Ergebnis 1 bis 9 von 9
  1. #1
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    Frage Yachtkauf übersee - Was beachten?

    Hallo liebe Segler!

    Der Dollar liegt noch immer super, auf der anderen Seite des Atlantik gibt's (augenscheinlich) prima gebrauchte Yachten im Angebot, jetzt mal die Frage eines noch recht grünen Seglers an die erfahrenen Salzbuckel und Kaufleute unter euch :

    Was muss/sollte ich beachten, wenn ich "drüben" ernsthaft nach einer Yacht suchen will? Stichworte Angebotsprüfung, Bilderanalyse, Überführung, Besichtigung, Kontaktaufnahme...

    Vielen Dank für Eure hilfreichen Antworten schon jetzt.

    Gruß
    Sic

  2. #2
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    Standard

    Einfuhrumsatzsteuer wird fällig und CE-Prüfung ist ggf. nachzuholen.
    Tschüß, Bronsky

    Rennyachten kreuzen gut, Kreuzeryachten rennen nicht

  3. #3
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    Standard

    Ich bin auch sehr interessiert an diesem Thema und will mir Ende des Jahres auch einige Schiffe in Florida ansehen. Viele empfehlen bei der Auswahl das Hinzuziehen eines Yachtbrokers vor Ort. Dem kann ich uneingeschränkt zustimmen. So bekommt man in der Regel objektive Angebote nach Europa zugestellt. Das Vorhandensein verwertbare Bootspapiere und Nachweise ect., sind sicher selbstverständlich. Fällige Steuern müssen am jeweiligem Einzelfall betrachtet werden. Da gibt es " x " Möglichkeiten !

    Cheers

  4. #4
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    Der Kauf selber ist nicht anders zu handhaben als wenn man innerhalb der EU von weiter entfernt kauft. Die internationalen Kaufverträge sind ausserdem in aller Regel einfacher als unsere EU Monster (und mit weniger Haftung). Kompliziert wird allerdings die Einfuhr in die EU.

    1) Man wird zum Importeur:
    - kaufen in Übersee heisst immer Import von Ware in die EU
    - es wird bei Import zwischen Privat und Gewerblich nicht mehr unterschieden
    - Import in die EU wird als Inverkehrbringen in den Binnenmarkt gewertet

    2) Da man Importeur wird, gelten alle Bestimmungen für den Handel:
    - CE Zertifikat muss vorliegen (tut es meist nicht, also nachzertifizieren)
    - eventuell wird Zoll fällig
    - EUST wird auf Warenwert+Transport+Gebühren erhoben
    - ROHS Kompatibilität muss vorliegen (große Schwierigkeit beim Nachweis)

    Ich kenne ein paar Leute, die sich überlegt hatten dies professionell zu tun und alle sind zu der Erkenntnis gekommen, dass es sich für Yachten mit einem Wert über 1 Mio. Euro durchaus lohnt.

  5. #5
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    Standard

    Vielen Dank für die tollen Infos!

    Zitat Zitat von bajou Beitrag anzeigen
    2) Da man Importeur wird, gelten alle Bestimmungen für den Handel:
    - CE Zertifikat muss vorliegen (tut es meist nicht, also nachzertifizieren)
    - eventuell wird Zoll fällig
    - EUST wird auf Warenwert+Transport+Gebühren erhoben
    - ROHS Kompatibilität muss vorliegen (große Schwierigkeit beim Nachweis)

    Ich kenne ein paar Leute, die sich überlegt hatten dies professionell zu tun und alle sind zu der Erkenntnis gekommen, dass es sich für Yachten mit einem Wert über 1 Mio. Euro durchaus lohnt.

    Hallo bajou,

    das sind ja in der Tat knüppelharte Anforderungen.

    Wie, bitte soll man z. B. für eine uralte Yacht ein ROHS-Zertifikat bekommen? Gilt durch den Einbau nicht dann das gesamte Schiff als zu bewerten? Dichtungen, GFK, stehendes und laufendes Gut, etc.

    Auf wieviel beläuft sich i. d. R. denn EUSt, Zoll, Transport und Gebühren?

    Vielen Dank!

    Gruß
    Sic

  6. #6
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    Standard

    Zitat Zitat von Sic Beitrag anzeigen
    Vielen Dank für die tollen Infos!




    Hallo bajou,

    das sind ja in der Tat knüppelharte Anforderungen.

    Wie, bitte soll man z. B. für eine uralte Yacht ein ROHS-Zertifikat bekommen? Gilt durch den Einbau nicht dann das gesamte Schiff als zu bewerten? Dichtungen, GFK, stehendes und laufendes Gut, etc.

    Auf wieviel beläuft sich i. d. R. denn EUSt, Zoll, Transport und Gebühren?

    Vielen Dank!

    Gruß
    Sic
    Ursache der heftigen Anforderungen ist, dass es keine Unterscheidung mehr zwischen gewerblichem und privatem Import in die EU mehr gibt (schriftliche Auskunft Wirtschaftsministerium). Wer ein Schiff einführt, ist Importeur und führt das Schiff gleichzeitig in den Binnenverkehr ein. Die alte Regelung, dass ein Privatimport nicht in den Gemeinschaftsverkehr einführt, gibt es nicht mehr - daher auch keine Umgehung der CE Forderung mehr. Es gibt allerdings ein Schlupfloch für Leute, die länger im Ausland ansässig sind, dann können Waren als Bestandteil des rückkehrenden Haushalts deklariert eingeführt werden. Interessanterweise hat man die knüppelharten Bedingungen nicht bis dorthin ausgeweitet - wahrscheinlich vergessen ... keine Ahnung was passiert, wenn man so ein Schiff später über einen Makler verkaufen möchte - wird wahrscheinlich nicht gehen.

