Warum kentert der nicht durch ?
Au weia, was hier auf der Seite liegt ist die Baunummer 1 des DF35 die man von fast allen Fotos und dem Promo- Videos kennt. Es sieht ganz so aus als wären die Beams gebrochen. Ich hätte so etwas nie für möglich gehalten. Das ist ein riesiger Rückschlag für alle Multihulls, entspricht dieses Bild doch all den Vorurteilen die man gegenüber diesen filigranen Booten aufbringt. Ich bin sehr gespannt auf die Ursache.
... für die stabile Lage des Trimarans ist, dass der vollgelaufene Backbord-
Schwimmer am Grund des Meeres aufliegt und das Schiff so nicht durch-
kentern kann. Bis zur Aufklärung des Falles darf weiter spekuliert werden.
schreibt das Forum-Mitglied DRAGON-FLY. Das ist eineDas ist ein riesiger Rückschlag für alle Multihulls, entspricht dieses Bild doch all den Vorurteilen die man gegenüber diesen filigranen Booten aufbringt.
eigenartige Sicht des Falles und nichts als Spekulation. Wegen eines sol-
chen Ereignisses werden potentielle Käufer von Katamaranen nicht mal
mit der Achsel zucken und ihr überzeugtes Kaufverhalten beibehalten.
[QUOTE=napoleone;740286]Eine Möglichkeit... für die stabile Lage des Trimarans ist, dass der vollgelaufene Backbord-
Schwimmer am Grund des Meeres aufliegt und das Schiff so nicht durch-
kentern kann. Bis zur Aufklärung des Falles darf weiter spekuliert werden.
QUOTE]
Wenn man kuckt braucht man nicht spekulieren, im rotem Kreis sieht man das Heck des Schwimmers.
pogo
Geändert von Ausgeschiedener Nutzer (07.10.2008 um 21:49 Uhr)
dem stimme ich zu.... nur weil einer ne rolle macht aendert sich ueberhaupt nichts.... sind immerhin jede Menge von unterwegs .. genau wie bei den Corsairs, da gibst auch hin und wieder mal ne rolle.... wird halt wieder aufgericht repariert ( saubergemacht) und dann gehts mehr oder wenig froehlich weiter .... also keine Panik
thor
p.s. in der Zwischenzeit sind hunderte von Monos abgesoffen ... leider natuerlich ohne Photo Opportunity , weil die jetzt alle hunderte von Metern unter Wasser liegen.......
Thor
Entspannt Euch. Alle Wasserfahrzeuge können kentern, wenn die Grenzen erreicht werden, also auch Trimarane.
Wo alle Welt nach "immer schneller", "immer höher", "immer weiter" schreit, da gibt es in Extremfällen auch Kenterungen und Zusammenbrüche.
Erst die sorgfältige Analyse der Zusammenhänge wird die wirklichen Ursachen für den Umfall ergründen und für die Zukunft Vorkehrungen treffen können. Deshalb sind Regatten wichtig, weil sie Schiffe und Mannschaften an ihre Grenzen führen und den Rahmen des Möglichen abstecken.
Schlimm wäre es gewesen, wenn es Menschenleben gekostet hätte. Dafür habe ich mit meinen dürftigen Sprachkenntnissen keine Anzeichen gefunden.
Ich erinnere mich noch an den gewaltigen Spektakel, den Ian Farrier veranstaltete, als "Magic Hempel" in den USA zusammenbrach, weil ein T-Terminal das Zeitliche gesegnet hatte. Auch Kurt Hughes und andere hängten sich mit dran und alle prügelten auf Dragonfly und die Erzeuger, vor allem um auf sich selbst und die eigenen Produkte aufmerksam zu machen. Heute wissen nur noch wenige davon.
Aber dieses Ereignis hat dazu geführt, dass meines Wissens so etwas nicht wieder passiert ist und dieses Bauteil richtig dimensioniert wurde.
Schnelle Trimarane, die Regatten segeln, sind vergleichbar mit Renngefährten der Straße und bedürfen einer entsprechenden nicht nachlassenden Aufmerksamkeit. Alle hart geforderten Bauteile sind immer wieder zu prüfen und in entsprechenden Intervallen bei Bedenken zu ersetzen, bzw. durch
Neukonstruktionen zu verbessern.
