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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Seenotsignalmittelunterweisung



boeffel
28.02.2003, 12:07
Hallo Leute,
ich möchte demnächst mal an einer Seenotsignalmittelunterweisung in einer Sportschifferschule teilnehmen.
Frage an Euch: Da ich nur chartere und kein eigenes Boot habe, wie bekomme ich denn eine Waffenbesitzkarte, damit ich mir eine Signalpistole und Mudition kaufen kann?
Habe gehört das es demnächst diese Waffenbesitzkarte nicht mehr geben soll. Man müsste dann einen Waffenschein beantragen?
Kann mir jemand weiterhelfen?
Danke!

skipper_gus
28.02.2003, 19:33
Die Waffenbesitzkarte erlaubt nur, die hier eingetragene Waffe zu besitzen. Ein Waffenschein erlaubt meines Wissens auch das Führen einer Waffe in der Öffentlichkeit. Dieser wird aber nur in ganz besonders begründeten Fällen ausgestellt.
Erkundige Dich bei Deiner zuständigen Polizeibehörde. Bei dieser Behörde werden die Waffenbesitzkarten ausgegeben. Die kann da Auskunft geben.


Gruß
Gustav

Augustiner
28.02.2003, 19:39
Vor Jahren....
in BY (München) hätte ich die Erlaubnis als "Charterer" nicht
bekommen.
"Das wäre ein zu plumper Versuch um an eine WAFFE zu kommen", so
der Tenor bei KVR München!

--
- Gruß...Augustiner ! -

kai
28.02.2003, 20:45
Polizei?
Ich habe meine vom Ordnungsamt. Allerdings ist es tatsächlich schwierig nur mit einem Chartervertrag eine zu bekommen,da dahingehend argumentiert wird,das seegehende Charterfahrzeuge sowieso mit der notwendigen Sicherheitsausrüstung ausgerüstet sind.

Einen Waffenschein zu beantragen ist noch schwieriger.
Man müßte nachweisen,das man ein offenes seegehendes Schiff /Boot besitzt ,welches die sichere Unterbringung an Bord während eines Landganges nicht zulässt,und somit die Waffe (mit)geführt werden muß.Und dann braucht man noch einen Beamten,der willens ist, dieser Argumentation zu folgen.
Vielleicht fällt hier ja jemand noch eine schlüssige Begründung ein.

Es gab (92?) schon mal die Diskussion wg. der Notwendigkeit von Signalpistolen an Bord und Behörden (SH),die sich dem verschlossen
Ist aber wieder eingeschlafen-und hängt tatsächlich mit dem Spielraum des Sachbearbeiters zusammen

gruß kai

--
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boeffel
01.03.2003, 10:27
Erst mal Danke für Eure Antworten!!!
Wenn ich das nu alles richtig verstanden habe, dann heist das doch für mich als "Charterkapitän" ich kann mir den Kurs in der Schule und den Eintrag im Küstenschein auch sparen?
Kaufen kann ich mir sowieso nix, im Zweifel sind Signalpistolen auf dem Boot.
Wofür brauche ich dann diese Eintragung ?
Wird wohl im Notfall keiner prüfen, ob ich einen Sachkundenachweis hatte, oder?
Danke für Eure Antworten.
Gruß Böffel

kai
01.03.2003, 10:42
Keineswegs,ich bin wahrlich kein Schein Fan,aber die Unterweisung für den korrekten Umgang mit Seenotsignalmitteln ist eine gute Sache.Ohne den Sachkundenachweis kannst Du noch nicht mal vernünftige Seenotsignalraketen kaufen
Nachtrag: Im Seenotfall mußt Du jedes zur Verfügung stehende Mittel nutzen-mit oder ohne Schein- Not kennt kein Gebot

Gruß kai
--
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[ Dieser Beitrag wurde von kai am 01.03.2003 editiert. ]

SIGPI
11.03.2003, 13:05
Moin,

eine Einweisung in Seenotsignalmittel halte ich für sinnvoll, die Frage nach der Signalpistole ist nicht so ganz einfach. Zum einen mußt Du zwischen zwei Terminen unterscheiden: bos 1.4.2003 und danach.

Bis zum 1.4.2003 gilt das seit 1972 gültige Waffengesetz. Für Charterer wird das Waffengesetz je nach Bundesland ausgelegt. Gehst Du zu Deiner Behörde, erhälst Du folgende Antwort, ween die Antwort negativ ausfällt:

Chartern ist kein Bedürfnis, das Signalraketen gleichwertig sind, der Vercharterer eine Signalpistole verleihen könnte, wenn er eine hätte und das Waffengesetzt zum Ziel hat möglichst wenig Waffen in das Volk gelangen zu lassen.

