht ist ein Artikel:

http://www.yacht.de/yo/yo_news/powerslave,id,2064,nodeid,30.html






Segler beichten Seglerpannen

Jetzt in der neuen YACHT! Leser gestehen die kuriosesten Sünden ihrer Seglerkarriere

(13.08.2003/mm) Niemand ist unfehlbar, kleine Katastrophen und nervtötende Pannen gehören zum Segelalltag: Anleger verpatzt, Anker verloren, vor Publikum versagt - aber derlei böse Blamagen werden meist verschwiegen. In der neuen YACHT beichten nun erstmals Segler ihre peinlichsten Sünden.



© O. Barrientos


Robin Graham hat sich ein Herz gefasst und schilderte vor Jahren in der &quot;Yachting Monthly&quot; sein blamabelstes Segelerlebnis: Mit seiner Frau und drei Kindern war an einem Frühlingstag in die Rothesay-Bucht geschippert. Als er einen freien Ankerplatz inmitten der dort bereits liegenden Yachten erspähte, nahm er hastig die Segel herunter, motorte mit seinem neuen 30-Fuß-Schiff schnell zu der Lücke und beschloss, sicherheitshalber ordentlich Kette zu stecken.

Er löste die Bremse und ließ Meter um Meter ausrauschen. &quot;Die Kette ratterte immer schneller und immer lauter über die Bugrolle&quot;, erzählt er. &quot;Die Geschwindigkeit und das Geräusch waren geradezu hypnotisch.&quot; Er hatte die Kette an diesem Tag eigentlich markieren wollen, aber irgendeine Kleinigkeit war mal wieder dazwischengekommen. So merkte er nicht, dass das Ende der Kette nicht im Kasten befestigt war. Er sah &quot;voller Schrecken das Ende wie in Zeitlupe über die Rolle tanzen und mit einem `Plopp` in der dunklen Tiefe verschwinden&quot;.

Robin Graham hat mit seiner Erzählung sein Segler-Gewissen, nach langen quälenden Jahren, endlich erleichtert. Das fällt manchmal schwer - meist schweigen die Opfer ihrer eigenen Fehler. Betroffene hassen Öffentlichkeit. Pechvögel lecken vorzugsweise heimlich ihre Wunden und verstecken sich still, um zu vergessen, was sie doch niemals vergessen können. Solch ein Makel lastet ewig auf der Segler-Seele.

Es sei denn, man beichtet. Gibt seine eigenen Fehler in aller Öffentlichkeit zu, wie Robin Graham. Oder Tim Kröger, Profisegler und America`s-Cup-Teilnehmer, der in der neuesten YACHT von seinem peinlichsten Erlebnis erzählt. Er erzählt eine Geschichte, die man einem professionellen Schiffsführer niemals zugetraut hätte. Und auch Heide Wilts, die erfahrene Weltumseglerin, beichtet eine Story, über die man einfach lachen muss. Diejenigen, die Buße taten, fühlen sich nach ihrer Erzählung meist befreit, können endlich wieder stolz in die Segel schauen.

Die YACHT nimmt zukünftig auch Ihre Beichte ab! Lassen Sie Ihrem Herzen freien Lauf und schildern Sie uns Ihr peinlichstes Erlebnis. Geben Sie zu, dass Seemannschaft auch bei Ihnen manchmal nicht mit Perfektion gleichzusetzen ist. Wir veröffentlichen die originellsten Anekdoten - und honorieren sie mit einem Buchpaket nach Wahl aus dem Delius Klasing Verlag im Wert von 50 Euro.

Senden Sie Ihre Story an die YACHT, Kennwort &quot;Seglerbeichten&quot;, Raboisen 8, 20095 Hamburg. Ihr Geständnis erreicht uns auch per E-Mail (mail@yacht.de) und Fax (040/33966699). Mit der Einsendung gehen die Veröffentlichungsrechte an den Verlag über.

Die ersten Seglerbeichten lesen Sie in der neuesten YACHT, Heft 17/2003, jetzt an Ihrem Kiosk.







mein Kommentar:
anstelle Seemannschaft hochzuhalten, verkommt die yacht nun vollends Richtung Bildzeitungsniveau, oder nachmittags-Talkshows auf privatsendern..

okok, aus fehlern lernen...

Aber:

So wie das hier aufgezogen wird, hört es sich an, als ob der heutige DurchscghnittsunfähigkeitsAnfängersonntagnachmitta gssegler von seinen banalen peinlichkeiten berichten soll, eben wie im Fernsehen...



[ Dieser Beitrag wurde von user am 13.08.2003 editiert. ]

Nelson
13.08.2003, 20:55
Es sind halt alle Themen schon durch und durch und durch und durch und...........
--
Und allzeit eine Handbreit Wasser unter dem Kiel

skipper_gus
14.08.2003, 08:10
@user

Du musst die Zeitschrift doch nicht kaufen.


--
Aus dem Sauerland grüßt skipper_gus

Nelson
14.08.2003, 08:26
Bin aber seit mehr als 20 Jahren Abonnent!
Soll ich jetzt kündigen? Möchte eigentlich eher eine weiterhin interessante Zeitschrift!
--
Und allzeit eine Handbreit Wasser unter dem Kiel

skipper_gus
14.08.2003, 09:52
Original von Nelson:
Bin aber seit mehr als 20 Jahren Abonnent!
Soll ich jetzt kündigen? Möchte eigentlich eher eine weiterhin interessante Zeitschrift!
--
Und allzeit eine Handbreit Wasser unter dem Kiel



Hallo Nelson,
Adressat war user.
Auch ich bin seit 20 Jahren Abonnent und ich lese sie auch heute noch mit Interesse, auch wenn sich die Themen wiederholen. Aber da wirst Du mir recht geben, wenn es doch jedem freigestellt ist, die Zeitschrift zu lesen. Es steht doch kein Zwang dahinter.

--
Aus dem Sauerland grüßt skipper_gus

rassy
14.08.2003, 10:40
Original von user:
mein Kommentar:
anstelle Seemannschaft hochzuhalten, verkommt die yacht nun vollends Richtung Bildzeitungsniveau, oder nachmittags-Talkshows auf privatsendern..

okok, aus fehlern lernen...

Aber:

So wie das hier aufgezogen wird, hört es sich an, als ob der heutige DurchscghnittsunfähigkeitsAnfängersonntagnachmitta gssegler von seinen banalen peinlichkeiten berichten soll, eben wie im Fernsehen...




ich sehe da noch eine weitere Gefahr, wenn hier nämlich der Eindruck erweckt wird, wie dumm, chaotisch und fehlerbehaftet der OTTONORMALSEGLER seinem Wassersport nachgeht, könnte so manche Behörde noch mehr reglementieren wollen.
Noch mehr Scheine, Regeln, Vorschriften ?

Ich habe Zeitschriften wie die Yacht bisher auch als Unterstützung der Verbände zwecks Lobby für uns Segler gesehen, denn ohne diese hätten wir bestimmt schon die Luxussteuer auf unserem Boot.

Gruß
Rassy

marquis
14.08.2003, 10:55
Original von Nelson:
Es sind halt alle Themen schon durch und durch und durch und durch und...........
--
Und allzeit eine Handbreit Wasser unter dem Kiel



Hi Nelson,
du hast die Yacht seit 20 Jahren aboniert ?
Selber schuld...
Die Yacht ist doch das letzte Käseblatt, fast nur Schrott und wenn man sich die Testberichte anschaut, der wahre Horror bei den Testkrterien.
Habe einmal in meinem Leben das Testschiff gekauft, das die Yacht so toll fand.
Ist leider auseinandergefallen.

Grüße

marquis



[ Dieser Beitrag wurde von marquis am 14.08.2003 editiert. ]

Ralf-T
14.08.2003, 11:13
Original von marquis:
Die Yacht ist doch das letzte Käseblatt, fast nur Schrott und wenn man sich die Testberichte anschaut, der wahre Horror bei den Testkrterien.
Habe einmal in meinem Leben das Testschiff gekauft, das die Yacht so toll fand.
Ist leider auseinandergefallen.



Selbst schuld, wer kauft denn ein Schiff nach einem Testbericht? Und das Dein Schiff auseinandergefallen ist, glaube ich Dir, mit Verlaub, nicht. Es gibt unstrittigerweise viel Murks im Bootsbau.

Ich denke man sollte die Yacht als Info-Quelle und Marketingblatt sehen, indem die Hersteller Ihre neuen Schiffe vorstellen dürfen. Das Wort TEST sollte allerdings gegen das Wort BERICHT ausgetauscht werden.



--
Es grüßt der Ralf

Ausgeschiedener User
14.08.2003, 11:19
Original von marquis:

du hast die Yacht seit 20 Jahren aboniert ?
Selber schuld...
Die Yacht ist doch das letzte Käseblatt, fast nur Schrott und wenn man sich die Testberichte anschaut, der wahre Horror bei den Testkrterien.



