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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Yacht-Tests in der Fachpresse



Tilo
19.01.2002, 22:09
Da das Thema Manipulation-bei-der-Wahl-zur-Yacht-des-Jahres jetzt (hoffentlich) endlich abgeschlossen ist, können wir ja mal darüber nachdenken, ob die Yacht-Tests in den diversen Magazinen eigentlich überhaupt irgendeine Aussagekraft haben.
Taugen sie als Auswahlhilfe beim Kauf einer Yacht?

Ich gebe einfach mal ein paar aktuelle Beispiele:

1) In Yacht 02/02 wird die neue Dehler 34 getestet. Ich lese:
"Mit einem Preis von 105.893 Euro liegt die Dehler 34 nur unter der dänischen X-332, (...)"
Tatsächlich sind die 4 ausgewählten Vergleichsyachten günstiger, die Rommel 34 wird mit 97.057 Euro angegeben.
Blätter man aber 28 Seiten im selben Heft weiter, liest man im Test der Rommel 34 den Preis von 110.034 Euro. Schlamperei? Welcher Preis ist richtig? Dehler doch nicht die zweitteuerste?

2) "Zur zusätzlichen Aussteifung entdeckt man hier im Kimm-Bereich einen einlaminierten senkrechten Träger, der vom Steven bis zum Mast reicht."
Ist das ein Pluspunkt gegenüber allen anderen Yachten? Oder haben andere das auch, obwohl das in deren Tests nicht einzeln erwähnt wird? Oder braucht die D34 das, weil die üblichen Strukturmaßnahmen zu schwach sind?

3) "Die Mahagoni-Tür schließt ordentlich - nicht auf allen Yachten eine Selbstverständlichkeit - (...)"
Die Nebenbemerkung stimmt. Nur auf welchen Yachten schließen die Türen nicht richtig? Habe ich in anderen Tests bisher nichts zu gelesen. Und wie sieht das in der Serie aus? Ist das Testschiff vielleicht in solchen Punkten besonders gut vorbereitet worden?

4) In segeln 02/02 wird die neue Bavaria 32 getestet. Der Einleitung, dem Fazit und weiten Teilen des Textes entnehme ich, dass es sich um ein ganz hervorragendes Schiff handelt. Besser als alle anderen, über die ich bisher so gelesen habe.
Auch wenn sich Textpassagen finden wie "(...) Wind böiger und erreicht nun in den Spitzen bis zu 22 Knoten (Beaufort 6). (...) erfordert (...) mit ihrem nervösen Steuerverhalten viel Aufmerksamkeit. Keine Sekunde darf man das Ruder allein lassen - was dafür aber mit viel Segelspaß enlohnt wird.", in dem Fazit wird das dann zu "gewöhnungsbedürftig". Kein Wort, ob das auch bei richtigem Wind und Welle noch Spaß macht.

5) "(...) Inneneinrichtung, an der es nichts zu bemängeln gibt (...)". Schon auf den Fotos fallen mir dagegen Details auf, über die ich mich schon oft geärgert habe.

6) "Für den Trimm des Großsegels mit Traveller, Schot, Baumniederholer und Rollreffer ist ein zweites Crewmitglied am Niedergang notwendig. Dadurch bleibt das Cockpit aufgeräumt und wer einhand segeln will, braucht sowieso eine Selbssteueranlage".
Ersteres ist richtig. Aber: a) wurde diese Art von Traveller (vor dem Schiebeluk) mit einem Verstellbereich schmaler als das Schiebeluk wenige Ausgaben zuvor noch von "segeln" als "Alibi" verrissen. b) geht die Bedienung des Travellers nur, solange keine Sprayhood installiert ist. Sonst muß man nämlich rausklettern, da die Travellerleinen nicht unter die Sprayhood umgeleitet werden können. Und kommt c) die Selbssteueranlage mit dem nervösen Steuerverhalten klar? Und d) steht in der Zusammenfassung: (+) problemlos einhand zu segeln.

7) ist der Test gesponsort: "präsentiert von US-Sportswear NAUTICA." Der Aufkleber mit dem Logo auf einem Foto ist nicht zu übersehen. Man bekommt ganz offensichtlich Geld für den Testbeitrag. Außerdem bedankt man sich beim örtlichen Bavaria-Händler für das Überlassen des Testschiffs. Da denke ich mir mein Teil, und Ihr?

