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  1. #11
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    Zitat Zitat von tschab Beitrag anzeigen
    Die Motordrehzahl halte ich normalerweise immer unter 2.200 Umdrehungen, ist ja nicht mein Schiff. Damit kamen wir diesmal aber nicht aus.
    Vielen Dank für Deinen Bericht. Das ich das Revier nicht ausreichend kenne, enthalte ich mich jeder Bewertung.
    Was ich nicht so prickelnd finde ist die Aussage von Dir. Ich denke damit nährst Du die Vorurteile gegen Charterer. Abgesehen davon weiß ich nicht warum man nicht mehr als 2200 U/min machen soll. Die Maschinen halten normalerweise deutlich mehr aus.
    Handbreit - Ralf

  2. #12
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    Zitat Zitat von Ralf-T Beitrag anzeigen
    Vielen Dank für Deinen Bericht. Das ich das Revier nicht ausreichend kenne, enthalte ich mich jeder Bewertung.
    Was ich nicht so prickelnd finde ist die Aussage von Dir. Ich denke damit nährst Du die Vorurteile gegen Charterer. Abgesehen davon weiß ich nicht warum man nicht mehr als 2200 U/min machen soll. Die Maschinen halten normalerweise deutlich mehr aus.
    Kommt auf den Motor an, man sagt das 80% der Höchstdrehzahl (im Lastbetrieb) "ok" sei. Macht der Motor also 3600 Umdrehungen (wie bei meinem) kann man als Marschgeschwindigkeit schon mit ca. 2900 Touren fahren (dann säuft das Dieselchen aber)

  3. #13
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    Danke für den spannenden Bericht.
    Dieter

  4. #14
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    Liebe Segler,

    wir starten nochmal in die Kykladen. Dieses Jahr, die letzte Septemberwoche, ab Lavrion, mit einer Jeanneau 53. Meinen Bericht von 2009 hatte ich ja hier eingestellt :-)

    Habt ihr mir ein paar Tipps? Was hat sich geändert, welche Inseln / Häfen / Buchten sind zu empfehlen? Worauf ist zu achten? Gibt es gute Internetbeiträge, aus denen ich die aktuellen Entwicklungen entnehmen kann? Würde mich über eure Hilfe sehr freuen.

    Gruß, Tschab

  5. #15
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    Standard "die drei Schwestern....."

    Hi, Du Glücklicher,

    bezüglich der drei Wellen könnte es sich um die sogenannten "drei Schwestern" handeln. Hier wohl aber eher um die "die drei Schwesterchen". Ein Wellen-Phänomen was wir in der Wetter-Ausbildung mal gelernt haben. Das könnte bei dem Fetch, den Du beschreibst, durchaus denkbar sein.

    Sein froh und dankbar, dass ihr das überstanden habt. Dabei sind schon ganz andere Schiffsgrößen abgesoffen!

