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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Türkische Impressionen



SOPHIE
28.03.2004, 19:13
Ein schöner Tag beginnt in der wunderschönen Ankerbucht Cineviz. Die ersten Sonnenstrahlen erklimmen die hohen Felswände, welche die Bucht umschließen und wecken die Zikaden, die mit ihrem Geziepse beginnen. Die Nachtigallen singen schon länger; unglaublich, wie schön diese Vögel singen können. Um uns herum ankern fünf Yachten aus vier Erdteilen. Auf einer Yacht duftet der Kaffee, neben einer anderen wird geschwommen. Man wünscht sich, man könnte hier bleiben und beneidet die Einheimischen, die immer in dieser paradiesischen Landschaft und diesem Klima leben können.

Das Unheil naht in Form eines tuckernden Bötchens, besetzt mit einer einheimischen Familie. Sie fahren das Boot an Land und beginnen dort einige Gerätschaften aufzubauen. Das Wichtigste ist offensichtlich ein großes Transparent, das sie entfalten. „Fish Restoran“ steht darauf. Doch noch wichtiger erscheint ihnen ein Radio/Kasettengerät Typ Henkelmann, das sie auf ihrem Bötchen installieren und auf die Bucht hinaus ausrichten. Dieses Gerät beschallt nun mit der höchsten ihm möglichen Lautstärke die Bucht und die ankernden Yachten.

Musik ist sicherlich Geschmacksache. Nun erklingen türkische Melodien, hingetrimmt auf amerikanischen Sound, versetzt mit Rhythmus aus dem Synthetizer und untermalt mit einem Bumms-Baß, der das Henkelgerät hüpfen läßt. Keine Geschmacksache, sondern physikalisches Allgemeingut ist die Tatsache, daß ein mit höchster Lautstärke ausgesteuerter Verstärker einen enormen Klirrfaktor besitzt: er verzerrt und klingt einfach unschön und macht Krach.

Türkische Musik, gespielt auf originalen Instrumenten, klingt ganz anders. Diese Instrumente sind gar nicht in der Lage, so einen Krach zu machen und diese Musik hat Dynamik; so nennt man den Unterschied zwischen laut und leise. Man stelle sich Ravels Bolero ohne Dynamik vor, gespielt von Anfang bis Ende in der gleichen Lautstärke; das Stück wäre nie ein Welterfolg geworden. Europäische Klassik und kaukasische Musik wird von den Staatlichen Sinfonieorchestern Antalya und Izmir in die Konzertsäle und Freilichtbühnen der Küstenregion gebracht. Und im UKW-Rundfunk ist ein Klassik-Sender aufgetaucht.

Von alldem wissen die Betreibe des „Fish Restoran“ in Cineviz nichts. Sei haben sich auf die Erde gesetzt und warten auf Gäste. Doch das Ergebnis der Beschallung ist schlicht das Gegenteil: Die Yachten ankern neu, weit weg vom Ufer und dem Krach. Doch das geht schlecht; dort sind die Wassertiefen zu groß. Wir heben unseren Anker und fahren nach Finike.

SOPHIE.

7seas
28.03.2004, 21:04
die letzten vier wochen, sophie,
hättest du das spielchen mit umgekehrtem vorzeichen spielen können. in der türkei waren heute kommunalwahlen. seit einem monat zirkulieren ganztägig überall auf den strassen lautsprecher-fahrzeuge mit schriller musik, nur unterbrochen durch die werbespots der kandidaten.
die cineviz hingegen hatte ich ganz für mich alleine. nur ein vergessenes huhn gackerte freudig, als ich mit dem dinghy ans land ging. um diese zeit ist es noch viel schöner dort, als während der saison.

ps: übrigens, die musik im "gastro-camp" der cineviz wurde im letzten herbst auf unser verlangen umgehend abgestellt.
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Segler über 7seas

Nelson
28.03.2004, 21:31
Hat das Huhn schon Deinen Backofen besichtigt?
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Und allzeit eine Handbreit Wasser unter dem Kiel

7seas
28.03.2004, 22:32
nein, dermassen blöde hühner verspeise ich grundsätzlich nicht. obwohl ich auch mal kurze zeit an coq au vin dachte. das dumme ding ging partout nicht auf meinen vorschlag ein, mein altes brot gegen ein paar frische eier einzutauschen. mein brot verzehrte es zwar gierig, rückte aber keine eier heraus. so zog ich dann halt unverrichteter dinge wieder ab.

