Umfrageergebnis anzeigen: Jessica's Laufbahn als Seglerin für mich weiter interessant

Teilnehmer
16. Sie dürfen bei dieser Umfrage nicht abstimmen
  • Ja

    10 62,50%
  • Nein

    6 37,50%
Seite 29 von 117 ErsteErste ... 1927282930313979 ... LetzteLetzte
Ergebnis 281 bis 290 von 1162
  1. #281
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    Standard Thank you, ...

    Zitat Zitat von sagnix Beitrag anzeigen
    ... Keep up the good work!~sx
    ... I will try my very best.
    c

  2. #282
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    Standard ...

    alles Gute Jess, der Sturm geht auch vorbei, bald hast Du es geschafft

    http://www.bild.de/BILD/news/telegra...=12210674.html

  3. #283
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    Standard Gegenan und Blitz-Gewitter

    Donnerstag, 15. April 2010

    Die letzten Tage waren etwas hart für mich (ja, das ist eine Neu-Auflage
    dessen, was ich bisher als „interessant“ beschrieb), mit starken Winden
    von vorn, Kreuz-Seen, jede Menge Blitze und auch einigen hochdramati-
    schen Momenten an diesem Morgen.

    In der Nacht zuvor hing der Himmel blitz-geladen, mit Einschlägen teil-
    weise so nahe von uns, dass die Beschreibung “unangenehm” noch ge-
    schmeichelt ist. Diesmal kam alles ohne Wind und Regen daher, was es
    auf der einen Seite eher schlechter machte, weil ich nun die geringe Dis-
    tanz zu den Blitz-Einschlägen deutlich sehen konnte. Eine Blitz-Serie nach
    der anderen rollte über uns hinweg, brachte meine Nerven an den Rand
    des Erträglichen und ich war weit davon entfernt, in einen wirklichen
    Schlaf zu verfallen. Einige der Blitze waren so hell, dass ich daran dachte,
    meine Sonnenbrille aufzusetzen !

    Aber nach ein paar Stunden entschied ich, dass mich nicht weiter durch
    Zuschauen verrückt machen wollte. Ich griff nach dem schrägsten Roman
    den ich finden konnte, programmierte eine Reihe der sanftmütigsten Mu-
    sikstücke hintereinander auf meinen iPOD, setzte mich zum Lesen hin und
    schaltete einen der zwei Lautsprecher an (ich benutze fast immer nur ei-
    nen der beiden, so dass ich noch ein Ohr frei habe für das Geschehen an
    Deck. Nach so langer Zeit auf See mit „Ella’s Pink Lady“ segele ich sie
    weitgehend mit meinen Ohren, also nicht direkt im Wortsinn, aber ich bin
    auf dem Quivive für jede kleine Geräusch-Änderung !).

    Danach hat sich der Wind, einhergehend mit Regengüssen und Kreuz-
    Seen, inzwischen auf 25 bis 30 Knoten hochgeschaukelt – von Vorn !
    Und das ist nicht meine Definition von angenehmem Segeln. Dann, als
    ich gerade zu denken begann, dass sich die Dinge zum Besseren wen-
    den, wurde der Wind wie verrückt böig, legte „Ella’s Pink Lady“ auf die
    Seite und hielt sie dort für eine Weile. Während ich dabei ernsthaften
    Spaß entwickelte (bitte überseht nicht meinen Sarkasmus !), und ich
    das Cockpit gerefft hatte (doppelt geschoren natürlich !), stieg wegen
    des verrückten Schiffswinkels das Bilge-Wasser hoch. Normalerweise
    drehe ich den See-Wasser-Hahn bei solchen Bedingungen zu; aber da
    ich dachte, dass sich die Bedingungen zum Besseren wenden würden,
    hatte ich ihn gerade wieder geöffnet. Das Wasser flutete zwar durch
    die Kombüse in die Bilge, aber „Ella’s Pink Lady’s“ Pumpen brachten es
    bald wieder nach außen. Dennoch bin ich keineswegs besonders ent-
    zückt über das sumpfige Durcheinander in meiner Küche.