Beim Manifest des Ludwig Catta - für den Spruch gibt`s 200 Stockschläge auf die nackten Fusssohlen !!!

KENTAMA
14.08.2003, 11:38
...COOL !.. und ...986gif



[ Dieser Beitrag wurde von KENTAMA am 14.08.2003 editiert. ]

user
14.08.2003, 11:44
@ marinero:

den von Dir versteh ich aber nicht.
Ein LC ist nicht brutal...

&quot;LC&quot; oder wolle ma oos net mehr in der vergangenheit aufhalten:
der &quot;cool&quot; würde statt ner Hochglanzgazette mit Lobhudeleien lesen nen Cappucino trinken, und auf dem balaton mit seinen Mädels segeln (und dies auch in ungefähr so schreiben...).


@Ralf:

hmm, bist Dir da soo sicher ?
ist es nicht dein Schiff, die bavaria, welche auch immer (naja, fast immer) so toll getestet werden in den Hochglanzgazetten, und deine, nicht nur von deiner wird das ja so berichtet, hat nen strukturellen Schaden ?!

[ Dieser Beitrag wurde von user am 14.08.2003 editiert. ]

Ausgeschiedener User
14.08.2003, 11:54
Original von user:
@ marinero:

den von Dir versteh ich aber nicht.
Ein LC ist nicht brutal...

&quot;LC&quot; oder wolle ma oos net mehr in der vergangenheit aufhalten:
der &quot;cool&quot; würde statt ner Hochglanzgazette mit Lobhudeleien lesen nen Cappucino trinken, und auf dem balaton mit seinen Mädels segeln (und dies auch in ungefähr so schreiben...).



Du mich föllich missverstanden haben *lach* , egal = 88

user
14.08.2003, 11:54
&quot;
ich sehe da noch eine weitere Gefahr, wenn hier nämlich der Eindruck erweckt wird, wie dumm, chaotisch und fehlerbehaftet der OTTONORMALSEGLER seinem Wassersport nachgeht, könnte so manche Behörde noch mehr reglementieren wollen.
Noch mehr Scheine, Regeln, Vorschriften ?

Ich habe Zeitschriften wie die Yacht bisher auch als Unterstützung der Verbände zwecks Lobby für uns Segler gesehen, denn ohne diese hätten wir bestimmt schon die Luxussteuer auf unserem Boot.

Gruß
Rassy
&quot;



yep, guter Aspekt.
Allerdings läßt sich durch reglementierungen beim Segeln trotzdem keine 100% Sicherheit erreichen.
Der faktor mensch zählt doch schon seit 100erten von Jahren mehr als die Stärke der technik, des Schiffes.

Das Boot ist immer stärker als die Besatzung...

Strandpirat
14.08.2003, 11:56
Moin zusammen,

könntet Ihr das Gelaber mal ein bischen einschränken oder in den Chat verlagern? Schaut doch mal auf die Überschrift, irgendwie passen die letzten Posting nicht zum Thema.
Gruß
Der Strandpirat

Nelson
14.08.2003, 11:58
Original von marquis:


Original von Nelson:
Es sind halt alle Themen schon durch und durch und durch und durch und...........
--
Und allzeit eine Handbreit Wasser unter dem Kiel



Hi Nelson,
du hast die Yacht seit 20 Jahren aboniert ?
Selber schuld...
Die Yacht ist doch das letzte Käseblatt, fast nur Schrott und wenn man sich die Testberichte anschaut, der wahre Horror bei den Testkrterien.
Habe einmal in meinem Leben das Testschiff gekauft, das die Yacht so toll fand.
Ist leider auseinandergefallen.

Grüße

marquis



[ Dieser Beitrag wurde von marquis am 14.08.2003 editiert. ]




Darüber solltest Du mal im Detail berichten!

--
Und allzeit eine Handbreit Wasser unter dem Kiel

Charly99
14.08.2003, 12:55
Nun auch eine Geschichte von mir (obwohl Fehler in ähnlicher Form schon einmal gelesen).
Dieses Jahr, erster Törn und somit auch erste Schleuse mit unserem 7,50 langem Clubschiffchen. Wenig Wind und noch nicht viel Hektik. Beide Crewmitglieder eingewiesen. Einen an den Bug, den anderen fast Mittschiffs, mit Leinen zum Festmachen bewaffnet. Langsam an der Schleusenwand entlang motort. Gottseidank Schleuse nicht sehr voll und ein wenig Platz. Anweisung an die Crew: Da den und den Poller nehmen wir. Am Bug klappt das auch, am Heck wird der Poller leider verfehlt. Die Vorleine kommt auf Zug und aus der Restfahrt meines Schiffes wird ne 1a Wende. 30 Sek. später liegen wir mit der Nase in der verkehrten Richtung an der Wand fest. Mühseliges Röhren des AB begleitet danach unser Manöver, umd das Schiff wieder um 180 Grad zu drehen. Peinlich Peinlich. Gelernt habe ich daraus, erst dafür sorgen, das die Heckleine fest ist, bevor mit der Bugleine gebremst wird. Oder bereits keine Fahrt mehr im Schiff, wenn vorne der Poller erwischt wird. Bei ungünstigen Bedingungen hat man dann aber evtl. das Problem, nah genug an die Wand zu kommen.

cu
Charly

L
14.08.2003, 13:16
Beim Catsegeln vor 2 Jahren:

Erster Tag im Urlaub (Kos), es bläst mit 3-4, sieht nach wenig Welle aus, also mal kucken mit wem man rausgeht. Mitseglerin gefunden (O-Ton &quot;Ich hab gerade einen Fortgeschrittenenkurs gemacht!&quot;). Ich dachte das is ja geradezu ideal, musst ja erstmal wieder ein bisschen reinkommen - also mach ich den Vorschoter, Du fährst uns raus. Erster Schlag, draussen kommt ein bisschen Welle, sie steckt den Cat ein und wir fliegen nach vorne. Also gut, aufrichten und weiter - denkste, sie ist ein bisschen füllig und kommt einfach nicht hoch - also setze ich mich auf den Schwimmer und drücke ihn mit meinem Gewicht runter, helfe ihr ein bisschen, damit sie auch hochkommt, klappt nach ca. 3,4 Minuten auch. Jetzt hängt sie bäuchlings auf dem Schwimmer, ich setze mich gerade auf`s Trampolin, da dreht uns eine Welle vor den Wind - Großschot klemmt sich fest, das Ding kriegt Fahrt - Panik, ans Ruder gegriffen- noch ausgehängt. Also saubere Patenthalse und das Ding kentert erneut. Dabei kommen wir unter den Cat, sie hängt mit der Schwimmweste fest, kann sich aber losreissen. Anschliessend haben wir uns reinfahren lassen, weil sie vollkommen fertig war.

Daraus lernen wir:

- Frag deinen Mitsegler, ob er/sie bei dem Kurs vielleicht nur Vorschoter war
- Nach dem Kentern als erstes die Leinen richten

Ausgeschiedener User
14.08.2003, 13:26
Original von user:
@ marinero:

den von Dir versteh ich aber nicht.
Ein LC ist nicht brutal...

&quot;LC&quot; oder wolle ma oos net mehr in der vergangenheit aufhalten:
der &quot;cool&quot; würde statt ner Hochglanzgazette mit Lobhudeleien lesen nen Cappucino trinken, und auf dem balaton mit seinen Mädels segeln (und dies auch in ungefähr so schreiben...).



Nochmal zum Mitschreiben:

Ich sagte &quot;beim Manifest des LC&quot; .... ich hätte auch sagen können &quot;beim Barte des Propheten&quot; .... was aber nix mit den Stockschlägen für marquis zu tun hat .... der Prophet ist deshalb auch nicht brutal ..... capice ???

Ich wollte keinen Lehrgang in &quot;Imitation der Schreibweise des gelobten LC&quot;

jschmidt
15.08.2003, 09:14
Es ist schon ein paar Jahre her, so daß ich inzwischen darüber lachen kann :
ich will mit meiner Tochter (13 Jahre) gemütlich nachmittags mit unserem 8-Meter-Schiff auf der Kieler Förde segeln. Der Abstand zur nächsten Pfahlreihe hinter unserer Box ist ziemlich klein. Während meine Tochter beim Rückwärtsausparken die Vorleinen bedient, fahre ich langsam dicht an den nächsten Pfahl hinten heran. Dann gebe ich ein wenig gas vorwärts, lege die Pinne um und stelle mich an den Heckkorb, um mit einem kräftigen Schubser am Pfahl die Drehbewegung zu unterstützen. Leider rutsche ich in diesem Moment aus und kann mich am Pfahl festhalten, während das Schiff langsam ohne mich auf den Nachbarlieger zufährt. Meine Tochter ruft noch vom Vorschiff &quot; Papa, halt doch endlich an!&quot;, aber das nützt auch nichts mehr.

