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  1. #1
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    Standard Richtig Halsen

    Hallo liebe (erf.) Seglergemeinde

    Habe mal wieder eine Frage zum schadlosen und seemännisch richtigen Ablauf eines Segelmanövers.

    Sollte man bevor das Kommando-rund achtern kommt- das Gross (max.) fieren, so wie es in Leh(e)rbüchern steht? Besteht da nicht die Gefahr der Patenthalse mit Schaden an Boot und Mannschaft.

    Danke im voraus
    Gruss Andy 54


    PS: keep sharp lookout
    Geändert von Andy54 (27.09.2010 um 13:46 Uhr) Grund: Orthografie

  2. #2
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    Standard

    Weniger, weil eine Patenhalse "passiert" ungeplant auf Vorwindkursen. Schäden am Rigg lassen sich durch Bullenstander (Baum wird durch Leine gesichert) verhindern.

    Wir leiten eine Halse bei etwas mehr Wind durch dichtholen der Großschot ein, fahren den Kurswechsel, Baum kommt über, Baum wir wieder geöffnet, entsprechend des neuen Kurses.

    Die Großschot bereits vor Rund achtern zu fieren macht keinen Sinn, weil man ja mit dem Dichtholen den Schwung des Baumes abbremsen will um Schäden zu vermeiden. Also erst wenn der Baum auf dem neuen Bug ist, wieder auffieren.
    Handbreit - Ralf

  3. #3
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    Standard

    Zitat Zitat von Andy54 Beitrag anzeigen
    Hallo liebe (erf.) Seglergemeinde

    Habe mal wieder eine Frage zum schadlosen und seemännisch richtigen Ablauf eines Segelmanövers.

    Sollte man bevor das Kommando-rund achtern kommt- das Gross (max.) fieren, so wie es in Leh(e)rbüchern steht? Besteht da nicht die Gefahr der Patenthalse mit Schaden an Boot und Mannschaft.

    Danke im voraus
    Gruss Andy 54


    PS: keep sharp lookout
    ... vor dem Schiften des Großsegels kommt doch „Hol dicht die Großschot“. Dann wird die Halse durchfahren „Rund achtern“, das Großsegel kommt über und die Großschot lässt man etwas ausrauschen, um Rigg und Beschläge zu schonen. Dann werden die Segel für den neuen Kurs eingestellt.

    MfG

    Michael

  4. #4
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    Standard

    Hallo Andy,

    das von Dir angeführte "voll aufgefierte Groß" entspricht zunächst nur der Segelstellung auf einem Raumwind- oder Vorwind-Kurs.

    Unmittelbar VOR einer Halse nimmt man das Großsegel jedoch wieder dicht, damit der übergehende Baum nicht zu viel Druck entfaltet. Gerade bei viel Wind soll der dicht geholte Zustand nicht zu lange dauern, weil das für einen Raumschotkurs zu dicht geholte Großsegel beträchtliche Luvgierigkeit entfalten kann. Schwingt der Baum über, soll er der Ruck nach Möglichkeit gedämpft werden, indem sofort auf dem neuen Bug die Schot gefühlvoll mitgefiert wird, bis der Baum wieder seine aufgefierte Raumwind-/ Vormwindstellung erreicht hat.
    Bei schwachem oder moderatem Wind und bei kleinen Booten (Jollen) verzichtet man häufig auf das vorherige Dichtholen der Großschot und wirft den Baum manuell über, indem man in die Großschottalje greift.

    Wenn ein Lehrbuch die Halse so darstellt, dass zunächst das Großsegel stark gefiert wird, so wird die dort Halse ganz offenbar nicht aus einem Raumwind-/Vorwindkurs heraus gefahren, sondern aus einem höheren Halbwind oder gar Ameindkurs. So große Kursänderungen sind allerdings eher typisch für Wendetonnen auf Regattabahnen. Die alltägliche Praxis eines Halsemanövers trifft dies weniger.

