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Hybrid-Darstellung

  1. #1
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    Standard Gebaren der Zeitarbeitsfirmen

    Hallo Insider, ich habe mal zwei, drei Fragen, vielleicht kennt sich jemand aus.

    1. Welchen Vorteil bringt es einer Leiharbeitsfirma, das letzte Gehalt in Form eines
    Verrechnungsschecks auszuzahlen?

    2. Wieviel rechnet eine Z. für einen verliehenen MA beim Kundenunternehmen pro
    Stunde ab (wenn dieser als Helfer in der untersten Lohngruppe, 6,65 Euro, beschäf-
    tigt ist)?

    3. Wann kassiert die Z. die Leihgebühr für ihren Mitarbeiter vom Kundenunterneh-
    men? Am Monatsende, vorher oder nachher?

    4. Helfen Z.firmen manchmal nach, um in einer Firma ins Boot zu kommen,
    Konkurrenten auszustechen?

    Danke für die Bemühungen.

    MfG

    Facoly23
    Es ist alles gesagt, nur noch nicht von allen.

    http://faaanblogg.blog.de/

  2. #2
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    Standard

    Zitat Zitat von Facoly23 Beitrag anzeigen
    Hallo Insider, ich habe mal zwei, drei Fragen, vielleicht kennt sich jemand aus.

    1. Welchen Vorteil bringt es einer Leiharbeitsfirma, das letzte Gehalt in Form eines
    Verrechnungsschecks auszuzahlen?

    2. Wieviel rechnet eine Z. für einen verliehenen MA beim Kundenunternehmen pro
    Stunde ab (wenn dieser als Helfer in der untersten Lohngruppe, 6,65 Euro, beschäf-
    tigt ist)?

    3. Wann kassiert die Z. die Leihgebühr für ihren Mitarbeiter vom Kundenunterneh-
    men? Am Monatsende, vorher oder nachher?

    4. Helfen Z.firmen manchmal nach, um in einer Firma ins Boot zu kommen,
    Konkurrenten auszustechen?

    Danke für die Bemühungen.

    MfG

    Facoly23
    Hi Facoly23, ich verleihe mich selber...allerdings als Bauleiter/Supervisor in einem Nischenmarkt. Darum bekomme ich ständig Leiharbeiter vom Kunden gestellt.


    Zu 2: Ich bekomme Schlosser/Monteure für rund 20.- €/Std. angeboten! Davon bekommen die MA ca. 8,50 brutto! Fahrgeld gibts oftmals nur bei den größeren wie Randstand o.ä.
    Habe ich noch nie genommen; ist für mich eine Ausbeutung übelster Art!

    Zu 4: Das Gewerbe kämpft überwiegend mit Lohndumping...
    Die Mitarbeiter sind dem schutzlos ausgeliefert; sind gesetzlich verpflichtet, jeden Job anzunehmen! Sonst gibts ne Sperre von der Arbeitsverwaltung!
    Oftmals wird eine Z.Firma gekündigt und durch eine andere für den nächsten Tag ersetzt. Die Mitarbeiter werden gekündigt und beim neuen Z. zu neuen, niedrigeren Löhnen übernommen!
    Gruß, Youngblood

  3. #3
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    Standard

    zu 3.: Das hängt auch von der Zahlungsmoral der Kunden ab. Im voraus zahlt niemand.

  4. #4
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    Standard

    Hallo,

    die allseits beliebte bayerische Autofirma hier in München bevorzugt sogar im Ingenieurbereich Leiharbeiter.
    Die kann man von heute auf morgen auf die Straße setzen und zurück geben. Dann verursachen sie keine Kosten mehr.
    Als das Krisenjahr 2010 für die Automobilindustrie da war, hat alle Welt über staatlich unterstütztes Kurzarbeitergeld gesprochen.
    Um die armen Hanswursten die bei Zeitarbeitsfirmen angestellt waren, hat sich kein Schwein gekümmert.

    Ursprünglich war Zeitarbeit mal dafür gedacht, um kurzfristige Auftragsspitzen schnell personell abdecken zu können. Mittlerweile ist das Alltag.


    Michael

  5. #5
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    Standard

    Sehe ich leider anders, weil für mich negativ.

    Dieses Leiharbeitergebahren wird m.E. noch politisch gefördert, um die Arbeitslosenzahlen schön reden zu können und gleichzeitig über Fachkräftemangel schwadronieren zu können.

  6. #6
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    Standard Bei www.bdsr.de kannst Du gut Infos gratis bestellen...

