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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Italien -> GR mit Fahrtenjolle easy ?



khyal
23.01.2004, 04:33
Oh je ich hoer schon die spoetischen Komentare von wegen Nusschale usw

Also wir waren schon mehrfach mit einem Flying Fish II (4,8 m fahrtenjolle mit ballastschwert) zwischen den Kykladen und/oder ionischen Inseln unterwegs.

Da dieses Jahr die ganz grosse Ebbe in der brieftasche herrscht und die Faehrueberfahrt von Ancona ~ 500 euro kostet haben wir ueberlegt, ob wir nicht nach sueditalien durchfahrten und dann in einer ruhigen Nacht etwa Mitte juni (ist ja meist weniger Wind = weniger Welle) die ~ 100 km ruebermotoren und 3 Wochen spaeter zurrueck..

Wird ja hoffentlich hier gernuegend Dickschiffskipper :-) geben, die schon auf der Route unterwegs waren. Ein paar Kommentare / Antworten waeren nett. z.B. mit welche Wellenhoehe muss man rechnen (ja ist mir schon klar, dass das wie ueberall sonst auch vom Wind abhaengig ist) wie sind die Windverhaeltnisse mitte Juni bis anfang Juli im Schnitt usw

CU

Khyal

schumi-Natalie1
23.01.2004, 15:32
Hi Khyal
Also halt ich schon für ein sehr gewagtes Vorhaben! Daher haste wahrscheinlich auch wenig Antworten.
Mal abgesehen , das dir keiner definitiv Wind und Welle jetzt vorhersagen kann aber alle paar wochen wehts da auch mal wieder n bisschen mehr,das wirst du ja auch schon mal erlebt haben,wenn du in der Gegen gekreuzt bist.
Ich nehm mal an du willst nen kurzen Weg nehmen zB nach Korfu.
Da wirst du sicherlich den Weg einiger Fähren kreuzen, ein besonderer Spaß bei Nacht.
Nördlich v. Kanal zwischen Korfu und Festland konzentrieren sich die Fähren-tracks aber auch an Lefkas außenseite ziehn sie vorbei.
Hatte da zeitweise bis 7-8 Stück um mich rum, teilweise mit erheblicher Fahrtwelle das ist für einen kleinen Kajütkreuzer schon nicht sehr angenehm.
Würd mal vorschlagen du läßt dir was andres einfallen?
wie wärs mit Istrien? ist nicht weit und bei weitem nicht so kritisch.... Landnähe ist bei Jollen durch nichts zu ersetzen .
Gruß Schumi

Rudy-w
23.01.2004, 15:56
Hi khyhal,
es sind wohl 100nm, also ca, 180km.
Ich kann nur davon abraten, sehr dichter Schiffsverkehr. Hatt die Jolle eine Zulassung ausserhalb der 50nm Zone? nicht anzunehmen.
Brutale Winde nachts, >50kn.
Ich habe im Oktober eine Ueberfahrt (15m Katamaran) von Dubrovnik nach Bari durchgeführt, offizieller Wetterbericht; Windstärke 6-7bf abnehmend, da sind wir natürlich losgefahren. in der Mitte der Adria waren wir bei 50-55kn Windgeschwindigleit und kein Hafen und auch keine Insel in der Nähe , Welle bis in den Himmel, Fäherschiffe liefen nicht mehr aus. Wir liefen in der Spitze 20kn (Welle runter), Windeinfallswinkel ca.120°
Wenn Du damals die Ueberfahrt gemacht hättest, mit deinem Seekreuzer von 4,80m länge, dann hättest Du heute nicht die Anfrage schreiben können.
Such eine andere Lösung, kann natürlich auch gut gehen.
Rudy
--
Rudy

SOPHIE
23.01.2004, 16:41
Original von Rudy-w:
es sind wohl 100nm, also ca, 180km.

Rudy



Nein, nein. Es sind 50 sm von Otranto nach Korfu und dann liegen noch die griechischen Inseln Othoni und Erikousa am Wege.

Aber trotzdem bist Du einige Stunden außer Landsicht. Ferner ist die Straße von Otranto für ruppige See und Starkwind berüchtigt. Und schließkich ist dies eine wirklich sehr dicht befahrene Wasserstraße. Alles, was in die Adria hinauf will, schrappt um Otranto herum, und die Fähren können einem Angst und bang machen.

Und noch etwas: Eine Seenot-Rettung gibt es dort nicht. Die italienische Küstenwache ist mit dem Waren- und Menschenschmuggel ausgelastet.

Nimm Deine Jolle lieber auf einer Fähre nach Korfu mit und segle dort.

SOPHIE.

Rudy-w
23.01.2004, 16:55
Original von SOPHIE:


Original von Rudy-w:
es sind wohl 100nm, also ca, 180km.

Rudy



Nein, nein. Es sind 50 sm von Otranto nach Korfu und dann liegen noch die griechischen Inseln Othoni und Erikousa .
SOPHIE.




