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  1. #11
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    hi,
    da ich über 30 Jahre 50-60 Mitarbeiter beschäftigt habe, derzeit noch 25, kann ich jeden nur bemitleiden, der heute noch Leute einstellt. Geht es gut und dein Laden prosperiert, bist du der King, mußt du reduzieren, bist du der Totalversager und wirst von allen bekämpft.
    die Zeitarbeit löst dieses Problem ,dadurch kann man flexibel reagieren auf Marktschwankungen,
    Wir zahlen derzeit 22,-€ für einen gut ausgebildeten Leih- Handwerker. Ein eigener kostet uns 45,- was viele kunden nicht bereit sind zu zahlen.
    Damit ist doch alles erklärt, die kunden sparen, somit hat die Zeitarbeit ihren Nährboden, wie beim Dioxin im Essen. Die Leute schauen nur auf den Preis, also gibt es eben nur Müll, statt Qualität.
    Die Geiz ist geil Mentalität hat halt ihre Grenzen.

    Gruß t.

  2. #12
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    Zitat Zitat von triton Beitrag anzeigen
    Wir zahlen derzeit 22,-€ für einen gut ausgebildeten Leih- Handwerker. Ein eigener kostet uns 45,- was viele kunden nicht bereit sind zu zahlen.
    Warum kosten eigene Leute so extrem viel mehr? Beim Leiharbeiter will ja auch
    die Leihfirma noch mitverdienen und muß ebenfalls die Sozialabgaben zahlen.

    Wieso finden Leiharbeitsfirmen überhaupt Leute, die gut ausgebildet sind und
    trotzdem für so wenig Geld arbeiten?

    In unserer Gegend ist der Arbeitsmarkt so leergefegt, daß die Leiharbeitsfirmen
    quasi jeden einstellen - und gezwungen sind, zu verhandeln. Das Entgelt wird
    dann mittels überhöhter Fahrtkostenzahlungen aufgebessert (bis zu 14 Euro/Tag).

    Gruß

    Facoly23
    Es ist alles gesagt, nur noch nicht von allen.

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  3. #13
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    Zitat Zitat von Firsty Beitrag anzeigen
    zu 3.: Das hängt auch von der Zahlungsmoral der Kunden ab. Im voraus zahlt niemand.
    Ich fragte das deshalb, weil die Lieharbeitsfirmen oft extrem verzögert die
    Monatsgehälter auszahlen (nach dem 20. des Folgemonats). Könnte ja sein, daß
    sie von der Kundenfirma ebenfalls verzögert das Geld erhalten. Verschleppte
    Zahlungen sind ja eh jetzt der Normalfall.

    Gruß

    Facoly23
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  4. #14
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    Zitat Zitat von Youngblood Beitrag anzeigen
    Hi Facoly23, ich verleihe mich selber...allerdings als Bauleiter/Supervisor in einem Nischenmarkt.
    Ich habe ebenfalls mal eine Tätigkeit als selbständiger Leiharbeiter angestrebt.
    Daraus ist nichts geworden, aber ich weiß zumindest, daß es sowas anderswo gibt.

    Das funktioniert aber nur in Boomzeiten, wenn die etablierten Leihfirmen schon
    Probleme haben, überhaupt noch Personal zu finden. Solche Zeiten herrschen
    gerade wieder.

    Gruß

    Facoly23
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  5. #15
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    Zitat Zitat von Facoly23 Beitrag anzeigen
    Ich fragte das deshalb, weil die Lieharbeitsfirmen oft extrem verzögert die Monatsgehälter auszahlen (nach dem 20. des Folgemonats). Könnte ja sein, daß
    sie von der Kundenfirma ebenfalls verzögert das Geld erhalten.
    Das kann und darf aber nicht das Problem des Arbeitnehmers sein, insbesondere nicht bei dem Hungerlohn, den viele Leiharbeiter bekommen.

  6. #16
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    Zitat Zitat von Firsty Beitrag anzeigen
    Sehe ich leider anders, weil für mich negativ.

    Dieses Leiharbeitergebahren wird m.E. noch politisch gefördert, um die Arbeitslosenzahlen schön reden zu können und gleichzeitig über Fachkräftemangel schwadronieren zu können.
    Die meisten sehen das negativ.

