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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Türkei-Griechenland: Grenzübertritts"probleme!??



Buchtenbummler
17.01.2002, 11:36
Hallo - ich erhielt folgende mail, und weil das öfters angesprochen wird, möchte ich das Thema hier allgemein zugänglich machen. Absender der Mail ist anonymisiert, er kann sich ja evtl. selbst "outen":
====================================

Ahoi miteinander,
mein Name ist Rainer und ich skippere mehrmals im Jahr (3-4 mal) ingriechischen oder türkischen gewässern. Zu der Problematik anlegenin Kastellhorizon habe ich eine Anmerkung zu machen die vielleicht alleinteressieren dürfte.
Ich bin nach langer Abstinenz am 02.10.2001 um 16.30 Uhr unter deutscherFlagge in Kastellhorizon eingelaufen und habe als einziges Schiff (63 ft)neben einer Zypriotischen Yacht festgemacht. Nach uns legte noch eine österreichischeCrew neben uns fest. der Wirt hinter unserem Anleger strahlte und wir verabredetendas Abendessen um 19.00 Uhr.
Genau zu Sonnenuntergang!!! stand dann Plötzlich ein nichtuniformierter "Hafenmeister" vor uns und verlangte die sofortigeEinklarierung. Meine Frage nach dem Preis ergab !!!!!!! 356,- DM !!!!!!!,worauf wir trotz der schon fortgeschrittenen Dunkelheit sofort die Leinenloswarfen und unter einigen Mühen dann im unbefeuerten Hafenvon Kas den absolut letzten Leigeplatz fanden.
Während des Ablegens in Kastellhorizon stand der Wirt bei welchemwir unser Abendessen gebucht hatten mit Tränen in den Augen an derMole und winkte uns wehmütig nach. Kurz nach uns verließ auchdie österreichische Crew Kastellhorizon und fand in Kas an unseremBug ei Plätzchen für die Nacht.
Ich kenne Kastellhorizon noch aus den Zeiten, als die dortigen Behördennoch begriffen hatten, daß ohne die aus der Türkei kommendenYachten nichts läuft. Ich habe mehrmals in Kastellhorizon festgemacht,ohne auch nur im entferntesten mit Gebüren belästigt zu werdenoder irgendwelche Papiere vorzeigen zu müssen. Damals hieß esnur: Welcome back to EUROPE!
Schade, daß dieses herrliche Fleckchen von der Bürokratieregelrecht ausgehungert und somit die native Wirtschaft(en) zerstörtwird. Schade, daß sich auch dort die Bürokratie durchgesetzthat.

Buchtenbummler
17.01.2002, 11:38
Original von Buchtenbummler:
Ahoi miteinander,
mein Name ist Rainer und ich skippere mehrmals im Jahr (3-4 mal) ingriechischen oder türkischen gewässern. Zu der Problematik anlegenin Kastellhorizon habe ich eine Anmerkung zu machen die vielleicht alleinteressieren dürfte.
Ich bin nach langer Abstinenz am 02.10.2001 um 16.30 Uhr unter deutscherFlagge in Kastellhorizon eingelaufen und habe als einziges Schiff (63 ft)neben einer Zypriotischen Yacht festgemacht. Nach uns legte noch eine österreichischeCrew neben uns fest. der Wirt hinter unserem Anleger strahlte und wir verabredetendas Abendessen um 19.00 Uhr.
Genau zu Sonnenuntergang!!! stand dann Plötzlich ein nichtuniformierter "Hafenmeister" vor uns und verlangte die sofortigeEinklarierung. Meine Frage nach dem Preis ergab !!!!!!! 356,- DM !!!!!!!,worauf wir trotz der schon fortgeschrittenen Dunkelheit sofort die Leinenloswarfen und unter einigen Mühen dann im unbefeuerten Hafenvon Kas den absolut letzten Leigeplatz fanden.
Während des Ablegens in Kastellhorizon stand der Wirt bei welchemwir unser Abendessen gebucht hatten mit Tränen in den Augen an derMole und winkte uns wehmütig nach. Kurz nach uns verließ auchdie österreichische Crew Kastellhorizon und fand in Kas an unseremBug ei Plätzchen für die Nacht.
Ich kenne Kastellhorizon noch aus den Zeiten, als die dortigen Behördennoch begriffen hatten, daß ohne die aus der Türkei kommendenYachten nichts läuft. Ich habe mehrmals in Kastellhorizon festgemacht,ohne auch nur im entferntesten mit Gebüren belästigt zu werdenoder irgendwelche Papiere vorzeigen zu müssen. Damals hieß esnur: Welcome back to EUROPE!
Schade, daß dieses herrliche Fleckchen von der Bürokratieregelrecht ausgehungert und somit die native Wirtschaft(en) zerstörtwird. Schade, daß sich auch dort die Bürokratie durchgesetzthat.


