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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Reviertipps für Charter mit Familie ?



FRASIT
13.10.2006, 15:08
Hallo,
ich möchte im nächsten Jahr (September) mit meiner Familie (Frau und 2 Töchter, 7 und 10 Jare alt) sowie einem befreundeten Pärchen, also in Summe 6 Personen, zum ersten mal selbst chartern. Ich selbst habe schon einige Ausbildungstörns / SKippertrainings im Mittelmeer mitgemacht, aber bisher noch nicht selbst gechartert.
Könnt Ihr mir Tipps geben für ein geeignetes Revier, als 'Charter-Anfänger' mit Familie?

Danke vorab
Frank

Spilia
13.10.2006, 16:10
Hallo Frank,

das ionische Meer in Griechenland ist sehr gut für einen Familientörn geeignet

Geier
13.10.2006, 16:49
Kroatien ist auch zu empfehlen. Kaum Tiden oder Strömungen , Navigation auf Sicht, gute Betonnung, kurze Distanzen, attraktive Törnziele, ordentliche Infastrukur. Im September sind die Aussichten auf gutes Wetter hoch (Starkwind ist möglich - sowohl Bura als auch Jugo -, aber zuverlässige Wettervorhersagen sind gut erhältlich). Von Deutschland aus unproblematisch mit dem Auto erreichbar (Ich würde für eine Familie trotz der längeren Anfahrt einen Törn in Süddalmatien, etwa ab Trogir, empfehlen). Die im Forum häufig zu lesende Kritik an Kroatien als Segelrevier kann ich aus eigener Erfahrung --nicht-- bestätigen.

charterpartner
13.10.2006, 16:59
Hallo

guck mal

diesen post (http://forum.yacht.de/showthread.php?t=87136)

an, dort ist diese Frage sicherlich breit beantwortet ;-)

Grüße
Ha (http://www.spanienyachtcharter.de)ns

Morski
13.10.2006, 17:06
Mit Verlaub rate ich von den Ionischen ab : im Vergleich zu Kroatien ist es das anspruchsvollere Revier, insbesondere wenn Du auf der Westseite entlang segelst, das uebliche Festmachen vor Buganker ist mit einer unerfahrenen Crew sicher schwieriger, als das kroatische Muringsystem und schlussendlich ist die Marinadichte geringer. Gerade von Deiner mehrheitlich weiblichen Besatzung werden taegliche Toiletten- und Duschanlagen, die nicht schwanken mit Sicherheit hoch angerechnet.

In Kroatien wuerde ich mich von den bekannten Boraschneisen fernhalten, da findest Du gute Infos, z.B. bei http://www.skippertipps.de/

Viel Spass

Ziggi1
13.10.2006, 19:33
Hallo Frank,

da du ja deinen Ausbildungstörn im Mittelmeer absolviert hast, wäre es doch ideal auch in diesem Gebiet zu chartern, da du dich dort einwenig auskennst. Ansonsten finde ich als einsteiger Revier Mallorca ideal. Kaum Betonnung, kaum Untiefen, viele Häfen, einfache Anreise.

Gruß
Torsten Ziegler
www.dreamcharter.de

charterpartner
13.10.2006, 19:39
Mit Verlaub rate ich von den Ionischen ab : im Vergleich zu Kroatien ist es das anspruchsvollere Revier,


naja - gar so doof ist er ja nicht, er hat ja gesagt, daß er schon öfters "CoSkipper" war, also ein wenig Selbstvertrauen schadet nicht (bei allem Verständnis für Badewannensegeln zwischen den in der Tat daher sicherlich geschützteren kroatischen Inseln *g*



insbesondere wenn Du auf der Westseite entlang segelst,


na- was will er da? Die seglerisch interessanteren Plätze sind doch "innen" bzw. s-lich und e-lich...



das uebliche Festmachen vor Buganker ist mit einer unerfahrenen Crew sicher schwieriger,


Übung macht den Meister - wann soll er es lernen? Ankern gehört dazu...und nur eine Crewm, die ständig übt, wird im Streß auch bestehen... das heißt ja nicht, daß man Harakiri-Aktionen machen soll, einfach mal fordern ...sich selbst, und die anderen fördern..so wächst eine Crewfamilie zusammen oder eine Familiencrew...



als das kroatische Muringsystem und schlussendlich ist die Marinadichte geringer.


also nix gegen Kroatien, es hat seine Vorzüge, aber ich persönlich finde die Marinadichte eher störend, das sind ja alles Schiffsparkhäuser.. mir würde davor grausen, jeden Abend in eine Marina zu MÜSSEN (hatte die kroatische Tourismusministerin ja mal als Gesetz vorgesehen, klappte zum Glück nicht)
Murings mögen bequem sein, und - bei Starkwind, zugegeben - fühlt man sich sicherer, als vor Anker, aber den Starkwind will er ja gerade meiden ;-)