    Natürlich wurde die Leiharbeit politisch gefördert, ironischerweise besonders von
    den Sozis. Die haben damals viele Einschränkungen aufgehoben, und plötzlich
    boomte die Branche wie verrückt.

    Theoretisch ist ja vorgeschrieben, daß ein Leiharbeiter das gleiche verdienen
    muß wie sein festangestellter Kollege. Die Hintertür: das gilt nicht, wenn die
    Z.firma einen eigenen Tarifvertrag hat. Also haben die Firmen alle "Tarifverträge",
    natürlich zu den gleichen niedrigen Konditionen wie bisher.

    Über Fachkräftemangel wird nicht nur schwadroniert, der herrscht tatsächlich.
    Und die Wirtschaft ist ganz und gar selbst schuld, denn sie glaubt, sie brauche
    die Leute nicht mehr auszubilden. Die meisten Firmen haben große Teile des
    Stammpersonals entlassen und mit Leiharbeitern ersetzt.

    Damit haben sie aber auch das innerbetriebliche Wissen und Können, die
    jahrelangen Erfahrungen der Belegschaft mit entsorgt. Ein Leiharbeiter kann
    bei seinen wechselnden Tätigkeiten natürlich nie auf einen fachlich hoch-
    spezialisierten Standard kommen, er fängt überall wieder von null an.

    Die Firmen glauben, sie könnten anstrengungslos durch einen Anruf bei der
    Leihfirma das Fachpotential "ordern", das sie brauchen, doch damit liegen sie
    falsch. Entweder sie qualifizieren ihre Leute selbst, oder niemand macht es.
    Die Leihfirmen können und wollen ihren "Sklaven" keine Weiterbildungen oder
    firmenspezifisches Fachwissen vermitteln.

    Dazu kommt, daß Leiharbeiter naturgemäß geringer motiviert sind als die hoch-
    dotierten Festangestellten.

    So sägen die großen Firmen sich mit kurzfristigen Vorteilen langfristig den Ast
    ab, auf dem sie sitzen: das Potential erfahrener Mitarbeiter.

    Gruß

    facoly23
    Geändert von Facoly23 (27.01.2011 um 10:13 Uhr)
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  7. #17
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    Zitat Zitat von Facoly23 Beitrag anzeigen
    Ich habe ebenfalls mal eine Tätigkeit als selbständiger Leiharbeiter angestrebt.
    Daraus ist nichts geworden, aber ich weiß zumindest, daß es sowas anderswo gibt.

    Das funktioniert aber nur in Boomzeiten, wenn die etablierten Leihfirmen schon
    Probleme haben, überhaupt noch Personal zu finden. Solche Zeiten herrschen
    gerade wieder.

    Gruß

    Facoly23
    Das stimmt nur eingeschränkt, es wird so in der Öffentlichkeit verbraten, da politisch opportun!
    Ohne Dumping, zum üblichen Preis in eine "saubere" Firma hinneinzukommen ist extrem schwer. Die Einkäufer stehen überall unter Druck; selbst mit speziellen Kenntnissen und Fähigkeiten (die berühmten Skills...), Erfahrung und entsprechendem Auftreten beim Endkunden wird meistens die Dumpingbude genommen; werden für den gleichen Preis eben 2 oder 3 MA hingeschickt. :-(
    Und da brauchst Du einen langen Atem, ne Frau mit Geld oder was gespartes, sonst kannst Du Dich dem nicht entziehen.
    Solange Leiharbeiter nicht den gleichen Tarif bekommen den die Stammmitarbeiter auch haben wird sich hier nichts ändern.

    Gruß, Youngblood

    P.S.: Siehe Tritons letzten Beitrag: Leiharbeiter müssen den gleichen Lohn bekommen!
    Gruß, Youngblood

  8. #18
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    @all

    Der größte Vorteil von Leiharbeit ist ja die sofortige Freisetzbarkeit von nicht
    mehr gewünschten Mitarbeitern.

    Wie wäre denn die Lage, wenn der extreme Kündigungsschutz, der bei uns gilt,
    wegfiele? Aus meiner Sicht müßte es allen Firmen möglich sein, Verträge nach
    eigenen Vorstellungen auszuhandeln, etwa beliebig befristet oder mit individuellen
    Kündigungsfristen.

