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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kaufchater



filtor
03.12.2001, 17:48
Hallo,

ein Kumpel von mir beabsichtigt eine Hanse 34
über einen sogenannten Kaufchatervertrag zu erwerben.
Ich habe Ihm davon abgeraten, aber er meint damit
ein gutes Geschäft zu machen.
Wer hat Erfahrungen mit so einem Vertrag und wer kann
etwas über die Hanse sagen, die meiner Meinung nach auch nicht zu empfelen ist.

Grüße, Filtor

peter-blake
03.12.2001, 18:04
moin Filtor,

schau mal hier im Forum über Suche (siehe oben) nach diesem Thema. Dazu gabs schon mehrfach Äusserungen vieler Forumsteilnehmer.

Meine Meinung?. Let it be. Da kannste gleich dein Geld in den Schredder schmeissen.
--
Blake

kapetanjos
03.12.2001, 21:34
Hallo!
Hab das schon hinter mir! Verdienen tust nichts oder kaum, hängt sehr von der Firma ab! Das Schiff erhält sich selbst, aber es bleibt kaum was. Bei manchen Firmen zahlt man auch drauf. Ich hab mir damals einige angesehen, bin dann ganz gut (also ohne Verlust) ausgestiegen.
Grüße, Kapetanjos

HEINO
04.12.2001, 20:28
Hallo Kapetanjos

wie hast Du das Raumskommen geschafft?

Hallo Filtor

Dein Bekannter soll das Geschäft machen. Was wäre die Welt arm, wenn die Dummen aussterben und wir hätten so wenig neue Charteryachten.

Oder wenn er sichs anders überlegt, soll er für die kostenlosen Ratschläge aus dem Forum einer Orginasation etwas spenden.

HEINO

Ftank
04.12.2001, 22:10
Original von HEINO:
Hallo Kapetanjos

wie hast Du das Raumskommen geschafft?

Hallo Filtor

Dein Bekannter soll das Geschäft machen. Was wäre die Welt arm, wenn die Dummen aussterben und wir hätten so wenig neue Charteryachten.

Oder wenn er sichs anders überlegt, soll er für die kostenlosen Ratschläge aus dem Forum einer Orginasation etwas spenden.

HEINO



Ich segle damit ganz gut aber größte Vorsicht, sehe Dir z.b. mal
3-5 Jahre alte Schiffe auf dem Stützpunkt an! Versuche kontakt zu
anderen Eignern zu bekommen bzw. frage dreist nach Referenzen!
Frank -ftank

Buchtenbummler
05.12.2001, 10:07
Hallo,

empfehle www.holidaysailing.de und dort DIVERSES Charterkauf.
Bezieht sich zwar auf Türkei, das Prinzip ist dasselbe.
Grundsätzlich kann man weder zu- noch abraten, sondern muß die eigene Situation berücksichtigen:

* viel Eigennutzung ? (also logischerweise wenig Charter möglich...)

* nur wenig Eigennutzung (eine gepflegte Charteryacht "leidet" weniger, als eine "gut verpackte", die immer nur herumliegt!)

* ausreichend Kapital vorhanden oder soll über Charter ein Teil des Investment und der laufenden Kosten refinanziert werden - Letzteres KANN Sinn machen, in Abhängigkeit von Revier, Vercharterungsservice und eigener wirtschaftlicher Zielsetzung

* nicht das Modell "schönrechnen", indem eigene Nutzungswochen in großer Zahl angesetzt werden, um die "Rendite" zu errechnen.
Genau in der Hochsaison segeln die Chartergäste...und nicht der Eigner, außer, er verzichteet auf Einnahmen (worüber der Verchartere wenig erfreut sein dürfte, denn der lebt ja von Provision und Serviceprozenten), ergo: wenn schon kalkulatorische Eigennutzung ansetzen, dann zu NEBENSAISON-Preisen, und nicht 6 Wochen, soviel Zeit hat i.d.R. kaum jemand (alle Jahre wieder), sondern 2-maximal 4 Wochen.

* ALLE Nebenkosten berücksichtigen (kleine Summen summieren sich...)