Simmt Sophie,
Otranto-isola Othoni=42nm.

--
Rudy

sail
23.01.2004, 17:24
also von Otranto nach Othonoi sind es 42 sm.......
Da du ja auch schon zwischen den Kykladen unterwegs warst, weißt du mit welchem Seegang du möglicherweise zu rechnen hast und was du kannst und was nicht.

Ja, es kann auch im Juni mit 6-7 Bft. wehen, -aber ich denke, dass für den sportlichen Segler die Strecke von Otranto-Othonoi auch unter diesen Bedingungen zu schaffen ist. Vor allem, weil die Winde aus nördl. Richtungen kommen, (sofern du nicht grad bei ner Südlage ausläufst, -die lassen sich aber gerade zu der Jahreszeit gut vorhersagen...)
Zurück dürfte das mit der Jolle etwas unbequemer ev. sogar unmöglich werden. Dann mußt du halt wieder zurück oder nach
Maria di Leuca. Also ne reine Zeitfrage.

Kommt halt auch drauf an, wieviel Balast du in Form von Ausrüstung herumkarrst.......und wieviel du davon unbedingt behalten willst, damit du rüberkommst;-)

In diesem Sinne,

hondbroat,
Werner

momo-skipper2
23.01.2004, 17:49
Hallo Khyal,

laß Dich nicht entmutigen, alles ist relativ.
Ein alter Fischer mit dem ich gesprochen habe, hat zum Beispiel versichert: über die Adria sind wir früher sogar rübergerudert.
Auch sind Weltmeere schon mit ganz anderen "Geräten" überquert worden.

Einiges würde ich aber bedenken :

Seenotfall muß einkalkuliert werden, also stell Dir Fragen wie:

Was mach ich, wenn der Motor streikt ?
(übrigens kann mann mit einem Außenborder kaum gegenan motoren, weil die Schraube durch Seegang ständig austaucht).

Wie weit reichen Treibstoff, Proviant und Wasser ?

Kann ich das Boot wirklich wasserdicht bekommen, wenn es von Gischt
und Welle überschüttet wird ? Lenzeinrichtungen !

Wie leicht kann ich kentern ? Richtet sich das Boot wieder auf ?

Wie stehts mit UKW-Funk und Navigationsbeleuchtung ?

Sind Seenotsignale an Bord ?

Es sollte jemand wissen, wann Du startest mit welchem Ziel und dieser jemand sollte Dich als überfällig melden nach einer vorher vereinbarten Zeit.

Vielleicht kannst Du Dir eine EPIRP ausleihen, ist die sicherste
Methode um gefunden zu werden.

Ich würde außerdem das Mobiltelefon mitnehmen und die Notrufnummer
Seenotleitstelle Deutschland (ich glaube SAR Bremen ) sowie Griechenland einspeichern (Piraeus 0030 214 11 2500/22 07 72 oder besser RSC Patrai (Ionian Sea) Tel. 0030 2610 341002, 316400 )
Mobilfunknetz reicht üblicherweise 15 bis 30 Seemeilen hinaus.

Für die Rückfahrt unbedingt 2 bis 3 Tage Puffer einkalkulieren, damit Du nicht wegen Terminnot trotz ungünstiger Wetterlage starten mußt.

Sturmsegel oder kleine Fock sollte an Bord sein.

Gruß Andreas

7seas
23.01.2004, 21:02
vor 30 jahren und mehr sind wir mit variantas, neptuns und ähnlichem im ganzen mittelmeer rumgeschippert, ohne je ernsthafte probleme zu haben. obwohl es damals weder aktuelle wetterberichte, epirb`s noch handies gab.
zum glück gabs damals auch das yachtforum noch nicht. die stegsegler-experten hätten uns bestimmt davon abgehalten.
--
Segler über 7seas

Segelgrufti
24.01.2004, 12:13
Original von 7seas:
vor 30 jahren und mehr sind wir mit variantas, neptuns und ähnlichem im ganzen mittelmeer rumgeschippert, ohne je ernsthafte probleme zu haben. obwohl es damals weder aktuelle wetterberichte, epirb`s noch handies gab.
zum glück gabs damals auch das yachtforum noch nicht. die stegsegler-experten hätten uns bestimmt davon abgehalten.
--
Segler über 7seas


Da ist was dran. Und ob jetzt mit einer Neptun oder mit
diesem flying fish ist dann auch egal. Und ueberhaupt,
alle reden hier von haushohen Wellen und windstaerken
jenseits von 20 bft. Gibt es sicher. Aber ist wohl nicht
die Regel. Aus meiner minderwertigen Erfahrung wuerde ich
sagen im Sommer 90 % Schwachwind im Mittelmeer. Von Ausnahmen
wie Mistral, Tramontana, Shirokko, Meltemi oder Bora Bora
und wie das ganze Gesocks sonst noch heisst
mal abgesehen. Bin selbst vor ca. 30 Jahren mit 22 Fuessen
nach Mallorca oder Corsika/Sardinien. Laengste Strecke
war da auch immer so um die 40 sm. In diesem sinne:
Cybersegler for President.