Gerade von Deiner mehrheitlich weiblichen Besatzung werden taegliche Toiletten- und Duschanlagen, die nicht schwanken mit Sicherheit hoch angerechnet.

oller Chauvi *lol*

Und moderne Segelyachten haben doch Duschkabinen... ja, ich weiß, Manche mögen das nicht so gerne, ist "so eng" (??haben die zu Hause Tanzpaläste als Duschkabinen?) , es geht nicht in der Bucht oder Hafen wegen Wasserverschmutzung und und und... in der Tat sind (Land-)Duschen bei weiblichen Cremitgliedern sehr beliebt... aber ich kenne auch viele, die durchaus mit den Bordmitteln klarkommen.



In Kroatien wuerde ich mich von den bekannten Boraschneisen fernhalten, da findest Du gute Infos, z.B. bei http://www.skippertipps.de/
Viel Spass

sicherlich ist Kroatien ein in Frage kommendes Revier, wenn man die Vorgaben anschaut, würde ich aber bestenfalls das südliche Kroatien (Trogir/Split/Dubrovnik) empfehlen .
Trotzdem würde ich durchaus auch andere Gebiete einbeziehen, lediglich die Kykladen und Elba/Korsika ist wegen zu starker Windgefahren zu meiden, aber auch das sonstige Wetter ist halt im September im westlichen MM und der nördlichen Adria schon wechselhafter, als südöstlicher

Beispiel: vor ein paar Tagen war ich in Split - bis Istrien war es ziemlich kühl und regnerisch, ab ca. Senij lief alles in der Badehose rum... und diese Wetterfronten variieren halt im Frühherbst schon... wer sicher gehen will, muß sehr südlich oder eben südöstlich segeln.

Gruß
Hans

JoeCool
15.10.2006, 01:21
Sardinien.

Sail_2_live
16.10.2006, 11:48
Hallo Frank!

Du solltest auf jeden Fall die Côte D'Azur in deine Überlegungen mit einbeziehen.

- September ist vom Wetter her (normalerweise) ideal dort.

- Sehr große Auswahl an Charterschiffen aller bekannten Hersteller.

- Perfekte Infrastruktur, nicht nur maritim, sondern auch medizinisch etc...

- Viele Häfen sind gewachsene Ortszentren (Marseille, Cassis, Sanary sur Mer, Bandol, St. Mandrier, Le Lavendou, St. Tropez, St. Maxime, Cannes, Nizza,....) und haben entsprechendes Flair.

- Gut mit dem Auto erreichbar. Super Autobahn (mautpflichtig) bis vor die Haustür.

- Problemlose Versorgung.

- Auch an Land viel Sehns- und Erlebenswertes (Mountain Bike fahren z.B. in Porquerolles, Skaterbahn z.B. in Frejus, Rummelplatz z.B. in Cogolin/Port Grimaud und Frejus,....).

Aber mal unabhängig vom Revier, ich weiß nicht, wie es mit dem Segelinteresse bei deinen Töchtern bestellt ist. Wird das denen nicht langweilig? Vielleicht solltest du nach einen Flotillentörn suchen, bei dem noch mehr Familien mit Kindern dabei sind. Das hat zwar schon was vom "Neckermann-Image" und man hat nicht mehr die total freie Wahl von Route und Zeiten, aber die Kinder haben sicher mehr Spaß, wenn sie abends nach dem Segeln einige Altersgenossen treffen. Und als Skipper-Neuling gibt einem die Gruppe der Flotille etwas mehr Sicherheit, als wenn man gleich ganz auf sich alleine gestellt ist. Das nur als Anregung.

Wie du dich auch entscheidest, ich wünsche euch allen einen schönen Törn!

Liebe Grüße,

Thomas.

Manitoba
17.10.2006, 12:19
Natürlich die Côte! Was sonst. Da hat Freund Sail 2 live vollkommen recht. Superwetter, perfekte Infrastruktur in den Häfen, an Land alles, was das Herz begehrt. Die Bordfrau wird sich auch gleich an Bord wohlfühlen, denn die Charterbasen sind perfekt ausgestattet und die Situation an Land ebenfalls super. Natürlich ist der Spaß immer ein bisschen teuer. Südfrankreich ist halt kein Dritte-Welt-Land. Falls der Betreffende mehr Infos benötigt: Melde dich.

Manitoba

Sail_2_live
17.10.2006, 12:59
Hallo nochmal!


