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  1. #1
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    Standard Betrug beim Yachtverkauf

    In den letzten Tagen wurde ich vermehrt von offensichtlich zwielichtigen Gestalten kontaktiert, die sich (angeblich) für den Kauf meiner Yacht interessierten.
    Auffällig dabei, daß die sich garnicht für das Schiff an sich interessierten, sondern nach bestenfalls kurzem Geplänkel sofort den "Riesendeal" in Aussicht stellten (proposals for a very good business...)

    Einer, aus Griechenland, gab sich als Architekt aus, und ritt auf der "wir Bürger müssen uns gegen die Staatsbetrüger wehren"-Welle.
    Andere versuchten unbesehen Termine zu machen.
    Alle reagierten ziemlich aufgeregt, wenn ich denen knallhart die Bedingungen einer Besichtigung und Kaufabwicklung (vor allem Bankübereisnung, co cheques, no credit cards) darlegte...

    Man beschimpfte mich, aber Dank Yacht Forum bin ich das ja gewohnt und das prallt also ab...
    Andere will man aber so an deren "Ehre" packen.

    Nun fiel mir auf der YO Seite ein Verweis auf einen Artikel der Yacht auf, der einerseits gut ist, weil er aufmerksam macht, aber gleichzeitig mit seinen Typiesierungsbeschreibungen auf´s völlig falsche Gleis lockt bzw. eine gefährliche "Sympathie"-Anmutung zumindest fördert - aber GENAU das ist falsch.

    Zitat aus dem (dennoch lesenswerten) YACHT ARTIKEL

    Jean und Franco lümmeln
    sich auf einem roten und einem cremefarbenen Ledersofa in der
    Hotelbar. Sie verbreiten eine zwielichtige Aura. Jean ist Anfang
    50, untersetzt, schwarze Haare, Goldkettchen am rechten Arm,
    Schnauzer im talgigen Gesicht, gediegener heller Anzug,
    schwarze Daniel-Küblböck-Brille und Muttermal am Kinn. Der
    feiste Franco, wie Jean etwa 1,70 Meter groß, mag Mitte 40
    sein, trägt zur Goldrandbrille einen äußerst eleganten schwarzen
    Einreiher und gibt anscheinend den Adlatus oder den Bodyguard.
    Ihre dicken Uhren, die ultramodernen Handys, das edle

    Outfit – alles eine Spur zu protzig.
    [Zitat Ende]
    ================================

    Indem man die Betrüger als unsympathisch beschreibt, will man warnen.

    Genau das ist aber FALSCH !!!!

    In über 35 Jahren Geschäftstätigkeit hatte ich mehrfach Kontakt zu mehr oder weniger hochklassigen Betrügern, angefangen vom Warenbetrüger, der kaufte, aber seine Rechnungen (vorsätzlich) nicht zahlte, über den auf Mitleid machenden "Landfahrer", der mir "wertvollste" Teppiche, Gold oder sonstwas andrehen wollte, dafür aber meine Ware akzeptieren würde (eine Notlage, you know?) bis hin zum Einmietbetrüger und Schlimmeres


    ALLE BETRÜGER WAREN DURCHWEGS SYMPATHISCH AUFTRETENDE MENSCHEN, die NATÜRLICH DEN EINDRUCK ERWECKEN MUSSTEN, VERTRAUENSWÜRDIG ZU SEIN!

    Daher: nicht etwa der wie (literarisch hochstrebend ausgemalte *ggg) beschriebene feiste, schmierige mit "zuviel Gold" behangene Zuhältertyp ist (per se) gefährlich, sondern eben genau derjenige, der Dir vorgaukeln kann, daß er harmlos und seriös ist!

    Die im Artikel beschriebene Vorgehensweise ist nun weitgehend bekannt, die Betrüger lassen sich aber ständig was Neues einfallen - und reagieren ausgesprochen hektisch, wenn man denen das Heft aus der Hand nimmt, und selbst vorgibt, was und wie man gedenkt, den deal abzuwickeln, denn das passt ja nicht ins Konzept.

