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Putti
17.12.2004, 22:09
Mich würde mal folgendes zum Wanderjollensegeln interessieren:

1. Welche Reviere in Deutschland, Holland und Belgien eignen sich dazu?

2. In welchen Revieren gibt es ein dichtes Netz von Campingplätzen entlang der Wasserstraßen?

3. Worauf ist allgemein zu achten?

4. Welche Boote eignen sich?

5. Für und Wider von offenen Jollen und Kajütjollen.
Auf der Boot fällt mir immer das holländische Valken auf, ist ja sehr auf`s Wandersegeln ausgelegt.
Hat einer von euch Erfahrung mit damit?

Zu 5. mach ich aber evtl. noch einen extra Thread auf.
--
Gruss Putti

Agena
18.12.2004, 00:27
Moin Putti,

`n paar Tipps ohne Anspruch auf Vollständigkeit:



Original von Putti:
...
1. Welche Reviere in Deutschland, Holland und Belgien ...


Deutschland: Mecklenburgische Seenplatte, Bodensee
Holland:
im NE: Friese Meren, Randmeere
im S : Grevelingen, Veerse Meer, Volkerak, Haringvliet




2. ... Netz von Campingplätzen entlang der Wasserstraßen?


In Holland (selbst gesehen auf den NE-Revieren, is aber schon `paar Jahre her) gibts nicht nur recht häufig Campingplätze an den Ufern der Meere, sondern viele (Kiel-)Jollen-Wanderer machen einfach an gekennzeichneten Anlegestellen fest und bauen auf `ner angrenzenden Wiese ihre Hundehütte auf. Hast dann natürlich keine Sanitärversorgung, dafür aber gaaaanz viiiieeel ungestörte Natur.

Ungefähr ab "Pirat" (da isses aber noch sehr eng und sportlich...) aufwärts kannst Du meist aber auch auf Isomatte/LuMaTra und im Schlafsack an Bord pennen. Brauchst für Wetterschutz aber dann natürlich `ne Persenning, die auf dem Baum aufliegt und von dort bis knapp unterhalb der Scheuerleisten reicht. Platz reicht in den entsprechenden Jollen meist für `ne Zweier-Crew (Ausnahme Ixylon - zwischen den Schwertkästen der Kimschwerter ist knapp ein Meter freie Breite, das ist für zwei einigermaßen Erwachsene `n büschen knapp...); einer pennt dann StB und einer BB vom Schwertkasten, Kopf voraus (und Füße unter der Travellerschiene durch, soweit vorhanden). Schwert ein paar Zentimeter abfieren vermeidet zu starkes Rollen.




3. Worauf ist allgemein zu achten?


Alle Kleidung gegen eindringendes Spritzwasser mehrfach in Plastiktüten einpacken.

Mehr als zwei Satz Kleidung und eine "Erste Geige" zum Ausgehen pro Person ist auch bei großen Jollen stauraummäßig nicht realisierbar.

Den kompletten Törn einschließlich Alternativrouten (z.B. für Anlieger und Kreuzstrecken) mit allen in Frage kommenden Steuerkursen und Peilungen vorbereiten und auf einem Formular pro Tagestörn eintragen. Unterwegs hast Du weder genug Platz noch genug Stabilität, um in der Seekarte zu navigieren, daher muss der gesamte Törn eines Tages fertig vorbereitet vom Formular ablesbar sein (ähnlich den "Gebetbüchern" der Rallyefahrer, nur halt auf`s Nautische abgestimmt). Ist natürlich viel Arbeit, macht aber auch `n Riesenspaß, den Törn im vorhergehenden Winter beim Vorbereiten schon mal "voraus zu erleben".

Sobald Du nicht mehr hundertprozentig sicher bist, dass Dein realer Kurs mit der Vorbereitung übereinstimmt, sofort Ankern und Karte rausholen zum prüfen.

Törnplanung so legen, dass du spätestens alle 2 - 3 Tage Gelegenheit zum Einkaufen findest. Der Stauraum an Bord reicht bei einer 2er-Crew maximal für diesen Zeitraum, einschließlich einem 10l-Wasserkanister.