Über vieles wird in den Tests erst gar nicht berichtet. Hier sind die Autozeitschriften weiter, die auch Langzeittests machen. Oder auch mal vom Kauf eines bestimmten Autos schlichtweg abraten. Und Vergleichstests unter gleichen Bedingungen machen. Wie sieht eine Najad, Dehler oder eine Bavaria nach 10.000 und 50.000 Seemeilen aus? Wie ist die Eignung, wenn man wirklich auf Hochsee-Fahrt geht? Worauf muß man bei einem günstigen Preis verzichten? Wie ist die Haltbarkeit von Beschlägen unter echter Belastung? (In Autotests werden immer wieder zu kurze Kopfstützen moniert. Was ist mit den Alibi-Relingsstützen von Billigschiffen?)

Vieles lernt man über ein Schiff erst in der Praxis kennen. Das Verhalten bei Sturm und Seegang gehört dazu. Mögen die Testberichte noch so toll sein, aber erst in der Praxis zeigt sich der echte Wert. Ein paar Stunden bei mäßigem Wind in der Bucht von Palma sagen m.E. nichts aus über die wirkliche Seetauglichkeit. Und bei einem neuen Testschiff ist das verbaute Billigplastik auch noch nicht verbogen oder zerbröselt.

Aber vielleicht habe ich auch nur falsche Ansprüche. Vielleicht sind die wirklichen Kriterien ja andere. Bequemes Sonnenbaden auf der Cockpitbank wichtiger als sicheres Begehen des Niedergangs bei Nässe und Lage. Waschraumgröße und -ambiente wichtiger als Haltegriffe. Viel Platz im Cockpit wichtiger als sicherer Stand des Rudergängers bei Lage oder Wasserablauf. Gefällige Optik wichtiger als sicherer Gang zum Mast. Teakdeck wichtiger als Kartentischbeleuchtung. Usw.

Bin ich der einzige Leser, der sich von solchen Tests nicht wirklich informiert fühlt?

Besteht vielleicht Interesse an einem Forum "Praxis-Berichte"? Ich könnte da mit einem Praxisbericht meines letzten Chartertörns beginnnen, und warum ich das gefahrene Schiff in manchen Details schlichtweg als gefährlich für die Nutzung auf offener See bezeichne.

der sich über die Fachpresse ärgernde

Tilo

Tamino
19.01.2002, 23:19
Hallo Tilo,
Deinen Ausführungen kann ich nur beipflichten. Schon oft hatte ich das Gefühl, daß die Tests zumindest von den Herstellern beeinflußt, manchmal sogar bezahlt werden. Die Zeitschriften müssen sicher um Sponsoren kämpfen und können vielleicht nicht andersn. Andererseits sollte so etwas nicht als Yachttest, sondern eher als Fahrbericht geschrieben werden.
Ein Yachttest, der nicht bei mindestens 6 Bft stattfindet, ist nichts wert, es sei denn, die Lackierung des Tisches oder das Furnier der Schränke sollte kaufentscheidend sein. Interessant ist doch, ab wann gerefft werden muß, wie das Schiff bei Starkwind auf dem Ruder liegt etc.
Natürlich kann man solche Tests nicht in wenigen Stunden über die Bühne bringen !
--
Gruß Jens

grigio
20.01.2002, 08:21
Servus Tilo,
Dein Beitrag trifft den Nagel auf dem Kopf.
"Testberichte" sind Futter für die Inserenten-Klientel.
Ciao
Grigio

grigio
20.01.2002, 16:20
Servus,
natürlich basieren die sog. „Testberichte“ auf subjektiven Eindrücken der Herren Tester. Es wäre sicherlich hilfreich für die Leser, wenn die Segelzeitschriften einheitliche Testkriterien, z. B nach ISO 9000undnochwas – auch gemeinsam mit den Werften –, getrennt nach Blauwasseryachten = damit kommst Du um die Welt, Regattaschiffen = damit kannst Du Silber einfahren und Kaffeedampfern = damit bleibst Du am Besten im Hafen, schaffen würden.
Bis dahin – siehe oben
Ciao
Grigio

Berni
20.01.2002, 17:16
Hallo Leute,

Zu solchen Test´s muß man wirklich feststellen, das Sie nur oberflächlich einen Eindruck wiedergeben können.