* steuerliche Aspekte KLAR definieren, keine "das-geht-schon-und-merkt-keiner-wenn ich selbst-nutze"-Hoffnungen pflegen - die Finanzämter sind so doof auch nicht....(siehe dazu die einschlägige Rechtssprechung u.a. auch - äquivalent anwendbar - zu Ferienwohnungen etc)

Fazit: unter Berücksichtigung einiger persönlicher, objektiv und eher kritisch abzuwägender Aspekte kann und ist auch meist ein Chartermodell durchaus sinnvoll, wenn man sich ganz klar über seine eigene Zielsetzung ist, insbesondere, wenn diese heißt: Teilamortisation des Schiffes und Deckung des Unterhaltes für einige Jahre, dann Eigennutzung. Allerdings kann EINE Schwachstelle (primär schlechter Service) die Zielsetzung gefährden.

Pauschale Rundumschläge gegen die "Abzockervercharterer" hier im Forum halte ich für überzogen, wenngleich nicht in allen Fällen unberechtigt, wenn zu einer gewissen "Vorsicht" geraten wird. (Foren neigen häufig zu überzogener Formulierung manchmal etwas extremer Positionen...aber Einzelmeinungen sind - auch, wenn diese krass formuliert werden - halt Einzelmeinungen, subjektiv, vielleicht auch im Einzelfall berechtigt (es gibt schwarze Schafe, leider!). Wesentlich scheint mir zu sein, daß man SELBST VOR ORT präsent sein kann, und dem Service dort "auf die Finger schaut - und klopft, wenn nötig". Ein Schiff in Stralsund un Wohnsitz in Stuttgart...naja...eher konfliktträchtig!
Anders sieht es aus, wenn man halt nut 1 Stündchen von zu Hause zum Liegeplatz braucht.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser...kaum irgendwo gilt das so sehr, wie in der Wassersportbranche...

Viel Erfolg

Grüße
Hans-J. Steiner
www.holidaysailing.de
SY Flexen Hex´n

achim
05.12.2001, 18:44
Hallo Filtor,
hab Dir zu diesem Thema, war so ähnlich schon in diesem Forum,
mal die Addi rausgesucht: "Finanzierung über Charter"
http://yacht.de/apboard/thread.php3?&idx=1652&BoardID=1



vieleicht hilft es ja.

Wenn Du möchtest kann ich Dir auch gern einen Ansprechpartner nennen,(per e-Mail anfragen) allerdings nicht für Hanse sondern für Bavaria-Yachten. Ich mache keine Reklame dafür, aber kenne auch einige gute Leute.

Gruß
achim

[ Dieser Beitrag wurde von achim am 05.12.2001 editiert. ]

[ Dieser Beitrag wurde von achim am 05.12.2001 editiert. ]

Samweis
06.12.2001, 18:55
Hallo,

der genannte Thread ist tatsaechlich sehr informativ. Alles Wesentliche ist dort bereits gesagt.
Trotzdem moechte ich aber die Gelegenheit nicht versaeumen, meine eigne Meinung hier noch zum Besten zu geben... ;-)

Grundvoraussetzung ist, dass man sich ganz genau daruber im Klaren ist, was man eigentlich erreichen will und was die Zielsetzung des Charterkaufes ist.

1. Ziel: Profit
Zu diesem Thema sind ja in dem anderen Thread bereits Kalkulationen angestellt worden. Aus meiner eigenen Erfahrung in diesem Bereich kann ich versichern, dass dieses ganze Geschaeft nicht fuer den Eigner konzipiert ist. In der "Wertschoepfungskette" ;-) Haendler-Eigner-Basis-Agentur -> Charterer verdienen alle bis auf den Eigner.
Selbst der Charterer "verdient" dabei noch eher: Er bekommt naemlich fuer einen relativ geringen Preis einen Wert zur Verfuegung gestellt, der offenbar das begriffliche Vorstellungsvermoegen mancher Charterer weit uebersteigt. und das bei den heutigen Versicherungsmoeglichkeiten sogar (fast) risikofrei!

