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  1. #1
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    Standard Datenschutz im Segelclub

    In meinem süddeutschen Club gibt es keine zugängliche Mitgliederliste. Das behindert meiner Meinung nach die Integration neuer Mitglieder. Eine Liste mit Namen, Erreichbarkeit (Adresse bzw. Tel.-Nr. bzw. Email), Boot und Interessenlage (Regatta, Cruisen, errungene Preise, etc) hielte ich für sehr hilfreich. Angeblich ist das aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht möglich.

    Bitte nicht vorschlagen, durch den Hafen zu gehen und Kontakte zu pflegen. Bei uns liegen beileibe nicht alle Boote der Mitglieder im beschränkten Hafengelände.

    Wie halten das andere Clubs? Sind schon rechtliche Schwierigkeiten aufgetreten? Wenn ja, welche und wie wurden sie gelöst?

  2. #2
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    Standard

    Hallo,

    ich erneuere so zwei bis drei mal im Jahr die Adressliste unseres (kleinen) Clubs, und schicke sie per Mail an die Mitglieder.

    Zwischendurch informiere ich immer wieder, vorab, dass die Mitgliederlisten vermailt werden - und dass derjenige, der darauf nicht auftauchen möchte, mir das sagen soll. Dann wird er natürlich auch dort nicht erwähnt (ist aber bisher nicht vorgekommen).

    Unser Verein ist allerdings mit einer Mitgliederliste von rund 40 Leutchen wirklich überschaubar. Der Sinn der Liste besteht darin, alle Mailadressen und Telefonnummern zu haben, damit man sich gegenseitig anrufen kann.

    Gruß:
    Ausgleicher

  3. #3
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    Standard

    Es ist immer schwierig eine Liste öffentlich zu machen.
    Das einfachste wird es sein, dass alle Mitglieder postalisch angeschrieben werden, mit der Bitte ein Erklärung zu unterschreiben, die die Veröffentlichung ermöglicht. Das könnte dann auch in den Aufnahmeantrag für die Zukunft mit einfließen.
    Trotzdem würde ich die Daten vor externem Zugriff schützen.
    Wir haben das so gelöst (in einem Handballclub), dass alle Mitglieder eine Mailadresse beim Club erhalten. Sie können sich dann über die Webseite einloggen und können selbst konfigurieren, ob eine Weiterleitung von Mails an diese Adresse auf eine private Adresse gewünscht ist oder ob sie weitere Daten veröffentlichen wollen.
    Sowas ist nicht schwer zu bauen. Foren oder Community-Software gibts als Freeware wie Sand am Meer...

    Handbreit

  4. #4
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    Standard

    Zitat Zitat von Kontrapunkt Beitrag anzeigen
    Sind schon rechtliche Schwierigkeiten aufgetreten? Wenn ja, welche und wie wurden sie gelöst?
    Dazu gibt es entsprechende Urteile!
    Kurz gesagt: Der Verein muss jedem Mitglied auf Verlangen ein schriftliches Mitgliederverzeichnis zur Verfügung stellen.

    Schau mal hier.

    Ich zitiere mal das Wichtigste aus der Urteilsbegründung:
    Dem Kläger steht ein Anspruch auf Herausgabe eines vollständigen Verzeichnisses der Mitglieder des Beklagten mit Name, Anschrift sowie Eintrittsdatum zu.
    ...
    Ein Anspruch auf Herausgabe lässt sich bereits aus den allgemeinen vereinsrechtlichen Grundsätzen ableiten. Das privatrechtliche Vereinsrecht gibt den Mitgliedern von Vereinen einen durchsetzbaren Anspruch auf Einsicht in die Mitgliederliste und Herausgabe einer Abschrift mit deren Anschriften (vgl. Bayerischer Verwaltungsgerichtshof München, Urteil vorn 05.10.98, Az.: 21 ZE 98.2707‚ 21 CE 98.2707; Sauter/Schweyer, Der eingetragene Verein, 16 Aufl., Rn. 336, rn.w.N.).

    Dieser lnformationsanspruch der Mitglieder beruht darauf, dass sich der Einzelne freiwillig dem Verein angeschlossen hat und damit mit den anderen Mitgliedern in eine gewollte Rechtsgemeinschaft eingetreten ist. Dies fordert von ihm auch, dass er den anderen Mitgliedern bei berechtigtem Interesse derselben den Kontakt mit ihm durch Angabe seiner Personalien ermöglicht (vgl. Bayerischer Verwaltungsgerichtshof München, Urteil vorn 05.10.98, Az.: 21 ZE 98.2707, 21 CE 98.2707, insbesondere Sauter/Schweyer, Der eingetragene Verein1 18 Aufl., Rn. 338).
    Zitatende

  5. #5
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    Standard

    Zitat Zitat von Speedolix Beitrag anzeigen
    Dazu gibt es entsprechende Urteile!
    Kurz gesagt: Der Verein muss jedem Mitglied auf Verlangen ein schriftliches Mitgliederverzeichnis zur Verfügung stellen.

    Schau mal hier.