Plane die Törns so, dass Du bei viel Wind nach spätestens 4 - 5 Stunden Dein Tagesziel erreicht hast. Vor allem wenn Du ständig ausreiten musst, geht das sehr auf die Kondition, und wenn Du KO bist lassen Deine Reaktionen nach (die Du aber brauchst um das Schiff ohne Kenterung durchzubringen!)

Um für Schlechtes oder hartes Wetter genug Reserve zu haben, plane mindestens alle drei bis vier Tage einen Tag im Hafen oder vor Anker ein. Damit vermeidest Du, Dich bei (zu) viel Wind zum Auslaufen verleitet zu werden (wenn drin bleiben ratsamer wäre...) weil Dir die Zeit wegläuft.

"Nicosignal" oder ähnliches für den Notfall mitnehmen.

Batteriebetriebenes Transistorradio (mit Mittelwelle) für das tägliche Abhören der Seewetterberichte (Frequenzen für den gesamten Törnzeitraum vorher zu Hause in die Törnplanung mit reinschreiben!).

Als Ankerausrüstung hatte ich auf der H-Jolle einen 7kg Baas-Ball-Anker (ähnlich Danforth) mit zwei Kettenvorläufern (jeweils 10m lang) und zwei 14mm-Leinen (je 50m lang); letztere waren gleichzeitig als Schleppleinen vorgesehen. Konnte mit dieser Ausrüstung prima auf ca. 2 - 3 Meter Wassertiefe ankern und die Leinen an Land (dicker Stein oder Busch) ausbringen, um das Boot bei aufgeholtem Schwert und Ruderblatt zum Landgang mit dem Heck bis ins knapp knöcheltiefe Wasser an den Strand zu verholen - dann konnten wir mit Stiefeln einfach übersteigen ohne nasse Füße zu bekommen.

Falls Dein Schiff ein (auch nur teilweise) offenes Vorschiff hat, bau Dir eine Holzgräting in der Form des Vorschiffsbodens, mit Standhölzern in Längsschiffslinie und Traglatten querschiffs. Darauf kannst Du dann das Gepäck lagern. Vorteil: Spritzwasser, das bei einem nicht abgeschotteten Vorschiff nicht vermeidbar ist, läuft zwischen dem Staugut nach unten ab und fließt zwischen den Standhölzern der Gräting nach achtern ab ehe es in die Packsäcke einsickern kann.

Isomatten/LuMaTras und Schlafsäcke müssen täglich komplett zusammen gelegt und "trocken" verstaut werden. Also auch jeden Abend wieder ausgepackt und ggf. aufgepumpt werden. Eine Doppelhubkolben-Luftpumpe ist da hilfreich (aber natürlich auch sperrig...).

Du musst genug Erfahrung mit dem Schiff haben, um Dir sicher sein zu können, dass Du es bis Beaufort 5 - 6 ohne Kenterung durchbringst. Mit Urlaubslast kannst Du Dir eine Kenterung nicht erlauben, denn dann würde Dein Boot wahrscheinlich nicht mehr ohne fremde Hilfe aufzurichten sein und möglicherweise sogar trotz der Auftriebsräume auf Tiefe gehen.

Alles, was unter den Seitendecks oder in der Plicht gestaut werden muss, muss vor dem Auslaufen verzurrt werden (6er Schot reicht), damit es Euch im Seegang nicht zwischen den Füßen herumrutscht und damit in der Schiffsführung behindert.

Automatiktrapez behindert beim Wohnen (das Gummi hängt Euch dann ständig im Gesicht) - entweder beide ausreiten oder (wenn Trapez gefahren werden muss) für den Törn auf Standard-Trapez umrüsten.

Ein altes Großsegel mit 2 - 3 Reffreihen versehen lassen und alle Reffbändsel schon vor der Abreise fertig vorbereitet satzweise zusammenstecken. Je nach Großfall-Konstruktion nicht vergessen, dass Ihr bei gerefftem Segel eine Belegmöglichkeit auf `ner Klampe braucht!

Das Boot sollte unbedingt zwei Selbstlenzer haben (einen an StB und einen an BB, möglichst weit außen), damit übergekommenes Wasser auch bei Krängung wieder rausgelutscht wird. Idealerweise mit Lenzbrunnen, die etwas vertieft in den Doppelboden eingelassen sind - dann verteilen sich kleine Wassermengen beim Dümpeln nicht sofort gleichmäßig auf alle Gegenstände, die in der Plicht liegen (nachts LuMaTras und Schlafsäcke!)