    Mehr als störend jedoch empfand ich, dass das Groß-Segel, bevor ich ge-
    nug von ihm wegreffen konnte, in zwei Teile gerissen wurde. Der Wind
    hielt danach nicht mehr lange an, aber bis das Wetter sich bessert,
    schiebe ich eine Menge Näherei vor mir her.

    Jedermann beschwört mich, ich solle so kurz vor Zuhause den Wächter in
    mir nicht einlullen lassen. Aber glaubt mir, mit diesem mich auf den Fuß-
    spitzen haltenden Wetter gibt es nicht den leisesten Gedanken daran,
    mich mal zu entspannen. Zunächst dachte ich, dass ich nun eine aus-
    reichende Auswahl verschiedenen Wetters begegnen durfte, aber die-
    ses Sammelsurium an Blitzen hat mich Neues gelehrt.

    Nichtsdestoweniger, das ist alles Teil der Herausforderung und wird mich
    umso mehr das Entspannen begrüßen lassen, wenn wir in Sydney sicher
    angedockt haben. Oh, und ich freue mich riesig auf ein Bett, das weder
    feucht noch klamm ist !

    Heute, nach einem dezenten Schlaf und einer Plauderei mit meiner
    Schwester, dem Team und einigen Freunden via Satelliten-Telefon, fühle
    ich mich viel besser. Ich bin so heiter, dass mich weder meine sumpfige
    Kabine noch das anhaltend miserable Wetter besonders stören.

    Im Moment sollten wir zwar viel mehr Segel oben haben und somit ein
    wenig schneller segeln, aber mit dem wiederholten Blitze-Zucken in der
    Ferne, dem gerissenen Groß-Segel und nach all dem Drama dieser Woche
    bin ich glücklich darüber, die Dinge einfach mal laufen lassen zu können
    bis sich alles ein wenig aufklart.

    Jesse

    [13423]

  4. #284
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    Standard Doppelt Geschorenes

    Am besten an Jessica's Beschreibung des Sturms gefällt mir, wie sie das
    Cckpit doppelt schert !
    Carl

  5. #285
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    Standard Eine ausgezeichnete Übersetzung!

    Gestatten Sie mir, hochgeehrter Enefraga, dennoch ein paar Fragen?

    Zitat Zitat von Jessica
    sat down to read with just one speaker in. (I hardly ever use both speakers so I can hear what's happening on deck. After so long at sea I pretty much sail Ella's Pink Lady by my ears, well not literally, but I'm constantly listening out for any little changes!).
    Zitat Zitat von Makis Enefrega Beitrag anzeigen
    setzte mich zum Lesen hin und schaltete einen der zwei Lautsprecher an (ich benutze fast immer nur einen der beiden, so dass ich noch ein Ohr frei habe für das Geschehen an Deck. Nach so langer Zeit auf See mit „Ella’s Pink Lady“ segele ich sie weitgehend mit meinen Ohren, also nicht direkt im Wortsinn, aber ich bin auf dem Quivive für jede kleine Geräusch-Änderung !). [13423]
    Das ist korrekt übersetzt, denn Jessica schreibt „speaker“ und nicht „earphone“, „headset“, „earbuds“ etc., aber meint sie nicht letzteres? Einer von zwei Lautsprecher macht doch eigentlich keinen Sinn. Was meint sagnix?

    Zitat Zitat von Jessica
    While I was having some serious fun (note sarcasm!) reefing in the cockpit (double clipped on of course!), down below, water was flooding in up through the sink because of the crazy angle we were on.
    Zitat Zitat von Makis Enefrega Beitrag anzeigen
    Während ich dabei ernsthaften Spaß entwickelte (bitte überseht nicht meinen Sarkasmus !), und ich das Cockpit gerefft hatte (doppelt geschoren natürlich!), stieg wegen des verrückten Schiffswinkels das Bilge-Wasser hoch. [13423]
    Ich glaube, dass das "in" zu "cockpit" gehört und nicht zu "reefing", es also heißt: "im Cockpit zu reffen" und nicht "das Cockpit zu reffen", ein Vorgang, der mir unbekannt zu sein scheint.
    Und könnte nicht “double clipped on” heißen, “zweifach gesichert”, bzw. seglerisch korrekt „doppelt eingepickt“?
    Und kam das Wasser nicht durch den Ausguss hoch? Wobei das Seeventil hier eigentlich immer geschlossen sein sollte,

    meint Franz Graf von Pocci

  6. #286
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    Standard Ein eingefleischter ...