Die langfristige Funktionstüchtigkeit einer Yacht muß man im Bezug auf den Nutzer und die Benutzung sehen. Dazu mein Beispiel:

Ich selbst bin mit der Segelei aufgewachsen und das noch dazu auf einem klassisch aus Holz gebauten Schiff. Wir haben damit in 25 Jahren nie ernstliche Probleme struktureller oder Ausrüstungsmässiger Art gehabt, obwohl das Schiff viel und hart gesegelt wurde (Elbe,Nordsee).

Da ich Heute eine solche Qualität nicht bezahlen kann, habe ich im vergangenen Jahr auf ein Serienschiff (nicht Bav) zurückgegriffen. Mir war klar, das ich mit meinen Ansprüchen Abstriche in Kauf nehmen muss. Damit wollte ich leben.
Die Test´s zu dem Bootstyp fielen durchweg sehr gut aus.

Nach einer Sasion entsprechen jetzt einige konstruktive und ausrüstungstechnische Details nicht meinen Anforderungen an ein solides Schiff.
Diese Sichtweise können nun einige Mitmenschen, die nicht über den Erfahrungsschatz verfügen, nicht teilen. Selbst der Händler hatte einige Punkte offenbar noch nie so beleuchtet und vom Hersteller kam zu einer Reklamation gar der Satz: there is no matter... !
Offenbar wissen die selber nicht, was einige Beschläge aushalten sollten.
Wohlgemerkt: ich segel´überwiegend mit Familie und nicht bei Sturm o.ä. -ich segel´ halt nur jedes Wochenende und stelle die Segel richtig ein...
Einige Details werden wohl ohne Nachbesserung in 5-10 Jahren zu massiven Schäden führen.

Solange das Ding neu ist, geht alles. Das ist das Problem der Tester. Ich bezweifele auch die Fähigkeiten einiger Leute, sich vorzustellen, was mit gewissen Detail´s in 10 Jahren ist.

Meinen Bootstyp habe ich selbst ein Wochenende getestet und mir sind die jetzt zu Tage getretenen Schwachstellen damals nicht aufgefallen.

So bleibt eigentlich nur, irgendwie ggf. in diesem Forum so eine Art langfristige "Erfahrungsdatenbank" aufzubauen. Die könnte man dann auch mal den Werften um die Ohren hauen....

so, nun mal los... meldet Euch !

Gruß Berni

Tangoskipper
20.01.2002, 21:05
Liebe Leute,
was erwartet ihr von Tests. Über 2 vielleicht 3 Tage sind da ein paar Redakteure unterwegs und probieren eine neue Yacht aus, um dann einen Artikel darüber zu schreiben.

Welche objektiven Kriterien gibt es? Wie sind sie definiert?

Es gibt viele Werften und noch mehr Bootstypen! Wer sich mal auf einer Bootsmesse umgesehen hat und von Schiff zu Schiff gekrochen ist, weiß, dass es viele Fehlkonstruktionen gibt, die überhaupt nicht praxistauglich sind (ich habe mal einen 40 Füßer gesehen, bei dem man seinen Kopf in der Pantry einklinken mußte - ich möchte da nicht kochen oder abwaschen müssen!). Gebaut werden sie von "erfahrenen" Bootsbauern - nur, ob die nur Boote bauen oder auch mal damit unterwegs sind ... ich habe da so meine Meinung.

Der Werbeaufkleber oder das Danke an die Werft für die Bootsüberlassung - vergeßt es. Wenn die das Boot anonym kaufen oder chartern würden, wäre der Test dann überhaupt finanzierbar für eine Segelzeitung?

Wer ließt TEST von Stiftung Warentest? Diese Tests sind meiner Meinung nach auch nur begrenzt tauglich, geben aber ein paar Hinweise und Anregungen, worauf man speziell achten sollte. Viele Kriterien und Hinweise sind aber auch hier etwas praxisfern!

Und genauso sehe ich die Bootstests auch. Man ließt über die neuen Schiffe und macht sich so seine Gedanken. Als Charterer (der ich bin) überlege ich mir dann, ob ich das eine oder andere Boot mal ausprobiere. Käufer haben da eventuell einen anderen Anspruch.

