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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Schwimm-Netze in der Ostsee



kmg
11.12.2001, 17:36
Suche Beratung für das sinnvollste Verhalten bei Erkennen
diverser schwarzer Fähnchen.
Die Lage des Verlaufs der Netze ist oft nicht auszumachen.
Kann man mit Yachten von 150-180 cm Tiefgang problemlos kreuzen?
Die mir bekannte Fachliteratur ist uneinig.

Für Hinweise auf Literatur oder guten Rat wäre ich dankbar.
klaus

Sven
11.12.2001, 18:37
Nicht in Bojenfelder fahren... Haha wolltest Du sicher nicht hören, aber im Prinzip das Beste. Auf "müsste reichen" würde ich in diesem Fall nix geben.

Wenn es doch passiert: eine Taucherbrille und Schnorchel ist immer im Seesack. Ankern und Badehose oder Neoprenshorty.

Im Notfall mit Hilfe des Takelmessers die Angelegenheit klarieren, sofern Gefahr fürs Schiff besteht und im nächsten Hafen versuchen zu klären wem die Dinger gehören und Schaden ersetzen.
Wenn es sich irgendwie einrichten lässt ohne Schaden für Dritte / Fischer klarieren.

Nur eines würde ich nicht machen: den Motor starten. Das ganze Gelumpe aus der Welle schneiden oder aus dem Saildrive... besser nicht.

Weitere Tipps... lerne gerne dazu

Sven

Tangoskipper
11.12.2001, 22:15
Mehrere Punkte:

1. Geh mal im Hafen zu einem Fischer, sieh dir die Netzkonstruktion an und mach dir ein eigenes Bild von dem was da im Wasser liegt. Reusen, Netze etc. An den Enden sind Markierungsbojen befestigt, die dann als Fähnchen (müssen nicht immer schwarz sein) aus dem Wasser ragen.

2. Ausguck nach Fähnchen gehört zur Aufgabe des Rudergängers.

3. Schau mal in die Karte, wie tief an diesen Stellen das Wasser ist! Ab 3 m Wassertiefe dürftest du keine Probleme haben.

4. Halt Abstand zu den Fähnchen, da sie durch Wind und Strömung etwas versetzt stehen können. Auf keinen Fall direkt drüber fahren, da sie sich in der Schraube verhaken können!

5. Wenn in der Seekarte oder Handbüchern Hinweise auf Reusen, Netze etc. stehen: Sei vorsichtig und halte Abstand. (In der Regel sollte da aber auch die Wassertiefe nicht für dein Schiff reichen!)

(6. Fahr mal bei einem Schulungstörn bei einer guten Segelschule mit. Da lernt man eine Menge.)

Unter Berücksichtigung dieser Punkte solltest du problemlos durch die dänische Südsee kommen. Zumindest ich hatte noch keinerlei Probleme in diesem Zusamenhang.

Gruß
Tangoskipper

Ray
14.12.2001, 16:56
Hallo Klaus,

noch ganz wichtig:

Schwarze Fähnchen markieren eine einzelne Reuse. Dort geht also ein Ende mehr oder weniger gerade nach unten. Diese können auch ein wenig versetzen oder schräg laufen. Also Abstand von mindestens fünf Metern halten.

Rote Fähnchenmarkieren ein gespanntes Netz! Und zwar sollten diese auf einer Seite ein einzelnes Fähnchen und auf der anderen zwei Fähnchen übereindander haben - wird aber oftmals nicht gemacht, dann sind an beiden Seiten nur jeweils ein Fähnchen. Dieses Netz hängt normaler Weise direkt über dem Grund. Aber wenn´s eh schon flach (weniger als fünf Meter) ist, sollte man diese Strecken dazwischen immer meiden.

Oftmals sieht man sich vor ganzen unübersichtlichen Feldern mit roten Fähnchen. Dann ist es ratsam, das gesamte Feld zu umfahren - egal wie flach es ist.

So weit die Informationen unserer Ostseefischer.

Ganz gefährlich sind aber manche dänischen Fischerboote: in dieser Saison kreuzte ich rund hundert Meter hinter einem Fischerboot dessen Kurs, der sich dann ganz aufgeregt per Funk meldete, er hätte ein Scheppnetz von über 500 Metern (!) hinter sich. Er hatte keine Rauten und Bälle gesetzt, befand sich in einer viel befahrenen Strecke bei Middelfahrt und hatte auch sonst kein schlechtes Gewissen. Glücklicher Weise hatte die dänische Wasserschutz mitgehört und klaubte sich den Fischer gleich.

Auf Nachfragen wurde mir bestätigt, dass viele Fischer dieses verbotene Schleppfischen begehen und man sich immer mindestens eine halbe Meile hinter einem langsam fahrenden Fischerboot frei halten sollte. Die korrekte Zeichensetzung wird jedenfalls nicht zuverlässig gesetzt.

Also: Fähnchen im Wasser ohne Boot sind in jedem Fall schlecht für uns. Fischerboote können heimtückisch sein - haben aber lecker Fisch zu bieten ...

Gruß Ray

Joerg_L
15.12.2001, 19:34
Moin,
hier nur noch einige Ergänzungen:

zu den schwarzen Fähnchen:
auch Hakenleinen werden so gekennzeichnet. Die schwarzen Fähnchen treten auch in Paaren auf.

zu den roten Fähnchen:
Es gibt einmal die Grundnetze und einmal die Oberflächennetze. Bei letzteren kannst Du meistens die Schwimmer zwischen den Flaggenpaaren erkennen. Dann sollte man auf keinen Fall zwischen den Fähnchen durchfahren.

Steder (so heißen die Flaggenstöcke) mit einem Fähnchen liegen in
südlicher Richtung, die mit zwei Fähnchen in nördlicher Richtung.
Die Steder sind mit dem Namen des Fischers, zumindest mit seiner Fischereinummer gekennzeichnet.

so sollte es eigentlich sein, aber Ausnahmen bestätigen öfters die Regel. Also immer schön Abstand davon halten.

Jörg

KlausPW
15.12.2001, 19:40
Original von Joerg_L:
...Steder (so heißen die Flaggenstöcke) mit einem Fähnchen liegen in
südlicher Richtung, die mit zwei Fähnchen in nördlicher Richtung.
Die Steder sind mit dem Namen des Fischers, zumindest mit seiner Fischereinummer gekennzeichnet.

so sollte es eigentlich sein, aber Ausnahmen bestätigen öfters die Regel. Also immer schön Abstand davon halten.

Jörg



Hallo!

Wie denn?
Z. Bsp. bei einem Nachttörn???

Neugierige Grüße
Klaus

Joerg_L
15.12.2001, 20:05
Moin,
eigentlich sollte das Fischereigerät nur außerhalb des Fahrwassers ausgelegt werden. Natürlich gibt es immer mal wieder welche, die sich nicht daran halten, oder das Gerät kann auch mal vertreiben. Folgst Du dem Fahrwasser, ist die Gefahr relativ gering, daß Du so ein Gerät in den Prop bekommst, oder daß das Gerät am Ruder oder Kiel hängen bleibt.

Jörg