--
Segler über 7seas

Fahrtenseglergeizhals
28.03.2004, 22:38
Original von 7seas:
nein, dermassen blöde hühner verspeise ich grundsätzlich nicht. obwohl ich auch mal kurze zeit an coq au vin dachte. das dumme ding ging partout nicht auf meinen vorschlag ein, mein altes brot gegen ein paar frische eier einzutauschen. mein brot verzehrte es zwar gierig, rückte aber keine eier heraus. so zog ich dann halt unverrichteter dinge wieder ab.

--
Segler über 7seas



Das ist ja unheimlich interessant :)) :)) :))

7seas
29.03.2004, 11:07
Original von Fahrtenseglergeizhals:.....Das ist ja unheimlich interessant :)) :)) :))


vielen dank für dein interesse. ich freu mich immer auf deine resonanz.
--
Segler über 7seas

MeisterEder
30.03.2004, 16:58
Tja ...könnte man da evtl.herauslesen...:
Türkei ok....wenn`s nur nicht so viele Türken da hätte ???
(5 Tage Guggenmusik ...das ist die Härte schlechthin)

[ Dieser Beitrag wurde von MeisterEder am 30.03.2004 editiert. ]

7seas
31.03.2004, 10:45
Original von MeisterEder:
Tja ...könnte man da evtl.herauslesen...:
Türkei ok....wenn`s nur nicht so viele Türken da hätte ???.....

ja, wenn man pisa in betracht zieht, schon
--
Segler über 7seas

Leckpfropfen
31.03.2004, 11:01
Original von SOPHIE:
Ein schöner Tag beginnt in der wunderschönen Ankerbucht Cineviz. Die ersten Sonnenstrahlen erklimmen die hohen Felswände, welche die Bucht umschließen und wecken die Zikaden, die mit ihrem Geziepse beginnen. Die Nachtigallen singen schon länger; unglaublich, wie schön diese Vögel singen können. Um uns herum ankern fünf Yachten aus vier Erdteilen. Auf einer Yacht duftet der Kaffee, neben einer anderen wird geschwommen. Man wünscht sich, man könnte hier bleiben und beneidet die Einheimischen, die immer in dieser paradiesischen Landschaft und diesem Klima leben können.

Das Unheil naht in Form eines tuckernden Bötchens, besetzt mit einer einheimischen Familie. Sie fahren das Boot an Land und beginnen dort einige Gerätschaften aufzubauen. Das Wichtigste ist offensichtlich ein großes Transparent, das sie entfalten. „Fish Restoran“ steht darauf. Doch noch wichtiger erscheint ihnen ein Radio/Kasettengerät Typ Henkelmann, das sie auf ihrem Bötchen installieren und auf die Bucht hinaus ausrichten. Dieses Gerät beschallt nun mit der höchsten ihm möglichen Lautstärke die Bucht und die ankernden Yachten.

Musik ist sicherlich Geschmacksache. Nun erklingen türkische Melodien, hingetrimmt auf amerikanischen Sound, versetzt mit Rhythmus aus dem Synthetizer und untermalt mit einem Bumms-Baß, der das Henkelgerät hüpfen läßt. Keine Geschmacksache, sondern physikalisches Allgemeingut ist die Tatsache, daß ein mit höchster Lautstärke ausgesteuerter Verstärker einen enormen Klirrfaktor besitzt: er verzerrt und klingt einfach unschön und macht Krach.

Türkische Musik, gespielt auf originalen Instrumenten, klingt ganz anders. Diese Instrumente sind gar nicht in der Lage, so einen Krach zu machen und diese Musik hat Dynamik; so nennt man den Unterschied zwischen laut und leise. Man stelle sich Ravels Bolero ohne Dynamik vor, gespielt von Anfang bis Ende in der gleichen Lautstärke; das Stück wäre nie ein Welterfolg geworden. Europäische Klassik und kaukasische Musik wird von den Staatlichen Sinfonieorchestern Antalya und Izmir in die Konzertsäle und Freilichtbühnen der Küstenregion gebracht. Und im UKW-Rundfunk ist ein Klassik-Sender aufgetaucht.