Einen Hinweis möchte ich aber auch an die Redakteure geben: Versucht, in der gleichen Zeitung einheitliche Maßstäbe anzulegen und zumindest keine offensichtlichen Widersprüche zu veröffentlichen, denn das wirkt ziemlich unprofessionell.

Gruß
Tangoskipper

Flipper
20.01.2002, 21:38
Erfahrungsdatenbank - das wäre eine sehr gute Idee! Sehr gut, wirklich.

Manfred
21.01.2002, 16:07
Moin moin,
hier meine 2c zu den Testberichten.
Tilo hat natürlich recht mit dem was er schreibt. Doch es ist Wunschdenken, von jedem Redakteur, jeder Zeitschrift die gleichen Kriterien und dann noch objektiv beurteilt, zu erfahren. Man kennt doch seine Pappenheimer, auch hier in der Redaktion. Jeder hat andere Prioritäten. Neuerdings wollen die Herren und Damen bei mehr als 25° Lage kochen. Ich lach mich tot. Wer macht das denn von Euch? mmh.. im Seegang? Eure Frau, die Skipperin? Bei Schiffen über 30 Fuß.

Der Widerspruch, der häufig in ein und derselben Ausgabe zu lesen ist ärgert mich auch. Da müsste der Schlußredakteur bessere Arbeit leisten.

Der Langzeittest wurde mal in Form eines 100sm Tests von einer anderen Segelzeitschrift kreiert. Brachte aber auch kaum neue Erkenntnisse, außer, daß man seinen Blazer richtig im Schrank aufhängen konnte.

Hier wird viel an der Ausrüstung (die selten von den Werften produziert wird) herumgemäkelt. Klar, da wird manches aus Kostengründen eine Schuhnumer zu klein eingebaut. Gute Ausrüstung (Winschen, Luken, Beschläge aller Art) geht mächtig in´s Geld, da würd ich gleich selbst drauf achten, daß das gute teure Zeugs an Bord kommt, wenn man mit der Werft/Händler darüber reden kann. Bei mir an Bord gibt es in 10 Jahren nicht einen Ausfall bei der Ausrüstung, Dehler hatte bei der 36db damals nur das teure Zeugs von Harken, Lewmar und Frederiksen eingebaut, dazu den Rumpf Kevlar verstärkt. Alles immer prima gewartet, macht es noch heute Freude wie am ersten Tag. Das konnte der Tester aber damals noch nicht beurteilen, denn eine Winsch ist eine Winsch.

Testberichte müssen sehr kritisch gelesen werden, ich betrachte sie als Unterhaltung, mehr nicht. Ab und zu schaue ich auch nach, ob die Texte im Testbericht mit denen der Werbung übereinstimmen. Das ist dann immer sehr lustig.

Alles Gute, immer ne Handbreit
Manfred
_/)__/)

Strandpirat
21.01.2002, 16:34
Moin,
ehrlich gesagt waren die Testberichte ein entscheidender Grund für mich das Yacht-Abo zu kündigen. War alles nur geil und toll und überhaupt spitze. Kritik kam immer sehr verhalten rüber, so mein Eindruck. Damit kann ich nix anfangen, vor allem wenn man den einen oder anderen geil getesteten Joghurtbecher selbst geseglet ist und es VIEL zu kritisieren gab. Viele Yachten werden mehr für den Hafen gebaut, was ja okay ist, aber dann sollte das im Test auch gesagt werden. Was nutzt es mir wenn ich auf See in der Koje hin- und herrolle oder die Pantry nicht mehr benutzen kann. Die angeregte Einteilung in Fahrten- Regatta- und Kaffeetantenyachten finde ich gut. Wer mit seinem Kahn im Hafen sowieso nur mit dem Bugstrahlruder den Larry machen will wenn er mal zum tanken fährt und ansonsten in der Box abhängt und Kaffee säuft, der braucht keine Hundekoje.
Gruss
Der Strandpirat

maex
21.01.2002, 17:06
Man muss nur genau lesen. Die Yacht bezeichnet sich selbst
als Magazin, man muss ihr also nicht unterstellen, eine
Fachzeitung zu sein. Ihr Anspruch ist Unterhaltung.
Ciao-Max

michaelr
21.01.2002, 17:12
Hallo Leute,
Tilo hat recht. Gut geschrieben Tilo !