Theoretisch (und in Einzelfaellen auch in der Praxis) sind Eigenkapitalrenditen bis zu 12% drin. Aber nur unter folgenden Voraussetzungen:
- Man betrachtet das Ganze als Unternehmen und engagiert sich entsprechend unternehmerisch. Das heisst: Einsatz und Zeit.
Viele der sogenannten "nicht-kommerziellen" Mitsegelanbieter fahren rentabler als Kauf-Charter.
- Zum Beispiel versucht man, soviel wie moeglich der lukrativeren Glieder der obigen Kette zu uebernehmen. => Eigenvercharterung mit idealerweise eigener Uebergabe/Uebernahme.
- Man kauft guenstig ein. Die meisten Kaeufer bezahlen nach meiner Schaetzung 5% zu viel. 5% sind aber schon eine Saison "Vorsprung".
Auch wird viel "Schnickschnack" gekauft, der den Charterer vielleicht freut, die er aber nicht adaequat bezahlt und auch nicht pflegt.
- Man ist flexibel. Wenn ich sehe, dass das Revier "schwach" ist, muss ich eben reagieren. Oft weiss man das schon ein Jahr vorher, wenn man sich gut informiert oder ein paar Gedanken macht (z.B. wo wird sich der 11.09. wohl am meisten auswirken?)
- Man quaelt das Schiff durch moeglichst lange Laufzeiten und nimmt alles mit, was man bekommen kann, z.B. Segelschulen ausserhalb der Saison, Trips in waermere Gefilde im Winter usw.

Machst Du das nicht, sondern behandelst die Investition wie eine Anleihe, dann kommen etwa -5% bis +5% (inkl. Wertverlust bei Verauesserung) heraus - wenn alles gut geht.

2. Ziel: Senkung der Kosten
Also: "Ich will ein Schiff, kann (oder will) mir das Schiff neu und in der gewuenschten Groesse eigentlich nicht leisten"
Das funktioniert. Mit Kauf-Charter kann man zweifellos die Kosten fuer ein neues Schiff senken.
Nachteil: Ich bekomme kein neues Schiff. Die Verfuegbarkeit ist in den ersten Jahren sehr eingeschraenkt. Selbst wenn mein Vertrag erlaubt, dass ich es beliebig nutzen duerfte, wuerde ich das aus eben den Kostengruenden nicht tun, denn durch den Charterausfall wuerde mich mein eignes Schiff in der Hauptsaison ja genausoviel kosten wie ein Charterschiff.
Ich bekomme also eigentlich nach 5 Jahren nur ein "abgeroedeltes" Charterschiff, von dem ich heute noch nicht weiss, wie es dann wohl aussieht, und habe alles in allem genausoviel bezahlt, wie ich fuer ein 5Jahre altes Schiff haette bezahlen muessen, dass ich mir aber vorher haette ansehen und aussuchen koennen.

Da kaufe ich doch lieber ein Gebrauchtes. Das kann ich naemlich ausstatten, wie _ich_ will, und es muss auf >40 Fuss auch keine 4 Kabinen haben sondern nur 2.
Oder besser noch: ich chartere. Dann bin ich naemlich Koenig, kann alles ausprobieren, was ich mich bei meinem eigenen Schiff nie trauen wuerde und fahre nach dem toern mit schoenen Erinnerungen nach Hause. Die Rechnungen bekommen ja die anderen.

3. Ziel: Steuern sparen
- Grundvoraussetzung ist, dass ich das Geschaeft als Gewerbe betreibe und auf Profit ausrichte (s.o.). Andernfalls summieren sich die Nachteile auf meiner Seite: Ich "spare" zwar erst die MWSt, bezahle sie aber dann in Raten doch und dazu USt auf alle Einnahmen. Die Einnahmen sind naemlich dem Gewerbebereich zuzurechnen und damit USt-pflichtig, der Wertverlust ist aber mein Privatvergnuegen und damit faellt darauf die urspruenglich gesparte MWSt an.
- Selbst wenn ich es als profitables Gewerbe plane, ist es sehr tueckisch, weil vom "Gusto" meines Sachbearbeiters abhaengig.
- Selbst wenn ich mein "heimisches" Finanzamt im Griff habe, koennen bei Schiffen im Ausland ganz unerwartete "Effekte" auftreten.... Selbst innerhalb der EU. Bei Bedarf dazu gerne mehr... ;-)
- Leider ist vielen Yachtbesitzern (und auch Eigenheimbesitzern) offenbar nicht klar, dass ich Steuern nur auf das "sparen" kann, was ich bereits verloren habe. Man kann nur Steuern "schieben". Das wirkliche Sparen, d.h. in-der-eigenen-Tasche-behalten funktioniert nur dann, wenn ich im Augenblick eine sehr hohe Steuerlast habe und weiss, dass ich in 5 Jahren eine sehr niedrige haben werde (Rentner, Aussteiger).