Zum Glück im Unglück war der Schaden am Nachbarschiff gering, und am Pfahl, an dem ich hing, lag ein Schiff mit seiner Heckleine, über die ich mich hangeln konnte, so daß ich einigermaßen trocken blieb.

wavepiercer
09.09.2003, 15:57
Original von marquis:
Die Yacht ist doch das letzte Käseblatt, fast nur Schrott und wenn man sich die Testberichte anschaut, der wahre Horror bei den Testkrterien.
Habe einmal in meinem Leben das Testschiff gekauft, das die Yacht so toll fand.
Ist leider auseinandergefallen.


Da bist du nicht der einzige. Ich kenne noch zwei andere X-Eigner, die den Kauf mittlerweile bereut haben...




[ Dieser Beitrag wurde von wavepiercer am 09.09.2003 editiert. ]

Leckpfropfen
09.09.2003, 16:23
uns ist auchmal etwas seltsames passiert
an einem wunderschönem sonntagnachmittag lagen wir vor anker und dösten so vor uns hin, mein sohn, begeisterter angler, warf die angelleine bestückt mit pilkern in hohem bogen aus, just in diesem moment als der pilker an der höchsten stelle in der luft war, schoß eine möwe auf ihn zu und verbiß sich in den pilker, völlig erschrocken wollte die möwe reiß aus nehmen und schwang sich in die lüfte, dabei rollte sie binnen sekunden 300m angelschnur von der rolle, mein sohn, so irretiert, ließ die angel nicht los und wurde durch die möwe in einem hohen bogen ins wasser katalpultiert, es schien so daß die schöne angel samt möwe auf nimmerwiedersehen verschwinden wollte. aber als gübter tontaubenschütze, zufällig mit dem gewehr auf dem achterdeck, machte ich der möwe den garaus, so bekamen wir wenigsten die angel wieder.

rassy
09.09.2003, 16:47
Original von Leckpfropfen:
aber als gübter tontaubenschütze, zufällig mit dem gewehr auf dem achterdeck, machte ich der möwe den garaus, so bekamen wir wenigsten die angel wieder.



ist das aus Münchhausen oder willst du als geübter Politiker die Schmerzgrenze austesten, wann&acute;s die dummen Bürger merken?

epoch
09.09.2003, 23:59
so eine story hab&acute; kann ich auch noch erzählen.
nur haben wir nicht gleich mit dem gewehr den dieb erlegt.
WA, shark bay, monkey mia:
nichts ahnend die sonne und das meer geniessend, liegen wir zu dritt am strand und beobachten einen angelnden jungen.
dieser, nur mit einer schnur und köder, knöcheltief im wasser stehend, hatte dann auch bald seinen ersten fang gemacht.
doch er war nicht der einzige, der interesse an der beute hatte.
ein pelikan, gar nicht weit entfernt auf der lauer liegend, zeigte auch besitz ansprüche an.
mit drei kräftigen schwingenschlägen, war er auf den fisch gestürzt, kräftig zugepickt, und diesen im kehlsack gebunkert. der angelnde junge, nun mit völlig versteinerter mine, den dieb beobachtend, stand stur mit der schnur in der hand seinen mann. an raus rücken hatte er wohl als letztes gedacht. und das war gut so! denn was hätte geschehen können, wenn &quot;peli&quot; mit der leine das weite gesucht hätte.
fast gleichzeitig sind wir drei aufgestürzt, um zu retten was zu retten ist. ihr könnt euch nicht vorstellen, was pelikane für störrichte esel sein können. alle drei waren gefordert, das federvieh irgendwie in den griff zu kriegen. einer an den schwingen, einer am hals und der dritte am ständig schnappenden schnabel. nach nun doch etwas beherzteren griffen an den richtigen stellen, haben wir ihn dann endlich ruhig stellen können. zu zweit haben wir versucht über den schnabel an den fisch zu kommen. nach etlichen blessuren ist es uns dann endlich gelungen.
der junge hatte seinen fisch wieder und &quot;peli&quot; war noch mal mit &acute;nem &quot;blauen auge&quot; davon gekommen.

gruss tom
--
no rain, no rainbow.

seamaster
10.09.2003, 08:42
Original von Charly99:

Am Bug klappt das auch, am Heck wird der Poller leider verfehlt. Die Vorleine kommt auf Zug und aus der Restfahrt meines Schiffes wird ne 1a Wende. (...) Gelernt habe ich daraus, erst dafür sorgen, das die Heckleine fest ist, bevor mit der Bugleine gebremst wird.


Dazu noch eine Variante von mir:
Anlegen längsseits mit Strom von hinten.
Ich motore rückwärts an den Steg heran, mein Mitsegler springt mit der Vorleine über Bord, die Achterleine, mit der ich gerade über Bord springen will, wird von meinen aufmerksamen Stegnachbarn übernommen. Alles bestens. Jedoch dann das: mein Mitsegler hat das Boot mit der Vorleine schon an den Steg herangezogen hat, mein Stegnachbar hingegen hält die Leine noch immer lose in der Hand mit der Folge, dass das Boot nun schräg zur Strömung kommt und von der Stömung etwa 5 m vom Steg versetzt wird. Alle Mühen, das Boot heranzuziehen, gelingen nicht, da wie bei einer Seilfähre das Boot vom Stom seitlich versetzt wird. Erst als mein Mitsegler die Vorleine loslässt (weil er sie nicht mehr halten kann) lässt sich das Boot wie durch ein Wunder leicht an den Steg ziehen (im nachhinein ganz logisch).

Fazit: Immer erst die Leine fest machen bzw. stamm ziehen, die &quot;stromaufwärts&quot; liegt (wenn also der Stom von hinten kommt die Achterleine, wenn der Strom von vorn kommt die Vorleine). Selbst wenn die zweite Leine fehlen würde: diese eine Leine genügt schon, dass sich das Boot brav parallel zum den Steg legt.

traumtaenzer
17.09.2003, 17:27
Ich hab da mal wieder was erlebt *fg*
Ich bilde ja ab und an Schüler von meinem ehemaligem Segellehrer aus so was wird ja nie langweilig *gg*
Na ja nu kommt es
Es war ein schöner tag auf dem Plönersee guter wind, ich hatte mal wieder eine Sailhorse und meine 6 Mädels an Bord, die anderen die restlichen Kiddi`s von der Klassenfahrt wahren auf anderen Seglern untergebracht für den Tages Ausflug zur Prinzeninsel.
Meine Mädels wahren schon soweit das sie eigenständig zumindest auf dem Wasser segeln konnten deswegen für mich ganz entspannt *gg*
Sind denn auch irgendwann auf der Insel an gekommen und ankerten mit wie die anderen boote.
Den haben wir unser Picknick gemacht und nachmittags sind wir denn wieder auf die boote.
Ich habe bei den anderen noch beim ankerlichten geholfen und habe den Ankerplatz als letztes mit meiner Mannschaft verlassen. Hab denn meine Mädels Richtung nachhause segeln lassen und mich schön gesonnt *gg*
Biss denn es war mitten auf dem See plötzlich eine Gewitterfront wie aus dem Lehrbuch auf zog mit dem Dazugehörriegen wind, und Wellengang, na ja da was denn zuende mit dem gemütlich sonnen, sicherheitshalber bin ich denn wieder an die Pinne, nur waren meine Mädels etwas zu schwach um die Genua zu bedienen, ans reffen der Segel war mittlerweile nicht mehr zu denken aber egal 3mädels an die Genua und 3 ans Gros und immergrade aus in den nächsten Hafen, die man ja kennt, *fg
Ging auch gut ab, gute Stimmung an Bord. Denn so beim Anlegemanöver ein paar hundert Meter vor dem Hafen mein ich denn zu Karo sie soll doch bitte auf Vorschiff gehen und die vorleine nehmen und beim aufschießer schnell an Land springen und irgendwie das Boot festmachen.
Also, sie denn auf dem Vorschiff, wir aber immer noch volle fahr auf dem Hafen zugehalten, immer noch gute Laune, halte voll auf dem stak zu, und plötzlich so 200meter vor dem stak laufen wir mit dem Kiehl auf Steine auf und dementsprechend stoppe das Boot aus voller fahren, Karo versuchte sich noch festzuhalten, ging aber voll über Bord, ist ja nicht so schlimm, nur ging sie nach Lee und hielt sich an der Boort wand fest, und die Sailhorse rutschte seitlich über die Steine und ich sah sie schon mit den Beinen zwischen Kiehl und Steine. *Panik* bei meiner Mannschaft.
Ich nur ein Paddel genommen und hab sie vom boot wech gestoßen denn sie wollte ja nicht loslassen.
Die restlichen Mädels sprangen alle auf schrieen durcheinander, mittlerweile, hatten wir Raumschotskurs und das Gros war voll auf.
Ich sah nur schon die Patenthalse und schrie *runter* und was macht Lämmchen sie springt über Bord *gg*
Liza setzte auch schon zum über Bord springen an da konnte ich sie noch schnappen und ins boot ziehen.
Ich schrie denn nur nicht über Bord ins boot *LÖL* mittlerweile hatte ich auch ne leite Panik *gg*
Und plötzlich war ruhe auf dem Boot und der Rest meiner Mannschaft lag im boot und rührte sich nicht mehr.
Ich konnte mich nun endlich um die 2 Mädels im Wasser kümmern die da panisch herum planschten mit ihrer Schwimmweste und schrie zu ihnen nur *ihr könnt schon mal zum stak gehen* da standen sie auf Wasser bis zum Bauch und gingen zum stak*
Ich denn einen neuen Anleger gefahren, ohne auflaufen und hab erst mal alle an Land geschickt und geschaut ob die anderen Mädels noch eile sind, die hatten alle 6 nur ihren Schock *gg*
Ich denn erst mal überlege was wir denn machen denn mittlerweile erwatete und das Abendessen.
Also, kurzerhand Genua runter groß eingerefft Mädels verstaut und zum Schullandheim gesegelt.
Dann nur noch essen organisiert zu den Mädels ins Zimmer und da haben wir denn denn erst mal große fressen veranstaltet *g*