Ich will das mit den Preisen an der Côte D'Azur mal etwas relativieren. Ich war vor zwei Wochen dort und ein Kollege von mir war letzte Woche in Kroatien. Der hat für ein kleineres Schiff im Schnitt etwa doppelt so viel Hafengebühr bezahlt als ich an der Côte D'Azur. Und das bei ehem bescheidenen Service-Level.

Wenn man sich an der Côte D'Azur selbst versorgt, dann lebt man auch nicht teurer als in Deutschland. OK, Bier ist extrem teuer, dafür ist der Wein besser und billiger. Frankreich ist halt ein Wein-Land. Ich empfinde die Côte D'Azur nicht als überteuert, da ist Segeln in Italien deutlich teurer. Und auch die Balearen sind (bis auf den Alk) nicht billiger. Bei den Charterpreisen sogar noch teurer.

Nur Monaco sollte man meiden, wenn man keinen Geldscheißer dabei hat ;-)


Liebe Grüße,

Thomas.

HR26
17.10.2006, 20:54
Gerade ist das Buch Traumreviere für Chartersegler (http://www.yacht-buch.de/info.php?id=1317). Ich könnte mir vorstellen dass das für eure Revierauswahl ganz interessant sein könnte. Die bekanntesten Charterziele im Med sind zumindest drin.

woja
17.10.2006, 22:05
Hallo Frasit,

war gerade im September selber in Kroatien, kann ich nur weiterempfehlen.
Erst war ich auch etwas skeptisch wegen der Bürokratie von der man immer liest, aber das hat sich bei mir nicht bewahrheitet.
Die Betonnung ist gut, auf die Karten ist verlass, verlässliche Wetterberichte gibts in jedem Hafen, und die Infrastruktur ist sehr gut.
Und wenn du nicht hinfahren willst, ist Split mit Germanwings kostengünstig zu erreichen. Den Transfer vom Flughafen zur Marina solltest du am besten vorher mit dem Vercharterer klären, die bekommen meist gute Tarife bei den Taxiunternehemen. In unserem Fall mit 6 Personen je 10 Euro für 35 Kilometer.

Gruß Woja

chili
20.10.2006, 15:40
hallo

bei diesen ausgangskonditionen EINDEUTIG das ionische meer und da dann aber gleich mit lefkas als ausgangsstation (korfu hat den nachteil, dass du, wenn du in ein gescheites revier willst, sowieso erstmal nach lefkas musst.... dafür ist korfu flugtechnisch leichter zu erreichen...)
und was den einwand westseite betrifft.... muss ich hans recht geben.. what the hell sollte er denn DAA??? neinnein... ab lefkasstadt den kanal runter und er ist mitten drin im tollsten geschützten revier

mir stellen sich die nackenhaare, wenn für eine unerfahrene FAMILIENcrew die balearen (in der zeit lässt die gota friá schön grüssen.....) empfohlen werden.
klar hats einige häfen, die aber auch zumeist voll.. nix schöner, als mit müden kiddies und genervten müttern in einen vollen hafen einzulaufen und wieder rauszudürfen....
von den preisen ganz zu schweigen. einziger vorteil: die unbestritten einfache erreichbarkeit.

südfrankreich wär mir für eine anfängercrew der mistral, kroatien die bora ein dorn im auge....
kann gut sein, dass ich hier übervorsichtige tips abgebe, aber ich denk halt eher an die kiddies als an den spass des skippers .... ;-)

HeBi
20.10.2006, 16:48
Hallo zusammen,
auch ich meine Ionien Sea ist das beste Anfängerrevier. Konstanter Wind, weniger Gewitter, im Septemper (Mitte -Ende) wenige Schiffe in den Häfen. Freundliche und nicht so bürokratische Leute. Mit Anker anlegen finde ich sogar unkomplizierter und Stressfreier als mit Muring. Anker raus und rückwärts fahren und wenn es nicht passt am Anker wieder vorziehen. Bei Murings muß Du erst einmal einparken. Eigentlich hat Chili schon alles geschrieben.
HeBi

FRASIT
23.10.2006, 17:21
Vielen Dank für die guten Tipps und Ratschläge, ich werde mir den Winter über nun mal Gedanken machen, Revierführer wälzen, Charterpreise vergleichen usw.

Südfrankreich wohl eher nicht, da hab ich selbst mal Erfahrungen mit dem Mistral gemacht, möchte ich meinen 3 Mädels derzeit nicht zumuten.

Tendezniell derzeit wohl Kroatien (kenne ich noch nicht) oder Ionisches Meer (Kenne ich etwas).

Nochmals danke für die Tipps, viele Grüße
Frank

Manitoba
25.10.2006, 09:50
Vielen Dank für die guten Tipps und Ratschläge, ich werde mir den Winter über nun mal Gedanken machen, Revierführer wälzen, Charterpreise vergleichen usw.

