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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie Bullenstander?



MPromberger
23.11.2001, 09:50
Nach der hitzig geführten Diskussion zur Seeamtsverhandlung (s.u.)meine Frage:
Wie macht man einen Bullenstandr richtig fest wenn man ihn NICHT dauerhaft installieren kann (z. B. auf einem Charterschiff)?
Speziell interessieren mich die 4 bzw.7 Fragen:
WO am Großbaum und WIE mache ich ihn dort fest?
WO und WIE an Deck?
WO und WIE gehe ich über/unter der Reling durch?
Welche Taudicke (z.B. im Vergleich zur Großschot) ist sinnvoll?
fair winds
Markus



--
fair winds!

Strandpirat
23.11.2001, 10:17
Salute Markus,

also ich befestige den Bullen möglichst immer an der Baumnock, also am hinteren Ende und zwar mit einem Palstek.Der Tampen sollte in der Stärke etwa dem der Vorschot entsprechen und nicht zu alt sein. Auf die Reling darf der Bulle natürlich nicht drücken. Ich lenke den Bullen immer vorne um, d.h. ich stecke den Tampen durch die Klüse an einer der vorderen Klampen und belege ihn achtern. Über die Winsch kannst Du ihn schön dichtholen.
Das mit dem umlenken ist deshalb ziemlich sinnvoll, weil Du nicht vorne hektisch rumkaspern musst, wenn der Bulle mal schnell gelöst werden muss.
Alles roger?
Der Strandpirat

Sunmagic44
23.11.2001, 10:40
Hallo alle zusammen !

Ich sehe das ähnlich wie der Strandpirat.

Baumbefestigung entweder an der Nock oder wenn die der Großschot Anlenkpunkt weit genug achtern ist.
Gegenseite entweder an der Bug oder Mittelklüse und über Wintsch gefahren.
Taustärke sehe ich auch ungefähr Genua oder Groß-Stärke.

Gerwin

skipper
23.11.2001, 10:47
Möglichst weit am Ende des Baumes und möglichst weit vorne am Schiff, genau. Umgelenkt ist noch besser! Ihr könnt das ja auch! Aber, vorher mal den Palstek üben, bei der geliebten Zeitschrift "Segeln" soll es im Dez. ein diesbezügliches Spezial geben, nadann, flott die Finger massieren und loslegen!!!
--
_(\_ skipper

[ Dieser Beitrag wurde von skipper am 23.11.2001 editiert. ]

Eastsailor
23.11.2001, 14:05
Ich benutze eine alte Großschot (fast neu nur farbliche Doppelung zum Niederholer). Diese hat auf Mitte einen Schnappschäkel welcher vor der Anlenkung der Großschot (zur Nock hin) an einen festen Ring angeschlagen wird. die beiden Enden führe ich außen um die Seereling herum und durch einen Schäkel an der Fußreling, von dort aus belege ich die Leine auf der jeweiligen achteren Klampe.

Mit diesem System kann ich auch Problemlos den Baum bei der Halse schiften ohne die Großschot zu benutzen (benutzt bisher bis 6Bft).

MfG Eastsailor

klala
23.11.2001, 16:29
Hallo Eastsailor, hast Du das bei mir gesehen oder ich bei Dir? Aber genau so mache ich das auch, und dicht holen über die Winsch.
Niemals geschlagenes Tauwerk verwenden, da es sich dehnt.
--
Klaus

Eastsailor
23.11.2001, 16:44
Hi KLALA, warscheinlich sind wir beide zu faul einen Bullenstander mit einer Leine nach jeder Halse auf der anderen Seite neu einzufädeln. Ich hatte erst zwei Blisterrollen an der Fußreling benutzt, diese dann aber durch einfache sehr massive Schäkel ersetzt weil der leichte Lauf in der Rolle eher gefährlich ist, im Schäkel ist die Führung wesentlich stärker gebremst und über die zweite Umlenkung an der achteren Klampe auch ohne Winsch gut zu fieren.

Was lernt uns dat: Faulheit liefert die besten Ideen(will damit nicht sagen das es die beste Idee ist, sondern auf die wertvollen Elemente der Faulheit hindeuten).