Gruß Sportfjord Hamburg Germany

Fielius
18.09.2003, 10:06
Ok dann auch einer von mir.

Männertour!!
Erstes Anlegemanöver in eine Box mit dieser (leicht angeheiterten) Crew. Nun gut, ich verteile die Aufgaben. Da der Wind recht stark ist und von vorn kommt, schicke ich sicherheitshalber zwei Leute nach vorn. Einer wirds schon richten. Ich muss noch kurz erwähnen, dass es sich um eine 7m Waarschip handelte und die zwei Personen auf dem Bug mindestens 240 kg hatte. Das &quot;Einparken&quot; funktioniert im ersten Anlauf dann auch recht gut, bis auf die Tatsache das eine Achterleine noch nicht fest war. Nun kein Problem, vorne war ja schon fest. Also die Leinen vorne fieren und an den hintern Festmacher treiben lassen. Nun stand das Heck Aufgrund des hohen Gewichts auf dem Bug recht hoch und die Reeling ragte schon über den Pfahl hinaus. Was nun passiert ist wohl klar. Die zweite Achterleine wurde auf einmal nicht mehr gebraucht. Was war geschehen? Das Boot ist bis an den Pfahl zurückgetrieben und die beiden Personen auf dem Vorschiff haben sich nach hinten bewegt. Die Waarship hing nun mit der Reeling am Heck an dem Pfahl fest. Einen Vorteil hatte es ja, wir waren erst mal gut fest. Nun wir und die Umstehenden mußten doch erst einmal kräftig lachen. Ok, ich schicke die Zwei wieder nach vorn, das Heck hebt sich und wir sind wieder frei.

Was lernt man?
Man achte auf eine gerechte Gewichtsaufteilung an Bord!!

SKSM
18.09.2003, 11:45
Nun, dann gibt es auch ein paar Bucks von mir!

Jolle 1.
Mit meiner 1. Jolle &quot;Gipsy Sport&quot; habe ich das Kentern und deren Abwehrmaßnahmen bei schönem Wetter bis zum Umfallen geübt.Daher wußte ich, wenn alles gut läuft, kann man das Kentern gut verhindern.
Nach einer zweijährigen Segelpause bin ich mit meinem Bruder an den Edersee, um endlich wieder zu segeln. Vorher hatte ich meinem Bruder, der noch nie gesegelt ist, erklärt, dass eigentlich nichts passieren kann.
Das Wettern; hervorragend, 2-3 Bft wind, sonst alles gut. Das Boot an einer flachen Böschung zu Wasser gelassen, mit dem Heck festgemacht am Ufer, aufgeriggt und nun sollte es losgehen. Nur nahm das Boot kaum Fahrt auf und ließ sich seltsam steuern. Keine Minute später kam eine kleine boe und schwups lagen wir im Wasser. Unerklärlich, dass mir das in den nächsten 10 Minuten zwei mal passiert war. Wegen der geringen Tiefe konnte das Boot nicht durchkentern, sonst hätte ich es sofort gesehen! Beim Aufriggen war das eingehängte Schwert, natürlich nicht aufgeholt und festgemacht, bei einer Rückwärtsbewegung aus der Verankerung gerutscht und wurde nun von der daran befestigten Leine fleißig über Grund gezogen. AUWEIA!
Jolle 2.
Derselbe Tag, nur Stunden später. Ein wenig Pause auf dem See, festgemacht am Ufer und Leine gegeben. Kurzer Kommentar eines vorbeifahrendem Segler:&quot; Zieht das Schwert ein, dann liegt das Boot ruhiger&quot;. Hab ich dann auch gemacht. Nach einiger Zeit sollte es weitergehen, Boot losgemacht, Segel gesetzt, den Rest könnt Ihr Euch sicher denken!!! Bis heute hat mein Bruder kein Segelboot mehr betreten.

Segelyacht Elbe 1.

Schiff gerade gekauft, sollte Aufgeriggt übergeben werden. Mit zwei Technikern, meine Freundin und meinereiner wurde nun gekrant. Das Schiff liegt im Wasser und nun geht es zum Maststellen. Motor gestartet, der Techniker gibt mir das Ruder, ich nervös und ganz langsam zum Mastkran. Mitten im Hafen, plötzlich stirbt der Motor ab und lässt sich nicht mehr starten. Mit einlaufendem Wasser lansgsam an den nächsten Steg getrieben, von da aus per Leine an den Mastkran. Während die einen den Mast stellen, ich einen Freund angerufen, der mit eine 20 Liter Kannister 1,5 km zum Schiff gelaufen kam. Diesel eingefüllt, nichts geht. kurz bevor die Batterien alle waren, kam ein Stegnachbar, dem das permante gestarte wohl auf den Zeiger ging:&quot; Öffnet endlich mal den Kraftstoffhahn&quot;!!! 15 Minuten später lagen wir festgemacht am Steg (unter Motor)

Ergo: Seither habe ich ein Checkliste (schriftlich), die ich beim zuwasserlassen wie bei einem Flugzeugstart abhake.

Segelyacht Elbe 2.

Ein paar Tage später. Mein anderer Bruder, und damit ist mein Potential an Brüdern, denen ich das Segeln verleiden kann erschöpft!
Ich stolz wie Oskar und er kommt mich besuchen. Er kaum da, ich mit ihm aufs Boot nur einen kleinen Schlag. Alles bestens, nur der Gute hat nach sechs Stunden Fahrzeit mit dem Auto langsam Hunger, auch kein Problem man hat ja alles an Bord. Also außerhalb des Fahrwassers geankert und die Nudeln mit Tomatensauce in den Topf. Schön geschnakt unter Deck und schwups, mit Getoße und dem Gefühl gleich zu kentern floge alles, was nicht fest war; wir übrigens auch; durch das Schiff. Noch heute findet sich hier un da noch eine Nudel wieder, nur auch der Bruder hat das Schiff nie wieder.
betreten.

Also auf der Elbe, auch beim Ankern nahe dem Fahrwasser, mindestens alle 5 Minuten mal ausguck gehen, das nächste Großschiff kommt bestimmt und dann obacht.

[ Dieser Beitrag wurde von SKSM am 18.09.2003 editiert. ]

Edward_J_Smith
25.02.2004, 23:37
... mal wieder weitermachen?

--
___________/)/)/)____/)________

skipklaus
26.02.2004, 00:15
Wasser bunkern auf Naxos ist angesagt. Ich sag noch zum Eigner: Ich mach das. Kannst dich schon mal zum Cafe Hellenico niederlassen. Er sagt noch, wenn`s überläuft, ist`s voll. Tankwagen kommt, Schlauch rein, und los geht`s. Aus Schlauch läuft`s nur schwach. Vom Niedergang hört man`s gurgeln und gurgeln und gurgeln..... Nix läuft über. Tankwart schaut schon fragend. Ich hör nach unten. Es gurgelt und gurgelt....
Tankwart fragt, wann voll? Ich sag, wenn`s überläuft! Tankwart raucht nächste Zigarette. Ich schau zufrieden. Gurgelt noch immer. Tankwart runzelt die Stirn. Geh zum Tankwagen und frag wieviel Liter? Er: schon über 600. Ich denke: Aber Tank hat nur 250. Ich runzel die Stirn. Geh zurück. Es gurgelt und gurgelt... Geh endlich nach unten. Es plätschert und plätschert.... Überlauf von Tank geht geradewegs in Waschbecken und fliesst ab. Denk ich, naja Tank muss voll sein. Geh nach oben und verkünde strahlend, Tank endlich voll. Tankwart runzelt die Stirn. Ich bezahlen 70 DM. 60 zuviel. War dann nix Bordkasse. Und nie wieder passiert. Eigner hat sich halb totgelacht
--
Klaus

[ Dieser Beitrag wurde von skipklaus am 26.02.2004 editiert. ]

Molly
26.02.2004, 08:38
Meinen größten Fehler habe ich vor ca. 10 Jahren in Schleimünde gemacht!

