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  1. #1
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    Standard Umleitung von Fallen ins Cockpit

    Es gibt ja kaum noch Serienboote, wo das nicht so ist. Warum?
    Erstens: Müsste ja ohne Umlenkung billiger sein. Warum wird das nicht als Extra verkauft?
    Zweitens: Wie um alles in der Welt fädelt man ein neues Fall in eine verdeckte Führung ein wenn es mal reisst oder zu tauschen ist?
    Alle grossen Segler machen bedienen die Fallen am Mast. Sind die Chartercrews zu blöd? Zu faul? Was ist der Grund für diesen seltsamen Trend?

    Danke für eure Hypothesen!

  2. #2
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    Standard

    Zitat Zitat von marebaltikum Beitrag anzeigen
    Was ist der Grund für diesen seltsamen Trend?
    Ich denke es ist einfach modern, bequem und insgesamt sicherer wenn die Fallen bei Fahrtenyachten ins Cockpit umgeleitet sind.

    Cheers

  3. #3
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    1. Beim segel setzen, reffen & bergen muß man das cockpit nicht verlassen. Spätestens, wenn es zeit ist das 3. reff einzubinden, weiß man das zu schätzen: Einpicken (falls strecktau vorhanden), auf allen vieren zum mast, mit einer hand das fall bedienen (damit die zweite für verbleib an deck sorgen kann), rückweg antreten. Falls man allein unterwegs ist, das ganze nochmal (es sei denn, man hat die reffleinen auch noch am mast). Kurzum: Ein wesentlicher sicherheitsaspekt.

    2. Man besorgt sich beim segelmacher eine geeignet lange segelllatte (typ "dünn & rund"), befestigt an einem ende ein segelgarn mit tape, führt die latte durch die fallführung bis man das garn zu fassen bekommt, befestigt jetzt am anderen ende das garn mit wenigen stichen am fall, und zieht schließlich das garn ganz durch die führung, bis man das fall zu fassen bekommt.

    Falls das fall jedoch unterwegs reißt, so verfährt man wie bei einem gerissenen fall, das am baum befestigt ist.

  4. #4
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    ich hab alle Fallen am Mast und beneide alle, die beim Segelsetzen und -bergen im Cockpit bleiben können.

  5. #5
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    Standard

    Ja, ja, früher war alles besser:

    Da durften wir dann bei viel Lage nach vorn auf das bockende Deck, immer schön die Lifeline einklinken, ausklinken, ein.... Dann anluven und sich das Schothorn der Fock an den Kopf knallen lassen. Jetzt, im Wind stampfend, kommt auch das erste Grüne Wasser über Deck- vielleicht hätte man sich besser doch die Stiefel angezogen. Jetzt das Fall fieren, und den Hals in den Haken unter dem hängenden Tuch fummeln. Dann das Fall über die Winsch (zum Glück steckt da diesmal die Kurbel, die ich beim letzten Mal vergessen hatte, und das Fall wieder dicht winschen. Jetzt freihändig auf dem hüpfenden Deck stehend das Fall aufschießen - Mist, meine Lieblingsmütze fliegt gerade nach Lee über Bord. Keine Panik, wir sind gleich fertig hier vorn - jetzt aber die Reffline für das Schothorn nicht vergessen. Die muss nur noch über die Winsch, dichtholen, Belegklemme zu, aufschießen, fertig. Zum guten Schluss abfallen und bei ordentlich Lage die Reffbändsel um den Baum pfriemeln - dabei nicht vergessen, in den taktisch richtigen Momenten die Lifeline umzupicken.

    Jetzt zurück ins Cockpit und den Steuermann fragen, warum er in Gottes Namen so weit im Wind war, das die Fock einen beinahe von den Füßen geholt hätte. War aber echt ein tolles Erlebnis - wir sind ja noch Old-School-Sailors im Gegensatz zu diesen Weicheiern mit dem Einleinenreff.

    Nun schnell die Socken und die Schuhe wechseln, und dann wieder nach vorn, diesmal aufs Vorschiff um die Genua gegen die kleine Fock zu tauschen. Wir sind ja echt harte Kerle und nicht so Rollfock-Warmduscher.

    Also erst den Sack mit der Arbeitsfock holen, Zeisinge in die Tasche stopfen, Steuermann instruieren, nach vorn kriechen (Lifeline!), den Focksack festbinden. Jetzt das Fall lösen, die knallende Genua einsammeln und an der Reling anbändseln. Stagreiter aushängen, jetzt erst einmal ducken, den Brecher abwarten und die Fische wieder ausspucken. Nun die Stagreiter abfummeln und sich schon mal fragen, ob man den Sack mit der kleinen Fock selber gepackt hat, oder irgendjemand anders das Tuch da einfach so reingestopft hat. Glück gehabt - das sieht gut aus, der Hals liegt oben und die Stagreiter griffbereit. Nun alles wieder aufs Stag fädeln, den Schnappschäkel des Falls umhängen und an der Reling sichern. Jetzt die Schoten nicht vergessen - die sitzen mal wieder schön fest, aber die Finger sind ja sowieso schon kalt und gefühllos. Endlich ist das auch erledigt, jetzt die Fallsicherung entfernen und die Fock hochziehen. Nun zum Mast, Fall auf die Winsch, durchsetzen, belegen, aufschießen, und (Lifline!) zurück ins Cockpit.