Schönes Wochenende an alle (bin übrigens morgen an der Ostsee nur so gucken ob noch Wasser drin ist)

Eastsailor

Johannes
23.11.2001, 19:23
hallo east und klaus

ich mache das genauso. nur bin noch fauler. ich mache die ganze übung mit karabinern statt mit schäkeln. als schot nahm ich immer eine schön rosa oder lila gefärbte leine in der stärke der gross schot. so war es dann auch für die crew immer klar, dass das etwas besonderes ist.
an meinem neuen boot werde ich wieder so eine lösung suchen. fuss und umlenkpunkte werden dort die mittschiffigen belegklampen sein.
--
cul @ Forum, Johannes

[ Dieser Beitrag wurde von Johannes am 23.11.2001 editiert. ]

Wat_Nu
25.11.2001, 14:32
Hab auf unserem (nur 7m)Holzboot mit 14qm Groß von der Baumnock außen an den Wanten vorbei eine Leine zum durchgebolzten Fuß der ca. 1m vor dem Mast liegenden Relingstütze geführt. Dort kann ich die durch einen einfachen Block geführte Leine leicht mit einem am Block befestigten Karabiner anschlagen. Die Leine führe ich zurück auf eine Fallklampe auf dem Kajütdach, am besten über die entsprechende Winsch. Wenn ich den Großbaum geschiftet habe, brauche ich nur den Karabiner zu lösen, achtern um den Mast herum zu führen und auf der anderen Seite wieder einzupicken. Taudicke bei uns deutlich geringer als Großschot, hatten damit bisher keinerlei Probleme, bin jetzt aber durch die obigen Antworten doch etwas verunsichert. Unhandiges Tau bewirkt aber das seltenere Setzen des Bullenstanders, scheint mir auch nicht ungefährlicher. Wer wirklich auch bei Starkwind solche Kurse fährt, müßte wohl tatsächlich stärkeres Tau einsetzen.
Fair winds
Ralf

Berni
25.11.2001, 21:21
Hallo Ihr Bullenfahrer,

ich segel´seit 38 Jahren und Ihr müßt mir jetzt mal erklären, wozu man so´n Bullenstander -WIRKLICH- braucht ! Auf Wochenend´ und Urlaubstörns?
Meine Feststellung:
1.wenn Wind ist, gehts total ohne! Weil, wenn das Groß richtig aufgefiert ist, kann man ohne Sorge bis zu 10 Grad "übergeigt" fahren.
2.Moderne Segelboote fahren i.d.R. sowieso bei 160-170Grad Windeinfall schneller und sicherer!
3.Vor dem Wind ist dem Steuermann allemal höchste Aufmerksamkeit geboten - und dann passiert auch keine Halse! -wenn´s kriminell wird immer sicheren Kurs steuern und einmal mehr halsen! Oder Q-Wende. Wem das peinlich ist, der hat noch nicht bei richtig Wind gesegelt!

Ich habe bei ganz wenig Wind ab und an einen Bullenstander, um das Klappern zu verhindern. Und dafür ist er auch gedacht.

Bei Wind bildet so´n Ding eine erhebliche Gefahrenquelle, weil ein Boot in den Stander gehalst absolut unsteuerbar wird und erhebliche Querkräfte im Rigg auftreten, die zum Risiko werden.

Also lasst das Gebändsel und steuert ordentlich! bei mir ist noch nie etwas passiert!

Gruß Berni

Johannes
25.11.2001, 21:48
hallo berni,
gott behüte dich auch weiterhin. mein ding ist das nicht.
--
cul @ Forum, Johannes

Raymond
25.11.2001, 22:33
Also da muss ich Johannes einmal beipflichten:
Berni, viel Wind von achtern, eine Kreuzsee und ein Ausrutscher des Rudergängers. Da kann so viel passieren, was den Bullenstander gerechtfertigt! Nicht umsonst fahren die Langfahrtsegler grundsätzlich Bullenstander, sobald der Trimm das zuläßt.
Warnen muss ich aber vor den Karabinerhaken. Die biegen zu leicht auf! Mir ist ein 8 mm bei 5 Bft aufgebogen. Und das knallt!
Skeptisch bin ich auch bei der Lösung mit dem "Doppel-Bullenstander". Wenn da geschiftet wird, ist da nicht die Gefahr eines Vertörnens eines Crewmitgliedes gegeben?