    Transport: je nach Größe des Schiffs, typisch ab etwa 2.000 Euro für kleine Schiffe, 10-12m ab etwa 6.000 Euro, nach oben offene Schweinegrenze ...
    Zoll: müsste man für ein konkretes Schiff beim zuständigen Zollamt erfragen, weiss ich nicht
    Gebühren: CE Zertifikat ab etwa 2.000 Euro - ohne Garantie durchzukommen, ROHS völlig unkalkulierbar - da es noch keine Verwaltungsvorschriften dazu gibt und mir unklar ist, wie man denn die Bestandteile bei der Herstellung der Einzelteile überhaupt herausfinden will (wer weiss denn schon ob bei der Elektronik Cadmium und Zinn verwendet wurden ???)
    EUST: Mehrwertsteuersatz des Landes in dem das Schiff in Verkehr gebracht wird und zwar auf den Warenwert plus Transport plus Gebühren. Bei Eigentransport, also Überführung über den Atlantik wird eine Transportpauschale aus Größe des Schiffs und Länge der Überfahrt gebildet, aber wohl abhängig vom Sachbearbeiter (tolle Wurst, diese deutschen Verwaltungsvorschriften ... wenn man eine Frage hat, gibt es gerade keine. Es lebe die Willkür.)

    Ich kenne inzwischen drei Leute, die Schiffe zwischen 9 und 12 Meter in USA gekauft haben und die Aussagen liegen zwischen 35 und 60 Prozent des Kaufpreises on top, bis das Schiff in EU Gewässern war (ohne Umrüstkosten, wie neue Funke - Netzteile - Landstrom - Beleuchtung nach BSH - etceteras, die zu 99% neu müssen).

    Eine für mich offene Frage ist die Behandlung eines Schiffs, dass man zu einer Weltumsegelung genutzt hat: nehmen wir mal an, man reist in die USA, kauft sich dort eine Yacht und segelt dann die nächsten 5 Jahre um die Welt. Dann müsste doch eigentlich die Regelung des rückkehrenden Haushalts greifen (mindestens 3 Jahre im Besitz und Bestandteil des Haushalts - ist ja quasi der Haushalt dann)?

  7. #7
    Ausgeschiedener User Gast

    Standard

    Zitat Zitat von bajou Beitrag anzeigen

    Ich kenne ein paar Leute, die sich überlegt hatten dies professionell zu tun und alle sind zu der Erkenntnis gekommen, dass es sich für Yachten mit einem Wert über 1 Mio. Euro durchaus lohnt.
    Da diese Bootswerte auch auf die Mehrheit der Foristen hier zutrifft sollte man schon mal in·s Detail gehen
    Grüsse - Norbert

  8. #8
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    Standard

    Zitat Zitat von bajou Beitrag anzeigen
    Eine für mich offene Frage ist die Behandlung eines Schiffs, dass man zu einer Weltumsegelung genutzt hat: nehmen wir mal an, man reist in die USA, kauft sich dort eine Yacht und segelt dann die nächsten 5 Jahre um die Welt. Dann müsste doch eigentlich die Regelung des rückkehrenden Haushalts greifen (mindestens 3 Jahre im Besitz und Bestandteil des Haushalts - ist ja quasi der Haushalt dann)?
    Nein, das Boot ist ja kein Teil des Haushalts. Und sowieso ist das eine ganz andere Baustelle.

    Aber natürlich gilt als Bemessungsgrundlage der Einfuhrumsatzsteuern in dem Fall nicht der Kaufpreis von vor 5 Jahren, sondern der Zeitwert des Boots, der geschätzt oder durch Gutachten ermittelt wird. Der Zeitwert wird unter Umständen wegen zahlreicher Aktualisierungen von Elektronik und anderer Ausrüstung dann eventuell sogar höher sein als der Kaufpreis, aber andererseits sollen die Zöllner meist recht kulant sein bei der Wertermittlung ...

  9. #9
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    9

    Standard gebrauchte Yachten im Ausland

    Hi,

    ich kann nur raten, konkret beim Zoll nachzufragen. Da ist man nachher vor - Ach hätte ich das gewußt - sicher.....
    Jeder Gedanke an eine "Umgehung" sollte gar nicht erst aufkommen, das kann ne echte Überraschung werden

    Und dann mal überlegen, ob sich das wirklich lohnt .... tut es nämlich meistens nicht, da Preise bei uns auch in der Regel nur VHB sind... einen Verkäufer im Ausland kann man auch nicht mehr wirklich rankriegen
    ( Gewährleistung )

    Viele Erfolg
    Fair Winds


    Zitat Zitat von Sic Beitrag anzeigen
    Hallo liebe Segler!

    Der Dollar liegt noch immer super, auf der anderen Seite des Atlantik gibt's (augenscheinlich) prima gebrauchte Yachten im Angebot, jetzt mal die Frage eines noch recht grünen Seglers an die erfahrenen Salzbuckel und Kaufleute unter euch :

    Was muss/sollte ich beachten, wenn ich "drüben" ernsthaft nach einer Yacht suchen will? Stichworte Angebotsprüfung, Bilderanalyse, Überführung, Besichtigung, Kontaktaufnahme...

    Vielen Dank für Eure hilfreichen Antworten schon jetzt.

    Gruß
    Sic

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