Hier meine Antwort dazu:

Hallo Rainer,

vielen Dank für diesen Bericht. Ich werde den irgendwie auf www.holidaysailing.de Reviere Törntips einbauen.

Inhaltlich:
Kastellorizon ist "de jure" ein offizieller Einklarierungshafen (geworden), und seien wir mal ehrlich: wer üüber eine Brenze fährt, muß einklarieren (Pass zeigen..), und eventuelle Gebühren bezahlen...356 DM erscheint mir dabei enorm viel, denn die Gebühren stehen definitiv fest...wie groß war Euer Schiff denn? Sei andererseits froh, daß Dir die Türken keinen Ärger gemachtt haben, aus deren Sicht warst Du nämlich (ohne ausklariert zu haben) illegal draußeen, und wahrscheinlich hast Du auch in Kas nicht wieder einklariert....das ist auf der ganzen Welt aber vorgeschrieben....daß man jahrelang dem nicht nachging, ist also eine frühere "Kulanz"...im Zuge der EU verbreiten sich halt verwaltungstechnisch mitteleuropäische Sitten (und Preise) überallhin.... zudem: gerade Kastellorizon hat Probleme mit Kurden und anderen illegalen Einwanderern, die da ja rüberschwimmen können...die brauchen bloß "Asyl,Asyl" zu rufen, und "Germania"....insofern bemühen sich die Griechen an der Außengrenze der EU um die Wahrnehmung ihrer hoheitlich von Brüssel vorgeschriebenen und in unser aller Interesse liegenden Aufgaben...warum werden die dann dafür "beschimpft"...(hättest Du Lust, das im YAVHT-Forum zu diskutieren..wäre sicher interessant auch für andere!)

Grüße
Hans
www.buchtenbummler.de

klala
17.01.2002, 12:19
Hallo BuBu,
die Größe des Schiffes ist doch im Fax erwähnt: 63 ft.!
Nicht gerade klein:
--
Klaus

Buchtenbummler
17.01.2002, 15:33
Original von klala:
Hallo BuBu,
die Größe des Schiffes ist doch im Fax erwähnt: 63 ft.!
Nicht gerade klein:
--
Klaus



ja - war ich wieder mal zu faul, die mailatwort neu zu schreiben...als ich die mail schnell schrieb, hatte ich es nicht "im Kopf"...

Aber 63 Fuß (das kann dann eigentlich nur die Dragut gewesen sein, vermute ich, Riesendampfer, 19m) kostet 114 €uro. Da der Skipper offensichtlich kein Transitlog (Private Pleasure Boat Document) hatte, kostet das weitere 29 Euro, macht zusammen 143 €uro, hinzu kommen die Liegegebühren in Kastellorizon von ca. 12-15 DM, also nochmal 6-8 €uro (wird nach Tonnage berechnet)

Hat also alles seine "Richtigkeit"....immerhin sind auf dem Schiff 11 Kojen... und die Regelung ist ja auch eigentlich bekannt (spätestens seit Mai/Juni 2001, seitdem steht das auch auf unserer Info-Site, und wurde zudem in der Yacht besprochen)

Ärgerlich ist eher, daß das griechische Transitlog für das SCHIFF gilt, und wenn die Yacht vorher schonmal in GR ordnungsgemäß einklariert war, dieses für insgesamt 25 Häfen auch bei wechselnden Crews vorgelegt werden kann! Das wissen die Wenigsten!