Bei recht kräftigem Ostwind verließ ich den Hafen und wurde von recht hohen und vor allem sehr steilen Wellen überrascht. Mein AB schaffte es kaum, mich ins ruhigere Wasser zu schieben. Dummerweise hatte ich sowohl Großsegel als auch Fock noch schön unter der Persenning verpackt. Wäre der Motor ausgefallen, wäre mein Boot sicher auf der Mole kurz und klein geschlagen worden.

Daher fahre ich nie mehr mit unklaren Segeln los!

Gruß
Molly
--
www.molitorfj.de

pinkshell
27.02.2004, 23:17
Vor ein paar Jahren auf der Müritz mit einer Ixylon-Jolle: Hoch am Wind, 4-5 Bft, Füße in den Ausreitgurten, Pinnenausleger in der einen Hand, Großschot in der andern. Krängung, luvgierig, ordentlich Zug auf der Pinne. Plötzlich: Knack - Gelenk vom Pinnenausleger gebrochen. Füße irgendwie nicht mehr in den Gurten, ich Luv im Wasser, Großschot noch in der Hand, Rest des Auslegers in der andern. Mein Vorschoter war kein Segler. Also habe ich die Großschot nicht losgelassen. Es kam wie es kommen musste: Boot luvt an, Gross total dicht, fährt Viertelkreis um mich, wendet und fällt auf neuem Kurs immer mehr ab mit total dichtem Gross. Kenterung kam dann sofort. Die Ixylon haben 2 Schwerter, man kann da beim Aufrichten fast wie auf einer Treppe rauflaufen.

Bin mir nicht sicher, ob es besser gewesen wäre, die Schot loszulassen.

Gruss - Pinkshell

baltic-skipper
28.02.2004, 18:44
Elba Frühjahr 2002, wir hatten unsere Charteryacht SO 32.2 übernommen und waren heiß darauf endlich zu segeln. Wir, das waren Willi ein guter Segelfreund, Petra meine Frau und ich als frisch gebackener Skipper mit SKS und Funkzeugnis. Also erst mal die Lappen hoch und raus aus der Bucht von Portferraio. Vorweg, es hat alles gut geklappt, auch der erste Anleger nach R-K Art und das bei 4-5 Bft.
Wir waren mit uns zufrieden und haben in der nächste Bar ausgiebig gefeiert. Nächsten Tag weiter, bischen Wind, Flaute, motoren...
zum Nachmittag kam dann endlich der Wind (4-6 BFT) den wir uns so sehr gewünscht hatten. Unser Zielhafen Porto Azzurro lag ca.5 NM Steuerbord querab, jetzt in den Hafen? Neee, erst mal richtig segeln und alles ausprobieren, einfach fahren und Speed machen. Nach ca. 3 Stunden und 96 Wenden inkl. 1 Patenthalse wollten wir endlich in den Hafen. Den haben wir die ganze Zeit immer noch sehen können. Etwa 1 NM vorm Hafen Segel runter, Motor an und mal gucken wie wir in den Hafen kommen. Willi hat das Hafenhandbuch rausgekramt und Porto Azzurro gefunden, kein Problem, rein in die Bucht, rechts Fähranleger, wir fahren geradeaus an den Yachtanleger. Alles klar! Jau!
Langsam rein, Fender raus, Leinen klar. Komisch der Fähranleger ist nicht rechts sondern links, auch der Steg liegt anders. Die Spinnen, die Italiener, der Hafen ist genau Spiegelverkehrt! Typisch, können noch nicht mal ein vernünftiges Hafenhandbuch schreiben. Egal, rein, rückwärtz einparken und erst mal einen Anleger trinken. Schön hier in Porto Azzurro, Sonnenuntergang, tolle mediteriane Stimmung, überhaupt toll hier. Willis Handy klingelt und eine Segelfreundin bekommt erst mal erzählt was sie so alles verpasst hat und wir toll es hier in Porto Azzurro ist.
Zum Abend wollten wir in ein Restaurant zum Essen gehen. Kurzer Hand haben wir uns Landfein gemacht und den Steg runter maschiert an der Hafenmauer vorbei, an einen altem Turm vorbei(stand auch nicht in Hafenhandbuch - blödes Ding - halt Italiener)in das Hafenstädtchen. Plötzlich stehen wir vor einen Schild an der Hafenmauer &quot;Rio Marina&quot;. Kann nicht sein wir sind doch in Porto Azzurro - Gedankenpause - selten haben wir so gelacht wie an diesem Abend. Bei unserem rumgurken sind wir wohl doch ein wenig weiter nach Norden gekommen.
Rio Marina war für uns der schönste Hafen auf Elba mit den lustigsten Erinnerungen.
P.S. Mein Logbuch habe ich natürlich noch verbessert.
Das Hafenhandbuch war vollkommen okay, können also doch Hafenhanbücher schreiben, die Italiener.

Was lernen wir daraus?
Man sollte mal auf&acute;s GPS gucken und den OB in die Karte eintragen.
Auch Italiener können Hafenhandbücher schreiben, man muss nur damit umgehen können.
--
Baltic-Skipper

user
28.02.2004, 19:33
Original von baltic-skipper:
Was lernen wir daraus?
Man sollte mal auf&acute;s GPS gucken und den OB in die Karte eintragen.
Auch Italiener können Hafenhandbücher schreiben, man muss nur damit umgehen können.
--
Baltic-Skipper


shiet GPS, Du ziehst falsche Konsequenz,
wie wärs stattdessen mit simpler Koppelnavigation & terrestrischer Navigation, einfach Standort anhand von Kurs und abgelufenen Meilen abschätzen und bestätigen durch Peilungen von Objekten ?!




[ Dieser Beitrag wurde von user am 28.02.2004 editiert. ]

baltic-skipper
03.03.2004, 17:42
[/quote]

shiet GPS, Du ziehst falsche Konsequenz,
wie wärs stattdessen mit simpler Koppelnavigation & terrestrischer Navigation, einfach Standort anhand von Kurs und abgelufenen Meilen abschätzen und bestätigen durch Peilungen von Objekten ?!




[ Dieser Beitrag wurde von user am 28.02.2004 editiert. ]
[/quote]

Hallo user, also ich finde GPS ganz praktisch.
Ich weiss...
wenn das amerk. Militär das abschaltet fahren alle GPS-Gläubigen
mit Volldampf vor die nächste Mole, etc.
Koppeln ist ja okay aber Du hast die Situation nicht erfasst,
bei so zahlreichen Wenden koppelt keiner mehr. Wer mist mist Mist!
Peilung okay! Wie gesagt GPS und OB find ich gut.


--
Baltic-Skipper

Herbert
23.10.2004, 23:57
Samstag, den 25.4.98 Position 25°45`N 60°28`W
Wind SE 3-4 Kurs 55° Speed 6kn

Es ist eine herrliche Nacht. Ich habe die Hundewache, bin allein im Cockpit und bewundere den prachtvollen Sternenhimmel. Wenn Deneb um das Ende der Backbord-Saling tanzt, bin ich auf Kurs. Meinetwegen könnten wir immer so weiter segeln.

Auf der Kimm an Steuerbord sehe ich plötzlich ein helles Licht. Das war doch eben noch nicht da! Ich beobachte, kann aber nichts weiter feststellen. Also abwarten und Kurs halten! Nach einigen Minuten stehen dort plötzlich zwei Lichter, sehr hell, das höhere hinter dem tieferen. Er fährt also auf ähnlichem Kurs wie wir. Soweit ich bisher ausmachen kann, steht die Peilung. Soll ich den Skipper wecken? Nein, erst wenn ich das rote Positionslicht sehe! Ich suche, finde aber nichts zwischen den beiden Topplichtern.

Die beiden Lichter sind jetzt deutlich höher über der Kimm, jetzt keine Panik. Ich sehe noch immer nichts zwischen den Lichtern. Bis mir schließlich auffällt, dass der Abstand zwschen den Lichtern nicht grösser wird.

Ich habe Jupiter und Venus selten so nah bei einander aufgehen sehen wie in dieser Nacht.