Einen Außenborder haben wir auch in den Häfen nie vermisst - unsere H-Jolle war, selbst unter Fock oder Groß allein, immer so gut zu manövrieren, dass auch in kleineren Yachthäfen alle Manöver so angelegt werden konnten, dass sie gut unter Segeln zu fahren waren.




4. Welche Boote eignen sich?


Eigentlich alle Jollen, die über eine gute Formstabilität (ggf. auch mit Ballastschwert) verfügen und daher auf einfallende Böen gutmütig genug reagieren, um der Crew genug Zeit zum Fieren zu lassen. Wer an Bord pennen möchte, braucht außerdem zwischen den seitlichen Auftriebskästen und dem Schwertkasten genug freie Breite für eine Luftmatratze.



5. Für und Wider von offenen Jollen und Kajütjollen.


Schlupfkajüten haben den Vorteil, unterwegs einen höchstwahrscheinlich trockenen Stauraum zu bieten. Zum Schlafen sind sie aber meist zu klein und zu schlecht belüftet (Ausnahmen wie Diabolo, Fam o.ä. bestätigen die Regel).

In offenen Jollen kannst Du meist auch auf dem Plichtboden nirgends bequem sitzen. Das kann leicht dazu führen, dass Du abends rasch Kreuzschmerzen bekommst, wenn Du nicht sofort auf die LuMaTra gehen möchtest.




Auf der Boot fällt mir immer das holländische Valken auf, ist ja sehr auf`s Wandersegeln ausgelegt.
Hat einer von euch Erfahrung mit damit?


Die Valk hat super viel Platz, auch große und gut abgeschottete Stauräume. Plichtlänge reicht zum Schlafen sogar für eine 4er-Crew, wenn die Leute nicht zu groß gewachsen sind. Segelt sehr gutmütig und ist auch bei "viel" Wind gut zu halten. Segelt allerdings bei Welle ziemlich "naß" im Vergleich zu anderen Booten - die Knickspantform wirft deutlich mehr Spritzwasser auf als z.B. der Rundspant einer H-Jolle. Kommt beim Aufkreuzen auch in schmalen Kanälen nach den Wenden gut wieder in Fahrt, selbst wenn mal eine Wende vergeigt wurde. Mast leicht und rasch zu legen und zu setzen (Brückendurchfahrten in Holland!). Raumschots durch Rumpfform und Gewicht (von Ballast UND Rumpf...) allerdings nicht besonders schnell, da sie praktisch nicht ins Gleiten kommt (wir segelten allerdings damals auf einem älteren Holzschiff; kann bei den neuen Kunststoffschiffen anders sein).

Zum Trailern brauchst Du wegen ihres Gewichts allerdings einen Zugwagen, der gebremst mindestens 850 - 900 kg ziehen darf. Und da die Valk einen festen Kiel hat, wirst Du normalerweise zum zu-Wasser-gehen einen Kran nehmen.

Auch beim Ankern hat der feste Kiel Nachteile - Du wirst vor unbefestigten (Strand-)Ufern das Heck kaum nah genug ans Ufer verholen können, um einigermaßen trockenen Fußes an Land zu kommen. Wenn Du ankern willst, solltest Du hierfür also ein mindestens "Badeboot" als Beiboot einplanen.

Insgesamt ist die Valk aber ein wirklich gutes und zuverlässiges Wanderboot.


Hoffe meine Tipps helfen Dir ein wenig.



--
Mast- und Schotbruch, Gerald

Selliner
18.12.2004, 00:47
Wie dicht verstehst du Campingplätze?

Als Reviere: Rügen und Boddengewässer, Mecklenburger Seenplatte und Havel, Friesische Seen.
Zu achten is auf nicht zu viel Gepäck im Boot wegen dem Trimm und dem Wasser übernehmen, Alles wasserdicht zu verpacken, was nicht naß werden darf. Ausreichend Mückenschutz dabei haben, Nicht Probleme mit Naturschutzgebieten. Denn sonst kann man überall eine Nacht zelten. Gute Anker nicht vergessen.