Also: Chartergesellschaft fragen, wo das vorherige Transitlog ist, und anteilig kaufen....und wer eines neu kaufen muß, sollte es der Chartergesellschaft anbieten....die können es ja weiterverwerten, wenngleich nichts dran verdienen.
Ein freundlicher Service ist es allemal!

Aber das ist eigentlich nur zur Erläuterung, und damit wird man leben müssen.

Wichtiger finde ich eigentlich die Überlegung zum illegalen Grenzübertritt....vor allem bzgl. der teilweise unter deutscher Flagge fahrenden, aber eigentlich aus Deutschland ausklarierten (Mwst!) Schiffe besteht hierbei eine nicht unwesentliche Gefahr, daß die griechischen Behörden (auch Rechtens!) nach der (in der EU) bezahlten Mwst fragen, das Thema wird aber an anderer Stelle diskutiert - hier soll nur als Revierinfo auf die Problematik(en) hingewiesen werden!

Grüße
Hans



--
Hans Steiner
www.holidaysailing.de
SY Flexen Hex´n /Marmaris -Türkei

Balaubaer
08.02.2002, 18:22
Moin, moin,
auch ich war im Herbst an der Lykischen Küste unter türkischer Flagge unterwegs und habe Kastelhorizon (Europe starts here) besucht. Um einer Einklarierung zu umgehen habe ich eine Bucht südlicher, Mandraki, den Anker geworfen. Aber auch hier wurde ich vom Hafenkapitän mittels eines Dhingis zu ihm befohlen. Dort wurde mir erklärt, dass ich auch inoffiziell einreisen könne, was dann nur die "halbe Miete " kostet, aber ohne schriftlichen Nachweis bleibt. Na, man kann sich denken, wer diese "Einreisesteuer" wieder ausgegeben hat!!!
Am nächsten morgen zurück nach Kas ohne Probleme!

Buchtenbummler
11.02.2002, 18:35
Original von Balaubaer:
Moin, moin,
auch ich war im Herbst an der Lykischen Küste unter türkischer Flagge unterwegs und habe Kastelhorizon (Europe starts here) besucht. Um einer Einklarierung zu umgehen habe ich eine Bucht südlicher, Mandraki, den Anker geworfen. Aber auch hier wurde ich vom Hafenkapitän mittels eines Dhingis zu ihm befohlen. Dort wurde mir erklärt, dass ich auch inoffiziell einreisen könne, was dann nur die "halbe Miete " kostet, aber ohne schriftlichen Nachweis bleibt. Na, man kann sich denken, wer diese "Einreisesteuer" wieder ausgegeben hat!!!
Am nächsten morgen zurück nach Kas ohne Probleme!




Hallo - wichtige Info: türkische Flagge!

Und dennoch:
diese Story kommt mir schon sehr hanebüchen vor...die Inseln sind zu klein, als daß sowas (lange) unentdeckt bleibt...
Außerdem wärst Du ja schön "blöd" die Hälfte ohne Beleg zu zahlen, außer, Du segelst am nächsten Tag gleich wieder raus aus GR.

Aber wenn das wahr ist, solltest Du die vorgesetzte Behörde (Port Police Rhodos/Greece) in Rhodos anschreiben, und Anzeige erstatten...wehret den Anfängen!!! Schlaumeier gibt´s überall...