    LG Peter

    Zitat Zitat von tschab Beitrag anzeigen
    Liebe Segler, zurzeit lese ich von einer Krise im Yachtforum. Mir wurde hier schon einige Mal geholfen. Vielleicht kann ich mich mit der Schilderung unseres Kykladentörns 2006 revanchieren. Wir hatten Mitte Juli eine Bavaria 47 ab Lavrion gechartert, wie immer mit Spinnaker. Nur diesmal lächelte der Basismann. Er sei gespannt, ob wir in der anstehenden Woche den Spi nutzen würden. Immerhin würde uns ein sehr „sportiver“ Törn bevorstehen. Die Aussage hat mich zwar nicht beruhigt, wir waren aber auf ruppige Verhältnisse eingestellt. Immerhin segeln wir seit vielen Jahren, hatten an der Cote d’ Azur schon drei Tage Mistral gesegelt und auf Mallorca auch mehrere Tage bei Böen mit 35 Knoten unseren Spaß gehabt – immer unter (stark gerefften) Segeln, gefühlt „allein“ auf See, aber immer mit einem großen Maß an Sicherheit. Die Mannschaft besteht aus insgesamt acht Seglern, alle erfahren, der Co-Skipper ist ein echter Seebär, war bei der Marine, hat auch die notwendigen Scheine und packt bei allen brenzligen Situationen beherzt an. Natürlich hatte ich mich mit dem Revier schon sehr intensiv befasst, wusste um Meltemi und Düseneffekte. Außerdem hatte ich – was bleibt dem Charterer auch Anderes übrig – im letzten Jahr mehrer Bücher zum Thema Schwerwettersegeln mit großem Interesse gelesen. Insbesondere Bruce/Coles fand ich klasse, aber auch die Berichte in „Yachtverlust“. Was dann aber kam, übertraf unsere Erwartungen. Wir starteten bereits mit 25 Kn Wind – das sollte in den nächsten Tagen der niedrigste Wert sein. Jedes weitere An- und Ablegemanöver dieser Woche bestritten wir bei über 30 Kn Wind. Lifebelts- und Automatikwesten waren ständig am Mann. Dennoch lief alles ganz prima, wir hatten viel Spaß und fantastische Segelbedingungen – stets gerefft. Dann steuerten wir Mykonos an. Wir wollten Mykonos möglichst weit von Norden ansteuern, um dem Düseneffekt bei Rineia aus dem Weg zu gehen. Doch zu dem Zeitpunkt baute sich bereits zunehmend Welle auf. Der Wind frischte weiter auf, der Windmesser schwankte zwischen 30 und 35 Kn. Unser Schlag endete etwas südwestlich von der Nordspitze Rineias, der vorgelagerten Insel von Mykonos. Der Wind wurde immer kräftiger, die Welle höher. Wir ahnten Böses. Ein weiteres Aufkreuzen erschien uns zu langwierig, schweren Herzens nahmen wir die Segel ganz runter und motorten. Die Motordrehzahl halte ich normalerweise immer unter 2.200 Umdrehungen, ist ja nicht mein Schiff. Damit kamen wir diesmal aber nicht aus. Wir machten gegen Wind, Welle und Strom einfach keine Höhe. Also Drehzahl hoch, und dennoch „krochen“ wir um das Kap. Dann kam es ganz dick. Eigentlich wollten wir die Segel wieder im dritten Reff setzen, aber die Wellen wurden immer höher und kamen aus unterschiedlichen Richtungen. Unter Segel – so meine damalige Sorge – kann ich die Yacht nicht kontrolliert genug in die Welle steuern. Also beließen wir es bei der Motorfahrt. Doch der Wind nahm weiter zu. Als wir die Nordspitze von Rineia passierten, war der Windmesser konstant zwischen 35 und 40 Kn. Ähnlich die Welle, sie brach und wurde immer bedrohlicher. Zu diesem Zeitpunkt schlugen bereits ständig Wellen über das ganze Schiff. Es war für uns nicht ungewohnt, dass wir im Cockpit so richtig was abbekommen. Aber das hier war was Anderes. Das war kein Spritzwasser mehr. Das waren Spritzschauer. Es war nichts mehr trocken. Das Sprayhood war zwar gut dimensioniert, das Spritzwasser überspülte das Sprayhood aber geradezu. Alles war Nass, auf dem Cockpitboden stand schon Wasser, das je nach Schiffsbewegung nach achtern ablief. Wir waren triefend nass. Es wurde auch kalt. Der Himmel war strahlend blau, Hochsommer, die Sonne brannte vom Himmel – aber Wind und Nässe machten uns zunehmend zu schaffen. Dann kamen sie. Drei Wellen. Ich hatte das Gefühl, als kämen sie direkt zwischen Tinos und Mykonos auf uns zu. So was hatte ich bis dahin noch nicht gesehen. Ich sah die Wellen auf uns zukommen und hatte zu dem Zeitpunkt eigentlich noch keine allzu große Sorge. Als ich aber in die erste Welle fuhr – ca. im 30 Grad Winkel, gewann ich doch deutlich an Respekt. Als das Schiff in der Welle stand, war das Heck nicht mehr im Wellental, der Bug aber noch nicht am Wellenkamm. Ich kann nicht einschätzen, wie hoch und lang die Welle wirklich war – ich wusste nur, dass es so nicht weitergeht. Der Windmesser zeigte zu dem Zeitpunkt in Böen 43 Kn, fiel aber nicht unter 37. Ich will nicht sagen, dass zu diesem Zeitpunkt die Wellen überkamen, aber von Spritzwasser kann man auch nicht mehr reden. Als wir die zweite wirklich große Welle nahmen, sah ich, dass sich diese Welle weiter vorne brach. Das wollte ich nicht auf meiner Höhe erleben. Also entschloss ich mich, zu drehen, die Welle also achterlich durchrollen zu lassen. Aber wie drehen. Zwischen den wirklich großen Wellen waren die vielen „kleinen“ auch beachtlich – und wenig berechenbar. Außerdem konnte ich trotz aller Bücher und gelesenen Artikel nicht einschätzen, ob die Wellen nach der Kursänderung in das Cockpit einsteigen (kurzerhand haben wir die Steckschotts in den Niedergang gesteckt). Ich wollte jedenfalls nicht seitlich von der Welle erwischt werden. Bei der dritten großen Welle drehte ich dann auf der Welle – und es hat geklappt. Die Welle war zwar sehr groß, die Yacht drehte aber erfreulich flink. Die nächste Wellen unterrollte uns schon von achtern. Sofort wurde es ruhiger. Durch den starken Wind, die Strömung und mit der Maschine waren wir gut unterwegs, die Wellen gingen unter uns durch, die ständigen Spritzströme ließen nach. Die Wellen waren zwar weiterhin sehr bedrohlich, der Wind weiterhin zwischen 35 und 40, in Böen auch über 40Kn – dennoch war das Schlimmste überstanden. Nur – wie sollte ich bei den Bedingungen in den Hafen kommen. Wir hatten zwar genügend Höhe gemacht, dass ich Mykonos gut ansteuern konnte. Bei dem Wind und der Welle hatte ich aber größte Bedenken, die Hafeneinfahrt anzusteuern. Draußen bleiben wollten wir aber auch nicht. Also, weiter Richtung Mykonos. Kurz vor der Hafeneinfahrt wirkte dann die Landabdeckung, die See wurde ruhiger, der Wind nicht. So konnten wir aber in den Hafen Tourlos einfahren. Wir waren zwar die einzigen, die den Anleger zu fahren hatten, entsprechend hatten wir Platz für das Manöver. Der Wind blies aber weiterhin mit heftigen Böen um die 40 Kn. Irgendwie kamen wir dann als vierter ins Päckchen – völlig fertig. Kurzer Bummel durch Mykonos, doch die Müdigkeit trieb uns schnell in die Kojen. Ich machte allerdings kaum ein Auge zu. Der Wind tobte die ganze Nacht, Masten heulten, Fallen schlugen – und ich dachte nur noch daran, wie wir es schaffen, die Yacht pünktlich zum Übergabezeitpunkt in Lavrion zu haben (das ist das Los des Charterers, ansonsten wird´s teuer). Als es einigermaßen hell wurde, klettere ich aus der Koje, über die Nachbarlieger, rauf auf die Kaimauer. Der Wind bläst immer noch mit 35 Kn, aber die Welle ist (fast) weg. Mannschaft geweckt, Kaffee verneint, fluchtartiges Ablegemanöver. Nach zwei weiteren Segeltagen mit (dann) besten, sehr windstarken Tagen laufen wir freitagabends kurz nach 18.00 Uhr einigermaßen pünktlich zum Abgabetermin in Lavrion ein – als erste von ca. einem dutzend Yachten unseres Vercharterers. Die letzte Yacht kommt erst am nächsten Morgen. Deren Mannschaft ist völlig platt, berichtet, dass sie auch in Mykonos waren, der Hafen für die Ausfahrt dann aber wegen des Sturms „gesperrt“ wurde (wie das geht, ist mir völlig unklar) und ein Auslaufen nicht möglich gewesen sei. Ob das den Tatsachen entsprach, konnten wir nicht einschätzen. Die übrige Schilderung unseres Törns ist jedenfalls kein Seemannsgarn. Den Spi gaben wir ungenutzt zurück. Hoffe, ihr hattet etwas Spaß beim lesen, Tschab