Gruß Ray

Matjes
26.11.2001, 10:58
Moin auch

Ich bin zwar noch recht frisch dabei, aber ich würde Johannes beipflichten. Man segelt einfach nicht platt vorm Wind, sondern kreuzt, dann macht man mehr Fahrt, hat angenehmen Ruderdruck und es kann nichts passieren!!!

Eastsailor
26.11.2001, 11:45
Hi Berni, mein Problem ist hierbei das Rollgroß welches schon kein so berauschendes Profil hat. Wenn ich das dann bis an die Salinge auffiere ist gar kein Profil mehr drin, also fahre ich das Groß nicht vollständig offen. Der Bullenstander bietet außerdem die Möglichkeit den Schmetterling gefahrlos noch auf der letzten Rille (also Groß fast in der Flucht mit dem Windex) zu fahren. Ich fahre oft mit Freunden und Verwandten mit sehr wenig Steuererfahrung oder unter Autopilot und bei diesen Steuerleuten ist der Bullenstander als Versicherung ganz brauchbar. Ganz nebenbei gelingt es mir auch ab und zu eine schöne Patenthalse zu fahren (nobody is perfect) und mit Bullenstander flappt dann nur das Achterlieck kurz über.

Hi Raymond, Crewmitglieder zu vertörnen ist zwar sehr lustig aber in meinem Fall ausgeschlossen, da die Großschot bei mir vor der Sprayhood angeschlagen ist und nicht im Cockpit.

Ich möchte hierbei noch einmal vor der Verwendung von Blöcken für die Umlenkung warnen, das System wird damit zu leichtgängig. Die Bremswirkung von einfachen Schäkeln und Klampen macht die Handhabung sicherer und ohne Last ist es leichtgängig genug. Die Schäkel für die Umlenkung bleiben bei mir ständig an der Fußreling angeschlagen mit Blöcken daran würde das erstens bei anderen Kursen unnötig klappern und gegebenenfalls eher zum klauen verleiten als ein einfacher Schäkel.

Mit freundlichen Grüßen Eastsailor

Strandpirat
26.11.2001, 12:45
Zitat:
_

Bei Wind bildet so´n Ding eine erhebliche Gefahrenquelle, weil ein Boot in den Stander gehalst absolut unsteuerbar wird und erhebliche Querkräfte im Rigg auftreten, die zum Risiko werden.

-

Schonmal was von Reffen gehört Bernie-Baby? *ggg*
Im Ernst, bei richtig strammen Wind fahre ich auch bei raumen Kursen ordentlich gerefft und NIE platt vorm Laken. Der Bulle steht trotzdem. Ich hab`s schon mehr als einmal erlebt, dass bei einer konfusen Situation der Steuermann abgelenkt ist und die abenteuerlichsten Kurse fährt. Zum Thema gefährliche Querkräfte im Rigg: Die hast Du auch bei einer Patenthalse. Ist ja schon öfter passiert, dass das Rigg dabei Schaden genommen hat.
Gruss
Der Strandpirat

ventum
26.11.2001, 14:11
Hallo @ all,
bernies Rat ist gefährlich!! Zu leicht kann etwas Unvorhergesehenes eintreten. Denkt nur an die Situation in der Nacht, wenn der Rudergänger weder genau die Windrichtung noch das Wellenbild sehen kann!
Dass bernies Methode seit Jahrzehnten gutgegangen ist, spricht nicht gegen den Bullenstander, sondern nur für sein Glück!!
Besorgte Grüsse,
Helmut

Rheinsegler
26.11.2001, 14:49
Hallo miteinander,

die Diskussion scheint Doch sehr von den persönlichen Erfahrungen und Revieren abhängig zu sein. Da wo ich oft segle (Auf dem Rhein)lassen sich Patenthalsen nicht zuverlässig verhindern, weil plötzliche Winddreher von 90 - 120° sehr oft vorkommen. Da ist der beste Steuermann überfordert. Bullenstander sind hier allerdings keine Lösung, weil selten mehr als 2 Minuten zwischen den einzelnen Manövern vergehen. So schnell man man das Teil gar nicht auf- und abriggen. Die Lösungsansätze, die hier praktiziert werden sind:
1. Kopf runter - der Schwingraum des Baumes ist absolut tabu.
2. Hoch genug am Wind fahren (und als Folge pausenlos halsen).
3. Die Wälder Baumbremse ist hier ein sehr populäres Zubehör.