    Die ganzen Hürden für Entlassungen müßten weg. Das sind nämlich auch die
    Hürden für Einstellungen. Wenn man weiß, daß man einen "untauglichen"
    Kandidaten erwischt hat, kann man den unproblematisch wieder entlassen.

    Als Arbeitnehmer kann man wiederum davon ausgehen, daß man nach einer
    Entlassung auch leicht wieder irgendwo eingestellt wird, weil die Firmen nicht
    befürchten müssen, damit einen Mitarbeiter "auf ewig" angestellt zu haben.

    Allerdings ist das Personalmanagement per Zeitarbeitsfirma ("so viele Leih-
    arbeiter ausprobieren, bis der pasende Mitarbeiter gefunden ist") natürlich
    wesentlich bequemer und spart jede Menge Kosten und Mühen.

    Ich kenne Firmen, die wirklich so arbeiten und wochenweise neue Leute ordern
    - es könnte ja eine Perle dabei sein, die es lohnt, einzustellen.

    Das Stammpersonal muß dann wöchentlich die "Neuen" einweisen und ihnen
    den Arbeitsablauf un die Grundlagen vermitteln - nur, um kurz darauf den
    nächsten anzulernen. Gescheit, nicht wahr?

    Gruß

    Facoly23
    Es ist alles gesagt, nur noch nicht von allen.

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  9. #19
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    [QUOTE=Facoly23;937366]@all

    Der größte Vorteil von Leiharbeit ist ja die sofortige Freisetzbarkeit von nicht
    mehr gewünschten Mitarbeitern.

    Wie wäre denn die Lage, wenn der extreme Kündigungsschutz, der bei uns gilt,
    wegfiele? Aus meiner Sicht müßte es allen Firmen möglich sein, Verträge nach
    eigenen Vorstellungen auszuhandeln, etwa beliebig befristet oder mit individuellen
    Kündigungsfristen.

    Die ganzen Hürden für Entlassungen müßten weg. Das sind nämlich auch die
    Hürden für Einstellungen. Wenn man weiß, daß man einen "untauglichen"
    Kandidaten erwischt hat, kann man den unproblematisch wieder entlassen.

    ...gekürzt..

    Welcher extreme Kündigungsschutz?
    Wenn ich jemanden einstelle, dann hat er eine Probezeit! Besteht er die, hat er seinen festen Job. Aus die Maus.

    Muss ich irgendwann mal Personal abbauen, dann gibts ganz normale Regelungen, z. B. Betriebsbedingte Kündigung.

    Liegt der Kündigungsgrund im Verhalten des Arbeitnehmers? Kalkuliere 2Mille fürs Arbeitsgericht ein; da wird er schon pauschal von der Arbeitsverwaltung hingeschickt!

    Also ein überschaubares Risiko....

    Gruß, Youngblood

    (10 Jahre mit 10 MA; keine Pleite, aber keine Lust mehr!)
    Gruß, Youngblood

  10. #20
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    Zitat Zitat von Youngblood Beitrag anzeigen
    ...
    Der größte Vorteil von Leiharbeit ist ja die sofortige Freisetzbarkeit von nicht
    mehr gewünschten Mitarbeitern.
    ...
    ... der große Nachteil der Leiharbeit ist die sofortige Freisetzbarkeit von nicht mehr gewünschten Mitarbeiten.

    Für Leiharbeiter ist eine Lebensplanung nicht mehr möglich, da sie heute nicht wissen, ob sie morgen noch Arbeit haben.

    Auf welcher Grundlage soll eine Familie aufgebaut werden?
    Auf welcher Grundlage Eigentum angeschafft werden?
    Auf welcher Grundlage sollen soziale Bindungen aufgebaut werden?

    Durch den ständigen Wechsel zwischen Arbeit und Arbeitslosigkeit hat ein Leiharbeiter kaum Möglichkeiten, aufzusteigen.

    Leiharbeitsfirmen sind moderne Sklavenhändler. Solche Einrichtungen sind eines zivilisierten Landes nicht würdig.
    mfG

    Michael

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