Campingplätze gibt es auf Rügen und umgebung genug.
Aber eben nicht immer mit Anlandemöglichkeiten, aber wie gesagt. Zelt am Strand geht auch.

offene Jollen und Kajüten. Kajüten immer nen trockenen Schlafplatz im Boot. Ansonsten schwerer und träger. Auch läd man in die Kajüte und macht den Kahn Kopflastig. Ist aber eben mit Kajüte bequemer.

Geeignete Boote gibt es viele. Wie auch die ixylon. Kimmschwerter haben schon ihre Vorteile mit dem geringen Tiefgang ausreichender Größe (5,10 x 1,85 x 0,2 bis 1m, Cockpit 2,30 x0,80 bis 1,30m, kein störender Schwertkasten), aber immer noch handlich genug um in kleine Buchten und auf den Strand zu kommen. etwa wie hier: http://www.yachtrevue.at/forum/album_mod/upload/87ca67960e268946ff006ccfd4b6bc95.jpg

Selliner
18.12.2004, 01:30
Original von Agena:
Moin Putti,

`n paar Tipps ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

[quote]
Original von Putti:
...
Platz reicht in den entsprechenden Jollen meist für `ne Zweier-Crew (Ausnahme Ixylon - zwischen den Schwertkästen der Kimschwerter ist knapp ein Meter freie Breite, das ist für zwei einigermaßen Erwachsene `n büschen knapp...);
--
Mast- und Schotbruch, Gerald



Da muß ich wiedersprechen.
Achtern vom Schwertkasten sind ungefähr 1,30m Breite Platz. Das ist mehr als genug. Für die Füße sind 80 cm ausreichend. Das hast manchmal nicht mal auf 10 Meterschiffen im Vorschiff als Fußraum.
Außerdem ist ein Schwertkasten störend für eine romantische Bucht. ;-)
Traveller ist versenkt im Cockpitboden. Damit ergibt sich ein großes Glattes Cockpit. Man schläft mit dem Kopf nach achtern.

Der Pirat ist nicht größer als ne Ixylon. Und wieviel Platz ist (auch auf anderen Einschwertjollen) zwischen Schwertkasten und Bordwand bzw wieviel Beinfreiheit hat man da?

Desweiteren is, trotzdem ich ne gute Komplettpersennign habe, das übernachten im Boot nur eine Notlösung. Ich bevorzuge das Zelt. Es gibt fast immer Spritzwasser beim Segeln mit ner Jolle. Und abends bekommt man das Boot nicht mehr hunderpro trocken unter der Persenning.

Lieber das Boot auf den Strand ziehen als schaukeln. Dann kann man bequem auf der Ducht sitzen während das Lagerfeuer neben dem Boot knistert.

Vorschiff ist auf der Ixy auch offen. Da kommt nur Wasser rein, wenn schon ein paar cm im Boot stehen oder man kenntert. Aber es gibt ja auch noch einen sehr großen Wasserdichten Stauraum achtern. Da kann der Grill und das Bier im Vorschiff zur not auch mal nen tropfen wasser ab.

Als wichtig und inzwischen unentbehrlich finde ich nen scharfes Beil.
Ich habe das kleine Beil von Fiskars. Die kleine Campingaxt. Einfach Super mit dem Kunstoffstiel.
Damit konnte man auch den Verzinkten Pflock in die Erde hauen. Als Landverankerung.
ANker hab ich nen 3,5 Plattenanker, der mich noch ie im Stich gelassen hat. Aber eben meist mit den Rollen aufs Ufer gezogen.

Für die Navigation hat sich als Karte die kleinen Karten von Hydro &Geo oder von die aus dem DK verlag als ausreichend erwiesen. Die Land und Seekartenführer. Gut es stehen keine Kennungen drin, aber die Tonnen. Für die Sichtnavigation völlig ausreichend. Klein und paßt in die Innentasche des Ölzeugs. Bzw in ein kleine Wasserdichte Kartentasche. Wie die zum Wandern. http://www.hansenautic.de/eumhh-cgi/shop/search.cgi?user_id=6919&database=books.txt&template=best.htm&0_option=1&0=12049