    Die Zusammenarbeit mit den Behörden scheint mir dabei aber eine zweischneidige Geschichte zu sein - der Betrüger kann sich schnell (Stichwort XING, Facebook, Telefonbuch, Google Streetview) ein sehr genaues Bild des zu Betrügenden, seiner Lebensumstände, seiner Familie machen.
    Ich denke, es ist also hochgefährlich, hier den Krimihelden spielen zu wollen.
    Denken wir nur an den fall eines Münchner Managers, der sein Auto verkaufen wollte, und nur, weil er ein paar % sparen oder mehr einsacken wollte, von einem Hausmeister erschossen wurde.
    Ich kenne solche Fälle aus dem Bekanntenkreis von Gebrauchtwagenhändlern, die nach einigen drastischen und tödlichen Fällen nicht mehr mit Bargeld zu angeblichen Verkäufern fahren oder teure Schlitten nicht mehr unter 4 Augen abwickeln....

    Das Beste ist einfach cool bleiben - wenn, wie gestern, einer bei mir anruft, und herumlabert, sich aber überhaupt nicht interessiert WELCHE Yacht ich zu verkaufen habe und schon Detailkenntnisse zum Schiffstyp hat: Danke, ich habe kein Interesse, und einfach Auflegen.... statt aufgeregt mit erhöhtem Blutdruck sich übe reinen (vermeintlichen) heißen interessenten (Motto: der muß ja ganz heiß sein, wenn der schon direkt anruft...) zu freuen, zurücklehnen, und einige am Besten vorab zurechtgelegte Fragen abspulen, den Anrufer aus seinem Konzept bringen.

    Nach dem Namen fragen, diesen aufschreiben , seine Rufnummer (, festnetz, nicht Handy), parallel online noch während des Telefonates via XING und FB checken, ob der da auftaucht, seinen Job erfragen und auf der Firmenwebsite nachsehen, ob der da steht, dann sagen, man riefe gleich zurück (weil die Kinder schreien oder der Hund rausmuß), damit kann man checken, ob die Rufnummer erreichbar ist.
    An der Art des Gesprächges merkt man außerdem,. ob der Ahnung vom Schiffstyp hat (wer keine Ahnung von den Vor- und Nachteilen der Yacht hat, interessiert sich nicht DAFÜR!)
    Ob er selbst Segler ist, wenn ja, wo er denn segelt, welche Reviere er kennt, welche Charterfirmen und und und.... so schafft man Ansatzpunkte, um herauszufinden, ob der Referenzen hat.
    Auch (scheinbar) eingebaute Dritte als Helfer für Besichtigungen, zwingende Anreise zur Yacht (wo man natürlich erst hin kommt, wenn der Interessent schon da ist...man erreicht ganz Europa binnen Stunden, da kann ein ernsthafter Interessent sicher 1 Nacht ins Hotel...wer am selben Tag zurückfliegt, ist auch gewohnt , zu fliegen, und fliegt da auch ggfls., nochmal hin...wenn er Interesse hat) usw. filtern aus.

    Die Betrüger wollen das schnelle Geld, sie rechnen mit Unbedarftheit und freundlicher Naivität der (privaten) Verkäufer und auch mit derer Gier (wie im Artikel ausgeführt)

    Das, was HIER von Einigen als "moralisch und politisch korrekt" eingefordert wird, ist der Ansatzpunkt der Betrüger.

    Eine selbstbewußte eigene Position, klare Ansagen wann "ja" und wann auch "Nein" zu sagen, wenn es nicht akzeptabel ist.
    (wer verkaufen will, muß in der Lage sein,ein ode rmehrere "Nein" zu verkraften, sonst muß er verschenken)

    Auch, auf die Gefahr hin, dem Anderen (den man ja garnicht kennt...) selbst unsympathisch rüberzukommen, aber klare Distanz kann da helfen.

    Ein echt Interessierter weiß: ich will ne Yacht kaufen und nicht mit dem Verkäufer schmusen - daher kann man höflich, krrekt aber bestimmt sein, und sich nicht in die "Sympathiefalle" locken lassen... nettes Abendessen und andere socialising events kann man NACHHER machen...
    Geändert von charterpartner (17.11.2010 um 12:46 Uhr)

  2. #2
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    Na, vielleicht mußt Du doch ein wenig mit Deinem Preis runtergehen!