Südfrankreich wohl eher nicht, da hab ich selbst mal Erfahrungen mit dem Mistral gemacht, möchte ich meinen 3 Mädels derzeit nicht zumuten.
Tendezniell derzeit wohl Kroatien (kenne ich noch nicht) oder Ionisches Meer (Kenne ich etwas).

Nochmals danke für die Tipps, viele Grüße
Frank

Kapiere ich nicht.
Mistral gibt es in erster Linie im Golfe du Lion. Zugegeben, das ist auch kein Anfängerrevier. Aber östlich der Iles d'Or (Porquerolles, Port-Cros) wird er dank der Gebirgsketten immer schwächer, hinter Saint-Tropez ist er praktisch überhaupt nicht mehr zu spüren. Für mich bleibt die französische Riviera zumindest für eine Anfängercrew jedenfalls erste Wahl.

Manitoba

skipper_gus
31.10.2006, 15:40
Kapiere ich nicht.
Mistral gibt es in erster Linie im Golfe du Lion. Zugegeben, das ist auch kein Anfängerrevier. Aber östlich der Iles d'Or (Porquerolles, Port-Cros) wird er dank der Gebirgsketten immer schwächer, hinter Saint-Tropez ist er praktisch überhaupt nicht mehr zu spüren. Für mich bleibt die französische Riviera zumindest für eine Anfängercrew jedenfalls erste Wahl.

Manitoba

Habe ich vor Jahren in Cannes gesehen. Drei Tage eingeweht und viele zerrissene Segel auf den SY. Also bläst der Mistral da auch noch.

Gruß
skipper_gus

PS (Änderung/Ergänzung)

Ich würde mit einer Anfängercrew nach Kroatien (ab Zadar südlich) fahren. Die Gründe sind vorher schon genannt.

Manitoba
02.11.2006, 12:33
Habe ich vor Jahren in Cannes gesehen. Drei Tage eingeweht und viele zerrissene Segel auf den SY. Also bläst der Mistral da auch noch.

Gruß
skipper_gus

PS (Änderung/Ergänzung)

Ich würde mit einer Anfängercrew nach Kroatien (ab Zadar südlich) fahren. Die Gründe sind vorher schon genannt.

Hallo, Skipper Gus,

das mit den angeblich vom Mistral zerrissenen Segeln in Cannes musst du einem Laien wie mir mal näher erklären. Du weißt, wie Mistral entsteht? Ein Tief über Norditalien und ein stabiles und kräftiges Hoch über der Biskaya. Hierbei wirkt das Zentralmassiv westlich der Rhone quasi wie ein 'Leitblech', wobei die Mittelgebirgszüge der Baronnies, der Mont Ventoux, das Luberon und Les Alpilles (die sog. 'kleinen' Alpen') im Osten diesen Düseneffekt verstärken. Gefährlich ist der Mistral im Bereich der Rhonemündung und westlich (Flachland, z.T. Nord-Süd-Küstenverlauf) bis in Höhe der Pyrenäen. Im Osten blocken die Hügel des Massif des Maures und das Esterelmassiv die Winde immer stärker ab. Zugegeben, in Höhe von Saint-Tropez kann der Mistral noch ganz schön heftig blasen. Ein Hochkreuzen durch den Golfe de Saint-Tropez wird zu einer nassen Angelegenheit bis zuweilen sogar unmöglich. Auch in der Baie de Saint-Raphael ist er je nach Intensität aber in deutlich abgeschwächter Form zu spüren. Spätestens jedoch das nun folgende Esterelmassiv macht dem Mistral endgültig den Garaus. In Höhe von Cannes noch von Mistraleinfluss zu sprechen, halte ich für schlichtweg übertrieben.

Ich bleibe dabei: Die Cote d'Azur ist das optimale Anfängerrevier für Leute, die ihre Kenntnisse aus dem BR-Scheinkursus risikolos in die Praxis umsetzen wollen. Hüten muss man sich vielmehr vor den zuweilen rasch und heftig auftretenden Südostwinden. Ich habe mich in meinen Anfängerjahren mal mit einer Jeanneau Fantasia (so ein 8-m-Bötchen konnte man seinerzeit tatsächlich in Südfrankreich chartern) beim Auslaufen aus Port de La Rague bei Südostwind dermaßen in den Wellen 'verbolzt', dass ich fünf Kabellängen vom Hafen entfernt wieder umkehren musste.

Ich kenne die Cote seit nunmehr 20 Jahren. Mistral habe ich zwischen Saint-Raphael und Menton noch nie erlebt. Wie auch. Das ist geophysikalisch gar nicht möglich.

Manitoba