Zu Kas: da hast Du Glück gehabt, daß Dich kein Türke (Gulet/ daily boat) gesehen hat - die verpetzen nämlich beim Hafenmeister in Kas, und dann heißt es "antreten" und "Vergatterung"...und das kann auch teuer werden!!!!
Deswegen rate ich meinen Chartergästen, UNBEDINGT nicht DIREKT, oder wenn schon, dann Kas-Kastellorizon-Kalkan zu fahren, und nicht von Kastellorizon DIREKT nach Kas (man kann auch Kastellorizon-Kekova fahren, aber auch da "lauern" manchmal "Petzer" (die zuerst beschriebene Strecke ist zwar auch illegaler Grenzübertritt, wird aber stillschweigend geduldet).

Es sollte sich jeder vor Augen führen: das ist die Außengrenze der EU, und Grenzübertritte sind weltweit (!!!) geregelt... da sind die Griechen und Tüürken ausgesprochen "leger", vor allem, wenn man die Problematik des Menschenschmuggels bedenkt!

Grüße
Hans
BuBu-Buchtenbummler


--
Hans Steiner
www.holidaysailing.de
SY Flexen Hex´n /Marmaris -Türkei

heklaus
11.02.2002, 20:47
[ Dieser Beitrag wurde von heklaus am 04.01.2003 editiert. ]

SOPHIE
11.02.2002, 22:34
Hallo,
Buchtenbummler hat in einem Recht: die Außengrenze der Europäischen Union zwischen Griechenland und der Türkei wird inzwischen penibel überwacht. Wer in dieser Ecke segelt, tut gut daran, die Vorschriften einzuhalten und beim Verlassen der Türkei auszuklarieren und bei der Rückkehr wieder einzuklarieren. Leider geht das ins Geld, weil dann wieder ein neues Transitlog fällig wird. Wir reisen daher gegen Ende der 3-Monate-Laufzeit des Transitslogs aus und erst dann wieder ein, wenn ein weiterer 3-Monate-Aufenthalt in der Türkei geplant ist. Ein Spezialfall ist Türkisch-Zypern: bevor wir dorthin fahren, fragen wir die türkischen Behörden, ob wir ausklarieren sollen. Wenn man wieder in die Türkei zurückkommt, wird in der Regel aufs Ausklarieren und aufs Ausstellen eines neuen Transitlogs verzichtet.
In einem muß ich Buchtenbummler widersprechen: es ist illegal, wenn die griechischen Behörden für die Einreise mit Freizeitschiffen eine Gebühr verlangen. Dies ist eine Vertragsverletzung der Römischen Verträge, die Griechenland mit seinem Beitritt zur EU einzuhalten vepflichtet ist.
Auch die Gleichbehandlung nichtgriechischer und griechischer EU-Bürger wird nicht eingehalten. Wir trafen inzwischen einige griechische Privatschiffe in der Türkei (wenige gewiß, und die in Istanbul und in Ayvalik) und diese Griechen versicherten uns, sie müßten keine Einreisegebühr nach Griechenland zahlen, weil sie ja Griechen wären. Wir machten die Probe aufs Exempel und fuhren von Ayvalik nach Mytilini einem griechischen Schiff nach. Dort blieb das griechische Schiff unbehelligt, während wir zum Zoll-Anlegewr komplimentiert wurden und die berüchtigten drei Gebühren (Einreisegebühr, Laufzettel, Hafengebühr) zahlen sollten, von den die beiden erstgenannten von der Europäischen Kommission als unrechtmäßig eingestuft sind. Wir haben übrigens nicht bezahlt und sind in die Türkei zurück gefahren.
Wir wollen hoffen, daß wir dieses Jahr so nach Griechenland einreisen können, wie die Griechen nach Deutschland, also gebührenfrei.
SOPHIE aus Finike.

