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  1. #1
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    Standard Das "erste" Mal von Holland nach England

    Hallo Segler,

    wer kann mir helfen bzgl. meines geplanten “ersten“ Törns von Holland nach England.

    Das Rad wollte ich nicht neu erfinden daher möchte ich auf Euren Erfahrungen, Tipps und Hinweiße sehr gerne zurückgreifen bzw. aufbauen. Ich beabsichtige Juni / Juli 2011 das erste Mal von den Niederlanden (Ijmuiden) nach England zu segeln. So als Ziel ist mir Lowestoft in den Sinn gekommen hinsichtlich der Entfernung ( ca. 102 sm ). Planen zu zweit mit einem 10 m Schiffchen zu fahren. Sind beide nicht unerfahren, trotzdem leicht verunsichert, da wir beide noch nie in England waren und die Anforderungen vor Ort nicht kennen.
    Gibt es ein besseres Ziel (leichtes) für uns als „Anfänger“ ? Zeitlich sind wir unabhängig...doch die Fahrt sollte in einem überschaubaren Rahmen bleiben. Was muss beachtet werden ? Welche Karten und nautische Unterlagen sind erforderlich bzw. zweckdienlich ? usw. usw.

    Freue mich über jede ernstgemeinte Hilfe bzw. Ratschläge !
    DANKE

    Gruß Thomas

  2. #2
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    Standard

    Halloechen,

    ist gut zu zweit machbar. Wir sind damals aus dem Ijsselmeer ueber Kornwerderzand raus und ebenfalls nach Lowestoft.
    Wenn Du schon auf der Nordsee warst, kennst Du Dich mit Gezeiten ja bereits aus.
    Ebenso solltest Du wissen, wie man ein Verkerhstrennungsgebiet quert.

    In Lowestoft gibt es ein paar Dinge bei der Anfahrt zu beachten:
    http://www.lowestofthavenmarina.co.uk/navigation.asp

    Nautical Alamanac ist ganz brauchbar, n paar Papierkaertchen und ich fand AIS und Radar ganz nett, da wir nachts und bei Regen rueber sind.

    Ich glaube in der Anfahrt gab es noch eine Untiefe, aber ich habe keine Seekarten hier.

    Ich fand es von dort aus nach Norden interessant, da die meisten in Richtung Suede abbiegen. Hoch zu "the wash" und dann nach Hull in den Humber River.

    Auf dem Rueckweg sind wir dann nach Ipswitch und dann nach Belgien und wieder nach Holland.

    Hier unser Bericht aus 08/06:
    http://linocat.de/uk.htm

    Viele Gruesse

    Micha

  3. #3
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    Standard

    Zitat Zitat von SWAY Beitrag anzeigen
    ...... Juni / Juli 2011 das erste Mal von den Niederlanden (Ijmuiden) nach England zu segeln. So als Ziel ist mir Lowestoft in den Sinn gekommen hinsichtlich der Entfernung ( ca. 102 sm ). Planen zu zweit mit einem 10 m Schiffchen zu fahren. Sind beide nicht unerfahren, trotzdem leicht verunsichert, da wir beide noch nie in England waren und die Anforderungen vor Ort nicht kennen.
    ....
    Die Gedanken sind mir nicht fremd,
    solche haben wir uns vor zehn Jahren auch gemacht. Da war das Schiffchen aber nur siebeneinhalb Meter lang und Plotter und AIS kannte nicht mal Jules Verne.
    Nimm Dir ein Herz und mach es. Wenn nicht jetzt, wann dann.
    Über 70% aller in NL liegender Segler wollen nach GB, 3% segeln tatsächlich. Die meisten klappern die Küste lang und springen dann todesmutig von Dunkerque nach Ramsgate.
    Empfehlen kann ich Dir London. Wenn Dir die Südküste vorschwebt, solltest Du norbaer ansprechen, der ist Experte.
    Es liegt ein zehn Jahre alter Reisebericht vor und andere Erfahrungen aus vier Englandreisen.
    Gruß Franz

  4. #4
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    Standard

    Hallo,

    wir waren 2007 drüben von Zuidholland aus.Hin 25 Stunden zurück 19 Stunden.
    Zwischendurch die Ostküste runtergefahren bis Harwich, dann wieder zurück nach Holland.Hatten wohl auf der Rückfahrt Nebel und 2 begegnungen mit dicken Pötten, sonst war es aber toll.Waren 10 Tage unterwegs.

    Das Buch"East Coast Pilot" ist super hilfreich, würde ich mich auf jeden Fall zulegen oder natürlich den "Reeds".

    Gruß

    Chris
    Dont worry, be happy !

  5. #5
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    Standard

    Du wirst hier diesbezüglich viele Tipps bekommen und die meisten sicherlich hilfreich. Hier ein weiterer, möglicherweise auch hilfreich.