    Zitat Zitat von Graf Pocci Beitrag anzeigen
    ... kam das Wasser nicht durch den Ausguss hoch? Wobei das Seeventil
    hier eigentlich immer geschlossen sein sollte, meint Franz Graf von Pocci
    ... Mehrrumpf-Segler hat es nicht leicht, die Gegebenheiten eines Monohulls
    nach zu empfinden, caro conte. Dem Einrumpf-Segler S-X traue ich das sofort zu,
    - er wird nicht lange auf sich warten lassen - ein gefundenes Fressen für ihn !
    Carl

  7. #287
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    Standard Auf die Kürze

    Zitat Zitat von Graf Pocci Beitrag anzeigen
    Gestatten Sie mir, hochgeehrter Enefraga, ]dennoch ein paar Fragen?
    Hab leider im Moment nicht die Zeit, wie sonst, alles ausführlich zu lesen; deshalb halte ich mich diesmal an die schon vom Grafen angerissenen Fragen.
    Zitat Zitat von Graf Pocci Beitrag anzeigen
    Das ist korrekt übersetzt, denn Jessica schreibt „speaker“ und nicht „earphone“, „headset“, „earbuds“ etc., aber meint sie nicht letzteres? Einer von zwei Lautsprecher macht doch eigentlich keinen Sinn. Was meint sagnix?
    Unzweifelhaft benutzt Jessica hier ein Wort, das man so normalerweise nicht benutzt. Aber es bleibt verständlich was sie meint. Ohne das ich jetzt im Einzelnen nachvollziehen muss, ob unter den australischen Teenagern auch andere hier einfach "speaker" schreiben würden, weiß ich, dass man im Deutschen hier eben nicht Lautsprecher schreiben kann. Das liegt daran, dass diese Wortwahl in der Zielsprache weitaus befremdlicher wirkt, als im Original. Deswegen wäre für mich, die wörtlich Übersetzung in diesem Falle eine klare Fehlübersetzung.

    Sie schreibt ja, "with just one speaker in". Dieses "in" bedeutet hier "im Ohr", und nicht "angeschaltet". Beim iPod sind natürlich beide an, nur steckt sie sich eben nur den einen Stöpsel ins Ohr.

    Zitat Zitat von Graf Pocci Beitrag anzeigen
    Ich glaube, dass das "in" zu "cockpit" gehört und nicht zu "reefing", es also heißt: "im Cockpit zu reffen" und nicht "das Cockpit zu reffen", ein Vorgang, der mir unbekannt zu sein scheint.
    Und könnte nicht “double clipped on” heißen, “zweifach gesichert”, bzw. seglerisch korrekt „doppelt eingepickt“?
    Und kam das Wasser nicht durch den Ausguss hoch? Wobei das Seeventil hier eigentlich immer geschlossen sein sollte,
    Genau, sie ist ins Cockpit gegangen, hat sich dort doppelt eingepickt, und von dort gerefft. So macht sie das. Als Segler und für Segler sollte man gerade das richtig darstellen.

  8. #288
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    Standard

    Vergeßt nicht, es ist australisches Englisch.
    Das ist ein wenig anders.
    Leben - bedeutet unterwegs zu sein, nicht möglichst schnell anzukommen.

  9. #289
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    Standard

    Zitat Zitat von Selliner Beitrag anzeigen
    Vergeßt nicht, es ist australisches Englisch.
    Das ist ein wenig anders.
    War das als ein allgemeiner, freundlicher Hinweis gemeint, oder bezieht Du das jetzt auf was Bestimmtes?