    Grüße

    Andreas

  5. #5
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    Standard Rück-gefragt

    Zitat Zitat von Andy54 Beitrag anzeigen
    ... Habe mal wieder eine Frage zum schadlosen und seemännisch richtigen
    Ablauf eines Segelmanövers.
    Andy 54
    Zitat Zitat von Andy54 Beitrag anzeigen
    Sollte man bevor das Kommando -rund achtern- kommt, das Gross (max.) fieren, ... ?
    Handelt es sich um ein Einrumpf- oder ein Mehrrumpf-Schiff ?
    Zitat Zitat von Andy54 Beitrag anzeigen
    so wie es in Leh(e)rbüchern steht?
    Bitte nennen Sie das Lehrbuch und die Zahl der Seite, auf die Sie Bezug nehmen.
    Zitat Zitat von Andy54 Beitrag anzeigen
    Besteht da nicht die Gefahr der Patenthalse mit Schaden an Boot und Mannschaft.
    Da bin ich mal gespannt darauf, was Sie vestehen, wenn ich Ihre Frage
    mit JA beantworte.

  6. #6
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    Moin Andy54,

    typischerweise wird eine Halse aus einem Raumschots- bzw Vorwindkurs gefahren, das Großsegel ist daher gefiert. Damit das Boot nicht beim Dichtholen des Großsegels anluvt, wechselt der Rudergänger nach Lee und kontrolliert die Pinne mit dem Bein. Dann die Großschot zügig dichtholen, "Rund achtern" und Großsegel wieder fieren. So kannst Du auch bei > 5 WS die Halse ohne Hektik fahren.

    Grüße von
    Käptn Blaubär

  7. #7
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    Standard

    Halsen heißt: Ruder nach lee, ducken, festhalten, wenn Gefahr vorbei, hochgucken, ob alles dran ist, dann Ruder auf neuen Kurs. Zack. C.

  8. #8
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    Standard

    Zitat Zitat von Ralf-T Beitrag anzeigen

    Wir leiten eine Halse bei etwas mehr Wind durch dichtholen der Großschot ein, fahren den Kurswechsel, Baum kommt über, Baum wir wieder geöffnet, entsprechend des neuen Kurses.
    Hallo Ralf!

    Ich bilde zur Zeit 6 Schüler für den A-Schein aus. Bei etwas mehr Wind hat es sich als besonders hilfreich erwiesen, die Großschot nach dem Dichtholen bei "Rund achtern" überhaupt nicht zu belegen, sondern frei aus der Hand zu fahren um sie dann einfach ausrauschen zu lassen. Dann laufen die Halsen butterweich.

    Gruß Molly
    http://www.molitorfj.de/
    http://www.molitorfj.de/1%20Private%20Homepage/Freunde_der_Sprinta1.htm

  9. #9
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    Zitat Zitat von carsten.sauerberg Beitrag anzeigen
    Halsen heißt: Ruder nach lee, ducken, festhalten, wenn Gefahr vorbei, hochgucken, ob alles dran ist, dann Ruder auf neuen Kurs. Zack. C.
    Sowas hatte ich zuletzt in der Segelschule als Mitsegler bei ein paar rasanten Herren: "Klar zur Halse" - "Klar!" - "Ree!"
    Der Kielzugvogel hat es überstanden, und ich weiß nicht mehr, ob sie die Großschot irgendwann dichtgeholt haben. Ging alles so schnell...

    Ich hole die Großschot dicht, so lange ich noch auf sicherem, raumen Kurs bin. Dann wir das Heck sanft durch den Wind gedreht ("rund achtern"), während die Hand schon an der Großschotklemme ist, um beim ersten Anzeichen von Zug genug lose zu geben bzw. sie gleich ausrauschen zu lassen. Klappt super, Köpfe der Mitsegler und Rigg sind noch dran.
    Der Unterschied zwischen Betonnung und Betonung ist zweiteres

  10. #10
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    Zitat Zitat von carsten.sauerberg Beitrag anzeigen
    Halsen heißt: Ruder nach lee, ducken, festhalten, wenn Gefahr vorbei, hochgucken, ob alles dran ist, dann Ruder auf neuen Kurs. Zack. C.
    Na das probiere mal auf nem 11m langen Stahllangkieler aus, der dabei vielleicht so 9-10t wiegt ... *aua*

    Vielleicht solltet ihr bei eurer Halsentaktik immer mal den Bootstyp dazu schreiben ;-) ansonsten ists eher Stammtischniveau.
    Sehr wichtig ist auch den richtigen Moment abzupassen, also bei max. Geschwindigkeit z.B. wenns gerade die Welle runter geht, damit möglichst wenig Druck im Segel ist.

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