Gruß

Alexander

babs77
27.11.2001, 17:03
..ich mach bei patenthalsengefahr das großsegel runter und fahr lieber mit einem größeren vorsegel......
gruß albert

-stefan
27.11.2001, 17:41
Hallo Strandpirat und so !

Wieso geht ihr so weit nach vorne und gebt dem Stander einen Winkel, der immer noch einen Drehwinkel Richtung Schiffsmitte zulässt ? Dafür dann aber schön anknallen ! Je kürzer desto besser ! Deshalb möglichst weit hinten und wer die gelochte Relingsschiene hat, hat ideale Punkte. Wer nicht hat vielleicht Mittschiffsklampen ? Wer die auch nicht hat, hat ein Problem, denn Relingsstützen sind definitiv nicht geeignet.

Ich halt es ansonsten mehr mit Berni - Stander nur bei Schwabbel ( hat schonmal jemand ´ne Jolle mit Bullenstander gesehen ? ) UND mit Ventum - des nächtens immer, u.U. gerefft etc.

Eastsailor, vor dem Wind kommt es nicht mehr auf Profiltiefe an, sondern nur noch auf die Fläche, die Du dem Wind bietest - sonst würd Schmetterling ja nicht funktionieren . . .

Aber - jeder so, wie sein Empfinden es rechtfertigt. Wer ein entsprechendes ´Glatzometer´ zur sicheren Bestimmung des scheinbaren Windeinfallwinkels sein eigen nennt, der fährt auch keine Patenthalse, selbst wenn er abgelenkt ist. Wer halt nicht so steuersicher ist, der nutzt dieses Mittel. Und hätte der Skipper aus dem ´Seeamtsreport´ keinen Stander gehabt, hätte er vielleicht besser aufgepasst . . . wie dieser Bericht zeigt, ist auch ein Stander KEIN Mittel, eine Patenthalse und Ihre Folgen zu vermeiden. Eher noch der trugschluß - kann ja nix passieren . . .


--
mfg
Stefan
E-Mail im Profil

Rheinsegler
27.11.2001, 18:14
hat schonmal jemand ´ne Jolle mit Bullenstander gesehen ?



Hallo Stefan,

der "Bullenstander" auf einer Jolle ist der Arm des Vorschoters, der den Baum festhält und so am Übergehen hindert. Bei den relativ geringen Kräften die da wirken funktioniert das auch.

Gruß

Alexander

stef0599
27.11.2001, 19:54
Original von Rheinsegler:


hat schonmal jemand ´ne Jolle mit Bullenstander gesehen ?



Hallo Stefan,

der "Bullenstander" auf einer Jolle ist der Arm des Vorschoters, der den Baum festhält und so am Übergehen hindert. Bei den relativ geringen Kräften die da wirken funktioniert das auch.

Gruß

Alexander




Hmmm Alexander,

ich überlege gerade wie ich das machen soll . . . Also wenn mein Steuermann so´n Mist bauen würde, fahr ich nicht mehr mit, will ja nicht ins Moor fallen :-)))



--
mfg
Stef
E-Mail im Profil

Berni
27.11.2001, 20:51
Hallo Jungs und Deern´s

Zunächst mal herzlichen Dank für die guten Wünsche. Gott behütet uns hoffentlich alle und Glück braucht jeder mal im Leben. Ich möchte aber trozdem hier nochmal was dazu sagen.

Sicher ist die Benutzung eines Bullenstanders abhängig vom Revier. Über den großen Teich kann man ihn anschlagen. Auf kleinen Gewässern -dazu zähle ich z.B. die Ostsee im Bereich Dänemark oder die Elbe- bringt er Nachteile.