Von alldem wissen die Betreibe des „Fish Restoran“ in Cineviz nichts. Sei haben sich auf die Erde gesetzt und warten auf Gäste. Doch das Ergebnis der Beschallung ist schlicht das Gegenteil: Die Yachten ankern neu, weit weg vom Ufer und dem Krach. Doch das geht schlecht; dort sind die Wassertiefen zu groß. Wir heben unseren Anker und fahren nach Finike.

SOPHIE.




einfach zuhause bleiben, einfach zu hause bleiben......

SIRTAKI
31.03.2004, 18:00
Hallo Sophie
Ich fliege trotzdem. Am 12.04.
--
Claus von der SIRTAKI

SOPHIE
31.03.2004, 20:21
Hallo Meister Eder und Leckpfropfen,

Ihr interpretiert in meine Glosse etwas hinein, was nicht drin steht.

Mein Sarkasmus richtet sich nicht gegen „die Türken“, sondern gegen die Unsitte, überall mit Lärm, genannt Musik, beschallt zu werden.
Dazu zwei Beispiele aus München: Im Schwabinger Blockhouse hatten wir neulich erhebliche Mühen, den Lautsprecher , unter dem wir saßen und aßen, ausgeschaltet zu bekommen. Und in ausgewählten U-Bahn-Stationen, z.B. „Universität“, erklingt Musik. Ich mußte mir Vivaldis Jahreszeiten aus einem schlechten Lautsprecher anhören und war froh, als die U-Bahn kam.

In der Türkei kopiert man gerne „Westliches“ und „Amerikanisches“, auch diesen Krach. Seven Seas hat von den Lautsprecher-Wägen berichtet, welche Wahlkampf-Parolen ins Land tragen. Unser schlimmstes Erlebnis war ein Abendessen im Restaurant der neuen Yacht-Marina in Marmaris. Zeitgleich mit dem Essen ließ man eine große Leinwand an einer Mauer herab und begann mit der Filmvorführung von „Braveheart“. Blutrünstig und laut ist das keine schöne Tafelmusik-Begleitung.

Wir bewundern Atatürk und seine Leistung, dieses Land vom Mittelalter in die europäische Neuzeit katapultiert zu haben. In seiner Tradition stehen die Bemühungen der gegenwärtigen Regierung europäisches Gedankengut zu etablieren und europäische klassische Musik populär zu machen. Besucht einmal ein Freilicht-Konzert in den antiken Theatern von Ephesus/Kusadasi oder Aspendos/Antalya oder ein Konzert im Kulturzentrum von Antalya. Sehens- und hörenswert! Auch in der kultivierten Marina zu Kemer hört man hin und da Klassisches: wir hörten dort die Holzbläser des Antalya Sinfonieorchesters mit originellen Arrangements.

SOPHIE.

7seas
31.03.2004, 21:07
Original von SOPHIE:.....Besucht einmal ein Freilicht-Konzert in den antiken Theatern von Ephesus/Kusadasi oder Aspendos/Antalya oder ein Konzert im Kulturzentrum von Antalya. Sehens- und hörenswert! Auch in der kultivierten Marina zu Kemer hört man hin und da Klassisches: wir hörten dort die Holzbläser des Antalya Sinfonieorchesters mit originellen Arrangements.....

und in aller regel sehr professionell interpretiert.
--
Segler über 7seas

Oldman
31.03.2004, 22:34
Jetzt muss ich doch auch meinen Senf dazugeben - und mich für Sophie in die Bresche hauen.
Sophie hat nicht die "Türken" angeprangert, sondern den Krach (von manchen auch Musik genannt)
Und da hat er meiner Meinung nach 100% Recht.
Er hat halt ein Beispiel aus der Türkei genannt. Jetzt ja zwei andere aus München nachgeliefert.
Ich kann auch mit einem beitragen:
Da liegst in einem schönen Stadthafen, die Sonne scheint, ringsum geschäftiges Treiben (nicht lautlos) du genießt das Frühstück, den Urlaub, das Leben.
Und dann -aus der Ferne- anschwellender Lärm. Er kommt näher, wird lauter. Ein furchtbares Gekrächze, Geplärre, Gedudel. Was ist`s?
Es biegt um die Ecke ein Lastwagen. Voll gestapelt mit Plastiksesseln (voll gestapelt mit Schaumgummimatratzen. Voll gestapelt mit sonst einem Schund) und über Aussenlautsprecher preist der nun seinen Mist an.
Fährt in Schrittgeschwindigkeit, hält hin und wieder. Bis er endlich weiter ist, ist eine Viertelstunde vergangen.
Bin ich jetzt ein Griechenfeind, gar ein Ausländerhasser, weil ich dies beschissen finde?
Leutz redet über das, was ihr wisst und das ihr kennt und nicht zu allem und jedem, blos weil euch langweilig ist, oder weil ihr meint euch profilieren zu müssen. Hmmmm! Hugh ;)
--
www.beepworld.de/members67/ewolz/