    Beginn Zitat aus BDS Rundbrief:
    Personal und RechtDer Wettbewerb - Heft 1/2011
    Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, verehrte Freunde des Verbandes,
    liebe Leser,Unser Newsletter beinhaltet heute einen Auszug aus dem Heft Personal und Recht Zeitschrift für Personalverantwortliche (PuR 10/10).
    __________________________________________________ _________________________
    Juristentag - das arbeitsrechtliche Trauerspiel
    RA Hans Harald Sowka, Düren
    Die arbeitsrechtliche Abteilung des Deutschen Juristentags im September in Berlin beschäftigte sich u. a. mit Teilzeitarbeit, befristeter Beschäftigung, Leiharbeit, Mindestlohn. Der Tiefpunkt der - an Höhepunkten ohnehin armen -Veranstaltung wurde mit der mehrstündigen Schlussabstimmung erreicht. Schlimm genug das Ergebnis der Abstimmungen. Empfohlen wird z. B.

    * die geringfügige Beschäftigung schrittweise abzuschaffen,
    * die Befristung ohne Sachgrund einzuschränken,
    * einen gesetzlichen Mindestlohn einzuführen,
    * die Leiharbeit durch gleiche Bezahlung wie bei den Stammarbeitnehmern zurückzudrängen,
    * den generellen Teilzeitanspruch auch als befristeten Anspruch auszugestalten.

    Mit der zweiten Abstimmung wussten kundige Teilnehmer, wohin der Hase läuft. Die Rechtsvertreter des DGB hatten eine klare Mehrheit gegenüber den Vertretern der Arbeitgeberverbände und setzten in der Regel mit ca. 180 gegen 120 Stimmen ihre politischen Auffassungen durch. „Neutrale" gab es bei den Abstimmungen nicht mehr. Sie hatten - zu Recht - schon vor den Abstimmungen das Weite gesucht. Hätte ich vielleicht auch machen sollen. Das Wetter in Berlin war schön genug.

    Wofür sind die Teilnehmer 36 (!) Mal zur Abstimmung geschritten -für ein kraftvolles Zeichen an den Gesetzgeber?

    Den Regisseuren der Abteilung wird man den Vorwurf machen können, vielleicht müssen: Aufgrund der Erfahrungen der letzten Juristentage mit einer arbeitsrechtlichen Abteilung hätte man schon im Vorfeld dafür sorgen müssen, dass nicht ein solch kleinkariertes, ausuferndes „Rettet-die-Welt-Spiel" stattfindet. Wer die Abstimmungsfragen liest, musste teilweise wissen, wer sie formuliert hatte, um die gute (oder auch böse) Absicht zu erkennen. Manches kam im Schafspelz gelaufen, eher Weniges glasklar. Auch hier gilt: Weniger ist oft Mehr.
    Vielleicht braucht man einfach mal eine mehrjährige Denkpause.

    Das Gefühl einer missglückten arbeitsrechtlichen Abteilung hätte trotzdem nicht aufkommen müssen, wenn die vorangegangene Debatte rhetorische oder inhaltliche Glanzlichter hätte setzen können -wie das in der Vergangenheit bisweilen sehr wohl gelungen ist. Das war aber leider nicht der Fall - manch Gutes, ja, aber nichts Brillantes. Und überwiegend auch hier Tristesse.
    Sie haben nichts verpasst!_____________________________
    Herausgeber:
    Prof. Dr. Bernd Schiefer
    Prof. Dr, Michael Worzalla
    RA.Hans-Wilhelm Köster
    Prof. Dr. Holger Linderhaus
    ORegR.Johannes W. Buse

    Mit bester Empfehlung

    Bundesverband Deutscher SachverständigenRat e.V.

    Dr. H. Kreyenberg
    - Vorsitzender des Vorstandes -
    Kontakt bei Fragen E-Mail: info@bdsr.de - Telefon-Hotline: 0 21 02 - 99 15 25

    Seit dem 08. Juli 2004 ist das neue Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb(UWG) in Kraft getreten. Hierüber möchten wir Sie als Empfänger unseres Bundesverbands-Informationsdienstes in Kenntnis setzen, damit unsere Berufsgruppe sich zukünftig gezielt informieren kann und die unterschiedlichen Wünsche von 26.000 Sachverständigen eine selektive Berücksichtigung findet.

    * Newsletter abmelden http://www.bdsr.de/

    Ende BDSR RUndbrief...
    ################################################## ##########



    Es ist sehr harter Kampf ...und deinen Lohn x3 verlangen die verleiher vom Endkunden ..
    Die ersten zwei Tage : wurden 2001 ( da hate ich mal welche geordert )
    immer gratis vergeben ....

