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  1. #101
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    Zitat Zitat von mantaspeed Beitrag anzeigen
    Hi Dieter,

    hast mal genau ins Schwarze getroffen. Hier gibt es wieder mal die Meinung, wer kein großes Boot, wer keine bessere Ausrüstung und nicht die supertolle Scheinemachereibürokratenausbildung hat (Zitat Nelson), der ist von Haus aus als vorsätzlich gemeingefährlich eingestuft. Den übersetzt sollte das wohl so was wie " wer sich nicht zu den Geldsäcken mit modernsten schwimmenden Wohnkontainern zählt, der sollte wohl auf Segeln verzichten"!

    Auf meinem Kleinkreuzer habe ich in der Adria einmal erlebt, dass ein Großkotz mit der Meldung auf mich losging: "Das Segeln sollte nur mehr den Akademikern überlassen werden, die Hafengebühren sollten vervierfacht werden, dann sind wir das Kleingesokse sowieso los". Ich grinste nur und sagte ihm, das ich gestern sein Anlegemanöver mit der Kamera geknippst hätte und wenn so was zur Seglerelite gehört dann gratuliere... Da ich viele Lacher auf meiner Seite hatte verschwand er fluchend in seiner Kajüte.

    Irgendwie entsteht bei mir der Eindruck, dass hier viele gerne solche Vorurteile fällen. Keiner weiss was wirklich los war und niemand hatte schon eine Aussage der geretteten gehört, aber die Feststellung " das Schiff wäre nie über den Atlantik gekommen" die ist schon fix. Warum bitte sind dann die Habecks mit der Etap 21 (noch dazu mit dem kleinen Berliner Kiel) um die ganze Welt gesegelt ? Warum hatt man wohl dem W. Erdmann vor kuzem vorgeschrieben einen Schein zu machen? Weil er eventuell noch was lernen könnte von den Kurs- und Prüfungsfurzern () Hier sieht man wie wichtig eine Ausbildung ist, dass man sicher über die Ozeane kommt (Grins...)
    Ich denke, dass die Meckerer einfach nicht den Mut hätten so was zu machen oder niemals richtig Jolle gesegelt sind, oder Angst vor Boote unter 50 Fuss haben und deswegen aus reiner Unwissenheit diese Meldungen kommen.

    Ich bin überzeugt, dass bei etwas genauer Wetterbeobachtung die geplante Tour auch mit dem 8 Meterboot problemlos zu bewältigen gewesen wäre. Und wer noch nie einen Fehler gemacht hat, der kritisiere die armen Verunglückten weiter, die anderen sollten auf sich selbst blicken ............und damit aufhören!
    Nix für ungut, ich bin jetzt für die Steinigung bereit, aber das mußte raus

    LG

    Mantaspeed
    @Mataspeed und @Gundel

    danke Euch beiden. Man kann es nicht besser sagen.
    Gio

  2. #102
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    Standard Einfahrt Mehdia

    Moin Leutz,

    Mit welchen Schiffstyp oder Groesse ist in diesem Falle vollkommen unwichtig, Fakt ist das die Einfahrt von Mehdia nur bei ruhigen Wetter und Hochwasser, sowie fuer Ortsunkenntliche nur bei Tageslicht angelaufen werden sollte.

    Ich bin selber oefters in Kenitra gewesen, es handelt sich um die Muendung des Sebou Flusses somit meistens Strom gegen Welle. 2 Molen verlaufen eine halbe Meile gen West raus auf See, zwischen diesen befinden sich Sandbaenke (unter 1 Meter bei Niedrigwasser). Nun versucht Euch die Welle vorzustellen, jedoch nochmals - der Schiffstyp spielt bei Schlecht Wetter dort keine Rolle mehr.

    Ein Fischer aus Kenitra erzaehlte mir auch von dem Unglueck mit toedlichen Ausgang einer amerikanischen Segelyacht. Der Skipper ist um die halbe Welt gesegelt, somit bestimmt kein Anfaenger gewesen - nur traf er eine fatale Entscheidung: einzulaufen.

    Vielleicht mal ein kleiner Gedankenanstoss an die Yacht-Redaktion, auch von solchen Revieren zu berichten, wo sich weisse Straende befinden und die Sonne scheint, wissen die Meisten von uns.

    Gruss aus Dakar - Volker
    Katamaran "Sunjet"

  3. #103
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    Standard

    Mantaspeed u. Gundel,

    wie immer und Überall zeigen sich unterschiedliche Meinungen und
    Beifallbekundungen

    Ich kann eure Aufregung beim besten Verständniswillen
    nicht nachvollziehen.

    Hier wird eine Katastrophe von Menschen analysiert, welche
    sich auf Grund ihrer Segelerfahrung ein Urteil bilden können und
    dürfen. ( da gehört ihr doch auch zu )
    DAS diese dann Bunt ausfällt ist normal und gehört zum
    Austausch

    Das eine Fehlentscheidung in der Seemannschaft
    verantwortlich war. ist in Medien zu erlesen und lässt sich durch Nachvollziehung
    nicht verleugnen.
    Die größe des Bootes sehe ich bei dieser Katastophe zweitrangig.