Besonders kritisch sind natürlich beams und ihre Anlenkungen. Werden sie zu stark dimensioniert, wozu man bei einer sechsfachen (üblichen) Sicherheitsanforderung neigt, sind sie einfach zu schwer und das Schiff zu langsam. Nimmt man Spezialfasern und entsprechende Harze in spezifischer Ausrichtung und Verarbeitung, steigen die Kosten erheblich. Die Grenzen sind einfach sehr eng für Zulieferer, Hersteller und Konsumenten. Auch die Vereinigung von Edelmetall und Laminat stellt hohe Anforderungen. Erstaunlich viele Mehrrumpfboote hatten und haben Probleme mit den beams.
Auch ein Trimaran kann, besonders bei der Baunummer 1 (ich vertraue hier der Aussage von Dragon-Fly) nicht perfekt sein. Das wird niemand erwarten, der auch nur geringe Einsichten in die komplizierte Statik und Dynamik dieser Gefährte hat.
Aber ich bin sicher, dass das aktuelle Ereignis dazu führen wird, dieses Modell stärker und zuverlässiger zu machen. Dafür kenne ich diese Firma schon zu lange.
Der DF 35 soll aber meines Wissen auch "Hinz und Kunz" in die Hände gegeben werden. Also z.B. auch mir. Und dann hat die Kenterung aufgrund Beam-Kollaps schon eine ähnliche Trangweite die die Kiel"abwürfe" bei der Maxfun 35.
Sprich: Wenn ich sowas ans "normale" Volk verkaufe, muss ich deutlich mehr Sicherheitsmarge handhaben. Wenn der Trimaran dann nicht mehr schnell (genug) ist habe ich ein halt ein Problem. Das kann ich aber nicht aus Kosten der Sicherheit lösen (höchstens eben bei Groupama und Co.).
Alex
Auf der Website http://www.baadmagasinet.dk/index.php?sid=1&cid=9046 gibt es weitere Fotos und es wird der Vorfall und seine Ursache beschrieben.
Ich versuche den Text mal ins deutsche zu übersetzen:
Es war offenbar menschliches Versagen das dazu geführt hat das ein Dragonfly 35 Trimaran während des Unwetters auf dem Sund zusammengebrochen ist.
Der Bootshersteller, Jens Quorning sagte Baadmagasinet.dk
"Der Trimaran ist mit einem so genannten Swing-Wing-System ausgestattet, das es ermöglich das Boot während der Liegezeit im Hafen zusammenzufalten.
Um sicherzustellen, dass die ausgefalteten Pontons auf dem Wasser, auch bei hoher Belastung, in Position bleiben, muss ein Sicherungswant befestigt werden. Dies ist nicht geschehen. Die Folge war, dass der Steuerbord Ponton einklappte und brach." Schiffseigner, Mario Perko, hat den Fehler zugegeben, sagte Jens Quorning. Es wurden von Quorning Boats ApS in Fredericia bisher 26 Dragonfly 35 Trimarane gebaut. "Ich habe diesen Bedienungsfehler bei diesem Boot nicht für möglich gehalten“ sagte er. Der havarierte Trimaran wird nun in die Bootswerft zurückgebracht, und wird wieder voll funktionsfähig, versichert Jens Quorning.
Wenn die Ursache wirklich ein struktureller Bruch gewesen wäre, hätte mich das auch sehr gewundert und alles über den Haufen geworfen was ich bisher mit diesen fantastischen Booten erlebt habe. Brüche durch das Versagen von vernachlässigten Wasserstage sind bei Dragonflys wirklich 'Schnee von gestern'. Die heutigen Wasserstage sind aus überdimensioniertem Dyform Drahtseil mit entsprechenden Terminals und ich kenne niemanden der in den letzten Jahren damit noch Probleme gehabt hat.
Der Vorfall zeigt aber das diese technischen Boote, nicht nur beim Segeln, sondern auch bei der Bedienung, höhere Ansprüche stellen.
In früheren Jahren hat es übrigens einen ähnlichen Vorfall gegeben. Ein Eigner hatte seinen neuen Dragonfly in Dänemark abgeholt und schon bei der Überführung umgeschmissen. Er hatte vergessen die Stopper für die Beam-Arretierung zu schließen. Daraufhin baute Quorning bei allen DF’s als ‚Deppensicherung’ am Achterbeam eine zusätzliche Schubstrebe mit einem Sicherheitsbolzen ein. Die neueren DF's haben statt dessen ein Stahlseil vom äußeren Vorderbeam zum Bug. Ohne diese Sicherung ist die Klappmechanik, gerade bei den Racing Versionen, nicht ausreichend gesichert. Bei meinem Boot wird im sehr umfangreichen Manual ausdrücklich darauf hingewiesen das es ein wesentlicher Bestandteil des statischen Konzepts ist und immer befestigt sein muss.
Geändert von Ausgeschiedener Nutzer (08.10.2008 um 11:50 Uhr)