    Glück für jeden der sich OHNE Verleihung ...verkaufen kann ...
    Nun - Schecks werden vergeben in der Hoffnung mal 3-4 Tage Vorsprung zu haben..
    wenn denn umfirmiert wird ...
    Also - wenn Du den Scheck hast - auf geradem Weg damit zu nächsten Bank zum Einlösen ...

    Bei BDSR kannst du dich selber anmelden - dann kommen die Infos als e-mail... ;-)

  7. #7
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    Zitat Zitat von Firsty Beitrag anzeigen
    Sehe ich leider anders, weil für mich negativ.

    Dieses Leiharbeitergebahren wird m.E. noch politisch gefördert, um die Arbeitslosenzahlen schön reden zu können und gleichzeitig über Fachkräftemangel schwadronieren zu können.
    Die meisten sehen das negativ.

    Natürlich wurde die Leiharbeit politisch gefördert, ironischerweise besonders von
    den Sozis. Die haben damals viele Einschränkungen aufgehoben, und plötzlich
    boomte die Branche wie verrückt.

    Theoretisch ist ja vorgeschrieben, daß ein Leiharbeiter das gleiche verdienen
    muß wie sein festangestellter Kollege. Die Hintertür: das gilt nicht, wenn die
    Z.firma einen eigenen Tarifvertrag hat. Also haben die Firmen alle "Tarifverträge",
    natürlich zu den gleichen niedrigen Konditionen wie bisher.

    Über Fachkräftemangel wird nicht nur schwadroniert, der herrscht tatsächlich.
    Und die Wirtschaft ist ganz und gar selbst schuld, denn sie glaubt, sie brauche
    die Leute nicht mehr auszubilden. Die meisten Firmen haben große Teile des
    Stammpersonals entlassen und mit Leiharbeitern ersetzt.

    Damit haben sie aber auch das innerbetriebliche Wissen und Können, die
    jahrelangen Erfahrungen der Belegschaft mit entsorgt. Ein Leiharbeiter kann
    bei seinen wechselnden Tätigkeiten natürlich nie auf einen fachlich hoch-
    spezialisierten Standard kommen, er fängt überall wieder von null an.

    Die Firmen glauben, sie könnten anstrengungslos durch einen Anruf bei der
    Leihfirma das Fachpotential "ordern", das sie brauchen, doch damit liegen sie
    falsch. Entweder sie qualifizieren ihre Leute selbst, oder niemand macht es.
    Die Leihfirmen können und wollen ihren "Sklaven" keine Weiterbildungen oder
    firmenspezifisches Fachwissen vermitteln.

    Dazu kommt, daß Leiharbeiter naturgemäß geringer motiviert sind als die hoch-
    dotierten Festangestellten.

    So sägen die großen Firmen sich mit kurzfristigen Vorteilen langfristig den Ast
    ab, auf dem sie sitzen: das Potential erfahrener Mitarbeiter.

    Gruß

    facoly23
    Geändert von Facoly23 (27.01.2011 um 10:13 Uhr)
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  8. #8
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    Standard

    Zitat Zitat von Firsty Beitrag anzeigen
    zu 3.: Das hängt auch von der Zahlungsmoral der Kunden ab. Im voraus zahlt niemand.
    Ich fragte das deshalb, weil die Lieharbeitsfirmen oft extrem verzögert die
    Monatsgehälter auszahlen (nach dem 20. des Folgemonats). Könnte ja sein, daß
    sie von der Kundenfirma ebenfalls verzögert das Geld erhalten. Verschleppte
    Zahlungen sind ja eh jetzt der Normalfall.

    Gruß

    Facoly23
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  9. #9
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    Zitat Zitat von Facoly23 Beitrag anzeigen
    Ich fragte das deshalb, weil die Lieharbeitsfirmen oft extrem verzögert die Monatsgehälter auszahlen (nach dem 20. des Folgemonats). Könnte ja sein, daß
    sie von der Kundenfirma ebenfalls verzögert das Geld erhalten.
    Das kann und darf aber nicht das Problem des Arbeitnehmers sein, insbesondere nicht bei dem Hungerlohn, den viele Leiharbeiter bekommen.

  10. #10
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    Zitat Zitat von Youngblood Beitrag anzeigen
    Hi Facoly23, ich verleihe mich selber...allerdings als Bauleiter/Supervisor in einem Nischenmarkt.
    Ich habe ebenfalls mal eine Tätigkeit als selbständiger Leiharbeiter angestrebt.
    Daraus ist nichts geworden, aber ich weiß zumindest, daß es sowas anderswo gibt.

    Das funktioniert aber nur in Boomzeiten, wenn die etablierten Leihfirmen schon
    Probleme haben, überhaupt noch Personal zu finden. Solche Zeiten herrschen
    gerade wieder.

    Gruß

    Facoly23
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