Und nun zum steuern:
Der Steuermann hat nicht unachtsam zu sein!!!! Das geht auf der Autobahn im Auto auch nicht!
Ein sicherer Kurs ist immer !!! ratsam und dann passiert auch nichts! Das hat nichts mit Glück zu tun, das muß ggf. geübt werden.

Ich segele -Ihr könnt es mir glauben- bereits sozusagen in der 2. Generation. Wenn ich ein Schiff steuere, hat das nichts mit Glück zu tun. Ich brauch meine Schutzengel woanders. Auch in 20 Jahren Regatta ist es mir noch nicht passiert, das ich ohne Vorwarnung eine Patenthalse gefahren habe.
Vor dem Wind bin ich grundsätzlich schwer konzentriert. In meinen Augen ist das der gefährlichste Kurs.
Gerade deswegen sollte man sich auf ihn konzentrieren und sich nicht auf die vermeindliche Sicherheit des Bullenstanders verlassen. Gefahren können mit oder ohne auftreten. Und wenn´s richtig weht - dann wird natürlich gerefft !

Wahrscheinlich gehen jetzt die Wogen wieder hoch. Das ist OK- Seht´s nicht so eng, wichtig ist Ihr kommt immer heil an.
-Viel Glück dabei-

Berni ;)

-stefan
28.11.2001, 12:11
Hi Berni !

den Ausagen schließ ich mich ausdrücklich an ! Selbst so called Kaffeesegeln birgt immer eine potentielle Gefahr und wer die als Steuerfrau / mann missachtet, gehört nicht ans Rohr.
--
mfg
Stefan
E-Mail im Profil

Eastsailor
28.11.2001, 12:17
Genau, die Sche... Verwandten und Bekannten trampeln einem eh nur das Schiff dreckig, saufen die Bachskisten leer und sind zu blöd mit dem Pumpklo umzugehen. Segeln lernen die sowieso nicht und überhaupt. Nieder mit allen Gästen auf Schiffen (auch Chartergästen) es lebe die Ruhe und Beschaulichkeit auf unseren Eignerschiffen.

;-} Eastsailor

-stefan
28.11.2001, 12:23
Genau, wenn die nix anderes zu tun haben, dann können sie sich wengistens den Schrubber greifen oder das Unterwasserschiff abtauchen :))
--
mfg
Stefan
E-Mail im Profil

Buchtenbummler
28.11.2001, 16:15
ach Ihr "Helden"....wenn ich das hier so lese...Ihr habt Sorgen...

Ich segle über 10 Jahre in der Südtürkei, und immer wieder Donnerstags und Freitags sehe ich sie, die Helden der See....vor dem Wind, und um den letzten halben Knoten rauszuquetschen, fährt man "Butterfly"....schaut ja auch "chic" aus.... na ja...jeder, wie er´s mog, ICH schippere vor dem Wind gemütlich mit meiner Genua, da klappt nix über, da brauche ich keine Angst vor "Unachtsamkeiten" der "doofen" Mitsegler(innen) zu haben... und mehr als Rumpfgeschwindigkeit schaffe ich (mit einer Kielschwert-Feeling...hehehe) auch nur bei mehr als 7-8 Bft...(ohne Groß...)
Meistens hat´s bei uns so 4-5, manchmal schon "stürmische 6" (wobei das zugegebenermaßne nicht halb so "schlimm" ist, wie 4 auf der Nordsee....)

Was wollt ich sagen...ach ja: Bullenstander: F O R G E T I T!

Segelt lieber "am Wind" mit einem kleinen Reff, aufrecht, knüppelt nicht das Material in Grund und Boden (bildlich gesprochen), sondern OPTIMIERT das Zusammenspiel von WASSER, WIND, eurem SCHIFF und dem am meisten vernächlässigten Faktor beim Segeln: der entspannten URLAUBSFREUDE

..aber das ist wohl mehr eine "grundsätzliche" Frage der eigenen Philosophie - ich will niemandem das Bullenstandersegeln verbieten...wer´s halt mog... WIR auf der Flexen Hex´n jedenfalls sparen uns das Theater und den Streß auch nur potentieller Unfallfaktoren, die auch schon bei 4-5 Bft durchaus unangenehme Folgen haben können, und zudem (außer bei Regatten und Atlantiküberquerung) völlig unnötig sind.

