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  1. #1
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    129

    Standard Was meinen die Unternehmer?

    Sicher gehe ich nicht fehl in der Annahme, hier im Forum eine größere Anzahl
    Mittelständler zu finden. Ich habe hier folgendes Zitat:

    Nach einer Studie der Universität Marburg für den
    Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) würden viele deutsche
    Unternehmer ihre Tätigkeit gern aufgeben. Von 2300 befragten Unternehmern
    würden 58 Prozent ihr Unternehmen zu einem angemessenen Preis verkaufen.
    83 Prozent sagten, sie würden nicht wieder Unternehmer werden wollen.
    Gegenüber dem Jahr 2007 bedeuten die Zahlen einen dramatischen Rückgang
    der Bereitschaft ein Unternehmen zu führen. Damals hätten nur 44 Prozent ihr
    Unternehmen zu einem angemessenen Preis verkauft.

    Erklärt wird der Rückgang mit stark verschlechterten Aussichten für
    Unternehmer. Die zunehmende Regulierung durch Bürokratie, hohe Steuern
    und strenge Auflagen im Arbeitsrecht trage dazu bei. Auch empfänden es
    viele als ungerecht, dass Großunternehmen mit Milliardensubventionen
    geholfen werde, die Mittelständler aber wie ehedem für ihr Versagen
    einstehen müssten.


    Wie stehen die hier mitlesenden Unternehmer dazu? Ist man in D noch gerne
    Unternehmer, oder gibt es viele Dinge, die für Frust sorgen? Am Rande: findet
    ihr (falls gewünscht) noch geeignete Azubis? Ich habe gehört, dies sei sehr
    viel schwieriger als früher. Wie sieht's aus?


    Gruß,

    Facoly23 (kein Unternehmer)
    Es ist alles gesagt, nur noch nicht von allen.

    http://faaanblogg.blog.de/

  2. #2
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    Standard

    Ich stimme weitgehend zu.

    Wäre sicher wieder gerne Unternehmer geworden, aber es wird immer schwieriger. Firmenverkauf ist fast unmöglich. Es gibt keine geeigneten Käufer ( fachlich wie finanziell).

    Lehrlingsausbildung auch unmöglich, weil zu viel verlangt wird, was man nicht im Betrieb hat. Das müßte man zukaufen. Aber wer wirft schon Geld zum Fenster raus?

    Die Subventionen ärgern mich generell, ich will keine. Aber andere dürfen auch keine bekommen!

    Eigenverantwortung, Einstehen für Fehler, ist für mich selbstverständlich!

  3. #3
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    Standard

    Die Unternehmer haben`s schwer. Nicht nur das, alle haben´s schwer.
    Wen wundert diese Aussage? Die Umfrage und deren Auswertung wurde im Auftrag des Bundesverband für mittelständische Wirtschaft durchgeführt und der hat dafür auch bezahlt. Klappern gehört zum Handwerk und Klagen zum Geschäft. Wer nimmt sowas ernst?
    Vorschläge für weitere Umfragen:
    Werden Berufsanfänger angemessen bezahlt?
    Werden Leistungsträger (gemeint sind nicht die so genannten Eliten) angemessen bezahlt?
    Halten sie die Ausweitung der "Flexiblen Arbeitszeit", tatsächlich ständige Verfügbarkeit für angemessen?
    Würden Sie nicht auch gerne Ihren Arbeitsplatz verkaufen und vom Ersparten leben ?
    Die Unternehmer haben mein volles Mitgefühl
    Gruß Franz

  4. #4
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    Standard

    Stellt sich die Frage, wo fängt Mittelstand an und wo hört er auf?

    Für Kleinunternehmer kann ich diese Ansichten bestätigen. Wie Nelson sagte, es fehlt fachlich und/oder finanziell.

    Erschreckend für mich, dass z.B. Bootsbauer die Übernahme eines Betriebes ablehnten mit der Begründung, dass dies zuviel Arbeit mit sich bringe.
    Dass das zunächst keiner kaufen kann, mag ich ja verstehen. Wer investiert schon knapp 1 Million in Arbeit?
    Als Sebstständiger funktioniert eben eine 40 Stundenwoche nicht.
    Solch kleine Unternehmen sind oftmals in einem Zeitraum von 20 bis 30 Jahren gewachsen und man kann keinem jungen Menschen versprechen, dass er in 5 Jahren dort ist.
    Das sind für mich natürlich eher Familienunternehmen und die sterben, wenn der Nachwuchs herausgefunden hat, dass es sich mit einer 40-Stundenwoche auch gut leben lässt.

  5. #5
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    Standard

    Wenn ein Unternehmer seine Nachfolge noch nicht geregelt hat, ist er kein guter Unternehmer. ein guter Käufer ist der mit Geld. Das fachliche braucht den Verkäufer kaum zu interessieren.
    Selb-ständig heisst das übrigens, nicht Selbst-ständig, obwohl man ja, wie man sagt, selbst und ständig arbeitet.
    Lehrlinge? Vielen Dank, habe schon. Das Niveau ist soweit unten, da komme nicht mal ich hin.
    Grauwal sollte mal sein Geld als Selbständiger auch nur ein Jahr verdienen müssen.