Und wenn ich mich recht entsinne ist sogar dieser Eisenmann
Charles Blyth (der diese Races mit 60 ft. Stahlyachten
round the World alle 4 Jahre organisiert und der fuer
seine Teilnahme am Whitebread Race von der Queen geadelt
wurde) zu Beginn seiner *Karriere* mit dem Ruderboot
uebern Atlantik. Ruediger Nehrberg hat es auf einem
Baumstamm versucht und es gab auch schon welche mit dem
surfbrett. Also warum nicht auf einem Fish:-))

Grufti

Stari
24.01.2004, 17:59
Also ich würd mich nicht trauen, eine gute alte Neptun 22 mit dem Flying Fish zu vergleichen! Auch wenn man mich "Stegsegler" nennt, würde ich es verwegen, wenn nicht verantwortungslos heißen, damit über zu setzen. Es sei denn, es gibt ein Begleitboot! Aber bitte, man kann auch mit Schwimmflügerln von Italien nach Griechenland. Suum cuique!
Reinhard
Segeln mit Freunden (http://member.ycom.at/~hstrobl)

SOPHIE
24.01.2004, 22:43
Original von 7seas:
vor 30 jahren und mehr sind wir mit variantas, neptuns und ähnlichem im ganzen mittelmeer rumgeschippert, ohne je ernsthafte probleme zu haben. Segler über 7seas



Wir haben das mit einer Conger-Jolle gemacht. Aber wir haben Probleme gehabt, möchten das nicht wiederholen und empfehlen das auch nicht weiter.

SOPHIE.

schumi-Natalie1
25.01.2004, 02:13
Original von 7seas:
vor 30 jahren und mehr sind wir mit variantas, neptuns und ähnlichem im ganzen mittelmeer rumgeschippert, ohne je ernsthafte probleme zu haben. obwohl es damals weder aktuelle wetterberichte, epirb`s noch handies gab.
zum glück gabs damals auch das yachtforum noch nicht. die stegsegler-experten hätten uns bestimmt davon abgehalten.
--
Segler über 7seas



Wow - 7seas!
Ein Segler v. Gottes Gnaden
Frage: mit Internet auffm Kahn??? Posts: 373 (;-))

Du hast recht ,machen läßt sich alles mögliche, hab auch manchen Scheiß gemacht(vor immerhin 20-25 J. ),da erzähl ich lieber nix davon. da waren wir halt au ebenso jung wie draufgängerisch und leichtsinnig.
Aber wenn ich weder die Ausrüstung, noch die Kondition, noch die Erfahrung des kollegen , noch die tatsächlichen Wetterbedingungen an dem betr.Tag kenne, halt ich mich mit Ermutigungen zum Leichtsinn lieber zurück. Will hier nicht in nem halben Jahr im "Nachruf" erscheinen...
Denke, es hilft eher weiter, mögliche Gefahren nüchtern aufzuzählen, Schönwetterstories und Helden gibts genug!
Entscheiden muß dann jeder selber was er draus macht.

z. B. hatte ich dort schon einigemale Starkwind bei herrlichstem blauen Himmel ganz nett für ne Jacht, knapp für ne Jolle. Sowas läßt auch immer wieder Fehleinschätzungen aufkommen...

7seas
25.01.2004, 03:09
Original von 7seas:
.....zum glück gabs damals auch das yachtforum noch nicht. die stegsegler-experten hätten uns bestimmt davon abgehalten.
--
Segler über 7seas


--
Segler über 7seas

segler089
26.01.2004, 18:34
Original von khyal:
Oh je ich hoer schon die spoetischen Komentare von wegen Nusschale usw
Khyal

ich freue mich schon auf deinen bericht... wenn du glück gehabt hast, seemann.

--
hang loose

loopo
26.01.2004, 21:03
hallo khyal,

was du planst ist eine sportliche, seglerische und navigatorische
herausforderung. aber warum auch nicht? ich habe mit meiner leisure 17 auch schon weitere seestrecken zurückgelegt. tatsächlich gibt es sportsmänner und - frauen die sogar den atlantik im ruder- und faltbooten, auf kleinstkreuzern (zb. auch leisure 17) ja sogar auf surfbrettern überquert haben.

ich bin der festen überzeugung dass die tour, halbwegs passendes wetter vorausgesetzt, zu machen ist. es stellt sich aus meiner sicht nicht die frage ob die überquerung mit einer flying fish jolle zu machen ist, sondern eher die frage deiner seglerischen und navigatorischen fähigkeiten, deiner persönlichen Belastabarkeit, aber auch ein wenig des glücks.

viel glück und viel spass für diesen törn.

loopo