Nix für ungut

Grüße
Hans
SY Flexen Hex´n
www.holidaysailing.de

Wat_Nu
06.12.2001, 19:42
Hallo Eastsailor / Kala,
hab leider die Sache mit dem Schäkel noch nicht so ganz verstanden. Mit der Umlenkung über den Schäkel erreicht Ihr eine - offenbar gewünschte - gewisse Schwergängigkeit. Wenn Ihr den Bullen dann aber über die Winsch dichtholt, müßte die doch eigentlich wieder überwunden werden. Zudem fürchte ich, bei dem geringen Radius der Umlenkung am Schäkel müßte die Bruchlast des verwendeten Tauwerks reduziert werden. Vielleicht hab ich aber auch Euer System falsch verstanden. Bin für Erläuterung dankbar, insbesondere hinsichtlich der gewollten verminderten Leichtgängigkeit.
Ralf

Eastsailor
07.12.2001, 11:04
Moin WAT_NU,
das ist schon richtig, die Umlenkung über den Schäkel führt schon zu einer theoretisch geringeren Bruchlast. Aber, erstens ist die Schot für den eigentlichen Zweck leicht überdimensioniert, zweitens ist selten wirklich Last drauf d.h. nur wenn das Groß umzuschlagen droht – was eigentlich selten passieren sollte. Der Sinn der Schwergängigkeit ist folgender: du kannst beim Halsen unter moderaten Bedingungen (wenn es herber wird auch nur mit der Großschot) den Baum vom Ruder aus mit dem Bullenstander schiften und das aus der Hand nur gebremst durch den Schäkel und der zweiten Umlenkung über die achtere Klampe. Die Winsch habe ich eigentlich nie benutzt, ich hole den Bullen bei ausgestelltem Groß mit der Hand dicht und belege Ihn dann auf der Klampe.

Hi Buchtenbummler,
ich bewundere deinen Gleichmut und die Ruhe mit der du ans Segeln gehst. Es ist wahrscheinlich die einzig wirkliche Art des Fahrtensegelns. Aber so ist das mit uns Stadtmenschen, die ganze Woche versuchst du das Maximale in kürzester Zeit aus allem herauszuholen und hast dann am Wochenende oder im Urlaub Mühe einfach runterzuschalten. Diese Art des heran gehens werde ich noch üben müssen, im Moment hab ich aber noch eher Spaß daran, wenn mir ein zweites Boot auf gleichem Kurs begegnet solange zu zupfen bis ich vorbei bin, oder anerkennend eingestehe das Er entweder das bessere Boot hat oder der bessere Segler ist.

Handbreit Eastsailor

Wat_Nu
07.12.2001, 20:03
Hallo Eastsailor, danke für die schnelle Antwort.
Fair winds, Ralf

Johannes
28.12.2001, 11:53
Original von Buchtenbummler:
ach Ihr "Helden"....wenn ich das hier so lese...Ihr habt Sorgen...

.......
.......

Was wollt ich sagen...ach ja: Bullenstander: F O R G E T I T!

......
......

..aber das ist wohl mehr eine "grundsätzliche" Frage der eigenen Philosophie - ich will niemandem das Bullenstandersegeln verbieten...wer´s halt mog... WIR auf der Flexen Hex´n jedenfalls sparen uns das Theater und den Streß auch nur potentieller Unfallfaktoren, die auch schon bei 4-5 Bft durchaus unangenehme Folgen haben können, und zudem (außer bei Regatten und Atlantiküberquerung) völlig unnötig sind.

Nix für ungut

Grüße
Hans
SY Flexen Hex´n
www.holidaysailing.de



Volker Reineke "Segeln in rauhen Gewässern" Stuttgart 2001

Seiten 88/89

Vorbeugende Massnahmen gegen die häufigsten Verletzungen beim Starkwindsegeln.

Platzwunden und Schädelbrüche durch überkommenden Baum:

Grundsätzlich Bullenstander fahren.

.....
--
cuagn @ Forum, Johannes

Rheinsegler
28.12.2001, 12:23
Hallo Johannes,

wo er doch schreibt, daß er ab BFT4 sicherheitshalber gar nicht segelt.

