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  1. #1
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    Standard Ruderanlage beim Kauf überprüfen?

    Hallo Leute, ich suche z. zt ein älteres Schiff z.B Albin Ballad, Optima o.ä. Ich habe mich da noch nicht festgelegt.
    Da es sich bei diesen Schiffen um ältere Baujahre handelt, frage ich mich angesichts der aktuellen Diskussion z.B http://www.ln-online.de/artikel/2668776 dazu http://www.ln-online.de/artikel/2668776 oder hier im Forum " Ruderbruch bei Bavaria 39 "

    Wie kann man (ich) die Ruderanlage beim Kauf der oben genannten Boote sinnvoll überprüfen ?
    Ausser Sichtkontrolle, bewegen nach Stb bzw. Bbd fällt mir nichts weiter ein? Gibt es noch weitere Möglichkeiten ? Vielen Dank für die Infos

  2. #2
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    Steueranlage:
    Die Optima hat eine Radsteuerung, während die Ballad pinniert wird. Bei letzterem ist Spiel im System kaum möglich, es sei denn, der Pinnenkopf ist lose. Lässt sich leicht durch Wackeln überprüfen. Bei einer Radsteuerung wird es komplizierter: Erst mal am Rad hin- und her drehen und auf Spiel achten. Ansonsten: Ab in die Kiste und (je nach System) Kabel, Ketten, Kardan, Koker und Räderwerk (Umlenkrollen) oder gar Hydraulik prüfen. Ketten/Seile lassen sich nachspannen. Ersatzpinne vorhanden? Lässt sich der Koker erreichen?

    Unter Wasser: Hier lässt sich durch seitliches Wackeln am Blatt Spiel in den Lagern erkennen. Das Blatt selbst ist anfällig für Feuchtigkeit. Das bekommt man aber non-invasiv (Anbohren) verlässlich nur mittels Feuchtigkeitsmesser heraus. Abklopfen und auf "dumpfen" Klang achten ist nicht wirklich zuverlässig. Manchmal gibt es unten eine Ablassschraube, die man mal öffnen sollte. Falls ein Skeg vorhanden ist, auf Risse an der Verbindung zum Rumpf achten. Die Skegs sind meist hohl (Wasser drin?) und separat an den Rumpf laminiert.

    Alles in allem aber kein Hexenwerk. Rudersanierungen sind kein großartiges Problem.

  3. #3
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    Das Problem bei Ruderblättern ist oft Frost. mit der Zeit dringt Wasser ins Blatt und im Winterlager friert es und sprengt das Blatt. Es können auch nur Haarrisse sein, die im Frühling mit Antifouling zugekleistert werden und alles scheint in Ordnung. Aber die Schädigung und Schwächung ist da.

    Am besten bei Kauf eines Gebrauchtschiffes einen Sachverständigen einschalten um so etwas auszuschalten. Der prüft dann auch die gesamte Anlage, inkl. Lagerspiel, bei Radsteuerung ggf. Steuerseile, Quadranten, Lenkstangen etc.
    Handbreit - Ralf

  4. #4
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    ein aelteres Boot muss aus dem Wasser und dann wird der Rumpf nach Nasszellen geprueft und natuerlich auch das Ruder .....

    Das boot Rausnehmen zahlt der Kaeufer genau so wie das Gutachten auch vom Kaefer zu bezahlen ist. Ebenso das wieder reintun ins Wasser falls vom EIgner gewuenscht ....ist vom KAeufer zu bezahlen.

    Gutachten sind immer nur so gut wie der Gutachter ! Da wird viel Bloedsin gemacht deswegen rate ich eigentlich davon ab sobald es sich um ein "Schnaeppchen" handelt, kann der Preis des Gutachtens schnell den Preis ins un erschwingliche erhoehen ....

    dann muss abgewaegt werden ob eine Ruder Sanierung zb nicht billiger ist als das Gutachten ....

    thor
    Thor

  5. #5
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    Moin,

    gerade die Ruderanlage sollte bei älteren Booten genauer überprüft werden.
    Die Mechanik von Radsteuerungen lasse ich mal außen vor, damit kenne ich mich nicht aus. Aber sicher sollten Bowdenzüge, Umlenkungen usw. auf Verschleiß gecheckt werden. Im Freundeskreis riss ein schamfilter Bowdenzug und bescherte einen Starkwind-Nordseetörn mit Notpinne. Muss man nicht haben.

