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  1. #71
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    Zitat Zitat von DerFrank Beitrag anzeigen
    Was macht ihr als Steuermensch, wenn eine unverhoffte Bö das Boot in den Wind schießen lässt? An die Großschot kommt man gar nicht so schnell. Reicht es, das Vorsegel loszuwerfen, um schnell die Kontrolle über das Ruder zurück zu gewinnen, oder luvt die Bav dann weiter?

    Viele Grüße
    Frank
    Bezieht sich die Frage speziell auf eine kleine Bav und handelt es sich um eine rel. neue oder eine aus den 90ern? (oder ist die Frage in den falschen Thread gerutscht?)
    Die neuen haben vergleichsweise kleine Focken, wie bei Jollen. Bei denen lässt der Trapezmann die Finger von der Schot und der Rudergänger fiert sinnig.

    Werden große Genuas, wie bei den alten gefahren darf auch die Fockschot mal gefiert werden.

    I.d.R. reicht das Fieren der Großschot. Das man bei einigen Booten nicht so flink an diese kommt ist nur eine der ergonomischen "Glanzstücke" der neuen. Welches reisende Pärchen hat schon einen Großschottrimmer dabei .

    Meine-beste-beste-Steuerfrau-von-allen hatte die Großschot immer zur Hand, und wenn das Fieren des Groß nicht wirkte, reichte der Schrei: Tu was!
    Meinereiner hatte genug mit Fallen, Streckern und der Fockschot zu tun, das Groß gehörte dem Rudergänger. Will man die Partyplicht voll nutzen, bekommt die Großschot einen ungünstigen Hebel am Baum und ist schlecht zu erreichen - irgendwas ist ja immer.

    Gruß Franz
    halber Wind reicht völlig

  2. #72
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    Hallo Franz,

    danke für die erste Antwort.
    Die Frage ist schon im richtigen thread.
    Ganz konkret: Wir stehen vor der Entscheidung, eine gebrauchte Bavaria 30 cr von 2007 oder eine Jeanneau Sun Odyssey 29.2 aus gleichem Jahr zu kaufen. Wir werden in der Regel zu zweit unterwegs sein. Beide Boote haben in meinen Augen jeweils einen anderen, gravierenden Nachteil.
    Bei der Bav ist der Nachteil die Anordnung der Großschot und Schotklemme auf dem Kajütdach. Was macht der Steuermann, wenn eine Bö den Kahn in den Wind schießen lässt und ein Boot nebenan versenken will? Als Steuermann hätte ich dann gerne die Großschot in oder nahe meiner Hand und könnte sofort reagieren. Bei der Bav muss man erst einmal kommunizieren ("Großschot loooos!!"), was bis zur erfolgreichen Umsetzung Zeit kostet. Wenn der Steuermann stattdessen durch schnelles Loswerfen der Vorschot, an die er auf der Bavaria schneller gelangt, entspannen kann, dann wäre das eine Lösung. Die wirksame Segelfläche wird dann sofort kleiner, was hilfreich sein könnte, andererseits rutscht der Segeldruckpunkt noch mehr nach hinten, was das Gegenteil bewirkt. Klappt das nur mit der Vorschot?

    Viele Grüße
    Frank

  3. #73
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    Wenn der Kahn in den Wind schießt reicht das Loswerfen der Vorschot sicher nicht, im Gegenteil, der Segeldruckpunkt ist ja noch achterlicher

    Gruß Odysseus

  4. #74
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    Da wäre ich mir nicht so sicher, denn damit nimmst du Segelfläche aus dem Wind, was die Krängung deutlich vermindern dürfte und damit der Verschiebung von Segeldruckpunkt zu Lateraldruckpunkt entgegenwirkt. Man kann ja auch nur mit Groß oder nur mit Vorsegel ohne Probleme, am Wind segeln.
    Viele Grüße
    Frank

  5. #75
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    Wenn die Kiste in den Wind geht hast Du als Steuermann in der Regel schon so viel Druck auf dem Ruder, dass Du auch keine Hand mehr für die Schot frei hast. Also eigentlich egal. Da hilft nur der Schoter. Einfach genügend Raum lassen.