  3. #3
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    Wo immer es um Geld geht sind Betrüger nicht weit. Größere Geldbeträge wie bei Booten locken eben auch mehr Schmeißfliegen an.

    Wie immer gilt: Gier frißt Hirn.

    LG
    Michael

  4. #4
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    Zitat Zitat von mic14656 Beitrag anzeigen
    Na, vielleicht mußt Du doch ein wenig mit Deinem Preis runtergehen!

    Mit Verlaub - was hat das mit dem Eingangspost zu tun?

    Die Aktivitäten von Betrügern sind unabhängig vom Preis, aber die REAKTION der Eigner, die meist überzogene Preise fordern, führen halt dazu, weil sich eben kaum jemand meldet.

    In MEINEM Fall sehe ich mich nicht betroffen, denn meine Kielschwertyacht ist halt etwas spezieller, und im östlichen MM nicht so gefragt, wie an der Atlantikküste oder Ostsee, und auch nicht so bekannt. Deswegen 2muß"! ich garnicht im Preis runtergehen, denn die verkauft sich nciht über den Preis, sondern dann, wenn derjenige, der Tidengewässer besegelt, Trockenfallen will/muß und sich auskennt, eben eine solche Yacht sucht. Solange muß ich warten, und DANN wird derjenige, der ja dann ganz genau weiß, was Kielschwertyachten kosten, schon abwägen und dann ins ernsthafte Gespräch treten.
    Sie muß genau denjenigen finden, der so etwas (eben Kielschwert) sucht, das ist relativ preisunabhängig, und derjenige wird sich dann auch genau informiert haben und die Vorzüge dieser Bauweise bereits kennen.

    Das erleichtert mir das Aussortieren unseriöser Spinner, denn wer mir daherkommt, und sagt, für den (verlangten) Preis meiner Feeling 416, 18 Jahre alt, bekäme er eine fast neue Bavaria, der zeigt zwar, daß er sich über Bavaria informiert hat, und iommerhin inhaltliche Aspekte berücksichtigt (also tendenziell eher ein YACHTKÄUFER denn ein Betrüger ist, was aber auch keine Garantie bedeutet

    Ich möchte auch hier NICHT den Preis meiner Yacht diskutieren, die üblichen Schmonkes der üblichen Spezialisten sind längst bekannt und langweilen nur.
    Wer den YACHTTYP oder die BAUART sucht, wird seine Wünsche und Möglichkeiten sicherlich zu artikulieren wissen, aber nicht öffentlich hier.

    MIR ging es um einen Kommentar zum zitierten und verlinkten YACHT Artikel, das halte ich für publizierungsnötig, da die Verkaufsschwierigkeiten am Markt eben solche Betrüger anlocken, und sichelrich so mancher nach 2 oder 3 oder mehr zermürbenden Verkaufsangebotsjahren eher geneigt ist, die Augen zu verschließen, Bedenken beiseitezuschieben, wenn er denn "endlich mal" einen Interessenten gefunden zu haben scheint....
    Geändert von charterpartner (17.11.2010 um 15:15 Uhr)

  5. #5
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    Zitat Zitat von charterpartner Beitrag anzeigen
    Nach dem Namen fragen, diesen aufschreiben , seine Rufnummer (, festnetz, nicht Handy), parallel online noch während des Telefonates via XING und FB checken, ob der da auftaucht,
    Na Gott sei Dank will ich keine Gebrauchtjacht kaufen! Mangels Anmeldung bei Xing und FB würde mir ja gleich unterstellt, eione Betrügerin zu sein ;-)

    Grüße
    Miramare

  6. #6
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    Zitat Zitat von Miramare Beitrag anzeigen
    Na Gott sei Dank will ich keine Gebrauchtjacht kaufen! Mangels Anmeldung bei Xing und FB würde mir ja gleich unterstellt, eione Betrügerin zu sein ;-)