Es ist auch nicht unser ( des Lesers ) Problem wie die Yacht eine bessere Qualität bei den Artikeln hinbekommt. Lasst uns lieber die nächsten Bootstest mal in diesem Thread beurteilen.

Mal schauen ob das den Redakteuren weiterhilft.

Michael

-stef-
21.01.2002, 20:14
Hallo !

Tilo, Du hast absolut Recht - und auf der anderen Seite auch wieder nicht. Neue Schiffe sehen immer klasse aus, die Tests können jedoch nur einen Groben Überblick geben - und zu mehr waren sie wahrscheinlich auch nie gedacht. Wie Du selbst festgestellt hast, nur wenn man mindestens drei Tage an Bord intensiv segelnd verbringt, kann man ein tiefergreifendes Statement abgeben. Glaubt ihr ernsthaft, das die Fahrberichte über einen solch langen Zeitraum aufgenommen werden ?

Doch auf der anderen Seite auch Lob an die Yacht. Vor einem Jahr waren die Tests noch über zwei Seiten mehr oder weniger mit Eindrücken einer Begehung + 20 Meilen gesegelt. Hier hat sich auch durch dieses Forum sehr viel geändert.

Doch wie ? Herrn Erdmann damit auf Weltumsegelung schicken, wenn er heil wieder nach Hause kommt isses ´n gutes Schiff ? Selbst das wäre keine Garantie, das es mir auch so ginge . . .

Denke, am realistischsten wäre eine Begutachtung nach etwa 4 - 6 Monaten im Charterbetrieb, die Modelle sind aktuell und haben Ihre ersten Belastungen bereits hinter sich, sozusagen als Nachbetrachtung zu den ersten Vorstellungen und Fahrberichten. Nur - berechtigt - wer bezahlt das ?

FBrinken
22.01.2002, 04:19
Stef,
dies ist eine sehr gute Idee. Gerade bei Volumenmodellen könnte die
Yacht doch diskret mit den grossen Charteragenturen nach 12 Monaten Gebrauch einmal auf meherern Basen die Schiffe bei der Übergabe ansehen, ich bin sicher dass Serienmurks dann sofort auffallen würde, wenn man mit den Stützpunktleitern direkt und offen spricht.
Vorteil wäre auch, dass man dann sicher ein Paar wertvolle Tips zum Reparieren der Fehler bekäme, bzw. Hinweise auf was man im Kaufvertrag besonders festlegen soll.

Handbreit
Frank
--
Wer Tippfehler findet darf sie behalten !

Sail_2_live
22.01.2002, 14:01
Als ich in der YACHT die Serie über Pfusch beim Bootsbau gelesen hatte, hab ich mich anschließend gefragt: Welche Werft macht sowas? Roß und Reiter wurden natürlich nicht genannt, obwohl ich überzeugt bin, daß die dargestellten Pfusch-Methoden der Branche nicht erfunden sind.
In den Testberichten werden alle Boote regelmäßig hoch gelobt. Wahrscheinlich schraubt da auch keiner mal irgend eine Abdeckung weg und noch viel weniger wird mal was zersägt um mal zu prüfen was für Material wirklich verwendet wurde. Wie auch. Die Testboote sind in der Regel von der Werft für kurze Zeit zur Verfügung gestellt, kurz bevor sie an einen Kunden ausgeliefert werden. Der würde sich bedanken, wenn ein kritischer Tester mal ein Möbelstück angebohrt hätte um nachzuschauen, ob da Pappe im Kern ist.
Außerdem sind die Werften natürlich gute Anzeigenkunden und dürfen nicht verärgert werden. Insofern könnte man sich den Test ganz schenken und aus dem Prospekt der Werft abschreiben. Aber es macht halt schon Spaß, wenn man als YACHT-Redakteur zum Testsegeln eingeladen wird. Objektivität dürfen die Leser dann natürlich nicht mehr erwarten.
Da wird das YACHT-Magazin seinem Image wieder mal gerecht: Die "BRAVO für Segler"!

Gruß,

Thomas.