  6. #76
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    Zitat Zitat von mussi1975 Beitrag anzeigen
    Wenn die Kiste in den Wind geht hast Du als Steuermann in der Regel schon so viel Druck auf dem Ruder, dass Du auch keine Hand mehr für die Schot frei hast. …..
    Meine-beste-Steuerfrau-von-allen (zierliche 50 kg) hat das hunderte Male gemacht. Wo ist das Problem bei passender Ergonomie? Zugegeben, sie hat das frühzeitig machen können, bevor die Dose in den Wind schoss. Kein Problem, wenn alles auf leichte Bedienbarkeit ausgelegt ist.
    Will man eine Partyplicht, die aussieht wie die einer Rennyacht, oder einen Hauch von Wally hat , wird es schwer. Die Schot ist vor dem Niedergang angeschlagen, auf halber Baumlänge, d.h.doppelter Schotzug, nix mehr mit-klick-auf-klick-zu. Hinzu kommt noch die Unerreichbarkeit für den Rudergänger, der hinter dem Ruderrad ausgesperrt ist. Ein Hoch auf die moderne Gestaltung von Sportbooten .
    Die Entwicklung, durch die Wünsche der ahnungslosen Käufer befeuert, hat merkwürdige Blüten getrieben.
    Man kann nicht alles haben - geile Yacht und gebrauchstaugliches Segelschiff .

    Gruß Franz
    halber Wind reicht völlig

  7. #77
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    Zitat Zitat von DerFrank Beitrag anzeigen


    Was macht der Steuermann, wenn eine Bö den Kahn in den Wind schießen lässt und ein Boot nebenan versenken will?

    Viele Grüße
    Frank
    Obiges Szenario wird kaum vorkommen.
    Schon bei dem für solch Böe notwendigem Grundwind wird der Steuermann genug Distanz zu anderen Schiffen geben. Er kalkuliert eine Richtungsänderung durch Kontrollverlust mit ein.

    Bei einer Wettfahrt hingegen fährt man oft dichter beieinander, hier aber ist sich der Steuermann der möglichen Gefahr bewusst, er schickt vorher jemanden an die Großschot.

    Allgemein
    Eine Fahrtenyacht wird nicht so aktiv wie eine Jolle gesegelt/bedient.
    Eine Jolle wird auch bei stärkerem Wind mit max. Segelfläche gesegelt. Die allermeisten Jollen sind übertakelt.
    Ist der Wind tatsächlich kurzfristig zuviel, wird eben gefiert.
    Es ist ,wenn man so will, der Notausgang vor dem Kentern.
    Oft ist es der einzige Notausgang weil die Jolle meist nicht reffbar ist.
    Dieses aktive Segeln , also das Segeln mit eigentlich zuviel Segelfläche nimmt man auf der Jolle noch leicht und auch gerne hin. Man macht das aber höchstens einige Stunden.

    Mit der Fahrtenyacht nun kann man durchaus auch "scharf" , übertakelt und dementsprechend aktiv segeln.
    Das ist dann aufmerksamstes , sportliches Segeln bei dem man auf Am- Windkurs recht schnell lernt die Böen auszusteuern. Man zieht dafür höher , verringert so die projizierte Segelfläche , beugt also einem Sonnenschuss vor.
    Gelingt das mal nicht, oder ist man auf raumem Kurs, so krängt das Kielschiff eben mal heftig, schiesst sich evtl ab, und, kentert NICHT. Der Eimer rappelt sich wieder auf.

    Inwieweit man mit einer Fahrtenyacht so segelt ,eigentlich "überpowert" segelt , hängt vom eigenem Willen nach Spaß ( aktives Segeln , fieren), von der eigenen Leidensfähigkeit ( Dauer) , dem eigenem Können ( Böen evtl. aussteuern) ab.
    Es kommt noch zwei Dinge hinzu, nämlich das Delta der Windgeschwindigkeit zw. Grundwind und Böe( die Heftigkeit der Böen) und deren Häufigkeit.
    Hier gilt f. den Fahrtensegler eine einfache Regel an die er sich durch Erfahrung herantastet:
    Je tüchtige , desto früher reffen.
    Andersrum ausgedrückt : je weniger häufig und tüchtig die Böen, desto " schärfer" kann man segeln, weil man ja weniger oft aktiv eingreifen muss.

    Das mag jetzt alles komplex und vor allem viel erscheinen.
    Keine Bange, Fahrtenyachten sind längst nicht so nervös wie Jollen.
    Man erfährt , im doppelten Sinn, recht schnell was sie brauchen, wieviel und was man ihnen dafür als Steuermann/Crew anfangs geben kann, oder dazu bereit ist, und, wieviel ( Böe) sie verzeihen.