  6. #16
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    hm, jetzt verstehe ich auch endlich, warum alle Charterer unter Maschine an mir vorbeiziehen. Habe bisher alle meine Schiffe immer mit 1.800 - 2.000 Touren gefahren, wenn ich nicht segele und mache damit immer gute 6 bis 6,5 kts. Das reicht mir auch aus, denn wenn ich schnell sein will, fahre ich Motorrad oder PKW. Aber doch nicht im Urlaub.....

    Zitat Zitat von RuppertTom Beitrag anzeigen
    Kommt auf den Motor an, man sagt das 80% der Höchstdrehzahl (im Lastbetrieb) "ok" sei. Macht der Motor also 3600 Umdrehungen (wie bei meinem) kann man als Marschgeschwindigkeit schon mit ca. 2900 Touren fahren (dann säuft das Dieselchen aber)

  7. #17
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    schöner Bericht, aber er zeigt eigentlich nur, dass man in den Kykladen VORHER denken muss, und jederzeit bereit sein muss, getroffene (Fehl)entscheidungen ad hoc zu korrigieren.
    Uns ist Ähnliches passiert - wir haben vor Jahren voin Tourlos (Südbucht v. mykonos) nach Mykonos-Stadthafen (da gab es die <arina noch nicht) geschlagene 4 Stunden gebraucht... bei ebenso gnadenlosen Bedingungen zwischen M & Rineia... heute würde ich einfach umdrehen und in Tourlos abwarten oder nach Naxos oder Paros ablaufen---- aber hinterher ist man imer schlauer. Es gibt aber noch ein paar solche locations und Situationen, da muss man vorbereitet sein und halt rasch und effizient entscheiden.
    www.skippertricks.de - clevere Tricks erfahrener Skipper

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