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  1. #1
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    Standard Unterschied "Fahrlässigkeit" und "grobe Fahrlässigkeit"

    Hallo Sportsfreunde,

    wie in den letzten 20 Jahren auch, stellt sich mal wieder die Frage nach einer Skipperhaftpflicht. Das Thema ist ja auch schon etliche Male hier besprochen worden.

    Kann mir denn jemand den Unterschied zwischen einfacher Fahrlässigkeit und "grober Fahrlässigkeit" vielleicht anhand von Beispielen erklären? Gibt es vielleicht einen Katalog einer Versicherung, der den Unterschied deutlich macht?

    Michael

  2. #2
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  3. #3
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    Standard

    Hallo,

    die Erklärung ist natürlich sehr akademisch.

    Ich versuche es mal mit einem Beispiel:

    Fahrlässigkeit: Die Seekarte wurde beachtet, aber eine Tonne übersehen und das Schiff liegt auf Schiet

    Grobe Fahrlässigkeit: Die Seekarte wurde in der Schublade gelassen, weil man "revierkundig" ist und das Schiff liegt auf Schiet.

    Ist diese Sichtweise in Ordung? Gibt es andere Beispiele?

    Michael

  4. #4
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    Standard Beispiel (grobe) Fahrlässigkeit

    Ein Jurist hat mir mal folgendes Beispiel genannt.
    Ich bin im Zimmer und ich versuche, einen Backstein aus dem Fenster, dass auf Kipp steht, zu schmeissen. Klirr! Fahrlässig, denn es hätte ja klappen können.
    Grob Fahrlässig: Das Fenster war komplett geschlossen.
    Etwas arg plakativ. Aber egal.
    gruss klaus

  5. #5
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    Die Grenze für grobe Fahrlässigkeit ist in der Regel sehr Hoch angesiedelt.

    D.h. Wenn eine Versicherung aus dem Grund grober Fahr. die Leistung verweigern will bzw. kann, muß du schon ziemlich verückt handeln.

  6. #6
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    Standard

    Zitat Zitat von home-of-the-beaer Beitrag anzeigen
    Grob Fahrlässig: Das Fenster war komplett geschlossen.
    Nee, in dieser Variante ist das dann schon vorsätzlich
    Seaquest 36
    www.teamwildcard.de

  7. #7
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    ...ein Beispiel aus der Versicherungspraxis:

    Fahrlässig: dem Dachdecker fällt der Ziegel aus der Hand

    Grob fahrlässig: er wirft den Ziegel bewusst in den Garten, ohne diesen vorher abgesperrt zu haben

    Dein Seekartenbeispiel hinkt etwas, daher mal angepasst:

    Fahrlässig: Du hakst die Tonne nicht ab uns läufst auf

    Grob fahrlässig: Du rundest die Tonne mit 2 m TG an der falschen Seite, obwohl in der Karte dort nur 1 Meter angegeben ist

    Generell wird hier der Masstab der erforderlichen Sorgfalt angelegt. Wer diese in einem Masse vermissen lässt, das dem "Durchschnittsmenschen" uneigen ist, handelt grob fahrlässig.

    Zum Thema Skipperhaftpflicht - machen!! Ein Segelboot unterliegt zwangsläufig der Gefährdungshaftung (ähnlich wie ein KFZ), sodass Du immer haftest, auch ohne eigenes Verschulden. Und diesen Punkt schliesst eine Privathaftpflicht üblicherweise aus - genauso wie die Ansprüche der Gefahrengemeinschaft Segelcrew untereinander (die über die Bootshaftpflicht auch nicht gedeckt sind).
    Tot ziens und Gruß vom Zeelandfan
    Mittelmeer-Skipper-Club e.V.

  8. #8
    Ausgeschiedener User Gast

    Standard

    Zitat Zitat von Zeelandfan
    Ein Segelboot unterliegt zwangsläufig der Gefährdungshaftung (ähnlich wie ein KFZ), sodass Du immer haftest, auch ohne eigenes Verschulden
    Aha!? Wo steht das?

    _

  9. #9
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    Standard Grobe Fahrlässigkeit

    Zitat Zitat von urmelausdemeis Beitrag anzeigen
    Die Grenze für grobe Fahrlässigkeit ist in der Regel sehr Hoch angesiedelt.
    Jedenfalls im Straßenverkehr gibt es eine einigermaßen gefestigte Rechtsprechung zum Thema "grobe Fahrlässigkeit". Dennoch gelingt es der Lobby der Versicherungskonzerne, die Abgrenzung zwischen leichter und grober Fahrlässigkeit immer weiter nach unten zu verschieben - es gibt Gerichte, die machen das mit.

    Ein Beispiel:
    Jemand kommt an eine Kreuzung. Obwohl dort ein Stop-(oder Stopp?)Schild steht, verlangsamt der Fahrer sein Fahrzeug nur (ohne anzuhalten), vergewissert sich dass auf der Hauptstraße kein Fahrzeug kommt und fährt direkt weiter. Er hat jedoch ein Fahrzeug übersehen und es kommt zum Unfall. Dass er Schuld an dem Unfall hat und seine Haftpflichtversicherung den gegnerischen Schaden übernimmt, ist klar. Seine Vollkaskoversicherung zahlt jedoch für den eigenen Schaden keinen Cent. Die kann sich erfolgreich auf grobe Fahrlässigkeit berufen - jedem hätte einleuchten müssen, dass man an einem Stop-Schild anhalten muss.
    "delicious" ist eine Jeanneau Sun 2000. Innen spartanisch. Außen mit viel Segelspaß....

  10. #10
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    Standard Gefährdungshaftung

    Zitat Zitat von Zeelandfan Beitrag anzeigen
    Ein Segelboot unterliegt zwangsläufig der Gefährdungshaftung (ähnlich wie ein KFZ), sodass Du immer haftest, auch ohne eigenes Verschulden. Und diesen Punkt schliesst eine Privathaftpflicht üblicherweise aus - genauso wie die Ansprüche der Gefahrengemeinschaft Segelcrew untereinander (die über die Bootshaftpflicht auch nicht gedeckt sind).
    In Deutschland gilt grundsätzlich das Prinzip der Verschuldenshaftung. Lediglich in einigen genau definierten Bereichen gilt das Prinzip der Gefährdungshaftung (Beispiel: Kfz).

    Da für den Sportboot-Bereich keine Sonderregel greift, gilt hier das Prinzip der Verschuldenshaftung.

    Beispiel:
    Brennt Dein Auto ab, weil das Nachbarauto in der Tiefgarage sich entzündet hat, zahlt die Haftpflichtversicherung des Nachbarautos Deinen Schaden, ohne Rücksicht auf die Brandursache. Brennt Dein Boot - z. B. im Winterlager - ab, kannst Du zwar vielleicht beweisen, von welchem anderen Boot der Brand ausging. Von dessen Eigner oder seiner Haftpflichtversicherung siehst Du aber keinen Cent - es sei denn, Du kannst beweisen, dass der andere Bootseigner den Brand schuldhaft verursacht hat.

    Um auf die Ausgangsfrage zurückzukommen - das soll natürlich nicht heißen, dass eine Skipperhaftpflicht grundsätzlich überflüssig wäre. Eine private Haftpflichtversicherung springt jedenfalls bei Schäden an oder mit Booten tatsächlich nicht ein.
    "delicious" ist eine Jeanneau Sun 2000. Innen spartanisch. Außen mit viel Segelspaß....

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