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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Innengewinde in GFK verankern??



diejul
08.01.2007, 18:04
Hallo,

wir haben ein kleines Problem mit der Gräting in unserm Cockpit.
Die Gräting besteht aus mehreren einzelnen Elementen, wo Holzleisten auf flache Metallstreifen aufgeschraubt ist.
diese Teile wurden bisher mit Blechschrauben oder durchgehenden Maschinenschrauben+Mutter auf den Sitzflächen befestigt.
Da die Löcher im GFK mit jedem Lösen der Schrauben nicht besser werden und nicht mehr richtig halten, wollen wir da etwas anderes einbauen um die Gräting festzuschrauben.
Wir haben gedacht, das man in die Löcher kleine Hülsen mit M3 Innengewinge einsetzt und mit Epoxy befestigt. Das Problem ist nur, wieviel Zugkraft so eine Konstruktion abkann, da durch die Federwirkung der Metallstreifen schon ein wenig an den Schrauben gezogen wird.
Hat jemand von Euch einen Idee, wie man die Teile auf dem GFK vernünftig festbekommt?
Gruß
Dietmar

nuessisegeln
08.01.2007, 19:03
M3 wäre mir zu lütt,es gibt verschiedene Hülsensorten ,welche man einsetzen kann ,aber am geeignetsten erscheint mit die Baumartktlösung . Obwohl ich grundsätzlich Baumarktmaterialien im Bootsbereich ablehne(hier nur als Beispiel genannt)Es gibt da olche hülsen mit so einem Zackenstern,welche man von hinten ins Holz einläst,bei festziehen zieht es sich dann rein und man kann immer schrauben,dieses Teil (wenn möglich niro) wenn es möglich ist von unten durch den Plichtboden durch und auch von unten zu laminieren ,oder großes Loch von oben und das Teil mit harz und Matte einsetzen,ich denke die dinger gibt es ab M4 bei Verbindungselementen Grüße Dictator

Oldman
08.01.2007, 19:25
Die mit dem "Zackenstern" sind Einschlagmuttern. Dann gibts noch Rampaschrauben bzw -muttern.
Beides wäre das Mittel der Wahl.
Nur leider wird es beide nicht in Niro geben (hab jedenfalls noch nie welche gesehen) und in der Normaleisen-Ausführung rosten die schneller als der Dietmar schrauben kann :D
Mir fällt dazu nur folgende Lösung ein:
Löcher in die Sitzflächen bohren. Dann von unten (hinten) zuerst eine Beilagescheibe und dann eine Mutter mit Epoxi hinkleben. (Epoxi zuerst andicken lassen)
Wenn das ordentlich gemacht wird, sollte das (fast) unbeschränkt halten.
Und wenn doch mal so eine Mutter wieder lose wird, dann kann man sie auch wieder ankleben.

CC3829
08.01.2007, 19:51
Was auch noch möglich ist wenn man von unten rankommt ist das unterlaminieren von einem Flachstahl. Dann von oben einfach die Löcher an den richtigen Stellen bohren und ein Gewinde einschrauben. Dann ist auf jeden Fall die Auflagen von der Gegenplatte recht groß und es ist keine Pfriemelei mit Unterlegscheiben und Muttern in die dann das Epox auch noch reinläuft und das Gewinde verklebt. Die Wahl welches Material du für den Flachstahl nimmst ist dir auch freigestellt.

Gruß Jan

johannesderzweite
08.01.2007, 20:10
hallo,
also mit dem Verkleben von Edelstahl mittels Epoxi hab ich bisher nur schwierigkeiten gehabt. Trotz anschleifen und entfetten hielt das nicht auf dem Edelstahl. Aber vielleicht gibt es da einen Trick, eine Vorbehandlung ?
Johannes

segelvolker2
08.01.2007, 20:29
Die mit dem "Zackenstern" sind Einschlagmuttern. Dann gibts noch Rampaschrauben bzw -muttern.
Beides wäre das Mittel der Wahl.