Tomtiger
06.01.2005, 17:24
Hallo, hab früher oft so ein Wandersegeln in Holland durchgeführt.
Boote waren gechartert, meist BM und Valk.
Das Revier in Westfriesland ( Sneeker Seenplatte )
ist absolut ideal dafür.
Man kann fast überall campen und anlegen, und die Versorgung ist gut, in den Städten kann mann fast mit dem Boot beim Aldi vorfahren.
Teilweise sind die Boote mit Persenning, so daß man darin schlafen kann( Rettungswesten unterlegen )
Die Boote sind gafelgetakelt und haben kleine Besonderheiten hinsichtlich des Reffens, die man sich vorher mal
zeigen lassen sollte.
Empfehlenswert, aber nicht Bedingung ist ein Außenborder,
da es in einigen Kanälen eng ist , oder einige Wasserstrassen nur mit Stand-by Motor benützt werden sollten.
Das Sneeker Meer baut bei viel Wind eine unangenehme Welle auf, man sollte einen Spritzschutz oder Wellenbrecher haben, da sonst beim Aufkreuzen das Boot vollläuft.

Viel Spaß Thomas

Segelgrufti
07.01.2005, 12:43
Original von Tomtiger:
Hallo, hab früher oft so ein Wandersegeln in Holland durchgeführt.
Boote waren gechartert, meist BM und Valk.
Das Revier in Westfriesland ( Sneeker Seenplatte )
ist absolut ideal dafür.
Man kann fast überall campen und anlegen, und die Versorgung ist gut, in den Städten kann mann fast mit dem Boot beim Aldi vorfahren.
Teilweise sind die Boote mit Persenning, so daß man darin schlafen kann( Rettungswesten unterlegen )
Die Boote sind gafelgetakelt und haben kleine Besonderheiten hinsichtlich des Reffens, die man sich vorher mal
zeigen lassen sollte.
Empfehlenswert, aber nicht Bedingung ist ein Außenborder,
da es in einigen Kanälen eng ist , oder einige Wasserstrassen nur mit Stand-by Motor benützt werden sollten.
Das Sneeker Meer baut bei viel Wind eine unangenehme Welle auf, man sollte einen Spritzschutz oder Wellenbrecher haben, da sonst beim Aufkreuzen das Boot vollläuft.

Viel Spaß Thomas




Kann ich bestätigen. Sneek/Heeg in Kombination BM Jolle
kommt gut. DAS klassische Jollenrevier überhaupt in NL.
Das mit dem volllaufen der Jolle beim aufkreuzen auf den
Friesennerzen MEEREN halte ich allerdings für ein Gerücht.
Hatte ich noch nie. Was machte ich falsch?:-))

In Roermond (NL) gibt es übrigens ein weiteres Jollenrevier.
Da werden verschiedene (ehemalige?) Baggerseen duch den Fluß
Maas miteinander verbunden. Gibt Leute die schwören darauf.
Hatte selbst da mal eine Jolle liegen. Verdammt lang her......
Aber kein Vergleich mit Heeg/Sneek. NIEMALS. Von den Wind-
verhältnissen sowieso nicht.

Süd NL mit Veerse MEER und Grevelinger MEER und Volkerak
geht auch. Ist auch seglerisch anspruchsvoller. Landschaftlich
auch reizvoll (z.B. Veere absolut sehenswert - obwohl, eigentlich
haben die nur sone alte Burgkulisse und son uralten Dom aber in
der Saison geht in dem Freiluftlokal oberhalb des Stadthafens
voll und bei die Luzie up und Hafenkino direkt vor dem Pilsje
wenn der (kleine) Hafen mal wieder proppenvoll ist vom feinsten).
Obwohl, soviel Kuhmist wie in Friesland gibt es natürlich nicht.
Deswegen geht nullkommanix über Sneek/Heeg. Aus meinen
beschränkten Geruchskenntnissen:-)

Will man es mal auf rischtischem MEER versuchen geht man besser
nach Scheveningen, Bergen aan Zee oder belgische Küste.
Letzteres besonders zu empfehlen Knokke-Heist oder Oostende.
Zumeist wird dort aber Cat gesegelt. In De Haan gibt es auch eine
große Catgemeinde. Gibt allerdings auch (relativ) viele Laser.
Aber eher nix füer BMer. Obwohl, in Nieuwpoort
gibt es sone Art Segel Internat. BLOSO. Die bilden auf großen Jollen aus. Ich glaube, sind auch Kutterjollen dabei.
Und in Oostende liegen im RNSYC auch (relativ) viele schöne
Drachenboote.