Motorboot
26.01.2002, 12:10
so schlecht testen die Yacht Jungs auch nicht.
Ansonster würde Bavaria noch im Heft werben!
--
Mit sportlichen Grüßen

Cyrus

Johannes
26.01.2002, 13:38
hallo cyrus,

bist du dir da ganz sicher, mit der fehlenden havaria-werbung in der yacht? die doppelseitigen textanzeigen werden wohl ähnlich kosten wie eine umschlagseite. das ist das eine. das andere ist, dass deutschlands grösste volumenwerft ganz einfach nicht existieren kann, ohne deutschlands grösste yachtzeitschrift. diese zweckehe muss sein, auch ohne grosse gegenseitige liebe.
--
cuagn @ Forum, Johannes

Motorboot
26.01.2002, 14:38
Original von Johannes:
hallo cyrus,

bist du dir da ganz sicher, mit der fehlenden havaria-werbung in der yacht? die doppelseitigen textanzeigen werden wohl ähnlich kosten wie eine umschlagseite. das ist das eine. das andere ist, dass deutschlands grösste volumenwerft ganz einfach nicht existieren kann, ohne deutschlands grösste yachtzeitschrift. diese zweckehe muss sein, auch ohne grosse gegenseitige liebe.
--
cuagn @ Forum, Johannes


Hallo Johannes,
nicht wirklich. Aber nach einem Test einer Bavaria in Boote, wurde die Anzeigenaufträge gestoppt. Mal sehen was jetzt in der Yacht passiert... Ich bin sicher bei der Yacht passiert das gleiche.

Gruß Cyrus

--
Mit sportlichen Grüßen

Cyrus

Jan_Stolpmann
27.01.2002, 14:57
Hallo

Kann hier nur zustimmen! Ich finde die Tests in der
Palstek viel besser.
Die scheinen auch einfach mehr technische Kompetenz zu
haben. Ist zwar nicht so "flashy" wie die Yacht aber es
kommt manchmal doch auf die inneren Werte an!

Und nur damit keiner Fragt: Ich bekomme kein Geld von denen
und arbeite da auch nicht!

Gruß Jan

-stef-
28.01.2002, 20:17
und schon wieder vom Thema abgeschweift - also in der neuesten Yacht ist jetzt gar keine Anzeige mehr - von keiner Werft und schon gar nicht die bekannten Doppelseitenanzeigen aus Giebelstadt. Schade, hatte mich gerade dran gewöhnt. Bange Frage: Wird das ein Dauerzustand ( und damit der redaktionelle Teil dann besser oder schlechter ? )

ein grübelnder stef

Motorboot
29.01.2002, 00:12
Original von -stef-:
und schon wieder vom Thema abgeschweift - also in der neuesten Yacht ist jetzt gar keine Anzeige mehr - von keiner Werft und schon gar nicht die bekannten Doppelseitenanzeigen aus Giebelstadt. Schade, hatte mich gerade dran gewöhnt. Bange Frage: Wird das ein Dauerzustand ( und damit der redaktionelle Teil dann besser oder schlechter ? )

ein grübelnder stef



Bin ich Hellseher?!



--
Mit sportlichen Grüßen

Cyrus

Johannes
29.01.2002, 22:24
ja cyrus,

kniefall von der yacht vollzogen. einmal mehr: geld stinkt nie. auch das von giebelstadt nicht. und wir werden bald wieder in den genuss von havaria-anzeigen kommen. mindestens diejenigen, die weiterhin die yacht kaufen...
--
cuagn @ Forum, Johannes

Fun-Skipper
01.02.2002, 20:54
Auch wenn hier schon das meiste gesagt wurde,

Danke Thilo für Deinen Beitrag.
De facto ärgere ich mich schon seit Jahren über die Qualität der Testberichte.
Obwohl diese im Lauf der Zeit etwas besser geworden sind: Die e(engagierten) Leser haben sich halt selber noch schneller weiterentwickelt. Vor diesem Hintergrund erscheinen die meisten Yachttest als intellektuelle Beleidigung: Permanent wechselnde Kriterien, Oberflächlich und unvollständig bis zum geht-nicht-mehr etc.
Insofern unterschätzen die führenden Segelzeitschriften Ihr Publikum genauso wie die Bootshersteller und vergessen dabei, daß Sie Ihren "fortgeschrittenen" Kunden keine echten Inhalte mehr bieten können.

Gruß,
Michael