Happy new year

Alexander

babs77
28.12.2001, 12:30
..hab mal einer "tollen" Patenthalse auf 50mtr. abstand beigewohnt.....

sind mit BABS (7mtr,Kielschwerter)morgens bei bft 5 raus, aber mit sturmwindwarnung für die nordsee etc.....

vor mir 9 mtr boot, gerefft groß und kl. fock,noch butterfly.....

osterschelde (Abfluß Rhein UND Maas) ablaufend wasser auf der Nordsee, Wind 6 zunehmend 7....gegen strömung.
Welle steil, so dass mein log von NULL bis 10-12 knoten (7 mtrm boot) "spielte"...wir fahren also gegen strömung, mit wind und welle.von hinten....

also, vor mir alles in rettungsweste, familie mit 2 kindern. Mutter wird nach unten geschickt, kinder auch, vater abgelenkt. wind setzt einen monemt aus.der fahrwind wird zum gegenwind.segel killen...wind setzt schlagartig wieder ein......wummmmmmmmm
boot legt sich sehr stark über.......mutter schreit den vater an- vater schreit alle an......

mir ist der schreck noch 50 mtr entfernt in die knochen gefahren, eine wucht dahinter..... ein knall.....eine absolut tödliche keule.
Das das rigg übverhaupt gehalten hat......

Ich war auch stark gerefft und unter Sturm-vorsegel eigentlich stabil unterwegs......ich hab mehr aus schreck sofort 90 grad den kurs geändert, den gewaltigen winddruck erlebt. Die 2 sm querab bis zum nächsten Hafen waren ein "starkes Tanz". (BABS ist ein Kielschwerter....)
Segelbergen?? Nicht dran zu denken...Großschot aus der hand gefahren..Auf die letzten Minuten rin in den trockenfallenden Hafen und dort alles an segel aus "Hochachtung" reingeholt.....sofort wieder raus.....bin dann unter motor weitergesurft......heute würde ich frühzeitiger das groß ganz weg( vor dem wind segeln täuscht gewaltig) und unter sturmfock weiter.( etwas weniger geschauckel als unter motor).......
gruß albert




[ Dieser Beitrag wurde von babs77 am 28.12.2001 editiert. ]

[ Dieser Beitrag wurde von babs77 am 28.12.2001 editiert. ]

[ Dieser Beitrag wurde von babs77 am 28.12.2001 editiert. ]

babs77
28.12.2001, 12:33
Original von babs77:


Original von Johannes:


Original von Buchtenbummler:
ach Ihr "Helden"....wenn ich das hier so lese...Ihr habt Sorgen...

.......
.......

Was wollt ich sagen...ach ja: Bullenstander: F O R G E T I T!

......
......

..aber das ist wohl mehr eine "grundsätzliche" Frage der eigenen Philosophie - ich will niemandem das Bullenstandersegeln verbieten...wer´s halt mog... WIR auf der Flexen Hex´n jedenfalls sparen uns das Theater und den Streß auch nur potentieller Unfallfaktoren, die auch schon bei 4-5 Bft durchaus unangenehme Folgen haben können, und zudem (außer bei Regatten und Atlantiküberquerung) völlig unnötig sind.

Nix für ungut

Grüße
Hans
SY Flexen Hex´n
www.holidaysailing.de



Volker Reineke "Segeln in rauhen Gewässern" Stuttgart 2001

Seiten 88/89

Vorbeugende Massnahmen gegen die häufigsten Verletzungen beim Starkwindsegeln.

Platzwunden und Schädelbrüche durch überkommenden Baum:

Grundsätzlich Bullenstander fahren.

.....
--
cuagn @ Forum, Johannes


.seh das ähnlich wie hans steiner.....der baum MUß nicht unbedingt eine gefahr darstellen....groß runter, baum fest, rotwein raus.....
ok. bin etwas lansamer unterwegs......aber...... :_))

bft. 6 segle ich noch mit....dann aber ist schluß. Es sei denn ich MUß, weil überrascht...dann aber auch schnell wieder rein.
gruß albert

Johannes
30.12.2001, 13:37
na dann, prost albert,

du hast natürlich recht. weit weg vom schuss gibt`s alte krieger.....
--
cuagn @ Forum, Johannes

Buchtenbummler
30.12.2001, 14:29
Original von Johannes:


Original von Buchtenbummler:



Volker Reineke "Segeln in rauhen Gewässern" Stuttgart 2001

Seiten 88/89

Vorbeugende Massnahmen gegen die häufigsten Verletzungen beim Starkwindsegeln.