4. Ziel: Erfahrung sammeln
Hervorragend geeignet! Wenn ich beabsichtige, mir mal ein "privates" Schiff zu kaufen, vorher aber wissen will, was an einem Schiff so alles kaputt gehen kann, damit ich bei meinem spaeteren Schiff auf die Schwachstellen achten kann, dann ist ein Kauf-Charter-Modell sicher ideal.
Der Gewinn an Erfahrung in allen Bereichen ist kaum zu ueberbieten. ;-)

Fazit: (Falls jemand soweit gekommen ist ;-) )

Als Geldanlage ungeeignet, da Rendite, wenn vorhanden, kleiner als bei Anleihen des Bundes und Risiko, na ja, nicht ganz auf dem Niveau von EM TV oder so. Aber fast ;-)

Zur Persoenlichkeitsbildung aber unschlagbar ;-)

Wow - war das lang? Jeder, der bis hierher gekommen ist, bekommt ein Bier in der Kneipe bei mir um die Ecke... ;-)

Gruss

Oliver

peter-blake
06.12.2001, 19:01
Wo gibts das Bier?
--
Blake

Buchtenbummler
06.12.2001, 19:13
B R A V O - mit Deinen und meinen Ausführungen ist nun wirklich alles begründet gesagt....wer jetzt noch "schiffschwanger" mit sehnsüchtig-wässsrigen Augen" auf der BOOT oder anderen Messen "reinfällt", dem ist wirklich nicht (mehr) zu helfen!
Aber so isses halt, wenn man "verliebt" ist...*smile*
Irgendsop ´ne Sado-maso-Sache ist das schon, als Schiffseigner - und zuletzt das vielleicht schon bekannte Bonmot:

"Ein Schiffseigner hat nur ZWEI wirklich glückliche Momente: der erste ist, wenn er SEIN Schiff das erste Mal betritt und segelt, und der zweite, wenn er es (endlich) wieder verkauft hat...*kicher*

Trost: ...na ja...so schlimm ist es (meistens) nicht, aber "leidensfähig" muß man schon sein...

Leider bin ich zu weit von Deinem Bier entfernt - hätte sonst die 2.Runde übernommen...

Grüße
Hans Steiner
www.holidaysailing.de
SY Flexen Hex´n

filtor
06.12.2001, 19:40
Tja Leute,
so eine fast einstimmige negative Meinung hätte ich nicht erwartet.
Aber wenn ich meinen Kumpel jetzt nicht überzeugt bekomme, ist ihm vieleicht auch nicht mehr zu helfen.
Ich bedanke mich bei allen recht herzlich,
Filtor

Samweis
06.12.2001, 20:32
Original von peter-blake:
Wo gibts das Bier?
--
Blake

Hm, sagen wir in dem Cafe am "Green"? Morristown, NJ 07960

Wenn Du deutsches Bier willst, musst Du es Dir aber aus`m "Kings" mitbringen ;-)

Oliver

[ Dieser Beitrag wurde von Samweis am 06.12.2001 editiert. ]

skipper
07.12.2001, 11:27
Hochinteressant! Es ist wie ich mir das immer schon vorgestellt habe:

Wer genug Geld hat kauft sich ein Schiff seiner Wahl und braucht sich keine Gedanken machen über irgendwelche Modelle!

Wer es sich eigentlich nicht so ohne weiteres leisten kann, läuft Gefahr, den mehr oder weniger seriösen Angeboten der Werften/Makler/Händler auf den Leim zugehen, weil: er ist der einzige der nichts verdient und von Glück reden kann, wenn er nichts dabei tun muß.

Die Werbeagenturen verstehen ihr Geschäft! Kann man auch bei den Autos sehen. Wenn ich mich in der Nachbarschaft umschaue, was da für Volvos und BMW`s stehen, bei Leuten die es sich m.E. nach nicht leisten können, 60 tdm oder mehr für solche Schlitten zu bezahlen! Aber die Wirtschaft muß brummen, ist ja auch o.k.. Ich chartere weiterhin!
Schönes Wochenende!
--
_(\_ skipper