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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Propeller mitdrehen lassen ?



Saegler
25.11.2001, 14:13
Wann segelt eine Yacht schneller ?
Propeller mitdrehen lassen oder mittels Gang einlegen festsetzen ?
Gibt es dazu sogar Untersuchungen ?
Wer kann weiterhelfen ?

Handbreit Wasser !

Saegler

tomberger
25.11.2001, 14:31
Original von Saegler:
Wann segelt eine Yacht schneller ?
Propeller mitdrehen lassen oder mittels Gang einlegen festsetzen ?
Gibt es dazu sogar Untersuchungen ?


Der mitdrehende Propeller bietet spürbar erheblich weniger Widerstand als ein festgesetzter. Persönliche Vermutung: mittels Gang festsetzen könnte eventuell sogar dem Motor schaden.

Tom Berger

klala
25.11.2001, 15:25
Zu diesem Thema gab es bereits vor einigen Wochen viele Stellungnahmen. Bitte mal im Forum zurückblättern.
Ein mittels Gang festgestellter Propeller wird aber kaum dem Motor schaden können, da die durch den Propeller auf den Motor wirkenden Kräfte unerheblich sind. Eher noch kann ein mitlaufenden Propeller dem Getriebe und der gesamten Wellenanlage durch g.g.f. unzureichende Schmierung und Abnutzung schaden.
--
Klaus

Ulli
25.11.2001, 16:05
1. Ein festgesetzter Propeller beschädigt nichts! Der Motor darf nicht laufen!
2. Ein mitdrehender Propeller erzeugt eine gerichtete Strömung, die mehr bremst, als eine ungerichtete (stehender propeller) Strömung!

So habe ich es immer wieder von Fachleuten gehört.

Raymond
25.11.2001, 17:58
Original von Ulli:
[quote]
1. Ein festgesetzter Propeller beschädigt nichts! Der Motor darf nicht laufen!
2. Ein mitdrehender Propeller erzeugt eine gerichtete Strömung, die mehr bremst, als eine ungerichtete (stehender propeller) Strömung!

So habe ich es immer wieder von Fachleuten gehört.



Hallo Ulli,

das kann nicht stimmen.
Volvo hat hierüber umfangreiche theoretische und vor allem praktische Untersuchungen angestellt. Ergebnis:
Ein festgestgellter Prop hat den weitaus höchsten Widerstand. Volvo z.B. verbietget dies in seinen Bedienungsanleitungen, da der eingelegte Rückwärtsgang eine "einklemmende" Wirkung im Getriebebereich hat. Zunehmend ist dann der Rückwärtsgang schwerer zu lösen.
Ein mitdrehender Prop hat wesentlich weniger Widerstand. Die Umdrehungen schaden allerdings dem Getriebe, da entsprechende Lager und Getriebeteile mit mechanischem Druck teilweise in falschen Richtungen und ohne notwendige Temperatur erfolgen.
Am besten ist immernoch ein Faltpropeller, welcher bei eingelegtem Rückwärtsgang nur sehr wenig "falschen" Druck auf das Getriebe ausübt und aufgrund der "eingeklappten" Flügel minimalen Widerstand bietet.
Die Daten habe ich nicht mehr, sind aber aus den Publikationen von Volvo zu erfahren. Meine Erfahrungen sind gegenüber Zweiflügel, festgestellt:
Zweiflügel, mitlaufend: + 5 %
Dreiflügel, gefaltet: + 6-8 % Geschwindigkeit

Gruß Ray

peterk
30.11.2001, 00:27
Ich hatte immer gehoert, dass der nicht-drehende Prop
weniger Widerstand macht.
Ganz `unerheblich` sind die drauf wirkenden Kraefte jedoch
nicht.
Ich hab bei Ueberfuehrungen oefters kleinere Diesel - bis 3 zyl
mit schwacher oder zu harter Kompression, wenn noetig, von Hand aus gestartet
- was nicht moeglich war
ohne den folgenden Trick:
bei halbem wind segelnd
im Vorwaerts Gang ohne Kompression kurbeln
dann den/die Kompressionhebel umlegen,
viel leichter wenn der Wasserdruck am Prop mithilft!
`putputput..............usw
...`truckin` my blues way`.....

peter http://www.juprowa.com/kittel

Segelmatze
12.01.2002, 11:48
Ich denke, in den meisten Beiträgen steckt ein bißchen Wahrheit: In erster Linie ist das natürlich von dem Propeller abhängig. Ich handhabe es folgendermaßen:
Wir reden natürlich immer über Festpropeller.
...habe ich einen Standardpropeller (z.B. dreiflüglig) läuft er mit.
...habe ich einen speziellen Propeller für Segelboote mit flachem Profil, stelle ich ihn fest.
Wenn man nicht weiß, um welches Exemplar es sich handelt, wird man spätestens beim Aufstoppen feststellen, daß ein Standardpropeller deutlich besser zieht, aber leider auch einen höheren Schleppwiderstand hat.

Gruß

Matthias

Buchtenbummler
12.01.2002, 15:24
..wie die diversen Postings ja zeigen: die einen sagen so, die anderen sagen so....jedes hat seune Nachteile, die es abzuwägen gilt (man errechne mal 6,8% von 5,32 kn... ;-))) ...wenn es DARAUF ankommt...(jedenfalls dem "Normalsegler"...).

Sinnvoller zur Geschwindigkeitserhöhung und Optimierung halte ich das ausgeglichene Verhältnis der Drücke... ich habe schon solche (Propeller...) Diskussionen von Leuten gehört, die bei 5-6 Bft mit voller Besegelung gegenanknüppeln, dann von "Waschbordsegeln" sprechen aber der Propeller.... *grins*

Vermutlich eine indivisuelle Einschätzungsfrage...was einem mehr wert ist: das Getriebe oder der Speed, und dazu das nervige "Mahlen" der mitdrehenden Schraube...

Ich stelle (meistens) fest... und mir "vernünftig" erscheinende, erfahrene (Weltum-)segler sehen das auch so...

Ciao
Hans
www.buchtenbummler.de

Tipr des Tages: der Anker sollte nicht "mitdrehen"...das beschädigt zwar nicht das Getriebe, aber das Schleifen der Kette nervt... *kicher*