Zu dieser negativen Antwort, gibt es zwei Verwealtungsgerichtliche Urteile, die dieser Aufassung widersprechen. Da beide Urteile aus der 1. Instanz (Niedersachsen und Schleswig-Holstein) sind, sind die Urteile nicht allgemein bindent, selbst in den entsprechenden Bundesländern nicht.

Die Urteile argumentieren wie folgt:

1. Die Variantenvielfalt der Munition ist bei einer Signalpistole wesentlich, als bei Seenotsignalmitteln der Klasse T2
2. Für die Signalpistole gibt es Aufsätze, die diese zum Wurfleinengerät machen.
3. Der Verchartere darf eine Waffe nicht verleihen, dies ist durch das 72er Waffengesetzt nicht gedeckt.

Demzufolge hat lt. dieser beiden Gericht ein Charterer einer seegehenden Yacht ein Bedürfnis für den Erwerb der Signalpistole und bekommt damit eine Erwerbsberechtigung für die entsprechenden Waffe. Gleiches gilt auch für die Munition!

Der Hacken, zur Förderung der öffentlichen Sicherheit sind Auflagen möglich, wie z.B. hinterlegen der Waffe beim Büchsenmacher, wenn man nicht chartert. Lt. Ordnungsbehörde wird es so in Hamburg praktiziert.

ab den 1.4.
Das neue Waffengesetzt (mit entsprechenden Änderungen nach Erfurt) gestattet das Verleihen einer Signalpistole mit Munition an einen Charterer, somit wird der Charterer im Regelfall keine eigene Signalpistole erwerben können.

Der Haken hier: Es fehlen noch die Verwaltungsvorschriften, die diesen Fall näher definieren und wie es bei längerer Charter aussieht ist auch nicht geklärt. Positiv ist aber: Durch diese Formulierung hat jetzt auch jeder Besitzer seegehender Boote ein Bedürfnis für die WBK, dieses haben teilweise auch einige Bundesländer nicht anerkannt.

Das neue Waffengesetzt hat noch einen kleinen Haken: Notsignalgeber sind nur mit dem "kleinen Waffenschein" in der Öffentlichkeit zu führen.

Ferner definiert das neue Waffengesetzt auch die Vorschriften für die Aufbewahrung: Es wird jetzt eine Waffenschrank für die Signalpistole benötigt!! Ferner kann die zuständige Ordnungsbehörde die Aufbewahrung kontrollieren.

Mast- und Schotbruch

SIGPI

Sven
11.03.2003, 17:38
Original von boeffel:
Erst mal Danke für Eure Antworten!!!
Wenn ich das nu alles richtig verstanden habe, dann heist das doch für mich als "Charterkapitän" ich kann mir den Kurs in der Schule und den Eintrag im Küstenschein auch sparen?
Kaufen kann ich mir sowieso nix, im Zweifel sind Signalpistolen auf dem Boot.
Wofür brauche ich dann diese Eintragung ?
Wird wohl im Notfall keiner prüfen, ob ich einen Sachkundenachweis hatte, oder?
Danke für Eure Antworten.
Gruß Böffel


... sollte was passieren und Du kannst den Knallschein (Sachkundenachweis) nicht vorweisen... da beginnt der Ärger nicht im Seenotfall

--
Grüsse

Sven

... der mit dem Spi tanzt...

arete
14.03.2003, 11:52
Nur als Hinweis: ich habe bei meinem Antrag auf Ausstellung einer Waffenbesitzkarte den Nachweis über den Besitz der Yacht liefern müssen und als Sachkundenachweis wurde meine Dienstzeit bei der BuMa anerkannt. Dort hätte es ja schließlich eine Waffen- und Schießausbildung gegeben, war der Kommentar des Beamten beim Ordnungsamt. So habe ich tatsächlich einmal einen Nutzen aus meiner militärischen Vergangenheit gezogen...

kai
15.03.2003, 00:02
Da hast Du aber Glück gehabt,bei mir wollte der ehemalige Spaten- Pauli das nicht anerkennen. Ari hätte ihn vielleicht beeindruckt.
gruß kai
--
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SOPHIE
15.03.2003, 23:51
Bei mir war es ebenso:
Mußte einen Nachweis über den Besitz einer Yacht erbringen und einen Nachweis, daß die Yacht an der See liegt (der Chiemsee hätte als Liegeplatz nicht genügt).
Und als Sachkunde-Nachweis wurde ebenfalls mein Bundeswehr-Dienstausweis anerkannt.
Geschehen zu München.

SOPHIE.