Aber Kuhmistgeruch ist eher selten. Dafür der schöne Geruch wenn Ebbe ist. Alles auf einmal geht halt nicht. Will man letzteres guggt man zur einführung mal hier:
http://www.rbsc.be/

Have FUN
Grufti

Putti
07.01.2005, 19:33
Roermond wäre von der Entfernung her optimal, da bin ich `ner guten Stunde.
Wenn man da einen VB-Jollen oder Valken-Verleiher finden würde...

Friesland hab ich bis jetzt nur einige wenige male mit `nem Kleinkreuzer gemacht (als Ausweichziel bei zu viel Wind), war aber bei 1,20 Tiefgang nicht so lustig, stell ich mir aber mit einer Wanderjolle richtig gut vor.
--
Gruss Putti

Ossibaer
07.01.2005, 20:56
Hallo,

ich fand das Revier mit den Plastikfalken um das Sneeker Meer ganz gut. Man kann auch zusätzlich zur Persenning noch Minizelte mitnehmen, da meist an den Liegeplätzen auch Zeltmöglichkeiten vorhanden sind.
Vorteil der Valken ist die Stabilität und Cockpitgröße, durch den Kiel ist der Innenraum auch groß genug. Für die Touren um das Sneeker und das Heeger Meer habe neben dem Klappspaten (für das große Geschäft am einsamen Anlegeplatz) einen wasserdichten Sack und einen zweiflammigen Campingkocher mitgenommen, den konnte man prima unterbringen und gut verstauen. Am sinnvollsten sind wasserdichte Säcke (Kanuzubehör von Vaude oder Tatonka Barrel) oder ganz einfach in die Nylontasche einen blauen Müllsack oder zwei stecken und dann mit einem großen Tiefkühlclipverschluß schliessen.
Ich fand neben Start Eiland im Sneeker Meer auch Langweer und Sloten ganz nett, Heeg ist was für eine Mittagspause zum Pannekoekenessen. Die Waschhäuser in den Häfen entsprechen meist dem Campingstandard. Die Duschen sollte man möglichst am Abend nutzen, morgens stand ich schon mal unter kalter Dusche, weil der Warmwasserspeicher gerade noch nachheizte.

Ein schöner Platz ist auch das Zeilcafe Rufus
www.rufus.nl

Das Revier um Sneek hat den Vorteil, dass man je nach Windlage segeln kann, da man ja fast im Dreieck nach Heeg über Sloten und Langweer segeln kann. Deshalb braucht man auch nicht unbedingt einen Motor, da man ja nicht unbedingt lange Strecken kreuzen muß.
Auf den Wegen der Berufsschiffahrt und in den Schleusen darf man nicht segeln.
Die Ausstattung der Valken ist unterschiedlich. Bei einigen sind nicht mal Curryklemmen zum Belegen der Schoten vorhanden, bei anderen sind Rettungswesten unterschiedlicher Qualität vorhanden.
Prüfen sollte unbedingt die Befestigung der Vorschiffsluke, meist muß der Vermieter doch noch den Verschluß nachbessern. Bei einigen Vermietern sind AB-Motore entweder teuer oder nur in geringer Zahl zu erhalten. Bei kleiner Besatzung kann ein AB durchaus Streß vermeiden helfen.
Was Du meist auf den Kanälen brauchst, ist auch die Bootsstange, die beim Festsitzen im Schit zum Staken und Abstoßen gebraucht wird.
Für die Gegend brauchst Du eine Wasserkarte über die Friesischen Wasserstraßen.

Die Valken habe ich gerne zur Ausbildung beim Wandersegeln genutzt, die Schiffe sind stabil und einfach zu segeln. Man kann auch Anfänger an die Pinne lassen. Meiner Meinung sind aber zwei Leute im überdachten Cockpit genug. Übrigens habe ich meist vier bis fünf leere Marmeladengläser dabei, die geben mit Teelichtern ein schönes Licht und Wärme unter der Persenning und die weiblichen Matrosen schmelzen ob der Romantik dahin.