  6. #6
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    Standard

    Ich wünsche Ihnen mal, dass Sie Ihre Nachfolge bei guter Gesundheit erleben dürfen (wenn Sie Unternehmer sind). Das Leben fragt Sie nicht danach was Sie nach Ihrem Tod wollen.

  7. #7
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    Standard

    Zitat Zitat von Corvina55 Beitrag anzeigen
    .............
    Grauwal sollte mal sein Geld als Selbständiger auch nur ein Jahr verdienen müssen.
    Warum sollte er? Er macht das längst so, wie 58% der Unternehmer es gerne machen würden, er lebt vom Ersparten. (Aber lassen wir das Persönliche doch mal ausnahmsweise außenvor)
    Gruß Franz

  8. #8
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    869

    Standard

    Zitat Zitat von Facoly23 Beitrag anzeigen

    Erklärt wird der Rückgang mit stark verschlechterten Aussichten für
    Unternehmer. Die zunehmende Regulierung durch Bürokratie, hohe Steuern
    und strenge Auflagen im Arbeitsrecht trage dazu bei.
    "Jammern auf hohem Niveau" oder auch "Lerne klagen ohne zu leiden".
    Globale Erwärmung: Immer mehr Platz zum Segeln aber immer weniger zum Festmachen.

  9. #9
    Ausgeschiedener Nutzer Gast

    Standard

    grauwal

    bin zwar grundsätzlich deiner Meinung, daß man sich erstmal anschauen muß, wer ne Umfrage in Auftrag gibt ... und entsprechend skeptisch gegenüber dem Resultat zu sein.
    Bei dieser Fragestellung denke ich allerdings, decken sich die Antworten zu 100% mit dem, was ich selbst erlebe und kenne keinen kleinen oder mittelständigen Unternehmer, bei dem das anders aussieht.
    Das größte Problem ist die zunehmende Bürokratisierung (nicht nur staatliche! ) In meinem Bereich sieht das so aus, vor 10 Jahren haben wir uns zu zweit um 18 Schiffe gekümmert, heute sind wir zu acht und kümmern uns um 14 Schiffe ... Technisch hat sich eigentlich nicht wirklich was verändert, nur die Dokumentationen etc sind extrem geworden und lesen tut die eh niemand. Selbiges gilt für den Bereich QM, vor 10 Jahren war da einer zuständig, heute 7 Menschen, die sich nicht über mangelnde Arbeit beschweren können ...
    Vor 10 Jahren brauchte meine Frau für Bürokratie ca. 3 Stunden pro Woche. Heute sind es ca. 14 h pro Woche, obwohl weder das Patientenkollektiv noch sonstige Randbedingungen sich verändert haben ... nur die bürokratischen Vorgaben, die haben sich geändert. Einen Qualitätsvorteil sucht man dabei vergebens, eher das Gegenteil ist der Fall, weil abgenervter und weniger Zeit für das Wesentliche, in diesem Fall Medizin.

    Jeder Versuch Bürokratie abzubauen ... hat bislang immer zu neuen bürokratischen Formen geführt, die wesentlich arbeitsintensiver sind ...

    Begründet werden die bürokratischen Monster mit mehr Sicherheit ... nunja, würden die zu mehr Sicherheit führen, müßte man eigentlich davon ausgehen, daß die Schäden geringer werden und damit die Haftpflichtversicherungsbeiträge fallen ... Ist aber nicht der Fall, die steigen munter weiter, was zumindest als Indikator anzusehen ist, daß die bürokratischen Monster eben nicht zu mehr Sicherheit geführt haben.

    Firsty, ich denke nicht, daß die Arbeitszeit wirklich das entscheidende ist. Wichtiger ist die Frage was in dieser Arbeitszeit passiert, macht es Spaß oder nervt es. 40h und mehr sind kein Problem wenn es Spaß macht ... 20h sind nen Problem wenn sie nerven. Der Nervfaktor ist maßgeblich gewachsen. Gerade im Bootsbau. Die Ansprüchlichkeiten von Kunden und der Jever Slogan "keine Kompromisse", machen den meisten zu schaffen und nerven gewaltig. Einem Kunden zu erklären, daß ein Boot immer ein Kompromiß ist und wenn du Teil A änderst, dies durchaus negativen Einfluß auf Teil B hat ... erscheint heute nahezu unmöglich. Liegtr an der VErbildung des Klientels und natürlich an der allgemeinen Annahme, daß alles möglich sei und am besten natürlich billig.

  10. #10
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    456

    Standard Die Norweger geben JEDEM Unternehmer ne Plastik-Karte für ALLE FirmenAusgaben ...

    Die Norweger geben JEDEM Unternehmer ne Plastik-Karte für ALLE FirmenAusgaben ...
    Auf der Karte ist Steuer und Firmen Nr. drauf ..

    Zum Jahresende sendet dir das FA eine fertige Zusammstellung... das bist dann mit Ergänzunger nach 30 Min fertig - mit dem Steuerkram...

    Warum - wird all das was bei den Nachbarn TOPP funtioniert nicht einfach 1:1 ... übernommen...

    ZU deiner Frage : Die Unternehmung - ist der einzige Schutz - vor Altersarmut ...wenn man nicht zu Erbengemenischaften gehört...

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