    Zum Ruder selbst (Typus Spatenruder, bei angehängten Rudern ist die Demontage leichter):

    1. Lager. Sind im Original meist Gleitlager und häufig ausgeschlagen (klappern). Zum Wechseln muss das Ruder ausgebaut werden und das geht - weil nach unten abzusenken - häufig nur am Kran oder durch Anheben des Winterlagergestells oder ähnliche Tricks => ergo kann es sein, dass es noch nie oder lange nicht mehr gemacht wurde.
    Klappernde Ruder sind an sich noch kein großes Drama. Ignorieren sollte man sie trotzdem nicht, denn einmal ausgeschlagen, schreitet der Prozess rasch weiter voran und irgndwann ist auch die Welle nicht mehr rund und dann wird eine Sanierung aufwändig.

    2. Ruderwelle: Entlang des Ruderwelleneintritts kommt es häufig zu Leckagen. Dann sind die Ruder innen partiell oder sogar großflächig durchnässt. Risiken: Osmose, Zersetzung des Laminats, Mitnehmerstifte scheren ab bzw. halten nicht mehr im Gewebe. Habe ich vor einigen Jahren erlebt: Plötzlicher Ruderbruch bei Starkwind und hoher achterlicher See, bei der Demontage stellte sich heraus, dass das Ruder seit Jahren vollgelaufen war und das Laminat um die Welle zersetzt war.
    Prüfung: Am besten mit Feuchtemesser. Man kann sich aber auch den Bereich um den Welleneintritt und den Zustand der Dichtmasse kritisch ansehen.
    Aber: Auch unser Ruder mussten wir sanieren und optisch waren KEINE Auffälligkeiten erkennbar. Bei Verdacht und wenn der Verkäufer es zulässt, kleine Kontrollbohrung durchführen.
    Aber: In unserem Falle wäre man auch damit nichts geworden, weil nur die oberen 10 % um den Welleneintritt nass waren. Wir haben das gesamte Ruder mit Kontrollbohrungen perforiert und DAS lässt ein Verkäufer wohl kaum zu.

    3. Delamination von Ruder-Halbschalen: Ist eine Schwachstelle vieler Ruder. Erkennbar an Riss- oder Haarrissbildungen an den Nähten zwischen den Schalen. Sind sie sichtbar, muss damit gerechnet werden, dass auch bereits Wasser eingetreten ist.

    Conclusion: Rechne bei älteren Schiffen stets mit Sanierungsbedarf am Ruder, es sei denn, der Eigner kann dokumentieren, dass er selbst bereits eine Sanierung vorgenommen hat.
    Ich schätze mittlerweile, dass die meisten Ruder auf älteren Schiffen Wasserschäden haben und die Eigner es nur nicht wissen (oder wissen wollen).

    Grüße

    Andreas
    Geändert von Andreas120 (06.10.2009 um 17:17 Uhr)

  6. #6
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    Zitat Zitat von Andreas120 Beitrag anzeigen
    Conclusion: Rechne bei älteren Schiffen stets mit Sanierungsbedarf am Ruder, es sei denn, der Eigner kann dokumentieren, dass er selbst bereits eine Sanierung vorgenommen hat.
    Ich schätze mittlerweile, dass die meisten Ruder auf älteren Schiffen Wasserschäden haben und die Eigner es nur nicht wissen (oder wissen wollen).
    Harte Worte, aber leider wohl wahr.
    Andererseits kostet ein Ruder bei 10m Schiffsgröße um die 3-4000 EUR. Wenn man also beim Kauf gut drauf achtet kann man es vielleicht gleich mit einkalkulieren und ist auf der sicheren Seite, es geht halt um Sicherheit.
    Handbreit - Ralf

  7. #7
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    Vielen Dank für die sachdienlichen Hinweise. Mfg

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