Platzwunden und Schädelbrüche durch überkommenden Baum:

Grundsätzlich Bullenstander fahren.

.....
--
cuagn @ Forum, Johannes



...Lesen bildet, wohl wahr!
Und wer mein Posting richtig liest, wird finden, daß wir NUR MIT GEOA segeln - da gibt´s keinen (ausgebaumten) Baum, der umklappen kann, lieber Johannes....

...schon das 2.Mail heute vorbeigeschossen....

*ggg*

Grüße
Hans
SY Flexen Hex´n
1 Mast - baumlos vor dem Wind....

Initiative zur Förderung unfallschwerpunktreduzierenden Vor-dem-Wind-Urlaubssegelns

Sunmagic44
03.01.2002, 13:54
Hallo Hans



Original von Buchtenbummler:
...daß wir NUR MIT GEnOA segeln ...



Es ist schon richtig, daß es gefahrloser ist.
die Tücke der ganzen Sache ist aber bei mehr Wind. Das Rigg erfährt dadurch eine sehr hohe (Über)belastung durch das fehlende Gross und dessen Stabilitätswirkung.

Mit und ohne Bulle
Gerwin

Michi
03.01.2002, 14:20
Hallo zusammen,

was haltet Ihr von einer Baumbremse?

übrigens eine Verletzungsgefahr sehe ich bei Dickschiffen nicht bei mir ist der Baum ca. 2mtr. über dem Cockpitboden und so groß bin ich nicht, also bleibt max. der Schaden am Rigg der übrigens auch schlimm genug sein kann.

Zur anbringen des Bullenstanders bei mir kann ich euch nur sagen so einfach und schnell wie möglich sonst tut man es nämlich nicht.

Am Baum beim Niederholer eingeschäkelt und von dort auf einen Block an den Püttingbeschlag der achtere Unterwant, dann weiter auf die Spiwinsch zum fieren und dichtholen.

Handbreit und ein gutes neues Jahr.

Michi

Eddi
03.01.2002, 19:32
zum Thema Bullenstander gab es im Palstek mal eine Info
Schot am Baum belegen, mit je einer Umlenkrolle an Back- u. Steuerbord in Höhe des Mastes nach achtern führen und dort belegen.
hat den Vorteil, das man ohne die Plicht zu verlassen den Bullenstander nach einer Halse ohne Probleme neu belegen kann
frohes neues
Eddi

Krawel
03.01.2002, 20:38
[quote]
Original von Eddi:
zum Thema Bullenstander gab es im Palstek mal eine Info...


Hallo Eddi,

weißt du vielleicht noch um welche Palstek Ausgabe es sich handelt?

Gruß Elke

Eddi
04.01.2002, 11:31
Original von Krawel:
[quote]
Original von Eddi:
zum Thema Bullenstander gab es im Palstek mal eine Info...


Hallo Eddi,

weißt du vielleicht noch um welche Palstek Ausgabe es sich handelt?

Gruß Elke





Ich habe nur die Seite vorliegen, könnte Sie Dir nächste Woche faxen

Gruß Eddi

Johannes
04.01.2002, 12:04
hallo sportsfreunde,

das ist genau die lösung, die am anfang des themas schon verschiedentlich erwähnt wurde. ob die umlenkung nach achtern über einen schäkel, einen karabiner oder eine rolle erfolgt ist meines erachtens reine geschmacksache und ändert an den entstehenden kräften kaum etwas. wichtig scheint mir, dass die bullentalje (bei achterlichem wind) beidseitig permanent eingeschoren ist.
--
cuagn @ Forum, Johannes

Krawel
05.01.2002, 15:49
Hallo Eddi,

das mit der Seite zufaxen fänd ich klasse.

02327 97 66 49


Gruß Elke