    Ich persönlich halte Blankenberge - Ramsgate auch für eine gute Option, sind ca. 60 SM, also mit Tageslicht gut machbar. Bei Dunkelheit vor der engl. Küste rumshippern oder durch die VTGs ist nicht jedermanns Sache, meine sicher nicht.

    Wenn man nur einen Hafen anlaufen will und dann wieder zuück brauchts imho die gnazen Reeds und Almanachs nicht, guter Übersegler, Chartplotter und die ein oder andere Paierkarte als Backup tuns auch, wenn man sich vorher mit den Strömungsverhältnissen was auseinandergesetz hat. Die Häfen haben alle Internetseiten mit Hinweisen zum Einlaufen. Ausrucken und mitnehmen, that will do the trick.

    Das Schöne an England ist, man kann die Distanz ja nahezu frei wählen...ich persönlich will keine Rekorde brechen oder prüfen, wie Schlafmangelresistent ich bin, mir reichen 60 SM, 100 SM warens auch schonmal, weil hin& zurück, aber das braucht man nicht wirklich.

    Vielleicht noch was eigentlich triviales: Wetter, Wetter, Wetter!
    Bei 4-5 ist das eine nette Fahrerei, ab sechs wirds langsam umgemütlich von den Wellen her, so 7-8 werden schon echt fies. Ist auch nicht jedermanns Sache, 12h und mehr richtig durchgeschüttelt zu werden.

    Die VTGs sind kein Hexenwerk, aber wenn man ordentlich Stunden hinter sich hat, kann auch schonmal einer übersehen werden. Schadet nicht, die Funke am Steuerstand zu haben und mit AIS war die Sache für mich entspannter, da man sieht, wo der Traffic ist und wie man durch kommt.

    Last but not least: Der Trip rüber ist für viele ja Mekka analog. Ist auch schon spannend, die "Insel" anzufahren. Aber nicht kirre machen lassen, letztlich segelt man auch nur nen paar Meilen durch die Gegend.

  6. #6
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    Standard "Der erste Schritt"

    Der erste Schritt
    ist oft am schwersten
    und drüben dann
    beim
    linksverkehr am gefährlichsten
    Indios & Eulenspiegel
    Rw2
    letzter Häuptling vom Stamm der Häuptlinge
    lebt nun in Indochina

  7. #7
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    Standard Wenns paßt...

    Hallo Sway,
    hallo der one way Törn von den Niederlanden nach England herum ist in erster Linie vom Wetter abhängig.
    Wir schippern nun seit einigen Jahren rüber und haben, genau wie ihr "immer" geplant Nonstop "rüber" zu machen.

    Dies ist uns mittlerweile als Päärchencrew 3 Mal gelungen und 5 Mal aus meterologischen Gründen nicht!

    Das bedeutet man sollte immer die Option der etappenweisen Überfahrt zeitlich planen und wenns es dann doch Nonstopp funktioniert, weil ein schöner Nordost weht, hat man Glück gehabt und ein paar Tage mehr in Zeit in England.
    Für den Rückweg ist die Wahrscheinlichkeit höher, denn es ist eher mal eine gute Westwindlage als eine gute Ostwindlage.
    Ich würde euch empfehlen wie Acer es schon beschrieben hat: An der Niederländischen-Belgischen oder Französichen Küste "herunterhangeln" und von Oostende oder Nieuwport rüber nach Ramsgate.

    Wie lange wollte ihr den in England bleiben?
    Wie oft seit ihr den schon Nachts auf der Nordsee gewesen?
    Wie sieht die Erfahrung bei VTGs aus?
    Wie ist das Schiff ausgerüstet? Radar, AIS, Plotter, Batteriekapazität?

    Auf jedenfall sollten ihr so planen, dass die Ansteuerung bei Tageslicht in fremden Gewässern sein sollte. (ok mit Plotter gehts auch nachts )

    Hier zwei Youtubefilme zu dem Thema von uns:

    http://www.youtube.com/watch?v=L3Ijclk0wPE

    http://www.youtube.com/watch?v=IBjGLubkWD8
    Gruß Norbert

  8. #8
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    Standard Das wahre Leben...

    Hallo Sway,
    noch ein paar praktische Tipps.
    Bei der Überfahrt

    Essen hält Leib und Seele zusammen.
    Wenn fest steht es geht in einem Rutsch rüber, kochen wir uns immer eine Art Eintopf oder ein Pfannengericht vor. So brauchen wir unterwegs nur das Essen aufzuwärmen und nicht großartig zu kochen. Denn gerade am Anfang vom Urlaub sind alle Bewegungen auf dem Schiff noch ungewohnt und unfallträchtig. Auch im Bezug auf das Thema Seekrankheit vermeiden wir gerne am Urlaubsbeginn lange Tätigkeiten unter Deck . Zum Ende des Urlaubs spielt das keine große Rolle mehr.