DirkJ
12.02.2002, 10:09
Original von SOPHIE:
Hallo,
Buchtenbummler hat in einem Recht: die Außengrenze der Europäischen Union zwischen Griechenland und der Türkei wird inzwischen penibel überwacht. Wer in dieser Ecke segelt, tut gut daran, die Vorschriften einzuhalten und beim Verlassen der Türkei auszuklarieren und bei der Rückkehr wieder einzuklarieren. Leider geht das ins Geld, weil dann wieder ein neues Transitlog fällig wird. Wir reisen daher gegen Ende der 3-Monate-Laufzeit des Transitslogs aus und erst dann wieder ein, wenn ein weiterer 3-Monate-Aufenthalt in der Türkei geplant ist. Ein Spezialfall ist Türkisch-Zypern: bevor wir dorthin fahren, fragen wir die türkischen Behörden, ob wir ausklarieren sollen. Wenn man wieder in die Türkei zurückkommt, wird in der Regel aufs Ausklarieren und aufs Ausstellen eines neuen Transitlogs verzichtet.
In einem muß ich Buchtenbummler widersprechen: es ist illegal, wenn die griechischen Behörden für die Einreise mit Freizeitschiffen eine Gebühr verlangen. Dies ist eine Vertragsverletzung der Römischen Verträge, die Griechenland mit seinem Beitritt zur EU einzuhalten vepflichtet ist.
Auch die Gleichbehandlung nichtgriechischer und griechischer EU-Bürger wird nicht eingehalten. Wir trafen inzwischen einige griechische Privatschiffe in der Türkei (wenige gewiß, und die in Istanbul und in Ayvalik) und diese Griechen versicherten uns, sie müßten keine Einreisegebühr nach Griechenland zahlen, weil sie ja Griechen wären. Wir machten die Probe aufs Exempel und fuhren von Ayvalik nach Mytilini einem griechischen Schiff nach. Dort blieb das griechische Schiff unbehelligt, während wir zum Zoll-Anlegewr komplimentiert wurden und die berüchtigten drei Gebühren (Einreisegebühr, Laufzettel, Hafengebühr) zahlen sollten, von den die beiden erstgenannten von der Europäischen Kommission als unrechtmäßig eingestuft sind. Wir haben übrigens nicht bezahlt und sind in die Türkei zurück gefahren.
Wir wollen hoffen, daß wir dieses Jahr so nach Griechenland einreisen können, wie die Griechen nach Deutschland, also gebührenfrei.
SOPHIE aus Finike.


Hallo Sophie,

es kann schon seine Richtigkeit haben, dass ein Schiff unter griechischer Flagge nichts zahlen muss. Es kommt darauf an, wo es seinen ständigen Liegeplatz hat -- falls der in Griechenland ist, dann braucht keine Einreisegebühr (oder wie immer man das nennen kann) gezahlt werden. Hat übrigens nichts mit der Flagge zu tun, ist mit z.B. deutscher Flagge genauso: permaneter Liegeplatz in GR = keine Einreisegebühr.

Handbreit
Dirk

Singlehand
12.02.2002, 11:45
Hallo ihr Schmuggler und Grenzverletzer,
bislang war ich noch nicht in Griechenland und auch Kroatien habe ich mir geklemmt.
Ich finde es ist grundsätzlich ein Verbrechen, wenn ein Land für die Einreise Geld verlangt.
Ich kenne das noch aus der Zeit der DDR. Da mußten wir auch einen Mindestumtausch abliefern.
Staaten die sich so verhalten passen nicht in eine europäische Union und schon gar nicht in eine Währungsunion.
Wenn ich nach Polen einreise gibt es keine solchen Wegelagerer.
Ich verstehe nicht, wie irgendjemand so etwas noch in Schutz nehmen kann.