    Ich zitiere mal das Wichtigste aus der Urteilsbegründung:
    Dem Kläger steht ein Anspruch auf Herausgabe eines vollständigen Verzeichnisses der Mitglieder des Beklagten mit Name, Anschrift sowie Eintrittsdatum zu.
    ...
    Ein Anspruch auf Herausgabe lässt sich bereits aus den allgemeinen vereinsrechtlichen Grundsätzen ableiten. Das privatrechtliche Vereinsrecht gibt den Mitgliedern von Vereinen einen durchsetzbaren Anspruch auf Einsicht in die Mitgliederliste und Herausgabe einer Abschrift mit deren Anschriften (vgl. Bayerischer Verwaltungsgerichtshof München, Urteil vorn 05.10.98, Az.: 21 ZE 98.2707‚ 21 CE 98.2707; Sauter/Schweyer, Der eingetragene Verein, 16 Aufl., Rn. 336, rn.w.N.).

    Dieser lnformationsanspruch der Mitglieder beruht darauf, dass sich der Einzelne freiwillig dem Verein angeschlossen hat und damit mit den anderen Mitgliedern in eine gewollte Rechtsgemeinschaft eingetreten ist. Dies fordert von ihm auch, dass er den anderen Mitgliedern bei berechtigtem Interesse derselben den Kontakt mit ihm durch Angabe seiner Personalien ermöglicht (vgl. Bayerischer Verwaltungsgerichtshof München, Urteil vorn 05.10.98, Az.: 21 ZE 98.2707, 21 CE 98.2707, insbesondere Sauter/Schweyer, Der eingetragene Verein1 18 Aufl., Rn. 338).
    Zitatende
    Ich bezweifle die Vergleichbarkeit beider Fälle. Bei dem von Dir genannten Fall ging es um eine Vorstandswahl, die eine andere Priorität genießt als den Austausch von sensiblen Daten wegen Freizeitaktivitäten.
    Ich persönlich möchte vorher gefragt werden, ob meine Daten weitergegeben werden dürfen. Ein Vorposter beschrieb eine Möglichkeit: anschreiben der Mitglieder mit der Bitte, daß auf Anfrage ihre Daten weitergegeben werden dürfen. Wer unterschreibt, steht auf der Liste, wer nicht unterschreibt, bleibt anonym und der Datenschutz gewährleistet.
    Mit sym"badischen" Grüßen

    Thomas

  6. #6
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    Standard Verein und kein Geheimbund !

    Bei uns wird jedes Jahr auf der Hauptversammlung eine komplette Liste mit allen Mitgliedern, Eintrittstermin, Anschriften, Mail, Bootstyp + Name jedem Mitglied ausgehändigt.

    Einspruch gab es vor ein paar Jahren wegen dem Geburtstagsdatum! Das ist seit ca. 5 Jahren nicht mehr drauf. Schade eigentlich.

    "Wir" sind ein Verein! Warum sollte es da "Geheimnisse" geben ?


    hotzenplotz

  7. #7
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    Standard

    Zitat Zitat von rieberger Beitrag anzeigen
    Ich persönlich möchte vorher gefragt werden, ob meine Daten weitergegeben werden dürfen.
    Dann darfst du einem Verein nicht beitreten!
    Lies einfach die Urteilsbegründung...

  8. #8
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    Zitat Zitat von Speedolix Beitrag anzeigen
    Dann darfst du einem Verein nicht beitreten!
    Lies einfach die Urteilsbegründung...

    ih denke, das kann und muß man in der Satzung klären - ist doch sicherlich nachvollziehbar (ganz abgesehen von gesetzlichen Regelungen), wenn nicht jeder seine privaten Daten publiziert haben will. Zustimmungspflicht ist wohl unabdinglich, abgesehen von ohnehin öffentlich zugänglichen Daten.

    Die geschilderte Regelung der individuellen Zustimmung ist doch sinnvoll, ich halte dies auch aus datenschutzrechtlichen Gründen für die beste Variante, wenn man nicht generell alles freigeben mag.

  9. #9
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    Standard

    So etwas lieber Hans, klärt man bestenfalls in der Geschäftsordnung. Die Satzung hält solche Details auf Dauer nicht aus.

    Auf unserer Internetseite sind Name, Vorname, Anschrift, Telefon und Geburtstag (nicht -jahr) in einem geschlossenen Bereich einsehbar.
    Gleiches gilt für den Bootstyp, der schon aus dem Stegbelegungsplan zugeordnet werden kann.
    Bislang bin ich noch nicht auf die Idee gekommen, dass sich da jemand beschweren könnte. Im Gegenteil, man war froh Kontaktdaten zu haben.

    Klären würde ich das im Bedarfsfall über einen Mitgliederentscheid anlässlich einer JHV. Wem das dann nicht passt, siehe Speedolix.

  10. #10
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    Zitat Zitat von Speedolix Beitrag anzeigen
    Dann darfst du einem Verein nicht beitreten!
    Lies einfach die Urteilsbegründung...
    Ich bin selbst in der Vorstandsarbeit eines Vereines mit ca. 1500 Mitgliedern tätig. Was glaubst Du, was wir Anfragen haben von Unternehmen, die uns gegen Spenden eine Mitgliederliste abluchsen wollen. Wir würden uns schlichtweg strafbar machen, wenn wir diese Liste herausgeben.

    Ich weiß nicht, warum ich als Mitglied eines Vereines keine Entscheidungsbefugnis bezüglich meiner Daten haben soll. Ich habe meine bürgerlichen Rechte mit dem Ausfüllen eines Aufnahmeantrages nicht aufgegeben.
    Mit sym"badischen" Grüßen

    Thomas

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