    Sieht man sich jetzt die Bavaria Cruiser unter obigen " Verallgemeinerungen" an, sie ist ein Cruiser !
    Ihre Großschotführung spiegelt inaktiveres Segeln wieder, sie wird sich hoffentlich erst recht spät unkontrolliert abschiesßen.
    ( Genau quantifizieren ob und wieviel sich eine Bav 30CR aus 2007 abschiesst kann ich nicht. Ich kann nicht sagen inwieweit der Konstrukteur das Konzept "Cruising" verwirklicht hat. Denkhoffe aber das die Werft ihre Cruisig/Charterklientel dahingehend zufriedengestellt hat.)
    Weiter
    Das impliziert nicht zwingend dass " scharfes" , vielmehr aktives Segeln mit ihr nicht möglich ist. Es liegt nur nicht in ihrem Konzept, sie ist eben ein verzeihlicherer Cruiser.

    Franz sieht das aktive, sportliche Segeln übrigens anders-- es hat bei ihm einen höheren Stellenwert.
    Vor allem aber segelte Franz auch längere Distanzen aktiv(st).
    Genau desdewegenst segelte er auch einen Cruiser/Racer und ist mit den Lösungen (z. B. Großschot auf dem Dach) auf (heutigen) reinen Cruisern nicht recht einverstanden.
    Meiner Ansicht nach könnte man das alles differenzierter und als direkte Folge dementsprechend toleranter betrachten.
    Geändert von supra (11.02.2019 um 20:59 Uhr)
    Genialer Dilletant, Anna Lüses Bruder
    Schabowski: " ...sofort, unverzüglich. "
    Bob Ross kucken !

  8. #78
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    Franz dieselt...
    Suche Brompton oder Birdy.

  9. #79
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    Das Cockpitlayout der Sun Odyssey 29.2 gefällt mir besser als das der Bav30CR. Die Pinnensteuerung sorgt für Platz.
    Auf den Verkaufsanzeigen kann man eine Großschotführung von der Baumnock ins Cockpit erkennen. Die Genuaschienen sind auf den Aufbau gebaut, das erlaubt enge Schotwinkel und gutes Höhelaufen.
    Unter Deck ist das Boot halt 29 Fuß kurz. Im Vergleich zur Bav30CR fehlen die Schränke in der Bugkabine und ein wenig Raum in der Kombüse.
    Die Bav30CR segelt natürlich auch, der fest installierte Cockpittisch muss gemocht werden. Er ist ein immerwährender Quell der Freude, da man bei jeder Wende und jeder Halse an ihm vorbei muß. Die Seglertatoos, d.h. die blauen Flecken muss man akzeptieren.
    Hat die Bav30CR das German Cupper System wie auch die Bav31CR? Dort hat man die Großschot beidseitig an die Heckwinschen geführt.
    Jan

  10. #80
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    Zitat Zitat von skegjay Beitrag anzeigen
    Franz dieselt...
    Zitat Zitat von supra Beitrag anzeigen
    ………...Franz sieht das aktive, sportliche Segeln übrigens anders...…... es hat bei ihm einen höheren Stellenwert.…………………....
    Beides richtig, nichts halb.

    Natürlich kann "...man das alles differenzierter und...….. toleranter betrachten...."

    Muss man aber nicht.
    Wenn man segeln will, muss man sich das Leben nicht durch mangelhaftes Design schwer machen.
    Wenn man dieseln will, muss man sich wegen Tiefgang und Durchfahrtshöhe interessante Reviere nicht versagen.

    Bei der Auswahl sollte man tief in sich gehen und erforschen was man wirklich zu tun gedenkt. Den Traum auf dem Cover des Hochglanzprospektes gibt es nicht.
    Kein Schiff segelt mit hoher Geschwindigkeit (siehe Kielwasser) hoch am Wind (siehe Segelstellung) völlig ruhig (siehe lächelnde Mutter) in lauer Luft (siehe Bekleidung) dem Sonnenuntergang entgegen.
    Hat das Boot hoch am Wind wirklich Topspeed, dann bockt und krängt es gewaltig. Dann möchte ich mich nicht um Plichttische winden um an die Schot zu gelangen, die man wie auf einer 50' Rennyacht nur mit der Winsch bedienen kann.
    Im Prospekttraum kommt so etwas natürlich nicht vor.

    Gruß Franz
    halber Wind reicht völlig

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