Gruss Herbert


PS: Ich habe diese Geschichte bisher niemandem erzählt, weil mir schien, so doof darf man doch nicht sein. Im Novemberheft von Yachting Monthly erschien nun unter der Rubrik Confessionals eine ähnliche Geschichte, in der jemand versucht, dem rot aufgehenden Mond aus zu weichen. Das tröstet mich, auf den Mond wäre ich selbst sicher nicht reingefallen. Herbert

Sven-1973
24.10.2004, 13:54
Nun gut, dann kann ich ja auch mal eine kleine Anekdote erzählen...
Letztes Jahr zum Saisonende wollte ich mein Boot zum Kran bringen, damit es ins Winterlager gebracht werden kann. Eigentlich nichts großartiges, machen wir ja jedes Jahr und die Kieler Förde kenne ich wie meine Westentasche.Eigentlich wollte ich das Boot schon einen Tag früher überführen, da aber ein Sturm wütete musste ich dieses auf den nächsten Tag verscheiben. Leider musste ich an diesem Tag länger als geplant arbeiten, so dass wir erst spät abends loskamen, als es bereits dunkel war.
Also erstmal unter Motor aus dem Hafen ausgelaufen und Kurs Laboe gesteuert. Wir hielten uns außerhalb des Fahrwassers, Echolot GPS etc. waren ausgeschaltet (brauche ICH doch hier nicht). Auf halber Strecke kam uns ein Schiff entgegen. Anhand der Beleuchtung schloss ich auf ein großes Motorschiff. Irgendwie war nicht auszumachen wie schnell dieses Boot fährt, da es nur ganz langsam näherzukommen schien. Sicherheitshalber wieß ich an, etwas mehr nach Steuerbord zu steuern, ich wußte zwar dass es dort relativ flach wird, aber mit meinem Boot komme ich noch so gerade über die Sandbank rüber ohne Grundberührung. Nach einer kurzen Zeit merkte ich, dass das entgegenkommende Fahrzeug wirklich nur sehr kleine Fahrt macht und wollte wieder etwas vom Land weg. In diesem Moment neigte sich das Boot nach vorne, und wir standen... Shit, erstmal den Motor gestoppt und auf Rückwärts geschaltet. Nichts rührte sich, wir saßen richtig schön im Schlick fest... Ich ging nach vorne uns sah im licht der Positionslaterne den Grund, ich konnte jede Muschel zählen. Das gibts doch nicht, normalerweise kann ich doch noch fahren... Also Motor weiter Rückwärts laufen lassen, und mit dem Stechpaddel versucht das Boot runterzudrücken. Denn hinter uns war ja genug Tiefe. Nichts rührt sich...OK, dann gehe ich eben von Bord und schiebe das Boot von der Sandbank... Als ich gerade meine Füße in das Saukalte Wasser gesteckt habe gab es einen Ruck und das Boot kam frei, ich hing noch am Bugkorb und konnte mich noch gerade so reinziehen. Wir namen wieder Kurs auf und kamen an dem großen Boot an, von welchem wir uns eigentlich frei halten wollten. Es war eine Viermastbark unter Maschine, die gaaaanz gemütlich dahintuckerte.... Nun gut wir kamen dann unbeschadet in Laboe an, machten das Boot unterm Kran fest. Nun konnte am nächsten Morgen gekrant werden.
Am nächsten Morgen schlug ich unser Lokales Käseblatt auf und las: Extremes Niedrigwasser in der Kieler Förde, Der Sturm der letzten Tage hatte soviel Wasser aus der Kieler Förde gedrückt, dass am Vortag mehrere Häfen Trockengefallen waren. Nun wusste ich auch, warum ich aufgelaufen bin. Fazit: Auch wenn Du dein Revier kennst sollte mann vieleicht doch mal auf das Echolot gucken und sich vorher über evtl. besonderheiten und Wettergegebenheiten informieren.....
--
http://www.sven-carlsen.de

ink
27.10.2004, 14:39
1993 machte ich eine Schiffsüberführung von den Azoren nach England. Am dritten Tag, nachdem wir in Horta abgelegt hatten, erwischte uns ein Südweststurm mit 55 Knoten. Wir hatten nur zwei halb weggerollte Vorsegel stehen, machten aber trotzdem immerhin acht Knoten Fahrt. Bei hohem Seegang, zwischen 30 und 40 Fuß kann man keinen geraden Kurs steuern. Ich ging Ruderwache von 04.00 Uhr bis 08.00 Uhr, segelte also in den Morgen hinein. Plötzlich sah ich eine Erscheinung am Himmel. Eine fliegende Untertasse jagte von links nach rechts den Horizont entlang, blieb kurz auf der Stelle und flog wieder zurück. Ich dachte zuerst, das gibt es doch nicht, bis ich registrierte, dass es die Oberseite der aufgehenden Sonne war. Die scheinbare Bewegung der Sonne war meine gesteuerte Schlangenlinie, die für Vorwindkurse bei Schwerwetter typisch ist.

Gruss Ink

Bootskobold
27.10.2004, 15:17
einer meiner ersten nachtfahrten.

morgens um 02.00 uhr vernahm ich am horizont ein segel welches
sich ziemlich hell von der wasseroberfläche abzeichnete.
ich ging ans radar um mir ein bild von entfernung und kurs
des vermeintlichen segelschiffs zu machen, fand aber auf dem
bildschirm kein signal.
darauf weckte ich die zwei am bord befindlichen mitsegler, welche
im halbschlaf und getrübten blick auch keine sofortige erklärung fanden.
kurze zeit später hatten wir des rätsels lösung.

ES WAR DER AUFGEHENDE MOND IN FORM EINES SEGELS

bootskobold

Firsty
27.10.2004, 16:15
...Regatta-Segeln mit einem H-Boot. Besatzung 2 Mann, Eigner und ich. Spinnacker setzt man nur mit 3 Mann Besatzung sagt der Eigner.
Schwachsinn, mach ich alleine. Also Spinnacker rauf. Plötzlich hefige Bö querab und ab geht es in eine Steganlage (jo Grufti, genau die vorm Captains Corner). Genauso plötzlich ein Windreher genau entgegengesetzt, irgenwie dreht sich das Boot und volle Pulle wieder raus aus der Anlage, ohne irgendwo anzuecken.
Keine Regung gezeigt, viel Applaus von den Rängen, aber in Wirklichkeit starr vor Schreck.
Handbreit
Firsty

Strandpirat
03.01.2005, 11:10
Moin Leute und ein schönes, neues Jahr.
Von einem Freund habe ich das Buch `Seglerbeichten` vom DK Verlag geschenkt bekommen und mich schon recht gut amüsiert. Die kurzen Episoden stammen von dem englischen Seglermagazin `Yachting Monthly`und sind mehrheitlich wirklich sehr unterhaltsam. Unsere `Beichten` fand ich bislang aber auch nicht schlecht und hoffe auf weitere hoffentlich höchst hochnotpeinliche Eingeständnisse (die machen den meisten Spaß).
Der Strandpirat

wtmTaciturn
05.01.2007, 18:35
ich war in meinen anfängen mit meiner ebenfalls segelunerfahrenen 'besseren hälfte' auf dem endstück einer 2-wochen tour. wir lagen auf mön, in klintholm und wollten das boot, eine 34ft alu-schüssel, in warnemünde abgeben.

es bliess recht lästig mit 5-6 bft, es hatten sich 2,5 -3m see aufgebaut - und alles gegenan! mein nächster schlag: gedster auf falster! 25 sm! damals noch in den anfängen, habe ich den fehler aller anfänger gemacht - segel rein und diesel an! nun, die meisten werden es kennen - welle rauf -ödelödel, welle runter- brems! nun, irgendwann kam die erleuchtung - segeln mit einem segelboot macht mehr sinn! (das wußte ich nicht immer, hans ;-)) nun, ich habe auch unter segeln 11 std. gebraucht.

völlig genervt habe ich dann das boot in die box geklemmt - nicht ohne probleme, bei dem wind längs der boxengasse - und war einfach nur froh, endlich mal abschalten zu können :-)

nächsten morgen - mein weib steht auf, guckt nach hinten aus dem luk - wie weht der wind? (der da heftig im rigg pfiff) - ''der kommt von vorne'', war die antwort.

nun, kurz gerechnet, so hatte ich angelegt.......wind von vorne......mist! schon wieder gegen an! ich habe mich in der koje noch einmal 10min umgedreht!

dann stand ich auf, mich männlich dem unausweichlichen stellend - und hatte raume winde!!!! der blick aus dem salon nach hinten blies mir ins gesicht - ''kommt von vorne'', wie mein weib sagte.......zum glück nicht das 'schiffs-vorne'', sondern das vorne der wichtigsten person an bord!

es war ein gemütlicher törn für die letzten 20sm, trotz der ersten deutung......

gruß, jörg

labarca
05.01.2007, 19:09
Na dann will ich auch mal,
also es war einmal.
Letztes Jahr kurztrip nach Lyö, raus aus dem Alsensund und Steuerbord und wech. Da ich die Gegend gut kenne brauche ich keine Karte. Meinem Freund der die Strecke noch nicht kannte, sagte ich das zwischen Als und Lyö ein Flach ist und wir darum herum müssen. Er wollte das auf der Karte sehen und da wir guten Wind hatten und ich angst um meine Karten hatte, nahm ich eine alte Karte die ich immer nehme wenn Fragen aufkommen.
Gesagt getan, siehst du das Flach hier mit den beiden Tonnen? Ja sehe ich.
Nun gut da ist die Westliche, allso Null Problemo.
Es dauerte nicht lange und mein Echolot meckerte auf Teufel komm raus.
Peng wir saßen fest. Groß runter Genua sausen lassen und Motor an. Nach 10 min. Rückwärts waren wir frei. Was war passiert??? Fernglas raus und Tonne angucken. Eh was ist das? Topzeichen OST? Karte her, er gibt mir die Karte, nein nicht die alte, die neue. EINE TONNE Topzeichen Ost!!
Da viel es mir wie Schuppen aus den Haaren. Auf der alten Karte waren noch die 2 Tonnen eingezeichnet, aber in der Zwischenzeit hatten sie eine Tonne entfernt und das war in der neuen Karte auch so eingezeichnet.
Ich habe meinem Freund die alte Karte als Andenken geschenkt.
Zum Glück hatten wir keinen Schaden an meinem Schiff.
Resümee, nie wieder alte Karten.