skipklaus
31.03.2004, 23:19
Ach Leute, ich liebe den Süden, den Orient, den Krach, das Treiben, das Händlergeschrei, ...................

Muss es denn immer und überall so reserviert, so kontrolliert und distanziert sein? Und jeder nimmt Rücksicht auf jeden? Und verhält sich ganz ruhig? Und poltert in der Nacht voll des süssen Trunkes unter Absingen von schmutzigen Liedern ohne Rücksicht auf seine Mitmenschen durch die Gegend.

Die Leute leben doch nur ihre Mentalität aus. Und die kommt sehr oft von Herzen.

Und wenn es mich gar fürchterlich stört, such ich mir halt ein ruhigeres Fleckchen. Wo ist das Problem?

MeisterEder
01.04.2004, 00:11
@SOPHIE
...wenn du im Forum "Segelreviere" deinen Beitrag " Türkische Impressionen" betitelst, so hat das für mich schon ein
leichts "Gschmäckle".

Hättest du nicht zu den Leuten rübergehen können, mit ihnen ein paar
freundliche Worte wechseln können (vorzugsweise in türkischer Sprache)...etc...
sie evtl. überreden können ...,
statt beleidigt abzuhauen und dann hier im Forum einen Einzelfall
breit zu treten...??

ciao
Rudi

P.S. ..du weisst sicher, dass die Behörden sehr dahinter her
sind, illegale Restorans zu schliessen ..



[ Dieser Beitrag wurde von MeisterEder am 01.04.2004 editiert. ]

Nelson
01.04.2004, 07:56
MeiserEder, bist Du so naiv oder tust Du nur so?
--
Und allzeit eine Handbreit Wasser unter dem Kiel

MeisterEder
01.04.2004, 09:16
..Puuuuuumuckl ! ...komm, Nelson hat wieder was geschrieben...



[ Dieser Beitrag wurde von MeisterEder am 01.04.2004 editiert. ]

BuBu
01.04.2004, 14:49
jaja, der Lärm.

Recht hat er , der SOPHIE, denn es ist eine leider sehr verbreitete Unsitte (nicht nur in TR), mit Lärm und Lärnm und "autitiver Vergewaltigung" in der U-Bahn , im Supermarkt (vorzugsweise nicht etwa kaufförderliche, sondern dem Personal gefallende) Musik zu spielen.

In manchen Läden wurde das aber erfreulicherweise schon wieder abgeschafft, wiel die Dauerbesachallung mit immerdemgleichen Band zu Protesten der VerkäuferInnen führte...hihihi.

In TR ist leider der Lärm einer der beliebtesten "Rattenfänger" - und Schuld haben wir Kunden. Also wir.
Denn komischerweise sind die Schuppen mit der lautesten Musik immer voll, auch die österreichischen "Schirmhütten" und Partyzones auf´m Berg - je lauter die Musi, umso voller die Hütte, und umso besoffener die Leut.
Das sieht der nächste türkische Wirt, und denkt sich: ach, dann muß ich ja nur NOCH lauter werden usw.usw.

Vor ein paar Jahren gab es überall "Canli Musik" - also Volsmusikschuppen, die sich in excessiver Lautstärke gegenseitig bedröhnten...alle voll.
Das nehmen sich die Diskos in Marmaris zum Vorbild- fast nie jemand drin, aber es ist so laut, daß man schon auf der Straße kein Wort mehr versteht (schreiend...). Aber in der Hochsaison sind einige der Diskos brechend voll, also lockt doch der Lärm auch auißerhalb der Hochsaison...gleuben die boys, die da arbieten, aber die wissen es ja nicht besser.