    Im Zweifelsfalle bleibe ich selbst mit einem ca. 15 mtr relativ sicheren Schiff
    bei Sturm draußen und werde einen Teufel tun ein Risiko einzugehen.

    DAS auch bei unbekannten Hafeneingänge wo nur geringer Grund
    dafür gegeben ist.

    Im Zweifel hat die Sicherheit Vorrang
    ( wir haben doch Zeit )

    Jetzt wird der eine oder andere mich wieder als Angeber beschimpfen.


    G.v.
    Bk
    Geändert von Bootskobold2 (24.01.2009 um 13:52 Uhr)

  4. #104
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    Diese Jugendliche machen etwas, wovon die meisten von uns nur träumen, mich eingeschlossen.
    Sie warten nicht, sie planen und setzen um. Soziales Denken, Wagemut und Tatkraft, die ich meinen Kinderrn wünsche und zu denen ich sie ermutige. Leider gepaart mit zuviel Optimismus bei mangelnder Erfahrung, Ausrüstung und vermutlich Unterschätzung der Natur.
    Diese Mädchen und Jungs können ihren Wagemut und ihre so wertvolle jugendliche Leichtigkeit nicht mehr auskosten und davon für ihr Leben gewinnen. Sie können sie niemanden mehr weiter geben. Sie sind tot. Es kann nicht repariert oder rückgängig gemacht werden.
    Welch grausame Strafe für ihre Unbekümmertheit!

    Ihren Familien und ihren Freunden mein tiefes Beileid!
    Dirk
    ___/)_/)____/)___

    Contrast 33 - Dirk

  5. #105
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    Standard leider viel zu jung

    Zitat Zitat von GibElTarik Beitrag anzeigen
    Moin Leutz,

    Mit welchen Schiffstyp oder Groesse ist in diesem Falle vollkommen unwichtig, Fakt ist das die Einfahrt von Mehdia nur bei ruhigen Wetter und Hochwasser, sowie fuer Ortsunkenntliche nur bei Tageslicht angelaufen werden sollte.

    ... es handelt sich um die Muendung des Sebou Flusses somit meistens Strom gegen Welle. 2 Molen verlaufen eine halbe Meile gen West raus auf See, zwischen diesen befinden sich Sandbaenke (unter 1 Meter bei Niedrigwasser). Nun versucht Euch die Welle vorzustellen, jedoch nochmals - der Schiffstyp spielt bei Schlecht Wetter dort keine Rolle mehr.

    Ein Fischer aus Kenitra erzaehlte mir auch von dem Unglueck mit toedlichen Ausgang einer amerikanischen Segelyacht. Der Skipper ist um die halbe Welt gesegelt, somit bestimmt kein Anfaenger gewesen - nur traf er eine fatale Entscheidung: einzulaufen.

    Vielleicht mal ein kleiner Gedankenanstoss an die Yacht-Redaktion, auch von solchen Revieren zu berichten, wo sich weisse Straende befinden und die Sonne scheint, wissen die Meisten von uns.

    Gruss aus Dakar - Volker
    ein guter Gedankenanstoß
    und eine objektive darstellung der hafen-situation dort,
    die gerade an der marokanischen atlantikküste häufig und wochenlang so anhalten kann.
    telefonisch wurde mir aus erster hand seit vielen tagen schon (sehr)hohe wellen an den kanarischen inseln richtung afrika angekündigt.

    noch zwei sätze
    von
    Ursel und Friedel Klee
    nach ihrer ersten weltumsegelung 1979 geschrieben


    "Um die Welt zu segeln, ist weder eine Sensation noch eine "Leistung", sondern einfach herrlich.
    Uns ganz unmittelbar mit der Natur auseinanderzusetzen und fremde Länder mit ihren Menschen als Gast sozusagen "zu Fuß" erleben zu dürfen, hat uns, so hoffen wir, bescheidener, dankbarer und toleranter gemacht.


    bonvojage

    mit einem Abschiedsgruß aus meiner jugend von
    meinen freunden Zuhause auf dem Dach ...
    http://de.youtube.com/watch?v=1HjSH3Ni9gU
    Geändert von round-world2 (24.01.2009 um 16:10 Uhr)
    Indios & Eulenspiegel
    Rw2
    letzter Häuptling vom Stamm der Häuptlinge
    lebt nun in Indochina