    Grüße
    Miramare

    Unsinn... diese Möglichkeiten sind Teile eines Puzzles, und wäre ICH ein Betrüger, hätt ich dort auch ein profil... ein chices....
    es gilt, alle in Frage kommenden Verifikationsmöglichkeiten des Gegenübers abzuchecken, da hab ich eben diese Beiden beispielhaft genannt.
    Sicher sind das nicht die Einzigen (beileibe) und sicher nicht die Glaubwürdigsten - man kann ja nur versuchen, im gesamtkontext herauszufinden, wie seriös jemand WAHRSCHEINLICH ist, und ein Arzt oder Geschäftsmann mit seriös nachprüfbaren sonstigen Daten wird halt eher glaubwürdig sein, als einer, der sich nicht oder als Weltmeister darstellt, ansonsten aber weitere Kontakte schuldig bleibt....
    Es geht also nicht ums persönliche beleidigt sein... genau DAMIT spielen die Betrüger ja, sondern ums abgekärte Abprüfen allgemein zugängliche Informationen um daraus ein hoffentlich möglichst komplettes Bild zusammenzustellen.

    Man kann natürlich auch erstmal einen Selbstauskunftsbogen vorlegen und den Ausweis checken...

  7. #7
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    smily (wenn auch nur handgemacht) nicht gesehen?
    Grüße
    Miramare

  8. #8
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    Zitat Zitat von Miramare Beitrag anzeigen
    smily (wenn auch nur handgemacht) nicht gesehen?
    Grüße
    Miramare
    doch, schon, aber den "Einwand" durchaus ernstgenommen, und eben nochmal betont, daß man alle Quellen einbeziehen muß, auch solche, von denen man nicht unbedingt selbst überzeugt ist. Das Thema ist ernst, wie ich aus immer wieder aktuellen Erzählungen und eigenen Erfahrungen leider mitbekomme.

    Nix für ungut (smilies stehen übrigens rechts )

  9. #9
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    Was Du oben schreibst ist richtig und wichtig. Bis auf das Thema Check über Xing unf FB, von mir aus auch Suchmaschinen kann ich das voll und ganz unterschreiben.

    Ich hab mal ne DYAS verkauft. Da gings ja nicht um große Beträge, aber was da an Spinnern anrief... ich konnte es kaum glauben, auch solche, die ohne Sachverstand einfach fragten, wie viel ich denn runtergehen würde. Am besten höflich bedanken und Auflegen "sie entsprechen nicht dem Sollprofil für mein schönes Schiff".
    Handbreit - Ralf

  10. #10
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    Zitat Zitat von charterpartner Beitrag anzeigen
    Indem man die Betrüger als unsympathisch beschreibt, will man warnen.

    Genau das ist aber FALSCH !!!!
    Tsuctimmung!
    Zitat Zitat von charterpartner Beitrag anzeigen
    Die Zusammenarbeit mit den Behörden scheint mir dabei aber eine zweischneidige Geschichte zu sein - der Betrüger kann sich schnell (Stichwort XING, Facebook, Telefonbuch, Google Streetview) ein sehr genaues Bild des zu Betrügenden, seiner Lebensumstände, seiner Familie machen.
    Ich denke, es ist also hochgefährlich, hier den Krimihelden spielen zu wollen.
    Damit cpilt Bubu/CP offenbar auf di Möglixkeit an, der Betrüger könne zix räxxen, venn Behörden auf in aufmerkzam gemaxxt verden. Aux venn Raxxe als ein Ctandartmotiv inn Fernzeh-Krimis dint, ist das Kvatc! Venn ein Betrüger merkt, dass da nixts tsu holen ist oder gar Behörden aufmerkzam verden, tauxt er zofort ap, an Raxxe hat er kein Interesse. Bei den folgenden Beicpilen geht es nixt um Raxxe eines Betrügers, zondern um Raub.
    Zitat Zitat von charterpartner Beitrag anzeigen
    Ich kenne solche Fälle aus dem Bekanntenkreis von Gebrauchtwagenhändlern, die nach einigen drastischen und tödlichen Fällen nicht mehr mit Bargeld zu angeblichen Verkäufern fahren oder teure Schlitten nicht mehr unter 4 Augen abwickeln....
    Aux bei dem Fall des Münchner Menegers geht es nixt um ferzuxten Betrug.

    Betrüger zint inn den zeltensten Fällen gevalttätig. Deshalb halte ix di Varnung, Behörden nixt eintsucalten, für falc.

    MfG tanu

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