In Datca am Hafen - die einzige "laute" Bar... brechend voll... diue anderen daneben schau´n blöd, ebenso die dort liegenden Yachten (soll dieses Jahr endlich aufhören, sagt man)

In GR ist das verboten, dort dürfen die Diskos ab 22 Uhr bzw. 24 Uhr nur noch "innen" laute Musik spielen, ebenso in den Hotelzonen z.B. von Marmaris, wenngleich auch dort immer und immer wieder dagegen verstoßen wird. Klar: denn sofort sitzen wieder ein paar Kasperl drin...


In der einsamen Bucht rattert der Generator die ganze Nacht - warum? Um eine oder 2 grelle Neonröhren am Steg zu haben... und da eben viele "Freunde der Einheimischen" schleimenderweise beim Wirt sagen "Ach wie schön" (vielleicht, weil das Meckern einen Rabatt verhindern würde...), oder sich NICHT negativ äußern, stattdessen dort auch noch hingehen... tja... Lernen am Erfolg. Kann man es ihnen verübeln?

Da sitzt Du als schlichter Einheimischer in Antalya oder einer anderen Touri-Stadt oder vor dem TV, oder beobachtest eine Touri-Guletund Du siehst: überall, wo laut=voll. Gerade die Gulets sind doch eine Katastrophe, weil die Lärm machen ohne Ende.

Also suchst Du Dir (naiv, wie Du bist) die (vermeintliche) Marktlücke und dudelst in einer Bucht, die ja ansonsten "langweilig" ist...

Da hilft nur: hingehen, auf "Abstellen" bestehen, und den "Wirt" dadurch "belohnen", daß man dort ißt. Dummerweise kommt dann womöglich die nächste Crew und fragt: können wir keine Musik machen?

Letztendlich wird es wie in überall: wenn es kein (verfolgtes) Gesetz gibt, macht jeder, was er will, ohne Rücksicht, aber das kennen wir ja von uns selbst genug.

@Oldman: es ist schon was anderes, ob ein "fliegender Händler" ortstypoisch seinen (aus unserer Sicht) "Ramsch" lautstarkr anpreis t- bei uns fahren auf dem Land auch heute noch hie und da mobile Kartoffel- oder sonstige fliegenden Händler rum. Die bimmeln halt.
Und in GR wird halt der Lautsprecher angeworfen... ein Trost bleibt: jeder fliegende Händler "fliegt" bald weiter, wenn nämlich keiner mehr kommt, trotz Gedudel ;-)))


es hilft nur.... unendliche Geduld = mediterraner Stoizismus ;-))

--
www.sonnenkoenig.de.ms


[ Dieser Beitrag wurde von BuBu am 01.04.2004 editiert. ]

SOPHIE
01.04.2004, 18:40
[quote]
Original von MeisterEder:
@SOPHIE
...wenn du im Forum "Segelreviere" deinen Beitrag " Türkische Impressionen" betitelst, so hat das für mich schon ein
leichts "Gschmäckle".

statt beleidigt abzuhauen und dann hier im Forum einen Einzelfall
breit zu treten...??

[quote]

Lieber Meister Eder,

wenn Du der bist, der einen Katamaran auf Leros liegen hat, dann weißt Du natürlich genau, daß die von mir in der Cineviz-Bucht angesiedelte Episode nicht die Ausnahme ist, sondern (leider) die Regel. Insofern ist auch die Überschrift „Türkische Impressionen“ gerechtfertigt.

[quote]

P.S. ..du weisst sicher, dass die Behörden sehr dahinter her
sind, illegale Restorans zu schliessen ..

[quote]

Das meinst Du aber nicht im Ernst. Mein Stil ist es jedenfalls nicht, gleich zur Polizei oder zum Kadi zu laufen, wenn mir etwas nicht gefällt, hier: wenn jemand Lärm macht. Außerdem: Du kennst doch die türkische Polizei und weißt, was sie mit illegalen Restaurants macht, sie läßt alles kurz und klein schlagen. Ich habe das mit dem Restaurant „Cardak“ in Karacasögut erlebt. Den „Besitzer“ mochten wir alle gerne; jetzt muß er mit Verkauf von Lebensmitteln seine Familie ernähren.

Im übrigen: Wenn Du eine "ruhige Ankerbucht" kennenlernen willst. Ich beschreibe an anderer Stelle eine solche.