  6. #106
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    Zitat Zitat von Lehmanns2 Beitrag anzeigen
    ... Als Kind Optimist gesegelt, dann kamen Jollen, jahrelang Varianta gesegelt und irgendwann nen Kleinkreuzer gekauft, der auch mal ne Welle und Wind vertragen kann. Damit werden Erfahrungen gesammelt, man bildet sich weiter, lernt durch das Segeln an sich und auch durch andere und steckt seine Ziele allmählich weiter.
    ...
    ... bis man dann zu alt ist, um seine Träume auf diese Weise zu verwirklichen... Ich würde mir so eine Tour wie auf der Taube vielleicht eines Tages zutrauen, aber ich bin schon jetzt 44 und hab keine Ambitionen mehr, in Peru Straßentheater für den Weltfrieden zu spielen, oder selbstgemachten Schmuck zu verkaufen. Das macht man mit 20 und dann geht man auch andere Risiken ein. Mit 20 will man halt lieber begeistert für eine Sache sterben und mit 40 lebt man lieber auf etwas kleinerem Fuße weiter.
    Und nicht jeder zwanzigjährige überlebt diese Zeit... aber... was ist schon vernünftig? Unsere ganze Sicherheit ist doch auch letzten Endes eine Illusion.
    Ich kenne viele Segler, die schon Federn lassen mussten - die meisten sind verunglückt, während ihr Schiff fest vertäut im Hafen lag...

    Diese jungen Leute hinterlassen eine Botschaft und bei mir hinterlassen sie etwas Wehmut - ich denke an die weniger saturierten Zeiten zurück, als wir noch um die Welt trampen wollten und an die sorgenvollen Gesichter unserer Eltern...
    In dem Blog von "Migrobirdo" finden sich übrigens mittlerweile ein paar schöne, gedankenvolle Beiträge von Eltern, deren Kinder zufällig nicht auf diesem Törn dabei waren.

  7. #107
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    Zitat Zitat von Giovanni Beitrag anzeigen
    @Mataspeed und @Gundel

    danke Euch beiden. Man kann es nicht besser sagen.
    Gio
    Da schließe ich mich doch gerne an...

    Noch dazu die Crew ist von Hamburg aus bis nach Nordafrika gesegelt.... damit haben sie mehr Seemeilen Erfahrung in ihrem Logbuch gehabt als für alle Scheine nötig gewesen wäre.


    (Karte aus der Bildzeitung)

    Das trotzdem ein Unglück passierte.... nun davor ist nichts und niemand gefeit, egal wieviel Erfahrung jemand hat oder wieviele Scheine jemand machte.
    Das ist einfach nur traurig und bedauerlich.

    LG
    Michael
    Geändert von Piratensmart (24.01.2009 um 18:37 Uhr)

  8. #108
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    Zitat Zitat von Piratensmart Beitrag anzeigen
    Da schließe ich mich doch gerne an...

    Noch dazu die Crew ist von Hamburg aus bis nach Nordafrika gesegelt.... damit haben sie mehr Seemeilen Erfahrung in ihrem Logbuch gehabt als für alle Scheine nötig gewesen wäre.


    Das trotzdem ein Unglück passierte.... nun davor ist nichts und niemand gefeit, egal wieviel Erfahrung jemand hat oder wieviele Scheine jemand machte.
    Das ist einfach nur traurig und bedauerlich.

    LG
    Michael
    Lieber Michael,

    die Trauer teile ich ebenso wie die Sympathie für dieses Projekt. Die Frage nach den Ursachen des Unglücks darf man, meine ich, aber trotzdem stellen?

    Da machst Du es Dir mit Deinen Schlussfolgerungen nach meiner Meinung etwas zu einfach. Das ist leider kein Unglück, vor dem niemand gefeit ist.

    Es stimmt nicht, dass die Crew von Hamburg nach Marokko gesegelt ist. Die meisten der jungen Leute sind erst kurz vorher zugestiegen; mindestens einige hatten keine Segelerfahrung. Niemand ist die gesamte Etappe gesegelt.

    Was über das überladene Boot zu sagen ist, muss ich hier nicht wiederholen.

    Zu den Wetterbedingungen zur Zeit des Unglücks hat "moganero" aus erster Hand in diesem Thread berichtet (z.B. #28). Er ist vor Ort und sicherlich glaubwürdig.

    Gruß
    Friedhold

  9. #109
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    Hi Friedhold und Kobold,

    daß bei diesem Unglück Fehler, vielleicht Unwissen, oder/und auch Leichtsinn mitursächlich waren, bestreite ich, nach den hier verfügbaren Informationen überhaupt nicht. Das wissen wir aber, sofern die Infos korrekt sind, so oder so.

    Das kann man feststellen, meinetwegen auch 2 mal, aber dann langts eben auch.

    Was mich persönlich extremst stört, ist eine gewisse Herablassung, Besserwisserei, und Miesmacherei gegenüber einem , meiner Meinung nach, feinem Projekt, dem Engagement und auch dem Mut der leider gestorbenen Kollegen.

    Potentielle Fehler kann man sicherlich sachlich analysieren, und über allerelei Vermeidungsmöglichkeiten diskutieren.

    Mir fehlt aber in einigen posts hier einfach der Respekt vor den toten Betroffenen, und das stellt mir den Kamm gewaltigst auf.

    Sodele,

    mehr sag ich nich mehr zu dem Thema.

    Ciao
    Dieter

  10. #110
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    Lieber Dieter,

    da wir uns kennen, reicht es wohl, wenn ich einmal mehr auf den fehlenden "Danke"-Knopf hinweise.

    Gruß
    Friedhold

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