    Wie ich sie lese zeigt Jessicas Schreibe eigentlich nur sehr wenige Ausdrücke, die eindeutig dem australischem Englisch zugerechnet werden müssen. Die meisten erschließen sich aus dem Kontext, aber wenn Du Dich in Australien oder der Sprache dort auskennst, und was Definitives beitragen kannst, wäre das natürlich hilfreich.

  10. #290
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    Standard Langsames Segeln, Nähen und Nebel

    Sonntag, 18 April 2010

    Die Wetterbedingungen haben sich wieder beruhigt. Manchmal war es
    gar zu ruhig und der Wind verdrückte sich hin und wieder vollkommen;
    aber diese Bedingungen gaben mir die Chance, aufgelaufene Jobs zu
    erledigen und meinen zarten zerschrammten Händen Gelegenheit, sich
    zu regenerieren.

    Im Gegensatz zu den letzten Tagen, an denen es recht nebelig war, ist
    die Sicht heute wesentlich klarer. Normalerweise stört mich das bisschen
    Nebel nicht, das zwischen dem Schwell nach einer Tiefdruck-Front her-
    umschwirrt; aber diesmal war es auf weite Strecken nur grau, dunstig
    und öde. Gab es eigentlich irgend ein schlechtes Wetter, dem ich in letz-
    ter Zeit nicht begegnet bin ?! Ich weiß nicht was es ist, dass ich den Zorn
    der Sonne auf mich zog und sie mir ihr Antlitz beinahe seit Wochen nicht
    mehr gezeigt hat !

    Das Großsegel hat seine Nähte wieder; ich werde für den Job wohl kei-
    nen Lochstickerei-Preis gewinnen, aber sie dürften das Tuch zusammen
    halten. Diesmal habe ich bei der Arbeit weder eine Nadel zerbrochen noch
    ist eine über Bord gegangen, dafür habe ich mich beim Durchdrücken der
    dickeren Tuchlagen mehrmals in die Hände gestochen.

    Die Kombüse ist inzwischen auch wieder einigermaßen in Ordnung, nach-
    dem ich gestern die Schapps leer machte und alles austrocknen ließ. Jetzt,
    wo ich so viel von meinem Wasser- und Diesel-Vorrat verbraucht habe,
    möchte ich uns weiter gut getrimmt zu halten und habe mich deshalb
    heute mit dem Umpacken von gewichtigen Teilen an Bord befasst. Es
    wäre um Einiges leichter, könnte ich von außerhalb des Schiffes sehen,
    ob wir nun bug- oder hecklastig sind. Des Weiteren hatte ich neben ein
    paar kleinen Jobs noch ein mechanisches Problem in Ordnung zu bringen
    und das reparierte Groß-Segel gegen das das alte getauscht, weil’s schon
    ein recht vergammeltes Aussehen hat.


    Wir befinden uns auf einem süd-östlichen Kurs mit 6 Knoten Fahrt. „Ella’s
    Pink Lady“ kommt mit der Code-Zero-Fock ganz gut voran; und seit wir
    wieder unterhalb des 40sten Breitengrads segeln, fühlt sich der Wind ein
    wenig kühler an. Ich habe zum Musto-Segelanzug gegriffen und trage
    beim Schlafen wieder Socken.

    Es tat mir Leid zu erfahren, dass sich die Band „Powderfinger“ aufgelöst
    hat. Vor einiger Zeit bekam ich deren Song „Sail the Wildest Stretch“
    überspielt und habe ihn immer wieder rauf und runter gehört.

    Das soll’s gewesen sein von mir heute. Um zu sehen, ob sich irgend ein
    Stern aus den Wolken heraus traut, hab ich mich mit einem Becher Kaffee
    und einem Glas Nutella an Deck gesetzt (keine Sorge, ich bin ein gutes
    Mädchen und benutze einen Teelöffel !)

    Jesse

    [13782]

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