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  1. #1
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    Standard ruderblatt mit nassem holzkern

    Das am Spiegel befestigte Ruderblatt meiner 8 m Kielyacht besteht im Bereich oberhalb der Wasserlinie aus lackiertem Holz, im Unterwasserbereich ist das Holz mit GFK laminiert. Durch Risse im Laminat ist der Holzkern nass geworden. Daher soll das Ruderblatt diesen Winter in den Heizungskeller zum Austrocknen. Aber muss ich dann nicht vorher das gesamte Laminat entfernen (zwecks Belüftung)? Wenn ja, wie mache ich das am besten? Wie prüfe ich, ob der Holzkern noch in Ordnung ist? Wie prüft man, ganz allgemein, die Stabilität eines Ruderblattes?

    Für eine Antwort im Voraus vielen Dank!

    Kai

  2. #2
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    Standard

    Moin,
    meiner Ansicht nach muß Du eine bis zwei Kernbohrungen (Topfbohrer) machen, um den Zustandes des Holzes zu prüfen. Besonders der Übergang LUFT / Wasser prüfen, hier ist mit dem grössten Schaden zu rechnen!!
    Sollte das Holzkern noch nicht angegriffen sein (Holzfäule), den GFK Mantel so weit wie möglich entfernen, Holz in einem warmen, gut belüfteten Raum trocknen (aber nicht direkt neben der Heizung), wenn trocken, Haftvermittler (z.B. G4) aufbringen und neu mit GFK beschichten. Ich würde auch den Übergang Luft / Wasser (Wasserpassbereich) beschichten.
    dirty-harry

  3. #3
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    Zitat Zitat von Floin Beitrag anzeigen
    .... Wie prüft man, ganz allgemein, die Stabilität eines Ruderblattes?
    Man spannt es ein und belastet es bis zum Bruch

    Habe vor Jahren marodes Holz bei einem freistehenden Spatenruder ersetzt. Da werden die Biegekräfte aber von einer Edelstahlwelle aufgenommen.
    Bei einem angehangenen Ruder wird die Biegung vom "Brett" aufgenommen da würde ich das Holz nicht durch irgendetwas anderes ersetzen. Bei der Aufnahme von Kräften quer zur Faser ist (langfaseriges) Holz (bei gleichem Gewicht) nahezu unschlagbar.
    Du kannst jetzt entweder aneinandergeleimte Stäbe(Epoxy) oder eine Sperrholzplatte shapen und dann mit GfK überziehen. Ist wahrscheinlich weniger Arbeit als flicken.
    Gruß Franz

  4. #4
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    Zitat Zitat von grauwal Beitrag anzeigen
    Man spannt es ein und belastet es bis zum Bruch
    man könnte doch vorher damit aufhören...

    Vielen Dank Dirty-Harry und Franz!

  5. #5
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    Hallo Floin,
    die Tipps von Dirty-Harry (Haftvermittler G4) und von Grauwal (aneinandergeleimte Stäbe) sind schon Klasse.
    Sperrholz solltest du nur nutzen, wenn die Lasten durch ein dickes GfK-Laminat aufgefangen werden, denn beim Sperrholz halten die querliegenden Fasern dem Ruderdruck nicht stand - es trägt also nur mit der Hälfte seiner Lagen.
    Übrigens benötigt Holz sehr lange zum Austrocknen - sollte das Ruder wirklich stark durchnässt sein und stärker als 2 cm sein, wird das Winterhalbjahr kaum reichen.
    Werden eigentlich wieder Beschläge montiert, durch deren Bohrlöcher wieder Wasser eindringen kann?
    Herzlichen Gruß

  6. #6
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    Standard Vorschläge: a) Bohren und sehen b) mit Feuchtemesser Vergleichsmessungen c) Radikal:

    Vorschläge:

    a) Bohren und sehen

    b) mit Feuchtemesser Vergleichsmessungen

    c) Radikal:

    > mach ALLES NEU... wasserfestes Sperrholz sonstwie schöne Verleimungen
    > ummantel das NEUE dann 100 % 2-3 x mit gewebter Matte und EPOX

    Warum ?