Wobei hier das Problem wäre, dass Rampaschrauben dazu neigen das Montageumfeld auszureissen - aber wie gesagt: eben nicht in Edelstahl, somit ungeeignet - auch Hohlraum Metalldübel scheiden leider aus dem gleichen Grund aus.....

grauwal
08.01.2007, 20:38
Tach diejul,
wenn Du von unten drankommst- siehe Oldman;
wenn nicht: ganz einfacher Kunststoffdübel, Spreizdübel, Pilzdübel, Kragendübel...Das sind welche, die sich beim Anziehen hinter der Bohrung aufpilzen, spreizen, kippen...Keine Korrosionsprobleme und gute Haltekräfte.
Bei Metalllösungen achte auf gleiches Material wie die Schraube wg. elektrochmischer Korrosion.
Und beim Epoxy: nicht eindicken lassen (wenn das Zeug teigig wird nicht weiter verarbeiten) sondern eindicken, z.B. Sägemehl, Baumwollflocken. Mikroballons...
viel Erfolg Franz

johannesderzweite
08.01.2007, 20:41
Hab gerade mal nachgeschaut,
also Einschlagmuttern und Rampamuffen gibtes sehrwohl in Edelstahl, kosten aber auch ein paar euronen, Mindestmenge meistens 100 Stk. Bei www.rampa.de
Johannes

segelvolker2
08.01.2007, 20:43
Tach diejul,
wenn Du von unten drankommst- siehe Oldman;
wenn nicht: ganz einfacher Kunststoffdübel, Spreizdübel, Pilzdübel, Kragendübel...Das sind welche, die sich beim Anziehen hinter der Bohrung aufpilzen, spreizen, kippen...Keine Korrosionsprobleme und gute Haltekräfte.
Bei Metalllösungen achte auf gleiches Material wie die Schraube wg. elektrochmischer Korrosion.
Und beim Epoxy: nicht eindicken lassen (wenn das Zeug teigig wird nicht weiter verarbeiten) sondern eindicken, z.B. Sägemehl, Baumwollflocken. Mikroballons...
viel Erfolg Franz

Sorry-da glaube ich schon dass es Korrisionsprobleme geben wird - ist meisst verzinkt - je nach Segelgebiet fängt dass dann schon ziemlich an zu "arbeiten" oder anders gesagt "rosten", da eine völlige Abdichtung nicht möglich ist und selbst das dauerfeuchte Klima diesem dann schon den garaus machen könnte....
Volker

bajou
08.01.2007, 21:00
Für ganz Verwegene kann man Rigipsdübel nehmen, die halten erstaunlich gut, sind aus Kunststoff und nicht wirklich teuer. Achtung: an einem alten Kunststoffstück üben, bevor man an das lebende Objekt geht.

http://www.tippscout.de/rigips-d%FCbel-verwenden_tipp_2892.html

segelvolker2
08.01.2007, 21:07
Nur ein wenig Problematisch mit dem Gewinde - keine besondere Zugfestigkeit - ansonsten: Rostet auf keinem Fall:)
Volker

medium3
08.01.2007, 23:12
Für ganz Verwegene kann man Rigipsdübel nehmen, die halten erstaunlich gut, sind aus Kunststoff und nicht wirklich teuer. Achtung: an einem alten Kunststoffstück üben, bevor man an das lebende Objekt geht.

http://www.tippscout.de/rigips-d%FCbel-verwenden_tipp_2892.html

An meinem Boot waren genau so teilweise sogar Beschläge befestigt, und das scheint etliche Jahre gehalten zu haben. Darf man eben nur nicht erzählen :D und dicht wars außerdem nicht, weswegen ichs dann doch geändert habe.

Ich hab die Löcher zulaminiert (feinste Matte + Epox) und mit Epoxspachtel glatt gespachtelt, danach dann das Gewinde direkt ins Laminat geschnitten. Und es hält bis heute (das sind jetzt drei Jahre).

segelvolker2
08.01.2007, 23:14
An meinem Boot waren genau so teilweise sogar Beschläge befestigt, und das scheint etliche Jahre gehalten zu haben. Darf man eben nur nicht erzählen :D und dicht wars außerdem nicht, weswegen ichs dann doch geändert habe.