Gruß vom Kedde

kaptn-hannes
05.01.2007, 20:14
Also Leute ich habe ein solche Fehlverhalten an den Tag gelegt, ich schäme mich im Grund und Schlick es Euch zu erzählen aber so wars,


Meine freundin saß mit mir in der Kneipe und schaute mich ganz niedlich und liebevoll an (Ihr wißt wie die das können) Also lehnte ich mich über den tisch Ihr entgegen und fragte ganz Cool, "willst du mit mir segeln?!

Sie sagte ganz cool "JA" seid dem kriege ich Sie nicht mehr vom bord!!

Hannes hat gesprochen :(

segelvolker2
05.01.2007, 20:27
Ja, so sind sie einfach :D :D

segelvolker2
05.01.2007, 20:30
Nun, die dümmste Geschichte die ich miterleben durfte, war die,
als der Segelkollege der "schon alles wusste und alles miterlebt hat"
und uns "dummen Seglern" zeigen wollte wo der Frosch die Locken hat;
ja ausgerechnet der verwechselte beim Wasserbunkern den Wasser mit dem Dieseltank :eek:

Nun, so nach 5 Minuten hat er das dann irgenwann geschnallt - mit nem bischen abpumpen war dann anschliessend dann wieder alles gottseidank wieder gut - und wir hatten unserere Ruhe :-)

Herbert
05.01.2007, 23:22
...Von einem Freund habe ich das Buch `Seglerbeichten` vom DK Verlag geschenkt bekommen und mich schon recht gut amüsiert. Die kurzen Episoden stammen von dem englischen Seglermagazin `Yachting Monthly`und sind mehrheitlich wirklich sehr unterhaltsam. Unsere `Beichten` fand ich bislang aber auch nicht schlecht und hoffe auf weitere hoffentlich höchst hochnotpeinliche Eingeständnisse (die machen den meisten Spaß)...`Yachting Monthly` habe ich seit Jahren abonniert und in jedem neuen Heft schlage ich als erstes die letzte Seite mit 'The confessional' auf. Die Geschichten sind immer amüsant, aber vor allem wundere ich mich oft, wie viele dieser Dummheiten ich selbst schon ähnlich gemacht habe. Vielleicht schreib ich denen mal eine Geschichte, weil: ich hätte auch gerne ein Cartoon von Peyton.

Gruss Herbert

Sunbeamer
06.01.2007, 00:45
So unterschiedlich sind die Geschmäcker. Das oben erwähnte Buch "Seglerbeichten" fand ich sehr langweilig. Ich fand die meisten (eher allfälligen) Pannen weder besonders komisch noch seglerisch interessant.

Aber einen Beitrag aus eigenem Erleben möchte ich hier liefern:

Schönster Sonnenschein, 2-3 bft., Wetterbericht gut. Am Vormittag Törn zum übernächsten Hafen. Rückkehr soll am Nachmittag sein. Nach dem Ablegen mache ich noch halbherzig ein paar Handgriffe. Hinfahrt harmlos. Mittag essen, trinken, spazieren gehen, Kinder spielen ausgedehnt. Später in ganz weiter Ferne etwas dunkle Wolken. Ich drängle etwas, den Rückweg anzutreten, nur mal ganz vorsorglich, damit wir, falls das Wetter wirklich schlechter wird, längst wieder zu Hause sind. Wind hat nur leicht zugenommen. Vor dem Ablegen Fallen, Liekstrecker richtig durchsetzen, Benzin im AB nachfüllen, mal lieber den ganzen losen Kram aus dem Cockpit unter Deck, und überall nochmal ein kontrollierender Handgriff. Nur für alle Fälle. Geraume Zeit nach dem Ablegen ist der Wind immer noch schwach und wir kommen nicht richtig vom Fleck. Das Wetter aber kommt schneller näher als gedacht und vor allem schneller als wir uns Richtung Ziel bewegen. In der Hälfte der Strecke erwischt uns dann doch noch die Wetterfront, der Wind nimmt schlagartig von 3 auf 6-7 bft zu. So plötzlich hätte ich das vorher nicht für möglich gehalten. Eigentlich kein wirkliches Problem für das Boot. Das Großsegel ist schnell in die zweite Reffreihe gebunden und die Fock rolle ich (dank Rollreffanlage) gleich noch weiter ein ... Moment ... gleich .... aber der Mist klemmt irgendwie. Die Fock lässt sich partout nicht weiter einrollen. Sie ist aber für diesen Wind noch viel zu groß. Entweder es funktioniert gleich, oder ich habe Fetzen herumfliegen. Dann: Kurze Windpause abwarten, ganz schnell abfallen, Fock in der Windabdeckung des restlichen Großsegels nochmal ganz ausrollen und gleich wieder einrollen. Uff, geklappt.

Was war passiert? Ich habe ein Spifall, an dem ich über Nacht die Rollfockpersenning hochziehe. Am Morgen habe ich die Rollfockpersenning abgenommen und das Spifall ganz vorne am Bugkorb belegt. Aber ich habe es aus Schlamperei nur „handwarm“ dichtgeholt. Was soll ich, so dachte ich am Morgen, das Fall anknallen, wo doch sowieso nichts dran hängt. Nun, ich hätte es richtig ordentlich dichtholen oder/und den Fallschäkel zur seitlichen Want hin einpicken sollen, aber jedenfalls das Fall nicht so lasch gespannt in der Nähe der Rollfock lassen dürfen. Der starke Wind, der uns am Nachmittag überfiel, hat das Spifall nämlich so weit an die Rollreffanlage herangeweht, dass das Fall mit in das Segel eingerollt wurde, bis nichts mehr ging. Und beim Ablegen für den Rückweg hatte ich zwar an alles Mögliche andere gedacht, aber an das Spifall dachte ich nicht, weil ich das ja gar nicht benötigte.

Also: Wenn man einen Handgriff tut, und möge er einem in der aktuellen Situation heraus unwichtig scheinen, immer gleich richtig machen.

Grüße
Sunbeamer

ernstisatide
04.07.2007, 21:08
Als stolzer Besitzer einer HR 26 (erstes eigenes Schiff) im Juni 2005 auf Überführungstörn von Stockholm über Götakanal nach Mariestad am Vänersee. Beim Einlafen in den Yachthafen von Nyköping entspann sich eine lebhafte Diskussion der Crew, ob das (verrutschte) Topzeichen der Gefahrentonne vor der Hafeneinfahrt nun Ost oder West ist - Patsch sassen wir auch schon im Schlick fest, dito wenige Minuten später der freundliche Schwede mit seiner Albin Vega, der uns freischleppen wollte und sich den lautstarken Zorn seiner besseren Hälfte zuzog. Ein netter Motorbootfahrer mit vielen vielen Pferden schleppte uns und die Albin frei, was uns den Rotweinvorrat wert war. Vom Hafenmeister erfuhren wir später, dass diese Tonne in den Sommermonaten ein magischer Anziehungspunt für´s Hafenkino ist....

Immer eine Handbreit
Christian

JochenG
04.07.2007, 22:55
Vom Hafenmeister erfuhren wir später, dass diese Tonne in den Sommermonaten ein magischer Anziehungspunt für´s Hafenkino ist...

Weshalb wohl auch keiner ein Interesse zu haben scheint, das verrutschte Toppzeichen mal wieder in eine eindeutige Position zu schieben. ;) Sonst wär ja nichts mehr los und der Rotwein würde weniger ergiebig sprudeln, für die Bändiger der Pferdehorden.