Moses
03.04.2003, 23:58
Hallo-

was mir in eurer Diskussion fehlt, ist der Hinweis, daß man den Knallschein schon für den Kauf/Besitz von Signalraketen (z.B. Fallschirmraketen) braucht. Der Vorteil dieser Geschosse ist, daß sie um ein Vielfaches höher fliegen als scheinfreie Knaller und damit auch länger zu sehen sind, was die Wahrscheinlichkeit, gesehen zu werden, erheblich erhöht. Oder guckt ihr jede Minute einmal in jede Richtung?

Gruß Moses.

moses1000@web.de

unisailor
04.04.2003, 11:00
Hallo,

ich habe da jetzt auch mal eine Frage dazu, ich habe auf der Rückseite des SBF-See einen Stempel mit Unterschrift, darauf steht "Befreit nach § 1 Abs. 3 Erste Spreng. V. für Signalwaffen sachkundig nach § 31 Abs. 1 Waffengesetz"

um den zu bekommen mußte ich damals in einer Art Prüfung noch ein paar Fragen beantworten ohnehin war ich damals beim Bund und kannt mich mit Vorfeldbeleuchtungs-Kniffte aus das die Praxis kein Problem war. Nun meine Frage ist dieser Stempel der Knallschein oder haben die sich noch was höheres ausgedacht?

Wann und wo muß man denn den Vorzeigen, so oft wie ich schon Raketen gekauft habe (T2)mußte ich noch nie den Zettel hin halten oder weiss das hier in MV keiner der Verkäufer/Behörden oder wird es etwas lockerer gesehen?


--
Tschüß Paul
_/)/)__/)__

skipper_gus
04.04.2003, 11:36
Original von unisailor:
Hallo,

ich habe da jetzt auch mal eine Frage dazu, ich habe auf der Rückseite des SBF-See einen Stempel mit Unterschrift, darauf steht "Befreit nach § 1 Abs. 3 Erste Spreng. V. für Signalwaffen sachkundig nach § 31 Abs. 1 Waffengesetz"

um den zu bekommen mußte ich damals in einer Art Prüfung noch ein paar Fragen beantworten ohnehin war ich damals beim Bund und kannt mich mit Vorfeldbeleuchtungs-Kniffte aus das die Praxis kein Problem war. Nun meine Frage ist dieser Stempel der Knallschein oder haben die sich noch was höheres ausgedacht?

Wann und wo muß man denn den Vorzeigen, so oft wie ich schon Raketen gekauft habe (T2)mußte ich noch nie den Zettel hin halten oder weiss das hier in MV keiner der Verkäufer/Behörden oder wird es etwas lockerer gesehen?


--
Tschüß Paul
_/)/)__/)__



Hallo Paul,
das, was Du auf der Rückseite des SBF-Scheins hast, liest sich so wie der Sachkundenachweis. Dieser Sachkundenachweis war bis zum 31. März 2003 notwendig, um überhaupt in den Besitz einer Signalpistole (> Waffenbesitzkarte > Handfeuerwaffe) zu kommen. Wie das ab dem 01. April 2003 geregelt ist, entzieht sich meinen Kenntnissen.


--
Gruß
skipper_gus

SIGPI
07.04.2003, 14:49
Original von unisailor:
Hallo,

ich habe da jetzt auch mal eine Frage dazu, ich habe auf der Rückseite des SBF-See einen Stempel mit Unterschrift, darauf steht "Befreit nach § 1 Abs. 3 Erste Spreng. V. für Signalwaffen sachkundig nach § 31 Abs. 1 Waffengesetz"

um den zu bekommen mußte ich damals in einer Art Prüfung noch ein paar Fragen beantworten ohnehin war ich damals beim Bund und kannt mich mit Vorfeldbeleuchtungs-Kniffte aus das die Praxis kein Problem war. Nun meine Frage ist dieser Stempel der Knallschein oder haben die sich noch was höheres ausgedacht?

Wann und wo muß man denn den Vorzeigen, so oft wie ich schon Raketen gekauft habe (T2)mußte ich noch nie den Zettel hin halten oder weiss das hier in MV keiner der Verkäufer/Behörden oder wird es etwas lockerer gesehen?


--
Tschüß Paul
_/)/)__/)__




Moin,

der von dir zitierte Stempel auf dem Führerschein wird von vielen als Knallschewin bezeichnet. Dieser Knallschein berührt dabei zwei Rechtsgebiete: Sprengstoffrecht und Waffenrecht. Für den Erwerb der T2-Seenotsignalmittel muß der Verkäufer diesen Nachweiß verlangen, macht er das nicht, ist es sein Problem. Das zweite Gesetz, das betroffen ist, ist das Waffenrecht. Beim Waffenrecht ist der Text Nachweiß für die Sachkunde beim Beantragen der WBK. Da das Waffenrecht gerade novelliert wurde und noch nicht die dazugehörigen Verwaltungsvorschriften existieren, muß man mal abwarten.

Mast- und Schotbeuch