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  1. #1
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    Standard Elektroantrieb für MAXI 77

    Über Elektroantriebe habe ich hier und anderswo viel gelesen. Die Vorteile wie Raumersparnis, Wartungs- und Pflegearbeits-Ersparnis, kaum Geräuschentwicklung finde ich bestechend angesichts der Informationen über Stärke der E-Motoren und die notwendigen Kapazitäten von Akkus nach heutigem Stand der Entwicklung. Und so rückt bei meiner Tochter und mir die Entscheidung, unseren alten Diesel Volvo-Penta MD5B (4,5 kW/8PS) von 1982 gegen einen E-Motor zu tauschen immer näher. Zum Beispiel einen Kräutler Saildrive-E-Motor oder einer von torqueedo.

    Die Fragen, die uns für eine geplante Umrüstung auf E-Motor beschäftigen, möchte ich gern hier zur Diskussion stellen (unser Revier ist die Ostsee, speziell die dänische Südsee, unser Boot liegt in Wendtorf):
    Wie groß/stark müsste der E-Motor für die 2 t MAXI77 sein?
    Welche und wieviele Akkus wären zu empfehlen?
    Wie aufwendig wäre die Umrüstung mit allem drum und dran, wer macht solche Arbeit?
    Selber machen - im Winterlager draußen auf dem Bock??

    Wieviel kostet wohl die gesamte Umrüstung??? Lohnt sich das für unser altes Boot??

    Ich höre gern Eure Meinungen dazu, einfach aus dem Bauch gesprochen ebenso wie (und die noch lieber) aus Erfahrung gesprochen.

    Holger

  2. #2
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    Das dürfte auf die stärksten heute flächendeckend verfügbaren E-Antriebe herauslaufen, z.B. Cruise. Allerdings heisst das auch mindestens 2x 200Ah Akkus (Stück ca 65kg gewicht), heftige Stromkabel die eine saubere Führung brauchen - sonst zeigt der Kompass die Umdrehung der Welle an ... und dann dürfte man da um die 10 sm Reichweite und ca 2 Stunden Betrieb raus bekommen wenn alles neu ist.

    Mir wäre das als Hauptmaschine zu unsicher, zumal die Umweltsauerei mit dem Entsorgen der Akkus auch in der Ökobilanz heftigst niederschlägt.

    Die Umrüstkosten dürften ungefähr ab 2/3 der Kosten für einen neuen Diesel liegen. Aber wie bekommst Du die Akkus wieder voll? In den meisten Marinas dürften die Landstromanschlüsse nicht reichen, es sei denn man legt sich an die Stege mit Starkstrom für die Motorbratzen - aber das kann es ökologisch ja nun auch nicht sein.
    Geändert von bajou (04.10.2009 um 14:00 Uhr)

  3. #3
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    Vetus bietet nach meinem Kenntnisstand folgendes System an:
    Saildrive-Elektromotor, betrieben durch Batterien, die im Bedarfsfall durch einen Generator geladen werden. Das erhöht die Reichweite und die Unabhängigkeit von einer Landstromsteckdose.
    Mast- u. Schotbruch
    Dalben3

  4. #4
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    Vielen Dank für Eure Stellungnahmen, Bajou und Dalben3.

    @ bajou: Die Unsicherheit wegen knapper Reichweite gegenüber einem vollen Dieseltank ist ein starkes Argument. Aber ich gehe davon aus, den Motor nur für die Hafenmanöver zu brauchen. Ich habe zwar mal auf der ganzen Strecke Aerö - Kieler Bucht Flaute erlebt, in so einer Situation wären die Akkus anschließend wohl leer, wenn man nicht etliche Stunden Dahin-Dümpelns aushalten will.

    Es gibt positive Berichte über Elektroantriebe in jahrelangem Einsatz bei kleineren Booten wie der MAXI 77, zur Frage Reichweite und Aufladen der Akkus würde ich aus der Richtung gern mehr hören.

    Ich weiß auch nicht, ob Deine Angaben über 10 sm Reichweite/2 x 100 Ah-Akkus wirklich dem heutigen Stand der Technik entsprechen, sowohl in Bezug auf Akkus wie auf Wirkungsgrade der E-Motoren und Saildrives (Propeller).

    Der Gedanke an die Vorteile eines Elektroantriebs lässt mich so schnell nicht aufgeben. Meine Alternativen wären: Jedes Jahr neue teure und umständliche Reparaturen am alten VolvoPenta MD5A / Ein neuer Einbaudiesel (teuer) / Ein neuer Außenborder (Verschlechterung der Motorisierung - oder?).

    Ich danke für Stellungnahmen zur Entscheidungshilfe.

    Holger

  5. #5
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    Hallo Holger,

    hatte neulich eine ähnliche Diskussion. Dabei ging es aber um eine entsprechende Umrüstung bei einem 45" Kat.
    Gestern fand ich dann auf der Website von Fischer-Panda einige Infos.
    Nicht uninteressant. http://www.fischerpanda.de/products/deu/doc/182
    Auch in der nächsten Ausgabe von Palstek soll wohl das Thema besprochen werden. Für kleinere Boote ist das gewiss auch eine gute Alternative.