Tomtiger
08.01.2005, 01:01
Da kann ich mich meinen Vorrednern nur anschliessen.
Die Valken ubd BM´s sollten nur mit max 2 Leuten zum Schlafen benutzt werden, außer mann hat ein Modell, wo vorne und hinten alles durchgängig ist.
Zelt mitnehmen und aufstellen ist aber nirgendwo problematisch.
Tip füe Wasserdichte Säcke: Hein Gericke oder Polo Motorradzubehör.
Die Säcke sind den Paddelsäcken ebenbürtig, kosten aber viel weniger.Ebenso viel anderes brauchbares ( Wasserdichte Ausweishüllen etc.)Das Klappspatenklo haben wir auch immer gern benutzt.
Bei BF 5-6 gegenan baut sich auf dem Sneeker Meer eine kurze Welle auf, die bei uns immer munter übers Vorschiff ins Boot reinlief.Ohne Spritzschutz ist der Vorschoter dann im Dauerschöpfeinsatz.
Heute sind wohl nur noch Polyvalken zu kriegen,die Qualität und Aussattung ist oft sehr unterschiedlich.
Wir haben mit de horse gute Erfahrungen gesammelt, ich hatte früher auch in Grouw gute Boote bekommen.
Die großen Wasserstrassen ( Prinz Margret etc.) dürfen wohl besegelt werden unter Beachtung der KVR, nur ein Motor muß standby sein, d.h. es sollte ein Außenborder sein, der auch zuverlässig anspringt.Meiner Meinung nach sollte man einen nehmen, wenn die Besatzung noch nicht so ganz erfahren ist, da es in Kanälen beim Aufkreuzen oder beim Durchfahren von Brücken unter Segel schon etwas haarig werden kann. Bei meheren Booten reicht einer( Faustformel : Für 3 Boote einen AB.
Der große Vorteil dieser Boote ist, daß selbst während der Fahrt unter Segel schnell der Mast gelegt werden kann, während man mit KAJÜTBOOTEN oft abends vor einer Brücke campen darf, da sie nicht mehr geöffnet wird.
Überlebensnotwendig ist die Karte vom Touristikverband speziell für dieses Revier,am besten zur Vorbereitung schon hier holen.

Gruß Thomas

lalalarsen
09.03.2005, 22:26
Hallo Putti,

ich kenne da einen Verleih in der näheren Umgebung von Roermond - schau mal unter http://www.sailcenterlimburg.com/


Gruß
Lars

Putti
10.03.2005, 21:55
Original von lalalarsen:
Hallo Putti,

ich kenne da einen Verleih in der näheren Umgebung von Roermond - schau mal unter http://www.sailcenterlimburg.com/



Gruß
Lars



Danke Lars, genau was ich suche.
--
Gruss Putti

Neptun415
28.04.2005, 22:22
Ich würde Dänemark vorschlagen. Und zwar den Limfjord. In vielen kleineren Yachthäfen dort kann man zelten (z.B. Jegindö, Lögstör, die dänischen Seepfadfinder tun das), oder an bestimmten Stellen (Revierkarte) einfach am Ufer. Dänemark ist neuerdings preiswert (außer Alkohol&Mineralwasser), es gibt Aldis, Wind von Mai bis Anfang Juli, dann Sommerflaute mit teilweise viel Hitze, danach fangen praktisch schon die Herbststürme mit tagelang bis 8 Bft an. Es gibt auch Campingplätze direkt am Wasser oder FeWos, teilweise mi eigenem Steg, z. B. in Doverodde(Super Basiscamps- bei Schlechtwetter LAN-Party). Es gibt Flachwasserbereiche (z.B. eine Aufweitung des Kanals vor Aalborg) wo sich Jollen ungestört tummeln können. In Struer liegt die Jugendherberge direkt am Wasser(wenn ich mich recht entsinne)im Yachthafen. Das Nachtleben dort ist fast so gut wie in der Uni-Stadt Aalborg. Alles ist klein und per Fussmarsch erreichbar.

[ Dieser Beitrag wurde von Neptun415 am 28.04.2005 editiert. ]

sash
19.05.2005, 23:34
4. Welche Boote eignen sich?

Meiner Meinung nach eignet sich die Bootsklasse Seahorse/ Sailhorse(6m lang 2m breit) sehr gut zum Wandersegeln. Durch den Hubkiel kann man das Boot auch problemlos Trailern. Mit 3 Personen und Gepäck kann man auch noch gut übernachten.

Gruß sash