Gut so!!!
Volker

nuessisegeln
09.01.2007, 00:15
Alles gute und richtige Antworten!Nur eine Bemerkung zum kleben von Nirostreifen.Ich habe mir so geholfen ,das ich möglichst viele Löcher in die zu klebende Fläche gebohrt habe ,durch diese habe ich dann Glasfaserfäden gezogen (Habe davon durch Zufall mal eine Rolle bekommen )zusätzlich eine Matte drunter und dann angeklebt ,darüber dann weitere Matten.So habe ich alle Püttins angeklebt Grüße

grauwal
09.01.2007, 15:03
Sorry-da glaube ich schon dass es Korrisionsprobleme geben wird - ist meisst verzinkt - je nach Segelgebiet fängt dass dann schon ziemlich an zu "arbeiten" oder anders gesagt "rosten", da eine völlige Abdichtung nicht möglich ist und selbst das dauerfeuchte Klima diesem dann schon den garaus machen könnte....
Volker
segelfolker, wie meinze dat?
Kunststoff: keine Korrosion! Und mit Metallen sind natürlich nur die beständigen gemeint, in der Regel Ms, Al, Niro-Stahl. Die korrodieren auch nicht wenn man sie nicht unsachgemäß miteinander verbindet.
Und was die Festigkeit angeht, so sind die Haltekräfte genau wie im Hausbau, die Dübel wissen nicht, dass sie au´m Schiff sind.
Gruß Franz

medium3
09.01.2007, 17:22
...die Dübel wissen nicht, dass sie au´m Schiff sind.
Gruß Franz

Es sei denn irgendein Schufft hat das den Dübeln erzählt :D kleiner Scherz. Und festdübeln klingt etwas unmaritim ;)

Bei mir waren die Curryklemmen für Spiachterholer (Tempest, 24 qm Spi), Niederholer und Spifall mit Dübeln im Deck fest. Und gehalten hats auch. Nur undicht war es eben, aber das könnte man wohl mit genug Sika oder Panthera vermeiden.
Das schöne ist eben, das man nicht von hinten ran muss.

elbemaritim
09.01.2007, 19:14
...man könnte natürlich das Gewinde auch direkt ins GFK einschneiden, dann muß man gar nicht erst irgendwelche Muttern etc. einkleben....

Oldman
09.01.2007, 19:34
Und du glaubst wirklich, daß das Material der Sitzflächen so stark ist, daß man da ein Gewinde reinschneiden kann? Das dann auch noch ein paar Jahre hält :eek: :confused:

medium3
09.01.2007, 22:47
Und du glaubst wirklich, daß das Material der Sitzflächen so stark ist, daß man da ein Gewinde reinschneiden kann? Das dann auch noch ein paar Jahre hält :eek: :confused:

Also wenn man da rüberlaufen kann ohne das man einsinkt sollte das klappen. Es können aber natürlich auch partielle Verstärkungen drunter sein, dazwischen wär das Material dann wohl zu dünn.
Aber wenns zu dünn für ein Gewinde ist, dann wird da auch keine Mutter oder Hülse ohne größeren Aufwand drin halten.

Muss es eigentlich unbedingt geschraubt werden? Oder soll das einfach nur auf den Sitzflächen halten?

elbemaritim
10.01.2007, 19:54
Und du glaubst wirklich, daß das Material der Sitzflächen so stark ist, daß man da ein Gewinde reinschneiden kann? Das dann auch noch ein paar Jahre hält :eek: :confused:

...habe schon öfters in GFK (mit teils nur 2-3mm Wandstärke) ein Gewinde eingeschnitten, hält bombig.....

Anemos15
11.01.2007, 17:05
Blindnietmuttern.

Schau mal hier

http://www.bollhoff.com/web/web.nsf/HTML/index_de.html