Muckilein
04.07.2007, 23:09
Ist nicht immer einfach mit den Tonnen. Wenn kein Topzeichen da ist, sollte doch noch so eine gelb-schwarze Kennzeichnung sein. Was ist das nun für eine Tonne? Das "Topzeichen" ist übrigens bei weiterer Annäherung sehr flüchtig.
Wie schön, daß ich noch eine Karte dabei hatte, es soll angeblich eine Nordtonne sein. Gesehen vor einigen Tagen in den Aalands.

http://www.sy-stups.de/Bilder/untiefentonne.jpg

Gruß
Manfred

Skipperspass
05.07.2007, 08:08
Moin Moin,

sieht aus wie ein schwimmender Kaffeepott!


Handbreit!

RD

michaelr
08.08.2007, 16:02
Ist nicht immer einfach mit den Tonnen. Wenn kein Topzeichen da ist, sollte doch noch so eine gelb-schwarze Kennzeichnung sein. Was ist das nun für eine Tonne? Das "Topzeichen" ist übrigens bei weiterer Annäherung sehr flüchtig.
Wie schön, daß ich noch eine Karte dabei hatte, es soll angeblich eine Nordtonne sein. Gesehen vor einigen Tagen in den Aalands.

http://www.sy-stups.de/Bilder/untiefentonne.jpg

Gruß
Manfred

Der blaue Streifen ist der Reflektor Streifen, damit man die Tonne im dunklen anleuchten kann. Die Tonne scheint abgesoffen zu sein. War übrigens auch vor 12 Tagen in den Aalands. War ein bisschen kühl dort.

Michael

Andreas120
08.08.2007, 17:33
Unterelbe, zwischen Otterndorf und Cuxhaven.
Nördlich des Hauptfahrwassers liegt der weitläufige trockenfallende Medemsand, der wiederum im Norden von einem tiefen Nebenfahrwasser umschlossen wird. Daran schließt sich bis zur Dithmarscher Küste Watt an. Auf diesem befanden sich die Reste einer künstlichen Flakinsel aus dem 2. Weltkrieg.
Das Nebenfahrwasser verlagert sich kontinuierlich weiter nach Norden und die Abbruchkante erreichte vor einigen Jahren die Trümmer und Pfahlreste der Flakinsel. Der Südrand dieses Gerümpels ragte später in den Priel und wurde mit einer S-Kardinaltonne gekennzeichnet.
Viele Elbsegler kaufen nur alle paar Jahre neue Karten, obwohl sich strömungsbedingt viel verändert. Ich auch. Man kennt sich ja aus.

Also, vor etwa drei oder vier Jahren, bei frischem West aus Cuxhaven ausgelaufen und Kurs E auf das (ansonsten unbetonnte, nur partiell beprickte) Nebenfahrwasser genommen. Irgendwann tauchte die Untiefentonne auf. Als sie etwa Bb querab ist, macht das Echo einen spontanen Satz um ca. 10m nach oben, bis etwa knapp 3m.
Hallo? Was ist denn hier los? An dieser engen Stelle zwischen Flakinsel und Medemsand ist es doch sonst immer sehr tief?
Meine Miteignerin guckt genauer hin und fragt sinngemäß, ob ich es besonders spannend fände, zwischen den Trümmern herumzusegeln? Eisiger Schreck: Die Tonne trägt jetzt ein NORD-Toppzeichen!

Des Rätsels Lösung: Der Priel hat sich weiter nach Norden verlagert und die Pfahlreste sind einmal komplett rüber auf dessen Südseite "gewandert"...
und wir sind mit 6kn FDW und 3kn mitlaufendem Strom durch das Gerümpel gebrettert.
Habe später erfahren, dass das meiste zum Glück schon gezogen war.
Es gab offenbar Probleme mit den freigespülten und aufgeschwommenen Gründungspfählen, die gelegentlich in der Außenelbe herumtrieben.

Moral: Wenn schon nicht die neuesten Karten an Bord, zumindest genau hingucken.
Und: Das nächste Schiff kommt an die Ostsee, die ist wenigstens statisch...:p

Andreas

RuppertTom
08.08.2007, 17:54
1997 Anlagemanöver im Sturm, Stavoren, NL, direkt vor dem Clubhaus am Steg. Ich sage meinem nicht segelerfahrenen Mitsegler, dass wir das Anlegemanöver wegen des Windes extrem schnell fahren werden, so dass wir im Ergebnis den Wind leicht querab auf der Nase haben. Das hat auch so weit gut geklappt, ich hatte hinten bereits belegt und sah dann, dass mein Mitsegler die Festmacher einfach auf den Steg geworfen hat, ohne irgendwas festzumachen, weder an Bord noch sonstwo.

Mein Fehler: Ich hätte einfach loswerfen und das Manöver wiederholen sollen.

Stattdessen bin ich über den Steg gesprintet und wollte das Schiff, das bereits anfing, sich zu drehen am Bugkorb festhalten. Das ging natürlich nicht, so dass ich mit den Beinen im Wasser am Bugkorb hing. Irgendwie ist es mir dann aber gelungen, mich hochzuziehen, nach hinten zu rasen und noch schnell Fender auszubringen, ehe das Boot jetzt mit der andern Bordwand an den Steg knallte.

Für die (vielen) Leute im Clubhaus (wer geht bei so einem Sauwetter schon segeln) muss das irre komisch ausgesehen haben, aber ich war erstmal restlos bedient.

Veleta
08.08.2007, 23:10
Sint Maarten um 8 Uhr am morgen:

Klar noch schnell Croissant holen in der Bäckerei, die frischen mit viel Butter.
Am Anker so um die 20 Knoten... .
Beiboot fieren und ins Wasser lassen.
Sprung über die Reeling ins Dinghy, erst mal losbinden und dann..., da war doch noch die rote Sicherheitsleine, das merte ich, als ich bereits 50 Meter hinter der Yacht lag.
Tja die Paddel, die hatten sie mir doch gestohlen, die nehme ich nur noch auf längere Fahrten mit.
Also; Mit Handpaddel gegen 20 Knoten und das mit einem Carribe...., die sind ziemlich schwer.

Merke: Bevor du die Kette löst, lass erst den Motor an.

Es gab dann doch noch Croissant und die Crew war in guter Stimmung. Selten macht der Skipp solche körperlichen Aktionen vor dem 2. Kaffee.

Wurde dann aber noch einen tollen Schlag nach Antigua :)

Gruss und :D :D
Thomi

www.sy-veleta.ch (http://www.sy-veleta.ch)

yamay
08.08.2007, 23:29
Hi Thomi,

das kommt mir irgendwie bekannt vor.

Fair winds

YAMAY

Veleta
09.08.2007, 02:27
Hi Thomi,

das kommt mir irgendwie bekannt vor.

Fair winds

YAMAY

Salü
ja ..., könnte auch von der RBM schreiben, wo ich in der Lagune baden gegangen bin, weil mir am alten 2.5 PS der Most ausging...., doch den Spott hatte ich ja von EUCH allen :)
Gruss an die Martiniqueclique:mad:

Ausgeschiedener Benutzer
03.09.2015, 11:54
47869

Auf einem in der Karte verzeichneten Ankerplatz (16°48'36"S;150°59'31"W) lassen wir den Anker in etwa 5m Tiefe über einem größeren hellen Fleck (Sand) fallen und geben Kette. Bei wenig Wind aber starker Strömung wird das Schiff sofort ausgerichtet. Der Rudergänger geht rückwärts, um den Anker einzugraben. Der Anker slipt. Als die Crew an der Ankerwinsch das merkt, stellt sie die Winsch auf "UP". Ein Ruck, ein Knall: die Kette ist gerissen.

Als der Anker sich unter einem Korallenblock verhakte, war der dreifache Zug durch Ankerwinsch, Rückwärtsfahrt und Strömung zu stark für die Kette.

Später habe ich in der Charterbasis die Stelle beschrieben, sodass ein Taucher den Anker bergen konnte. Die Kosten von 10000 XPF (8O €) erstattete die Kautionsversicherung.

Gruß t...

flexi65
04.09.2015, 09:35
Wir hatten jahrelang unsere Targa 96 "Kalami" und jahrelang füllte ich Frischwasser in den Tank an Steuerbord. Dann haben wir die "Kalami" verkauft, überführten mit dem Voreigner stolz die Neue "Kalami Star" nach Heiligenhafen. Als der Voreigner weg war füllte ich wie gewohnt Frischwasser nach - natürlich an Steuerbord.

Wir ahnen es schon, bei der "Neuen" ist der Dieseltank an Steuerbord (Frischwasser an Backbord) und als es mächtig anfing nach Diesel zu stinken, schaute ich ziemlich böse rüber zu den Motorbratzen ...

Natürlich ist mir das nie wieder passiert, aber seitdem gelte ich in Fachkreisen als "Ölprinz".

Fairwinds & Gruß

Ralf U

Auch wenn sich bereits eine ähnliche Geschichte in diesem Thread befindet, dies ist eine andere!