    > gerade in extremer Belastung - pfeift der Murks dann weg
    > sollte das in ner Hafeneinfahrt oder neben gr.Schiffverkehr passieren
    hast du nicht mal mehr Zeit dir in den Hintern zu beissen

    Das war das Wort zum Sonntag ;-)

  7. #7
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    Zitat Zitat von grauwal Beitrag anzeigen
    Man spannt es ein und belastet es bis zum Bruch

    Habe vor Jahren marodes Holz bei einem freistehenden Spatenruder ersetzt. Da werden die Biegekräfte aber von einer Edelstahlwelle aufgenommen.
    Bei einem angehangenen Ruder wird die Biegung vom "Brett" aufgenommen da würde ich das Holz nicht durch irgendetwas anderes ersetzen. Bei der Aufnahme von Kräften quer zur Faser ist (langfaseriges) Holz (bei gleichem Gewicht) nahezu unschlagbar.
    Du kannst jetzt entweder aneinandergeleimte Stäbe(Epoxy) oder eine Sperrholzplatte shapen und dann mit GfK überziehen. Ist wahrscheinlich weniger Arbeit als flicken.
    Gruß Franz
    Hallo Floin,

    ich kann mich den Ausführungen von Franz nur anschliessen, genau darum geht es. Um den Kern genau zu prüfen, läßt sich so ein Ruderblatt mit entsprechendem Werkzeug auch in 2 Hälften zerteilen, dann siehst Du, inwieweit der Kern / Holz noch gut ist. Somit kannst Du das Profil erhalten, denn dieses Profil wieder aufzubauen bei einem neuen Blatt, ist die grösste Arbeit. Ein vernünftiges Ruderblatt ist auch heute noch aus Holz mit Gewebe lagen nebst Epoxy überzogen, welches es heute auch schon als gewebtes biaxiales Gewebe +45/-45 Grad gibt, das wäre dafür optimal.
    Hier noch ein Link zu einer Selbstbauanleitung, die als Alternative bestimmt interessant ist:

    http://www.diabolo-klasse.de/ruder.htm


    Gruss Wiesel_Schraube

  8. #8
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    Vielen Dank Langer, nunsagdochmal und Wiesel_Schraube! Bin wirklich beeindruckt von der Menge wertvoller Informationen, die ich hier bekommen habe. Habe lange hin und her überlegt. Im Moment tendiere ich zur radikalen Lösung, also zum neuen Holzkern - irgendwie eine aufbauendere Arbeit als am alten Holzkern zu werkeln, der womöglich gar nicht richtig trocken wird. "Wenn ich schon komplett neu laminiere, dann auch auf neuem Kern", ging mir durch den Kopf. Das Boot kommt am Wochenende aus dem Wasser, dann sehe ich mehr.
    Oberhalb des Wasserpass sind die Beschläge mit vier Stahlbolzen befestigt, die quer durchs das Blatt gehen. Die entsprechenden Löcher könnte ich ja von innen laminieren, so dass Bolzen und Wasser keinen Kontakt zum Holz haben, oder? Unterhalb des Wasserpass ist ein Beschlag von außen aufgeschraubt. Eine der Schrauben fasste im Frühjahr nicht mehr richtig, ließ sich nicht mehr richtig anziehen, was wohl nicht für den alten Holzkern spricht. Sollte man den Beschlag aufs Holz schrauben und ihn dann mit dem Kern überlaminieren?

    Gruß

    Kai

  9. #9
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    Hallo Kai,

    mach mal schöne Fotos und stelle die hier ein, dann wird die Sache klarer.
    Solltest Du Dich für einen Neubau entscheiden, hab keine Angst davor, selbst wenn Du es zum ersten Mal machst, das klappt, entscheident sind die vorbereitenden Planungsarbreiten. Die grösste Schwierigkeit besteht im herausarbeiten des Profils, dabei solltest Du Dein eigenes Profil auch mal genau begucken, nicht dass Du ein schlechtes Profil wieder nachbaust, da gibts Unterlagen über die Profiltypen, denn die Anströmkante eines Ruderblattes ist enorm wichtig, natürlich auch die Abrisskante.
    Wenn Du Fragen zu den Materialien hast, kannst Dich gern melden, laminiere schon einige Monate und hoffe bei meinem Refit auch irgendwann fertig zu sein.


    Gruss Wiesel_Schraube

  10. #10
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    Danke Wiesel_Schraube,

    die Floin ist jetzt im Winterlager. Hatte noch nicht die Zeit für genaue Untersuchungen, aber es sieht so aus als wenn am Ruderblatt Teile des Flick-Laminats vom Frühling einfach weggeflogen sind, was wohl zeigt, dass so ein nasser Holzkern nicht unbedingt das ideale ist . Das wäre natürlich der Hammer, wenn ich nächste Saison ein neues Blatt mit verbessertem Profil hätte. Erkläre doch bitte, welche Eigenschaften der Yacht vom Profil des Ruderblatts abhängen. Wie bestimmt man das ideale Profil? Wie wichtig ist die Form, von der Seite aus gesehen. Sah im Internet Fotos von Ruderblättern, die an Finnen von Orkas erinnern, während mein Ruderblatt eher viereckig ist.
    Mein Boot dreht definitiv nicht "auf dem Teller" - kann das womöglich am Profil liegen?

    Kai

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