    Na das ging ja ganz ordentlich - nur 7 Minuten, dafür aber bis auf die Unterhose nass und schon deutlich angezählt. Sollte der Wind weiter zugelegt haben? Dann lohnt sich auch das Umziehen nicht, bevor das zweite Reff im Groß ist fällig. Und die Sturmfock.

    Ja, früher war alles besser.

    Handbreit ...

  6. #6
    avi Gast

    Standard

    Zitat Zitat von marebaltikum Beitrag anzeigen
    Es gibt ja kaum noch Serienboote, wo das nicht so ist. Warum?
    Erstens: Müsste ja ohne Umlenkung billiger sein. Warum wird das nicht als Extra verkauft?
    Zweitens: Wie um alles in der Welt fädelt man ein neues Fall in eine verdeckte Führung ein wenn es mal reisst oder zu tauschen ist?
    Alle grossen Segler machen bedienen die Fallen am Mast. Sind die Chartercrews zu blöd? Zu faul? Was ist der Grund für diesen seltsamen Trend?

    Danke für eure Hypothesen!
    tsts... wiedermal "billiger"....

    ein fall reisst nicht, es bricht. und wie zum henker fädelt man es in einen mast ein, wo die fallen doch so schön versteckt sind?
    was haben großsegeler mit chartercrews zu tun?
    ich bin jedenfalls froh, das alle leinen ins cockpit laufen.
    sollen andere doch zum mast hampeln.

  7. #7
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    Standard

    @4five: Klasse, das trifft's genau Aber es soll ja auch noch Masochisten geben

  8. #8
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    @ 4five BRÜLL KLOPF LACH HEUL

    Wenn man es sich bildlich vorstellt ist es schon gut, wenn man es erlebt hat noch besser. Ne nie wieder um Mast wenn es nicht unbedingt sein muss. Und ja ich bin faul und steh dazu.

    Handbreit

  9. #9
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    Volle Zustimmung 4five,
    warum sieht man so häufig Boote mit falscher Segelfläche? Etwa weil es so bequem ist die o.a. Vorgänge durchzuführen? Nicht selten, dass wir fünf, sechsmal an einem Tag die Segelfläche verändern. Reffen dauert ca. eine halbe min, Ausreffen etwas länger.
    Was die Rollfock betrifft, so beneide ich jene, deren Boote sich dafür eignen. Bei uns sind die Segelflächen der Focken zu unterschiedlich, eine Rollfock kann solche Unterschiede nicht bedienen. Darum wechsele ich die Gen. zur Fock eher zu früh als zu spät. Hart wir es erst wenn die kleine Fock herhalten muss, dieser Wechsel findet erst bei ca. 6Bft statt. Wenn es beim Start schon weht, kann ich mir den Wechsel auch sparen.
    Segelt man ein Schiff, dass nicht werftseitig bereits vorgerefft ist, kann man die Reffeinrichtungen gar nicht bequem genug haben. Tonnenschwere Schlachtschiff, die frühestens bei Starkwind die Segelfläche verkleinern, sollen ruhig am Mast reffen, kommt ja selten genug vor. Bis dahin fahren sie eh unter Motor.

    Zitat Zitat von 4five Beitrag anzeigen
    ..... die Reffbändsel um den Baum pfriemeln - dabei nicht vergessen, in den taktisch richtigen Momenten die Lifeline umzupicken.

    ....
    Wer legt eigentlich noch die Reffbendsel um? Die mögen ihre Berechtigung bei Risen-Baumwoll-Lappen gehabt haben. Wir binden sie jedenfalls nicht. M.E eignen sie sich nur um die Segel zu zerreißen.
    Gruß Franz

  10. #10
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    Ja, das Fockproblem ist auch bei uns nicht sauber gelöst. Unsere riesige 140% Genua lässt sich auch mit Rollanlage nicht so reffen, das man für AmWind-Kurse brauchbar betucht wäre. Halb- oder VorWinds ist das kein Problem, da unsere Genua aus sehr schwerem Tuch gefertigt ist und mit allerlei Schaumstreifen einigermaßen in Form gehalten wird. Deshalb haben wir für die harten Fälle (>5 Bft, Ziel in Luv) eine kleine Fock angeschafft, die allerdings in der Nut der Rollanlage gefahren wird, da ich das Gebastel mit dem zweiten Vorstag auch nie richtig in den Griff bekommen habe.

    Genau hier liegt der Pferdefuß: Wenn man schon im Hafen weiß, dass es dicke kommt, hat man die Wahl: Viel Arbeit oder Törnplanung ändern und Ziele aussuchen, die raumer liegen. Unterwegs, insbesondere in schwerer See, halte ich es mittlerweile für kaum noch verantwortbar, die große, schwere Genua zu ersetzen, zumal die ja nicht wie bei Stagreitern einfach runterfällt, sondern mit ganzem Körpereinsatz heruntergezerrt werden will. Im Ergebnis ist die edle, kleine, schön flach geschnittene, stabile (und teure) Fock in den letzten Jahren nur einziges Mal benutzt worden.

    Produzieren Einleinen-Reffs im Groß und Rollfocks am Ende doch nur noch zweitklassige Segler, die sich immer dann auf Sicherheitsbelange herrausreden, wo es doch eigentlich um pure Faulheit geht?

    Handbreit ...

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