SOPHIE.

Edit: Das sieht recht chaotisch aus. Aber Meister Eder, Du weißt ja, was von Dir stammt und was von mir.
SOPHIE.


[ Dieser Beitrag wurde von SOPHIE am 01.04.2004 editiert. ]

Le_Crabe
13.04.2004, 19:12
Kleiner Senf meinerseits!!
Traumhafte, sternenklare Nacht in der Nähe von Kalkan.
Mit uns in der Bucht liegend nur ein weiteres Schiff (Bavaria) mit irgendeinem Mädelnamen in altdeutscher Schrift.
Totale Stille, lecker Rotwein.....alles prima!!
Aber dann....Schifferklavier und deutsche Seemannsgesänge in voller Lautstärke!!!!

NeeNee....dann doch lieber südlichen Trubel mit amerikanisierten, türkischen Klängen!

edo-wiemken
13.04.2004, 21:15
Original von Le_Crabe:
Kleiner Senf meinerseits!!
Traumhafte, sternenklare Nacht in der Nähe von Kalkan.
Mit uns in der Bucht liegend nur ein weiteres Schiff (Bavaria) mit irgendeinem Mädelnamen in altdeutscher Schrift.
Totale Stille, lecker Rotwein.....alles prima!!
Aber dann....Schifferklavier und deutsche Seemannsgesänge in voller Lautstärke!!!!

NeeNee....dann doch lieber südlichen Trubel mit amerikanisierten, türkischen Klängen!




Joh !!!!

Flaschenpost
14.04.2004, 00:52
Um SOPHIE zu stützen, und auch, um meinen Senf anzubringen, kann ich nur beipflichten, daß manchen Menschen erfahrungsgemäß die Sensibilität fehlt. Man muß sich immer mal (gezwungenermaßen) fragen, warum da jemand dem Yachtvolk oder der Natur (oder beidem) nahe sein will! Der eine, um Geschäfte zu machen, ohne sich um das wirkliche Seelenheil seiner Kundschaft im klaren zu sein. Ich führe das auf Dummheit zurück. Oder auf einen Werbetrick. Man will irgendwie ins Gespräch kommen, scheint dieses Beispiel von SOPHIE offenzulegen.

Andererseits kenne ich auch das teutonische Gegröhle in niederländischen Häfen. Das wiederum ist nicht auf Dummheit zurückzuführen, sondern schlichtweg auf immer wiederkehrende Saufgelage.

Andere Erlebnisse aus den 90zigern, die der Türken-Mucken-Kurzgeschichte Konkurrenz machen könnten:

In Amsterdam lebte ein überwiegend bekiffter, dänischer Segler an Bord seiner Alu-Reincke-Yacht (13 Meter, glaube ich). Jeden Morgen ließ der seinen Generator laufen, und wurde nicht nur für die festliegenden Wohnschiffe ein echtes Ärgernis. Nicht, weil er den Töff-Töff laufen ließ, sondern ihn eineinhalb Stunden lang laufen ließ unter lautstarker und rußhaltiger Emission. Zudem lag er kostenlos, streßte also die Gastfreundschaft der Holländer um ihn herum mit grenzenloser Unverschämtheit!

Mitten in Amsterdam lag ein Schiffchen, was nett anzusehen war, wenn der alltägliche Ausstoß von fetten Qualmwolken aus dem Kamin nicht gewesen wäre. Zunächst wurde ein Kohle-Ofen angefeuert, um das Innere des Boots aufzuheizen. Nachdem sich Qualmwolken verzogen hatten, konnte man an Land wieder atmen. Das war bei etwas Wind eigentlich kein so großes Problem. Aber wehe, es wurde bei hoher Luftfeuchtigkeit oder bei Nebel geheizt!
Die Eigner waren zwei Hippies. Und die an Land lebende Nachbarschaft konnte sich den beiden nur entledigen, indem sie ihnen den Kamin verstopften. Aus purer Verzweifelung. Die Hippies verzogen sich mit ihrem Boot und die Vernunft hatte gesiegt.

Ich sage nur: Rücksicht nehmen, wenn man sich urlaubsreifen Menschen nähert oder sich um sie kümmern will! Und Rücksicht gegenüber einer gastgebenden Umwelt!