    Queren von VTGs
    Wir wenden die Taktik an, nie in Abzweigen oder Kreuzungsbereichen (z.B. Westhinder) das Fahrwasser zu kreuzen, denn in diesen Bereichen sind die Manöver der Großen nicht vorhersehbar. In den geraden Stücken sind die Großen viel besser einzuschätzen. Es ist sogar recht einfach, weil die in jeder Schippinglane ja nur aus einer Richtung kommen. (Hier ist ein Radar oder noch besser AIS eine gute Hilfe)

    Wind bzw. gegenan Bolzen.
    Auf der Nordsee ist immer grundsätzlich mindestens eine Windstärke mehr als an der Küste. Dies sieht man immer ganz hervorragend in www.Windfinder.com
    Auch wird in den allermeisten Fällen der Wind im Laufe des Tages zu- und Abends wieder abnehmen. (siehe Video)
    Ab 5 Beaufort wird es zum Gegenan fahren auf die Dauer recht ungemütlich. Denn der scheinbare Wind liegt dann bei 6 Beaufort und die Wellen wirken bei Wind gegen Strom noch Größer und steiler und die Fahrt will nie Enden. Dann werden nämlich aus den 100sm locker 150sm FDW. Echt ätzend und eine untrainierte Zerreißprobe für die Holiday Crew.
    Das heißt, man sollte sich nichts schön reden und möglichst Ausweichhäfen einplanen. Mit Rückenwind ist das kein Problem (siehe Video)

    In Engeland

    Einlaufsignale an den Häfen
    Viele Häfen in England (auch in Belgien und Frankreich) sind Fährhäfen mit Lichtsignalzeichen. Also vorher gut Informieren. Ist aber auch kein Hexenwerk mit den roten und grünen Lichtern. Des weiteren wird es in England gerne „gehört“ , dass man sich über Funk anmeldet. Aber ganz Zwanglos und nicht mit allem Zick und Zack. Marinas haben in der Regel den Kanal 80 und die Arbeitskanäle der Portcontrols stehen im Reeds.
    Im Fall Dover gilt Funkpflicht! Sonst werdet ihr kostenpflichtig von einer Barkasse begleitet!

    Money makes de World go around
    Ihr braucht nicht vorher Geld umzutauschen! (ja es gibt noch anderes Geld in in Europa!) Die Häfen akzeptieren Kreditkarten und viele auch Euros. Die Häfen sind für Ijsselmeer Verhältnisse recht teuer aber in der Regel mit allem inklusive. (Außer St. Kathrins Marina London: Vorsicht teurer Strom 6 Euro pro Tag) Aber auch hier hilft der Reeds enorm weiter weil hier die Preise der Häfen aufgeführt sind. Einheit in Pfund pro Meter.
    In England wird (wurde) in 2010 noch roter Diesel verkauft! Mit einem Steuerfaktor 60% Motor 40% für die Heizung. (Is klar im Sommer ) Wichtig hierbei ist, dass ihr die Rechnung bez. Die Quittung für den Niederländischen Zoll aufbewahrt sonst kann es Ärger geben!


    Ich könnte Bücher schreiben, ist aber besser du fragst gezielt.
    Gruß Norbert

  9. #9
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    Standard

    Den Tip von Norbaer gerade bzgl. der VTGs würd ich beachten.

    Ist halt auch stark crewabhängig. Ich komm auch mal 20h ohne Futter aus bzw. man hat nen paar Stullen griffbereit.

    Auch wenn man in diesem Forum der Salzbuckel dafür gern belächelt wird und ich mich wiederhile: Gerade AIS-Overlay auf einem Plotter erleichtert die ganze Sache erheblich. Ich persönlich kann es nicht nachvollziehen, dass sich Viele für mehrere Kiloeuros ein stromfressendes Radar anschaffen, die 200-300 € Investition für ein AIS aber scheuen.

  10. #10
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    Standard

    Nach Lowestoft war meine erste Hochseereise.

    Gebucht bei Twellega auf einer Privatie (?) 56 im Winter. Sie hieß Great Escape (?). Ein wunderschönes Schiff!

    Eigentlich sollte es nur ein Wattentörn werden.
    Dann rief Twellega an, sie wollten gerne die beiden Törns zusammenlegen, weil so viele wegen Schlectwetter abgesagt haben.
    Ich habe mir nicht viel dabei gedacht und fröhlich zugestimmt.

    Abens gings an Bord, es wurde bis zur letzten Schleuse motort und dann die Nacht zum Gr0ßteil kartenspielend und wiskytrinkend verbracht.
    Mir war beim Auslaufen schon schlecht.
    So was von Seekrank war ich nie wieder!

    In der Nacht kamen wir in Lowestoft an. Der Skipper arbeitete fleißig mit Funknavigation und tat etwas aufgeregt.

    Im Hafen wurden SEHR lange Leinen zum Festmachen ausgebracht.
    Morgens kam der Zoll und hat den Schnapsschrank versiegelt.

    Die Rückreise war dann ganz unspektakulär.
    Und ich war mächtig stolz auf meinen ersten Hochseetörn nach England im Winter!
    Die Kurse waren 90 bzw. 270 Grad.

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