der Ostseereisende nich abgezockte
Einhand

SOPHIE
12.02.2002, 22:18
Hallo Dirk,
theoretisch ist das richtig. Nach dem Gesetzestext entfällt die griechische Einreisegebühr, wenn man einen Dauer-Liegeplatz von mindestens einem Jahr in Griechenland hat. In Praxis kassiert man von jedem, der die griechische Grenze überquert. Ich kenne gut ein Dutzend Skipper, die zahlen mußten, obwohl sie in Griechenland überwintert hatten, in Preveza, Kalamata, Lavrion, Leros, Ag. Nikolaos. Diese Skipper landen in Bodrum an und sind noch weiß für Wut; jetzt liegen sie in türkischen Marinas. Griechenland ist eben ein "rechtsfreier Raum", sagte Bobby Schenk.
Dennoch bleibt der Vorwurf der Nicht-Gleichbehandlung. Kein anderer Staat der Europäischen Union verlangt von anderen EU-Bürgern eine Einreisegebühr. Wenn man dann noch sieht, wieviel EU-Gelder in Griechenland verbaut werden und wenn man weiß, daß davon der Löwenanteil vom deutschen Steuerzahler aufgebracht wird, dann zahlt man richtig gerne seine Steuern. Gell?
SOPHIE aus Finike.

DirkJ
13.02.2002, 11:28
Original von SOPHIE:
Hallo Dirk,
theoretisch ist das richtig. Nach dem Gesetzestext entfällt die griechische Einreisegebühr, wenn man einen Dauer-Liegeplatz von mindestens einem Jahr in Griechenland hat. In Praxis kassiert man von jedem, der die griechische Grenze überquert. Ich kenne gut ein Dutzend Skipper, die zahlen mußten, obwohl sie in Griechenland überwintert hatten, in Preveza, Kalamata, Lavrion, Leros, Ag. Nikolaos. Diese Skipper landen in Bodrum an und sind noch weiß für Wut; jetzt liegen sie in türkischen Marinas. Griechenland ist eben ein "rechtsfreier Raum", sagte Bobby Schenk.
Dennoch bleibt der Vorwurf der Nicht-Gleichbehandlung. Kein anderer Staat der Europäischen Union verlangt von anderen EU-Bürgern eine Einreisegebühr. Wenn man dann noch sieht, wieviel EU-Gelder in Griechenland verbaut werden und wenn man weiß, daß davon der Löwenanteil vom deutschen Steuerzahler aufgebracht wird, dann zahlt man richtig gerne seine Steuern. Gell?
SOPHIE aus Finike.


Hi Sophie,

klar ist diese Gebühr mit EU-Richtlinien nicht zu vereinbahren und ich gehe davon aus, dass sich da in Zukunft auch was ändern wird. Andererseits muss Griechenland schon irgendwie Geld einnehmen und die Haupteinnahmequelle ist nun mal der Tourismus. Sicher erinnerten einige Methoden in der Vergangenheit an Abzocke, z.B. die erhöhte Gebühr bei zweitem Einlaufen in den griechischen Hafen innerhalb von 30 Tagen - aber die gehört ja zum Glück bereits der Vergangenheit an. Grundsätzlich habe ich nichts dagegen, einen gewissen Beitrag zu leisten, wenn ein Gegenwert existiert. Und in Griechenland sehe ich eigentlich schon einen Gegenwert, z.B. ist die griechische Küste überaus gut befeuert (was mit `ner Menge Unterhaltskosten verbunden sein dürfte), in den meisten Häfen zahlst du keine Liegegebühr, neue Marinas entstehen etc.

Wer nachweisbar seinen permanenten Liegeplatz in Griechenland hat und zahlt diese Gebühr trotzdem, der ist selbst schuld. Sorry, aber das sehe ich so und nicht anders. Vielleicht reden wir aber aneinander vorbei: Auch wenn du deinen permanenten Liegeplatz in GR hast, musst du diese Gebühr zahlen, aber nur einmalig alle drei Jahre - wie oft sind die von dir erwähnten Skipper den zur Kasse gebeten worden? Einmal? Dann ist das völlig in Ordnung. Mehrmals? Dann hat der betreffende Skipper was falsch gemacht.

Handbreit
Dirk aus Piräus