    Rossio

  6. #6
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    Ein interessanter Link, Danke Rossio!

    Die Palstek habe ich abonniert, die Artikel über E-Antriebe verfolge ich.


    Holger

  7. #7
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    Zitat Zitat von Holpr Beitrag anzeigen
    Vielen Dank für Eure Stellungnahmen, Bajou und Dalben3.

    @ bajou: Die Unsicherheit wegen knapper Reichweite gegenüber einem vollen Dieseltank ist ein starkes Argument. Aber ich gehe davon aus, den Motor nur für die Hafenmanöver zu brauchen. Ich habe zwar mal auf der ganzen Strecke Aerö - Kieler Bucht Flaute erlebt, in so einer Situation wären die Akkus anschließend wohl leer, wenn man nicht etliche Stunden Dahin-Dümpelns aushalten will.
    Das ist auch eine Frage der persönlichen Nutzung des Schiffs. Wenn es niemals auf den genauen Ankunftszeitpunkt ankommt und man gegebenenfalls auch einmal einen Tag auf der Kieler Bucht dümpeln kann ohne schwitznasse Pfoten zu bekommen, dann kann man das machen.

    Die Klimaveränderung hat uns allerdings deutlich variableres Wetter als früher beschert und dieses Jahr hatte ich zwei Tage an denen ausser Motor auf der Ostsee gar nichts ging - aber musste, weil hinter der Flaute ein fieses Tiefdruckgebiet gegen die allgemeine Zugrichtung kam ...

    Zitat Zitat von Holpr Beitrag anzeigen
    Es gibt positive Berichte über Elektroantriebe in jahrelangem Einsatz bei kleineren Booten wie der MAXI 77, zur Frage Reichweite und Aufladen der Akkus würde ich aus der Richtung gern mehr hören.
    Die RAROIA sagt Dir schon was? -> http://www.yacht.de/schenk/who/who24.html

    Zitat Zitat von Holpr Beitrag anzeigen
    Ich weiß auch nicht, ob Deine Angaben über 10 sm Reichweite/2 x 100 Ah-Akkus wirklich dem heutigen Stand der Technik entsprechen, sowohl in Bezug auf Akkus wie auf Wirkungsgrade der E-Motoren und Saildrives (Propeller).
    Die Reichweitenangaben findet man auf den Webseiten von Torqueedo für einen 9m Seekreuzer auch und sollten aber nur bei neuen Akkus zu erreichen sein - nach typisch einem Jahr sind die meist nur noch bei 80% ...

    Zitat Zitat von Holpr Beitrag anzeigen
    Der Gedanke an die Vorteile eines Elektroantriebs lässt mich so schnell nicht aufgeben. Meine Alternativen wären: Jedes Jahr neue teure und umständliche Reparaturen am alten VolvoPenta MD5A / Ein neuer Einbaudiesel (teuer) / Ein neuer Außenborder (Verschlechterung der Motorisierung - oder?).

    Ich danke für Stellungnahmen zur Entscheidungshilfe.

    Holger
    Wieder back to the question - wie soll das Schiff genutzt werden? Wenn man auch mal Paddeln statt Segeln in Kauf nimmt, oder auch mal nur dümpeln so wie früher, dann mag das eine Option sein, aber ich halte das - noch - für keine gute Idee.

  8. #8
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    Die RAROIA kannte ich noch nicht - ein sehr interessanter Hinweis! Da interessieren mich sehr Einzelheiten über den E-Antrieb, die Akkus und die Akku-Lademöglichkeiten in den Häfen ihres Törns rund um die Welt.

    Das mit der Nutzung des Schiffes stimmt natürlich. Meistens können wir uns Zeit lassen. Aber eben nicht immer. Nächste oder übernächste Saison will meine Tochter mit Freundinn rund um die Ostsee - ein Törn für die ganze Saison. Ist da nun ein Diesel wegen Zuverlässigkeit besser, oder kann man sich auf E-Antrieb genug verlassen. Die RAROIA hat's vorgemacht!


    Holger

  9. #9
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    Zitat Zitat von Holpr Beitrag anzeigen
    Die RAROIA hat's vorgemacht!
    Sven und Annett hatten zum Zeitpunkt der Weltumseglung allerdings beide ihren Abschluss als Elektro-Ingenieure und haben so einiges an Reparaturen unterwegs selber machen können ... schreib die beiden doch an, sie geben sicher einen Input zu der Fragestellung.

  10. #10
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    hallo,
    ich habe jetzt die Erfahrung von 2 ganzen Saisons mit einem Torqeedo cruise an meiner Delanta 76 bei ca 2,3 to Gewicht.
    Einige Berichte meiner Erfahrungen habe ich in diesem Forum schon geschrieben und stehe auch seither mit anderen Torqeedo Nutzern in Verbindung.
    Wenn du unter dem Stichpunkt suchen "Torqeedo" eingibst, kannst du einiges über diesen Motor lesen.
    Vorab kann ich den Umbau nur empfehlen, ist nicht so schwer und auch nicht sehr aufwendig. Falls du Fragen hast, kannst du dich gern direkt an meine e-mail Adresse wenden: rrbergau@kabelmail.de
    Ein paar Bilder kann ich auch verschicken.
    bis dann

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